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Nitko

 
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Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Antiquariat -> Zehntausend 05/2021
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Rike La
Geschlecht:weiblichLeseratte


Beiträge: 181



BeitragVerfasst am: 29.04.2021 19:00    Titel: Nitko eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Winter, ein eisiger Tag, der Nebel wie eine Kuppel. Ich saß in meinem Zimmer und schrieb: „Die Konturen meines Lebens lösen sich auf. Niemand ist da, der das Fenster in mir öffnet, nach dem ich suche.“ Ich schrieb es für Nitko, die ich nicht kannte.

Erst später sah ich sie zum ersten Mal. Es war schon dunkel. Ich lief durch die Straßen, vorbei an einem grauen Gebäude mit vielen Fenstern. Nur ein einziges war geöffnet. In dem Zimmer dahinter brannte Licht. Sie stand am Fenster und starrte auf die Straße. Ihre Haare reichten ihr bis zum Kinn, sie waren zerzaust und dunkel, ihre Haut blass, die Lippen spröde, ihre Augen fast schwarz. Mir war, als beobachtete ich den Aufgang der Sonne, die Entstehung des Lichts aus dem Dunkel, die Geburt des Seins aus dem Nichts.

„Wie heißt du?“, rief ich nach oben.
„Nitko, ich heiße Nitko.“ Ihre Stimme hell, da war eine Melodie, wenn sie sprach.
Wir unterhielten uns durch ihr Fenster, mussten schreien, um uns verstehen zu können. Sie trug einen weiten, gelben Pulli und schlang die Arme um ihren Körper.
„Ist dir kalt?“, schrie ich.
„Ja“, rief sie mir zu.
„Warum stehst du dann am offenen Fenster?“
„Weil ich die Wände meines Zimmers nicht ertrage, wenn das Fenster geschlossen ist. Dann ist überall nur Weiß, die Wände rücken immer näher, es fühlt sich an, als würden sie mich zerdrücken.“

Am nächsten Abend war das Fenster geöffnet, aber Nitko nicht zu sehen. Ich warf Steinchen in ihr Zimmer, weil ich mit ihr reden und sie anschauen wollte.

Tock tock tock

Steinchen fielen auf den Boden.
Ich ging zum Fenster, da war sie
wieder, diese Frau auf der Straße.
„Komm doch hoch!“, rief ich ihr zu.
Sie nickte, ich lief ihr im Treppenhaus
entgegen. Aber ich ließ es geöffnet,


das Fenster


war noch geöffnet, als ich in ihr Zimmer trat. Bei ihr sah es aus wie bei mir, aber es war nicht mein Zuhause. Ich schaute aus dem Fenster, um Nitkos Sicht auf die Welt in mir aufzunehmen. Auf der Straße - in der Dunkelheit - ging ein Mädchen entlang. Auf dem Kopfsteinpflaster lief es wie auf einer Linie. Hin und her. Barfuß. Sie setzte einen Fuß vor den anderen, lief immer auf dieser Linie aus Stein, schaute nicht auf dabei. Trug nur ein T-Shirt. Trotz der Kälte. Es reichte ihr bis zu den Knien. Rot-weiß gestreift war es.

„Warum läuft es immer hin und her, dieses Mädchen?“, fragte ich in die Stille hinein.
„Damit es das Fenster sehen kann“, hörte ich Nitko sagen.
Ich fragte nicht nach, weil ich es verstand. In der Fensterscheibe sah ich mein Spiegelbild.
„Sehe ich so aus?“
Nitko antwortete nicht.
Ich sagte ihr, dass ich manchmal nicht wisse, ob ich die Person im Fenster sei oder die dahinter; und ob das überhaupt eine Rolle spiele.

Irgendwann ging ich. Als ich vor Nitkos Haus stand, schaute ich noch einmal zu ihrem Fenster. Sie hatte einen Zettel an die Scheibe geklebt. Große, schwungvolle Buchstaben mit langen Bögen, eine runde Schrift, manche Worte sahen aus wie einzelne, kleine Gemälde. Sie hatte so groß geschrieben, dass ich es von unten lesen konnte. „Nichts ist realer als das Nichts.“ Sie schien Beckett zu mögen; wie ich. Ich schrieb den Satz auf meine Hand.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war das Bett nass von meinem Schweiß. Ich hatte von Nitkos Händen geträumt, wie sie ein Messer umklammerten. Sie kam auf mich zu, fing an, meinen Körper aufzuschneiden, ein langer Schnitt über meine Brust, meinen Bauch, von oben nach unten. Es tat nicht weh, blutete nicht. Sie sah schön aus, während sie schnitt. Dann holte sie meine Organe, all mein Inneres aus mir heraus und legte es neben sich auf den Boden. Und als sie alles aus mir herausgenommen hatte, stellte sie sich in meinen Körper, in die freien Stellen, sodass ich sie komplett umgab.

Ich ertrug die Wände meiner Wohnung nicht mehr, deshalb ging ich nach draußen. Es regnete. Das Wasser tropfte von meinen Haaren in meine Ohren, in meine Augen, in meinen Mund. Die Worte, die ich auf meine Hand geschrieben hatte, zerflossen vom Regen. Blaues Wasser lief über meine Finger. Ich starrte auf den Satz, der sich nach und nach auflöste. Plötzlich legte sich eine andere Hand auf meine. Ich erkannte sie sofort. Nitko stand vor mir, ihre Haare nass, hingen ihr strähnig ins Gesicht. In den Händen hielt sie ein zerfleddertes Papierflugzeug. Man konnte die Schrift auf dem Papier kaum noch lesen, die Tinte war verlaufen, das Blatt gräulich. Von den Rändern her hatte es sich bereits aufgelöst.
„Was machst du hier?“, fragte ich.
„Ich habe deinen Text gefunden“, sagte sie und lachte.

Wir waren übermüdet, deshalb gingen wir zu ihr. Nitko packte eine Schere aus und schnitt mir die Haare.  Dann nahm sie meine Hand, zog mich hinter sich her und stellte sich neben mich vor die geöffnete Fensterscheibe. Wir schauten uns darin an wie in einem Spiegel. Meine Haare reichten mir bis zum Kinn, waren zerzaust und dunkel wie ihre, wir sahen uns sehr ähnlich.
„Ja. So siehst du aus“, sagte Nitko.
Ich sagte: „Du auch.“
Mir wurde übel, ich kotzte zweimal ins Waschbecken.

