15 Jahre Schriftstellerforum!
 
Suchen
Suchabfrage:
erweiterte Suche

Login

Jetzt erhältlich! Eine Anthologie von und mit unseren Usern. Jetzt bestellen! Die erste, offizielle DSFo-Anthologie! Lyrikwerkstatt Das DSFo.de DSFopedia


Phallerie, Phallera


 

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Prosa -> Trash
 Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
DLurie
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 629
Wohnort: Zwischen den Stühlen
DSFo-Sponsor Pokapro V & Lezepo III


BeitragVerfasst am: 07.07.2021 15:36    Titel: Phallerie, Phallera eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Er folgte einem schmalen, waldgesäumten Pfad durch das Gebirge. Die Abenddämmerung tauchte die umliegenden Gipfel in ein unwirkliches, fast violettes Licht.
Obwohl der Weg steil anstieg, beschleunigte er seine Schritte. Er war sich sicher, dass er verfolgt wurde und seine Verfolger, wer immer sie waren, ihn unweigerlich einholen würden, wenn er nicht vor ihnen sein Ziel erreichte. Doch nicht nur die Angst trieb ihn zur Eile und verlieh ihm ungeahnte Kräfte. Nein: Ein erregendes Gefühl der Vorfreude beseelte ihn zur gleichen Zeit, denn auf wundersame Weise schien sein Weg vorgezeichnet, an keiner der Gabelungen zögerte er. Und obwohl er keinerlei konkrete Vorstellung von seinem Ziel hatte, wusste er mit Gewissheit, dass es ein Ort der Geborgenheit sein würde, ein Ort, zu dem seine Verfolger keinen Zutritt hatten.
Er erreichte die Baumgrenze, folgte unbeirrt seinem Pfad, der schließlich in eine flache, tellerförmige Steinmulde von etwa zehn Meter Durchmesser mündete. Wie aus dem Nichts ragte im Halbkreis um die Mulde senkrecht eine Felswand auf. Er durchschritt die Senke, die Wasserfälle einst ausgewaschen haben mussten. Der Pfad endete hier, auch schien es keinen anderen Zugang zu diesem Ort zu geben.
Er ging in die Hocke und starrte auf das unüberwindbare Hindernis, suchte die Wand mit den Augen ab. Sollte er sich doch verirrt haben? Er war sich ganz sicher gewesen, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Bald würden seine Verfolger kommen, dachte er verzweifelt. Hier jedenfalls saß er in der Falle.
Er erhob sich, wollte umkehren, als ein orangerotes Leuchten am Fuß der Wand erschien, wie der Lichtkegel einer Taschenlampe. Gebannt starrte er auf das Licht, nach und nach zeichneten sich die Umrisse einer fast mannshohen Spalte im Granit ab. Er blickte sich um, konnte jedoch keine Lichtquelle ausmachen. Das Leuchten stammte aus dem Inneren des Berges, als suche sich glühende Lava an dieser Stelle den Weg aus den Tiefen der Erde.
Er hatte sich nicht verirrt! Langsam, fast ehrfürchtig näherte er sich, berührte die glutroten Ränder der Spalte mit den Händen. Der Stein fühlte sich warm und feucht zugleich an, schien zu leben, er spürte ein sanftes Beben. Er kauerte sich an die Öffnung, eine wohlige Wärme durchströmte seinen Körper.
Dann tauchten sie auf. Schemenhaft schälten sie sich aus der Dunkelheit, fünf, sechs Gestalten, in Felle gehüllt, wie steinzeitliche Höhlenmenschen, mit unförmigen Keulen bewaffnet. Die Gruppe blieb stehen, ließ sich einige Meter unterhalb im Halbkreis auf dem Boden der Mulde nieder und glotzte hoch zu ihm.
»Verschwindet! Haut ab!«, schrie er ihnen entgegen, und das Echo seiner Stimme hallte wieder von den Felsen.
Einer der Urmenschen, ein Fettleibiger, erhob sich, klopfte sich mit der Faust mehrmals vor die Brust und stieß ein langes und kehliges Uuuaarrrg aus. Auch seine Nebensitzerin stand auf, drehte sich um, zog ihren Fellrock hoch und streckte ihm ihr entblößtes Hinterteil entgegen, worauf die Horde schallend lachte.
Panik ergriff ihn. Mit aller Kraft stemmte er sich gegen die Seitenwände der Felsspalte, doch so sehr er sich auch abmühte: Der Einlass blieb ihm verwehrt.
Der Fettleibige hatte sich wieder gesetzt, spie auf den Boden, die Keule zwischen seinen unförmigen Beinen aufgerichtet. Irgendetwas, so dachte er, hielt seine Verfolger davon ab, die wenigen Meter zu ihm heraufzusteigen, um ihm den Garaus zu machen. Fürchteten sie das Licht? Mit letzter Kraft presste er seinen Körper gegen die glutrote Felsspalte und stammelte immer wieder inbrünstig: Lass mich rein. Bitte lass mich rein!

Dann erwachte Gregor aus seinem Traum knipste das Licht an und ordnete sein zerwühltes Bettzeug. Der Quatsch, den du träumst, wird immer unverständlicher, dachte er, verwundert über eine gewaltige Erektion.

Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Prosa -> Trash Alle Zeiten sind GMT - 11 Stunden
Seite 1 von 1



 
 Foren-Übersicht Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht teilnehmen.
In diesem Forum darfst Du Ereignisse posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht herunterladen


EmpfehlungBuchEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungBuchEmpfehlung

von Rufina

von hypnobader

von Dichternarzisse

von Merope

von MosesBob

von mondblume

von CAMIR

von rieka

von Pütchen

von Soraja

Impressum Datenschutz Marketing AGBs Links
Du hast noch keinen Account? Klicke hier um Dich jetzt kostenlos zu registrieren!