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Unterschied zwischen Fakten und Überzeugung

 
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Paprikabällchen
Gänsefüßchen


Beiträge: 15



BeitragVerfasst am: 01.06.2021 20:51    Titel: Unterschied zwischen Fakten und Überzeugung eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Moin,

wenn ich in meinem Text etwas beschreibe wie z.B. "Der Borkenkäfer legt seine Eier unter die Rinde und zerstört damit die Bäume" oder "Das Hören von laut Musik schädigt dauerhaft die Herzleistung" suggeriert diese Formulierung ja einen Fakt.
Wenn die Textstelle aber aus der Sicht eines Charakters geschrieben ist, der keine wissenschaftlichen Studien oder sonstiges gemacht hat, was seine Aussagen verifizieren würde, sind diese Aussagen ja nur Vermutungen bzw. Überzeugungen.
Sollten solche Sätze also entsprechend formuliert sein, dass klar wird, dass es kein Fakt ist (auch wenn es offenkundig wahr oder falsch wäre)? Quasi: "Scheinbar legt der Borkenkäfer seine Eier ..." und "Er/Sie/Es vermutet, dass das Hören lauter Musik ..."
Fände das irgendwie einschränkend, würde aber gern richtig schreiben.

Konkret in meinem Fall, ist mein Charakter in einem dunklen Wald, hört etwas und ordnet dieses Geräusch, als Fakt formuliert, zu: "Das Wasser lässt das Holz vermodern und entzieht ihm damit die Fähigkeit laut zu knacken" ohne dieses Phänomen selbst in dieser Umgebung gesehen/beobachtet/überprüft zu haben.


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holg
Geschlecht:männlichReißwolf

Moderator

Beiträge: 1920
Wohnort: knapp rechts von links
Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 01.06.2021 21:22    Titel: Antworten mit Zitat

Puh, schwierig.
Das kommt einerseits auf die Erzählperspektive an.
Wenn du quasi aus dem Kopf des Protas heraus schreibst, kannst du genau so schreiben, wie sier denkt. „Das ist das Wasser, das …“, „Das muss das Wasser sein, das …“
Wenn du von außen erzählst, auktorial, allwissend, dann ist das evtl. anders.

Im Zweifel kannst du so etwas immer als Mutmaßung formulieren „das muss“, oder als Frage „ob das das Wasser ist, das …?“

Oder es klar ausformulieren. „Der arme Tor faselte, es sei das Wasser, das …“

Wenn das eine wörtliche Rede ist, dann musst du wohl schreiben, was der Charakter sagt, auch wenn es völliger Bockmist ist. Den Irrtum kannst du ja später aufklären.


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Michel
Geschlecht:männlichBücherwurm

Alter: 49
Beiträge: 3035
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Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 01.06.2021 22:00    Titel: Antworten mit Zitat

"Das Holz konnte es nicht sein, das da knackte. Schließlich hatte das moderige Zeugs seine Fähigkeit zu knacken längst verloren." Oder so.

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Maunzilla
Reißwolf


Beiträge: 1169



BeitragVerfasst am: 01.06.2021 23:41    Titel: Antworten mit Zitat

So lange der (intelligente) Leser erkennt, ob die Figur oder der Autor spricht, ist es egal. Deine Figur kann auch ein Rassist oder Spinner sein, der sehr übles denkt - der Autor hingegen sollte das besser nicht tun.
Ich wäre allerdings ein wenig vorsichtig, denn manchen Lesern gebricht es ein wenig an Intelligenz und Unterscheidungsvermögen, und daher kann das zu Mißverständnissen führen.
Außerdem sollte man als Autor versuchen, seinen Lesern möglichst richtiges Wissen und Bildung zu vermitteln, auch wenn das heute ein wenig aus der Mode gekommen scheint.


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"Im Internet weiß keiner, daß du eine Katze bist." =^.^=
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lazarus_pi
Schmierfink

Alter: 51
Beiträge: 67



BeitragVerfasst am: 01.06.2021 23:56    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke auch, es hängt vor allem von der Erzählperspektive ab. Ein personaler Erzähler darf sowieso unverlässlich sein, auch ohne das zu kennzeichnen. Unter Umständen darf das sogar ein auktorialer Erzähler, aber da muss man aufpassen, dass die Leserschaft sich nicht verhohnepiepelt fühlt. Beim auktorialen E. würde ich vielleicht auf die erlebte Rede ausweichen: Schädigte das Hören lauter Musik nicht dauerhaft die Herzleistung? Oder eben als Aussage: Warum taten die Jugendlichen sich das an? Das Hören lauter Musik schädigte doch dauerhaft die Herzleistung! Hatten sie niemanden, der sich um sie kümmerte?