„Komm, ich zeig‘ dir was“, rief mir Nitko aus ihrem Zimmer zu. Sie saß auf dem Dielenboden und hatte ein paar Fotos vor sich ausgebreitet. Ich setzte mich neben sie, Nitko gab mir die Bilder einzeln in die Hand und erzählte Geschichten dazu. Sie erzählte, als sei es ihr Leben. Auf einem Foto war ein kleines Mädchen mit dunklen, kinnlangen Haaren und einem Käfer auf der Hand zu sehen. Es schaute traurig. Es war das Mädchen, das vor dem Fenster entlanggelaufen war.
„Aber das bist du doch nicht du. Das ist doch nicht dein Leben“, sagte ich.  
Nitko sagte: „Nein, das bist du.“
Ich sagte ihr, dass ich das nicht sein könne, ich mich nicht daran erinnere.
Sie wurde wütend und schrie: „Du immer mit deinen Erinnerungen! Darum geht es doch nicht, was zählt, sind die Geschichten.“
Ich aß ein Stück Brot, weil sich mein Magen leer anfühlte. Später schliefen wir ein.

Ich träumte, ich sei mit Nitko im Wald.
„Wir müssen ihn kaputt machen, es ist das Beste“, sagte sie.
„Ich weiß nicht“, antwortete ich zu Nitkos Augen, die nach oben hell leuchteten. Silber- und schwarzstämmige Birken neben uns. Am Himmel helle, flackernde Punkte.
„Lass ihn uns kaputt machen“, sagte Nitko wieder, flehend; in meinem Traum wusste ich sofort, worauf sie sich bezog. Ihr Blick: gerade, ohne Ausbuchtungen. Und ich, ich hielt ein Messer in der Hand; zwischen Daumen und Zeigefinger lag es.
„Ich weiß nicht“, sagte ich wieder.
Wir im Wald zwischen Bäumen. Nitko schaute auf die Schatten des Tageslichts: eine helle Schattierung, im Weg hingen Blätter und Äste, berührten unsere Haut, Nitko lehnte sich nach vorne über einen Felsen.
„Pass auf!“, schrie ich.
Sie sagte nichts, lehnte sich nur weiter nach vorne, lachte leise.
Im Wald war es kühl.
„Ein guter Ort zum Sterben“, sagte Nitko.
Ein guter Ort zum Leben, dachte ich. Und: wir könnten uns ein Baumhaus bauen, in den Kronen der Bäume wohnen, bei den Tieren bleiben. Zwischen den Bäumen saßen wir und versteckten uns, ein guter Platz, ein sicherer Ort, wie oben und doch innen, überschaubar. Ihre Augen funkelten bernsteinfarben – vor Angst oder Wut oder wegen der Sonne, die durch die Bäume schien. Sie sagte nichts, schaute mich nur an, dann drehte sie ihren Kopf zur Seite. Bei mir Angst, dass sie gehen könnte.
„Sag doch was!“, schrie ich sie an.
„Nimm das Messer“, sagte Nitko. „Halte es fest.“
Ich sagte: „Damals maltest du mit deinen Fingern Bilder von Bäumen und Tieren an die Wand der Höhle. Jetzt schreibst du nur noch Worte, die ich nicht lesen kann.“
Nitko antwortete nicht, entfernte sich von mir.
Und dann: ein glatter Schnitt.

Als ich aufwachte, schmerzte meine Hand. Ein glatter Schnitt in meiner linken Handfläche, das Blut war meinen Arm entlanggelaufen. Es fühlte sich kalt und klebrig an. Ich wischte es nicht weg. Nitko saß am Tisch und rauchte. Ich zeigte ihr meine Verletzung und erzählte von meinem Traum.
Nitko lachte und sagte: „Ja. In der Grundlage sind wir gleich, zwei Farben in Schattierungen. Erinnerst du dich nicht an die Bilder, die ich gemalt habe?“
Auch sie hatte eine Verletzung an der Hand.

Da ist eine Bindung, dachte ich. Und: ich möchte sie immerzu ansehen, immerzu sehen, was sie sieht und die Augen nur schließen, wenn es blendet, die Sonne fällt und der Schnitt an Kontur verliert.

Die Sonne blendete, der Schnitt verlor an Kontur. Und Nitko war verschwunden.

Als ich wieder zuhause war, spürte ich geschmolzenen Schnee im Herzen, einen Nagel im Gehirn und ein Brennen im Bauch, mir wurde übel.

Erst Tage später ging ich wieder zu ihr. Es schneite. Nitkos Fenster war geschlossen. Zum ersten Mal. „Aber sie erträgt es nicht, wenn das Fenster geschlossen ist!“, rief ich. Das graue Gebäude lag ganz still in der Welt, reagierte nicht auf mein Schreien. Nur ein Körper war vor Nitkos Fenster mit Kreide auf den Asphalt gezeichnet.  Die Konturen klar erkennbar.

Ich legte mich hinein, in die Umrisse. Es passte perfekt; als sei ich dieser gezeichnete, abgelegte Körper. Ich kroch in ihn hinein, schloss die Augen, konnte die Geräusche der äußeren Welt nicht mehr wahrnehmen, spürte nur, wie sich Schnee auf mich häufte.
„Nitko?“, fragte ich.
Sie bewegte ihre Hand neben mir und sagte - ganz leise und schwach -, ihre Stimme abgedämpft durch den Schnee, in dem ihr Gesicht lag: „Schau, jetzt hat die Geschichte ein Ende.“
„Aber ich möchte, dass sie weitergeht“, flüsterte ich ihr zu und berührte ihr Gesicht dabei, drehte es aus dem Schnee.
„Man kann das Ende nicht aufschieben“, sagte Nitko. Und: „Nitko ist übrigens russisch.“
Ich fragte sie, was es bedeute.
„Niemand“, sagte sie, „es bedeutet Niemand.“

Ich lehnte mich über sie, berührte ihr Gesicht, dabei fasste ich ihr versehentlich ins Auge. Es reagierte nicht auf meine Berührung. Ich nahm ihren Körper, schüttelte ihn, rief ihren Namen. Nitko antwortete nicht. Ich ließ ihre Hand los, drehte mich um.

