15 Jahre Schriftstellerforum!
 
Suchen
Suchabfrage:
erweiterte Suche

Login

Jetzt erhältlich! Eine Anthologie von und mit unseren Usern. Jetzt bestellen! Die erste, offizielle DSFo-Anthologie! Lyrikwerkstatt Das DSFo.de DSFopedia


Der Sündenbock


 

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Prosa -> Werkstatt
 Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
DLurie
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 580
Wohnort: Zwischen den Stühlen
DSFo-Sponsor Pokapro V & Lezepo III


BeitragVerfasst am: 17.06.2021 15:28    Titel: Der Sündenbock eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Neue Version »

Ich habe einen Schuldkomplex.
Die Ursachen liegen in der Kindheit. Wo sonst, werden die Freudianer fragen. Aber ich bin kein Freudianer und eher der Meinung, dass Schuldkomplexe sich auch noch  später ausbilden können. Ein weites Feld, die Schuld.
Bei mir begann es jedenfalls in der Kindheit. Seit ich mich erinnern kann, wurde mir für irgendetwas die Schuld gegeben. Vermutlich hängt es mit meiner schwächlichen körperlichen Konstitution zusammen. Meine vier Geschwister waren allesamt viel robustere und wehrhaftere Naturen, und da bot es sich für sie an, mir, dem Sensibelchen der Familie, die Schuld zu geben, wenn etwas schiefgelaufen war. Ob eine kostbare Porzellanvase zerbrach oder Papas Boxen nicht mehr richtig tönten, weil Erdnussbutter den Schall schlecht leitet: Ich war vermeintlich schuld.
Es wird behauptet, dass Kinder einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn haben. Das kann ich nicht bestätigen. Bei meinen Geschwistern war die Furcht vor Strafe deutlich ausgeprägter, und ich, der ich mich nie überzeugend gegen Schuldzuweisungen, und waren sie noch so unberechtigt, wehrte, bot sich als Sündenbock geradezu an.
Irgendwann im zarten Alter von zwölf oder dreizehn Jahren habe ich begriffen, dass Gerechtigkeit ein Kindermärchen ist. Und etwa zur gleichen Zeit habe ich erkannt, dass ich diesen Umstand zu meinen Gunsten nutzen könnte. Ich fing an, für die Übernahme von Schuld Gegenleistungen einzufordern, zunächst von meinen Geschwistern. Süßigkeiten, Pausenbrote, Abziehbilder für Schuldbekenntnisse, bei denen nur mit minimaler Bestrafung zu rechnen war, erste kleinere Geldbeträge in schwerwiegenderen Fällen. Nach und nach erweiterte ich mein Tätigkeitsfeld in die Schule, bot mich dort aktiv als Sündenbock an, wenn ein solcher gebraucht wurde. Bald schon genoss ich beim Lehrpersonal einen üblen Ruf (schon wieder der kleine Franz!), was mich aber nicht weiter störte. Meine Mitschüler hingegen zollten mir Respekt, ich galt als mutig und schlau.
Außerdem fing die Sache an, sich zu rechnen. Ich erinnere ich mich an einen größeren Fall, in dem eine Gruppe von Schülern – unter ihnen mein nicht allzu heller, älterer Bruder - den Sanitärbereich der Schule durch Verstopfen der Abflüsse geflutet hatte. Nach zähen Verhandlungen mit den Übeltätern, denen man auf der Spur war, bekannte ich mich schuldig, was mir ein (gebrauchtes) Rennrad als Gegenleistung für mein Geständnis einbrachte. Im Gegenzug musste ich mir eine zähe Moralpredigt unseres Rektors anhören und zwei Nachmittage Nachsitzen. Kaum der Rede wert.
Selbstredend stieg der Preis für die falschen Schuldbekenntnisse mit der zunehmenden Professionalität, die ich im Laufe der Jahre erlangt hatte. Niemand, das sage ich nicht ohne Stolz, niemand log so überzeugend wie ich bei diesen Beichten, ohne jedes Erröten, mit solch überzeugender Zerknirscht- und Betroffenheit und dem notwendigen Maß an Reuebereitschaft.
 
