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Amagê und Ghesia


 
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DerAndreas
Eselsohr


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BeitragVerfasst am: 10.01.2021 15:53    Titel: Amagê und Ghesia eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Hallo zusammen!

Eigentlich bin ich Sci-Fi-Autor, habe mich vor einiger Zeit aber auch mal an der Fantasy versucht, und mir überlegt, dass Werk hier zur Diskussion zu stellen. Ich möchte euch darauf hinweisen, dass das Werk - im vergleich zu dem, was ich hier sonst so an Fantasy lese - sicher deutlich grimmiger und finsterer ausgefallen ist.

Einen Teil des Textes habe ich deshalb auch erstmal Boro vorgelegt, ob er überhaupt ins offene Forum darf. Da ich diesbezüglich noch keine Antwort habe, gibt es also erstmal nur den ersten, ca. 1000 Worte umfassenden Teil.

Vom Genre her wird es wohl auf eine epische Kurzgeschichte im Bereich der Low-Fantasy hinauslaufen.

Also, viel Spaß:

------------------------------------------------------------------------------

Amagê und Ghesia

Prolog


An die dreieinhalb tausend Jahre muss es nun her sein, seit die großen Städte des Westens fielen und sich die Stämme der Azar, der Isidor und der Bahma auf die lange Reise gen Osten machten, bis sie die endlosen Weiten Oyais erreichten. Jenes Kontinentes, den sie nur aus Legenden über seine wilden Bewohner und uralten Geheimnisse kannten.
Die Azar zog es in den kalten, von Schnee und Wäldern beherrschten Norden. Die Isidor in die von rauen Bergen eingerahmten Wüsten des Westens. Und die Bahma in die endlosen, unerforschten Urwälder im Osten und Süden.
Wo sie sich nieder ließen, unterwarfen, versklavten oder vertrieben sie die einheimischen Stämme, bis ihre Namen nach wenigen Generationen vergessen waren. Sie gründeten Königreiche, machten sich Holz, Stein, Wasser und sogar das geschmiedete Eisen untertan. Meisterten Alchemie und Hexerei. Und sie schufen eine Kultur, so reichhaltig und wunderbar, dass sie auf der ganzen Welt ihres Gleichen nicht hätten finden können.
Doch die Mythen, Religionen und Kulturen der verschlungenen Stämme gingen langsam in jenen ihrer Eroberer auf. Und so formte Oyai aus den, einst in Angst vor einem längst vergessenen Feind geeinten, Stämmen des Westens zahllose Königreiche und Stadtstaaten, die nichts mehr verband, außer ihrem Hass aufeinander.
Eines aber verloren die Nachfahren der Einwanderer nie: Ihre wilde und ungestüme Natur, die sie stets nach Höherem streben ließ. Danach, über sich hinaus zu wachsen. In Zeiten der Not aufzustehen und sich über andere zu erheben.
Und so wurde die Geschichte Oyais eine Geschichte der Krieger, Eroberer und Helden, die Auszogen, damit sie, wenn ihre Zeit schließlich gekommen war, auf ein Leben großer Taten würden zurückblicken können.
Dies meine lieben Freude, ist die Geschichte einer von Ihnen.


