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Empört Euch!!!


 

 
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 25.07.2021 17:38    Titel: Empört Euch!!! eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Neue Version »

Ich misstraue inzwischen allen Spielarten medialer Betroffenheit, insbesondere, wenn moralische Empörung mitschwingt. Da läuten bei mir die Alarmglocken, selbst wenn es ehrlich gemeint scheint.
Andererseits existieren mehr als genug Anlässe, empört betroffen zu sein: Menschenrechtsverletzungen und soziale Ungerechtigkeiten, die Abholzung des Regenwaldes, sexueller Missbrauch von Kindern: die Liste ließe sich schier endlos fortsetzen. Man könnte durchaus die Meinung vertreten, dass die Menschheit immer noch nicht betroffen genug ist, damit die Dinge sich grundlegend ändern.
Warum also ist mir diese Art des Appells an mein Gewissen zunehmend verleidet?
Mein Eindruck: Betroffenheit und Empörung verkommen zunehmend zur inflationären und selbstgefälligen Geste.
Die Zeiten stiller Betroffenheit sind vorbei, dank Internet kann heute jeder bei noch so nichtigen Anlässen vor großem Publikum wortgewaltig sein Quäntchen Betroffenheit absondern. In meiner Wahrnehmung geht es dabei häufig nur um den Nachweis der eigenen, vermeintlich korrekten Gesinnung, gepaart mit entrüsteter Abgrenzung von allen, die eine andere Meinung vertreten.
In Internet-Foren und in Talk-Shows finden regelrechte Betroffenheitswettbewerbe statt, als gäbe es Preise für die überzeugendste Darbietung von Bestürzung und Fassungslosigkeit.
Das allgemeine Betroffenheitspotential der Bevölkerung scheint mir auf ein ungutes Maß gewachsen. Die Politik nutzt diesen Umstand und schickt ihre Empörungsprofis in den Ring, insbesondere in Wahlkampfzeiten. Kleinste Fehltritte des politischen Gegners werden aufgebauscht zum moralisch Verwerflichen oder zumindest zum Charakterfehler des gegnerischen Kandidaten.

Die scheinbar unbegrenzte Betroffenheits- und Empörungsbereitschaft müsste irgendwie spielerisch neutralisiert werden.
Die Römer hatten ihr Kolosseum, die alten Griechen ihre Tragödie mit der Katharsis, der Reinigung des Zuschauers von Jammer und Schaudern durch Hervorrufen eben dieser Affekte auf der Bühne. Aber eine Figur wie Ödipus, dieser schuldlos Schuldige, Opfer und Täter zugleich, über dessen, von den Göttern verhängtes Schicksal man sich schaudernd empören konnte, passt nicht mehr in unsere Zeit. Es fehlen die Götter, die Schuldfrage wird immer unübersichtlicher, letztlich will keiner es gewesen sein.
Und was haben wir anstelle der griechischen Tragödie?
Hollywood und Fußball, Talk- und Reality-Shows.
Und die Sozialen Medien. Mark Zuckerberg hofft, dass Facebook & Co zur Ausbildung einer humanen, aufgeklärten Weltgemeinschaft führen wird. Ich bin skeptisch.

Ich plädiere für ein zeitgemäßes Format zur Abfuhr all der entrüsteten Aufgebrachtheit. Mein Vorschlag: Eine Spielshow, zur besten Sendezeit in ARD oder ZDF - immerhin haben die öffentlich rechtlichen Sender einen Erziehungsauftrag. Vielleicht steht Gottschalk noch zur Verfügung? Vier oder fünf Kandidaten, die sich auf satirisch überspitzte, lustige und originelle Weise über im Grunde harmlose Sachverhalte empören müssen. Das Fernsehpublikum stimmt über die Beiträge ab, so ähnlich wie beim European Song Contest. Der Sieger erhält eine saftige Prämie und darf beim nächsten Mal wieder mitmachen. Titel der Show: Empört Euch!!!

Als ich diese Zeilen meiner Freundin vorlese, blickt sie mich traurig an und sagt:
»Du bist manchmal so zynisch. Das macht mich echt betroffen!«

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Janus
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BeitragVerfasst am: 26.07.2021 09:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Dlurie!