Nach einem Studium der Philosophie, das ich mit summa cum laude mit einer Dissertation zum Thema Die Illusion der Schuldlosigkeit im Existenzialismus abschloss, habe ich mich selbständig gemacht. Eine florierende Beratungsagentur in Sachen Schuld. Meine Kunden: mittelständische und große Unternehmen, die aufgrund falscher Entscheidungen des höheren Managements oder einfach durch Pech und widrige Umstände in Schieflage geraten sind.
Ich trete dann unter verschiedenen Pseudonymen und mit der Situation angepassten Titeln als Sündenbock auf und spiele auf Vorstandssitzungen oder Hauptversammlungen der Aktionäre den für die jeweilige Fehlentwicklung verantwortlichen Berater oder Sachbearbeiter. Lasse mich verbal verprügeln und rauswerfen, um danach mit angemessenem Honorar wieder in der Versenkung zu verschwinden.
Es fasziniert mich immer wieder, zu sehen, wie sehr die Menschheit nach dem einen Schuldigen lechzt und nach Betroffenheit. Vielleicht liegt es daran, dass die Verhältnisse insgesamt so unübersichtlich geworden sind. Bei mir gibt es sie noch: die Schuld als persönliche Tat des Individuums, das ansonsten zunehmend in der Versenkung verschwindet.
Und so bin ich mit einer gänzlich ungeliebten Ware reich geworden. Viel reicher als meine robusten Geschwister, denen ich von Zeit zu Zeit finanziell aushelfe. Ich bin nicht nachtragend. Im Gegenteil: meinen Geschwistern verdanke ich die entscheidenden Einsichten für meinen Erfolg.
Auch meine Ehe ist glücklich. Elsa und ich haben eine Abmachung: Jeder von uns übernimmt jeweils für eine halbe Woche die Schuld, an allem was schief läuft. Das klingt bürokratisch, aber es funktioniert!

Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Ralphie
Geschlecht:männlichForenonkel

Alter: 68
Beiträge: 5612
Wohnort: Elsdorf
DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 17.06.2021 15:33    Titel: Antworten mit Zitat

Das liest sich großartig!

 Daumen hoch
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
wohe
Geschlecht:männlichLeseratte

Alter: 68
Beiträge: 126
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 17.06.2021 16:10    Titel: Antworten mit Zitat

Klasse!
Wenn ich früher Mist gebaut habe, habe ich immer versucht, mich rauszureden, statt daraus einen Job zu machen.
Warum bin ich nie auf diese Idee gekommen? Schade, schade!

Ein sehr amüsanter Text, gut lesbar und mit Verve geschrieben.
Gute Gimmicks:
Wenn ich mich recht erinnere, gibt es im Existentialismus Schuld nicht vor einer höheren Ordnung, sondern nur vor den eigenen Werten, sozusagen per se (Haben wir hier Fachleute, die sich da besser auskennen?). Insofern ist die Dissertation über Schuldlosigkeit im Existentialismus und dann noch über deren Illusion herrlich.
Dass der Prota dann auch noch eine Seelenverwandte als Frau erwischt, ist ebenfalls gut.
Nur:
Statt "bot sich als Sündenbock geradezu an" müsste hier "bot mich als Sündenbock geradezu an" stehen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
marinaheartsnyc
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 28
Beiträge: 137



BeitragVerfasst am: 17.06.2021 16:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo DLurie,

den Text mag ich total! Super originelle Idee, kurzweilig erzählt, und auch sprachlich springen mir keine größeren Baustellen ins Auge. Super gerne gelesen, hat mich gut unterhalten und trotzdem zum Nachdenken angeregt smile

Liebe Grüße
Marina


_________________
Yesterday I was clever, so I wanted to change the world. Today I am wise, so I am changing myself.

- Rumi
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DLurie
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 580
Wohnort: Zwischen den Stühlen
DSFo-Sponsor Pokapro V & Lezepo III


BeitragVerfasst am: 17.06.2021 20:49    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Raphie, hallo wohe, hallo Marina,

danke fürs Lesen und es freut mich, dass der Text gefallen hat .

wohe hat Folgendes geschrieben:

Wenn ich mich recht erinnere, gibt es im Existentialismus Schuld nicht vor einer höheren Ordnung, sondern nur vor den eigenen Werten, sozusagen per se (Haben wir hier Fachleute, die sich da besser auskennen?). Insofern ist die Dissertation über Schuldlosigkeit im Existentialismus und dann noch über deren Illusion herrlich.

Bei mir liegt die Beschäftigung mit dem Existentialismus auch schon Ewigkeiten zurück. Ich erinnere mich nur noch an eine Schrift von Jaspers, der so etwas wie eine metaphysische Schuld postuliert. Das geht dann weit über das moderne Verständnis der Täterschuld hinaus. Schuldig macht sich in Jaspers Sinn bereits jeder, der seiner  Verpflichtung zur (aktiven) Solidarität mit den Menschen nicht stets nachkommt. Da gibt es dann kaum noch Unschuld.

wohe hat Folgendes geschrieben:

Nur:
Statt "bot sich als Sündenbock geradezu an" müsste hier "bot mich als Sündenbock geradezu an" stehen.

