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Anfang einer neuen YA Geschichte, Gefängnisszene


 
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Thomas74
Geschlecht:männlichReißwolf

Alter: 46
Beiträge: 1096
Wohnort: Annaburg


BeitragVerfasst am: 24.01.2021 08:37    Titel: Anfang einer neuen YA Geschichte, Gefängnisszene eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hier mal der Einstieg zu einem neuen Projekt.
Die Geschichte spielt in einem nicht näher definiertem Land in der Jetztzeit und wird etwa ab Buchmitte zu einem dystopischen Setting kippen.
-Führt der Einstieg schlüssig in die Welt?
-Ist da zu viel/zu wenig Info drin?
-Fehlt etwas zum Verständnis?
-Kann was weg?
-würdet ihr weiterlesen?
Danke schonmal im Voraus!

„Happy Birthday to me...“, summte Mira und starrte an die milchig leuchtende Deckenplatte .
In der Zelle war es brütend heiß, wie immer im Hochsommer. Sie hatte die Decke beiseite gestrampelt und lag nackt auf der durchgelegenen Matratze. Es war ihr egal, dass die Kamera direkt über ihr alles sah. So etwas wie Intimsphäre gab es hier nicht. Aber was hatte sie schon zu bieten. Wenn es jemand so nötig haben sollte, sich an ihren käsigen, dürren Körper aufzugeilen, der dort, wo andere Mädchen Formen hatten, nur unförmige Knubbel aufwies, tat ihr derjenige leid. Gleichgültig, ob sie sich wusch, ob sie kackte oder masturbierte, die Kamera war immer dabei. Man gewöhnte sich daran, wie man sich an eine Zahnlücke oder einen Pickel am Hintern gewöhnte. Und es war beileibe keine Attrappe. Vor einem genau einem Jahr, an ihrem vierzehnten Geburtstag, hatte Mira die eingeschmuggelte Glasscherbe an ihren Pulsadern angesetzt. Es hatte keine Minute gedauert, bis die Zellentür aufgerissen wurde und zwei Wärter hereingestürmt kamen, um ihr armseliges Leben zu retten. Sie durfte schließlich nicht vor ihrer Zeit gehen.
Inzwischen musste es Mitternacht sein. Obwohl „Nacht“ ein merkwürdiger Ausdruck war in einem Raum, der vierundzwanzig Stunden im gleichen Dämmerlicht lag.
Drei Jahre noch. Halt. Zwei Jahre, 364 Tage und ein paar Stunden. Wenn nicht gerade ein Schaltjahr war. Mira hatte vergessen, in welchem Jahr sie lebte. Eigentlich war ihr auch das egal. Sie würde ihrer Strafe nicht entgehen.  Kurz vor ihrem achtzehnten Geburtstag würden sie Mira holen. Sie würden sie den Gang entlangführen bis zu der Tür, die nur für diesen Anlass geöffnet wurde. In der großen Halle würde Mira in einem aufgemalten roten Viereck stehen müssen, um den Hals einen Strick und auf die undurchsichtige Scheibe vor sich blicken, wo in der ersten Minute ihres Erwachsenenlebens drei Leute synchron einen Knopf drücken würden. Einer von ihnen, durch das Los des Computers bestimmt, schickte den Impuls an den Öffnungsmechanismus der Falltür unter Miras Füßen. Sie war neugierig, ob das Brechen des Genicks wehtun würde, wenn der Strick den Sturz in die Tiefe stoppte.
Daran gab es nichts zu rütteln. Sie erinnerte sich, wie der Mob vor dem Gericht getobt und den sofortigen Vollzug gefordert hatte. Oh, Mira war schließlich berühmt. Die jüngste Mörderin in der Geschichte des Landes. Ein elfjähriges, süßes Mädchen aus gutem Hause, Klassenbeste und talentierte Klavierspielerin, die gerne las und Katzen liebte, war zu einer eiskalten Bestie mutiert.   
An den Fakten gab es nichts zu rütteln. Sie hatte ihre beste Freundin in eine Falle gelockt und kaltblütig ermordet. Immer wieder hatte sie das Messer in July gerammt. Vierundsechzig Stiche hatten die Pathologen gezählt.

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Optimismus ist, bei Gewitter in einer Kupferrüstung auf dem höchsten Berg zu stehen und "Scheiß Götter!!" zu rufen.
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Globo85
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 36
Beiträge: 247
Wohnort: Südwesten


BeitragVerfasst am: 24.01.2021 09:24    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
sich an ihren käsigen, dünnen


Es muss an ihrem heißen.

