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Lehre des Eises/Die Eisigen


 

 
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Vexoriette
Geschlecht:weiblichErklärbär

Alter: 22
Beiträge: 4
Wohnort: Norden


BeitragVerfasst am: 31.01.2021 22:46    Titel: Lehre des Eises/Die Eisigen eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Moin!
Um Bodo Wartke zu zitieren: Ich trau mich nicht!
Doch, jetzt werd' ich mich trauen. Habe das Teil hier nicht umsonst überarbeitet, damit ich es euch zeigen kann. Rolling Eyes

Es ist der Anfang einer Idee, an der ich aktuell arbeite. Die Rohfassung steht schon zu 11.000 Wörtern und bisher bin ich ganz zufrieden damit. Was ich euch da zeige ist Kapitel 1 davon und stellt in groben Zügen einen der drei Hauptcharaktere vor - Khav. Ich fürchte, ich betreibe hier ein bisschen Infodumping, bin mir da aber absolut nicht sicher - und da brauche ich eure Hilfe!
Gerne einfach alles anmerken, was euch auffällt. Man ist ja bekanntlich gerne ein bisschen betriebsblind. Embarassed
Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!
Vex

____


„Das ist unter meiner Würde“, grunzte Khav gerade so laut, dass seine beiden Begleiter ihn hören konnten. Lisbeth lief ein gutes Stück vor ihm und trug eine flackernde, stinkende Öllampe, während Elijah neben Khav lief. Während er durch Unrat, feuchtes und vergammeltes Stroh und die Kadaver halb verwesender Ratten watete, dachte er darüber nach, wieso er hier unten war.
Wie gerne wäre er jetzt in seiner windschiefen Hütte und würde sich über das schlechte Essen seiner Frau Irilet beschweren! Stattdessen war er in ein verdammtes Gefängnis eingebrochen, weil der schwarze Umschlag, der heute Morgen auf seinem Schreibtisch gelegen hatte, genau das verlangte.
Irilet hatte ihm helfen müssen, den Brief zu lesen. Lesen war nie eine seiner Stärken gewesen, ganz davon abgesehen, die Runen der Frauenschrift zu entziffern. Irilet hatte ihm den Text schließlich vorgelesen und ihn dann aus zusammengekniffenen Augen angesehen.
Zu seinem Glück hatte sie kein Wort von dem verstanden, was darin gestanden hatte. Khav hingegen hatte es sofort gewusst. Vor einigen Monaten war der erste schwarze Brief eingetroffen; der Postjunge des Dorfes hatte ihn ihm vorbeigebracht. Als Khav ihn nach dem Absender gefragt hatte, hatte der Junge nur mit den Schultern gezuckt.
Die Anweisungen waren gleichbleibend kryptisch. Nur mit Hilfe von Lisbeth, die er nach dem zweiten Brief kennengelernt hatte und mit der von Elijah, der nach dem fünften Brief zu ihnen gestoßen war, hatte er jeden Auftrag zur Zufriedenheit des Absenders erfüllen können. Am nächsten Tag hatte er immer einen Umschlag mit der versprochenen Belohnung in seiner Hütte gefunden.
Doch nur der erste Brief war mit einem Postboten zugestellt worden. Die anderen fand er mal in seiner Stube, mal in seinem Kopfkissen, mal unter dem Schneidebrett seiner Frau. Nie hatte er jemanden gesehen, der die Briefe in sein Haus gebracht hatte, geschweige denn war Irilet etwas aufgefallen.
Bisher hatte er nicht herausfinden können, von wem die Briefe stammten. Die Belohnungen aber waren zu reizvoll, als dass er das Angebot hätte ausschlagen können. Also folgte er den Anweisungen, gemeinsam mit Lisbeth und Elijah.
„Unter deiner Würde?“, fragte Lisbeth ungläubig. Die Laterne in ihrer Hand flackerte und mit der anderen hielt sie sich die Nase zu. Khav hatte sich an den Gestank gewöhnt, genauso wie Elijah, doch Lisbeth war nun einmal eine Frau. Und wie er mittlerweile wusste war sie eine Frau mit empfindlicher Nase.
An den Wänden hingen in unregelmäßigen Abständen weitere Laternen. Lisbeth hatte versucht, sie mithilfe ihrer eigenen Laterne anzuzünden, doch es wollte ihr nicht gelingen. Sie wurden nicht mit Öl gefüllt und enthielten einen etwa faustgroßen Stein, der von milchigem Glas eingeschlossen wurde.
Elijah war an sie herangetreten und hatte versucht, sie anzuzünden. Auch er hatte es irgendwann aufgegeben, doch dann war sie wie durch ein Wunder in Flammen ausgebrochen. Zumindest hatte es so auf Khav gewirkt, denn plötzlich strahlte der Stein im Inneren der Laterne warmes, oranges Licht aus und beleuchtete einen Teil des Flurs in dem sie sich befanden.
Leider beleuchtete die zusätzliche Laterne auch die Ratten, die in der Dunkelheit gelauert hatten und nun davonstoben, als der Lichtschein auf sie fiel.
„Wir haben eben nicht das Glück, Eisige zu sein, Khav. Also bekommen wir Briefe von seltsamen Leuten, die uns sagen, wir sollen unsre schlechtesten Schuhe anziehen und durch die Scheiße von Ratten waten.“
„Wenn sie uns wenigstens sagen würden, dass wir nicht unsere guten Stiefel anziehen sollen“, murmelte Elijah neben Khav. „Aber sie sagen uns ja nicht einmal, wonach wir hier unten überhaupt suchen.“
Khav nickte in Gedanken. Der Brief hatte ihnen nicht viele Informationen gegeben, lediglich, dass sie in dieses verlassene Gefängnis einbrechen und nach etwas suchen sollten.
„Hast du eine Idee?“, fragte er Elijah.
„Nein. Wobei… im Gefängnis werden für gewöhnlich keine Wertgegenstände weggesperrt, also handelt es sich wohl um eine Person, die wir finden sollen.“ Elijah zögerte einen Moment, rieb sich dabei das Kinn, als hätte er einmal einen Bart getragen. Khav konnte ihn sich nicht mit einem Bart vorstellen, dazu war Elijahs Gesicht einfach zu jungenhaft.
„Möge Ghen mir verzeihen, dass ich seinem Willen zuwider handle und womöglich jemanden befreie, den er für schuldig befunden hatte.“
Elijah senkte den Kopf und schloss für einen Moment die Augen. Er faltete die Hände vor der Brust und verharrte so auf der Stelle, bis er die Augen wieder öffnete und Lisbeth folgte, die sich wieder in Bewegung gesetzt hatte.
„Wer sagt, dass Ghen diese Person überhaupt verurteilt hat?“, fragte Khav. Von Ghen wusste er nur, dass er der Herr des Rechts war. Elijah hatte ihm sein Leben verschrieben, indem er dicke Wälzer las und anderen, ob sie es hören wollten oder nicht, von Recht und Unrecht zu erzählen. Andere in Ghens Gunst wurden Richter oder Berater, andere eine Art Mönch, so wie Elijah.
Elijah sah ihn verblüfft an. „Wer sollte sonst über ihn gerichtet haben?“
Khav zuckte ratlos mit den Schultern. „Na, was, wenn er gar nicht schuldig war und zu Unrecht ins Gefängnis gebracht wurde? Dann hat doch gar nicht Ghen über ihn gerichtet, sondern ein Mensch.“
„Das wäre Frevel“, antwortete Elijah. In diesen seltenen Momenten klang seine Stimme leidenschaftlich und voller Emotionen, doch es handelte sich stets um Themen, die mit Ghen zu tun hatten. Als könnte ihn nichts anderes so sehr begeistern. „Kein Mensch bei Verstand würde sich freiwillig Ghens Zorn aussetzen.“
„Du würdest dich wundern, was Menschen so alles tun und wie egal es ihnen ist, wer wütend auf sie ist“, sagte Lisbeth. Sie war unter einer Art Torbogen stehen geblieben, flankiert von einigen Ratten, die sich kreischend zurückzogen. Eine war nicht schnell genug und Lisbeths Schuhsohle beförderte sie in die Schatten. Zischend verschwanden die Ratten.
Vor ihnen spaltete sich der Gang. Der rechte wurde von einem Fallgitter verschlossen, der linke war frei. Lisbeth deutete mit der Laterne auf den rechten Flur.
„Das ist dein Job, Khav“, sagte sie.
„Woher weißt du, dass wir da lang müssen?“, fragte er, während er an ihr und Elijah vorbeilief und sich neben dem Fallgitter niederließ. Der Mechanismus zum Öffnen war in der Wand eingelassen und ein Schloss verriegelte den Zugang dazu.
Lisbeth grunzte leise.
„Sie würden uns nicht in ein verlassenes Gefängnis schicken, wenn es hier nicht etwas geben würde, das jemandem so wichtig ist, dass er es auf diese Weise bewachen muss.“
Khav nickte langsam. Das ergab Sinn. Er holte sein Werkzeug aus der Tasche, die er mitgebracht hatte und legte sie neben sich auf den Boden. Feuchtes Stroh streifte seine Finger und er verzog angewidert das Gesicht.
„So eins hab ich seit meiner Lehrzeit nicht mehr gesehen“, murmelte er und betrachtete das Schloss. „Das ist so alt, dass du es eigentlich mit deinen Fingern aufbrechen können müsstest, Lisbeth.“
Khav sah über die Schulter zu ihr und schmunzelte. Sie stemmte die Hände in die Hüften und sah für einen furchtbaren Moment wie seine wütende Mutter aus. Seine äußerst wütende Mutter, die ihm jeden Moment mit dem Teppichklopfer hinterherlaufen könnte.
Lisbeth war eine furchteinflößende Frau.
„Wer sollte hier denn noch gefangen sein?“, fragte Elijah in die Stille hinein, während sich Khav dem Schloss zuwandte. „Wir haben hier nicht eine lebende Seele gesehen, von den Ratten mal abgesehen. Wenn wir hier mehr als ein paar Skelette finden, wäre ich mehr als nur überrascht.“
„Ich glaube kaum, dass sie uns hierher schicken, um ein paar Knochen zu bergen. Hier muss noch etwas anderes sein.“ Lisbeth lehnte sich gegen die Wand neben einer Laterne und spendete Khav mit ihrer eigenen etwas Licht.
„Wenn wir wenigstens wüssten, wer uns hierher geschickt hat…“, murmelte Elijah.
Khav klaubte sein Werkzeug vom Boden auf und verstaute es in der Ledertasche. Er öffnete die Klappe, die den Mechanismus verbarg und drückte den Hebel nach unten. Mit einem fürchterlichen, lauten Quietschen öffnete sich das Fallgitter und verschwand in der Decke.
Er grinste, verneigte sich vor Lisbeth und deutete ihr den Weg in den dunklen Flur hinein.
„Nach Euch, werte Dame“, sagte er.
„Du kannst mich mal, Khav“, antwortete sie und ging an ihm vorbei. Sie bedeutete Elijah, eine der Laternen von der Wand zu lösen und mitzunehmen. Als Elijah sie in die Hand nahm und in den Gang hineintrat, strömte sie oranges Licht aus.
Elijah betrachtete die Laterne. „Seltsame Erfindungen, die Mereks Leute da hervorbringen“, meinte er leise und leuchtete sich selbst und Khav den Weg.
Vor ihnen erstreckte sich der dunkle Gang, in dem sie außerhalb der beiden Lichtkegel nicht sonderlich viel erkennen konnten. Die steinernen Wände waren noch immer die gleichen, auch wenn sie hier verwitterter schienen und teilweise mit Moos überzogen waren. Oder Schimmel, so ganz sicher war sich Khav da nicht.
Feuchte Luft schlug ihnen nach einer Weile entgegen. Ein sanfter Windzug zog durch den Gang und brachte die faule, feuchte Luft mit sich, die Khav den Atem verschlug. Er hielt sich die Nase zu und versuchte durch den Mund zu atmen.
Vor ihnen teilte sich der Weg wieder und Lisbeth beleuchtete beide Gänge. Sie zögerte einen Moment, dann deutete sie auf den linken Gang. Als sie um die Ecke bogen, konnte Khav einen beleuchteten Raum am Ende des Flurs erkennen. Stimmen und dumpfe Schritte waren zu hören.
Khav warf Lisbeth und Elijah einen Blick zu, dann gingen sie weiter. Aus welchem Grund sollte sich hier jemand aufhalten? Wurden sie etwa auch von den schwarzen Briefen dazu angehalten?
Gemeinsam gingen sie weiter und erreichten schließlich den Raum. Er war hoch und breit und sah ein wenig wie ein Aufenthaltsraum für die Wärter, die hier mal gearbeitet hatten, aus. Die Wände waren immer noch aus Stein, aber man hatte sie mit dunklen Holzplanken ausgekleidet. Hier und da waren einige der Bretter gebrochen und gab den Blick auf die Steinwände frei.
An der Decke hing ein einfacher Kronleuchter aus Metall, in dessen Mitte ein etwa kopfgroßer, oranger Stein eingefasst war, der das gleiche warme Licht ausstrahlte wie die Laternen.
Khav konnte den Blick kaum davon abwenden.