Starker Text! Zynisch, ja, aber dafür umso stichhaltiger. Natürlich ist dies ein Thema, das bei jedem sehr stark durch die eigene Perspektive geprägt ist. Ich finde deine Sicht auf die Dinge jedenfalls nachvollziehbar. Mich spricht es immer an, Texte zu lesen, die von einer scharfen Zunge zeugen, ohne sich in Selbstgefälligkeit zu verlieren!

Beste Grüße
Janus
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 27.07.2021 17:02    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi Janus,

danke fürs Lesen und das Lob!

LG
Dlurie
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Constantine
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Beiträge: 3201

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 27.07.2021 19:35    Titel: Re: Empört Euch!!! Antworten mit Zitat

Hallo DLurie,

deine Idee, das Thema "Betroffenheit" in einer Satire zu behandeln, finde ich großartig, bietet sich dieses Thema regelrecht an durch den Kakao gezogen zu werden.

Deine Umsetzung überzeugt mich leider nur teilweise:
Dein erster Abschnitt ist stark und mMn wird im Grunde bereits alles gesagt.

Wo ich inhaltlich hängen bleibe ist folgendes:
Bereits der Titel und diese Passagen
Zitat:
Ich misstraue inzwischen allen Spielarten medialer Betroffenheit, insbesondere, wenn moralische Empörung mitschwingt. Da läuten bei mir die Alarmglocken, selbst wenn es ehrlich gemeint scheint.
Andererseits existieren mehr als genug Anlässe, empört betroffen zu sein: Menschenrechtsverletzungen und soziale Ungerechtigkeiten, die Abholzung des Regenwaldes, sexueller Missbrauch von Kindern: die Liste ließe sich schier endlos fortsetzen. Man könnte durchaus die Meinung vertreten, dass die Menschheit immer noch nicht betroffen genug ist, damit die Dinge sich grundlegend ändern.

geben den weg des Textes und des Themas vor: Betroffenheit und Empörung.

Aber hier, im zweiten Abschnitt
Zitat:
Die scheinbar unbegrenzte Betroffenheits- und Empörungsbereitschaft müsste irgendwie spielerisch neutralisiert werden.
Die Römer hatten ihr Kolosseum, die alten Griechen ihre Tragödie mit der Katharsis,

verlierst du mich mit deinem Gedankengang und deinen (für mich) völlig unpassenden In-den-gleichen-Topf-werfenden Bezügen bzw. Versuchen der "Äquivalente", die unterschiedlicher nicht sein könnten:
Was hatte das Römische Kolosseum (ich nehme an, du beziehst dich auf die Gladiatorenkämpfe) mit Betroffenheit und Empörung zu tun? Wo ist diese in den Griechischen Tragödien vorzufinden (nur die Tragödie um Ödipus und eine angedichtete Empörung genügen mir leider nicht) Die bloße Erwähnung von Kolosseum und kathartischer Tragödie reicht mir nicht, um Betroffenheit und Empörung damit zu assoziieren.

Zitat:
In meiner Wahrnehmung geht es dabei häufig nur um den Nachweis der eigenen, vermeintlich korrekten Gesinnung, gepaart mit entrüsteter Abgrenzung von allen, die eine andere Meinung vertreten.

Darin sehe ich leider auch keine Katharsis, die mit der Griechischen Tragödie verglichen worden ist.
Kolosseum und Griechische Tragödie hinken mir zu sehr im Bezug zum Thema, als dass sie mMn zum abschließenden Abschnitt mit der Spielshow passen.

Der letzte Abschnitt mit der Spielshow hat mich dann leider am wenigsten überzeugt, weil mir hier der Text und der "Erzähler" völlig aus dem Leim geraten.
Zu Beginn meint der "Erzähler" noch:
Zitat:
Ich misstraue inzwischen allen Spielarten medialer Betroffenheit, insbesondere, wenn moralische Empörung mitschwingt. Da läuten bei mir die Alarmglocken, selbst wenn es ehrlich gemeint scheint.

Und was schlägt er vor: eine Spiel-Show mit Betroffenheits-Kandidaten und dem ESC-System. Überzeugt mich leider nicht.
Der "Erzähler" verliert für mich immer mehr an Schärfe und Spitze und verkommt mit seiner (für mich) banalen Idee selbst zur Karikatur als zum spitzzüngigen Satiriker.


