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Gedanken des Protagonisten: Welche Zeitform?

 

 
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Cabrinome
Erklärbär


Beiträge: 2



BeitragVerfasst am: 20.02.2021 23:45    Titel: Gedanken des Protagonisten: Welche Zeitform? eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

schreibt man die Gedanken des Protagonisten in der Gegenwart oder Vergangenheit?

Variante 1:
Er sagte mal wieder nichts. Ich war so sauer, ich bin doch keine Marionette mit der man reden und spielen kann, wenn einem danach ist.

Variante 2:
Er sagte mal wieder nichts. Ich war so sauer, ich war doch keine Marionette mit der man reden und spielen konnte, wenn einem danach war.

Schönen Abend noch und Danke.
Cabrinome
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MauerseglerIn
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen

Alter: 19
Beiträge: 30



BeitragVerfasst am: 21.02.2021 07:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Cabrinome,

Ich weiß nicht, ob es dazu richtige Vorgaben gibt. Ich mache es entweder, wie in Variante 2, in der Vergangenheit, oder in der Gegenwart, dann aber kursiv.

LG
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Natalie2210
Geschlecht:weiblichKlammeraffe

Alter: 35
Beiträge: 553



BeitragVerfasst am: 21.02.2021 10:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Cabrinome,

doch, da gibt es Regeln - "Gleichzeitigkeit" und "Vorzeitigkeit" ist das Stichwort. Wenn dein Charakter im Moment der Geschichte denkt - also "Gleichzeitig" - dann müssen die Gedanken im Präteritum formuliert sein, also Variante 2.

Wenn sie sich etwas in der Vergangenheit überlegen würde - z.B. Sie überlegte, wie das hatte passieren können  dann müsstest du ins Plusquamperfekt wechseln. Variante 1 ist, soweit ich weiß, immer falsch.


Aber ich bin da kein Spezialist.

lg,
Natalie
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Bananenfischin
Geschlecht:weiblichShow-don't-Tellefant

Moderatorin

Beiträge: 5568
Wohnort: NRW
Goldene Feder Prosa Pokapro IV & Lezepo II
Silberne Harfe



BeitragVerfasst am: 21.02.2021 10:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Cabrinome,

ich vermute, hinter deiner Frage steckt die Tatsache, dass es sich bei einer Erzählung im Präteritum holprig anfühlt, wenn für direkte Gedanken plötzlich ins Präsens gewechselt wird.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du das lösen kannst (ich übernehme dein Beispiel dazu unverändert, allerdings mache ich zwei Sätze daraus).

1. Direkte Gedanken in Anführungszeich setzen
(lt. Duden korrekt, wird in Büchern aber eher selten gemacht):
Ich war sauer. "Ich bin doch keine Marionette(", dachte ich, ")mit der man reden und spielen kann, wenn einem danach ist!"

2. Gedanken kursivieren (könnte für deine Genre gut passen):
Ich war sauer. Ich bin doch keine Marionette, mit der man reden und spielen kann, wenn einem danach ist!

3. Im Präteritum bleiben
(meine bevorzugte Variante):
Ich war sauer. Ich war doch keine Marionette, mit der man reden und spielen konnte, wenn einem danach war!

4. Es den Leser:innen überlassen, es selbst zu kapieren
(dann aber nicht beides innerhalb eines Satzes, so wie in deinem Beispiel oben):
Ich war sauer. Ich bin doch keine Marionette, mit der man reden und spielen kann, wenn einem danach ist!


_________________
»Ob ich mir eine Dramatisierung meiner Bücher vorstellen kann? Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, in meinen letzten vier Büchern gibt es keine Handlung.« (Andreas Maier im Gespräch mit Raimund Fellinger, 2015)
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Cabrinome
Erklärbär


Beiträge: 2



BeitragVerfasst am: 21.02.2021 16:17    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen lieben Dank für eure Antworten. Das ging ja schnell. Super und einen schönen sonnigen Sonntag.
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Ralphie
Geschlecht:männlichForenonkel

Alter: 68
Beiträge: 5694
Wohnort: Elsdorf
DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 21.02.2021 16:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, Bananenfischin!

Dein Vorschlag mit der Kursivierung von Gedanken gefällt mir. So macht's Dan Brown auch.
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MrT
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 554

Ei 3


BeitragVerfasst am: 21.02.2021 19:09    Titel: Antworten mit Zitat

Ralphie hat Folgendes geschrieben:
Dein Vorschlag mit der Kursivierung von Gedanken gefällt mir. So macht's Dan Brown auch.


Ich mache es ebenso. Wink


_________________
"Zwei Engel wider Willen", theaterboerse, 08/2017
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Ralphie
Geschlecht:männlichForenonkel

Alter: 68
Beiträge: 5694
Wohnort: Elsdorf
DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 21.02.2021 19:20    Titel: Antworten mit Zitat

Nun ja, aber es heißt auch, dass man Kursivschrift vermeiden soll ...
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Willebroer
Geschlecht:männlichPapiertiger


Beiträge: 4108
Wohnort: OWL


BeitragVerfasst am: 21.02.2021 19:26    Titel: Antworten mit Zitat

Kursivschrift kann man für alle Zeitformen verwenden. Deshalb geht das etwas an der Frage vorbei.
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Tjana
Geschlecht:weiblichReißwolf

Alter: 61
Beiträge: 1930
Wohnort: Inne Peerle


BeitragVerfasst am: 28.02.2021 01:04    Titel: Antworten mit Zitat

Ralphie hat Folgendes geschrieben:
Hallo, Bananenfischin!

Dein Vorschlag mit der Kursivierung von Gedanken gefällt mir. So macht's Dan Brown auch.

Dan Brown lese ich eigentlich recht gerne, aber dort häufen sich die kursiven Stellen auch nicht so. Ich las kürzlich ein Buch, in dem der Protagonist ständig was dachte, und ich empfand das als ständige Unterbrechung des Leseflusses. Nervig. Für meine eigenen Werke sehe ich daher davon ab.


_________________
Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück, sondern nach Gefühlen, die sie ins uns auslösen
In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten (Albert Einstein)
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schwarzer_Schmetterling
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen


Beiträge: 22
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 12.03.2021 10:25    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hatte mich da tatsächlich auch schon belesen und es stand, dass es besser wäre, die Gedanken oder auch allgemein gültige Aussagen in der Zeitform zu schreiben, in der das ganze Buch geschrieben ist, weil es sonst den Leser aus dem Lesefluss herausholen könnte und somit zu stockendem Lesen führt.
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Levo
Eselsohr


Beiträge: 307



BeitragVerfasst am: 13.03.2021 14:15    Titel: Antworten mit Zitat

Problem an Deinem Beispiel ist für mich, dass da ein Wechsel von der dritten Person (ich nehme an, dass ist Dein eigentlicher POV) zur ersten stattfindet. Das reißt mich stärker aus dem Lesefluss als der Tempuswechsel.
In dem Zusammenhang empfinde ich den unmittelbaren Gedankengang der Figur wie gesprochene Rede und würde ins Präsens wechseln. Plus Kursivierung. Das führt zumindest einen Mainstream-Leser wie mich am meisten.
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