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Stefanie
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BeitragVerfasst am: 11.05.2021 09:31    Titel: Antworten mit Zitat

Das definiert neben sich selbst stehen ganz neu. Ein Ringen mit Gefühlen und Erinnerungen.
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 11.05.2021 17:43    Titel: Antworten mit Zitat

Starker Beitrag, leider schwaches Ende, also der allerletzte Satz. Aber okay, 9870 Zeichen, da hat wohl jemand auch arg mit der Grenze gekämpft und musste am Ende einsparen.
Die Idee zur Umsetzung des Themas ist mir noch nicht richtig ersichtlich - was das Vorübergehen angeht. Da ist nur einmal dieses Mädchen, das draußen vorübergeht. Aber welche Rolle spielt es für die Geschichte?
Mehr kann ich dazu bisher nicht schreiben, muss dieses vertrackte Stück noch mindestens ein weiteres Mal lesen, bin mir aber schon recht sicher, dass er Punkte bekommen wird.


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fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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hobbes
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Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
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BeitragVerfasst am: 11.05.2021 19:44    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Mir war, als beobachtete ich den Aufgang der Sonne, die Entstehung des Lichts aus dem Dunkel, die Geburt des Seins aus dem Nichts.

An der Stelle habe ich schon das Schlimmste befürchtet. Aber hey! Es kam gar nicht so schlimm wie befürchtet. Ganz im Gegenteil sogar.

Ich mag den Text und ich mag ihn nicht. Ich mag das Thema, ich mag das Gefühl des Textes. Ich mag nicht, wie er erzählt ist. Ich mag nicht die Distanz, die er aufbaut. Zu mir als Leserin. Zu den Figuren. Ich mag die Traurigkeit des Textes.


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Miles Davis
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d.frank
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BeitragVerfasst am: 11.05.2021 20:48    Titel: Antworten mit Zitat

Naja, also naja.
Zum Ersten ist Surrealismus immer so eine Sache:
Er macht es sich einfach. Im Surrealismus kann man so ziemlich alles sagen, machen und verwurstenorten. wink

Die Autoren, die nah an der Realität bleiben, um etwas Außergewöhnliches zu sagen oder anzusprechen, haben immer ein Handicap.
Von daher fließt das in meine persönliche Bewertung mit ein.
Ungeachtet dessen ist mir das alles auch zu nebulös und ich habe keine so richtige Lust, vollständig dahinterzusteigen, weil das an einigen Stellen so aufgeblasen ist und sich um sich selbst dreht. Ich denke, mit einigen Kürzungen würde das gewinnen.
Aber (und endlich kann ich das auch mal sagen), das ist definitiv Meckern auf hohem Niveau und ich weiß eigentlich auch nicht, warum ich so unbedingt meckern will - wahrscheinlich wegen dem Traum im Traum, im Traum oder so.

Das hier:

Zitat:
Dann holte sie meine Organe, all mein Inneres aus mir heraus und legte es neben sich auf den Boden. Und als sie alles aus mir herausgenommen hatte, stellte sie sich in meinen Körper, in die freien Stellen, sodass ich sie komplett umgab.
,

finde ich ein ungewöhnliches und bemerkenswertes Bild!

edit:
Nun, ja, Nitko, das sind dann doch vier Punkte für dich.
Ich habe zwar immer noch nicht alles verstanden und das Traumwandeln ist mir immer noch zu traumwandlerisch, aber wie soll man das auch sonst beschreiben, was du hier beschreiben willst.


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Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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Katinka2.0
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BeitragVerfasst am: 12.05.2021 16:56    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Autor/in,

eines gleich vorweg, deinen Beitrag habe ich jetzt mehrmals gelesen und mit jedem weiteren Lesen hatte ich das Gefühl, dass mir dieser ungefügige Text zugänglicher wurde. Ich mag das. Aus meiner Sicht ist dir diese Darstellung bzw. der Prozess einer Auseinandersetzung mit dem eigenen komplexen, seelischen Innenleben bis hin zur Erkenntnis am Ende der Geschichte gelungen.
Zitat:
Niemand ist da, der das Fenster in mir öffnet, nach dem ich suche.“ Ich schrieb es für Nitko, die ich nicht kannte.

Wenn Niemand = Nitko (es heißt übrigens Nikto in unserem Schriftsystem) und Nitko ist gleichbedeutend mit der Ich-Erzählerin (und natürlich dem Mädchen in dem viel zu großen T-Shirt), dann ist es an ihr, einen Weg aus der unbefriedigenden Situation herauszufinden, muss sie sich also selbst helfen, das Fenster in ihr selbst öffnen?

Ich glaube, so einfach ist das nicht:
Zitat:
„Nichts ist realer als das Nichts.

Weil das Nichts nicht existiert, weil Nichts immer Etwas ist. Und wenn es Etwas ist, was unterscheidet es dann noch vom Seienden? Nichts!?
Nee, das kriegen wir hier nicht geklärt. Laughing

Interessante Umsetzung des Themas, die Stelle, bei der du die zweite Perspektive - auch optisch - einsetzt, finde ich eine tolle Idee und gefällt mir gut!

Die Punkte verteile ich, wenn ich alle Geschichten gelesen habe.

Liebe Grüße,
Katinka
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Nihil
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Moderator
Alter: 32
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BeitragVerfasst am: 13.05.2021 00:16    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Mädchen, das sich einsam fühlt und in ihrer Isolation mit einer immer realer werdenden Version ihres Spiegelbildes kommuniziert, bis dieses eines Tages auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Am Ende des Textes wird deutlich, dass Nitko eine sprichwörtlich auf Messers Schneide erträumte Version ihrer selbst ist, die sie vom Selbstmord, vom Nichtmehrweitermachen überzeugen möchte und damit vermutlich Erfolg hat.

Eigentlich entstehen hier ganz schöne Ambivalenzen. Die Nöte, Ängste und Gefühle, die die Ich-Erzählerin nicht selbst nach außen bringen kann, lässt sie eine Projektion von sich empfinden, um ihre positive Attitüde für die Außenwelt bewahren zu können. Eine sonderbare Freundschaft zu der dunklen Seite des Ichs entsteht.

