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Beginn eines Liebesromans


 
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Amarenakirsche
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 28
Beiträge: 375
Wohnort: tief im Westen


BeitragVerfasst am: 07.03.2021 19:39    Titel: Beginn eines Liebesromans eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Hallo zusammen,

hier lest ihr den Einstieg in meinen ersten Versuch eines Liebesromans. Ich freue mich über eure Eindrücke und Tipps!

die Kirsche

***


Kapitel 1

An dem Tag, an dem mein Leben aus den Angeln gehoben wird, stehe ich singend in der Küche und koche Lasagne.
„I don’t want a lot for Christmas, there is just one thing I need…“ Der Pfannenwender wird zum Mikrophon und der Fliesenboden zur Tanzfläche. Ich versuche mich sexy am Herd zu räkeln und bin froh, dass unsere Wohnung von den Nachbarn kaum einsehbar ist. Dann drehe die Lautstärke noch weiter auf und singe aus voller Kehle mit. „Santa Claus won’t make me happy with a toy on Christmas day…“
„Kira!“, brüllt Alex aus dem Nebenzimmer. „Mach die Kacke aus, ich lerne!“
„In einer Woche ist Weihnachten“, trällere ich zurück und hüpfe zum Regal, um die besten Gewürze für die Sauce herauszusuchen. „Entspann dich mal ein bisschen!“ Im Takt der Musik streue ich Salz, Basilikum und Paprikapulver in die Pfanne und rühre um. „Make my wish come true…“
Die Küchentür wird aufgestoßen.
„All I want for Christmas is you!“ Ich richte den Kochlöffel auf meinen Mitbewohner, der schnaubend zu meinem Laptop trottet und den Sound herunterdreht.
„Was ist denn los mit dir?“
Ich grinse ihn an und wische schnell mit einem Küchenpapier die roten Tropfen vom Fußboden. „Paul kommt gleich.“
Alex hebt eine Augenbraue und begutachtet das Küchenchaos. „Und was genau verzapfst du hier?“
„Hausgemachte Lasagne mit extra viel Liebe. Wir sehen uns nächste Woche drei Tage am Stück nicht!“
Alex lacht mich aus. „Na dann füttere ihn mal mit Hackfleischsauce, bis er nicht mehr aus der Tür kommt.“
„Genau das ist der Plan!“ Ich wende mich schwungvoll wieder dem Herd zu und wende den Pfanneninhalt. „Bist du echt am Lernen?“
Alex grunzt. „Direkt nach den Semesterferien ist die erste Klausur und ich krieg es nicht auf die Kette.“
„Du könntest mir erzählen, was du schon weißt“, biete ich an, während ich die Pfanne vom Herd ziehe und eine große Auflaufform bereitstelle. „Bis die Lasagne im Ofen ist, habe ich Zeit.“
Er runzelt die Stirn. „Und deine Weihnachtsparty?“
„Die kann ich auch nachher noch machen.“ Ich sehe ihn erwartungsvoll an. „Also?“
„Okay.“
Während ich die Béchamelsauce zubereite, Gemüse kleinhacke, Käse reibe und alles abwechselnd in die Form schichte, erzählt Alex von Drehmomenten, Kräftepaaren und sonstigen merkwürdigen Maschinenbauphänomenen. Als der Auflauf im Ofen schmort, ist er bei mathematischen Formeln angekommen.
Mein Blick fliegt zur Uhr. „Paul kommt gleich!“, entfährt es mir. Ein Glück. „Können wir wann anders weitermachen?“
„Klar.“ Alex grinst. „Danke auf jeden Fall. Ich glaube, ich weiß jetzt, wo ich noch mal nachlese. Und viel Spaß mit deinem Schatzi.“
Ich verdrehe die Augen, kontrolliere, dass die Lasagne im Ofen vor sich hin brutzelt und husche in mein Zimmer, um mich umzuziehen. Gerade habe ich meine Haare zu einem Zopf hochgebunden, da klingelt es an der Tür.
Ich falle Paul um den Hals und küsse ihn, als hätten wir uns seit Monaten nicht gesehen.
Seine Mundwinkel zucken, dann macht er sich sanft von mir los, um die Jacke auszuziehen. „Was riecht hier denn so gut?“
„Überraschung“, grinse ich und ziehe ihn in mein Zimmer.
Ich schließe die Tür, wir setzen uns auf die Bettkante und ich kann nicht länger warten. Die Arme um Pauls Hals geschlungen küsse ich ihn. Zuerst ist alles wie immer, seine Lippen sanft, seine Wärme ganz nah, doch dann macht er sich von mir los.
„Es tut mir leid, ich kann das nicht mehr.“
Blinzelnd öffne ich die Augen. „Wir können auch was anderes machen“, beginne ich.
Paul schüttelt den Kopf.
„Ist alles okay?“, frage ich besorgt.
„Ja. Nein…“ Er zögert. Sieht mich nicht an.
„Paul, rede mit mir!“ Scheiße, was ist passiert? Ist jemand gestorben? Ist etwas mit seiner Schwester?
Als er endlich spricht, ist es nicht mehr als ein Flüstern. „Ich glaube nicht, dass es noch gut mit uns funktioniert.“
„Was?“ Meine Stimme zittert und ich beiße mir auf die Lippe. Mit einem Mal fühlen sich meine Hände eiskalt an. „Was soll das heißen?“
Paul fährt sich mit den Händen durch die Haare und springt vom Bett auf. Er tigert durch mein Zimmer. „Du darfst das nicht persönlich nehmen…“, beginnt er und mir entfährt ein ungläubiges Lachen.
Nicht persönlich nehmen? Kommt jetzt gleich „Es liegt nicht an dir, es liegt an mir?“. Ich schüttele den Kopf und komme mir vor wie in einer schlechten Teenie-Serie. Und wie in einer davon verspüre ich den Drang, mir selbst ins Gesicht zu kneifen, um zu testen, ob ich träume.
Er bleibt vor dem Bett stehen. „Kira…“, beginnt er, weicht aber meinem Blick aus.
Ich starre auf den Teppich. Ein kleines Stück vom Nachttisch entfernt kann man immer noch den dunklen Fleck erkennen, wo Paul vor ein paar Wochen den Wein umgestoßen hat. Ich habe mit verschiedenen Putzmitteln darüber gerubbelt und mein Zimmer stank drei Tage lang wie eine Chemiefabrik, aber der Fleck ist immer noch da.
„Du machst Schluss“, stelle ich mit belegter Stimme fest. Einfach so. Aus dem Nichts.
Er widerspricht mir nicht.
Etwas fällt polternd zu Boden. „Scheiße!“, höre ich Alex aus dem Nachbarzimmer fluchen.
„Aber warum?“ Ich spüre, wie sich Verzweiflung in meinem Magen zusammenballt.
Pauls Haare stehen zu Berge als hätte er in die Steckdose gefasst. Normalerweise hätte ich sie ihm glattgestrichen, die vertrauten weichen Strähnen unter den Fingern gespürt, aber ich hocke wie gelähmt auf dem Bett.
„Es tut mir leid“, flüstert er und presst die Lippen zusammen. Er kann meinem Blick keine Sekunde standhalten.
Ein schrecklicher Gedanke sickert langsam in mein Bewusstsein. Wie ein schwarzer Tintentropfen, der in ein Wasserglas fällt, sinkt er zu Boden. „Es liegt am Sex“, flüstere ich.
Paul wendet sich von mir ab und starrt aus dem Fenster.
Taumelnd rappele ich mich auf. Ich strecke eine Hand aus, berühre ihn am Arm, aber er zuckt zurück. Meine Kehle schnürt sich zu. Ich fasse mir an den Hals. „Können wir nicht… Können wir es nicht noch einmal versuchen?“
Langsam dreht er sich zu mir um. Sein Blick ist dunkel, als hätten sich Regenwolken vor die blauen Augen geschoben. „Ich glaube nicht, dass das etwas bringt.“
Das Wasserglas bebt. Panik steigt in mir auf, verknotet meine Gedärme. „Aber…“ Ich schlucke, versuche Worte zu finden. Worte, die helfen, die erklären. Aber ich weiß nicht wie. „Wir können doch nicht so einfach aufgeben!“
Müde schüttelt er den Kopf.
„Bitte“, flüstere ich. „Vielleicht kann ich…“
Die Tür fliegt auf.
„Kira, ist der Staubsauger bei dir?“ Alex bleibt wie angewurzelt stehen. Sein Blick fliegt zwischen Paul und mir hin und her. „Oh Scheiße, ich wollte euch nicht stören!“
„Ist schon okay.“ Paul atmet tief durch. „Ich glaube, ich gehe besser.“
Ich will ihn am Arm zurückhalten, aber er macht sich los. Sanft, aber bestimmt. Dann schiebt er sich an Alex vorbei und in den Flur.
Ich stehe da und sehe hilflos zu, wie er sich Schuhe und Jacke anzieht. Fünfhundert Ideen spuken mir durch den Kopf, aber ich bringe keine davon über die Lippen. Als Paul die Hand auf die Türklinke legt, sieht er mich noch einmal an. Ich lege alles in diesen Blick. Gib uns noch eine Chance, bitte!
„Es tut mir leid.“
Die Wohnungstür fällt ins Schloss.
„Scheiße, Kira.“ Alex macht eine Bewegung, als wollte er mich umarmen, bleibt aber unbeholfen stehen. Ich sehe seine Füße in den dicken, flauschigen Pandapantoffeln auf dem ausgeblichenen Teppichboden. Meine Hände ballen sich zu Fäusten.
„Ähm… deine Lasagne ist übrigens gleich fertig.“
Lasagne? Allein bei dem Gedanken daran, etwas Festes zu mir zu nehmen, rebelliert mein Magen.
Ich schlucke, drehe mich um und knalle die Zimmertür ins Schloss.
Mit zitternden Fingern greife ich nach dem Handy und tippe eine Nachricht an meine beste Freundin. „Mir geht’s nicht gut. Kannst du kommen?“
Das Handy landet unsanft auf dem Nachttisch und ich schlinge die Arme um den Bauch. Ich wusste es. Ich habe es immer gewusst. Ein dicker, fetter Kloß ballt sich in meinem Magen zusammen und ich glaube, ich muss mich übergeben.