Eine Frage:
Zitat:
Andererseits existieren mehr als genug Anlässe, empört betroffen zu sein: Menschenrechtsverletzungen und soziale Ungerechtigkeiten, die Abholzung des Regenwaldes, sexueller Missbrauch von Kindern: die Liste ließe sich schier endlos fortsetzen. Man könnte durchaus die Meinung vertreten, dass die Menschheit immer noch nicht betroffen genug ist, damit die Dinge sich grundlegend ändern.

Hier hast du zwei Doppelpunkte in aufeinanderfolgenden Sätzen. Kannst du mir erklären, was deine Idee dahinter ist?


Diese Pointe würde ich streichen:
Zitat:
Als ich diese Zeilen meiner Freundin vorlese, blickt sie mich traurig an und sagt:
»Du bist manchmal so zynisch. Das macht mich echt betroffen!«

Dein Text sollte auch ohne diese Pointe und Ebenenbruch (wozu?) funktionieren.

Insgesamt:
Der Text fängt stark an und lässt nach dem ersten Abschnitt immer weiter nach. Das Thema Betroffenheit und Empörung finde ich klasse, aber der anfängliche Lesespaß an der Satire vergeht, zu oft bleibe ich im Lesen des Gedankengangs hängen, manche Bezüge passen für mich leider nicht und der "Erzähler" verliert für mich immer mehr an Profil und eigener Glaubwürdigkeit, so dass der Text als Gesamtheit wenig überzeugend ist.

Soweit mein Leseeindruck.

LG Constantine
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 27.07.2021 22:05    Titel: Re: Empört Euch!!! pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi Constantine,

danke fürs Lesen und deinen ausführlichen (!) Kommentar.

Ich muss deiner Kritik in weiten Teilen zustimmen.
Der erste und der zweite Teil  stehen bislang recht zusammenhanglos im Text. Den (nicht ganz ernst gemeinten) Vorschlag mit der Spielshow braucht es wirklich nicht. Morgen folgt eine neue Version, die die meisten deiner Einwände zu berücksichtigen versucht.  
LG
DLurie

P.S
Inzwischen hat mich ein Rezensent außerhalb des DSFO hierauf aufmerksam gemacht: https://www.youtube.com/watch?v=1aGmFktTwCw
Das hat mich bewogen, dem Text gänzlich die satirische Stoßrichtung zu nehmen.  Außerdem brauche ich einen neuen Titel.
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 28.07.2021 10:45    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich misstraue inzwischen allen Spielarten medialer Betroffenheit, insbesondere wenn moralische Empörung mitschwingt. Da läuten bei mir die Alarmglocken, selbst wenn es ehrlich gemeint scheint.
Andererseits existieren mehr als genug Anlässe, empört zu sein: Menschenrechtsverletzungen und soziale Ungerechtigkeiten, die Abholzung des Regenwaldes, sexueller Missbrauch von Kindern. Die Liste ließe sich schier endlos fortsetzen. Man könnte mit Fug und Recht die Meinung vertreten, dass die Menschheit immer noch nicht betroffen genug ist, damit die Dinge sich grundlegend ändern.
Woher also rührt mein Misstrauen?
Ich habe den Eindruck, dass Betroffenheit und Empörung zunehmend zur inflationären und selbstgefälligen Geste verkommen.
Dank Internet kann heute jeder (auch bei noch so nichtigen Anlässen) vor großem Publikum wortgewaltig sein Quäntchen Bestürztheit absondern. In meiner Wahrnehmung geht es dabei häufig nur um den Nachweis der eigenen, vermeintlich korrekten Gesinnung, gepaart mit entrüsteter Abgrenzung von allen, die eine andere Meinung vertreten.
In Internet-Foren finden regelrechte Empörungswettbewerbe statt, als gäbe es Preise für die überzeugendste Darbietung von Bestürzung und Fassungslosigkeit.
Die Politik schickt regelmäßig ihre Empörungsprofis in den Ring, insbesondere in Wahlkampfzeiten. In Talk-Shows werden kleinste Fehltritte des politischen Gegners aufgebauscht zum moralisch Verwerflichen oder zumindest zum Charakterfehler des gegnerischen Kandidaten. Betroffenheit als Waffe.