I.
Geburt


Langsam kehrte das Leben zurück in ihren Körper. Und mit ihm der Schmerz.
Den Rücken gegen die Felswand gelehnt, hielt Amagê ihre Knie umklammert. Die Oberschenkel gegen ihre geschwollenen Brüste pressend. Ihr Mund fühlte sich an, als hätte sie Staub gegessen. Jedes Blinzeln brannte wie Feuer. Ihre Haare und Haut waren gelb von Sand.
Die kleine Kiste mit Proviant, die sie ihr dagelassen hatten, war schon seit zwei Tagen leer. Bis auf ein schartiges Kupfermesser. Hier konnte sie nicht bleiben.
Vorsichtig streckte die junge Frau ihre Beine aus. Mit zusammengebissenen Zähnen ließ sie ihre nackten Füße durch den groben Sand gleiten, der den Boden der kleinen Höhle bedeckte. Scharf wie eine Holzreibe schnitt er durch ihre wunde Haut. Wäre ihr noch Wasser im Körper verblieben, hätte ihr der Schmerz wohl Tränen in die Augen getrieben.
Mühsam stieß Amagê sich von der Felswand ab und stemmte sich mit aller verbliebenen Kraft in die Höhe. Einen Moment stand sie frei. Dann überkamen sie erneut Schmerz und Schwindel. Sofort stützte sie sich an der Felswand ab, um nicht zu stürzen. Ihre Hände waren Glatt von endlos triefendem Schweiß. Doch irgendwie gelang es ihr, Halt zu finden.
Amagê sog einige Züge der heißen Luft tief in ihre verbrennenden Lungen. Nach allem was man ihr angetan hatte, hätte sie längst tot sein sollen. Tot sein müssen. Welcher Gott mochte sie so sehr lieben - oder hassen - dass er sie dennoch am leben ließ?
Langsam ließ der Schwindel nach und Amagê sah sich um. Außer ihrer provisorischen Bettstatt - einem Haufen zerrissener Decken und schmutziger Laken, der nach Blut und Exkrementen stank - sowie ihrer leeren Proviant-Kiste, war die kleine Felskammer leer.
Natürlich waren auch der Hohepriester und seine Akolythen längst verschwunden.
Und das Kind.
Sogar ihre wenigen Habseligkeiten hatten sie mit genommen. Das Kupfer, ihren Schmuck, die Kleidung. Nicht einmal eine schmutzige Kutte hatten sie ihr gelassen. Mit aller Macht der aufkommenden Hoffnungslosigkeit trotzend, nahm sie das Kupfermesser aus der Proviantkiste an sich. Es war nicht viel. Aber es war alles, was sie hatte. Ein letzter Strohhalm an den sie sich klammern konnte. So nutzlos er auch wirken mochte.
Geschunden, nackt und mit wunden Gelenken tastete sie sich stolpernd die Felswand entlang zum Ausgang. Nach Tagen in der relativen Dunkelheit der Höhle, zwang das herein scheinende Licht die junge Haherathi dazu, sich blind durch die niedrige Öffnung ins Freie zu zwängen. Brennende Sonnenglut hieß sie willkommen.
Es dauerte einige Minuten, bis es ihr gelang, ihre Augen vollständig zu öffnen. Doch das Bild, das sich ihr hier bot, war nicht weniger trostlos, als es die Höhle gewesen war. Am Fuße eines felsigen Hanges erstreckte sich nichts als Ödland in alle Richtungen. Bis zum Horizont.
Das Lager, dass noch wenigen Tagen zuvor mehr als Tausend Menschen Obdach geboten hatte, war verschwunden. Eine breite Spur aus Hunderttausenden von Tritten, die sich mit brachialer Gewalt eine Schneise durch Sand, Kies und trockenes Gestrüpp gebahnt hatten, führte weg vom Lagerplatz. Und verschwand irgendwo in vor Hitze flimmernder Ferne.
Eher stolpernd als kletternd kämpfte Amagê sich den Hang hinab und begann damit, die Überreste des Lagers nach allem nützlichem zu durchsuchen, das sie finden konnte. Doch zurück gelassen hatten die Mitglieder des Kultes nur, wofür sie selber keine Verwendung mehr hatten. Leere Kisten, durchlöcherte Säcke. Kaputte Kleidung. Und ein paar zerbrochene Gegenstände, die früher einmal vielleicht Waffen oder Werkzeuge gewesen waren.
Und hier und da eine vertrocknete Leiche. Armee Seelen, die von den Strapazen der Wüste dahingerafft worden waren. Vermutlich von ihren eigenen Freunden und Verwandten ausgeplündert, noch bevor sich ihre Augen gänzlich geschlossen hatten.
Auf der Ladefläche eines zerbrochenen Karrens fand Amagê einige Trinkschläuche die noch gefüllt waren. Hastig öffnete sie einen einen davon und begann zu trinken. Sie spürte das kühlende Rinnsal auf ihre Zunge, doch schmecken konnte sie nichts. Dazu war sie zu geschwächt. Was auch immer der Schlauch enthielt, es war auf jeden Fall besser, als hier draußen zu verdursten.
Sorgfältig verschloss sie den Schlauch wieder und legte ihn zurück. Und dann sah sie ihn. Einen Mann. Er hatte schwarze Haare, einen wild wuchernden Bart und die dunkle Haut der Yisti des Südens. Seine Statur glich der eines Hühnen.
Er lag am Boden, ausgestreckt auf dem Fell eines Löwen. Und er trug seine Kleidung noch. Was nur bedeuten konnte, dass er noch lebte. Also schlief er wohl hier. Doch weshalb war er geblieben?
Vorsichtig näherte Amagê sich dem Mann. Er trug nichts am Körper als einen hellen Umhang und einen einfachen Lendenschurz. Seine langen, Haare waren zu einer aufwändigen Frisur geflochten und mit eingewebten Perlen aus Holz verziert.
Auf seiner ebenso breiten wie kräftigen Brust prangte eine kunstvolle Tätowierung. Die Krähe des Gethos. Das Symbol derer, die vom Kult für eine letzte, heilige Aufgabe vorgesehen worden waren. Und von denen man erwartete, dass ihr Leben danach endete. Oder beendet wurde.
Amagê blickte an sich herunter, auf die Krähe, die auch sie auf ihrer Brust trug. Doch dort, wo ihre Krähe einen gewickelten Säugling in den Krallen hielt, war es auf der Brust des Mannes die Leiche einer langhaarigen Frau.

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BeitragVerfasst am: 10.01.2021 21:40    Titel: Antworten mit Zitat

Mir gefällt die Geschichte sehr gut. Die düstere Stimmung hast du gut eingefangen. Hättest du nicht darauf hingewiesen, wäre mir nicht aufgefallen, dass du üblicherweise nicht Fantasy schreibst. Und du hast sehr sorgfältig auf die Rechtschreibung geachtet, wenn ich das anmerken darf. Glatt muss aber klein. (Bei einer so guten Geschichte muss ich Korinthen kacken, das geht nicht anders, das ist verdient Smile ) Das höchste Lob das ein Leser vergeben kann ist vermutlich: Ich würde mir das Buch kaufen. (Wenn der Inhalt auch so gut ist, natürlich.) Toller Einstand.
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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 11.01.2021 02:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo derAndreas,