Zitat:
Vor einem genau einem Jahr,


Ich glaube hier ist ein "einem" zu viel.

Ansonsten finde ich den Einstieg atmosphärisch.

Was für mich nicht ganz passt, bzw. wo ich mir etwas mehr Infos über das vermeintliche Regime wünschen würde.

- Videoüberwachung IN der Zelle gibt es (meines Wissens nach) eher in der Klapse als im Knast (Verstoß gegen Menschenrechte nur bei konkreter Gefahr für Leib und Leben), vielleicht wäre es an der Stelle eine Möglichkeit, dass Mira tatsächlich einen Suizid versucht hätte aber gerettet wurde, nur um dann weiter auf die Hinrichtung zu warten?

- Das Kinder zum Tode verurteilt werden find ich schon ziemlich Hardcore, insofern vielleicht ein zwei Infos, dass es gesellschaftlich eh schon den Bach runter geht (das Umkippen in die Dystopie, die du ja schon ankündigst)

- Etwas mehr an Charakterisierung von Mira, die find ich bislang etwas blass. Fühlt sie sich im Recht bzgl. des Mordes? Tut es ihr leid?


Zum Abschluss: ich würde erst mal weiterlesen. Mir gefällt dein flüssiger Stil und wie gesagt, die Atmosphäre stimmt.

"Nimm was du brauchst", wie ich schön öfter gelesen habe.. (und was ich nen hervorragenden Abschluss für ein Feedback finde..)
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Thomas74
Geschlecht:männlichReißwolf

Alter: 46
Beiträge: 1096
Wohnort: Annaburg


BeitragVerfasst am: 24.01.2021 09:34    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Nimm was du brauchst

 Cool Mach ich, danke dir.

Ich habe ehrlich gesagt, Bedenken, zu viele Infos in die ersten Zeilen zu quetschen, weil das Ganze sonst wie ein ErklärBär-Prolog wirkt.

Mein Plan ist, die Vorgeschichte und das gesellschaftspolitische Umfeld in einigen Rückblenden zu beschreiben.

Stimmt für den Leser die Distanz zu Mira? Oder steht der Erzähler "zu weit weg?"


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Globo85
Geschlecht:männlichEselsohr

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Beiträge: 247
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BeitragVerfasst am: 24.01.2021 09:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, das ist natürlich immer so ein Akt mit dem gefürchteten Infodump. Rückblenden sind natürlich auch eine Möglichkeit.

Was die Distanz angeht: ich glaube da kann man schon noch etwas näher rücken. Das sind aber Sachen, an die ich bei mir selber noch verbessern muss, bin daher in dem Punkt nicht der beste Ratgeber.

Vieles wirkt im Moment noch etwas von außen.

Nur ein Beispiel:

Zitat:
Mira hatte vergessen, in welchem Jahr sie lebte.


Von außen. Vielleicht eher sowas wie "Welches Jahr war noch mal?" oder auch als innerer Monolog.
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Natalie2210
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Beiträge: 472



BeitragVerfasst am: 24.01.2021 11:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Thomas,

puh. ganz schön heftig, der Einstieg. Ich würde auf jeden Fall weiterlesen wollen, bin gespannt, warum Mira July umgebracht hat.

Ich finde, die Menge an Info ist genau richtig. Man ist sofort in der Geschichte, alle Fragen, die gestellt werden, werden, so nehme ich an, im weiteren Verlauf geklärt und machen definitiv neugierig.

Worüber ich ein bisschen gestolpert bin - ich weiß nicht, ob es anderen auch so geht - ist der explizite Gedanke an Sex.

Zitat:
Wenn es jemand so nötig haben sollte, sich an ihren käsigen, dürren Körper aufzugeilen, der dort, wo andere Mädchen Formen hatten, nur unförmige Knubbel aufwies, tat ihr derjenige leid. Gleichgültig, ob sie sich wusch, ob sie kackte oder masturbierte,


Mira ist an dem Punkt fünfzehn, seit ~ vier Jahren im Gefängnis (mit elf hat sie ja die Freundin umgebracht) und war vorher ein behütetes Kind. Die Intensität ist hier, meiner Ansicht nach, zu hoch. Vielleicht kann man das ein bisschen abschwächen, zumindest das "aufgeilen" und "masturbieren" herausnehmen - schließlich hat Mira in dem Alter keine Erfahrung mit Sex oder Männern.  