Aus irgendeinem Grund hat sich der Text bei mir aber nicht festgesetzt, hat trotz der drastischeren Bilder keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Das ist letztlich auch der Grund, warum es nicht mehr für Punkte gereicht hat.
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Constantine
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Goldener Sturmschaden Weltrettung in Bronze


BeitragVerfasst am: 14.05.2021 13:27    Titel: Re: Nitko Antworten mit Zitat

Adlerauge, ich seh alles, oder wie ich den Hammer herausholte und ungeschickt Holz hackte

Bonjour Inko,

ich tue mich mit deinem Text sehr schwer. Nicht wegen der Themenvorgabe, die ist drin, sondern wegen der Abläufe, Beschreibungen und Motivationen, an denen ich permanent hängen bleibe.

Konkreter an deinem Text:
 
Zitat:
Winter, ein eisiger Tag, der Nebel wie eine Kuppel. Ich saß in meinem Zimmer und schrieb: „Die Konturen meines Lebens lösen sich auf. Niemand ist da, der das Fenster in mir öffnet, nach dem ich suche.“ Ich schrieb es für Nitko, die ich nicht kannte.

Erst später sah ich sie zum ersten Mal. Es war schon dunkel. Ich lief durch die Straßen, vorbei an einem grauen Gebäude mit vielen Fenstern. Nur ein einziges war geöffnet. In dem Zimmer dahinter brannte Licht. Sie stand am Fenster und starrte auf die Straße. Ihre Haare reichten ihr bis zum Kinn, sie waren zerzaust und dunkel, ihre Haut blass, die Lippen spröde, ihre Augen fast schwarz.

Adlerauge, das erste:
Im Gegenlicht jemanden so zu erkennen und dabei hinauf in den x-ten Stock zu schauen. Respekt. Bei den Haaren, ok, drücke ich das Auge noch zu, aber spätestens bei den Lippen und den Augen denke ich mir, wie kann die Prota dies erkennen?

Zitat:
Mir war, als beobachtete ich den Aufgang der Sonne, die Entstehung des Lichts aus dem Dunkel, die Geburt des Seins aus dem Nichts.

Mir zu dick aufgetragen, diese pathetische Beschreibung. Und das nur, weil da jemand eigentlich nur als Kontur im Gegenlicht oben aus dem Fenster blickt. schwierig dies für mich anzunehmen.

Zitat:

„Wie heißt du?“, rief ich nach oben.
„Nitko, ich heiße Nitko.“ Ihre Stimme hell, da war eine Melodie, wenn sie sprach.
Wir unterhielten uns durch ihr Fenster, mussten schreien, um uns verstehen zu können.

Warum durch das Fenster? Weiter oben und auch wieder etwas weiter unten steht, dass das Fenster offen ist.

Zitat:
Sie trug einen weiten, gelben Pulli und schlang die Arme um ihren Körper.

Möglich, dass der Pulli als gelb wahrgenommen werden kann, unten stehend, nach oben blickend zu Nitko, die im Gegenlicht steht. Ich kann es gerade nicht überprüfen, bleibe dennoch auch hier hängen, weil ich mir denke, im Dunkeln und dann ins Gegenlicht schauend, dürfte es schwer sein, eindeutig zu sein.

Zitat:
„Ist dir kalt?“, schrie ich.
„Ja“, rief sie mir zu.
„Warum stehst du dann am offenen Fenster?“
„Weil ich die Wände meines Zimmers nicht ertrage, wenn das Fenster geschlossen ist. Dann ist überall nur Weiß, die Wände rücken immer näher, es fühlt sich an, als würden sie mich zerdrücken.“

Am nächsten Abend war das Fenster geöffnet, aber Nitko nicht zu sehen. Ich warf Steinchen in ihr Zimmer, weil ich mit ihr reden und sie anschauen wollte.

Tock tock tock

Steinchen fielen auf den Boden.
Ich ging zum Fenster, da war sie
wieder, diese Frau auf der Straße.
„Komm doch hoch!“, rief ich ihr zu.
Sie nickte, ich lief ihr im Treppenhaus
entgegen. Aber ich ließ es geöffnet,


das Fenster



Nette Idee mit der Spiegelung, aber die kommt recht unmotiviert daher, weil nur an dieser Stelle Nitkos Perspektive gewählt ist (ansonsten bleibt der Text bei deiner Protagonistin) und aus Nitkos Sicht erzählt bleibt der Text sehr oberflächlich. Funktioniert bei mir leider nicht und finde ich keine gute Ausführung. Wenn, dann mehr Perspektivenwechsel und bitte dann mehr Innensicht von Nitko, so wie du es bei deiner Protagonistin gemacht hast, und nicht nur Handlungsbeschreibungen.


Zitat:
war noch geöffnet, als ich in ihr Zimmer trat. Bei ihr sah es aus wie bei mir, aber es war nicht mein Zuhause.<-- ist klar und kann weggelassen werden.  Ich schaute aus dem Fenster, um Nitkos Sicht auf die Welt in mir aufzunehmen. Auf der Straße - in der Dunkelheit - ging ein Mädchen entlang. Auf dem Kopfsteinpflaster lief es wie auf einer Linie. Hin und her. Barfuß. Sie setzte einen Fuß vor den anderen, lief immer auf dieser Linie aus Stein, schaute nicht auf dabei. Trug nur ein T-Shirt. Trotz der Kälte. Es reichte ihr bis zu den Knien.Rot-weiß gestreift war es.

erneut Adlerauge: Ich möchte stark bezweifeln, dass dies über das Mädchen in der Dunkelheit erkennbar ist.

Zitat:

„Warum läuft es immer hin und her, dieses Mädchen?“, fragte ich in die Stille hinein.
„Damit es das Fenster sehen kann“, hörte ich Nitko sagen.
Ich fragte nicht nach, weil ich es verstand. In der Fensterscheibe sah ich mein Spiegelbild.
„Sehe ich so aus?“
Nitko antwortete nicht.
Ich sagte ihr, dass ich manchmal nicht wisse, ob ich die Person im Fenster sei oder die dahinter
; und ob das überhaupt eine Rolle spiele.