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Rodge
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 745
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 08.03.2021 08:49    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Amarenakirsche,

ich finde die Sprache erfrischend und die Szene für den Einstieg toll gewählt, gerade auch weil der Grund der Trennung so ein bisschen offen bleibt. Ich habe das gerne gelesen, sprachlich gäbe es nur Kleinigkeiten (für Details fehlt mir die Zeit, auch können das andere besser).

Das Einzige, was bei einer Veröffentlichung stören könnte, wäre ein möglicher Rechteverstoß, dadurch, dass du mehr als nur den Refrain von "All I want for Christmas" zitierst.

Grüße,
Rodge
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Natalie2210
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 34
Beiträge: 420



BeitragVerfasst am: 08.03.2021 14:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kirsche,

ich bin nicht so für Liebesromane, aber dein Einstieg ist richtig niedlich, passt gut für das Genre, denke ich Smile

Zitat:
An dem Tag, an dem mein Leben aus den Angeln gehoben wird, stehe ich singend - der erste Satz ist wirklich schön, bis auf dieses Partizip, das würde ich streichen - vielleicht kannst du das "trällern" gleich im nächsten Satz einfügen? Dann ist auf alle Fälle klar, dass sie singt in der Küche und koche Lasagne.
„I don’t want a lot for Christmas, there is just one thing I need…“ Der Pfannenwender wird zum Mikrophon und der Fliesenboden zur Tanzfläche. Ich versuche mich sexy am Herd zu räkeln und bin froh, dass unsere Wohnung von den Nachbarn kaum einsehbar ist. Dann drehe die Lautstärke noch weiter auf und singe aus voller Kehle mit. „Santa Claus won’t make me happy with a toy on Christmas day…“
„Kira!“, brüllt Alex aus dem Nebenzimmer. „Mach die Kacke aus, ich lerne!“
„In einer Woche ist Weihnachten“, trällere ich zurück und hüpfe zum Regal, um die besten Gewürze für die Sauce herauszusuchen. „Entspann dich mal ein bisschen!“ Im Takt der Musik streue ich Salz, Basilikum und Paprikapulver in die Pfanne und rühre um. „Make my wish come true…“
Die Küchentür wird aufgestoßen.
„All I want for Christmas is you!“ Ich richte den Kochlöffel auf meinen Mitbewohner, der schnaubend zu meinem Laptop trottet und den Sound herunterdreht.
„Was ist denn los mit dir?“
Ich grinse ihn an und wische schnell mit einem Küchenpapier die roten Tropfen vom Fußboden. „Paul kommt gleich.“
Alex hebt eine Augenbraue und begutachtet das Küchenchaos. „Und was genau verzapfst - verzapfen und dann will er wissen, was sie kocht? Das passt für mich nicht zusammen, verzapfen gehört fü rmich in den Kontext "Unsinn reden" du hier?“
„Hausgemachte Lasagne mit extra viel Liebe. Wir sehen uns nächste Woche drei Tage am Stück nicht!“
Alex lacht mich aus. „Na dann füttere ihn mal mit Hackfleischsauce, bis er nicht mehr aus der Tür kommt.“
„Genau das ist der Plan!“ Ich wende mich schwungvoll wieder dem Herd zu und wende den Pfanneninhalt. „Bist du echt am Lernen?“
Alex grunzt. „Direkt nach den Semesterferien ist die erste Klausur und ich krieg es nicht auf die Kette.“
„Du könntest mir erzählen, was du schon weißt“, biete ich an, während ich die Pfanne vom Herd ziehe und eine große Auflaufform bereitstelle. „Bis die Lasagne im Ofen ist, habe ich Zeit.“
Er runzelt die Stirn. „Und deine Weihnachtsparty?“
„Die kann ich auch nachher noch machen.“ Ich sehe ihn erwartungsvoll an. „Also?“
„Okay.“
Während ich die Béchamelsauce zubereite, Gemüse kleinhacke, Käse reibe und alles abwechselnd in die Form schichte, erzählt Alex von Drehmomenten, Kräftepaaren und sonstigen merkwürdigen Maschinenbauphänomenen. Als der Auflauf im Ofen schmort, ist er bei mathematischen Formeln angekommen.
Mein Blick fliegt zur Uhr. „Paul kommt gleich!“, entfährt es mir. Ein Glück. „Können wir wann anders weitermachen?“
„Klar.“ Alex grinst. „Danke auf jeden Fall. Ich glaube, ich weiß jetzt, wo ich noch mal nachlese. Und viel Spaß mit deinem Schatzi.“
Ich verdrehe die Augen, kontrolliere, dass die Lasagne im Ofen vor sich hin brutzelt und husche in mein Zimmer, um mich umzuziehen. Gerade habe ich meine Haare zu einem Zopf hochgebunden, da klingelt es an der Tür.
Ich falle Paul um den Hals und küsse ihn, als hätten wir uns seit Monaten nicht gesehen.
Seine Mundwinkel zucken, dann macht er sich sanft von mir los, um die Jacke auszuziehen. „Was riecht hier denn so gut?“
„Überraschung“, grinse ich und ziehe ihn in mein Zimmer.
Ich schließe die Tür, wir setzen uns auf die Bettkante und ich kann nicht länger warten. Die Arme um Pauls Hals geschlungen küsse ich ihn. Zuerst ist alles wie immer, seine Lippen sanft, seine Wärme ganz nah, doch dann macht er sich von mir los.