Die Beschreibung der Hinrichtung macht auf jeden Fall Gänsehaut, da würde ich absolut gar nichts ändern.

zur laufenden Diskussion:
Weil die Distanz angesprochen wurde: Ich finde, das passt. Wenn du noch näher an den Protagonisten rückst, bringst du deine Leser um. Mich auf jeden Fall Wink ich war schon so sofort gefangen und in der Geschichte.

und Miras kühle Art, über ihren Mord nachzudenken sagt mir, dass es ihr nicht leid tut, sondern sie einen guten Grund hatte, ihn zu begehen.


lg,
Natalie
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 24.01.2021 11:28    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Thomas74

da das nicht unbedingt mein Genre ist, gebe ich hier sowohl meinen als auch den Eindruck meiner Freundin, die dieses Genre liest, wieder:

-Führt der Einstieg schlüssig in die Welt?
 beide: Ja
-Ist da zu viel/zu wenig Info drin?
 Freundin: Passt genau. Es bleiben genug offene Fragen, die beantwortet werden müssen.
 Ich: Zu viel, teilweise zu plakativ. Mein Eindruck: Da verschießt jemand vorzeitig sein Pulver.
-Fehlt etwas zum Verständnis?
 beide: Nein.
-Kann was weg?
 Freundin: Ist absolut rund so. Genau richtig.
 Ich: Würde deutlich weniger Informationen in diesen ersten Zeilen bringen.
-würdet ihr weiterlesen?
 Freundin: Auf jeden Fall, Furioser, dichter Auftakt. Wow!
 Ich: Wahrscheinlich ja. Zumindest die nächsten Seiten. Um zu sehen, wie du die Kurve in flachere Gewässer kriegst

Meine Empfehlung: Vergiss meine Einschätzung und lass die Intro wie sie ist. wink

LG
DLurie
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Rodge
Geschlecht:männlichKlammeraffe


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BeitragVerfasst am: 24.01.2021 11:37    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Thomas,

zwei Dinge sind für mich unplausibel (die anderen Kommentare habe ich noch nicht gelesen):

- Ich glaube nicht, dass ein Mädchen, das gerade 15 wird, so denkt bzw. handelt (das klingt für mich eher nach einer ernüchterten Mitte-Dreißigerin)

- Warum ist es einem Regime nicht egal, wenn Leute, die im Knast sitzen, sich umbringen wollen, wenn sie sie ohnehin mit 18 töten wollen. Wenn du nun sagst, du willst am Anfang nicht zu viel erklären, verstehe ich das, dann würde ich aber auch das Töten mit 18 weglassen, weil es sonst so klingt, als würdest du vieles erklären, das Entscheidende aber nicht.

Dennoch finde ich es gut geschrieben, ich würde vermutlich einfach nur die Szene beschreiben und den ganzen Erklärkram weglassen (das kann man später ja ohnehin noch nach und nach einflechten).

Grüße
Rodge
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Thomas74
Geschlecht:männlichReißwolf

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BeitragVerfasst am: 24.01.2021 11:41    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Da verschießt jemand vorzeitig sein Pulver


Keine Sorge, ich hab noch genug Pulver auf der Pfanne. Da halte ich es mit dem Regisseur, der einmal sagte, ein guter Film müsse mit einer Atomexplosion beginnen und sich dann langsam steigern.

Zitat:
ist der explizite Gedanke an Sex.


Leider hat die Prota schon unfreiwillig erfahren müssen, das es da so etwas gibt. Keine Angst, ich beschreibe keine expliziten Szenen mit Minderjährigen. Nur, was sie selbst in Rückblenden preisgeben.

Aber ich bin beruhigt, dass der Einstieg ankommt. Meine größte Sorge ist nämlich, unbewusst tausendfach gelesene/gehörte Klischees ein weiteres Mal zu verwursten.


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Thomas74
Geschlecht:männlichReißwolf

Alter: 46
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BeitragVerfasst am: 24.01.2021 11:47    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Rodge hat Folgendes geschrieben:
M
- Warum ist es einem Regime nicht egal, wenn Leute, die im Knast sitzen, sich umbringen wollen, wenn sie sie ohnehin mit 18 töten wollen.