Ja, ich verstehe, die Themenvorgabe. Üblicherweise gibt es Spiegel, um sich anzusehen und hier den Spiegel durch ein Fenster auszutauschen, halte ich für arg konstruiert.
Zusätzlich: Die Prota spiegelt sich in der Fensterscheibe. Ok. Die Person im Fenster. Ok. Was ist dann mit "oder die dahinter" gemeint? Sie steht doch vor dem Fenster und sieht ihr Spiegelbild. Dahinter kann sie nicht auch noch sein.

Zitat:

Irgendwann ging ich. Als ich vor Nitkos Haus stand, schaute ich noch einmal zu ihrem Fenster. Sie hatte einen Zettel an die Scheibe geklebt. Große, schwungvolle Buchstaben mit langen Bögen, eine runde Schrift, manche Worte sahen aus wie einzelne, kleine Gemälde. Sie hatte so groß geschrieben, dass ich es von unten lesen konnte. „Nichts ist realer als das Nichts.“ Sie schien Beckett zu mögen; wie ich. Ich schrieb den Satz auf meine Hand.

Die Prota kennt das Zitat und kann es dem Autor zuordnen. Vielleicht bin ich hier zu pingelig, bin dennoch daran hängen geblieben, weil es der Prota bekannt ist, sie das Zitat kennt, und es dennoch auf ihre Hand schreibt. Wozu? Die Motivation entgeht mir, vor allem wird aus dem Zitat nichts gemacht. Es gibt keinerlei Erklärung dazu, die Prota denkt dazu nichts, es wird aufgeschrieben, um dann kurz darauf im Regen zu zerfließen.

Zitat:

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war das Bett nass von meinem Schweiß. Ich hatte von Nitkos Händen geträumt, wie sie ein Messer umklammerten. Sie kam auf mich zu, fing an, meinen Körper aufzuschneiden, ein langer Schnitt über meine Brust, meinen Bauch, von oben nach unten. Es tat nicht weh, blutete nicht. Sie sah schön aus, während sie schnitt. Dann holte sie meine Organe, all mein Inneres aus mir heraus und legte es neben sich auf den Boden. Und als sie alles aus mir herausgenommen hatte, stellte sie sich in meinen Körper, in die freien Stellen, sodass ich sie komplett umgab.

Ich ertrug die Wände meiner Wohnung nicht mehr, deshalb ging ich nach draußen. Es regnete. Das Wasser tropfte von meinen Haaren in meine Ohren, in meine Augen, in meinen Mund. Die Worte, die ich auf meine Hand geschrieben hatte, zerflossen vom Regen. Blaues Wasser lief über meine Finger. Ich starrte auf den Satz, der sich nach und nach auflöste.

Wie wird auf den Satz gestarrt, wenn die Worte auf der Hand durch den Regen bereits zerflossen sind? Da sind keine Worte und kein Satz mehr. Hier erneut nur Beschreibung, aber keinerlei Innenansicht, was es mit dem Zitat auf sich hat. Was ist der Prota daran so wichtig gewesen? Es scheint unwichtig gewesen zu sein, denn so unmotiviert, wie die Prota den Satz auf ihre Hand geschrieben hat, so unmotiviert vergeht der Satz wieder.

Zitat:
Plötzlich legte sich eine andere Hand auf meine. Ich erkannte sie sofort. Nitko stand vor mir, ihre Haare nass, hingen ihr strähnig ins Gesicht. In den Händen hielt sie ein zerfleddertes Papierflugzeug. Man konnte die Schrift auf dem Papier kaum noch lesen, die Tinte war verlaufen, das Blatt gräulich. Von den Rändern her hatte es sich bereits aufgelöst.
„Was machst du hier?“, fragte ich.
„Ich habe deinen Text gefunden“, sagte sie und lachte.

Welcher Text?
Was hier auch auffällt, ist der plötzliche Abbruch von Dialogen. Anstelle, dass es hier weitergeht mit dem Dialog, wird abgebrochen. Weiter unten ist auch ein gutes Beispiel.
Vieles am Beitrag wird fragmentarisch erzählt. Ok. Aber die Fragmente lassen das Bild dahinter vermissen und ergeben auch von Erzählten kaum Sinn. Wo ist hier der Kontext zu einem Text, den die Protagonistin Nitko gegenüber erwähnt hatte, dass sie einen Text verloren hätte und diesen suche?

Zitat:

Wir waren übermüdet, deshalb gingen wir zu ihr. Nitko packte eine Schere aus und schnitt mir die Haare.  Dann nahm sie meine Hand, zog mich hinter sich her und stellte sich neben mich vor die geöffnete Fensterscheibe.

Was ist eine geöffnete Fensterscheibe? Geöffnetes Fenster kenne ich, aber nicht geöffnete Fensterscheibe.

Zitat:
Wir schauten uns darin an wie in einem Spiegel.

Wie wäre es mit einem Spiegel?
Ich verstehe die Einbindung der Themenvorgabe, aber du verwendest die Sache mit dem Fenster inflationär und es wirkt unfreiwillig komisch. Damit verlierst du mich als Leser.

Zitat:
Meine Haare reichten mir bis zum Kinn, waren zerzaust und dunkel wie ihre, wir sahen uns sehr ähnlich.
„Ja. So siehst du aus“, sagte Nitko.
Ich sagte: „Du auch.“
Mir wurde übel, ich kotzte zweimal ins Waschbecken.

„Komm, ich zeig‘ dir was“, rief mir Nitko aus ihrem Zimmer zu. Sie saß auf dem Dielenboden und hatte ein paar Fotos vor sich ausgebreitet. Ich setzte mich neben sie, Nitko gab mir die Bilder einzeln in die Hand und erzählte Geschichten dazu. Sie erzählte, als sei es ihr Leben. Auf einem Foto war ein kleines Mädchen mit dunklen, kinnlangen Haaren und einem Käfer auf der Hand zu sehen. Es schaute traurig. Es war das Mädchen, das vor dem Fenster entlanggelaufen war.
Aber das bist du doch nicht du.

Ich verstehe den Satz nicht.

Zitat:

Das ist doch nicht dein Leben“, sagte ich.  
Nitko sagte: „Nein, das bist du.“
Ich sagte ihr, dass ich das nicht sein könne, ich mich nicht daran erinnere.
Sie wurde wütend und schrie: „Du immer mit deinen Erinnerungen! Darum geht es doch nicht, was zählt, sind die Geschichten."
Ich aß ein Stück Brot, weil sich mein Magen leer anfühlte. Später schliefen wir ein.