Danke. Korrigiert.

LG
DLurie
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Selanna
Geschlecht:weiblichKlammeraffe


Beiträge: 877
Wohnort: Süddeutschland


BeitragVerfasst am: 22.06.2021 17:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo DLurie,

endlich komme ich dazu, Deinen Text zu lesen Smile
Hier mal meine Eindrücke:
Zitat:
Ich habe einen Schuldkomplex.
Die Ursachen liegen in der Kindheit. Wo sonst, werden die Freudianer fragen. Aber ich bin kein Freudianer und eher der Meinung, dass Schuldkomplexe sich auch noch  später ausbilden können. Ein weites Feld, die Schuld.
Bei mir begann es jedenfalls in der Kindheit.

Hier schlingert der Text inhaltlich ein bisschen. Der Schuldkomplex beruht auf der Kindheit, dann steht da, dass Schuldkomplexe auch später entstehen können, nur um darauf zurückzukommen, dass dieser Schuldkomplex von der Kindheit herrührt. Ich nehme an, Du wollest einen Seitenhieb auf die Freudianer einbauen. Aber der Schlenker weg von der Kindheit, zu der erzählerisch dann doch zurückgekehrt wird, ist mMn nicht zwingend nötig. Wink
Zitat:
schwächlichen körperlichen

2mal -lich hintereinander ist klanglich nicht so schön. Geht auch einfach „schwachen“? Oder trifft das für Dich nicht?
Zitat:
Ich war vermeintlich schuld.

„Vermeintlich“ kürzen? – Das letzte Beispiel gefiel mir sehr. Klingt, als hättest Du reale Erfahrung damit Laughing
Zitat:
bot sich als Sündenbock geradezu an.

„bot … an“ hast Du weiter oben schon. Hier wäre „war prädistiniert für“ auch möglich, wenn Dir das gefällt.
Zitat:
Ich fing an, für die Übernahme von Schuld Gegenleistungen einzufordern, zunächst von meinen Geschwistern.

Hier könnte man einwenden: Der Ich kann die Schuld ja ohnehin nicht glaubhaft leugnen, es reicht, ihn zu beschuldigen. Warum muss man seine Duldsamkeit/Zustimmung erkaufen? Kann er sich inzwischen denn doch eigentlich wehren?
Zitat:
erweiterte ich mein Tätigkeitsfeld in die Schule

Weitete ich mein Tätigkeitsfeld bis in/auf die Schule aus?
Zitat:
bot mich dort aktiv als Sündenbock an,

Hier kommt „anbieten“ zum dritten Mal vor.
Zitat:
Bald schon genoss ich beim Lehrpersonal einen üblen Ruf (schon wieder der kleine Franz!), was mich aber nicht weiter störte. Meine Mitschüler hingegen zollten mir Respekt, ich galt als mutig und schlau.
Außerdem fing die Sache an, sich zu rechnen.

Das ist eine wundervolle Stelle love
Zitat:
Ich erinnere ich mich an einen größeren Fall, in dem eine Gruppe von Schülern

Schöner fände ich: …als eine Gruppe von Schülern …
Zitat:
den Sanitärbereich der Schule durch Verstopfen der Abflüsse geflutet hatte.

Wenn Du das Ding beim Namen nennst, wäre der Satz einfacher zu gestalten: … eine Gruppe von Schülern die Toiletten verstopft und dadurch die Schule geflutet hatte. Was meinst Du?
Zitat:
denen man auf der Spur war

Alternative (um das „war“ zu vermeiden): denen man auf die Spur zu kommen drohte?
Zitat:
ohne jedes Erröten, mit solch überzeugender Zerknirscht- und Betroffenheit und dem notwendigen Maß an Reuebereitschaft.

Das fehlende Erröten hat mich zuerst irritiert, denn bei Geständnissen errötet man ja gerne mal, weil man sich schämt oder es einem leidtut. Könnte man also kürzen. Beim Wort „Reuebereitschaft“ könntest Du überlegen, ob Du „-bereitschaft“ kürzt, das gefiele mir besser, aber das ist Geschmackssache.
  
Zitat:
Nach einem Studium der Philosophie, das ich mit summa cum laude mit einer Dissertation zum Thema Die Illusion der Schuldlosigkeit im Existenzialismus abschloss, habe ich mich selbständig gemacht.