Prominentestes Beispiel ist Hermann Göring, der sich Stunden vor seiner angesetzten Hinrichtung selbst mit Zyankali vergiftete und damit das Statement setzte, selbst über seinen Todeszeitpunkt zu entscheiden, anstatt sich dem Willen der Siegerjustiz zu beugen.


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Natalie2210
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 34
Beiträge: 472



BeitragVerfasst am: 24.01.2021 13:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Thomas,

vielleicht noch als Nachsatz: dein Intro hat mich an "Zeitsplitter" von Cristin Terrill erinnert, ihr Roman startet sehr ähnlich. In weiterer Folge geht es dann um Zeitreisen und Liebe. Ich nehme einmal an, nach dem du "Dystopie" schreibst, geht es bei dir anders weiter.

Nur zur Info, für die Frage "Ähnliches am Markt", bzw "Assoziationen beim Leser".

lg,
Natalie
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psi
Leseratte


Beiträge: 118



BeitragVerfasst am: 24.01.2021 13:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Thomas74,

toll, dass du gleich konkrete Fragen und die Zielgruppe zum Text angibst!
Dann geb ich dir einfach mal meine Eindrücke vom Lesen, vielleicht ist ja etwas für dich dabei :)

* Führt der Einstieg schlüssig in die Welt?
    – ja
* Ist da zu viel/zu wenig Info drin?
    – zu viel über die Hintergrundgeschichte, zu wenig über Miras Charakter
* Fehlt etwas zum Verständnis?
    – nein
* Kann was weg?
    – s. o.
* würdet ihr weiterlesen?
    – fast


Freies Feedback:
Oha, da hast du dir aber eine herausfordernde Einstiegsszene ausgesucht! Herausfordernd, weil deine Protagonistin gleich in eine sehr passive Rolle gezwungen ist.
Viele Dinge an dem Ausschnitt finde ich schon gut gelungen, z. B. der Kontrast aus "Geburstag haben" und in einer trostlosen Zelle gefangen sein und die Geburtstage zählen zu können, die einem noch bleiben.
Zitat:
Gleichgültig, ob sie sich wusch, ob sie kackte oder masturbierte, die Kamera war immer dabei.

Auch diese Stelle finde ich sehr gelungen! Ich kann mir gut vorstellen, dass jemand, der gefangen ist, also sehr viele externe Grenzen bekommt, die er/sie auf keinen Fall überschreiten kann, sich andere, kleinere Grenzen zum Überschreiten sucht.
Ich würde gerne noch viel mehr über Mira erfahren. Nicht die Hintergrundgeschichte, sondern wie sie ist, wie es ihr geht, wie sie ihre Umgebung wahrnimmt.
Zitat:
[…] in einem Raum, der vierundzwanzig Stunden im gleichen Dämmerlicht lag.

Das ist ja eine Foltermethode. Ich würde denken, dass einen so etwas psychisch stark verändert. Leider sehe ich diese krassen Auswirkungen nicht bei Mira, deswegen kommt mir das so noch etwas unglaubwürdig vor. Warum ist sie psychisch noch so "normal"? Gibt es etwas, dass sie psychisch stärker macht oder ist sie neuroatypisch? Ist sie ein Psychopath?
Gerade in YA würde ich dir noch zu einer engeren Erzähldistanz raten und Miras Charakter stärker herausholen. Das ist natürlich extrem herausfordernd in dieser Situation. Gib ihr vielleicht irgendwas zu tun, charakterisier’ sie über Handlung, Interaktion mit irgendetwas. Was in YA auch wichtig ist, ist die "Stimme" der Hauptfigur. Ich habe das Gefühl, dass die sich hier noch sehr mit einer externen Sichtweise auf Mira mischt.
Auf keinen Fall würde ich jetzt noch in Rückblenden gehen. Gib uns erst den Anfang deiner Geschichte, irgendetwas, was in der Gegenwart passiert.

Und (das wäre jetzt meine persönliche Herangehensweise): nachdem du Mira mehr gezeigt hast, könnte ich mir diesen Abschnitt
Zitat:
An den Fakten gab es nichts zu rütteln. Sie hatte ihre beste Freundin in eine Falle gelockt und kaltblütig ermordet. Immer wieder hatte sie das Messer in July gerammt. Vierundsechzig Stiche hatten die Pathologen gezählt.

unheimlich gut als Abschluss des ersten Kapitels vorstellen! Das motiviert sofort zum Weiterlesen!