Der Boden war mit dunkelgrünem Teppich bedeckt worden. An einigen Stellen war er abgetreten und dreckig, größtenteils war er aber noch intakt. Zerbrochene Stühle und Tische wurden in den Ecken gestapelt und machten die Mitte des Raumes frei.
Khav blieb im Türrahmen stehen. Lisbeth stand neben ihm und Elijah sah ihm über die Schulter.
In der Mitte des Raumes befand sich ein einzelner, etwas ramponierter Tisch. Auf ihm lag eine junge Frau, womöglich tot oder nur bewusstlos, gekleidet in eine rote Robe. Goldene Stickereien befanden sich auf der Robe und zogen sich von der Brust zur Hüfte bis zum Saum. Etwa ein Dutzend Menschen in schwarzen Roben liefen in langsamen, wiegenden Schritten um den Tisch herum. Sie murmelten einen hypnotisierenden Singsang während sie gingen.
Die gleichen Stickereien befanden sich auch auf ihren Roben.
„Eisige?“, fragte Khav leise und deutete auf die Stickereien. Sie zeigten das Mal Sephirs, allerdings verzerrt und fast schon verunstaltet. Die sich windende Schlange, die die Eiskrone umschlang, war kaum noch zu erkennen.
„Mehr als das“, flüsterte Lisbeth. „Hast du je von den Leuten gehört, die behaupten, die Eisigen wären falsch? Dass keiner von ihnen mehr ein wahrer Eisiger wäre?“
Khav nickte. In seinem Dorf war ein Prediger heimisch gewesen, dessen Reden von den falschen Eisigen gehandelt hatten. Wie jeder andere auch hatte er das Geschwätz als das Ergebnis von gläubigem Wahnsinn behandelt. Hatten sie sich alle geirrt?
„Das auf dem Tisch ist auch eine Eisige“, bemerkte Elijah und deutete auf die junge Frau. Auf ihrem rechten Handrücken zeigte sich deutlich Sephirs Mal, doch es war ausgefranst und die Ränder geschwollen.
„Was machen die da?“, fragte Khav leise. Er beobachtete die Leute, die um den Tisch herumwanderten. Einige waren Frauen, die Mehrheit aber waren Männer. Unter den Kapuzen konnte er lange, schwarze Haare erkennen, meist geflochten in den Stilen der eisigen Hofdamen.
„Keine Ahnung“, meinte Lisbeth. „Aber wenn es das ist, wofür wir hergekommen sind, geh ich heute lieber ohne Belohnung nach Haus. Das hier ist mir nicht geheuer.“
„Dafür werde ich heute Abend viele Stunden Buße tun müssen“, murmelte Elijah und faltete die Hände vor der Brust.
Der Gesang stoppte. Die Leute blieben stehen und wiegten in einem stillen Takt hin und her. Eine Frau trat aus der Reihe hervor, sie griff nach ihrer Kapuze und enthüllte ihr Gesicht.
Khav erkannte Sephirs Mal auf ihrem Handrücken. Sie war schön, eine wahre Hofdame vom eisigen Hof. Vermutlich stand sie der Königin nahe, so erhaben wie sie wirkte.
„Ihr habt hergefunden“, sprach sie und lächelte. Ihre Stimme war hell und hatte einen klaren, schönen Klang. „Sehr schön, ich bin stolz auf euch.“
Bei Beherezeh, nicht nur ihre Stimme war schön. Khav hatte den Blick auf einige Hofdamen erhaschen können, wenn er in der Stadt unterwegs gewesen war, aber diese Frau übertraf sie alle in ihrer Schönheit.
„Mein Name ist Heredeth und ich bin die, die euch die Briefe geschrieben hat.“
„Wie kommt es, dass Ihr nun Eure Identität offenbart, Herrin Heredeth? Nach all den Monaten?“, fragte Lisbeth und verschränkte die Arme vor der Brust. Sie traute offensichtlich weder Heredeth noch den anderen Leuten, die um sie herumstanden.
Heredeth lächelte.
„Ich musste euch doch erst prüfen, meine liebe Lisbeth. Ich kann euch doch nicht einfach hierher einladen, ohne mir sicher sein zu können, dass ich euch trauen kann.“
„Und dafür habt Ihr uns durch das halbe Land gescheucht?“
Heredeth nickte. „Wenn ihr so bedingungslos einigen Briefen folgt, deren Absender ihr nicht einmal kennt, dann seid ihr sicher vertrauenswürdig genug. Ihr seid besser als jeder Söldner, den ich hätte anheuern können.“
„Und das für den gleichen Preis“, warf Elijah ein.
„Wenn nicht noch für weniger“, meinte Heredeth schulterzuckend. „Ich glaube, dass ich insgesamt mehr für Söldner gezahlt hätte, aber deren Treue ist nur temporär. Denn was ich euch bieten werde, würde ich keinem Söldner dieser Welt anbieten.“
„Und was wollt Ihr uns bieten?“, fragte Khav. Er war fast wie verzaubert von dieser schönen Frau, die ihnen all die Monate die Briefe geschrieben hatte. Hätte er von Anfang an gewusst, aus wessen Feder die Runen stammten, hätte er ohne Sold für sie gearbeitet.
„Ein Leben als Eisiger.“ Eine Antwort, die schwerer wog als alles, was sich Khav hätte vorstellen können. Er war verwirrt und doch wusste er, dass Heredeth nicht log.
Er hatte das Gefühl, dass es plötzlich kühler geworden war und dass jeder den Atem anhielt. Selbst die Leute, die neben Heredeth standen, schienen den Atem anzuhalten.
Khav keuchte. „Ein Leben als Eisiger?“
Das war unmöglich. Man konnte nur ein Eisiger sein, wenn Sephir einen bei der Geburt auswählte. Es gab keine Möglichkeit, nachträglich zum Eisigen gemacht zu werden – und doch deutete Heredeth genau das an.
„Versteht mich nicht falsch, meine neuen Freunde. Ich rede von einem Leben als Eisiger und nicht von einem armseligen Abklatsch davon. Das, was meine Freunde und ich hier tun, findet alles im Namen Sephirs statt. Wir haben zu lange auf alte Traditionen gehört, die gar nicht die ihren waren.“
Heredeth ging einige Schritte im Raum umher, ging zu einer Ecke und griff nach einem Stuhl, nicht ganz so ramponiert aussah wie andere. Sie kehrte zum Tisch zurück und setzte sich. Sie überschlug die Beine und legte die Hände in den Schoß.
„Aber bevor ich zu einer Erklärung ansetze: setzt euch doch! Fühlt euch ganz wie… Zuhause.“
Die Menschen in den Roben machten Platz um den Tisch herum und zogen sich auf die andere Seite des Raumes zurück. Khav folgte der Einladung als Erster, Lisbeth und Elijah folgten ihm zögernd.
Er suchte sich einen halbwegs intakten Stuhl und setzte sich Heredeth gegenüber. In ihm stritten sich zwei Gefühlswelten. Die eine war glücklich, denn ein Eisiger zu sein war alles, was er sich je gewünscht hatte. Sephir hatte ihn während seiner Geburt verschmäht und so hatte Beherezeh sein Mal auf Khavs Handrücken gebrannt. Andererseits konnte er nicht so ganz glauben, dass Heredeth ausgerechnet ihn ausgewählt hatte, um Sephirs Fehler wieder gut zu machen.
Elijah und Lisbeth ließen sich neben ihm nieder.
Heredeth musterte die drei und neigte dann den Kopf. „Beherezeh, Ghen und Nura. Eine interessante Mischung, das muss ich zugeben. Das war in dieser Form nicht von mir geplant, doch ich bin froh, dass ihr so gut miteinander ausgekommen seid.“ Sie lächelte wieder. „Was treibt einen ehrbaren Mann Ghens dazu, den Instruktionen einer ihm fremden Frau zu folgen?“
„Ich darf kein Eigentum besitzen“, antwortete Elijah. „Aber es gibt Leute die es dürfen und die mir nahestehen. Sie können das Geld, das Ihr mir gezahlt habt, gut gebrauchen, Herrin.“
„Ah, ein so edler Mann. Ich kann verstehen, weshalb Ghen dich ausgewählt hat.“ Sie wandte sich an Lisbeth. „Was ist mit dir? Aus welchen Gründen bist du meinen Briefen gefolgt?“
Lisbeth zuckte mit den Schultern. Sie hatte wieder die Arme vor der Brust verschränkt und schien Heredeth nur widerwillig antworten zu wollen. „Ich mag Schnaps und der kostet eben Geld. Morris gibt mir sogar hin und wieder aus, seit ich meine Schulden bei ihm endlich begleichen kann.“
„Schulden also… wie viel schuldest du ihm?“
„Drei Monatslöhne.“
Heredeths Lächeln wackelte ein wenig, als sie den Kopf neigte. „Woran bemisst du einen Monatslohn, Lisbeth? Reden wir vom Lohn eines Bauern, eines Söldners oder eines Meisterdieners?“
„Eines Meisterdieners“, gab Lisbeth zögernd zu.
Khav schnappte neben ihr nach Luft und sah sie entsetzt an. Ein Meisterdiener im Dienst eines angesehenen Mitglieds des Hofes verdiente mehr als manch anderer in einem Jahr. Und das innerhalb von einem Monat.
„Das… sind hohe Schulden“, antwortete Heredeth nachdenklich. „Aber nichts, das sich nicht lösen ließe, sobald du eine Eisige bist.“ Sie wandte sich an Khav. „Und was ist mit dir?“
Er dachte einen Augenblick lang nach. Zu Anfang hatte er es für Irilet getan. Sie hatte ein besseres Leben verdient als das der Frau eines armen Schlossers. Doch irgendwann hatte er begonnen, das Geld, das er durch die Aufträge dazuverdiente, für sich zu behalten.
„Ich mache es für mich“, gab er schließlich zu. „Die einzige, die mir etwas bedeutet ist meine Frau Irilet, doch das Geld behalte ich für mich. Ihr bringe ich manchmal ein wenig Schokolade aus der Stadt mit, wenn ich da vorbeikomme.“
Heredeth grinste.
„Ganz Beherezeh also. Bedauerlich, wo er doch so eine gute Wahl mit dir getroffen hat. Trotzdem bist du zu etwas anderem bestimmt.“
Heredeth drückte sich mit den Füßen am Boden ab, um sich mitsamt dem Stuhl ein wenig zu bewegen und den Blick auf den Tisch hinter ihr freizugeben.
„Ich will euch erklären, was wir hier tun.“ Sie deutete auf die junge Frau, die sich noch immer nicht bewegt hatte. „Wir haben über Jahrhunderte hinweg die Eisigen auf eine falsche Art und Weise verehrt. Wir hielten es für die Maßstäbe der Alten, doch es waren Bilder, die nicht die Herren gezeichnet hatten, sondern wir. Sephir war ihre Herrin, so wie wir die Herren der einfachen Leute sind. Wir zeigen Güte und Mitleid Beherezehs Kindern gegenüber, haben Geduld mit Ghens Mönchen und helfen Nuas Hoffnungslosen. Wir sind die, die die Zahnräder der Gesellschaft am Laufen halten.“
Heredeth lächelte.
„Doch das ist falsch. Sephirs wollte mit keiner ihrer Fasern, dass wir uns für etwas Besseres halten. Natürlich, sie war die Herrin Ghens und Nuas, Beherezehs und Mereks und all den anderen. Doch sie war nie etwas Besseres als sie.“
Wieder deutete sie auf  die junge Frau.
„Violette hier ist ein Kind Nuas, genau wie du, Lisbeth. Seht Euch ihre Hand an.“ Sie griff nach der schlaff an der Kante des Tisches herabhängende Hand und zeigte ihnen das gerötete Mal Sephirs.
„Es gibt durchaus Möglichkeiten, Sephirs Gunst auch später im Leben zu erlangen. Eisige hüten diese Geheimnisse, denn sie fürchten, jeder Idiot könnte ihre Privilegien stehlen.“
Khav lauschte der Erzählung neugierig. Die Offenbarung, dass Heredeth doch nicht gelogen hatte und es eine Möglichkeit gab, wie er zu einem Eisigen werden konnte, verschlug ihm den Atem. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, nur daran zu denken, dass er schon bald am Hof ein- und ausgehen könnte wie es ihm beliebte.
Sogar Lisbeth lehnte sich ein wenig nach vorne, um das Mal besser betrachten zu können.
„Also haben wir – die, die daran glauben, dass gewisse Geheimnisse nicht länger so geheim bleiben dürfen – uns vereint und einige ausgewählt, die in Sephirs Gunst stehen.“
Heredeth sah sie fröhlich an. „Wir haben beschlossen, dass ihr dafür geeignet seid.“
„Und wie wird man einer?“, fragte Lisbeth.
Heredeth stand auf, schob den Stuhl beiseite und stellte sich neben den Tisch. Sie berührte die Frau in der roten Robe an der Schulter.
„Wach auf, neues Kind Sephirs. Zeig ihnen, was es heißt, eine wahre Eisige zu sein.“
Khav beobachtete, wie die Frau sich langsam rührte und dann aufsetzte. Ihre dunklen Haare fielen ihr über die Schultern und sie rieb sich über die Augen, als hätte sie lange Zeit geschlafen. Sie schwang die Beine über die Tischkante, streckte sich und sah Heredeth dann neugierig an.
„Hat es funktioniert?“, fragte sie, sah auf ihren Handrücken und lächelte dann. „Es hat funktioniert!“
Heredeth nickte. „Natürlich hat es das. Ich habe es dir doch versprochen, Violette.“ Sie wandte sich an ihre Gäste. „Sie wird euch zeigen, was Sephirs Geschenk wirklich bedeutet. Sie wird eure letzte Prüfung sein, bevor ihr zu Eisigen werden könnt.“