Wenn Du das „mit … mit“ vermeiden willst, wäre auch möglich: Nach einem Studium der Philosophie promovierte ich zum Thema Die Illusion der Schuldlosigkeit im Existenzialismus und machte mit selbstständig. – Oder so ähnlich Smile
Zitat:
Es fasziniert mich immer wieder, zu sehen, wie sehr die Menschheit nach dem einen Schuldigen lechzt und nach Betroffenheit.

Magst Du das „nach Betroffenheit“ vorziehen? Sonst wirkt das so hinten dran gepappt. Oder ist das gewollt?
Zitat:
Auch meine Ehe ist glücklich. Elsa und ich haben eine Abmachung: Jeder von uns übernimmt jeweils für eine halbe Woche die Schuld, an allem was schief läuft.

Laughing
So, das war jetzt alles Kleinkram. Schau mal, ob was dabei war, was Dir hilft oder gefällt.
Ansonsten: ein toller Text! Thema ist bizarr, Umsetzung trifft ins humoristisch Schwarze, dazu etliche unterhaltsame Detaileinfälle. Toll! Daumen hoch² Daumen hoch² Daumen hoch²
Liebe Grüße
Selanna


_________________
Nur ein mittelmäßiger Mensch ist immer in Hochform. - William Somerset Maugham
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
jGsnow
Leseratte


Beiträge: 161



BeitragVerfasst am: 23.06.2021 13:47    Titel: Re: Der Sündenbock Antworten mit Zitat

DLurie hat Folgendes geschrieben:
Ich habe einen Schuldkomplex.
Die Ursachen liegen in der Kindheit. Wo sonst, werden die Freudianer fragen. Aber ich bin kein Freudianer und eher der Meinung, dass Schuldkomplexe sich auch noch  später ausbilden können. Ein weites Feld, die Schuld.
Bei mir begann es jedenfalls in der Kindheit. Seit ich mich erinnern kann, wurde mir für irgendetwas die Schuld gegeben. Vermutlich hängt es mit meiner schwächlichen körperlichen Konstitution zusammen. Meine vier Geschwister waren allesamt viel robustere und wehrhaftere Naturen, und da bot es sich für sie an, mir, dem Sensibelchen der Familie, die Schuld zu geben, wenn etwas schiefgelaufen war. Ob eine kostbare Porzellanvase zerbrach oder Papas Boxen nicht mehr richtig tönten, weil Erdnussbutter den Schall schlecht leitet: Ich war vermeintlich schuld.
Es wird behauptet, dass Kinder einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn haben. Das kann ich nicht bestätigen. Bei meinen Geschwistern war die Furcht vor Strafe deutlich ausgeprägter, und ich, der ich mich nie überzeugend gegen Schuldzuweisungen, und waren sie noch so unberechtigt, wehrte, bot sich als Sündenbock geradezu an.
Irgendwann im zarten Alter von zwölf oder dreizehn Jahren habe ich begriffen, dass Gerechtigkeit ein Kindermärchen ist. Und etwa zur gleichen Zeit habe ich erkannt, dass ich diesen Umstand zu meinen Gunsten nutzen könnte. Ich fing an, für die Übernahme von Schuld Gegenleistungen einzufordern, zunächst von meinen Geschwistern. Süßigkeiten, Pausenbrote, Abziehbilder für Schuldbekenntnisse, bei denen nur mit minimaler Bestrafung zu rechnen war, erste kleinere Geldbeträge in schwerwiegenderen Fällen. Nach und nach erweiterte ich mein Tätigkeitsfeld in die Schule, bot mich dort aktiv als Sündenbock an, wenn ein solcher gebraucht wurde. Bald schon genoss ich beim Lehrpersonal einen üblen Ruf (schon wieder der kleine Franz!), was mich aber nicht weiter störte. Meine Mitschüler hingegen zollten mir Respekt, ich galt als mutig und schlau.
Außerdem fing die Sache an, sich zu rechnen. Ich erinnere ich mich an einen größeren Fall, in dem eine Gruppe von Schülern – unter ihnen mein nicht allzu heller, älterer Bruder - den Sanitärbereich der Schule durch Verstopfen der Abflüsse geflutet hatte. Nach zähen Verhandlungen mit den Übeltätern, denen man auf der Spur war, bekannte ich mich schuldig, was mir ein (gebrauchtes) Rennrad als Gegenleistung für mein Geständnis einbrachte. Im Gegenzug musste ich mir eine zähe Moralpredigt unseres Rektors anhören und zwei Nachmittage Nachsitzen. Kaum der Rede wert.
Selbstredend stieg der Preis für die falschen Schuldbekenntnisse mit der zunehmenden Professionalität, die ich im Laufe der Jahre erlangt hatte. Niemand, das sage ich nicht ohne Stolz, niemand log so überzeugend wie ich bei diesen Beichten, ohne jedes Erröten, mit solch überzeugender Zerknirscht- und Betroffenheit und dem notwendigen Maß an Reuebereitschaft.
 