Beim Prolog war ich schon fast gewillt, gleich auszusteigen. Zu Glück war dieser nur kurz. Solche Erklärbärprologe sind mMn ein No-Go. Die ganzen Namen, die du hier nennst, bedeuten dem Leser noch gar nichts, und er kann auch nichts damit anfangen. Sowas überliest man (ich zumindest), weil man sich auch nichts davon merken kann, weil es eben einfach zu runtergedumpte Info ist, zu Dingen, von denen man noch nichts weiß und es existieren auch noch keine Synapsenverbindungen im Hirn des Lesers, das mit irgendwas verknüpfen zu können. Für dich als Autor mag das alles klar sein und du denkst, der Leser würde diese Informationen brauchen. Tut er aber nicht und kann auch (noch) nichts damit anfangen. Versuch lieber einen in-medias-res-Einstieg in die eigentliche Geschichte und reiche die notwendigen Hintergrundinformationen dort Stück für Stück nach, wenn man schon etwas damit verbinden kann.
Bitte nicht falsch verstehen, das soll jetzt kein Beitrag zur unsäglichen "Prologe müssen weg"-Diskussion sein, sondern richtet sich nur gegen den Erklärbär. Aber es sind solche Prologe, die solche Ansichten aufkommen lassen.

Zitat:
Wäre ihr noch Wasser im Körper verblieben
Die Formulierung halte ich für übertrieben, denn demnach müsste sie eine Mumie sein.

Zitat:
Ihre Hände waren Glatt
glatt klein

Zitat:
am leben ließ
Leben hier groß

Zitat:
Das Lager, dass noch wenigen Tagen zuvor
das

Zitat:
Armee Seelen
meinst du "arme", oder eine ganze Armee davon?

Ein paar Kommafehler sind auch noch drin, schau nochmal durch.

Okay, bin durch. Du schreibst recht distanziert, die Perspektive ist ziemlich "von außen". Kann man so machen, aber baut auch beim Leser Distanz auf. Wenn du diese nicht willst, solltest du etwas personaler schreiben. Da es der erste Text ist, den ich von dir lese, kann ich nicht genau einschätzen, wo du stehst. Sind dir die gängigen Perspektiven und ihre Unterschiede ein Begriff? Falls nein, würde ich hier ansetzen und mich etwas mehr einlesen, das hilft nämlich ungemein, eine Erzählung spannender zu machen (falls es von dir gewünscht ist). So wie jetzt liest es sich eher berichtartig und ruft beim Leser keine Emotionen hervor.
Aber gar nicht schlecht geschrieben, fand ich.

Mehr gehe ich beim Einstand nicht in die Tiefe, einfach schon aus Zeitgründen. Vielleicht ist bei meinen Anmerkungen ja was dabei, womit du was anfangen kannst.

beste Grüße,
Veith


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BeitragVerfasst am: 11.01.2021 02:46    Titel: Mehr Antworten mit Zitat

Stimmt, da sind noch einige Fehler drin.

einen einen davon und begann zu trinken
nieder ließen (zusammen, das weiß ich aber nicht 100%)
alten, von Schnee und Wäldern beherrschten Norden (Kein Komma, oder?)
die Auszogen (klein?)

Kommasetzung ist halt nicht perfekt.

Mein Gehirn stellt bei spannenden Geschichten auf Autopilot um. An meiner Meinung ändert das nichts.
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DerAndreas
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BeitragVerfasst am: 11.01.2021 03:02    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo VKB.

Zuerst einmal danke für deine Rückmeldung.

Das mit dem Prolog ist mir bewusst, deshalb heißt es auch Prolog. Ich weiß, dass es darüber tausend Interpretationen gibt, und viele den Prolog als erstes Kapitel betrachten. Ich nutze ihn aber im klassischen sinne als Vorwort.
Ich teile deine Abneigung, wenn Buchtext und "Erklärbär" nicht klar voneinander getrennt sind. Bei einer Korrekten Buchveröffentlichung würde ich den Prolog vermutlich meiden und den Erklärbär-Teil komplett mit Karte und durch mindestens eine Leerseite getrennt, dem eigentlichen Buchkörper vorabstellen.
In einem Forum wie diesem gehen solche Layout-Spielereien natürlich nicht. Von daher hast du sicher recht, ich werde mich erstmal daran gewöhnen müssen, dass der Prolog hier von vielen als Teil der Handlung betrachtet wird.

Wie auch immer. Wenn du künftig nochmal einen Prolog von mir irgendwo sehen solltest, lese ihn, oder lasse ihn weg. Dem Verständnis der Handlung tut das zumindest bei meinen Texten keinen Abbruch. Vielleicht sollte ich es künftig dazu schreiben. Embarassed



Das mit der Distanz verblüfft mich jetzt aber etwas. Ja, ich bin mit der Schreibtheorie soweit vertraut, dass ich alle erzählperspektiven kenne, und diese hier ist in meinen Augen klar personal.
Mich interessiert auf jeden Fall, was die Perspektive für dich Distanziert macht. Ich habe es nämlich beim Schreiben nicht so empfunden.

Der komplette Text ist aus Amagês perspektive geschrieben und legt eine große Betonung auf ihre Gedanken und Empfindungen. Zudem habe ich darauf gedachtet, den Grundsatz "Show, don't tell" umzusetzen.
Wenn du mir ein paar konkrete Beispiele Nennen kannst, wo sich der Text wie ein "Bericht" ließt, und weshalb du das so empfindest, kann ich mich damit gerne befassen.