Phantastische Grüße,
Lazarus
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Ralphie
Geschlecht:männlichForenonkel

Alter: 68
Beiträge: 5612
Wohnort: Elsdorf
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BeitragVerfasst am: 02.06.2021 06:06    Titel: Antworten mit Zitat

Deine Figur kann ein Kenner sein.
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Taranisa
Geschlecht:weiblichReißwolf

Alter: 52
Beiträge: 1604
Wohnort: Frankenberg/Eder


BeitragVerfasst am: 02.06.2021 11:00    Titel: Antworten mit Zitat

Falls deutlich werden soll, dass die Perspektivfigur nicht von der genauen Faktenlage überzeugt ist, könntest du schreiben:
Sie / Er meinte gehört / gelesen zu haben, dass ...
Wie war das neulich in der Doku über den Borkenkäfer? Legte der nicht seine Eier in die Rinde?


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"Henkersweib", Burgenwelt Verlag, ET 12/18
"Die Ehre des Henkersweibs", Burgenwelt Verlag, ET 12/20
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Pickman
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 963



BeitragVerfasst am: 02.06.2021 11:23    Titel: Antworten mit Zitat

Taranisa hat Folgendes geschrieben:
Falls deutlich werden soll, dass die Perspektivfigur nicht von der genauen Faktenlage überzeugt ist, könntest du schreiben:
Sie / Er meinte gehört / gelesen zu haben, dass ...
Wie war das neulich in der Doku über den Borkenkäfer? Legte der nicht seine Eier in die Rinde?


Liebe Taranisa,

was ist eine Perspektivfigur (was unterscheidet sie von einer Figur)?

Ahnungslose Grüße

Pickman


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Tempus fugit.
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Pickman
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 963



BeitragVerfasst am: 02.06.2021 11:29    Titel: Antworten mit Zitat

Liebes Paprikabällchen,

wenn Deine Figur Unsinn von sich gibt, dann sollte sie es bei mindestens zwei weiteren Gelegenheiten tun und das erkennbar. Das macht die Figur rund und hilft dem Leser, sie und ihre Äußerungen richtig einzuordnen.

Liebe Grüße

Pickman


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Tempus fugit.
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Merlinor
Geschlecht:männlichArt & Brain

Alter: 69
Beiträge: 8362
Wohnort: Bayern
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BeitragVerfasst am: 02.06.2021 12:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Paprikabällchen

Wenn Dein Charakter es nicht weiß und es auch nicht zu wissen glaubt, sondern es nur vermutet, dann kannst Du den Satz ja ganz einfach relativieren: "Das Wasser lässt das Holz wohl vermodern und entzieht ihm damit die Fähigkeit laut zu knacken". Oder: "Das Wasser lässt das Holz vermutlich vermodern und entzieht ihm damit die Fähigkeit laut zu knacken"
Wenn er sich sicher ist, dann ist das nicht nötig. Dann ist das eben Überzeugung des Protagonisten und Punkt.

Soweit meine Meinung.
Wir könnten in unseren Geschichten ja keine lebendigen Charaktere mehr entwickeln, wenn alle ihre Überzeugungen faktisch "richtig" sein sollen.
Zumal über das faktisch "Richtige" ja selbst die Wissenschaftler nur allzu oft streiten ... smile

LG Merlinor


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„Ich bin fromm geworden, weil ich zu Ende gedacht habe und nicht mehr weiter denken konnte.
Als Physiker sage ich Ihnen nach meinen Erforschungen des Atoms:
Es gibt keine Materie an sich, Geist ist der Urgrund der Materie.“

MAX PLANCK (1858-1947), Mailand, 1942
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Taranisa
Geschlecht:weiblichReißwolf

Alter: 52
Beiträge: 1604
Wohnort: Frankenberg/Eder


BeitragVerfasst am: 02.06.2021 12:33    Titel: Antworten mit Zitat

@Pickman: Die Perspektivfigur ist die Figur, aus deren (subjektiver) Sicht bei der personalen Erzählweise die Geschichte erzählt wird. Diese kann auch zwischen mehreren Figuren wechseln, da eine Figur nur erzählen kann, was sie selbst mitbekommt und was sie denkt. Zu viele Perspektivtragende sollten es jedoch mMn der Übersicht halber nicht sein, denn für die Perspektivfigur und deren Schicksal sollte die Leserschaft ein größeres Interesse gewinnen.