Vielleicht ist die enorme Empörungsbereitschaft aber auch nur eine spezifische Erscheinungsform einer umfassenderen Gereiztheit, ja Wut, die ich wahrnehme. Der Druck steigt, im Diskurskessel des Netzes entlädt er sich ganz ungeniert und plötzlich in Explosionen, die jede weitere Diskussion auf zivilisiertem Niveau unmöglich machen. Aber er ist auch im realen Leben spürbar, dieser Druck, an der Kasse im Supermarkt, im Straßenverkehr.

Zurück zur Empörung. Wir stecken irgendwie in der Zwickmühle.
Die Unterscheidung zwischen notwendiger Empörung, aus der sich die richtigen Konsequenzen und Handlungen ableiten ließen, und der Instrumentalisierung dieses Gefühls, sei es zum Zwecke der Selbstbeweihräucherung oder um den Anderen niederzumachen, fällt mir immer schwerer.
 
Mark Zuckerberg glaubt, dass Facebook & Co letztendlich zur Ausbildung einer humanen, aufgeklärten Weltgemeinschaft führen wird.
Ich bin skeptisch. Er verdient viel Geld mit Empörung.
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BlueNote
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BeitragVerfasst am: 28.07.2021 12:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hi DLurie!

Du sprichst mir so aus dem Herzen!
Zitat:

In Internet-Foren finden regelrechte Empörungswettbewerbe statt, als gäbe es Preise für die überzeugendste Darbietung von Bestürzung und Fassungslosigkeit.

Du hast die Presseschau vom DLF vergessen. Die tu ich mir täglich an. Mr. Green
Zugegeben, das ist das Exzerpt journalistischer Entrüstung, knüppeldick und knüppelhart. Besser also, man liest den ganzen Artikel und nicht nur den Scharfmacher im DLF.

Beide Versionen (deines Textes) haben ein wenig das Problem, die richtigen Schlüsse aus der einleitenden Erkenntnis zu ziehen. Am schlechtesten wäre, wir entrüsten uns über die Entrüstung. Öffentlich-rechtlich, Spiel Show und Thomas Gottschalk ist als satirische Überspitzung nun auch nicht so spannend, aber auch nicht Zuckerberg verdient viel Geld mit Empörung. Ich denke, die Satire müsste hier viel schärfer sein, vielleicht ins Groteske überzeichnet. Sonst kommt das ein wenig zu brav daher.

BN
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 28.07.2021 15:16    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi BN,
 
danke fürs Lesen und den Kommentar.

BlueNote hat Folgendes geschrieben:

Du sprichst mir so aus dem Herzen!

Na, wenigstens das!  Ich dachte schon es liegt nur daran, dass ich immer dünnhäutiger werde.  

BlueNote hat Folgendes geschrieben:

Beide Versionen (deines Textes) haben ein wenig das Problem, die richtigen Schlüsse aus der einleitenden Erkenntnis zu ziehen. Am schlechtesten wäre, wir entrüsten uns über die Entrüstung.

Völlig einverstanden. Aber ich habe auch keine Lösung parat.

BlueNote hat Folgendes geschrieben:

Öffentlich-rechtlich, Spiel Show und Thomas Gottschalk ist als satirische Überspitzung nun auch nicht so spannend, aber auch nicht Zuckerberg verdient viel Geld mit Empörung. Ich denke, die Satire müsste hier viel schärfer sein, vielleicht ins Groteske überzeichnet. Sonst kommt das ein wenig zu brav daher.

Also in der zweiten Version beabsichtigte ich, wie in einem Kommentar zuvor erwähnt, gar keinen satirischen Charakter mehr. Das war ganz ernst gemeint. Zuckerberg scheint ja immer noch irgendwie überzeugt, dass die Schwarmintelligenz in den Sozialen Medien genug selbstkorrektive Kraft entwickelt, so dass am Ende alles gut wird. Und er verdient vermutlich besser, wenn er nicht allzu viel Ressourcen vorhalten muss, um die schlimmsten Auswüchse des Schwarms zu unterdrücken. Das war eigentlich alles, was ich sagen wollte.
Wenn doch zusätzlich, wie in der ersten Version, eine satirische Überspitzung zur Frage Wie könnte man Dampf ablassen? aufgenommen werden soll, ist die Idee mit der Spielshow viel zu harmlos - da gebe ich dir völlig recht. Das müsste dann viel giftiger ausfallen. So ein Reality Survival Game zwischen zwei Empörergruppen. Da wären wir dann wieder beim Kolosseum.