„Es tut mir leid, ich kann das nicht mehr.“
Blinzelnd öffne ich die Augen. „Wir können auch was anderes machen“, beginne ich.
Paul schüttelt den Kopf.
„Ist alles okay?“, frage ich besorgt.
„Ja. Nein…“ Er zögert. Sieht mich nicht an.
„Paul, rede mit mir!“ Scheiße, was ist passiert? Ist jemand gestorben? Ist etwas mit seiner Schwester?
Als er endlich spricht, ist es nicht mehr als ein Flüstern. „Ich glaube nicht, dass es noch gut mit uns funktioniert.“
„Was?“ Meine Stimme zittert und ich beiße mir auf die Lippe. Mit einem Mal fühlen sich meine Hände eiskalt an. „Was soll das heißen?“
Paul fährt sich mit den Händen durch die Haare und springt vom Bett auf. Er tigert durch mein Zimmer. „Du darfst das nicht persönlich nehmen…“, beginnt er und mir entfährt ein ungläubiges Lachen.
Nicht persönlich nehmen? Kommt jetzt gleich „Es liegt nicht an dir, es liegt an mir?“. Ich schüttele den Kopf und komme mir vor wie in einer schlechten Teenie-Serie. Und wie in einer davon verspüre ich den Drang, mir selbst ins Gesicht zu kneifen, um zu testen, ob ich träume.
Er bleibt vor dem Bett stehen. „Kira…“, beginnt er, weicht aber meinem Blick aus.
Ich starre auf den Teppich. Ein kleines Stück vom Nachttisch entfernt kann man immer noch den dunklen Fleck erkennen, wo Paul vor ein paar Wochen den Wein umgestoßen hat. Ich habe mit verschiedenen Putzmitteln darüber gerubbelt und mein Zimmer stank drei Tage lang wie eine Chemiefabrik, aber der Fleck ist immer noch da.
„Du machst Schluss“, stelle ich mit belegter Stimme fest. Einfach so. Aus dem Nichts.
Er widerspricht mir nicht.
Etwas fällt polternd zu Boden. „Scheiße!“, höre ich Alex aus dem Nachbarzimmer fluchen.
„Aber warum?“ Ich spüre, wie sich Verzweiflung in meinem Magen zusammenballt.
Pauls Haare stehen zu Berge als hätte er in die Steckdose gefasst. Normalerweise hätte ich sie ihm glattgestrichen, die vertrauten weichen Strähnen unter den Fingern gespürt, aber ich hocke wie gelähmt auf dem Bett.
„Es tut mir leid“, flüstert er und presst die Lippen zusammen. Er kann meinem Blick keine Sekunde standhalten.
Ein schrecklicher Gedanke sickert langsam in mein Bewusstsein. Wie ein schwarzer Tintentropfen, der in ein Wasserglas fällt, sinkt er zu Boden. „Es liegt am Sex“, flüstere ich.
Paul wendet sich von mir ab und starrt aus dem Fenster.
Taumelnd rappele ich mich auf. Ich strecke eine Hand aus, berühre ihn am Arm, aber er zuckt zurück. Meine Kehle schnürt sich zu. Ich fasse mir an den Hals. „Können wir nicht… Können wir es nicht noch einmal versuchen?“
Langsam dreht er sich zu mir um. Sein Blick ist dunkel, als hätten sich Regenwolken vor die blauen Augen geschoben. „Ich glaube nicht, dass das etwas bringt.“
Das Wasserglas bebt. Panik steigt in mir auf, verknotet meine Gedärme. „Aber…“ Ich schlucke, versuche Worte zu finden. Worte, die helfen, die erklären. Aber ich weiß nicht wie. „Wir können doch nicht so einfach aufgeben!“
Müde schüttelt er den Kopf.
„Bitte“, flüstere ich. „Vielleicht kann ich…“
Die Tür fliegt auf.
„Kira, ist der Staubsauger bei dir?“ Alex bleibt wie angewurzelt stehen. Sein Blick fliegt zwischen Paul und mir hin und her. „Oh Scheiße, ich wollte euch nicht stören!“
„Ist schon okay.“ Paul atmet tief durch. „Ich glaube, ich gehe besser.“
Ich will ihn am Arm zurückhalten, aber er macht sich los. Sanft, aber bestimmt. Dann schiebt er sich an Alex vorbei und in den Flur.
Ich stehe da und sehe hilflos zu, wie er sich Schuhe und Jacke anzieht. Fünfhundert Ideen spuken mir durch den Kopf, aber ich bringe keine davon über die Lippen. Als Paul die Hand auf die Türklinke legt, sieht er mich noch einmal an. Ich lege alles in diesen Blick. Gib uns noch eine Chance, bitte!
„Es tut mir leid.“
Die Wohnungstür fällt ins Schloss.
„Scheiße, Kira.“ Alex macht eine Bewegung, als wollte er mich umarmen, bleibt aber unbeholfen stehen. Ich sehe seine Füße in den dicken, flauschigen Pandapantoffeln auf dem ausgeblichenen Teppichboden. Meine Hände ballen sich zu Fäusten.
„Ähm… deine Lasagne ist übrigens gleich fertig.“
Lasagne? Allein bei dem Gedanken daran, etwas Festes zu mir zu nehmen, rebelliert mein Magen - das passt für mich nicht ganz zusammen. Sie hat gerade noch gekocht. Wie wäre ein "Lasagne? Auf die hatte sie total vergessen, und nun wurde ihr beim Gedanken daran.. ".
Ich schlucke, drehe mich um und knalle die Zimmertür ins Schloss.
Mit zitternden Fingern greife ich nach dem Handy und tippe eine Nachricht an meine beste Freundin. „Mir geht’s nicht gut. Kannst du kommen?“
Das Handy landet unsanft auf dem Nachttisch und ich schlinge die Arme um den Bauch. Ich wusste es. Ich habe es immer gewusst. Ein dicker, fetter Kloß ballt sich in meinem Magen zusammen und ich glaube, ich muss mich übergeben.


