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Mein Sein


 

 
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trunkenmaster
Geschlecht:männlichSchneckenpost

Alter: 56
Beiträge: 7
Wohnort: Taucha bei Leipzig


BeitragVerfasst am: 02.05.2021 10:52    Titel: Mein Sein eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Mein Sein





Die Depression ist eine schwere Last

die mich müd und hoffnungslos macht.



Dunkle Wolken ziehen über mich

es donnert und kracht ganz fürchterlich

kein Licht erreicht mein Seelenleid

so das ich jeden Menschen meid.



Das Dunkel nährt meine Gedanken

lässt mich im Leben ganz schön wanken

wie ein grauer Nebel über Land

sich die Finsternis an meine Seele band.



Es ist ein unheimliches Feuer

was in mir brennt

wie es kaum ein Anderer kennt.

Es züngelt, flüstert und breitet sich aus

macht bei mir Angst und Panik auf.



Ein Kampf Gut gegen Böse ist entbrannt,

meine Seele hat mich voll eingespannt.

Quälerei und Antriebslosigkeit

siechen so vor sich hin,

die Kraft verlässt mich mit der Zeit

hoffnungslos gefangen bin.



Tagein, tagaus immer das Gleiche

monoton und freudenleer,

hoffe, das der Tod mich bald erreiche,

so hat das Leben keinen Sinn mehr.



Was hilft mir Rat und Tat

wird jeder Tag zur Höllenfahrt

kämpfen, kämpfen ohne Ziel

ist am Ende nur noch fragil.



So bereue ich mein Sein

kann mich doch nicht befrein.

Im Stillen, wenn meine Seele weint

bin ich am Ende immer allein.



_________________
Es gibt zwei Tage im Leben, die wichtig sind:
1. Der Tag an dem du geboren wurdest
2. Der Tag an dem du feststellst, was deine Bestimmung ist.
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Longo
Geschlecht:männlichKlammeraffe

Alter: 31
Beiträge: 911



BeitragVerfasst am: 02.05.2021 14:31    Titel: Antworten mit Zitat

Es liest sich etwas holprig. Einmal sind die Zeilen länger, einmal kürzer, da würde ich etwas dran arbeiten, dass sich das gleichmäßiger liest und du zumindest die Silbenanzahl einhältst. Wenn man etwas inhaltlich betonen möchte, kann man gerne die betroffene Zeile länger oder kürzer gestalten.
Die Variation des Reimschemas gefällt mir. So hat man etwas Abwechslung.
An sich ist mir der Text etwas unpersönlich. Du kannst ruhig die Wunden aufreißen und sie mit anderen teilen. Warum ist das LI so niedergeschmettert? Was führt zu diesem inneren Kampf? Wer löst ihn aus? Was bringt Erlösung?

Sind alles nur Diskussionspunkte, vielleicht sehen das weitere Rezensenten anders.  

MFG Longo
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lazarus_pi
Schmierfink

Alter: 51
Beiträge: 69



BeitragVerfasst am: 04.06.2021 08:35    Titel: Antworten mit Zitat

Das zugrunde liegende Gefühl wird schon spürbar, finde ich, denke aber auch, dass man sprachlich nochmal drüberschauen sollte. Eine Apokope wie "meid" finde ich hier z.B. nicht so passend, aber das ist vielleicht auch Geschmackssache.

Ein Detail: Quälerei und Antriebslosigkeit sind doch eigentlich nicht die, die dahinsiechen, sondern sind vielmehr (über-)mächtig und voll da, während vielmehr das lyrische Ich oder sein Gefühlsleben dahinsiecht, oder?


_________________
Mit phantastischen Grüßen,
Lazarus
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Peter0185
Geschlecht:männlichGänsefüßchen

Alter: 36
Beiträge: 16
Wohnort: Heppenheim


BeitragVerfasst am: 17.08.2021 11:00    Titel: Antworten mit Zitat

In deinem Gedicht geht es hauptsächlich um die Gemütslage einer Depression, die im Verlauf vom lyrischen Ich mit Beispielen untermauert wird. Das Thema ist aktuell.

Dein Gedicht besteht aus acht Strophen, welche zum Teil unterschiedlich viele Verse aufweisen. Das Reimschema wechselt. Ein Beispiel: Strophe 2 + 3: a, a, b, b. Strophe 6: a, b, a, b.

Es weist Metaphern auf. Die dunklen Wolken und der Nebel stehen für ein Verdüstern der Stimmung, das Licht ist ein Sinnbild für positive Empfindungen wie Wärme, Güte, aber auch Hoffnung. Das unheimliche Feuer steht für Schmerz.

In Strophe vier wird eine negative Tendenz erkennbar. Das Feuer verzehrt das Positive. „es züngelt, flüstert, breitet sich aus“. Dieser Verlauf wird auch in Strophe fünf fortgeführt: „die Kraft verlässt mich mit der Zeit“.

In den ersten beiden Versen der fünften Strophe stagniert die Stimmung: „Tagein, tagaus, immer das Gleiche.“ Ein mögliches Finale, der Tod, der einen bald erreicht, wird in Vers drei der sechsten Strophe beschrieben.
Das zweite Ende, welches dem lyrischen ich droht, kommt in der letzten Strophe zum Ausdruck: Das Alleinsein.

Dein Gedicht gefällt mir gut, weil es ein sehr sensibles Thema behandelt. Du hast erreicht, dass ich es mehrfach gelesen habe, um mehr über die Depression und deren bildliche Darstellungen zu erfahren.

Der Wechsel des Reimschemas und die unterschiedlich vielen Silben der sich reimenden Verse bringen meinen Lesefluss immer wieder zum Stocken. Subjektiv stellt sich mir die Frage: Welches Ende ist für das lyrische ich schlimmer, der Tod oder das Alleinsein? Da das Alleinsein für den letzten Vers gewählt wurde, lese ich darin die größte Angst, welche das lyrische Ich hat.

Letzten Endes finde ich den Einblick in die Gefühlswelt des lyrischen Ichs gelungen. Die darin zum Ausdruck gebrachte Dramatik wird dem durch Dich gewählten Thema gerecht.
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