Alles in allem finde ich die Situation, dass jemand eingesperrt wird und man ihn sich nicht selbst töten lässt, bis das Urteil vom Gericht vollstreckt wird, sehr spannend. Wenn du an ein paar kleinen Stellschrauben noch drehst, würde ich auf jeden Fall weiterlesen.

Ich wünsche dir noch viel Spaß mit deinem Projekt! :)
Ψ
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Thomas74
Geschlecht:männlichReißwolf

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Beiträge: 1096
Wohnort: Annaburg


BeitragVerfasst am: 24.01.2021 13:57    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Jetzt muss ich erstmal nach dem erwähnten Titel googeln Nein, definitiv keine Zeitreise. Während sie im Knast sitzt, geht um sie herum, salopp gesagt, die Welt unter.

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Thomas74
Geschlecht:männlichReißwolf

Alter: 46
Beiträge: 1096
Wohnort: Annaburg


BeitragVerfasst am: 24.01.2021 14:06    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@psi: Es kristallisiert sich also heraus, dass ich "näher ran" muss.

Übrigens hat die Prota schon so einige Tics und Störungen abbekommen, die sich erst später unangenehm bemerkbar machen werden.

Ganz zufällig habe ich im Vorfeld einige Werke mit Protas gelesen, die teilweise seit ihrer Kindheit in irgendwelchen Laboren gefangen gehalten wurden und trotzdem völlig normal waren und sogar Zeit für ein kleines Techtelmechtel mit der Heldin hatten. Glaubwürdigkeit knapp unter absolutem Nullpunkt, finde ich...


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Natalie2210
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 34
Beiträge: 472



BeitragVerfasst am: 24.01.2021 14:20    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
  Es kristallisiert sich also heraus, dass ich "näher ran" muss.


Ich finde es schon sehr nahe. Die Protagonistin sitzt passiv in der Zelle, und alle Gedanken die sie hat - den Großteil verstehe ich schon als inneren Monolog - sind schicksalsergeben. Sie ist sogar schon so weit, dass sie überlegt, ob sie den Genickbruch spürt, etc. Die Tatsache, dass selbst umbringen durfte wollte, charakterisiert sie als mutiges Mädchen, und dass sie jetzt sehr passiv ist, ist ganz klar.

Als Leser würde ich erwarten, dass in den nächsten Zeilen etwas passiert, das sie aufrüttelt. Das würde für mich dann immer noch zum Anfang gehören, denn eingestellte Textabschnitt ist ziemlich kurz.

lg,
Natalie
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Sören
Geschlecht:männlichGänsefüßchen


Beiträge: 39
Wohnort: Saarland


BeitragVerfasst am: 24.01.2021 18:58    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Thomas74!

-Führt der Einstieg schlüssig in die Welt?

Wahrscheinlich ist es eine eigene Welt, eine, in die sich der Leser erst einlesen muss, von daher gesehen ein ganz klares Ja.

-Ist da zu viel/zu wenig Info drin?

Genau richtig.

-Fehlt etwas zum Verständnis?

Mir fehlt nichts. Andererseits denke ich, sollte was fehlen, kann es noch kommen.

-Kann was weg?

Nö, ist gut so.

-würdet ihr weiterlesen?

Es ist gut geschrieben, warum also nicht!
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psi
Leseratte


Beiträge: 118



BeitragVerfasst am: 24.01.2021 19:45    Titel: Antworten mit Zitat

Schön, dass du da schon deine Recherche betrieben hast :)

Nochmal zum Thema Erzähldistanz:
Ich meinte eigentlich nur, dass der derzeit kommerziell gängige Stil in YA sehr nahe an den Protagonisten dran ist. Welche Distanz du für deine Geschichte wählst, ist natürlich deine Sache!
Gerade, wenn die Situtation und vielleicht auch die Gedankenwelt der Protagonistin am Anfang eher verstörend ist und du befürchtest, dass es den Leser abschrecken könnte, kann ich verstehen, wenn du distanzierter schreiben möchtest.

Mein Problem ist eher dies: ich weiß in deiner Geschichte häufig nicht, wer da erzählt.
Ich versuche, das an ein paar Beispielen zu erklären:
Zitat:
Drei Jahre noch. Halt. Zwei Jahre, 364 Tage und ein paar Stunden.