Eines allerdings: Ich weiß nicht, auf welche "Flughöhe" bzw wo in der Skala U und E du dich ansiedeln möchtest. Deine Protagonistin ist wohl eine junge Erwachsene (Studentin?), Alex ihr Mitbewohner (?) und sie reagiert sehr klischeehaft/pubertär ("Ist jemand gestorben?" "Mir gehts nicht gut, kannst du kommen?" Speziell das Türenknallen .. ein bisschen viel für meinen Geschmack, mit Betonung auf "Geschmack".  Der Text ist schwer in Ordnung und macht neugierig darauf, wie es weitergeht.

lg,
Natalie
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Amarenakirsche
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BeitragVerfasst am: 08.03.2021 20:43    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank euch beiden für eure Einschätzung!

Rodge, dass du die Szene als gut gewählt für den Einstieg erachtest, bestätigt mich schon mal. smile Danke. Erfrischende Sprache klingt auch gut.
Dein Hinweise auf die rechtlichen Aspekte bezüglich des Songs ist super! Da muss ich mich noch mal schlau machen.

Vielleicht mag mich ja jemand mit der Nase auf die sprachlichen Kleinigkeiten stoßen?

Natalie, du sprichst hilfreiche Dinge an. Ich habe auch das Gefühl, dass Kira noch ein bisschen zu niedlich und süß ist. Da fehlen noch ein paar Kanten. wink
Und ein bisschen Klischee wäre für mich okay, aber zu viel soll es auch nicht sein...

Zitat:
An dem Tag, an dem mein Leben aus den Angeln gehoben wird, stehe ich singend in der Küche und koche Lasagne.

Das finde ich super, danke!


die Kirsche
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Rike La
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Beiträge: 187



BeitragVerfasst am: 09.03.2021 11:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Amarenakirsche,

jetzt habe ich den Text auch mal durchgelesen, muss aber dazu sagen, dass das so gar nicht mein Genre ist...

Zitat:
Natalie, du sprichst hilfreiche Dinge an. Ich habe auch das Gefühl, dass Kira noch ein bisschen zu niedlich und süß ist. Da fehlen noch ein paar Kanten. wink
Und ein bisschen Klischee wäre für mich okay, aber zu viel soll es auch nicht sein...


Ja, das fände ich gut. Mir persönlich geht deine Prota schon direkt zu Beginn auf die Nerven.

z.B. dieser Abschnitt

Zitat:
Der Pfannenwender wird zum Mikrophon und der Fliesenboden zur Tanzfläche. Ich versuche mich sexy am Herd zu räkeln und bin froh, dass unsere Wohnung von den Nachbarn kaum einsehbar ist.


geht, finde ich, gar nicht... also warum macht sie das?? Sexy am Herd räkeln, obwohl sie alleine in der Küche steht und kocht? Und in den Pfannenwender singen? Das finde ich so kitschig, mädchenhaft, klischeehaft... also sie hat damit sofort die Rolle des niedlichen, naiven Dummchens (für mich persönlich, sorry...).