Würde mich aber auf jeden Fall interessieren, ob das andere auch so sehen! Und wenn ja, weshalb.


@Ricks
Und dir danke für das lob!
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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 11.01.2021 05:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Andreas,

Zitat:
Wenn du künftig nochmal einen Prolog von mir irgendwo sehen solltest, lese ihn, oder lasse ihn weg
Es geht nicht um mich, sondern darum, was ein Lektor denkt, falls du den Text mal jemandem zur Veröffentlichung andrehen willst. Der denkt "Aha, Erklärbär-Prolog, typischer Anfängerfehler" -> "in die Tonne, brauch ich gar nicht weiterlesen".

Zitat:
Dem Verständnis der Handlung tut das zumindest bei meinen Texten keinen Abbruch.
Dann ist er überflüssig und du solltest ihn weglassen.

Zitat:
Von daher hast du sicher recht, ich werde mich erstmal daran gewöhnen müssen, dass der Prolog hier von vielen als Teil der Handlung betrachtet wird.
Ist er aber auch, aber nicht erstes Kapitel. Ein Prolog stellt Ereignisse da, die vor oder nach der eigentlichen Handlung passieren, oder eine andere Perspektive. Ein Beispiel (wenn auch kein sonderlich originelles):
Prolog: Ermittler besucht einen Zeugen, überredet ihn, eine Aussage zu machen. (Perspektivträger ist Ermittler)
Kapitel: Die eigentliche Geschichte, die der Zeuge erzählt (Perspektivträger ist der Zeuge)
Epilog: Der Ermittler merkt, dass der Zeuge seine Erzählung verfälscht hat und selbst der Täter ist (Perspektivträger ist wieder der Ermittler)
Ein Prolog ist weder ein Infoteil noch ein erstes Kapitel.

Zitat:
Mich interessiert auf jeden Fall, was die Perspektive für dich Distanziert macht
Paar Beispiele:
Zitat:
Langsam kehrte das Leben zurück in ihren Körper. Und mit ihm der Schmerz.
von außen

Zitat:
Ihr Mund fühlte sich an, als hätte sie Staub gegessen. Jedes Blinzeln brannte wie Feuer. Ihre Haare und Haut waren gelb von Sand.
alles "tell", der letzte Satz sogar auktorial, denn sie kann sich weder selbst komplett sehen, noch ist genug Licht da ("relative Dunkelheit")

Zitat:
Vorsichtig streckte die junge Frau ihre Beine aus
Welche junge Frau? Eben war sie noch Amagê. Hier gehst du mit der unpersönlichen Ersetzung gravierend auf Distanz.

Zitat:
Dann überkamen sie erneut Schmerz und Schwindel.
"Show" wäre etwas wie: Alles drehte sich. Diese Schmerzen!

Zitat:
Nach allem was man ihr angetan hatte, hätte sie längst tot sein sollen. Tot sein müssen. Welcher Gott mochte sie so sehr lieben - oder hassen - dass er sie dennoch am leben ließ?
Dichter dran wäre etwas wie: Warum war sie überhaupt noch am Leben? Diese Schmerzen waren kaum auszuhalten, konnte sie überhaupt noch am Leben sein? Was hatte sie den Göttern nur getan, dass diese ihr nichtmal den Tod gönnten?

Zitat:
Langsam ließ der Schwindel nach und Amagê sah sich um
Wieder von außen. Innen wäre: Immer noch drehte sich alles, aber langsam wurde es weniger. Verdammt, die Kiste war leer! Die hatten doch glatt nicht nur ihren Proviant und Schmuck, sondern sogar ihre Kleidung mitgenommen. Ekelhafter Gestank ließ sie die Luft anhalten. Blut und Exkremente. Wie lange hatte sie hier gelegen?

Ich glaube, das reicht an Beispielen. Versteh mich nicht falsch, ich bin kein Freund des "Show-not-Tell"-Dogmas einiger Schreibratgeber und will dir auch keinen anderen Schreibstil aufschwatzen, aber du hast danach gefragt.

Gute Nacht dann,
Veith


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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 11.01.2021 08:27    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Okay, bin durch. Du schreibst recht distanziert, die Perspektive ist ziemlich "von außen". Kann man so machen, aber baut auch beim Leser Distanz auf. Wenn du diese nicht willst, solltest du etwas personaler schreiben.


Das ist Geschmackssache. Ich für meinen Teil finde die Distanz gut gewählt. Dadurch hat der Leser Interpretationsspielraum für die Gefühle der Protagonisten.  Je mehr man "show(t)", desto tiefer ist man wieder im Prota drin.

Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Und zum Prolog: Wenn du ihn, wie angedeutet, deutlich optisch getrennt voran setzt, oder auf die Innenfahnen des Umschlags druckst, (ist natürlich beim Taschenbuch schwierig bzw. bietet nicht jede Druckerei...), hab ich da keine Probleme mit. So direkt im Textblock schließe ich mich meinem Vorredner an.

Zitat:
Es geht nicht um mich, sondern darum, was ein Lektor denkt, falls du den Text mal jemandem zur Veröffentlichung andrehen willst. Der denkt "Aha, Erklärbär-Prolog, typischer Anfängerfehler" -> "in die Tonne, brauch ich gar nicht weiterlesen".