Hier verstehe ich das so, dass wir quasi in Miras Gedanken sind und diese den erzählenden Text bilden.
Zitat:
Aber was hatte sie schon zu bieten. Wenn es jemand so nötig haben sollte, sich an ihren käsigen, dürren Körper aufzugeilen, der dort, wo andere Mädchen Formen hatten, nur unförmige Knubbel aufwies, tat ihr derjenige leid.

Aber wer sagt das? Ist das Miras Denkweise? Ist es das, was sie gerade, in diesem Moment, denkt? Warum denkt sie gerade jetzt daran? Oder ist das der Erzähler, der mir Informationen gibt? Warum beschreibt er Mira so negativ?

Das wird mir besonders wichtig an solchen Stellen z. B.:
Zitat:
Die jüngste Mörderin in der Geschichte des Landes. Ein elfjähriges, süßes Mädchen aus gutem Hause, Klassenbeste und talentierte Klavierspielerin, die gerne las und Katzen liebte, war zu einer eiskalten Bestie mutiert.

Die Beschreibung von Mira klingt sehr von außen. Aber wer sagt, dass sie eine eiskalte Bestie ist? Mira? Der Erzähler? Das ist eine sehr wertende Aussage, und ich bin mir nicht sicher, wem diese Worte gehören.
Ich würde sagen, dem Erzähler, aber warum sieht er Mira als Bestie? Sollen wir Mira auch als Bestie empfinden? Oder Mitleid haben, dass sie von allen anderen (inkl. dem Erzähler) so negativ gesehen wird?

Wenn das Erzählte so wertend ist, möchte ich einfach gerne wissen, wessen Wertung das ist. Und das war mir nicht immer klar in deinem Text (ist nur meine Perspektive, kann anderen natürlich ganz anders gehen). Wenn das alles die Wertungen vom Erzähler sind, würde ich, gerade zum Einstieg, lieber mehr von Miras Perspektive sehen/hören – oder den wertenden Erzähler aufdrehen auf 100 % (aber ich hatte es so verstanden, dass eher Nähe zu Mira in deinem Interesse wäre).


Liebe Grüße,
Ψ
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brussac
Geschlecht:männlichGänsefüßchen

Alter: 56
Beiträge: 24
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 24.01.2021 22:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Thomas,

ich bin mir sicher, dass du weitere fantasievolle Ideen für die Fortsetzung der Story hast. Allerdings kommt mir das Einstiegskapitel eher wie die Zusammenfassung einer Geschichte im Erklärbär-Stil vor. Fehlt eigentlich nur der abschließende Satz zum Motiv für den Mord.
Zu deinen Fragen:

-Führt der Einstieg schlüssig in die Welt?
Ich ahne eine andere Welt. Beschrieben wird indes nur ein winziges Detail einer solchen. Denn "Welt" ist das Geflecht unzähliger Beziehungen zwischen Natur, Umwelt, Gesellschaft, Wirtschaft usw.

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Der Leser erhält zwar Informationen, aber er erlebt nichts beim Lesen. Krachende Zellentüren, schreiende Wärter, stöhnende Gefangene, flackerndes Licht, Gerüche verdorbenen Essens vielleicht? Mira könnte die Glockenschläge einer in der Nähe befindlichen Turmuhr zählen (anstatt Erklärbär: "Inzwischen musste es Mitternacht sein"). Ein Drittel des Textes widmet sich der Kamera. Wozu? Wird die Kamera zum Schlüsselelement der gesamten Story? Die Infos zur Hinrichtung könnten beispielsweise im Dialog Miras mit einem Anwalt oder einem Seelsorger preisgegeben werden.

-würdet ihr weiterlesen?
Mich interessiert nur noch das Motiv für Miras Tat. Alles andere ist gesagt und weckt keine Neugier. Ein angedeutetes Geheimnis würde mich zum Weiterlesen ermuntern. Zum Beispiel sagt der von mir vorgeschlagene Anwalt/Seelsorger: "Bisher ist niemand der Hinrichtung entronnen." Mira blickte zum vergitterten Fenster hinaus. "Ich weiß. Bisher nicht."

Deine Ideen sind toll! Jetzt geht es ans Handwerk.