Insgesamt ist der Text nicht schlecht geschrieben und ich bin auch überzeugt, dass es Leser*innen gibt, die da gerne weiterlesen würden, aber ich würde den Anfang echt irgendwie verändern, du musst ihren Charakter ja nicht komplett ändern, aber vielleicht zumindest ein bisschen? Oder braucht es das für den weiteren Verlauf?

Vielleicht bin ich auch einfach nicht die richtige Zielgruppe und das sollte jetzt auch nicht allzu vernichtend rüberkommen (und geschrieben ist es auch nicht schlecht), ich denke nur wirklich, dass es der Geschichte gut tun würde, wenn deine Prota vielleicht einen anderen Einstieg bekommt...

Aber wie gesagt: das ist nur mein persönlicher Eindruck.

Liebe Grüße
Rike
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marinaheartsnyc
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BeitragVerfasst am: 09.03.2021 14:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Amarenakirsche,

ich muss mich Rike leider anschließen: Ich finde deinen Text handwerklich gesehen richtig gut - war sofort in der Szene drin, hatte Bilder im Kopf, Spannung entsteht auch gleich durch den ersten Satz - aber auch mir geht deine Prota ab Sekunde 1 leider ziemlich auf die Eierstöcke. Und ja, ich weiß, dass dein Text wahrscheinlich in das Genre so trotzdem gut passt aber hach... können wir nicht endlich mal Protagonistinnen haben, die Glitzer mögen und trotzdem harte Kante zeigen können? Ich weiß, dass es echt schwierig ist, diesen Spagat hinzubekommen (versuche mich selbst gerade an einem ähnlichen Text), aber irgendwie macht es als Autorin auch Spaß, zu überlegen, wie ich meine Prota selbstbestimmt und trotzdem weiblich/chaotisch/glitzernd/... machen kann. Also von demher bin ich 100% Team Ecken und Kanten.
Ein sehr passendes Zitat dazu von Jess aus "New Girl", über das ich gestern gestolpert bin: "I brake for birds. I rock a lot of polka dots. I have touched glitter in the last 24 hours. But that doesn’t mean I’m not smart and tough and strong." Laughing

Liebe Grüße
Marina


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- Rumi
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Natalie2210
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BeitragVerfasst am: 09.03.2021 14:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Amarenakirsche,

mich erinnert dein Text ein bisschen an Sophie Kinsella, ihre Shopaholic-Serie. Sie lebt ja auch von einer sehr übertriebenen Darstellung der Protagonistin Rebecca Bloomwood, und es hat sehr gut gepasst. Wenn du in die Richtung gehen möchtest (und die Bücher waren ein richtiger Erfolg, den ich auch verstehe, denn sie waren so lustig geschrieben, bunt, richtige "Feel-good"-Literatur) - dann passt dein Einstieg gut und du solltest in genau dem Stil weiterschreiben.  

Ja, es ist klischeehaft. Ja, ein bisschen geht die Prota an die Nieren. Aber das zeichnet einen Text ja auch aus - er soll ja Emotionen ansprechen. Und Embarassed - ich wüsste schon gerne, was das Problem beim Sex war. Embarassed

lg,
Natalie
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marinaheartsnyc
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BeitragVerfasst am: 09.03.2021 14:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hab gerade mal noch ein paar Beispiele gebrainstormt, wie deine Prota evtl. ein bisschen selbstbestimmter wirken würde:

- Die Kombi aus "sie kocht für ihn" weil sie sich "ganze drei Tage" nicht sehen nimmt gleich ganz viele Sympathiepunkte weg, mMn. Vielleicht kann sie etwas anderes machen als (nur) kochen? Essen bestellen? Oder sie kocht ausnahmsweise mal und ziemlich widerwillig, aber er ist es ihr wert? Oder sie freut sich tatsächlich (sowas soll es geben Laughing ), dass sie sich drei Tage nicht sehen und sie dann ein bisschen Ruhe und Zeit für sich hat und kocht deswegen ausnahmsweise mal für ihn? Selbst wenn Menschen in einer glücklichen Beziehung sind, brauchen sie ja ab und an Zeit für sich Wink
- Ihr Verhalten: Lass sie sich ruhig weiter sexy räkeln und in den Pfannenwender singen, aber lass sie auch fluchen, einen Schrank zuschlagen, ihren Mitbewohner anmotzen und nicht anträllern.
- Ihre Reaktion auf das Schlussmachen: Warum nimmt sie es einfach nur so hin? Warum agiert sie nicht ein bisschen mehr? Wird wütend oder macht dicht? Und sofort die beste Freundin anrufen ist wirklich sehr pupertär, lass sie doch lieber einen doppelten Schnaps trinken, eine Runde Wut-Joggen gehen, Geschirr zerdeppern, ... oder zumindest einfach nur apathisch auf dem Bett liegen, an die Decke starren und ihre life choices überdenken Laughing

Das waren jetzt mal nur ein paar Beispiele und meine persönliche Meinung, aber vielleicht ist ja was dabei angel

Liebe Grüße
Marina


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- Rumi
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Amarenakirsche
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BeitragVerfasst am: 09.03.2021 17:07    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

vielen Dank für die ehrlichen Worte, Rike, marinaheartsnyc und Natalie.
Ich glaube, ihr habt mir genau das aufgezeigt, das mir die ganze Zeit schon Bauchschmerzen macht:
Meine Prota ist ein Klischee. lol2

Und ja, ihr habt Recht, natürlich hätte sie auch als "naives Dummchen" ein Existenzrecht - aber eigentlich möchte ich diese Rolle nicht. Gerade bin ich wirklich am überlegen, ob sich das mit der Zeit ändert und nur der Einstieg so überzogen ist, oder ob es ein Grundsatzproblem im ganzen Text ist. Das wird Arbeit.

Ich bin ein bisschen gefrustet. Leider passiert es mir oft, dass gerade die Protagonistinnen nicht vielschichtig genug werden... Naja.
Danke auf jeden Fall.
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Amarenakirsche
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BeitragVerfasst am: 09.03.2021 17:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank trotzdem, dass euch der Text rein sprachlich gefällt.
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Rike La
Geschlecht:weiblichLeseratte


Beiträge: 187



BeitragVerfasst am: 10.03.2021 08:17    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Und ja, ihr habt Recht, natürlich hätte sie auch als "naives Dummchen" ein Existenzrecht - aber eigentlich möchte ich diese Rolle nicht. Gerade bin ich wirklich am überlegen, ob sich das mit der Zeit ändert und nur der Einstieg so überzogen ist, oder ob es ein Grundsatzproblem im ganzen Text ist. Das wird Arbeit.