Nach einem Studium der Philosophie, das ich mit summa cum laude mit einer Dissertation zum Thema Die Illusion der Schuldlosigkeit im Existenzialismus abschloss, habe ich mich selbständig gemacht. Eine florierende Beratungsagentur in Sachen Schuld. Meine Kunden: mittelständische und große Unternehmen, die aufgrund falscher Entscheidungen des höheren Managements oder einfach durch Pech und widrige Umstände in Schieflage geraten sind.
Ich trete dann unter verschiedenen Pseudonymen und mit der Situation angepassten Titeln als Sündenbock auf und spiele auf Vorstandssitzungen oder Hauptversammlungen der Aktionäre den für die jeweilige Fehlentwicklung verantwortlichen Berater oder Sachbearbeiter. Lasse mich verbal verprügeln und rauswerfen, um danach mit angemessenem Honorar wieder in der Versenkung zu verschwinden.
Es fasziniert mich immer wieder, zu sehen, wie sehr die Menschheit nach dem einen Schuldigen lechzt und nach Betroffenheit. Vielleicht liegt es daran, dass die Verhältnisse insgesamt so unübersichtlich geworden sind. Bei mir gibt es sie noch: die Schuld als persönliche Tat des Individuums, das ansonsten zunehmend in der Versenkung verschwindet.
Und so bin ich mit einer gänzlich ungeliebten Ware reich geworden. Viel reicher als meine robusten Geschwister, denen ich von Zeit zu Zeit finanziell aushelfe. Ich bin nicht nachtragend. Im Gegenteil: meinen Geschwistern verdanke ich die entscheidenden Einsichten für meinen Erfolg.
Auch meine Ehe ist glücklich. Elsa und ich haben eine Abmachung: Jeder von uns übernimmt jeweils für eine halbe Woche die Schuld, an allem was schief läuft. Das klingt bürokratisch, aber es funktioniert!


Hallo DLurie,

ein super unterhaltsamer Text, verständlich und flüssig geschrieben und ein wirklich starkes Thema, dass du außergewöhnlich betrachtest.
Ist dies eine Kurzgeschichte oder hast du vor, mehr daraus zu machen? Ich fände es super spannend zu erfahren, was diese Erfahrungen und der Job aus dem kleinen Franz gemacht hat, wie es seine Persönlichkeit "verändert" hat. Vielleicht sogar eine Therapie oder sowas, wie geht er damit um, wenn er tatsächlich mal Schuld an etwas ist, an etwas für ihn bedeutsamen, z.B. einen Unfall oder so, usw.

Liebe Grüße!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Constantine
Geschlecht:männlichBücherwurm


Beiträge: 3174

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 23.06.2021 17:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo DLurie,

eine Satire zum Thema Schuld und Sündenbock. Thema und Text gefallen mir insgesamt Daumen hoch

An zwei Stellen bleibe ich inhaltlich hängen und stimme mit dem feinen Kommentar von Selanna überein:

Zitat:
Ich habe einen Schuldkomplex.
Die Ursachen liegen in der Kindheit. Wo sonst, werden die Freudianer fragen. Aber ich bin kein Freudianer und eher der Meinung, dass Schuldkomplexe sich auch noch  später ausbilden können. Ein weites Feld, die Schuld.
Bei mir begann es jedenfalls in der Kindheit.

Ich verstehe den Seitenhieb auf die Freudianer nicht, widerspricht der Erzähler ihnen nicht. Wenn dies humorvoll gemeint ist, erreicht er mich hier leider nicht.

Zitat:
Ich fing an, für die Übernahme von Schuld Gegenleistungen einzufordern, zunächst von meinen Geschwistern.


Auch hier mag sich mir die Logik nicht erschließen, dass er ja eh der Sündenbock war, woher die "Machtposition" gegen die Geschwister, seine Schuldrolle in Gegenleistungen zu tauschen? Da fehlt mir die Entwicklung dazu.

Ansonstern: Coole Idee, gerne gelesen.