Hier ist ein Streit, Nitko wird wütend und es müsste doch hier zu einer Aussprache, einer Diskussion, irgendwas kommen, was besprochen wird. Doch der Dialog bricht ab und als nächstes wird ein Stück Brot gegessen und später schlafen gelegt.

Ich breche an dieser Stelle ab.

Der Text erreicht mich nicht, ich bleibe zu sehr hängen im Lesen. Das hier Erzählte über die eine, die in die andere schlüpft und zu ihr wird, ist mir insgesamt zu unausgegoren und  zu sprunghaft. Dazu wird mit einer Fenstersymbolik gearbeitet, die mir unmotiviert daher kommt und zu sehr konstruiert wirkt, wodurch ich als Leser, der eh schon Probleme mit dem Verständnis hat, kein Interesse am Text mehr hat.

Ich habe ihn bis zum Schluss gelesen. der Text wurde nicht besser und wurde nicht gerettet. Nicht in meiner Top Ten: zéro points.
Es tut mir leid.

Merci Beaucoup
Constantine
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Raven1303
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Wohnort: NRW


BeitragVerfasst am: 14.05.2021 23:52    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Unbekannte/r,

herrlich surreale Geschichte und sehr schön geschrieben!
Anforderungen alle erfüllt.

Fünf Punkte von mir.

LG Raven.


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Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn.
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Kojote
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BeitragVerfasst am: 15.05.2021 12:29    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Tag,

ein interessanter Text, der sich jedoch durch Düsterheit, Brutalität, Blutdurst und teils Kraftausdrücken einige Sympathiepunkte vergeben hat.

Und irgendwie ein paar Kragenweiten zu groß für mich … dennoch, für 3 Punkte reicht es.

Viele Grüße,
der Kojote


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Babella
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Das goldene Aufbruchstück Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 15.05.2021 12:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hm, ja. Nichts ist realer als das Nichts.
Ob ich das jetzt verstehe? Niemand, ich selbst, lebendig, Spiegelbild, Tod ...
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RAc
Klammeraffe


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BeitragVerfasst am: 15.05.2021 13:20    Titel: Antworten mit Zitat

Aus einer Zufallsbegegnung am offenen Fenster zwischen zwei Frauen wird eine Beziehung, bei der es angedeutet wird, dass es sich bei den beiden um zwei Manifestationen derselben Person handelt.

Vorgabentreue: Ja, auf mehreren Ebenen.

Ausgestaltung: Vermutlich handelt es sich hier um eine allegorisierte Schizophrenie. Statt einer anderen Frau trifft die Prota in Nitko einen Teil ihrer selbst, wobei es ein Teil ihrer Person ist, den sie selbst als bedrohlich empfindet. Am Schluß stirbt Nitko, was im Rahmen der Deutung heißen würde, dass sich die Erzählerin von einem schlechten Teil ihrer Persönlichkeit befreit hat.

Gute Ideen, definitiv E, aber insgesamt zu unrund. Am Anfang macht es mich stutzig, dass die Erzählerin einer (zu dem Zeitpunkt noch fremden) Person gegenüber sehr zudringlich ist, sie durch Werfen von Steinchen durch das offene Fenster bedrängt, "weil sie sie anschauen will." Macht sie das mit allen Unbekannten Personen so, oder weiß sie insgeheim schon, was passieren wird? Dafür würde auch sprechen, dass bereits die ersten Dialogsätze eher auf eine lang bestehende Beziehung deuten lassen.

Die Gesamtschwäche, die sich m.M. nach durch den Text zieht, ist dass er sehr digital zwischen sehr subtil/vage und show and tell pendelt. Das macht das Gesamtleseerlebnis recht holprig.

Anekdotisch: Die Prota hier hat das umgekehrte Problem wie die in "Sind doch nur Worte" (eine kann offene Fenster nicht ertragen, die andere geschlossene). Die beiden Texte haben sich auch das Rennen um den letzten Punkt geliefert. Da dieser Text die Vorgaben klar erfüllt, das bei dem Anderen aber hinterfragbar ist, geht der Punkt hierhin.
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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 15.05.2021 16:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo unbekanntes Wesen, das das geschrieben hat,

tolle Geschichte, Psychologie von innen, gezeigt statt erzählt, gefällt mir wirklich sehr gut. Erfüllt alle Anforderungen, sowohl thematisch als auch Richtung ungefügig, vielschichtig. Ein Text wie ein wirrer Traum, ohne wirklich wirr zu wirken. Die "Traumlogik" springt gleich über und zieht mich als Leser hinein. Tolle Gedanken und Ideen drin, da stört es auch nicht, dass mir einiges sehr gewollt oder gezwungen erscheint. Ist wohl für die Bahnhofleser, von denen gibt es ja in jedem Wettbewerb auch so einige. Aber ob es da wirklich hilft, wenn man an einigen Stellen gefühlt "bedeutungstragende wichtige Metapher, denk mal drüber nach" schreit? Egal, der Text ist trotzdem definitiv einer meiner Favoriten.

Bester Satz: "Ich schrieb es für Nitko, die ich nicht kannte." Da hat die Geschichte mich voll gepackt.

Edit: Zur Endwertung: Ich habe die Texte in die Kategorien grün (genau wie ein Zehntausendertext mMn sein sollte, also definitiv E-Lit, aber auch besonders geschrieben und neue Wege beschreitend, oder das zumindest versuchend), gelb (ernsthafte Themen, aber realtiv traditionell geschrieben) und rot (Text, der mMn nicht in diesen Wettbewerb passt, auch nicht teilweise) eingeteilt. Die Rangfolge für die Punkte erfolgt dann nicht größtenteils nach persönlichem Gefallen, sondern erstmal innerhalb der Gruppen).

Diesen Text habe ich in den grünen Bereich eingeteilt, er erfüllt die Vorgaben dieses Wettbewerbs vollständig, landet auf Platz 1 und erhält damit 12 Punkte. Glückwunsch, mein Gewinner gewinnendes Wesen!