Sorry, das ist Quatsch. Es gibt nicht den Lektor. Und nicht das Patentrezept.[/i]


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DerAndreas
Eselsohr


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BeitragVerfasst am: 11.01.2021 13:19    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo VKB.
Zunächst einmal, deine persönliche Haltung zu Schreibratgebern interessiert mich eher nicht. Wenn die angeprangerten Textstellen dein Lesevergnügen eingrenzen, tut es das aber sehr wohl. Embarassed
Also fühl dich und deine Meinung herzlich willkommen.

Das Hauptproblem für mich ist, dass ich zwar ein kreativer Mensch mit guten Vorstellungsvermögen bin, aber eben auch eher rational veranlagt. Leute auf eine Reise durch einen Kontinent zu schicken, den ich nie zuvor gesehen habe, ist für mich kein Problem.
Konsequent "Show don't tell" auf menschliche Gefühle anzuwenden, fällt mir hingegen sehr schwer. Aber hey, dafür gibt es dieses Forum, oder?

Zitat:
Ist er aber auch, aber nicht erstes Kapitel. Ein Prolog stellt Ereignisse da, die vor oder nach der eigentlichen Handlung passieren, oder eine andere Perspektive. Ein Beispiel (wenn auch kein sonderlich originelles):
Prolog: Ermittler besucht einen Zeugen, überredet ihn, eine Aussage zu machen. (Perspektivträger ist Ermittler)

Wie gesagt, in einem Konkreten Exposé würde ich den Begriff "Prolog" auch nicht nutzen. Ich würde den kursiv gedruckten Teil zusammen mit einer Karte dem eigentlich Geschichsteil der Handlung voranstellen und dann mindestens eine Leerseite mit klar erkennbaren "Inneren Deckblatt" einfügen. In einem Forum wie diesem hier geht das aber aufgrund der begrenzten Layout-Möglichkeiten nicht. Ich hätte natürlich auf die Überschrift "Prolog" verzichten können, aber hätte das wirklich etwas geändert?

Zitat:
Welche junge Frau? Eben war sie noch Amagê. Hier gehst du mit der unpersönlichen Ersetzung gravierend auf Distanz.

Die Formulierung ist in diesem Fall eher aus der not geboren um ständige Wortwiederholungen zu vermeiden. Wenn du meinst, dass ich mit solchen Formulierungen auf Distanz gehe, bleibt mir letztlich nichts anderes übrig, als nur zwischen "Amagê" und "Sie" zu variieren. Wäre das besser?
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Yves Holland
Schmierfink


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BeitragVerfasst am: 11.01.2021 13:42    Titel: Antworten mit Zitat

Mir hat das gut gefallen, ich fühle auch keine extreme Distanz. Natürlich KANN man mehr SHOW als TELL draus machen, aber dann liest es sich komplett anders - und mMn nicht unbedingt besser. Ist ja auch ein Stück weit Geschmacksache.

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BeitragVerfasst am: 11.01.2021 15:19    Titel: Antworten mit Zitat

DerAndreas hat Folgendes geschrieben:
Die Formulierung ist in diesem Fall eher aus der not geboren um ständige Wortwiederholungen zu vermeiden. Wenn du meinst, dass ich mit solchen Formulierungen auf Distanz gehe, bleibt mir letztlich nichts anderes übrig, als nur zwischen "Amagê" und "Sie" zu variieren. Wäre das besser?
Von mir ein klares ja. Bei Nebencharakteren kann man das machen, auch mal ein Synonym zu verwenden, aber beim Perspektivcharakter finde ich, das geht gar nicht, weil es aus der dichten Perspektive wirft. Aber das ist natürlich, wie alles, wieder nur meine Meinung und mögen andere anders sehen. Ich erhebe auch keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit meiner Meinung, ich denke, das sollte klar sein. Jede Meinung zu einem Text und seiner Wirkung kann immer nur subjektiv sein, sobald es über Rechtschreib- und Grammatikfehler hinausgeht.
Nimm daher also immer nur das von Kritik, was dir selbst stimmig erscheint und schieß den Rest in den Wind. Ganz egal, wie du schreibst, du kannst es eh nie allen rechtmachen, weil die Geschmäcker eben doch sehr verschieden sind.


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Gast







BeitragVerfasst am: 11.01.2021 16:10    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Dies meine lieben Freude, ist die Geschichte einer von Ihnen.

Du könntest es doch auch konsequent in Richtung auktorialer Erzähler schreiben. Würde dir das nicht eher entgegenkommen? Vielleicht hast du deshalb mit dem obigen Satz eingeleitet und das Wort grimmig benutzt. Rein spekulativ natürlich.
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Katinka2.0
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BeitragVerfasst am: 11.01.2021 18:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Andreas,

ich finde, du hast mit deinem Text hier im Einstand eine ganz gute Grundlage für eine spannende Geschichte geschaffen. Beide Teile, Prolog und erstes Kapitel, haben aus meiner Sicht noch ein paar kleine Schwächen, aber das ließe sich bei einer Überarbeitung leicht beheben. Ich habe die Geschichte in einem Rutsch durchgelesen, was schon mal ein gutes Zeichen ist, und du lässt auch einige Fragen offen, sodass ich gern weiterlesen würde.