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DerAndreas
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BeitragVerfasst am: 01.02.2021 17:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Vexoriette.

Ich habe deinen Text gelesen, und ein paar Dinge sind mir negativ aufgefallen. Ich nehme deinen Text mal nicht komplett auseinander, sondern fasse es in den beiden wichtigsten Punkten zusammen:

-Der Text enthält recht viele Schreibfehler. Falsche Wörter, Wort Doppelungen, ungünstige Formulierungen, und sowas. Irgendwo hast du z.B. geschrieben, "die Wände wären immer noch aus Stein". Das Baumaterial einer Wand ändert sich nicht einfach so, also ist diese Formulierung unglücklich, bzw. erzeugt beim Lesen seltsame Bilder im Kopf.

-Ich konnte beim Lesen keine Wirkliche Zeit finden, in die ich die Geschehnisse einordnen kann. Von der Beschreibung her wirkt alles recht rustikal und mittelalterlich. Aber dann sind da deine wörtliche Rede und z.B. das Fallgitter, dass sich wie eine Star-Wars Tür alleine öffnet, wenn man auf einen Knopf drückt. Das passt dann einfach nicht in diese Zeit.
Besonders negativ aufgefallen ist mir das bei der wörtlichen reden. Zum Beispiel Aussprüche wie "Du kannst mich mal" oder dergleichen. Das kannst du in einem modernen Roman schreiben. In ein Fantasy-Szenario im mittelalter o.ä. passt das aber nicht. Du musst deine Leute nicht reden lassen, wie Marie Antoinette, aber alltägliche Umgangssprache des 20. Jhd. ist fehl am Platz.

Ich denke, aus der Idee kann man handlungsmäßig durchaus was machen. An deinem Stil musst du aber noch feilen. Da ist noch viel Raum nach oben.

Liebe Grüße! Very Happy
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Zirkusaffe
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BeitragVerfasst am: 02.02.2021 14:39    Titel: Re: Lehre des Eises/Die Eisigen Antworten mit Zitat

Moin Vex,

ich geh deinen Text erstmal im Einzelnen durch und werd zum Schluss nochmal allgemeiner. Auf geht's:

Vexoriette hat Folgendes geschrieben:

„Das ist unter meiner Würde“, grunzte Khav gerade so laut, dass seine beiden Begleiter ihn hören konnten. Lisbeth lief ein gutes Stück vor ihm und trug eine flackernde, stinkende Öllampe, während Elijah neben Khav lief. Während er durch Unrat, feuchtes und vergammeltes Stroh und die Kadaver halb verwesender Ratten watete, dachte er darüber nach, wieso er hier unten war.
(Mehrere Punkte: Wenn Elijah und Lisbeth durchaus eine erhebliche Entfernung zwischen sich haben, dann gibt es keine Lautstärke, die beide Begleiter gerade so hören könnten. Wenn Lisbeth das gerade so hört, dann hört Elijah es deutlich. Bei flackernde, stinkende Öllampe würde ich beide Adjektive streichen. Du schreibst später noch, dass die Lampe flackert, da finde ich es stimmungsvoller. Und später sprichst du vom Gestank, den die Umgebung hat. Da würde die Öllampe wohl eher geruchlich untergehen. Stichwort waten: Später schreibst du von Ratten, die weglaufen und Werkzeug, das auf den Boden gelegt wird. Waten passt da für mich nicht, da müsste die Feuchtigkeit bzw. das Wasser ja wirklich mindestens ein Dutzend Zentimeter hoch sein.
Oh und halb verweste Ratten statt halb verwesender. Der Zustand kann halbiert sein, der Prozess nicht.)

Wie gerne wäre er jetzt in seiner windschiefen Hütte und würde sich über das schlechte Essen seiner Frau Irilet beschweren! Stattdessen war er in ein verdammtes Gefängnis eingebrochen, weil der schwarze Umschlag, der heute Morgen auf seinem Schreibtisch gelegen hatte, genau das verlangte.
(Dass das Essen schlecht ist, ist in dem Kontext für mich redundant, sonst würde sich Khav nicht beschweren. Kann aber auch bleiben. Beim Einbruch würde ich kein Plusquamperfekt nutzen. Dadurch dachte ich, dass der Einbruch schon länger her ist und nicht gerade in diesem Moment stattfindet.)
Irilet hatte ihm helfen müssen, den Brief zu lesen. Lesen war nie eine seiner Stärken gewesen, ganz davon abgesehen, die Runen der Frauenschrift zu entziffern. Irilet hatte ihm den Text schließlich vorgelesen und ihn dann aus zusammengekniffenen Augen angesehen.
(Hier schreibst du etwas doppelt bzw. sogar widersprüchlich. Erst heißt es, Irilet half ihm beim Lesen, dann, dass sie den ganzen Brief vorlas. Eins davon reicht, wenn sie vorliest, bedarf es keiner weiteren Hilfe)
Zu seinem Glück hatte sie kein Wort von dem verstanden, was darin gestanden hatte. Khav hingegen hatte es sofort gewusst. Vor einigen Monaten war der erste schwarze Brief eingetroffen; der Postjunge des Dorfes hatte ihn ihm vorbeigebracht. Als Khav ihn nach dem Absender gefragt hatte, hatte der Junge nur mit den Schultern gezuckt.
Die Anweisungen waren gleichbleibend kryptisch. Nur mit Hilfe von Lisbeth, die er nach dem zweiten Brief kennengelernt hatte und mit der von Elijah, der nach dem fünften Brief zu ihnen gestoßen war, hatte er jeden Auftrag zur Zufriedenheit des Absenders erfüllen können. Am nächsten Tag hatte er immer einen Umschlag mit der versprochenen Belohnung in seiner Hütte gefunden.
Doch nur der erste Brief war mit einem Postboten zugestellt worden. Die anderen fand er mal in seiner Stube, mal in seinem Kopfkissen, mal unter dem Schneidebrett seiner Frau. Nie hatte er jemanden gesehen, der die Briefe in sein Haus gebracht hatte, geschweige denn war Irilet etwas aufgefallen.
Bisher hatte er nicht herausfinden können, von wem die Briefe stammten. Die Belohnungen aber waren zu reizvoll, als dass er das Angebot hätte ausschlagen können. Also folgte er den Anweisungen, gemeinsam mit Lisbeth und Elijah.
(Du hast hier einen Overflow an Plusquamperfekt, dadurch liest sich diese Rückblende extrem sperrig. Seit dem Part, dass Irilet ihm beim Brief half, kamen ganze 13 mal hatte vor! Dazu kommt, dass du da auch nicht konsequent bist, und dann manchmal doch Präteritum nutzt, um eine Nachzeitigkeit darzustellen. Es reicht hier vollkommen aus, wenn du kurzweilig ins Plusquamperfekt verfällst, um die Rückblende einzuleiten, und dann mit Präteritum weiter machst. Das erzählerische Präterium dient (in der Literatur) ja nicht als Vergangenheitsform.)
„Unter deiner Würde?“, fragte Lisbeth ungläubig. Die Laterne in ihrer Hand flackerte und mit der anderen hielt sie sich die Nase zu. Khav hatte sich an den Gestank gewöhnt, genauso wie Elijah, doch Lisbeth war nun einmal eine Frau. Und wie er mittlerweile wusste war sie eine Frau mit empfindlicher Nase.
(Hier stockte ich total, als plötzlich ein Dialog entstand, denn zwischen Khavs Satz und Lisbeths Antwort liegt ja die dicke Rückblende. Generell würde ich auf Rückblenden in Dialogen verzichten bzw. Vergangenes nur kurz anreißen. Hier nimmt es auf jeden Fall das Tempo aus dem Dialog raus. Beim Gestank dachte ich zunächst, das beziehe sich auf die Laterne, die ja auch stinkt, wie du vorher schriebst. Das Lisbeth nunmal eine Frau sei und dann noch eine mit empfindlicher Nase hat mich auch stutzig gemacht. Entweder schreibst du hier zwei mal dasselbe, oder der erste Teil davon ergibt keinen Sinn. Vor allem weil Lisbeth später im Text eher weniger stereotypisch weiblich klingt.)
An den Wänden hingen in unregelmäßigen Abständen weitere Laternen. Lisbeth hatte versucht, sie mithilfe ihrer eigenen Laterne anzuzünden, doch es wollte ihr nicht gelingen. Sie wurden nicht mit Öl gefüllt und enthielten einen etwa faustgroßen Stein, der von milchigem Glas eingeschlossen wurde.
Elijah war an sie herangetreten und hatte versucht, sie anzuzünden. Auch er hatte es irgendwann aufgegeben, doch dann war sie wie durch ein Wunder in Flammen ausgebrochen. Zumindest hatte es so auf Khav gewirkt, denn plötzlich strahlte der Stein im Inneren der Laterne warmes, oranges Licht aus und beleuchtete einen Teil des Flurs in dem sie sich befanden.
(Noch eine Rückblende im Dialog inklusive zu viel Plusquamperfekt. An dieser Stelle glaube ich auch nicht, dass du eine Rückblende brauchst, das lässt sich doch wunderbar innerhalb der Erzählung beschreiben)
Leider beleuchtete die zusätzliche Laterne auch die Ratten, die in der Dunkelheit gelauert hatten und nun davonstoben, als der Lichtschein auf sie fiel.
(Inwiefern leider? Ist es nicht eher positiv, die Ratten zu vertreiben?)
„Wir haben eben nicht das Glück, Eisige zu sein, Khav. Also bekommen wir Briefe von seltsamen Leuten, die uns sagen, wir sollen unsre schlechtesten Schuhe anziehen und durch die Scheiße von Ratten waten.“
„Wenn sie uns wenigstens sagen würden, dass wir nicht unsere guten Stiefel anziehen sollen“, murmelte Elijah neben Khav. „Aber sie sagen uns ja nicht einmal, wonach wir hier unten überhaupt suchen.“
(Entweder widersprichst du dich hier oder Lisbeths Sarkasmus ist nicht klar erkennbar. Das ist natürlich ein Problem von geschriebenen Texten. Ich würde zumindest Lisbeth und Elijah die selben Begrifflichkeiten nutzen lassen und nicht Gegensätze [schlechtesten Schuhe <=> guten Stiefel])
Khav nickte in Gedanken. Der Brief hatte ihnen nicht viele Informationen gegeben, lediglich, dass sie in dieses verlassene Gefängnis einbrechen und nach etwas suchen sollten.
„Hast du eine Idee?“, fragte er Elijah.
„Nein. Wobei… im Gefängnis werden für gewöhnlich keine Wertgegenstände weggesperrt, also handelt es sich wohl um eine Person, die wir finden sollen.“ Elijah zögerte einen Moment, rieb sich dabei das Kinn, als hätte er einmal einen Bart getragen. Khav konnte ihn sich nicht mit einem Bart vorstellen, dazu war Elijahs Gesicht einfach zu jungenhaft.
(Hinter wobei kommt ein Leerzeichen, da das Wort vor den Auslassungspunkten vollständig ist. Die Art, wie du Elijahs Gesicht beschreibst bzw. den Teil mit dem Bart finde ich großartig! smile )
„Möge Ghen mir verzeihen, dass ich seinem Willen zuwider handle und womöglich jemanden befreie, den er für schuldig befunden hatte.“
Elijah senkte den Kopf und schloss für einen Moment die Augen. Er faltete die Hände vor der Brust und verharrte so auf der Stelle, bis er die Augen wieder öffnete und Lisbeth folgte, die sich wieder in Bewegung gesetzt hatte.
(Der Teil klingt eher nach Elijahs Perspektive. Das würdest du damit entschärfen, wenn du das für einen Moment streichst, denn Khav kann das ja vorher nicht wissen. Generell ist das nur ein Füller ohne Gewicht)
„Wer sagt, dass Ghen diese Person überhaupt verurteilt hat?“, fragte Khav. Von Ghen wusste er nur, dass er der Herr des Rechts war. Elijah hatte ihm sein Leben verschrieben, indem er dicke Wälzer las und anderen, ob sie es hören wollten oder nicht, von Recht und Unrecht zu erzählen. Andere in Ghens Gunst wurden Richter oder Berater, andere eine Art Mönch, so wie Elijah.
(Eine Art Mönch gefällt mir nicht. Gerade, wenn später im Text noch explizit die Rede von Ghen-Mönchen ist. Wenn Khav diese Ansicht bzw. Bezeichnung nicht teilen kann, dann show das lieber in seinen Gedanken, anstatt es so zu tellen.
Außerdem schreibst du, dass Elijah Ghen sein Leben verschrieb. Später heißt es aber, dass das ein Schicksal per Geburt ist. Hier klingt es eher wie eine freiwillige Wahl.)