LG Constantine
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DLurie
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 580
Wohnort: Zwischen den Stühlen
DSFo-Sponsor Pokapro V & Lezepo III


BeitragVerfasst am: 23.06.2021 19:54    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Salut Selanna, hallo Constantine,

Vielen Dank !!


ihr habt beide sehr deutlich die inhaltlichen Schwachstellen aufgezeigt.
 
1.) Der Seitenhieb auf die Freudianer.
Den kann ich mir irgendwie nicht verkneifen. Ich war fast 30 Jahre mit einer Psychotherapeutin verheiratet. Seitdem... aber ihr habt natürlich völlig recht. Völlig deplaziert hier.

2.) Der plötzliche Impuls ,sich zu wehren.
Da habe ich nachgebessert. um das psychologisch glaubhaft zu machen.

Ich poste im Anschluss noch eine neue Version, die auch sprachlich die meisten von Selannas Anregungen umsetzt.

Lg
DLurie
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
DLurie
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 580
Wohnort: Zwischen den Stühlen
DSFo-Sponsor Pokapro V & Lezepo III


BeitragVerfasst am: 23.06.2021 20:14    Titel: Re: Der Sündenbock pdf-Datei Antworten mit Zitat

jGsnow hat Folgendes geschrieben:

Hallo DLurie,

ein super unterhaltsamer Text, verständlich und flüssig geschrieben und ein wirklich starkes Thema, dass du außergewöhnlich betrachtest.
Ist dies eine Kurzgeschichte oder hast du vor, mehr daraus zu machen? Ich fände es super spannend zu erfahren, was diese Erfahrungen und der Job aus dem kleinen Franz gemacht hat, wie es seine Persönlichkeit "verändert" hat. Vielleicht sogar eine Therapie oder sowas, wie geht er damit um, wenn er tatsächlich mal Schuld an etwas ist, an etwas für ihn bedeutsamen, z.B. einen Unfall oder so, usw.

Liebe Grüße!


Hallo jGsnow,
danke für deinen Kommentar und das Lob!
Mich interessierte eher der Aspekt, dass Schuld als persönliche Leistung des Einzelnen in unseren komplexen globalisierten Lebenswelten de facto immer schwerer festzumachen ist. Wer ist letztlich Schuld an fehlgeschlagenen Großprojekten oder Corona? Trotzdem existiert ein Bedürfnis danach, jemanden individuell zu verhaften...
Therapie - eher nicht , da habe ich zu viele persönliche Vorbehalte, i. e. das würde unweigerlich ins Satirische abdriften.

LG
DLurie
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
DLurie
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 580
Wohnort: Zwischen den Stühlen
DSFo-Sponsor Pokapro V & Lezepo III


BeitragVerfasst am: 23.06.2021 20:22    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Die neue Version..

Ich habe einen Schuldkomplex. Aus Kindertagen.
Seit ich mich erinnern kann, wurde mir für irgendetwas die Schuld gegeben. Vermutlich hängt es mit meiner schwächlichen körperlichen Konstitution zusammen. Meine vier Geschwister waren allesamt viel robustere und wehrhaftere Naturen, und da bot es sich für sie an, mir, dem Sensibelchen der Familie, die Schuld zu geben, wenn etwas schief gelaufen war. Ob eine kostbare Porzellanvase zerbrach oder Papas Boxen nicht mehr richtig tönten, weil Erdnussbutter den Schall schlecht leitet: Ich war schuld.
Es wird behauptet, dass Kinder einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn haben. Das kann ich nicht bestätigen. Bei meinen Geschwistern war die Furcht vor Strafe deutlich ausgeprägter, und da ich mich nie energisch genug gegen unberechtigte Schuldzuweisungen wehrte, erschien ich ihnen wohl geradezu prädestiniert für die Rolle des Sündenbocks.
Irgendwann im zarten Alter von zwölf oder dreizehn Jahren habe ich endgültig begriffen, dass Gerechtigkeit ein Kindermärchen ist. Aber wenn schon keine höhere Instanz für Gerechtigkeit sorgte, dann, so meine zugegeben noch recht kindliche Moral, musste ich mich selbst um eine Art Ausgleich für all das Unrecht , das mir widerfuhr, kümmern. Und so fing ich an, für die Übernahme von Schuld Gegenleistungen einzufordern, zunächst von meinen Geschwistern. Süßigkeiten, Pausenbrote, Abziehbilder für Schuldbekenntnisse, bei denen nur mit minimaler Bestrafung zu rechnen war, erste kleinere Geldbeträge in schwerwiegenderen Fällen. Nach und nach weitete ich mein Tätigkeitsfeld in die Schule aus, bot mich dort aktiv als Sündenbock an, wenn ein solcher gebraucht wurde. Bald schon genoss ich beim Lehrpersonal einen üblen Ruf (schon wieder der kleine Franz, das nimmt noch ein böses Ende mit dem!), was mich aber nicht weiter störte. Meine Mitschüler hingegen zollten mir Respekt, ich galt als mutig und schlau.
Außerdem fing die Sache an, sich zu rechnen. Ich erinnere ich mich an einen größeren Fall, als eine Gruppe von Schülern – unter ihnen mein nicht allzu heller, älterer Bruder - den Sanitärbereich der Schule durch Verstopfen der Abflüsse geflutet hatte. Nach zähen Verhandlungen mit den Übeltätern, denen man auf die Spur zu kommen drohte, bekannte ich mich schuldig, was mir ein (gebrauchtes) Rennrad als Gegenleistung für mein Geständnis einbrachte. Im Gegenzug musste ich mir eine zähe Moralpredigt unseres Rektors anhören und zwei Nachmittage Nachsitzen. Kaum der Rede wert.
Selbstredend stieg der Preis für die falschen Schuldbekenntnisse mit der zunehmenden Professionalität, die ich im Laufe der Jahre erlangt hatte. Niemand, das sage ich nicht ohne Stolz, niemand log so überzeugend wie ich bei diesen Beichten, mit solch überzeugender Zerknirscht- und Betroffenheit und dem notwendigen Maß an Reue.
 
