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Unverhoffte Begegnung


 

 
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Soleatus
Klammeraffe


Beiträge: 840



BeitragVerfasst am: 07.05.2021 08:30    Titel: Unverhoffte Begegnung eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

.






      Des Trompeters zagem Spiel lauscht ein erheiterter Elefant.








.

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schó
Geschlecht:männlichGänsefüßchen


Beiträge: 42



BeitragVerfasst am: 07.05.2021 20:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Soleatus,

mir gefällt dieser Satz. Er enthält eine ganze Situation, erzählt eine ganze
Geschichte und das mit Komik. Bringt sicherlich einige zum Schmunzeln,
Lachen, hat Humor und was ein lustiger Effekt ist: man fühlt sich ebenso
erheitert, wie etwa der Elefant. Die Wirkung dieses Satzes spiegelt sich im
Inhalt wieder. So könnte man behaupten du seist dieser Trompeter, der ganz
zage spielt und ich als Leser sei der Elefant, der durch dein Spiel erheitert wird.
Diese komische These wird dadurch unterstützt, dass du nicht angeberisch,
prahlerisch lange komplizierte Verse aneinanderreihst oder einen komplexen,
abstrakten Inhalt beschreibst, bzw. deine Wortwahl ist recht schlicht und sagen
wir zage, wobei zage eine Unterstellung ist, denn der Begriff beinhaltet ja eine
Furcht des Subjekts, so gesehen ist zage vielleicht das falsche Wort und meine
These wurzelt in Sand. Des Weiteren besteht ja wirklich keine Begegnung
hier in dieser Situation, es wäre eher ein entferntes Lauschen meinerseits.

Ich habe dieses "Gedicht" (Bezeichnet man einen Satz ohne Umbrüchen schon
als Gedicht?) zunächst noch anders gelesen, daher stammt auch meine These,
der Inhalt spiegele sich in der Wirkung wieder, ich habe nämlich die Überschrift
außer acht gelassen. "Unverhoffte Begegnung". So schließt sich natürlich der
Kreis, denn der Elefant muss dem entsprechend vom Trompeter gesehen werden,
sonst wäre es keine Begegnung und nur so ergibt auch das Adjektiv "zage" einen
Sinn. Sonst hätte der Trompeter keine Furcht. (Ich musste mich an der Google
Definition von "zage" orientieren, da mir das Wort peinlicher Weise nicht ganz
durchsichtig war.)

So viel nun von meiner Seite, ich muss wirklich sagen, trotz dem sagen wir
Kinderlyrik Charakter dieses Satzes (normalerweise würde man ja streng
gesehen nicht von einem "angeheiterten" Elefanten reden, wobei ... vielleicht
ja doch ...). Nun, also trotz der Schlichtheit und der einfachen Sprache, die
im Grunde sicherlich kein prinzipieller Nachteil ist, gefällt mir dieser Satz.
Ich habe, je länger ich darüber hier schriftlich nachdenke, umso mehr Freude
daran, wobei auch schon initial.

Herzlich, schó

P.S.: Verzeih meine Unfähigkeit mich kurz zu fassen. Du hast das ja im Gegensatz
zu mir fabelhaft hinbekommen Very Happy

EDIT: Ich kam mit der Erwartung in dieses Gedicht, es bestehe eine
Referenz zu Hebels "Unverhofftes Wiedersehen". Auch wenn diese
nicht zu finden war, gehe ich nicht enttäuscht wieder weiter.
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Soleatus
Klammeraffe


Beiträge: 840



BeitragVerfasst am: 07.05.2021 23:35    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Schó!

Danke für deine ausführliche und anregende Rückmeldung. Beim Titel habe ich lange zwischen "unerwartet" und "unverhofft" geschwankt, und ich denke auch, das "unverhofft wirkt in den Text und seine Wahrnehmung. Duden.de unterscheidet, wie ich eben erstaunt festgestellt habe, zwischen "zage" und "zag", wobei mir eher letzteres vorschwebte, also ein gehobenes "zaghaft"; in der Bedeutung so in Richtung "scheu", "unsicher", "zögernd" ... Vielleicht auch "ängstlich", aber richtige "Furcht" scheint mir auf Seiten des Trompeters nicht vorhanden?!

Was ein "Gedicht" ist, weiß ich nicht (oder sagen wir es so: Ein Gedicht ist heutzutage das, was als Gedicht bezeichnet wird); ob "Umbrüche" dazugehören, hm: vielleicht?! Ein Vers ist das Ganze immerhin, wenn auch von einer Art, die keiner kennen muss: Ein "Galliambus" in der Form, wie ihn Catull als Hauptvers im "Attis" verwendet hat und später Voß ins Deutsche geholt hat in seinem (wenig Nachfolge gefunden habendem) "Dithyrambus". Stellt sich die Frage: Ist ein Vers, den keiner als Vers erkennt, wirklich einer?!

Hebels Titel war mir nicht gegenwärtig; dabei mag ich seine Texte sehr! Aber ach, ich fürchte, ich bin einfach zu prosafern ...

Nächtlichen Grußes,

Soleatus
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Longo
Geschlecht:männlichKlammeraffe

Alter: 32
Beiträge: 895



BeitragVerfasst am: 08.05.2021 13:59    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde, jedes Wort steht etwas im Widerspruch mit dem Vorherigen und dem Nachfolgenden. So eine Einarbeitung (o.Ä.) ist für mich notwendig in einem solchen Einsatzer; der muss schon etwas mehr liefern, als ein bloßer Sinnesspruch ohne zweiter Ebene.
Ich finde so einen Text mutig, aber dein Mut wird belohnt, weil deine Worte mir etwas geben, von daher Daumen hoch.

MFG Longo
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Soleatus
Klammeraffe


Beiträge: 840



BeitragVerfasst am: 09.05.2021 08:54    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Longo!

Für "Formverrückte" wie mich liegt eine "zweite Ebene" oft genau da, in der (Vers-)Form; aber das kann kein allgemeiner Maßstab sein, insofern freut es mich, dass es dir auch auf anderem Weg gelingt, den Vers "weit zu machen", ihn weiterdenken zu können. Ich meine, da bietet er auch wirklich Möglichkeiten; aber das zu entscheiden, ist Sache der Leser.

Mit Dank für deine Beschäftigung,

Soleatus
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