Elijah sah ihn verblüfft an. „Wer sollte sonst über ihn gerichtet haben?“
Khav zuckte ratlos mit den Schultern. „Na, was, wenn er gar nicht schuldig war und zu Unrecht ins Gefängnis gebracht wurde? Dann hat doch gar nicht Ghen über ihn gerichtet, sondern ein Mensch.“
„Das wäre Frevel“, antwortete Elijah. In diesen seltenen Momenten klang seine Stimme leidenschaftlich und voller Emotionen, doch es handelte sich stets um Themen, die mit Ghen zu tun hatten. Als könnte ihn nichts anderes so sehr begeistern. „Kein Mensch bei Verstand würde sich freiwillig Ghens Zorn aussetzen.“
(Dass doch reißt mich irgendwie raus, weil es wie ein Widerspruch klingt, auch wenn ich weiß, was du sagen möchtest. Geht aber vielleicht nur mir so.)
„Du würdest dich wundern, was Menschen so alles tun und wie egal es ihnen ist, wer wütend auf sie ist“, sagte Lisbeth. Sie war unter einer Art Torbogen stehen geblieben, flankiert von einigen Ratten, die sich kreischend zurückzogen. Eine war nicht schnell genug und Lisbeths Schuhsohle beförderte sie in die Schatten. Zischend verschwanden die Ratten.
(Drückt Lisbeth die Ratten nach unten? Oder tritt sie sie weg? Bei letzterem wäre Schuhsohle der falsche Begriff. Auf jeden Fall würd ich den letzten Satz streichen, das beschreibst du ja schon vorher.)
Vor ihnen spaltete sich der Gang. Der rechte wurde von einem Fallgitter verschlossen, der linke war frei. Lisbeth deutete mit der Laterne auf den rechten Flur.
„Das ist dein Job, Khav“, sagte sie.
„Woher weißt du, dass wir da lang müssen?“, fragte er, während er an ihr und Elijah vorbeilief und sich neben dem Fallgitter niederließ. Der Mechanismus zum Öffnen war in der Wand eingelassen und ein Schloss verriegelte den Zugang dazu.
Lisbeth grunzte leise.
„Sie würden uns nicht in ein verlassenes Gefängnis schicken, wenn es hier nicht etwas geben würde, das jemandem so wichtig ist, dass er es auf diese Weise bewachen muss.“
(Der Satz klingt sehr sperrig, den ich würde ich vereinfachen oder umschreiben.)
Khav nickte langsam. Das ergab Sinn. Er holte sein Werkzeug aus der Tasche, die er mitgebracht hatte und legte sie neben sich auf den Boden. Feuchtes Stroh streifte seine Finger und er verzog angewidert das Gesicht.
„So eins hab ich seit meiner Lehrzeit nicht mehr gesehen“, murmelte er und betrachtete das Schloss. „Das ist so alt, dass du es eigentlich mit deinen Fingern aufbrechen können müsstest, Lisbeth.“
Khav sah über die Schulter zu ihr und schmunzelte. Sie stemmte die Hände in die Hüften und sah für einen furchtbaren Moment wie seine wütende Mutter aus. Seine äußerst wütende Mutter, die ihm jeden Moment mit dem Teppichklopfer hinterherlaufen könnte.
Lisbeth war eine furchteinflößende Frau.
(Das Bild mit der Mutter ist toll geschrieben!)
„Wer sollte hier denn noch gefangen sein?“, fragte Elijah in die Stille hinein, während sich Khav dem Schloss zuwandte. „Wir haben hier nicht eine lebende Seele gesehen, von den Ratten mal abgesehen. Wenn wir hier mehr als ein paar Skelette finden, wäre ich mehr als nur überrascht.“
„Ich glaube kaum, dass sie uns hierher schicken, um ein paar Knochen zu bergen. Hier muss noch etwas anderes sein.“ Lisbeth lehnte sich gegen die Wand neben einer Laterne und spendete Khav mit ihrer eigenen etwas Licht.
„Wenn wir wenigstens wüssten, wer uns hierher geschickt hat…“, murmelte Elijah.
Khav klaubte sein Werkzeug vom Boden auf und verstaute es in der Ledertasche. Er öffnete die Klappe, die den Mechanismus verbarg und drückte den Hebel nach unten. Mit einem fürchterlichen, lauten Quietschen öffnete sich das Fallgitter und verschwand in der Decke.
(Hier hast du offenbar vergessen zu schreiben, dass Khav das Schloss auch geknackt hat. Very Happy )
Er grinste, verneigte sich vor Lisbeth und deutete ihr den Weg in den dunklen Flur hinein.
„Nach Euch, werte Dame“, sagte er.
„Du kannst mich mal, Khav“, antwortete sie und ging an ihm vorbei. Sie bedeutete Elijah, eine der Laternen von der Wand zu lösen und mitzunehmen. Als Elijah sie in die Hand nahm und in den Gang hineintrat, strömte sie oranges Licht aus.
(Warum nehmen sie erst jetzt eine der Laternen mit und laufen vorher nur mit einer einzelnen Öllampe rum?)
Elijah betrachtete die Laterne. „Seltsame Erfindungen, die Mereks Leute da hervorbringen“, meinte er leise und leuchtete sich selbst und Khav den Weg.
Vor ihnen erstreckte sich der dunkle Gang, in dem sie außerhalb der beiden Lichtkegel nicht sonderlich viel erkennen konnten. Die steinernen Wände waren noch immer die gleichen, auch wenn sie hier verwitterter schienen und teilweise mit Moos überzogen waren. Oder Schimmel, so ganz sicher war sich Khav da nicht.
(Wie DerAndreas schon schrieb sollte es nicht überraschend sein, dass die Wände immer noch steinern sind. Lass den Teil weg und beschreib nur, dass sich Verwitterung und Schimmel breitmachen)
Feuchte Luft schlug ihnen nach einer Weile entgegen. Ein sanfter Windzug zog durch den Gang und brachte die faule, feuchte Luft mit sich, die Khav den Atem verschlug. Er hielt sich die Nase zu und versuchte durch den Mund zu atmen.
(Drei Punkte: Feucht im Bezug auf die Luft bzw. die Luft allgemein beschreibst du doppelt. Dass der Windzug sanft ist widerspricht sich zwar logisch nicht mit der unangenehmen Luft, erzeugt aber gegensätzliche Emotionen. Und ich hoffe Khav versucht nicht nur, durch den Mund zu atmen. Wenn er sich die Nase zuhält hat er keine Wahl. Laughing )


(Fortsetzung folgt, weil das Forum ein wenig streikt.)
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Zirkusaffe
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BeitragVerfasst am: 02.02.2021 14:42    Titel: Antworten mit Zitat

(Doppelpost muss sein, das Forum akzeptierte das nicht als einen Post)