Hallo Amarenakirsche,

ja, das können wir natürlich nicht beurteilen.

Falls sie tatsächlich nur in der Einstiegsszene so rüberkommen sollte, fände ich die Vorschläge, die marinaheartsnyc gemacht hat, ganz gut. Daumen hoch²

Liebe Grüße
Rike
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Düsterhöft
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BeitragVerfasst am: 10.03.2021 10:22    Titel: Antworten mit Zitat

Der Einstieg ist für meinen Geschmack sehr gut. Ich liebe Liebesromane... Ehrlich gesagt würde ich genau so anfangen. Mit einem naiven Dummchen starten und sie durch Trennung und Schicksalsschlag im Lauf der Geschichte zu einem glitzernden BadAss verwandeln. Die Entwicklungsmöglichkeiten von Kira sind spannend! Weiter so!
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Nicki
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Ei 10


BeitragVerfasst am: 10.03.2021 12:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Amarenakirsche,
ich habe deinen Einstieg gern gelesen.
Dass die Prota anfangs klischeehaft und wie ein naives Frauchen rüberkommt, darin liegt ihr Potenzial, sich zu entwickeln. Je weiter  "unten"du anfängst, desto mehr Möglichkeiten hat sie, aus diesem Klischee herauszuwachsen. Das einzige, was ich dann wohl am Einstieg ändern würde - gib dem Leser ein Zeichen, dass sie diese Möglichkeiten hat, dass es etwas gibt, was ihr aufstößt, was sie selbst stört, aber vielleicht noch nicht so richtig benennen kann. Dann wirkt ihre spätere Entwicklung glaubwürdiger.


_________________
MfG
Nicki

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Ralphie
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BeitragVerfasst am: 10.03.2021 12:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, Amarenakirsche!

Wenn du das Ganze in der Vergangenheitsform schreiben würdest, klänge es noch besser.
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Amarenakirsche
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BeitragVerfasst am: 10.03.2021 21:47    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke an alle für eure Ideen und Eindrücke.

Düsterhöft, das tut gut zu lesen. Ich glaube, eine richtige Badass-Woman ist nicht aus Kira geworden. Aber zumindest eine, die für ihre Meinung einsteht und nicht aufgibt.

Nicki, das sind tolle Gedanken, danke. Ich werde den Anfang auf jeden Fall noch mal dahingehend überarbeiten. Die Entwicklung gibt es, aber ich denke, ich werde mich noch einmal intensiv damit beschäftigen, genau diese Veränderungen bei Kira herauszuarbeiten.

Ralphie, danke für die Idee, aber für mich funktioniert das Präsenz ganz gut und ich würde die 420 Seiten jetzt erst mal so lassen und nicht alles ändern.

Liebe Grüße
die Kirsche
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Ralphie
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BeitragVerfasst am: 11.03.2021 05:39    Titel: Antworten mit Zitat

Lies dir mal deinen ersten Satz durch ...
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Rike La
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BeitragVerfasst am: 11.03.2021 07:49    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ralphie, danke für die Idee, aber für mich funktioniert das Präsenz ganz gut


Ich finde die Gegenwartsform hier auch ganz passend!! Würde ich auch nicht ändern....
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Amarenakirsche
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BeitragVerfasst am: 11.03.2021 09:23    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für deine Einschätzung, Rike. Ich werde erst einmal dabei bleiben.
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Willebroer
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BeitragVerfasst am: 11.03.2021 14:37    Titel: Antworten mit Zitat

Ralphie hat Folgendes geschrieben:
Lies dir mal deinen ersten Satz durch ...


Amarenakirsche hat Folgendes geschrieben:

An dem Tag, an dem mein Leben aus den Angeln gehoben wird, stehe ich singend in der Küche und koche Lasagne.


Das klingt tatsächlich wie eine Prophezeiung.

Wenn die Welt untergeht, bin ich nicht zu Hause.
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Amarenakirsche
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BeitragVerfasst am: 29.03.2021 13:39    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

So. Neuer Versuch. Ich weiß, jetzt ist Alex zu einem klischeehaften Blondchen geworden, aber irgendwie hat sich das als Kontrast zur "neuen Kira" so ergeben.
Was meint ihr? Ist es jetzt zu gewollt anders? Passt es?