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marinaheartsnyc
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BeitragVerfasst am: 17.05.2021 17:57    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin etwas zwiegespalten bei dem Text: Finde ihn sehr schön geschrieben und sehr ausgefallen - auf jeden Fall E-Literatur. Teilweise finde ich ihn inhaltlich aber etwas schwer verständlich (zu viele Andeutungen, zu wenig Konkretes), deswegen gibt es nicht ganz so viele Punkte angel

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- Rumi
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silke-k-weiler
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Das goldene Schiff


BeitragVerfasst am: 17.05.2021 20:09    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Text,

nach der ersten Leserunde warst Du noch ganz weit oben bei mir, aber irgendwie bis Du nach und nach abgedrängt worden. Ein paar Punkte habe ich aber noch für Dich übrig.

Woran lag es? Schwer zu sagen, Du bist für mich schwer greifbar, löst aber dennoch etwas aus. Ich stelle mir irgendwie vor, wie im Inneren eines Menschen etwas stirbt. Keine Ahnung, ob das Bild passt. Eine Seite von sich selbst, die man vllt gelegentlich durch ein Fenster sieht, weil man sie in einen Raum gesperrt hat. Schwierig. Aber gerne gelesen und ich denke immer noch über Dich nach.

Herzlichst
Silke
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Jenni
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Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 17.05.2021 22:26    Titel: Antworten mit Zitat

Nitko, niemand, ist wahrscheinlich ein Teil der Ich-Erzählerin selbst (die Suche nach einem inneren Fenster, es bei Nitko aussieht wie zuhause aber nicht zuhause ist, die Erzählerin sich von innen aus draußen vorbeilaufen sieht, zwei Farben in Schattierungen …), vielleicht geht es um eine gespaltene Persönlichkeit, vielleicht aber auch einfach um verschiedene Persönlichkeitsaspekte oder verschiedene Möglichkeiten/Entscheidungen, für die das Vorbeigehen an offenen Fenstern eine plausible Metapher ist. Oder um Einsamkeit. Ich weiß nicht, ob ich das mag. Ich mag das Gefühl nicht, ich werde (als Leserin) womöglich absichtlich außen vor bzw. im Dunkeln gelassen. Aber ich mag … Die Sehnsucht nach Nitko, ob sie nun eine Andere oder ein Aspekt des Selbst ist, und die Frage, ob das überhaupt eine Rolle spielt, das interessiert mich, diese Sehnsucht finde ich sehr fühlbar. Und ist mir am Ende 7 Punkte wert.
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 18.05.2021 11:28    Titel: Antworten mit Zitat

Aus Zeitgründen muss ich mich auf das Kommentieren meiner zehn Favoriten beschränken, und unter der Vielzahl der Texte hat es dieser nicht in meine (höchst subjektiven) Top Ten geschafft.
Dennoch vielen Dank fürs Lesendürfen!
LG
DLurie
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Kiara
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BeitragVerfasst am: 18.05.2021 14:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
danke für die schön geschriebene Geschichte, teils etwas abgedreht, aber das mag ich. Doch das Niveau ist hoch und für Punkte reicht es dieses Mal leider nicht.
Trotzdem liebe Grüße und danke für deine Geschichte.


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MoL
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Beiträge: 1818
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Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 19.05.2021 09:57    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Inko!

Leider hat Dein Text von mir keine Punkte bekommen.

Die Vorgaben hast Du sauber umgesetzt, prima! Der Text ist gut geschrieben und entwickelt auf mich einen ungemeinen Sog. Dann jedoch kippt es. Ungefähr ab "„Ich habe deinen Text gefunden“, sagte sie und lachte." verstehe ich nur noch Bahnhof. Tut mir leid. Und dann wird es immer schlimmer und in meinem Kopf ist nur noch ein einziges geschwurbeltes Fragezeichen. Es macht mir nichts, nicht alles zu verstehen, aber diesen Text hier verstehe ich überhaupt nicht und dann macht es mir leider auch keinen Spaß mehr, ihn zu lesen. Viellicht bist Du ja so nett und erklärst in mir; dann habe ich sicher einen "Ach soooo!"-Moment, lol2

Sprachlich, also vom Stil her, ist der Text echt klasse! Märchenhaft-veschroben, berührend, surreal.


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"Der Zorn des Schattenkönigs"
Legionarion Verlag
----------------------------------
"Hexenherz - Eisiger Zorn", acabus Verlag 2017.
"Die große acabus-Jubiläumsanthologie", acabus Verlag 2018.
"Hexenherz - Glühender Hass", acabus Verlag 2019.
"Die Tote in der Tränenburg", Alea Libris 2019.
"Hexenherz - Goldener Tod", acabus Verlag 2020.
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Globo85
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Alter: 37
Beiträge: 593
Wohnort: Südwesten


BeitragVerfasst am: 20.05.2021 14:32    Titel: Antworten mit Zitat

Die Fenster sind offen, einfach mit der Maus vorübergehen.


Disclaimer

Die folgende Bewertung stellt nur meine persönlichen Leseeindrücke dar. Wertende Aussagen beziehen sich lediglich auf den gelesenen Text, nie auf die Verfasser:innen. Die Punktevergabe und meine persönliche Rangliste ist natürlich vollkommen subjektiv, insbesondere die Bewertung unter dem Gesichtspunkt E-Literatur.


Ersteindruck

???


E-Lit-Zugehörigkeit

Inhaltlicher Anspruch/etwas zu sagen/tiefer gründender Inhalt

Da steckt bestimmt ein tieferer Inhalt dahinter. Ich vermag ihn nur (noch) nicht zu erkennen.

Stilistischer Anspruch

Kurzer Perspektivwechsel, der das Layout einbindet. Zeit- und Gedankensprünge. Anspruchsvolle Formulierungen.

Ungefügigkeit und Mehrschichtigkeit

Ja und bestimmt.

Für mich: E-Literatur.


Umsetzung des Themas

Fenster

Nitkos Fenster.

offen

Check.

Vorübergehen

Das weiß ich nicht genau.

Für mich: Thema (wohl) umgesetzt.


Was mir gefällt

Das ich keine Ahnung habe, was mir der Text sagen will, ich ihn aber trotzdem gerne lese.

Was mir nicht gefällt

Das ich keine Ahnung habe, was mir der Text sagen will, obwohl ich ihn gerne lese.


Lieblingsstelle/Lieblingssatz

"Ich schrieb es für Nitko, die ich nicht kannte."


Fazit und Punkte

Ich schreib das hier für Nitko, die ich nicht verstehe. Die mir aber gefällt. Die sowas von E ist, dass sie Punkte bekommen muss. Mein achter Platz.