Was die Perspektive betrifft, schließe ich mich Veiths Meinung an. Das macht natürlich jeder Autor, wie es ihm beliebt, und du wirst wahrscheinlich auch Leser finden, die mit deiner Erzählweise glücklich sind. Wenn du aber wirklich den personalen Erzähler - also hier strikt aus der Sicht deiner Protagonistin - wählst, dann mach es richtig. Wie die Antworten zeigen, gibt es auch Anhänger einer distanzierteren Sicht, aber ich bin der Meinung, je näher man als Leser der Figur ist, desto tiefer kann man in die Geschichte eintauchen und sich mit dem Protagonisten identifizieren. Das schafft ein Autor nur, wenn er seine Leserschaft hautnah an den Gedanken und Gefühlen seiner Figur teilhaben lässt, und dafür ist der personale Erzähler da. Wenn du das möchtest, kannst du aus deinem Text sicher noch mehr rausholen.
Hier ein Beispiel:
DerAndreas hat Folgendes geschrieben:
Ihre Haare und Haut waren gelb von Sand.

Sie fuhr erschöpft durch ihr verknotetes Haar und löste dabei unzählige Sandkörner, die an ihrem Hals und Schlüsselbein herabrieselten und sie dort kitzelten. Es war derselbe feine Sand, der überall an ihrer Haut haftete und nun auch ihre Finger gelb färbte. Wenn sie doch nur etwas zu essen hätte! Ihr Blick streifte die kleine Kiste mit Proviant, die sie ihr dagelassen hatten. Seit zwei Tagen war sie leer.

Verstehst du, was ich meine?
Zitat:
Wäre ihr noch Wasser im Körper verblieben, hätte ihr der Schmerz wohl Tränen in die Augen getrieben.

Zitat:
Ihre Hände waren Glatt von endlos triefendem Schweiß. Doch irgendwie gelang es ihr, Halt zu finden.

Widerspricht sich das nicht?
Zitat:
Es dauerte einige Minuten, bis es ihr gelang, ihre Augen vollständig zu öffnen.

Ne, das dauert nicht einige Minuten, geht weitaus schneller. Gibt es die Zeiteinheit in dieser Welt?
Zitat:
Das Lager, dass noch wenigen Tagen zuvor mehr als Tausend Menschen Obdach geboten hatte, war verschwunden.

Das Lager ist noch da, es ist vielmehr verlassen.
Zitat:
Auf der Ladefläche eines zerbrochenen Karrens fand Amagê einige Trinkschläuche die noch gefüllt waren. Hastig öffnete sie einen einen davon und begann zu trinken. Sie spürte das kühlende Rinnsal auf ihre Zunge, doch schmecken konnte sie nichts. Dazu war sie zu geschwächt.

Das finde ich jetzt sehr unlogisch. Weshalb sollten die Bewohner des Lagers bei ihrem Weggang ausgerechnet gefüllte Wasserschläuche zurücklassen? Zumal sie sich in einer Wüste befinden? Kann man seinen Geschmacksinn durch Schwäche verlieren? Ich glaube nicht.

Es sind einige Fehler im Text, dazu komme ich heute aber nicht mehr.

Gern gelesen Smile!

LG Katinka
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DerAndreas
Eselsohr


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BeitragVerfasst am: 12.01.2021 12:09    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Katinka2.0 hat Folgendes geschrieben:
Hallo Andreas,
Verstehst du, was ich meine?

Dann werde ich mal schauen, was ich da noch so rausholen kann Cool

Zitat:
Zitat:
Wäre ihr noch Wasser im Körper verblieben, hätte ihr der Schmerz wohl Tränen in die Augen getrieben.

Zitat:
Ihre Hände waren Glatt von endlos triefendem Schweiß. Doch irgendwie gelang es ihr, Halt zu finden.

Widerspricht sich das nicht?

Interessanter weise tatsächlich nicht. Wassermangel wirkt sich negativ auf die Durchblutung der Haut aus, die daraufhin spröde wird, was wiederum die Verdunstung des Schweißes behindert. Leute, die an Wassermangel leiden sind oft stark verschwitzt. Halt nur nicht, weil sie viel Schweiß produzieren, sondern weil der Schweiß der schon da ist, auch da bleibt.

Zitat:
Zitat:
Es dauerte einige Minuten, bis es ihr gelang, ihre Augen vollständig zu öffnen.

Ne, das dauert nicht einige Minuten, geht weitaus schneller. Gibt es die Zeiteinheit in dieser Welt?

Was, Minuten? Stimmt, das ist tatsächlich ein Anachronismus. Ich glaube nicht, das die Zeit in Antike schon in Minuten und Stunden gemessen worden ist. Da hast du recht.

Zitat:
Zitat:
Das Lager, dass noch wenigen Tagen zuvor mehr als Tausend Menschen Obdach geboten hatte, war verschwunden.

Das Lager ist noch da, es ist vielmehr verlassen.

Naja, ein Zeltlager kann schon mehr oder weniger spurlos verschwinden, oder?

Zitat:
Zitat:
Auf der Ladefläche eines zerbrochenen Karrens fand Amagê einige Trinkschläuche die noch gefüllt waren. Hastig öffnete sie einen einen davon und begann zu trinken. Sie spürte das kühlende Rinnsal auf ihre Zunge, doch schmecken konnte sie nichts. Dazu war sie zu geschwächt.