Danke schön.
die Kirsche



Kapitel 1

„Hilfe! Kira!“
Scheiße, hat sie den Herd in Brand gesetzt?! Ich fahre von meinem Bett hoch, werfe das Buch zur Seite und stürme in die Küche. Meine Mitbewohnerin Alexandra steht vor dem Herd, einen Kochlöffel in der Hand und eine stylische neue Schürze um den Bauch geknotet. Vom Holzlöffel tropfen rote Flecken auf den Fliesenboden.
Erleichtert lehne ich mich in den Türrahmen. Meine Mundwinkel zucken. „Ich dachte, du hättest was angezündet.“
„Nein“, seufzt sie und fährt fort, in der Pfanne zu rühren. „Es ist ein kulinarischer Notfall.“
Ich nehme mir ein Küchentuch und wische die Tomatensauce auf. Dann mustere ich die drei Brettchen mit geschnippeltem Gemüse, die sich auf der Arbeitsplatte aneinander reihen. „Was soll das werden?“
„Lasagne.“ Alex greift nach dem Schneebesen. „Aber ich krieg die Béchamelsauce nicht hin.“
„Zwiebeln helfen beim Andicken“, stelle ich mit fachmännischem Blick fest. „Soll ich dir…“
„Nee, schon gut, das mach ich gleich. Aber ich weiß, wie du mir helfen kannst.“ Sie hält mir das Smartphone hin. „Machst du ein paar Fotos?“
Ich hebe eine Augenbraue. Weiß ich doch, dass es nicht bei ein paar bleiben wird. „Du weißt, dass Paul gleich kommt und ich noch…“
„Das geht ganz schnell.“
Bestimmt. Aber was tut man nicht alles für den WG-Frieden.
„Was sind deine Pläne für heute?“, frage ich meine Mitbewohnerin, während sie sich für jede Aufnahme ein klein wenig anders positioniert und in die Kamera strahlt. „Also nachdem du die halbe Stadt verpflegt hast?“
Sie nimmt mir das Handy ab und wischt mit skeptischer Miene durch die Bilder. „Meine Haare liegen einfach nie so wie bei den anderen“, seufzt sie.
„Alex?“, hake ich nach.
Sie blickt auf, streicht sich eine hellblonde Haarsträhne hinter das Ohr. „Ach nichts Besonderes. Ich will den post fertig machen, die Aufgabe für Mediengeschichte erledigen und mich mit der Projektgruppe abstimmen, wann wir endlich mit der Planung anfangen können.“ Sie lässt ein kleines Schnauben hören. „Ich glaube, ich bin die einzige, die sich dafür interessiert, dass wir was Gutes abgeben. Ach ja und Sport machen muss ich auch noch.“
Ich runzele die Stirn. „In einer Woche ist Weihnachten. Willst du nicht mal einen Gang runter schalten?“
Aber Alex winkt ab und beginnt wieder im Topf zu rühren, während sie gleichzeitig etwas in ihrem Handy nachschaut.
Wenn sie meint… „Brauchst du mich noch? Zum Aufräumen oder so?“ Ich deute auf den Esstisch, der mit allerlei benutzten Schüsseln und Tellern vollgestellt ist.
„Nee, alles gut. Mach dich mal fertig für deinen Schatz.“ Sie lässt das Handy sinken, wackelt bedeutungsvoll mit den Augenbrauen. „Wenn ihr keine Zeit habt, könnt ihr gerne was von der Lasagne abhaben - sobald ich die Fotos gemacht habe.“
„Danke. Aber ich glaube, wir bestellen einfach was.“
Ich lasse das Küchenchaos hinter mir und husche in mein Zimmer, um mich umzuziehen.
Gerade habe ich meine Haare zu einem Zopf hochgebunden, da klingelt es. Ich eile zur Wohnungstür und kurz darauf kommt Paul die letzten Stufen nach oben gestiefelt.
„Na, Fremder?“, begrüße ich ihn und küsse ihn auf den Mund. „Auch mal wieder da?“
Er verdreht die Augen. „Wir haben uns zwei Tage nicht gesehen.“
„Na und?“
Paul schält sich aus seiner Jacke. „Was riecht hier denn so gut?“
„Alex kocht für ihre Follower.“ Ich ziehe ihn in mein Zimmer. Dort lasse ich mich auf meinen Schreibtischstuhl fallen und baumele mit den Beinen. „Und was machen wir heute?“
Unentschlossen steht Paul mitten im Zimmer, die Hände in den Taschen seiner Jeans vergraben.
„Ist alles okay?“, frage ich verwirrt.
Er zögert, schüttelt den Kopf. „Also… Ich glaube…“ Er sieht mich nicht an. „Ich muss dir was sagen.“
„Okay.“ Ich lächele ihm aufmunternd zu. „Egal, was es ist, ich werd's schon aushalten.“
Doch er kriegt den Kiefer nicht auseinander.
„Willst du dich nicht hinsetzen?“, schlage ich hilfsbereit vor.
Paul schüttelt nur abermals den Kopf, beißt sich auf die Unterlippe, bevor es aus ihm herausplatzt: „Ich kann das nicht mehr.“
„Sitzen?!“ Beinahe entfährt mir ein Lachen, aber ich kann es gerade noch herunterschlucken, als ich seine Miene sehe. „Sorry. Was meinst du?“
Er seufzt. Als er endlich spricht, ist es nicht mehr als ein Flüstern. „Das mit uns. Ich glaube nicht, dass es noch gut funktioniert.“
Mein Lächeln erstirbt. Mit einem Mal fühlen sich meine Hände eiskalt an. „Was soll das heißen?“
Paul fährt sich mit den Händen durch die Haare und beginnt, durch mein Zimmer zu tigern. „Naja, also ich… Ich weiß nicht, ob wir zwei noch so gut zusammenpassen.“
Bitte was?! In der Stille kann ich mein Herz rasen hören.
„Du machst Schluss.“ Meine Stimme klingt sachlich, während sich meine Hände zu Fäusten ballen. Ich warte, dass er es mit einer Bemerkung abtut - aber Paul widerspricht mir nicht.
Etwas fällt polternd zu Boden. „Scheiße!“, höre ich Alexandra aus der Küche fluchen.
„Du darfst das nicht persönlich nehmen…“, beginnt Paul und mir entfährt ein ungläubiges Lachen.
„Klar. Ist ja auch nichts Persönliches.“
„Kira…“
„Bist du mir deswegen die letzten Tage aus dem Weg gegangen?“ Ich springe auf. „Von wegen viel zu tun für die Uni! Du warst einfach zu feige!“ Ich will auf ihn zu stürmen, ihn schütteln, aber es ist, als wäre da eine Mauer, die mich auf einem Meter Abstand zu ihm hält. „Wie lange geht das schon so, Paul?!“
Er kann meinem Blick keine Sekunde standhalten. Seine Haare stehen zu Berge, als hätte er in die Steckdose gefasst. Normalerweise hätte ich sie ihm glattgestrichen, die vertrauten weichen Strähnen unter den Fingern gespürt - Träume ich das alles nur?
„Es tut mir leid“, flüstert er und presst die Lippen zusammen.
„Und warum…“ Meine Stimme erstirbt. Ein schrecklicher Gedanke sickert in mein Bewusstsein. Wie ein schwarzer Tintentropfen, der in ein Wasserglas fällt, sinkt er zu Boden. „Es liegt am Sex“, flüstere ich.
Paul wendet sich von mir ab und starrt aus dem Fenster.
Und das ist, als hätte er mich ins Gesicht geschlagen. Meine Kehle schnürt sich zusammen.
Die Tür fliegt auf.
„Kira, ist der Staubsauger bei dir?“ Alex bleibt wie angewurzelt stehen. Ihr Blick fliegt zwischen Paul und mir hin und her. „Oh, ich wollte euch nicht stören!“
„Ist schon okay.“ Paul atmet tief durch. „Ich glaube, ich gehe besser.“
Ich blinzele. Sehe zu, wie mein Freund - Ex-Freund? - in den Flur geht. Dann, endlich, kehrt das Leben in meine Beine zurück. Ich stürme hinterher, schiebe mich an Alex vorbei, aber Paul zieht sich bereits die Jacke an.
„Das war alles?!“, fahre ich ihn an. „Du entscheidest das und haust einfach ab?!“
Er sieht mich noch immer nicht an. Er macht Schluss und kann es mir nicht mal ins Gesicht sagen?!
„Paul!“
Aus kleinen Hundeaugen blickt er auf. „Es tut mir leid.“
Dann dreht er sich um und huscht aus der Wohnung. Die Tür fällt ins Schloss.
„Scheiße, Kira.“ Alex macht eine Bewegung, als wollte sie mich umarmen, aber ich stürme in mein Zimmer.
Die Tür knallt hinter mir ins Schloss, es ist mir egal. Ich sehe mich in dem kleinen Raum um, als sähe ich ihn zum ersten Mal. Ich zittere vor Wut. Gott, ich muss irgendetwas tun! Ich greife nach dem erstbesten Gegenstand und schleudere ihn gegen die Wand. Leider ist das bei meinen Pandapantoffeln nicht sehr befriedigend. Sie geben nur ein dumpfes Geräusch von sich und landen auf dem Boden. Mein Blick fällt auf den Fotorahmen, der auf dem Nachttisch steht. Das Foto von Paul und mir aus dem letzten Urlaub. Perfekt! Ich greife danach.
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psi
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BeitragVerfasst am: 29.03.2021 14:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Amarenakirsche!