Vexoriette hat Folgendes geschrieben:
Vor ihnen teilte sich der Weg wieder und Lisbeth beleuchtete beide Gänge. Sie zögerte einen Moment, dann deutete sie auf den linken Gang. Als sie um die Ecke bogen, konnte Khav einen beleuchteten Raum am Ende des Flurs erkennen. Stimmen und dumpfe Schritte waren zu hören.
Khav warf Lisbeth und Elijah einen Blick zu, dann gingen sie weiter. Aus welchem Grund sollte sich hier jemand aufhalten? Wurden sie etwa auch von den schwarzen Briefen dazu angehalten?
(Was für einen Blick? Fragend? Verwundert? Ängstlich? Hier gerne ein Adjektiv mehr, ansonsten hat der Satz kein Gewicht.)
Gemeinsam gingen sie weiter und erreichten schließlich den Raum. Er war hoch und breit und sah ein wenig wie ein Aufenthaltsraum für die Wärter, die hier mal gearbeitet hatten, aus. Die Wände waren immer noch aus Stein, aber man hatte sie mit dunklen Holzplanken ausgekleidet. Hier und da waren einige der Bretter gebrochen und gab den Blick auf die Steinwände frei.
(Beim zweiten Satz würde ich das aus am Ende nicht hinter den Nebensatz setzen, damit machst du den Satz unnötig schwerfällig. Und auch hier wieder, bleib beim Holz und betone nicht, dass die Wände immer noch aus Stein sind.)
An der Decke hing ein einfacher Kronleuchter aus Metall, in dessen Mitte ein etwa kopfgroßer, oranger Stein eingefasst war, der das gleiche warme Licht ausstrahlte wie die Laternen.
Khav konnte den Blick kaum davon abwenden.
Der Boden war mit dunkelgrünem Teppich bedeckt worden. An einigen Stellen war er abgetreten und dreckig, größtenteils war er aber noch intakt. Zerbrochene Stühle und Tische wurden in den Ecken gestapelt und machten die Mitte des Raumes frei.
Khav blieb im Türrahmen stehen. Lisbeth stand neben ihm und Elijah sah ihm über die Schulter.
(Sollten sie das nicht tun, bevor sie den Raum gedanklich erkunden?)
In der Mitte des Raumes befand sich ein einzelner, etwas ramponierter Tisch. Auf ihm lag eine junge Frau, womöglich tot oder nur bewusstlos, gekleidet in eine rote Robe. Goldene Stickereien befanden sich auf der Robe und zogen sich von der Brust zur Hüfte bis zum Saum. Etwa ein Dutzend Menschen in schwarzen Roben liefen in langsamen, wiegenden Schritten um den Tisch herum. Sie murmelten einen hypnotisierenden Singsang während sie gingen.
(Wenn mitten im Raum so eine Prozession vonstattengeht, dann kommt es mir komisch vor, wenn Khav erst einmal ausführlich den Raum beschreibt und dann zum wesentlichen kommt)
Die gleichen Stickereien befanden sich auch auf ihren Roben.
„Eisige?“, fragte Khav leise und deutete auf die Stickereien. Sie zeigten das Mal Sephirs, allerdings verzerrt und fast schon verunstaltet. Die sich windende Schlange, die die Eiskrone umschlang, war kaum noch zu erkennen.
„Mehr als das“, flüsterte Lisbeth. „Hast du je von den Leuten gehört, die behaupten, die Eisigen wären falsch? Dass keiner von ihnen mehr ein wahrer Eisiger wäre?“
Khav nickte. In seinem Dorf war ein Prediger heimisch gewesen, dessen Reden von den falschen Eisigen gehandelt hatten. Wie jeder andere auch hatte er das Geschwätz als das Ergebnis von gläubigem Wahnsinn behandelt. Hatten sie sich alle geirrt?
„Das auf dem Tisch ist auch eine Eisige“, bemerkte Elijah und deutete auf die junge Frau. Auf ihrem rechten Handrücken zeigte sich deutlich Sephirs Mal, doch es war ausgefranst und die Ränder geschwollen.
(Bei den Leuten um die Frau herum erkennen sie sie als Eisige, weil sie das Mal Sephirs auf ihre Roben gestickt haben. Bei der Frau scheint zumindest den Text nach diese Erkenntnis aufgrund ihres Mal auf dem Handrücken zu kommen, obwohl ihre Robe ja dieselben Stickereien besitzt.)
„Was machen die da?“, fragte Khav leise. Er beobachtete die Leute, die um den Tisch herumwanderten. Einige waren Frauen, die Mehrheit aber waren Männer. Unter den Kapuzen konnte er lange, schwarze Haare erkennen, meist geflochten in den Stilen der eisigen Hofdamen.
(Den Teil mit Frauen und Männern würde ich umdrehen, vor allem wenn du danach auf die Frisuren der Frauen eingehst.)
„Keine Ahnung“, meinte Lisbeth. „Aber wenn es das ist, wofür wir hergekommen sind, geh ich heute lieber ohne Belohnung nach Haus. Das hier ist mir nicht geheuer.“
„Dafür werde ich heute Abend viele Stunden Buße tun müssen“, murmelte Elijah und faltete die Hände vor der Brust.
Der Gesang stoppte. Die Leute blieben stehen und wiegten in einem stillen Takt hin und her. Eine Frau trat aus der Reihe hervor, sie griff nach ihrer Kapuze und enthüllte ihr Gesicht.
Khav erkannte Sephirs Mal auf ihrem Handrücken. Sie war schön, eine wahre Hofdame vom eisigen Hof. Vermutlich stand sie der Königin nahe, so erhaben wie sie wirkte.
„Ihr habt hergefunden“, sprach sie und lächelte. Ihre Stimme war hell und hatte einen klaren, schönen Klang. „Sehr schön, ich bin stolz auf euch.“
Bei Beherezeh, nicht nur ihre Stimme war schön. Khav hatte den Blick auf einige Hofdamen erhaschen können, wenn er in der Stadt unterwegs gewesen war, aber diese Frau übertraf sie alle in ihrer Schönheit.
„Mein Name ist Heredeth und ich bin die, die euch die Briefe geschrieben hat.“
„Wie kommt es, dass Ihr nun Eure Identität offenbart, Herrin Heredeth? Nach all den Monaten?“, fragte Lisbeth und verschränkte die Arme vor der Brust. Sie traute offensichtlich weder Heredeth noch den anderen Leuten, die um sie herumstanden.
(Dass ausgerechnet Lisbeth Heredeth hier adelig anspricht verwundert mich, das scheint eigentlich nicht zu ihr zu passen. Wenn du das eher spöttisch meinst, würde ich das Herrin kursiv schreiben und in das in der Inquit-Formel erwähnen)
Heredeth lächelte.
„Ich musste euch doch erst prüfen, meine liebe Lisbeth. Ich kann euch doch nicht einfach hierher einladen, ohne mir sicher sein zu können, dass ich euch trauen kann.“
„Und dafür habt Ihr uns durch das halbe Land gescheucht?“
Heredeth nickte. „Wenn ihr so bedingungslos einigen Briefen folgt, deren Absender ihr nicht einmal kennt, dann seid ihr sicher vertrauenswürdig genug. Ihr seid besser als jeder Söldner, den ich hätte anheuern können.“
„Und das für den gleichen Preis“, warf Elijah ein.
„Wenn nicht noch für weniger“, meinte Heredeth schulterzuckend. „Ich glaube, dass ich insgesamt mehr für Söldner gezahlt hätte, aber deren Treue ist nur temporär. Denn was ich euch bieten werde, würde ich keinem Söldner dieser Welt anbieten.“
„Und was wollt Ihr uns bieten?“, fragte Khav. Er war fast wie verzaubert von dieser schönen Frau, die ihnen all die Monate die Briefe geschrieben hatte. Hätte er von Anfang an gewusst, aus wessen Feder die Runen stammten, hätte er ohne Sold für sie gearbeitet.
„Ein Leben als Eisiger.“ Eine Antwort, die schwerer wog als alles, was sich Khav hätte vorstellen können. Er war verwirrt und doch wusste er, dass Heredeth nicht log.
(Hier beginnt ein Logikloch, dass später vollendet wird. Du schreibst, dass Khav wusste, dass sie nicht log. Danach denkt er jedoch, dass das, was sie sagt, unmöglich sei. Doch vor allem heißt es dann am Ende, dass es eine plötzliche Offenbarung gab, dass Heredeth doch nicht gelogen hatte. Das widerspricht sich.)
Er hatte das Gefühl, dass es plötzlich kühler geworden war und dass jeder den Atem anhielt. Selbst die Leute, die neben Heredeth standen, schienen den Atem anzuhalten.
(Wiederholung durch zwei mal Atem anhalten.)
Khav keuchte. „Ein Leben als Eisiger?“
Das war unmöglich. Man konnte nur ein Eisiger sein, wenn Sephir einen bei der Geburt auswählte. Es gab keine Möglichkeit, nachträglich zum Eisigen gemacht zu werden – und doch deutete Heredeth genau das an.
„Versteht mich nicht falsch, meine neuen Freunde. Ich rede von einem Leben als Eisiger und nicht von einem armseligen Abklatsch davon. Das, was meine Freunde und ich hier tun, findet alles im Namen Sephirs statt. Wir haben zu lange auf alte Traditionen gehört, die gar nicht die ihren waren.“
Heredeth ging einige Schritte im Raum umher, ging zu einer Ecke und griff nach einem Stuhl, nicht ganz so ramponiert aussah wie andere. Sie kehrte zum Tisch zurück und setzte sich. Sie überschlug die Beine und legte die Hände in den Schoß.
(Hier fehlt ein der nach dem zweiten Komma im ersten Satz)
„Aber bevor ich zu einer Erklärung ansetze: setzt euch doch! Fühlt euch ganz wie… Zuhause.“
(Fehlendes Leerzeichen vor den Auslassungspunkten)
Die Menschen in den Roben machten Platz um den Tisch herum und zogen sich auf die andere Seite des Raumes zurück. Khav folgte der Einladung als Erster, Lisbeth und Elijah folgten ihm zögernd.
Er suchte sich einen halbwegs intakten Stuhl und setzte sich Heredeth gegenüber. In ihm stritten sich zwei Gefühlswelten. Die eine war glücklich, denn ein Eisiger zu sein war alles, was er sich je gewünscht hatte. Sephir hatte ihn während seiner Geburt verschmäht und so hatte Beherezeh sein Mal auf Khavs Handrücken gebrannt. Andererseits konnte er nicht so ganz glauben, dass Heredeth ausgerechnet ihn ausgewählt hatte, um Sephirs Fehler wieder gut zu machen.
(Hier liest sich eine Dualität zwischen Sephir und Beherezeh heraus, die du so glaube ich gar nicht gemeint hast. Entweder Sephir, oder Beherezeh.)
Elijah und Lisbeth ließen sich neben ihm nieder.
Heredeth musterte die drei und neigte dann den Kopf. „Beherezeh, Ghen und Nura. Eine interessante Mischung, das muss ich zugeben. Das war in dieser Form nicht von mir geplant, doch ich bin froh, dass ihr so gut miteinander ausgekommen seid.“ Sie lächelte wieder. „Was treibt einen ehrbaren Mann Ghens dazu, den Instruktionen einer ihm fremden Frau zu folgen?“
„Ich darf kein Eigentum besitzen“, antwortete Elijah. „Aber es gibt Leute die es dürfen und die mir nahestehen. Sie können das Geld, das Ihr mir gezahlt habt, gut gebrauchen, Herrin.“
„Ah, ein so edler Mann. Ich kann verstehen, weshalb Ghen dich ausgewählt hat.“ Sie wandte sich an Lisbeth. „Was ist mit dir? Aus welchen Gründen bist du meinen Briefen gefolgt?“
Lisbeth zuckte mit den Schultern. Sie hatte wieder die Arme vor der Brust verschränkt und schien Heredeth nur widerwillig antworten zu wollen. „Ich mag Schnaps und der kostet eben Geld. Morris gibt mir sogar hin und wieder aus, seit ich meine Schulden bei ihm endlich begleichen kann.“
„Schulden also… wie viel schuldest du ihm?“
„Drei Monatslöhne.“
Heredeths Lächeln wackelte ein wenig, als sie den Kopf neigte. „Woran bemisst du einen Monatslohn, Lisbeth? Reden wir vom Lohn eines Bauern, eines Söldners oder eines Meisterdieners?“
„Eines Meisterdieners“, gab Lisbeth zögernd zu.
Khav schnappte neben ihr nach Luft und sah sie entsetzt an. Ein Meisterdiener im Dienst eines angesehenen Mitglieds des Hofes verdiente mehr als manch anderer in einem Jahr. Und das innerhalb von einem Monat.
(Hier brauchst du glaube ich keine zwei Sätze. Schreib einfach, dass ein Meisterdiener in einem Monat mehr verdiene als andere in einem Jahr)
„Das… sind hohe Schulden“, antwortete Heredeth nachdenklich. „Aber nichts, das sich nicht lösen ließe, sobald du eine Eisige bist.“ Sie wandte sich an Khav. „Und was ist mit dir?“
Er dachte einen Augenblick lang nach. Zu Anfang hatte er es für Irilet getan. Sie hatte ein besseres Leben verdient als das der Frau eines armen Schlossers. Doch irgendwann hatte er begonnen, das Geld, das er durch die Aufträge dazuverdiente, für sich zu behalten.
(Hier reicht wieder ein einmaliges Plusquamperfekt)
„Ich mache es für mich“, gab er schließlich zu. „Die einzige, die mir etwas bedeutet ist meine Frau Irilet, doch das Geld behalte ich für mich. Ihr bringe ich manchmal ein wenig Schokolade aus der Stadt mit, wenn ich da vorbeikomme.“
Heredeth grinste.
„Ganz Beherezeh also. Bedauerlich, wo er doch so eine gute Wahl mit dir getroffen hat. Trotzdem bist du zu etwas anderem bestimmt.“
Vielleicht stehe ich hier auf dem Schlauch, aber ich habe keine Ahnung, was Heredeth mit den ersten zwei Sätzen aussagen will.)
Heredeth drückte sich mit den Füßen am Boden ab, um sich mitsamt dem Stuhl ein wenig zu bewegen und den Blick auf den Tisch hinter ihr freizugeben.
„Ich will euch erklären, was wir hier tun.“ Sie deutete auf die junge Frau, die sich noch immer nicht bewegt hatte. „Wir haben über Jahrhunderte hinweg die Eisigen auf eine falsche Art und Weise verehrt. Wir hielten es für die Maßstäbe der Alten, doch es waren Bilder, die nicht die Herren gezeichnet hatten, sondern wir. Sephir war ihre Herrin, so wie wir die Herren der einfachen Leute sind. Wir zeigen Güte und Mitleid Beherezehs Kindern gegenüber, haben Geduld mit Ghens Mönchen und helfen Nuas Hoffnungslosen. Wir sind die, die die Zahnräder der Gesellschaft am Laufen halten.“
Heredeth lächelte.
„Doch das ist falsch. Sephirs wollte mit keiner ihrer Fasern, dass wir uns für etwas Besseres halten. Natürlich, sie war die Herrin Ghens und Nuas, Beherezehs und Mereks und all den anderen. Doch sie war nie etwas Besseres als sie.“
(mit keiner ihrer Fasern klingt irgendwie ... komisch?)
Wieder deutete sie auf  die junge Frau.
„Violette hier ist ein Kind Nuas, genau wie du, Lisbeth. Seht Euch ihre Hand an.“ Sie griff nach der schlaff an der Kante des Tisches herabhängende Hand und zeigte ihnen das gerötete Mal Sephirs.
(Der Name Violette passt für mich nicht so ganz zu den anderen Namen. Okay, Elijah genau genommen auch nicht, aber den lese ich in Gedanken eher in einer altertümlichen Form. Bei Violette gelingt mir das nicht)
„Es gibt durchaus Möglichkeiten, Sephirs Gunst auch später im Leben zu erlangen. Eisige hüten diese Geheimnisse, denn sie fürchten, jeder Idiot könnte ihre Privilegien stehlen.“
(dieses Geheimnis würde hier wohl besser passen.)
Khav lauschte der Erzählung neugierig. Die Offenbarung, dass Heredeth doch nicht gelogen hatte und es eine Möglichkeit gab, wie er zu einem Eisigen werden konnte, verschlug ihm den Atem. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, nur daran zu denken, dass er schon bald am Hof ein- und ausgehen könnte wie es ihm beliebte.
Sogar Lisbeth lehnte sich ein wenig nach vorne, um das Mal besser betrachten zu können.
„Also haben wir – die, die daran glauben, dass gewisse Geheimnisse nicht länger so geheim bleiben dürfen – uns vereint und einige ausgewählt, die in Sephirs Gunst stehen.“
Heredeth sah sie fröhlich an. „Wir haben beschlossen, dass ihr dafür geeignet seid.“
„Und wie wird man einer?“, fragte Lisbeth.
Heredeth stand auf, schob den Stuhl beiseite und stellte sich neben den Tisch. Sie berührte die Frau in der roten Robe an der Schulter.
„Wach auf, neues Kind Sephirs. Zeig ihnen, was es heißt, eine wahre Eisige zu sein.“
Khav beobachtete, wie die Frau sich langsam rührte und dann aufsetzte. Ihre dunklen Haare fielen ihr über die Schultern und sie rieb sich über die Augen, als hätte sie lange Zeit geschlafen. Sie schwang die Beine über die Tischkante, streckte sich und sah Heredeth dann neugierig an.
„Hat es funktioniert?“, fragte sie, sah auf ihren Handrücken und lächelte dann. „Es hat funktioniert!“
Heredeth nickte. „Natürlich hat es das. Ich habe es dir doch versprochen, Violette.“ Sie wandte sich an ihre Gäste. „Sie wird euch zeigen, was Sephirs Geschenk wirklich bedeutet. Sie wird eure letzte Prüfung sein, bevor ihr zu Eisigen werden könnt.“