Das finde ich jetzt sehr unlogisch. Weshalb sollten die Bewohner des Lagers bei ihrem Weggang ausgerechnet gefüllte Wasserschläuche zurücklassen? Zumal sie sich in einer Wüste befinden? Kann man seinen Geschmacksinn durch Schwäche verlieren? Ich glaube nicht.

Naja, man kann schon ziemlich seltsame Dinge liegen lassen, einfach weil man sie übersieht oder vergisst. Ich habe mal ein paar Jahre als Verkäufer gearbeitet, da hat ein Kunde stolze 100 Ocken Trinkgeld gegeben, weil er sein Wechselgeld übersehen hat.
Meine Schwester hat mal auf halbem Weg in den Spanienurlaub festgestellt, dass sie keine Schuhe dabei hatte. Sollte man auch nicht glauben, dass sowas möglich ist lol2
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imtb
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BeitragVerfasst am: 12.01.2021 15:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Andreas,

mein Name ist ebenfalls Andreas und vielleicht deswegen fällt meine Meinung recht positiv auf.

Vorab, ich habe keine große Erfahrung als Schriftsteller. Ich betrachte deine Geschichte eher vom Gefühl, das es bei mir hinterlassen hat.

Ich finde deine Geschichte soweit sehr interessant und schön geschrieben. Ich spürte eine gewisse Spannung in mir aufsteigen und das Verlangen zu erfahren, wie es weitergeht. Der Name der Frau liest sich recht cool, wenn ich das so sagen darf. Sehr schöne Wahl. Deine Art der Erzählung gefällt mir ebenfalls. Vielleicht nutze ich das Ein oder Andere für meine Geschichte Embarassed . Würde mich über einen Shop Link zu deinem Buch freuen Cool
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DerAndreas
Eselsohr


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BeitragVerfasst am: 12.01.2021 15:37    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Shop-Link? Wenn ich mal so weit wäre Sich kaputt lachen

Danke für das Lob übrigens. Und Amagê ist ein sarmatischer Name. Das war eine nomadischer Reiterkultur die Zur Zeit der Römer in der Gegend zwischen der heutigen Ukraine und dem Iran gelebt hat.

Liebe Grüße
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Zirkusaffe
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Wohnort: Hoher Norden


BeitragVerfasst am: 19.01.2021 07:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Andreas,

generell hat mir die Geschichte gut gefallen. Du startest direkt in eine komplizierten Situation, die Fragen aufwirft, die man durchs Weiterlesen beantwortet zu bekommen erhofft. Die Erzählperspektive war für mich in Ordnung. Natürlich kannst du hier mehr "Show" betreiben bzw. die selben Dinge perspektivisch besser erzählen, aber du solltest ja auch deinen Stil nicht zu sehr verwässern.

Beim Prolog gebe V.K.B. absolut Recht. Gerade so viele Eigennamen am Anfang sind reines Infodumping. Und wenn du sagst, das ganze trägt nicht zum Verständnis der Handlung bei, dann braucht es das ganze auch nicht. Außer natürlich in der Aufmachung wie du es hier beschrieben hast, klar abgetrennt von der Erzählung. Nur dieses märchenhafte "Dies meine lieben Freunde" würde ich streichen, gerade wenn du danach eine andere Erzählperspektive anwendest.

Der mögliche Widerspruch mit dem Wassermangel und dem Schweiß fiel mir auch auf. Und hier ist ein meiner Meinung nach ein Interessenkonflikt vorhanden. Du magst mit deiner Erklärung de facto Recht haben, dass das realistisch ist. Aber wie viele Leser wissen das? Ich tat es nicht und wie man sieht bin ich damit nicht alleine. Deswegen würde ich diese Stolperfalle lieber umgehen, denn die wenigstens Leser, die hier zur Probe reinschnuppern, werden da nachforschen, sondern bleiben beim gefühlten Widerspruch, der ihnen wie ein Fehler vorkommt. Und das hindert dann eher am Weiterlesen.

Das mit der relativen Dunkelheit ist mir auch nicht so klar. Gerade dadurch, dass du beim Verlassen der Höhle das gleißende Licht herausstellst und den Moment, sich daran gewöhnen zu müssen, hätte ich diesen Lichtwechsel noch besser inszeniert. Du schreibst, dass Amagê sich umschaut und sieht, was in der Höhle ist. Besser wäre, sie tastet sich durch die Dunkelheit, sucht z.B. nach der Proviantkiste, um dann verzweifelt festzustellen, dass diese gähnend leer ist. Damit machst du die schmerzende Helligkeit, wenn sie die Höhle verlässt, glaubhafter und greifbarer. Den Geruchssinn - wie ihre nach Blut und Exkrementen stinkende Bettstatt - kannst du dann auch noch verstärkt einsetzen, wenn der Sehnsinn gleichzeitig zurückgestellt wird. Damit wiegt das noch schwerer.

Bezüglich des "verschwundenen Lagers" würde ich auch nicht von gänzlich verschwunden reden. Beschreibe, wie all die Zelte in ihren unterschiedlichen Formen, die vorher dem Wüstenwind trotzten, verschwunden sind, statt vom Lager an sich zu sprechen. Und wie nur noch der augenscheinlich nutzlose Krempel aus dem Sand ragt.

