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Rausschmiss


 

 
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Elena
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 79
Beiträge: 258
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 22.05.2021 08:42    Titel: Rausschmiss eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vorm Spiegel siehst du dich genauer an:
O nein, die bist du nicht! Und dir wird flau.
Entscheidest kühn, dass er dich kreuzweis kann,
denn immerhin, noch bist du Mensch und Frau.

Der miese Kerl hat dich doch nicht verdient!
Ein Fehlgriff. Klar, gestehst du dir dann ein.
Und als er ging, da hat er dich bloß angegrient!
Na, soll er! Wohnst dann eben mal alleinl

Dass du jetzt traurig wirst! Weißt nicht, woher.
Der Spiegel schweigt sich aus und grinst dich an.
Dann eben nicht! Da hilft wohl nur Likör,
der dir dein Image wieder aufpolieren kann.

Man wird schon sehn, wie’s mit dir weitergeht.
Denn weiter geht es immer irgendwie.
Bloß, diese Angst, dass dann es mal zu spät …
Was soll’s – mit jedem, aber dem Kerl nie!

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Maks Wort
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen


Beiträge: 21



BeitragVerfasst am: 25.05.2021 15:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Elena,

vom technischen her möchte ich zu deinem Gedicht nichts sagen, da bist du mir weit voraus. Aber auf der inhaltlichen Seiten interessiert dich vielleicht meine Meinung.

Das Thema deines Gedichtes kann ich gut erfassen. Allerdings sind für mich ein paar Fragen offen

-) Der Titel ist "Rausschmiss": wer hat wen rausgeschmissen? Es klingt eher so als ob ER einfach geht

-) "die bist du nicht" ganz zu Anfang: wer bist du nicht? Wovon grenzt du dich hier ab, wovon löst du dich? Was hast du in deinem Spiegelbild entdeckt, das nicht der Weg ist, den du gehen willst?

-) Letzte Strophe, Zeile 3 "Bloß, diese Angst, dass dann es mal zu spät …": erzeugt ein richtig beklemmendes Gefühl - das finde ich toll und passend. Aber die Zeile 4 macht das wieder zunichte finde ich. Ganz extrem ausgedrückt wirkt es so "ich werde schon irgendeinen Mann abkriegen. Egal wen, nur nicht den". Aber so wenig selbstbewusst sollte deine Figur gar nicht sein. Vielleicht sollte sie eher denken "besser allein als mit <dem Kerl>"?


Lieben Gruß
MaksWort
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Elena
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 79
Beiträge: 258
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 26.05.2021 08:50    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Maks Wort,

zu deinen Fragen:

1. Ich habe die Frau nach einem endgültigen Streit beschrieben, und da ist es egal, ob er selbst geht oder sie ihn rausschmeißt, an einem Streit sind ja immer zwei beteiligt. Sie redet sich aber ein, sie hätte ihn rausgeschmissen und redet sich ein, sie trage keine Schuld am Zerwürfnis.

2. Die Spiegelfrage: Die Frau weist von sich, dass ihr Spiegelgesicht nicht ihr wirkliches Gesicht ist, sie ist noch aufgewühlt.

3. Den bestimmt nicht: Sie weiß, dass sie jetzt allein sein wird, sie ist immer noch wütend auf sich und ihn, sie sehnt sich aber nach Liebe und denkt schon an den nächsten Mann, denn allein will sie nicht bleiben. Für sie gibt es eben nicht nur den einen Mann, eine tiefere Liebe war es auch nicht, wie das heutzutage eben fast normal ist. Ist das eine so ungewöhnliche Reaktion?

Lieben Gruß, Elena
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Maks Wort
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen


Beiträge: 21



BeitragVerfasst am: 26.05.2021 10:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Elena,

jetzt verstehe ich die Frau in dem Gedicht besser. Und was du für das Ende beschreibst ist auch nicht ungewöhnlich. Nur trotzdem für mich noch etwas widersprüchlich. Du meinst, sie sei wütend, blickt aber nach vorne. Ich habe den Eindruck sie ist unsicher und bang für die Zukunft.
Vielleicht stimmt auch beides Wink

lg
MaksWort
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lazarus_pi
Schmierfink

Alter: 51
Beiträge: 67



BeitragVerfasst am: 04.06.2021 17:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Elena,
das ist das zweite Gedicht, das ich von dir lese, und ich bin dabei, zum Fan zu werden Smile Bitte nimm's mir nicht übel, wenn ich deinen Stil schon wieder mit Kästner vergleiche, aber das ist für mich Eins-A Gebrauchslyrik! Erinnert mich an "Kleines Solo" und solche Sachen. Handwerklich auf sehr hohem Niveau, inhaltlich berührend. Muss mir deine anderen Werke auch noch anschauen!


_________________
Mit phantastischen Grüßen,
Lazarus
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Elena
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 79
Beiträge: 258
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 04.06.2021 19:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Lieber armer Lazarus,

sieh dir bloß nicht meine anderen Gedichte an, du könntest vom Stuhl fallen.
Den Umgangsstil nehme ich meistens bei solchen Alltagsgedichten, das bietet sich einfach an. Aber ich kann auch Heroisch! Auf irgendeinen Typ lasse ich mich nicht festlegen. Kommt immer aufs Thema an. Also von dieser Art habe ich noch mehr, und wenn du willst, stell ich noch ein paar davon ein - falls ich mich in meinem "Archiv" durchzukämpfen Glück habe und fündig werde.

Aber wen interessieren Gedichte heute noch. Ich habe zwei Gedichtbände rausgebracht, die Nachfrage war erschütternd. Seitdem hält sich meine Dichtereitelkeit aber sehr in Grenzen, um nicht zu sagen, sie ist auf die Größe einer Amöbe geschrumpft.

Übrigens, Kästner war ein toller Kerl, ich mag ihn. Andere sagen mir immer nach, wenn sie meine gereimten Werke lesen, ich würde wie Mascha Kaleko schreiben. Deshalb habe ich mir beim Antiquar zwei Gedichtbände von ihr mal besorgt und finde überhaupt nicht, dass ich da rankomme. Dabei schreibe ich immer nur das auf, was mir gerade so einfällt, wenn ich irgendwo was mitkriege.

Dann bedanke ich mich bei dir fürs Reinsehen und für den tadellosen Kommentar.

Lieben Gruß, Elena
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lazarus_pi
Schmierfink

Alter: 51
Beiträge: 67



BeitragVerfasst am: 04.06.2021 19:35    Titel: Antworten mit Zitat

Gern geschehen Laughing Mascha Kaleko gehört übrigens genau wie Kästner in die Neue Sachlichkeit. Insofern kein Wunder, dass andere sie assoziieren und ich ihn Wink

_________________
Mit phantastischen Grüßen,
Lazarus
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