Drei Punkte.
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nicolailevin
Geschlecht:männlichEselsohr


Beiträge: 241
Wohnort: Süddeutschland


BeitragVerfasst am: 20.05.2021 19:48    Titel: Antworten mit Zitat

Eins ist klar, die Vorgaben sind erfüllt: Hier hat jemand definitiv E versucht. Und auch an der zentralen Rolle der offenen Fenster besteht kein Zweifel.

Die Ich-Erzählerin, die an der Welt ziemlich arg leidet, trifft ein geheimnisvolles Mädchen, Nitko, eine Art Spiegelbild, eine Art Alter Ego, die das Nichts propagiert und sich als Niemand herausstellt. Bulimie, Ritzen, Selbstmordgedanken, Einsamkeit, das Leiden an der Welt. Am Ende ist die Erzählerin wieder allein.

Ich bin von der Innenwelt psychisch labiler junger Mädchen ziemlich weit entfernt, und der Text lässt mich daher etwas ratlos zurück. Ich sehe hier schon einen beträchtlichen Anspruch, ich bin mir nur nicht sicher, ob der Text ihn auch erfüllt. Bin ich ein ignoranter alter Mann, wenn ich das als pubertäres Geschwurbel abtue? Aber wenn man so elegisch um seine eigene Befindlichkeit tanzt, hat das halt immer was Selbstverliebtes, Narzisstisches, die eigenen Probleme Überhöhendes – vielleicht ist es für andere großes Kino, aber ich mag es nicht.

Sprachlich bewegt sich der Text auf hohem Niveau, einige Passagen gefallen mir sehr gut in ihrer poetischen Art. Um so mehr stören mich die Stellen, wo er abrutscht:

Die erste Beschreibung Nitkos: dunkel, spröde, blass, und dann ohne Übergang der Eindruck von Sonnenaufgang. Passt nicht.

Der Perspektivwechsel mit dem rechtsbündigen Absatz bringt keinerlei Einsichten oder Gewinn für die Leser_in.

Blaues Wasser, das über die Hand läuft? Mundwasser? Scheibenklar? Ersatzflüssigkeit aus der TV-Werbung für Damenhygiene?

„Wir waren übermüdet, deshalb gingen wir zu ihr.“ Auch eine Logik.

Und dann die Übelkeit und Kotzerei – ohne Ankündigung, Grund, Erklärung. Ok, das mag Bulimie-typisch sein, aber mir ist es zu abrupt und nichtnachvollziehbar.

„Bei mir Angst, dass sie gehen könnte.“ Oh weh! Auch noch Verbenphobie?

„geschmolzener Schnee im Hirn“ – Ach nee, das ist dann doch zu sehr Lyrik aus der gymnasialen Mittelstufe!

Und am Ende dieser uralte „Niemand“-Namen-Trick – ganz dezent mit dem Holzhammer appliziert …

In Summe stehe ich vor dem Dilemma, was ich mit einem Text mache, der viel will und – für meine Begriffe – an seinem Anspruch scheitert; im Vergleich zu anderen Texten hier, die es sich deutlich leichter machen, aber dann funktionieren.

Hat es am Ende leider nicht in die Punkterunde geschafft.
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anderswolf
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 897
Wohnort: Bad Nauheim


BeitragVerfasst am: 21.05.2021 08:57    Titel: Antworten mit Zitat

Nich so. Oder: Das Auge ist das Fenster zur Seele keine erogene Zone.

Schade eigentlich. Wer den Text nicht liest, wird mit einem hübschen Experiment konfrontiert, nämlich einem durch Formatierung sichtbar gemachten Perspektivwechsel von Nicht-Nitko zu Nitko und wieder zurück. Die Idee des Perspektivwechsels ist eigentlich eine gute Idee, hätte auch noch häufiger in diesem Beitrag verwendet werden können, denn auch das ist ja eine mögliche, wenngleich zugegebenermaßen sehr weite Interpretation der Vorgaben: das geöffnete Fenster als Einladung interpretieren, einen Perspektivwechsel zu wagen und dann das bisher Gesehene von der anderen Seite nochmals zu sehen. Denn ein Fenster, anderswo stand das ja auch, ist auf beiden Seiten offen, und in der Vorgabe stand nicht, ob, wer auch immer an diesen geöffneten Fenstern vorbeigeht, das innen oder außen tut.

Wer den Text liest allerdings, wird nicht so recht schlau aus dem, was da zu lesen ist. Ich zumindest muss sehr viele Annahmen darüber anstellen, was mir hier präsentiert wird, und weil sich meine Zeit in diesem Wettbewerb zwischen 24 Beiträgen aufteilt, habe ich wenig Muße, diese Annahmen zu verifizieren. Hier also meine Annahme über den Inhalt: LI geht spazieren, schreit durch ein offenes Fenster eine Doppelgängerin an, sie träumen sich gegenseitig in Gewaltphantasien bzw. Suiziditäten, dazwischen Übelkeiten. Dann ein Pieks ins Auge, Ende.

Sicherlich sind da Identitätsfragen hineingewoben: wer bin ich (und wenn ja, wie viele), wohin führt es mich, wenn ich meinen destruktiven Impulsen nachgebe, und wie könnte ich sein, wenn ich mich nicht von mir selbst zu dissoziieren versuche.
Vielleicht aber auch nicht.

Der Text beginnt mit "Winter, ein eisiger Tag, der Nebel wie eine Kuppel." Und ich komme nicht umhin, den ganzen Text wie gefangen in dieser Nebelkuppel zu empfinden. Da ist nichts wirklich zu erkennen, nichts gibt sein Geheimnis preis, nichts sticht heraus.
Also etwas sticht schon, nämlich der Finger ins Auge, und ich habe wirklich keine Ahnung, was mir das sagen soll. Ist es der ultimative Test, ob Nitko tot ist oder lebendig? Ist es wirklich ein Versehen? Oder soll mir das sagen, dass mir irgendwas im Text ins Auge stechen sollte? Dass ich irgendwas im Text ins Auge fassen sollte? Wenn ja: sehe ich es nicht. Dieses Fenster ist zu geschlossen, als dass ich etwas darin erkennen könnte. Keine Punkte für Niemand.
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