LG
DLurie
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Constantine
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Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 29.07.2021 20:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo DLurie,

ich kann nachvollziehen (auch aus eigener Erfahrung), dass du deinem Text einen anderen Ton geben möchtest, weg von der Satire und eher hin zur ernsten Gesellschaftskritik.
Der erste Abschnitt ist bereits recht ernst, mit deiner Überarbeitung hat dein Gesamttext nun einen ernsteren Anstrich erfahren.

Was mir im ersten Abschnitt nicht so sehr aufgefallen ist, dafür aber in den darauffolgenden Passagen nun um so mehr: Mir kommt dein Text nun sehr knochig vor; sprich: Ich sehe ein Grundgerüst aus Aussagen, vermisse aber das Fleisch auf den Knochen, Bilder und "Argumente", die die Aussagen, Wahrnehmungen und somit die Sichtweise des Erzählers verdeutlichen.
Ich finde, dein Text würde deutlich dazu gewinnen, nanntest du einige Beispiele, vielleicht auch kurze Szenen oder Begebenheiten, die dem ganzen trockenen Knochengerüst mehr Leben verleihen.

Beispiel:
DLurie hat Folgendes geschrieben:
Vielleicht ist die enorme Empörungsbereitschaft aber auch nur eine spezifische Erscheinungsform einer umfassenderen Gereiztheit, ja Wut, die ich wahrnehme.

Möglich, dass hier vorausgesetzt wird, dass dem Leser diese Wahrnehmung bekannt ist und dementsprechend nicht genauer darauf eingegangen wird, welche konkrete Gereiztheit und Wut der Erzähler wahrnimmt. Hier wäre eine Möglichkeit, den Finger in die Wunde zu legen und die Wahrnehmung zu konkretisieren.

Weiteres Beispiel:
DLurie hat Folgendes geschrieben:
Der Druck steigt, im Diskurskessel des Netzes entlädt er sich ganz ungeniert und plötzlich in Explosionen, die jede weitere Diskussion auf zivilisiertem Niveau unmöglich machen.

Auch hier erscheint es mir, als wäre die Kumpanei des Erzählers mit dem Leser überdeutlich und brauche keine weitere Erklärung, um welche Diskurse im Netz es sich handeln könnte, die explodieren.

Drittes Beispiel:
DLurie hat Folgendes geschrieben:
Aber er ist auch im realen Leben spürbar, dieser Druck, an der Kasse im Supermarkt, im Straßenverkehr.

Ich bin mir nicht sicher, welcher Druck im Straßenverkehr zum Thema Empörung und Betroffenheit passt bzw. führt, aber wenn es um eine generelle Wahrnehmung von Gereiztheit, Wut und auch Aggressionen im Alltag geht, so wäre auch hier die Möglichkeit, den Finger deutlicher in die Wunde zu legen, wie sich manche Diskurse und Explosionen aus der einen Internet-Ecke mit in den Alltag ausbreiten und dort die Stimmung vergiften.

Ich habe das Gefühl, der Text möchte Sachverhalte darstellen, dass die Empörung und Betroffenheit mehr zu einem Nationalsport verkommen ist, als dass wirklich versucht wird, Dinge zu ändern, die empören und betroffen machen, sich aber nicht traut, die Dinge beim Namen zu nennen, sondern oberflächlich bleibt und sich hinter Formulierungen versteckt.
Es geht nicht darum, ein allumfassendes Bild der Empörung in unserer Gesellschaft zu zeigen, aber mit den Beispielen Facebook & Co (den Nutzern als auch den Betreibern), den öffentlich-rechtlichen TV-Sendern und der Politik, die der Text bereits andeutet, ließe sich dem Text konkreter mehr Fleisch auf die Knochen schreiben.

Mein Fazit soweit:
Dein Thema bietet von sich aus reichlich Denk- und Diskussionsstoff, aber leider ist in deinem Text vieles nur vage genannt und für mich verpufft damit die Wirkung, die du mit dem Text erzielen könntest. Ich sehe deine Überarbeitung leider auch als nicht gelungen an. Tut mir leid.

LG Constantine
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 29.07.2021 22:05    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi Constantine,

danke für dein erneutes Feedback zur zweiten Version. Deine Kommentare fallen ja fast länger aus als Originaltext. Wow!