Sooo. Ist jetzt ganz schön viel geworden. Aber ich will keinen falschen Eindruck erwecken, das is kein Verriss! Mir hat die Geschichte insgesamt sehr gut gefallen, der Anfang ist - auch wenn vergleichsweise ruhig - spannend genug für mich durch die Fragen, die er aufwirft. Du betriebst bis auf die Rückblende zu Beginn nicht zu viel Infodump, die Erklärungen Heredeths zum Beispiel zum Ende hin sind für mich genau richtig dosiert. Auch verzichtest du meistens auf überflüssige Adjektive und zeichnest keine bedeutungsschwangeren Bilder, die nur die inhaltliche Leere dahinter verschleiern.

Grammatikalisch ist da nicht viel auszusetzen, das Grundsätzliche beherrscht du. Es hakt vor allem an sprachtechnischen Konstrukten, wie das überflüssige Plusquamperfekt. Auch kannst du an einigen Stellen noch deutlich mehr showen statt zu tellen. Du schreibst einen personalen Erzähler aus der Innenperspektive Khavs, seine Gedanken reflektierst du aber meistens eher kühl und distanziert von außen. Lass Khav noch mehr denken und reagieren!

Die Geschichte klingt spannend und ich möchte wissen, wie es weitergeht. Aber ein paar Logikfehler musst du definitiv noch ausbessern, damit man als Leser nicht stockt und nachdenkt, ob das so hinhaut. Damit wird der Lesefluss arg gestört und wenn das auf den ersten Seiten passiert, dann kann das durchaus ins Weglegen deines Buches enden.

DerAndreas hat Folgendes geschrieben:
-Ich konnte beim Lesen keine Wirkliche Zeit finden, in die ich die Geschehnisse einordnen kann. Von der Beschreibung her wirkt alles recht rustikal und mittelalterlich. Aber dann sind da deine wörtliche Rede und z.B. das Fallgitter, dass sich wie eine Star-Wars Tür alleine öffnet, wenn man auf einen Knopf drückt. Das passt dann einfach nicht in diese Zeit.
Besonders negativ aufgefallen ist mir das bei der wörtlichen reden. Zum Beispiel Aussprüche wie "Du kannst mich mal" oder dergleichen. Das kannst du in einem modernen Roman schreiben. In ein Fantasy-Szenario im mittelalter o.ä. passt das aber nicht. Du musst deine Leute nicht reden lassen, wie Marie Antoinette, aber alltägliche Umgangssprache des 20. Jhd. ist fehl am Platz.


Hier bin ich anderer Meinung als du, DerAndreas. Bezüglich des Mechanismus darf man nicht vergessen, dass das hier eine Fantasy-Welt ist. Da ist für mich so eine Vermischung durchaus möglich. Wir haben magische Laternen (und vermutlich noch einiges mehr), vielleicht ist der Mechanismus des Fallgitters ja auch magisch?
Bezüglich der Sprache sehe ich das auch nicht so gravierend. Okay, einzelne moderne Ausdrücke können einen natürlich rausreißen. Aber die Sprache einer Figur kann auch den Charakter zeichnen. Einer meiner Lieblingswelten im Fantasybereich stammt aus der Videospielreihe Gothic. Dort sprechen die meisten Charakter sehr rustikal und unverblümt, klassischer Ruhrpott-Scham. Und das war auch eine mittelalterliche Welt. Das hat mich nicht rausgerissen, im Gegenteil. Aber wie immer gilt: Es muss gut gemacht sein.

Liebe Grüße

Zirkusaffe
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Hypatia88
Gänsefüßchen


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BeitragVerfasst am: 03.02.2021 16:40    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich muss mal sagen, dass ich nicht so viel zu kritisieren habe. Ja, da sind ein paar Grammatik- und Rechtschreibfehler und nicht so perfekte Formulierungen.

Hier z.B.  Sie war schön, eine wahre Hofdame vom eisigen Hof. Vermutlich stand sie der Königin nahe, so erhaben wie sie wirkte.
„Ihr habt hergefunden“, sprach sie und lächelte. Ihre Stimme war hell und hatte einen klaren, schönen Klang. „Sehr schön, ich bin stolz auf euch.“
Bei Beherezeh, nicht nur ihre Stimme war schön. Khav hatte den Blick auf einige Hofdamen erhaschen können, wenn er in der Stadt unterwegs gewesen war, aber diese Frau übertraf sie alle in ihrer Schönheit.

In diesem sehr kurzen Absatz benutzt du ganze fünf mal das Wort "Schön" oder "Schönheit". Das muss nicht sein, für Schönheit gibt es viele Synonyme. Ähnlich war das auch weiter oben bei der Beschreibung der Laternen wo es immer "Laterne" war, da geht auch mal "Lampe" oder einfach "sie" wenn sich der Bezug nicht ändert.

Insgesamt hat mir die Geschichte aber gut gefallen. Ich finde den Stil kurzweilig und angenehm zu lesen, die Charaktere kommen schon etwas rüber, man bekommt ein Paar Informationen, aber nicht zu viele.

Für mich hat es ab der Szene mit dem Raum etwas nachgelassen. Zuerst genau den Raum zu beschreiben und dann erst, was darin passiert, das finde ich nicht so sinnvoll, da wir mit den Augen des Charakters sehen, der sicher nicht zuerst auf die Wandverkleidung geschaut hat Wink

Und irgendwie fehlte ab da der leichte Humor, der sich bisher durchgezogen hatte, das fand ich etwas schade.

Was die Sprache der Charaktere angeht stimme ich übrigens meinem Vorgänger nicht ganz zu. Erstens ist es eine Fantasywelt, nicht historisch. Zweitens kann man nicht wirklich historische Sprache benutzen sonst versteht es kein Mensch. Und drittens sind Schimpfwörter und flachsige Ausdrücke so ziemlich seit dem Beginn der Schrift belegt und deren Inhalte, etwa Exkremente und Sex, haben sich im Lauf der Jahrhunderte wenig verändert.

Also, dran bleiben, ich finde da ist schon sehr viel Schönes.
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Vexoriette
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BeitragVerfasst am: 04.02.2021 21:14    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Moin!
Vielen Dank für die Rückmeldungen! Embarassed

@DerAndreas
Zitat:
Der Text enthält recht viele Schreibfehler. Falsche Wörter, Wort Doppelungen, ungünstige Formulierungen, und sowas.

Aye, ist mir durch dein Kommentar und die anderen auch aufgefallen. Hab da nochmal drüber geschaut - das erste Kapitel hat gerade die dritte Überarbeitung hinter sich gebracht - und einiges davon verbessert.
Zitat:
Ich konnte beim Lesen keine Wirkliche Zeit finden, in die ich die Geschehnisse einordnen kann.