Nach einem Studium der Philosophie promovierte ich zum Thema Die Illusion der Schuldlosigkeit im Existenzialismus und machte mich selbständig. Eine florierende Beratungsagentur in Sachen Schuld. Meine Kunden: mittelständische und große Unternehmen, die aufgrund falscher Entscheidungen des höheren Managements oder einfach durch Pech und widrige Umstände in Schieflage geraten sind.
Ich trete dann unter verschiedenen Pseudonymen und mit der Situation angepassten Titeln als Sündenbock auf und spiele auf Vorstandssitzungen oder Hauptversammlungen der Aktionäre den für die jeweilige Fehlentwicklung verantwortlichen Berater oder Sachbearbeiter. Lasse mich verbal verprügeln und rauswerfen, um danach mit angemessenem Honorar wieder in der Versenkung zu verschwinden.
Es fasziniert mich immer wieder, zu sehen, wie sehr die Menschheit nach dem einen Schuldigen lechzt und nach dessen Betroffenheit. Vielleicht liegt es daran, dass die Verhältnisse insgesamt so unübersichtlich geworden sind. Bei mir gibt es sie noch: die Schuld als persönliche Tat des Individuums, das ansonsten zunehmend in der Versenkung verschwindet.
Und so bin ich mit einer gänzlich ungeliebten Ware reich geworden. Viel reicher als meine robusten Geschwister, denen ich von Zeit zu Zeit finanziell aushelfe. Ich bin nicht nachtragend. Im Gegenteil: meinen Geschwistern verdanke ich die entscheidenden Einsichten für meinen Erfolg.
Auch meine Ehe ist glücklich. Elsa und ich haben eine Abmachung: Jeder von uns übernimmt jeweils für eine halbe Woche die Schuld, an allem was schiefläuft. Das klingt bürokratisch, aber es funktioniert!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Selanna
Geschlecht:weiblichKlammeraffe


Beiträge: 877
Wohnort: Süddeutschland


BeitragVerfasst am: 24.06.2021 19:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo DLurie,

da hast Du noch mal schön poliert, sieht gut aus, der Text! Very Happy
Das einzige, was mir noch auffiel (obwohl es schon in Version 1 so dastand), ist, dass Du 2mal die Formulierung "in der Versenkung verschwinden" verwendest. Ist das Absicht?