Das ist ja spannend, dass deine Protagonistin jetzt (so wie sie auf mich in diesem Ausschnitt wirkt) fast eine 360° Wendung hingelegt hat. Hast du die Figur für dich auch ganz anders aufgebaut oder dich nur dazu entschieden, im Ausschnitt eine andere Seite an ihr zu zeigen?
Beim ersten Fall würde es mich sehr interessieren, ob das an der Kritik an diesem Ausschnitt lag oder ob du sie anders aufgebaut hast, um ein Problem, das später in der Story auftaucht zu ändern?

Ich finde, dein Schreibstil lässt sich flüssig lesen und passt vermutlich gut zu dem Genre (ich kenne mich da nicht so aus, deswegen nimm es einfach als meinen persönlichen Eindruck). :)

Dramaturgisch muss ich allerdings sagen, dass mir die erste Version viel besser gefallen hat. Das liegt an zwei Sachen:

1. In der ersten Version liegt der Fokus von Anfang an auf der Protagonistin, in der zweiten Version liegt der Fokus zuerst auf ihrer Mitbewohnerin. Dadurch bin ich jetzt mehr an ihrer Mitbewohnerin interessiert, ehrlich gesagt, weil ich bei ihr eine bessere Vorstellung von ihrer Persönlichkeit, von ihrer Motivation, ihren Zielen und ihren Schwächen habe. Dagegen bleibt die Protagonistin hier sehr blass. Gerade im ersten Kapitel würde ich mit den Fokus viel stärker auf der Protagonistin wünschen.

2. In der ersten Version war ein super Dynamik in der Szene, von Start:"Große Vorfreude auf das Wiedersehen mit dem Freund" zu Ende:"Er macht plötzlich Schluss", während hier der Shift ist von Start:"Unterhalten mit der Mitbewohnerin" zu Ende:"Freund macht Schluss" oder Start: "Sie ist aufgeregt, weil die Mitbewohnerin Hilfe ruft" zu Ende: "Sie ist wütend, weil ihr Freund Schluss gemacht hat." Insgesamt finde ich Kira hier auch sehr distanziert, sie macht mehr halbspöttische Kommentare und ihre Beziehung zu Alexandra wird mir nicht klar (erträgt sie sie nur, weil sie ihre Mitbewohnerin ist? Macht sie sich aufrichtig Sorgen um sie?) und zu Paul auch nicht (wie lange waren sie denn zusammen? Was hat sie in ihrer Beziehung gesehen, wie lange war sie und wie ernst?).

Den Hook mit dem "Es lag am Sex" finde ich aber gut. :)

Sorry, das war jetzt sehr knappes Feedback, aber ich hoffe, du kannst was damit anfangen :)

Liebe Grüße,
Ψ
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Globo85
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BeitragVerfasst am: 29.03.2021 14:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Amarenakirsche,

ich mag deine neue Version lieber als die alte. Liest sich sehr flüssig (wie schon die Erste), aber irgendwie hat sie mehr Leben und wirkt authentischer auf mich.

Bezüglich Blondchenklischee von Alex: Das Klischee wird ja auch dadurch bedient, dass eben alles reinpasst: blonde Haare, bisschen chaotisch, auf Äußerlichkeiten fixiert, Influencerattitüde, Sport machen und was studiert sie? klar, irgendwas mit Medien.

Lass sie doch etwas anderes studieren, womit man gar nicht rechnet? Physik? Oder sie ist bereits Doktorandin und hält schon Vorlesungen und muss sich noch um die Korrekturen kümmern. Klischees sind ja auch was tolles um damit zu spielen. Nach den ersten paar Zeilen denkt die Leserschaft "klar, Insta-Blondchen", nur dann kommt der Twist, dass sie ihre Studenten über die Feiertage noch mal so richtig triezen will, sie gönnt sich ja selber keine ruhige Minute. Dann wird aus dem Klischee auf einmal ein interessanter Charakter, den man weiter ausarbeiten kann.

Zu Kira: die ist nun gar nicht mehr Klischee, das stimmt, aber eig ist sie im Moment fast gar nichts. Für mich wirkt sie (noch) sehr blass, insbesondere neben der (auch wenns momentan klischeemäßig ist) stark gezeichneten Alex. Das kann natürlich im weiteren Text noch kommen, aber momentan würd ich fast lieber über Alex weiter lesen, als über Kira.

Nur meine Gedanken, vielleicht ist was dabei für dich.

Gerne gelesen!
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