Constantine hat Folgendes geschrieben:

Auch hier erscheint es mir, als wäre die Kumpanei des Erzählers mit dem Leser überdeutlich...

Dagegen möchte ich mich doch verwahren. Ich suche prinzipiell keine Kumpanei mit dem Leser. Ich schildere zunächst nur einen (vielleicht  ganz subjektiven?) Eindruck, bin neugierig, ob andere das ebenso empfinden. Dass mir dies - vielleicht auch mangels konkreter Beispiele  -nicht gelungen ist, steht auf einem anderen Blatt.  

Constantine hat Folgendes geschrieben:

Mein Fazit soweit:
Dein Thema bietet von sich aus reichlich Denk- und Diskussionsstoff, aber leider ist in deinem Text vieles nur vage genannt und für mich verpufft damit die Wirkung, die du mit dem Text erzielen könntest. Ich sehe deine Überarbeitung leider auch als nicht gelungen an. Tut mir leid.

Das braucht dir keinesfalls leid zu tun. Ich freue mich über Lob, lernen tue ich letztlich nur aus konstruktiver Kritik. Das war einer meiner ersten Ausflüge ins Essayistische, sonst erzähle ich eigentlich immer Geschichten. Sicher könnte man dem Ganzen durch konkrete Beispiele deutlich mehr Leben einhauchen. Da gehe ich vielleicht noch mal in mich.

LG
DLurie
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Constantine
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Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 29.07.2021 22:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo DLurie,

und das Missverständnis zu klären:
DLurie hat Folgendes geschrieben:
Constantine hat Folgendes geschrieben:

Auch hier erscheint es mir, als wäre die Kumpanei des Erzählers mit dem Leser überdeutlich...

Dagegen möchte ich mich doch verwahren. Ich suche prinzipiell keine Kumpanei mit dem Leser. Ich schildere zunächst nur einen (vielleicht  ganz subjektiven?) Eindruck, bin neugierig, ob andere das ebenso empfinden. Dass mir dies - vielleicht auch mangels konkreter Beispiele  -nicht gelungen ist, steht auf einem anderen Blatt.

Verzeih meine falsche Wortwahl. Es ging mir nicht darum, dass der Erzähler versucht, Leser auf seine Seite zu ziehen, eine Art Gemeinschaft oder Zusammengehörigkeitsgefühl mit Lesern aufzubauen versucht. Sondern, wie ich im ersten Beispiel meines Kommentars "Möglich, dass hier vorausgesetzt wird, dass dem Leser diese Wahrnehmung bekannt ist und dementsprechend nicht genauer darauf eingegangen wird" und dem "...und brauche keine weitere Erklärung" des Satzes zum zweiten Kommentar_Beispiel versucht habe meinen Eindruck der verkürzten Aussagen des Textes wiederzugeben:
Dadurch, dass der Erzähler Empfindungen und Eindrücke berichtet und diese im Raum stehen lässt, macht es auf mich den Eindruck, als würde der Erzähler davon ausgehen, dass dies allein genüge und die Leser verstünden, was genau gemeint ist (so gesehen: wie ein kollektives Empfinden).
Sorry, für die missverständliche Formulierung.

LG Constantine
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 30.07.2021 09:20    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Moin Constantine,

Constantine hat Folgendes geschrieben:

Verzeih meine falsche Wortwahl. Es ging mir nicht darum, dass der Erzähler versucht, Leser auf seine Seite zu ziehen, eine Art Gemeinschaft oder Zusammengehörigkeitsgefühl mit Lesern aufzubauen versucht.

Ja Kumpanei klingt irgendwie so nach Mauschelei, Geklüngel unter Ganoven.. Laughing  

Constantine hat Folgendes geschrieben:

Dadurch, dass der Erzähler Empfindungen und Eindrücke berichtet und diese im Raum stehen lässt, macht es auf mich den Eindruck, als würde der Erzähler davon ausgehen, dass dies allein genüge und die Leser verstünden, was genau gemeint ist (so gesehen: wie ein kollektives Empfinden).
Sorry, für die missverständliche Formulierung.

Kein Problem.  Und ja, wahrscheinlich würde der Text mit ein paar markanten Beispielen gewinnen.  