LG brussac
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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 24.01.2021 22:14    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für eure zahlreichen Wortmeldungen. Ich kann jetzt in etwa einschätzen, wo ich ansetzen muss und werde.
Interessant finde ich die unterschiedliche Wahrnehmung einzelner Punkte des Textes. Mir ist klar, dass ein Werk nie alle Leser gleich anspricht, aber ich hätte nicht gedacht, dass der Fokus so weit auseinander liegt.
 Wink


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Globo85
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BeitragVerfasst am: 25.01.2021 08:24    Titel: Antworten mit Zitat

Bin sehr gespannt, wie es weitergeht!
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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 25.01.2021 08:39    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Globo85 hat Folgendes geschrieben:
Bin sehr gespannt, wie es weitergeht!

 Wink  Ich auch. Ich ziehe mich jetzt in Klausur zurück. Erstmal muss ein anderes Projekt fertig werden.


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psi
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Beiträge: 118



BeitragVerfasst am: 25.01.2021 14:07    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Danke für eure zahlreichen Wortmeldungen. Ich kann jetzt in etwa einschätzen, wo ich ansetzen muss und werde.
Interessant finde ich die unterschiedliche Wahrnehmung einzelner Punkte des Textes. Mir ist klar, dass ein Werk nie alle Leser gleich anspricht, aber ich hätte nicht gedacht, dass der Fokus so weit auseinander liegt.

Ja, das finde ich auch immer wieder spannend! Das ist ja das tolle daran, so vielfältiges Feedback von so unterschiedlichen Lesern zu bekommen.
Viel Erfolg dabei, bei den vielen Rückmeldung rauszufiltern, was dir hilft! :)
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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 27.01.2021 20:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich habe jetzt nicht nahtlos weitergeschrieben, sondern eine spätere Rückblende auf die Minuten nach der Tat entworfen.

Mich würde vor allem interessieren: Glaubwürdigkeit des Ablaufes, Glaubwürdigkeit der Reaktionen.

(Zur Geschichte selber schreibe ich später noch was.)


Keuchend saß Mira auf dem Boden und blinzelte den Rest des roten Schleiers vor ihren Augen weg. Verwirrt und desorientiert starrte sie auf das Messer vor ihren Füßen und das blutige Bündel vor ihr, das in einer dunkelroten Lache zu schwimmen schien. Vergeblich versuchte sie zu begreifen, was gerade passiert war.
Ein schrilles Klingeln ließ Mira zusammenzucken. Ach so, die Hofpause war vorbei, die nächste Stunde fing an. Wie in Trance hob sich Mira auf die unsicheren Beine, die unter ihr weg zu knicken drohten. Sie musste sich beeilen, sie hatten doch jetzt Deutsch bei Frau Schumann. Und Mira wollte nicht, dass ihre Lieblingslehrerin mit ihr schimpfte, weil sie zu spät kam.
Ohne sich noch einmal umzuschauen, schwankte Mira los. Sie nahm die Flure wie durch einen zähen Nebel wahr. Laut rauschte das Blut in Miras Ohren. Sie taumelte gegen Türen und hinterließ blutige Handabdrücke an den hellen Wänden. Da! 5a, ihr Klassenraum!
Zwanzig  Augenpaare richteten sich auf Mira, als sie in den Raum stolperte und fast über den Papierkorb fiel. Frau Schumann wollte gerade eine Folie auf den Projektor legen und blickte sie  erst vorwurfsvoll über den Rand ihrer Brille an, dann riss sie entsetzt die Augen auf.
„Miranda! Um Gottes Willen! Wie siehst du denn aus? Ist das Farbe?“  
Die Folie entglitt Frau Schumanns Händen.  Mira verfolgte mit offenem Mund, wie das durchsichtige Blatt in Zeitlupe zu Boden schwebte.
Ein Raunen und Keuchen ging durch die Klasse. Erst jetzt bemerkte Mira, dass sie voller Blut war. Es klebte an ihrem hellen Shirt mit der lustigen Katze, an der kurzen Hose, an ihren nackten Armen und Beinen. Auch ihre Schuhe hatten rote Tapsen auf dem Fußbodenbelag hinterlassen.
Mira senkte errötend den Blick. Ihre Schultern begannen zu zucken.
„Ich glaube“, schluchzte sie, „ich hab was ganz Schlimmes getan...“  

An die folgenden Stunden konnte sich Mira nur noch bruchstückhaft erinnern. Nur noch an zuckende Blaulichter, Hände, die sie packten, fremde Leute, die sie anschrien. Und immer wieder an Handys und Kameras, die sich von allen Seiten auf Mira richteten.

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