Ehrlich gesagt sehe ich da nichts negatives drin. Ein Bernhard Hennen zum Beispiel schreibt seine Elfen-Bücher noch vor dem Mittelalter angesiedelt, die latschen da noch mit Fackeln herum und bauen gerade erst die ersten Burgen etc. Ein Brandon Sanderson hat gar keine vergleichbare Zeit in den Sturmlicht-Chroniken.
Meine Idee hier geht eher in Richtung von letzterem. Es gibt bekannte Dinge wie zum Beispiel die Laternen oder Kutschen, die eher ans Mittelalter erinnern, aber es ist nicht klar daran angesiedelt. Daran wird sich auch nichts ändern.  
Zitat:
z.B. das Fallgitter, dass sich wie eine Star-Wars Tür alleine öffnet, wenn man auf einen Knopf drückt. Das passt dann einfach nicht in diese Zeit.

Ich weiß, ich habe vergessen zu schreiben, dass Khav das Schloss knackt, aber ich habe deutlich von einem Hebel gesprochen, den er betätigt, bevor sich das Fallgitter öffnet. Ist also kein Jedi-Trick. Wink
Zitat:
Zum Beispiel Aussprüche wie "Du kannst mich mal" oder dergleichen. Das kannst du in einem modernen Roman schreiben. In ein Fantasy-Szenario im mittelalter o.ä. passt das aber nicht.

Also ich habe schon derberes in Büchern gelesen und da nie etwas darin empfunden, das mich aus der Immersion reißen würde. Leute, die nicht aus dem Adel stammen reden nunmal so und ein "Halte dein vorlautes Mundwerk!" passt weder zu Lisbeth noch zum Setting allgemein. Raue Leute reden eben rau und da sehe ich auch nichts 20.-Jhd.-mäßiges drin.
Trotzdem vielen Dank für die Rückmeldung!


@Zirkusaffe
Auch dir nochmal danke! Einiges von deinen Vorschlägen ist mit in die Überarbeitung geflossen, in anderem hab ich mich dagegen entschieden.
Deine Rückmeldung war auf jeden Fall sehr hilfreich.


@Hypatia88
Dir ebenso vielen Dank!

Zitat:
In diesem sehr kurzen Absatz benutzt du ganze fünf mal das Wort "Schön" oder "Schönheit". Das muss nicht sein, für Schönheit gibt es viele Synonyme.

Aye. Dieser Absatz hat es auch nicht in die nächste Überarbeitung geschafft. Embarassed Zumindest nicht in der Form, in der du sie hier noch lesen kannst.
Im Bezug auf die Laternen: es sind ja immer die gleichen Dinge von denen ich rede. Es ist nunmal eine Laterne. Eine Lampe wäre etwas anderes, etwas das mit Strom läuft. Da gibt es aber keinen Strom. Sonst könnten sie auch mit 'ner Taschenlampe herumlaufen.
Und für Laterne gibt es leider nicht so sonderlich viele Synonyme, die ich da nutzen könnte. smile

Zitat:
Für mich hat es ab der Szene mit dem Raum etwas nachgelassen. Zuerst genau den Raum zu beschreiben und dann erst, was darin passiert, das finde ich nicht so sinnvoll, da wir mit den Augen des Charakters sehen, der sicher nicht zuerst auf die Wandverkleidung geschaut hat Wink

Und irgendwie fehlte ab da der leichte Humor, der sich bisher durchgezogen hatte, das fand ich etwas schade.

Auch das habe ich in der Überarbeitung umgedreht. Bzw... eher nebenbei eingestreut. Keine ellenlangen Beschreibungen mehr von Holzverkleidungen.
Was den Humor angeht: das ist sehr schwierig. Es ist eine ernste Situation, da sie nun nicht mehr in ihrer kleinen, intimen Gruppe sind, die sich schon eine Weile lang kennen und eben miteinander scherzen.
Heredeth ist eine fremde Frau, die noch dazu im Rang weit über ihnen steht. Da passt der Humor leider nicht rein, auch wenn ich versucht habe, das in der Überarbeitung ein wenig aufzulockern.

Zitat:
Zweitens kann man nicht wirklich historische Sprache benutzen sonst versteht es kein Mensch. Und drittens sind Schimpfwörter und flachsige Ausdrücke so ziemlich seit dem Beginn der Schrift belegt und deren Inhalte, etwa Exkremente und Sex, haben sich im Lauf der Jahrhunderte wenig verändert.

Das sehe ich auch so, deshalb hat sich hieran auch nichts geändert. Habe lange drüber gebrütet, ob Lisbeth nicht auch etwas anderes sagen könnte, aber es blieb bei "Du kannst mich mal".


Nochmal lieben Dank an alle und liebe Grüße!
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Konrad_I
Gänsefüßchen


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Wohnort: Obersteiermark


BeitragVerfasst am: 09.02.2021 12:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

dass ist mein erster Beitrag, also bitte nicht schimpfen.

Wie die Vorposter schon geschrieben haben, mit der Beschreibung des Raumes anzufangen wirkt angesichts der Szene ein bisschen irritierend - ich habe den Absatz dann noch einmal gelesen um sicher zu sein dass es der gleiche Raum ist. Meines Erachtens passt das eher wenn sie zB. einen Gegenstand in einem leeren Raum suchen, sich ausruhen etc.

Wahrscheinlich aufgrund meines beruflichen Hintergrunds kommt mir der Kreditbetrag ein wenig hoch vor - ich setze einfach mal 1000€ p.M. für einen "einfachen" Job an, dann verdient Lisbeth ca 12.000/Monat, hat 36.000 Schulden beim einem Wirten. Nicht dass der Wirt sein Forderungsmanagement überdenken sollte, aber nach einem Haubenlokal klingt er nicht gerade, wenn sie kein schweres Alkoholproblem hat, wird es schwer einen so hohen Betrag abseits teurer Weine zu vertrinken.

LG[/s]


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Kazuyoshi
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BeitragVerfasst am: 09.02.2021 12:48    Titel: Vexoriettes Text als Test für Normseite Antworten mit Zitat

Zitat:
Lisbeth grunzte leise.


Nix gegen Alltagssprache, aber das zwang mir ein Grinsen ab. Der anschließende Satz auch, in dem umständlich erklärt wird, dass ein Meisterdiener im Monat mehr verdient als ein ... im Jahr. Dabei will der Text von Vexoriette an dieser Stelle vermutlich nicht komisch sein.

Sorry, ich weiß einfach nicht, wie ich diesen Beitrag hier löschen kann.
Daher nochmal mein Hinweis, dass ich etwas testen wollte .... Embarassed

https://www.literaturcafe.de/normseite-dokumentvorlage-download/

Ich dachte, man könnte die Texte etwas lesbarer machen, indem man die Vorlage der Normseite nimmt.
Die Breite ist schon unhandlich.
Ich habe es getestet: Funktioniert nicht. [/quote]
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Levo
Schmierfink


Beiträge: 76



BeitragVerfasst am: 11.03.2021 19:59    Titel: Re: Lehre des Eises/Die Eisigen Antworten mit Zitat

Vexoriette hat Folgendes geschrieben:

„Das ist unter meiner Würde“, grunzte Khav gerade so laut, dass seine beiden Begleiter ihn hören konnten. Lisbeth lief ein gutes Stück vor ihm und trug eine flackernde, stinkende Öllampe, während Elijah neben Khav lief. Während zweimal während er ab hier dachte ich, Elijah wäre der Handelnde durch Unrat, feuchtes und vergammeltes Stroh und die Kadaver halb verwesender - entweder halb verwester oder verwesender (ohne halb) Ratten watete, dachte er darüber nach, wieso er hier unten war.
(...)

Bisher hatte er nicht herausfinden können, von wem die Briefe stammten. Die Belohnungen aber waren zu reizvoll, als dass er das Angebot hätte ausschlagen können. Also folgte er den Anweisungen, gemeinsam mit Lisbeth und Elijah.
„Unter deiner Würde?“, fragte Lisbeth ungläubig. Die Laterne in ihrer Hand flackerte Wiederholung und mit der anderen hielt sie sich die Nase zu. Khav hatte sich an den Gestank gewöhnt, genauso wie Elijah, doch Lisbeth war nun einmal eine Frau. Und wie er mittlerweile wusste war sie eine Frau mit empfindlicher Nase.
An den Wänden hingen in unregelmäßigen Abständen weitere Laternen. Lisbeth hatte versucht, sie mithilfe ihrer eigenen Laterne anzuzünden, doch es wollte ihr nicht gelingen. Sie wurden nicht mit Öl gefüllt und enthielten einen etwa faustgroßen Stein, der von milchigem Glas eingeschlossen wurde.
Elijah war an sie herangetreten und hatte versucht, sie anzuzünden. Auch er hatte es irgendwann aufgegeben, doch dann war sie wie durch ein Wunder in Flammen ausgebrochen in Flammen gestanden? Aufgelodert?. Zumindest hatte es so auf Khav gewirkt, denn plötzlich strahlte der Stein im Inneren der Laterne warmes, oranges Licht aus und beleuchtete einen Teil des Flurs in dem sie sich befanden.
(...)