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Pickman
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 963



BeitragVerfasst am: 02.06.2021 13:11    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Taranisa,

vielen Dank! Again what learnded. Laughing

Liebe Grüße

Pickman


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Tempus fugit.
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Paprikabällchen
Gänsefüßchen


Beiträge: 15



BeitragVerfasst am: 02.06.2021 16:52    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Alles klar. Vielen Dank, ich denke das hilft erstmal. smile

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Thomas74
Geschlecht:männlichReißwolf

Alter: 46
Beiträge: 1092
Wohnort: Annaburg


BeitragVerfasst am: 02.06.2021 18:08    Titel: Antworten mit Zitat

Du kannst auch Erzähler Blödsinn erzählen, wenn es glaubwürdig klingt Wink
Wer will es dir verbieten?

  
Er wusste, dass sie nicht weiter gehen konnten. Schließlich kamen sie auf diesem Weg dem Rand der Erdscheibe bedenklich nahe.

Salpetersäure und Glyzerol ergaben gemischt bekanntlich einen prima Abbeizer für Gartenmöbel.


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Babella
Geschlecht:weiblichKlammeraffe

Alter: 58
Beiträge: 781

Das goldene Aufbruchstück Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 05.06.2021 18:16    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn der Prota etwas weiß, darf er es doch auch denken oder sagen.

Man sollte nur aufpassen, wenn man Sachen so formuliert, dass die Leser*innen das für bare Münze nehmen können - wenn es sachlich falsch oder verwerflich ist.

Es soll Leute geben, die streichen ihren Gartenzaun mit Motoröl. Das ist kein guter Trick, das ist total übel. Da hat man als Autor*in eine gewisse Verantwortung und sollte das nicht so stehen lassen. Bei der "Lindenstraße" haben Leute angerufen, wenn eine Wohnung frei wurde ...

Ich habe als Kind noch die Originalversion von "Jim Knopf" gelesen und habe gedacht, in China ist es so, wie es da steht. Ich war acht oder so. Auch dass Lokomotiven schwimmen können und über Land fahren, das habe ich nicht hinterfragt. Ok, dass sie Babys bekommen (ohne Partner!), das war dann wohl doch etwas dick aufgetragen ... Aber damals sprach man auch noch nicht von "Fantasy", also, streng genommen hat mich das Buch total verwirrt.

Davor ist man auch im Erwachsenenalter nicht gefeit. Ich lerne übrigens sehr gern aus erzählender Literatur, aber manchmal sollte man wohl einen Faktencheck machen.

Wie man es formuliert, ist eine Frage der Perspektive, wie schon besprochen.
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Thomas74
Geschlecht:männlichReißwolf

Alter: 46
Beiträge: 1092
Wohnort: Annaburg


BeitragVerfasst am: 05.06.2021 18:22    Titel: Antworten mit Zitat

Babella hat Folgendes geschrieben:


Man sollte nur aufpassen, wenn man Sachen so formuliert, dass die Leser*innen das für bare Münze nehmen können - wenn es sachlich falsch oder verwerflich ist.

Es soll Leute geben, die streichen ihren Gartenzaun mit Motoröl. Das ist kein guter Trick, das ist total übel. Da hat man als Autor*in eine gewisse Verantwortung und sollte das nicht so stehen lassen.


 Cool Am Ar...!
In meinem nächsten Buch werde ich einbauen, dass Tollkirschen lecker und gesund sind.
Soweit kommt es noch, dass der Autor für die Blödheit der Leser haftet... Zumindest im Prosabereich. Bei einem Pilzbestimmungsbuch ist das natürlich etwas völlig anderes.


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Pickman
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Beiträge: 963



BeitragVerfasst am: 05.06.2021 21:07    Titel: Antworten mit Zitat

Thomas74 hat Folgendes geschrieben:

In meinem nächsten Buch werde ich einbauen, dass Tollkirschen lecker und gesund sind.


 Laughing Laughing Laughing Klaro, die sind ja auch natürlich, und was natürlich ist, das ist gesund und bekömmlich, sprach der Pilzsammler, der nicht alt werden wollte. Laughing Laughing Laughing


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Tempus fugit.
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PaulaSam
Geschlecht:weiblichLeseratte


Beiträge: 118



BeitragVerfasst am: 06.06.2021 17:20    Titel: Antworten mit Zitat

Nun, ich denke, wenn es hier um Prosa geht:
Ob eine Aussage als bewiesener Fakt oder nur als subjektive Überzeugung wahrgenommen wird, hängt vom Aufbau der Handlung und der Figur ab bzw. vom Ziel des Autors. Beispielsweise bei Fantasy kommt man ja gar nicht umhin, "Überzeugungen" als Fakten darzustellen. Wie sonst soll man Welten beschreiben, in denen Drachen Feuer spucken oder Menschen unter Wasser atmen o. ä. können? Die Frage ist einzig, will der Autor, dass der Leser es als Fakt wahrnimmt oder nicht.