Ansonsten: Wunderbar! Da ist Dir eine wirklich schöne Kurzgeschichte gelungen!
Liebe Grüße
Selanna


_________________
Nur ein mittelmäßiger Mensch ist immer in Hochform. - William Somerset Maugham
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DLurie
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 580
Wohnort: Zwischen den Stühlen
DSFo-Sponsor Pokapro V & Lezepo III


BeitragVerfasst am: 28.06.2021 10:26    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Selanna hat Folgendes geschrieben:

da hast Du noch mal schön poliert, sieht gut aus, der Text! Very Happy
Das einzige, was mir noch auffiel (obwohl es schon in Version 1 so dastand), ist, dass Du 2mal die Formulierung "in der Versenkung verschwinden" verwendest. Ist das Absicht?
Selanna


Hallo Selanna,

sorry für späte Antwort -  ich war unterwegs. Die Politur verdankt sich größtenteils deinen Anregungen  Laughing
Das doppelte "in der Versenkung verschwinden" ist keine Absicht sondern nur unschön.  Wird einmal ersetzt durch 'diskret abtauchen'

LG
DLurie
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Selanna
Geschlecht:weiblichKlammeraffe


Beiträge: 877
Wohnort: Süddeutschland


BeitragVerfasst am: 28.06.2021 12:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo DLurie,

sehr gut, Wortwiederholungen sind ja mein Spleen Embarassed Laughing

Liebe Grüße
Selanna


_________________
Nur ein mittelmäßiger Mensch ist immer in Hochform. - William Somerset Maugham
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
malu_vs
Geschlecht:weiblichSchmierfink

Alter: 40
Beiträge: 77
Wohnort: Hessen


BeitragVerfasst am: 04.07.2021 09:02    Titel: Antworten mit Zitat

Toller Text und kreatives Thema. Nur frage ich mich, wer auch immer behauptet hat Kinder hätten ein ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, ob das zu allgemein gefasst ist. SIe haben so einen Sinn, aber NUR wenn es um Gleichstellung und Verfehlungen anderer geht. Kein Kind gibt freiwillig zu, wenn es Murks gebaut hat. Zumindest ist es mir noch nicht über den Weg gelaufen smile

Trotzdem sehr schöner Text


_________________
Malu Volksky
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DLurie
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 580
Wohnort: Zwischen den Stühlen
DSFo-Sponsor Pokapro V & Lezepo III


BeitragVerfasst am: 04.07.2021 13:40    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

malu_vs hat Folgendes geschrieben:
Toller Text und kreatives Thema. Nur frage ich mich, wer auch immer behauptet hat Kinder hätten ein ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, ob das zu allgemein gefasst ist. SIe haben so einen Sinn, aber NUR wenn es um Gleichstellung und Verfehlungen anderer geht. Kein Kind gibt freiwillig zu, wenn es Murks gebaut hat. Zumindest ist es mir noch nicht über den Weg gelaufen smile

Trotzdem sehr schöner Text


Hallo malu_vs

danke für den Kommentar und das Lob.

Neuere Studien zeigen, dass zumindest eine Art grundlegender Gerechtigkeitssinn schon recht früh vorhanden ist. Siehe z.B.
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/schon-kleinkinder-verfuegen-ueber-gerechtigkeitssinn-13654665.html
Ab wann Kinder ihren Murks freiwillig zugeben, um dem Prinzip der  Gerechtigkeit Genüge zu tun, möchte ich jetzt mal dahingestellt lassen.
In meiner Erfahrung gibt es da auch individuelle Unterschiede.
Man könnte die Behauptung im Text natürlich einfach abschwächen:  
Bei meinen Geschwistern war der Gerechtigkeitssinn nur rudimentär entwickelt, jedenfalls deutlich weniger ausgeprägt als die Angst vor Strafe..

LG
DLurie
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Prosa -> Werkstatt Alle Zeiten sind GMT - 11 Stunden
Seite 1 von 1



 
 Foren-Übersicht Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht teilnehmen.
In diesem Forum darfst Du keine Ereignisse posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht herunterladen

Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Keine neuen Beiträge Geschenkideen für Fans von "Der ... Kojote SmallTalk im DSFo-Café 10 03.08.2021 19:18 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge AG Akademie der Monsterjäger Ron Swanson AG Allgemein und Übersicht 8 31.07.2021 16:17 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Wunderschönen guten Tag aus der Eifel Eifler Roter Teppich & Check-In 10 29.07.2021 19:05 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Herr der Ringe Fanfiction Kurzgeschic... Elbenkönigin1980 Werkstatt 5 26.07.2021 05:07 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Ein Neuling aus dem "Tal der Lie... Petra Mehnert Roter Teppich & Check-In 1 25.07.2021 12:08 Letzten Beitrag anzeigen

EmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungBuchEmpfehlungEmpfehlungBuchEmpfehlung

von DasProjekt

von MoL

von Gefühlsgier

von Nicki

von Merope

von JJBidell

von Schreibmaschine

von EdgarAllanPoe

von SonjaB

von Fao

Impressum Datenschutz Marketing AGBs Links
Du hast noch keinen Account? Klicke hier um Dich jetzt kostenlos zu registrieren!