„Möge Ghen mir verzeihen, dass ich seinem Willen zuwider handle und womöglich jemanden befreie, den er für schuldig befunden hatte.“ Hm, das geht mir zu schnell, eben wusste er noch nicht, worum es geht, jetzt hat er im Geiste schon jemanden befreit - ohne mit Problemen bei der Befreiung zu rechnen?
Elijah senkte den Kopf und schloss für einen Moment die Augen. Er faltete die Hände vor der Brust und verharrte so auf der Stelle, bis er die Augen wieder öffnete und Lisbeth folgte, die sich wieder in Bewegung gesetzt hatte. Das wirkt ... unnötig? Augen zu Augen auf
(...)
„Das wäre Frevel“, antwortete Elijah. Find ich eine sehr schöne Stelle. Zeigt (neben dem vorhin fehlenden Bart) eine gewisse Naivität. In diesen seltenen Momenten klang seine Stimme leidenschaftlich und voller Emotionen, doch es handelte sich stets um Themen, die mit Ghen zu tun hatten. Als könnte ihn nichts anderes so sehr begeistern. „Kein Mensch bei Verstand würde sich freiwillig Ghens Zorn aussetzen.“
„Du würdest dich wundern, was Menschen so alles tun und wie egal es ihnen ist, wer wütend auf sie ist“, sagte Lisbeth. Sie war unter einer Art Torbogen stehen geblieben, flankiert von einigen Ratten, die sich kreischend zurückzogen. Eine war nicht schnell genug und Lisbeths Schuhsohle beförderte sie in die Schatten. Zischend verschwanden die Ratten. Da muss ja ein Höllenlärm herrschen ...?
Vor ihnen spaltete sich der Gang. Der rechte wurde von einem Fallgitter verschlossen, der linke war frei. Lisbeth deutete mit der Laterne auf den rechten Flur.
„Das ist dein Job, Khav“, sagte sie.
„Woher weißt du, dass wir da lang müssen?“, fragte er, während er an ihr und Elijah vorbeilief und sich neben dem Fallgitter niederließ. Der Mechanismus zum Öffnen war in der Wand eingelassen und ein Schloss verriegelte den Zugang dazu.
Lisbeth grunzte leise.
„Sie würden uns nicht in ein verlassenes Gefängnis ich stolper erst jetzt darüber, aber ein verlassenes Gefängnis würde dann doch auch bedeuten, dass keine Gefangenen mehr da sind ... Wie kommen sie also darauf, dass es ein Gefangener ist, den sie befreien sollen? schicken, wenn es hier nicht etwas geben würde, das jemandem so wichtig ist, dass er es auf diese Weise bewachen muss.“
(...)
„Wer sollte hier denn noch gefangen sein?“, fragte Elijah in die Stille hinein, während sich Khav dem Schloss zuwandte. „Wir haben hier nicht eine lebende Seele gesehen, von den Ratten mal abgesehen. Wenn wir hier mehr als ein paar Skelette finden, wäre ich mehr als nur überrascht.“
„Ich glaube kaum, dass sie uns hierher schicken, um ein paar Knochen zu bergen. Hier muss noch etwas anderes sein.“ Lisbeth lehnte sich gegen die Wand neben einer Laterne und spendete Khav mit ihrer eigenen etwas Licht.
„Wenn wir wenigstens wüssten, wer uns hierher geschickt hat…“, murmelte Elijah Hm. Ist er das erste Mal dabei? Sonst fänd ich diesen Gedanken an dieser Stelle unpassend
(...)
Vor ihnen erstreckte sich der dunkle Gang, in dem sie außerhalb der beiden Lichtkegel nicht sonderlich viel erkennen konnten. Die steinernen Wände waren noch immer die gleichen Warum sollte sich das ändern? Oder spielt das für das Sicherheitsempfinden der Gruppe ein Rolle? Noch immer waren die Wände stabil und nicht vom Einsturz bedroht?, auch wenn sie hier verwitterter schienen und teilweise mit Moos überzogen waren. Oder Schimmel, so ganz sicher war sich Khav da nicht.
Feuchte Luft schlug ihnen nach einer Weile entgegen. Ein sanfter Windzug zog durch den Gang und brachte die faule, feuchte Luft mit sich, die Khav den Atem verschlug. Er hielt sich die Nase zu und versuchte durch den Mund zu atmen.
(...)
Khav warf Lisbeth und Elijah einen Blick zu, dann gingen sie weiter. Aus welchem Grund sollte sich hier jemand aufhalten? Wurden sie etwa auch von den schwarzen Briefen dazu angehalten? Äh - Könnte es nicht sein, dass sie am Ziel ihrer Suche wären? Sein erster Gedanke ist tatsächlich "Konkurrenz"?
Gemeinsam gingen sie weiter und erreichten schließlich den Raum. Diesen Satz bekommst Du bestimmt schöner hin, der klingt so beliebig. Immerhin haben sie hier eine heiße Spur - nähern sie sich freudig, vorsichtig, widerwillig dem "Raum"? Woher wissen Sie, dass es ein Raum, nicht ein Saal oder ein gut beleuchteter Gang ist? Wechseln sie hier keine Worte über das, was sie erwarten könnte? Er war hoch und breit und sah ein wenig wie ein Aufenthaltsraum für die Wärter, die hier mal gearbeitet hatten, aus. Die Wände waren immer noch aus Stein, aber man hatte sie mit dunklen Holzplanken ausgekleidet. Hier und da waren einige der Bretter gebrochen und gab den Blick auf die Steinwände frei.
An der Decke hing ein einfacher Kronleuchter aus Metall, in dessen Mitte ein etwa kopfgroßer, oranger Stein eingefasst war, der das gleiche warme Licht ausstrahlte wie die Laternen.
Khav konnte den Blick kaum davon abwenden. Wieso?
Der Boden war mit dunkelgrünem Teppich bedeckt worden. An einigen Stellen war er abgetreten und dreckig, größtenteils war er aber noch intakt. Zerbrochene Stühle und Tische wurden in den Ecken gestapelt und machten die Mitte des Raumes frei.
Khav blieb im Türrahmen stehen. Lisbeth stand neben ihm und Elijah sah ihm über die Schulter.
In der Mitte des Raumes befand sich ein einzelner, etwas ramponierter Tisch. Auf ihm lag eine junge Frau, womöglich tot oder nur bewusstlos, gekleidet in eine rote Robe. Goldene Stickereien befanden sich auf der Robe und zogen sich von der Brust zur Hüfte bis zum Saum. Etwa ein Dutzend Menschen in schwarzen Roben liefen in langsamen, wiegenden Schritten um den Tisch herum. Sie murmelten einen hypnotisierenden Singsang während sie gingen.  Hier kommt mir die Reihenfolge, mit der Khav den Raum scannt, seltsam vor. Zumal er ja von der Lampe nicht wegsehen kann. Ich würde erwarten, dass er erst einmal nach Gefahren sucht. Also die gruseligen Menschen bemerkt. Wichtig auch: werden sie bemerkt, wie sie so lässig in der Tür stehen?

Die gleichen Stickereien befanden sich auch auf ihren Roben.
„Eisige?“, fragte Khav leise und deutete auf die Stickereien. Sie zeigten das Mal Sephirs, allerdings verzerrt und fast schon verunstaltet. Die sich windende Schlange, die die Eiskrone umschlang, war kaum noch zu erkennen.
„Mehr als das“, flüsterte Lisbeth. „Hast du je von den Leuten gehört, die behaupten, die Eisigen wären falsch? Dass keiner von ihnen mehr ein wahrer Eisiger wäre?“
Khav nickte. In seinem Dorf war ein Prediger heimisch gewesen, dessen Reden von den falschen Eisigen gehandelt hatten. Wie jeder andere auch hatte er das Geschwätz als das Ergebnis von gläubigem Wahnsinn behandelt. Hatten sie sich alle geirrt?
„Das auf dem Tisch ist auch eine Eisige“, bemerkte Elijah und deutete auf die junge Frau. Auf ihrem rechten Handrücken zeigte sich deutlich Sephirs Mal, doch es war ausgefranst und die Ränder geschwollen. Die Unterhaltung scheint mir hier zur falschen Zeit stattzufinden  

„Was machen die da?“, fragte Khav leise. Das wäre die Frage, die sich mir auch sofort gestellt hätte Wink Er beobachtete die Leute, die um den Tisch herumwanderten. Einige waren Frauen, die Mehrheit aber waren Männer. Unter den Kapuzen konnte er lange, schwarze Haare erkennen, meist geflochten in den Stilen der eisigen Hofdamen.
„Keine Ahnung“, meinte Lisbeth. „Aber wenn es das ist, wofür wir hergekommen sind, geh ich heute lieber ohne Belohnung nach Haus. Das hier ist mir nicht geheuer.“
„Dafür werde ich heute Abend viele Stunden Buße tun müssen“, murmelte Elijah und faltete die Hände vor der Brust. Das verstehe ich hier nicht. Was machen die Eisigen denn? Und wieso sind Khav, Lisbeth und Elijah so ... unvorsichtig?

Der Gesang stoppte. Die Leute blieben stehen und wiegten in einem stillen Takt hin und her. Eine Frau trat aus der Reihe hervor, sie griff nach ihrer Kapuze und enthüllte ihr Gesicht. Hier vermisse ich, dass sie sich an die drei Eindringlinge wendet
(...)

Die Menschen in den Roben machten Platz um den Tisch herum und zogen sich auf die andere Seite des Raumes zurück. Und das Mädchen auf dem Tisch? Khav folgte der Einladung als Erster, Lisbeth und Elijah folgten ihm zögernd.
Er suchte sich einen halbwegs intakten Stuhl und setzte sich Heredeth gegenüber. In ihm stritten sich zwei Gefühlswelten. Die eine war glücklich, denn ein Eisiger zu sein war alles, was er sich je gewünscht hatte. Sephir hatte ihn während seiner Geburt verschmäht und so hatte Beherezeh sein Mal auf Khavs Handrücken gebrannt. Andererseits konnte er nicht so ganz glauben, dass Heredeth ausgerechnet ihn ausgewählt hatte, um Sephirs Fehler wieder gut zu machen.
Elijah und Lisbeth ließen sich neben ihm nieder.
Heredeth musterte die drei und neigte dann den Kopf. „Beherezeh, Ghen und Nura. Eine interessante Mischung, das muss ich zugeben. Das war in dieser Form nicht von mir geplant, doch ich bin froh, dass ihr so gut miteinander ausgekommen seid.“ Sie lächelte wieder. „Was treibt einen ehrbaren Mann Ghens dazu, den Instruktionen einer ihm fremden Frau zu folgen?“
„Ich darf kein Eigentum besitzen“, antwortete Elijah. „Aber es gibt Leute die es dürfen und die mir nahestehen. Sie können das Geld, das Ihr mir gezahlt habt, gut gebrauchen, Herrin.“
„Ah, ein so edler Mann. Ich kann verstehen, weshalb Ghen dich ausgewählt hat.“ Sie wandte sich an Lisbeth. „Was ist mit dir? Aus welchen Gründen bist du meinen Briefen gefolgt?“
Lisbeth zuckte mit den Schultern. Sie hatte wieder die Arme vor der Brust verschränkt und schien Heredeth nur widerwillig antworten zu wollen. „Ich mag Schnaps und der kostet eben Geld. Morris gibt mir sogar hin und wieder aus, seit ich meine Schulden bei ihm endlich begleichen kann.“
„Schulden also… wie viel schuldest du ihm?“
„Drei Monatslöhne.“
Heredeths Lächeln wackelte ein wenig, als sie den Kopf neigte. „Woran bemisst du einen Monatslohn, Lisbeth? Reden wir vom Lohn eines Bauern, eines Söldners oder eines Meisterdieners?“
„Eines Meisterdieners“, gab Lisbeth zögernd zu.
Khav schnappte neben ihr nach Luft und sah sie entsetzt an. Ein Meisterdiener im Dienst eines angesehenen Mitglieds des Hofes verdiente mehr als manch anderer in einem Jahr. Und das innerhalb von einem Monat.
„Das… sind hohe Schulden“, antwortete Heredeth nachdenklich. „Aber nichts, das sich nicht lösen ließe, sobald du eine Eisige bist.“ Sie wandte sich an Khav. „Und was ist mit dir?“
Er dachte einen Augenblick lang nach. Zu Anfang hatte er es für Irilet getan. Sie hatte ein besseres Leben verdient als das der Frau eines armen Schlossers. Doch irgendwann hatte er begonnen, das Geld, das er durch die Aufträge dazuverdiente, für sich zu behalten.
„Ich mache es für mich“, gab er schließlich zu. „Die einzige, die mir etwas bedeutet ist meine Frau Irilet, doch das Geld behalte ich für mich. Ihr bringe ich manchmal ein wenig Schokolade aus der Stadt mit, wenn ich da vorbeikomme.“
Sehr schöne Beweggründe. Zwei von dreien nicht über-edel. Super!
Heredeth grinste.

(...)
„Es gibt durchaus Möglichkeiten, Sephirs Gunst auch später im Leben zu erlangen. Eisige hüten diese Geheimnisse, denn sie fürchten, jeder Idiot könnte ihre Privilegien stehlen.“ Very Happy  Schöner Bruch.
(...)
„Und wie wird man einer?“, fragte Lisbeth. Schön pragmatisch!
Heredeth stand auf, schob den Stuhl beiseite und stellte sich neben den Tisch. Sie berührte die Frau in der roten Robe an der Schulter.
„Wach auf, neues Kind Sephirs. Zeig ihnen, was es heißt, eine wahre Eisige zu sein.“
Khav beobachtete, wie die Frau sich langsam rührte und dann aufsetzte. Ihre dunklen Haare fielen ihr über die Schultern und sie rieb sich über die Augen, als hätte sie lange Zeit geschlafen. Sie schwang die Beine über die Tischkante, streckte sich und sah Heredeth dann neugierig an.
„Hat es funktioniert?“, fragte sie, sah auf ihren Handrücken und lächelte dann. „Es hat funktioniert!“
Heredeth nickte. „Natürlich hat es das. Ich habe es dir doch versprochen, Violette.“ Sie wandte sich an ihre Gäste. „Sie wird euch zeigen, was Sephirs Geschenk wirklich bedeutet. Sie wird eure letzte Prüfung sein, bevor ihr zu Eisigen werden könnt.“
Zitat:

Spannend.
Ich würd glatt weiterlesen.
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