LG Sam
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Kazuyoshi
Geschlecht:weiblichLeseratte


Beiträge: 103



BeitragVerfasst am: 07.06.2021 13:37    Titel: Re: Unterschied zwischen Fakten und Überzeugung Antworten mit Zitat

Paprikabällchen hat Folgendes geschrieben:
Moin,

 
Konkret in meinem Fall, ist mein Charakter in einem dunklen Wald, hört etwas und ordnet dieses Geräusch, als Fakt formuliert, zu: "Das Wasser lässt das Holz vermodern und entzieht ihm damit die Fähigkeit laut zu knacken" ohne dieses Phänomen selbst in dieser Umgebung gesehen/beobachtet/überprüft zu haben.

Physikalisch ist das nicht korrekt. Feuchtes Holz knackt. Es entweicht Wasserdampf.
Poetisch isses auch nicht. Poetisch wäre vielleicht: "Wundersam raschelt und knackt es draußen im finstren Wald, wo die Ameise ihre muntere Brut zur Eile anhält. Der Uhu hat schon die Dämmerung mit seinem Unken angekündigt. Der Wattwurm igelt sich in seinem Nest in luftger Höh ..."
Ich meine: Entweder stimmen angegebene Fakten oder man lässt es weg.
Oder man schwurbelt ein wenig poetisch vom "knackenden Wattwurm in seinem Koben".
Ich finde, es irritiert nicht nur mich, wenn man zu offensichtlich falsche Fakten liest.
Ich persönlich könnte es nicht ertragen , wenn z.B. die Wikinger als ethnisch homogene Volksgruppe von arischen Norwegern beschrieben würden. Oder Ringeltauben in Erdhöhlen nisteten. Oder Katholische Priester statt Geburtstag das Fest der Beschneidung feierten. Solche alternativen Fakten gehen mir gewaltig gegen den Strich. Ich kann sowas nicht lesen. Nur schreiben. Smile
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PaulaSam
Geschlecht:weiblichLeseratte


Beiträge: 118



BeitragVerfasst am: 08.06.2021 09:27    Titel: Antworten mit Zitat

Kazuyoshi hat recht. Bei Fakten, die der Realität widersprechen ist ganz besonders auf Glaubwürdigkeit zu achten. Damit ist nicht der tatsächliche Wahrheitsgehalt, sondern die Kraft zur Suggestion und Manipulation des Autors gemeint. Er muss es schaffen, den Leser davon zu überzeugen, das seine Geschichte genau so passiert sein kann, ganz egal wie sehr die Fakten der Wirklichkeit widersprechen. Je größer die Kluft dabei zwischen Realität und Fiction ist, je weitsichtiger, globaler und genauer muss der Autor seine Geschichte aufbauen, um den Leser zu überzeugen.

LG Sam
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Paprikabällchen
Gänsefüßchen


Beiträge: 15



BeitragVerfasst am: 08.06.2021 14:29    Titel: Re: Unterschied zwischen Fakten und Überzeugung pdf-Datei Antworten mit Zitat

Kazuyoshi hat Folgendes geschrieben:
Physikalisch ist das nicht korrekt. Feuchtes Holz knackt. Es entweicht Wasserdampf.


Naja also das kommt ja auch immer auf den Kontext an. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass trockenes Holz lauter knackt als frisches oder morsches. Vielleicht habe ich aber auch einfach eine falsche Definition von "knacken"?

Edit: Obs poetisch ist oder nicht, ist ja auch subjektiv. Ich schreibe auf jeden Fall nur, was ich auch selbst lesen wollen würde und hab schon oft genug ein Buch weggelegt, weil es mir zu viel "Poesie" war. Inhalt > Sprache.


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Levo
Eselsohr


Beiträge: 215



BeitragVerfasst am: 08.06.2021 15:33    Titel: Antworten mit Zitat

Zudem knackt natürlich auch trockenes Holz. Wenn die Umgebungsluftfeuchtigkeit höher ist, nimmt das Holz sie auf, dehnt sich aus und - knack. Und umgekehrt. Und bla. Jeder, der Holzmöbel oder Balken in der Wohnung hat (oder vor dem Kopf, die knacken gern ganz laut), kennt das, besonders nachts.
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