LG
DLurie
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Constantine
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Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 30.07.2021 13:48    Titel: Antworten mit Zitat

DLurie hat Folgendes geschrieben:
Ja Kumpanei klingt irgendwie so nach Mauschelei, Geklüngel unter Ganoven.. Laughing  

Ich bin empört. Laughing

LG Constantine
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V.K.B.
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Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 09.09.2021 23:25    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry, wenn ich den Faden wieder ausgrabe, aber warum hast du in der neuen Version das hier rausgelassen:
Zitat:
Als ich diese Zeilen meiner Freundin vorlese, blickt sie mich traurig an und sagt:
»Du bist manchmal so zynisch. Das macht mich echt betroffen!«
Das fand ich gerade gut und war für mich das, was dem Text seine hauptsächliche Existenzberechtigung gibt. Weil du das ganze damit nochmal auf die Metebene holst und es damit vom üblichen Empören (über die Empörung) abgrenzt. Das hat den Text mMn rund gemacht. Ohne das wirkt er auch nur als Empörungsversuch und macht sich damit irgendwie überflüssig. Jedenfalls meine Meinung.

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DLurie
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BeitragVerfasst am: 10.09.2021 16:38    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Sorry, wenn ich den Faden wieder ausgrabe, aber warum hast du in der neuen Version das hier rausgelassen:
Zitat:
Als ich diese Zeilen meiner Freundin vorlese, blickt sie mich traurig an und sagt:
»Du bist manchmal so zynisch. Das macht mich echt betroffen!«
Das fand ich gerade gut und war für mich das, was dem Text seine hauptsächliche Existenzberechtigung gibt. Weil du das ganze damit nochmal auf die Metebene holst und es damit vom üblichen Empören (über die Empörung) abgrenzt. Das hat den Text mMn rund gemacht. Ohne das wirkt er auch nur als Empörungsversuch und macht sich damit irgendwie überflüssig. Jedenfalls meine Meinung.


Hi V.K.B.,

in der zweiten Fassung gibt es eigentlich keinen Zynismus mehr , insofern würde die Bemerkung keinen rechten Sinn mehr machen.

LG
Dlurie
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Christof Lais Sperl
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BeitragVerfasst am: 10.09.2021 18:04    Titel: @Lurie Antworten mit Zitat

Klasse Text. Auch mein Eindruck. Sloterdijk spricht ja ebenfalls  von der gesellschaftlichen Verfasstheit als „Erregungsgemeinschaft“(erinnere ich mich richtig?). Die Erregung verfliegt zudem schnell, um dem nächsten Kick Platz zu machen. Und wir zerfallen in Mikrokosmen beleidigter Betroffenheiten.

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Lais
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 10.09.2021 20:23    Titel: Re: @Lurie pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi Christof,

danke für deinen Kommentar.

Christof Lais Sperl hat Folgendes geschrieben:
Klasse Text. Auch mein Eindruck. Sloterdijk spricht ja ebenfalls  von der gesellschaftlichen Verfasstheit als „Erregungsgemeinschaft“(erinnere ich mich richtig?). Die Erregung verfliegt zudem schnell, um dem nächsten Kick Platz zu machen. Und wir zerfallen in Mikrokosmen beleidigter Betroffenheiten.


Wobei  Sloterdijk in der Empörung auch ein gesellschaftsbildendes Element sieht. siehe https://denkzeiten.com/2012/10/05/sloterdijk_stress/
Die heutige Gesellschaft ist eine Sorgen- und Erregungsgemeinschaft. Dieser Umstand halte die Gesellschaft auch zusammen, die synchrone Erregung sei ein „Äther der Gemeinsamkeit“ und sorge somit für sozialen Zusammenhalt.  Der benötigte Stressfaktor, welcher für den Zusammenhalt ausreiche, wachse mit zunehmender Grösse des Kollektivs.

Wobei ich auch eher glaube, dass die Gesellschaft,  wie du es sehr treffend ausgedrückt hast , zunehmend  in Mikrokosmen beleidigter Betroffenheiten zerfällt.

LG
DLurie
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Christof Lais Sperl
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Der silberne Roboter


BeitragVerfasst am: 11.09.2021 08:10    Titel: DLurie Antworten mit Zitat

DLurie, da habt ihr beide recht. Sloterdijks Ansatz erinnert an die Kaffeeküche einer Firma, in der sich temporäre Solidaritätskonglomerate bilden. Viele Grüße von Christof

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Lais
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