Deine Geschichte hat auf jeden Fall Interesse bei mir geweckt, ich glaube, da könnte eine spannende Geschichte draus werden.
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Phenolphthalein
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BeitragVerfasst am: 19.01.2021 17:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo DerAndreas,

Der Prolog erfüllt seinen Zweck, wenn auch eher in der klassischen Form. Ich bin mir noch uneins, ob hier Dinge erzählt werden, die die Geschichte (genauer das Thema) veranschaulichen oder ob du damit lediglich ein wenig Infodump vermeidest, also Infodump innerhalb der Geschichte. Aber wie geschrieben: Der Prolog erfüllt seinen Zweck.

Im Text sieht es für mich ähnlich aus. Der ist grundsätzlich anständig geschrieben.
Zur Distanz hat der Kollege Veith schon etwas gesagt. Das unterschreibe ich (unter der Voraussetzung, dass personeller auch persönlicher meint).
Die Distanz macht den Text für mich auch nüchterner, was bei mir dann nicht lange funktioniert, da er mich so auch nicht mitreißen kann. (Stichwort page-turner).

Und weil du schon etwas weiter zu sein scheinst, als so mancher Neuling, gehe ich noch etwas weiter. Bei dem Text fehlt mir  das „Alleinstellungsmerkmal“, denn routiniert geschrieben bedeutet nicht, dass es außergewöhnlich geschrieben ist.

Das ist etwas, was man dir nicht beibringen kann, aber dieser Text ist wohl das, was manchen an Mainstream stört, er ist nicht origineller als andere Texte.
Gefällig? Kann sein.
Gut zu lesen? Bestimmt.
Doch wo ist der Text, ein Text von dir?

Solide (routiniert) schreiben viele Autoren, aber wo ist die Geschichte „deine“ Geschichte. Wo erkenne ich das, was sonst so keiner macht?


Zitat:
Langsam kehrte das Leben zurück in ihren Körper.

Okay, aber das lese ich ehrlich gesagt häufiger und in ähnlicher Weise.
Zitat:
Vorsichtig streckte die junge Frau ihre Beine aus.

Abgesehen von der Distanz (die lese ich nicht so häufig), geht es mir hier ähnlich.

Zitat:
Mühsam stieß Amagê sich von der Felswand ab und stemmte sich mit aller verbliebenen Kraft in die Höhe.

Hier auch.

[…]


Etwas, was ich auch weniger häufig lese, wäre die leichte  –  ich nenne sie mal – Theatralik.
Nimm das Beispiel des wasserlosen Körpers, das Veith herauspickte.
Auch da stimme ich dann zu. Das solltest du überdenken. Doch auch hier:
Zitat:
Brennende Sonnenglut hieß sie willkommen.

oder hier:
Zitat:
Mit aller Macht der aufkommenden Hoffnungslosigkeit trotzend, [...]

Das überlädt schnell und sollte (wenn überhaupt) nur sparsam dosiert werden. Mit letzterem drückst du auch nicht wirklich das Gefühl Hoffnungslosigkeit aus, du nennst es.

Doch finde ich die [Theatralik] auch nicht unbedingt so passend im Gesamtkontext. Sie passt aber eher zu dieser Erzählperspektive, als zu anderen.

Weiter frage ich mich hier:
Zitat:
Sie spürte das kühlende Rinnsal auf ihre Zunge, doch schmecken konnte sie nichts. Dazu war sie zu geschwächt.


wer das beurteilt?  Das geht für mich nahe an die Grenze von distanziert [über sie] bis hin zu auktorial.
Den Eindruck, dass der Erzähler auktorial erscheint, hatte ich aber sonst nicht. Ist das am Ende ein Bruch der Perspektive?

Atmosphärisch (hinsichtlich der Beschreibung[en]) geht das aber schon in eine gute Richtung.

Zitat:
Außer ihrer provisorischen Bettstatt - einem Haufen zerrissener Decken und schmutziger Laken, der nach Blut und Exkrementen stank - sowie ihrer leeren Proviant-Kiste, war die kleine Felskammer leer.


Liebe Grüße,
Pheno


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BeitragVerfasst am: 19.01.2021 19:11    Titel: Antworten mit Zitat

Zum Thema "Alleinstellungsmerkmal" nochmal, ich bin mit gar nicht sicher, in wie weit das bei Unterhaltungsliteratur überhaupt gewünscht ist. Oder andersherum gefragt, wie viel Neues gibt es denn im Fantasybereich überhaupt noch, was man machen könnte und noch keiner vor einem gemacht hat? Da müsste man schon die üblichen Pfade komplett verlassen und experimentell schreiben (was ich zum Beispiel versuche), aber dann ist es keine reine Unterhaltungsliteratur mehr und man bekommt von Agenten Sachen zu hören wie "das ist zwar toll geschrieben, aber ich wüsste nicht, welchem Publikumsverlag man das anbieten könnte, weil es in kein gängiges Schema passt". Ich denke daher, "Alleinstellungsmerkmal" ist eher die Frage nach dem eigenen Anspruch, künstlerisch oder massenkompatibel. Nicht selten wird ja bei Exposés auch die Nennung von Vergleichstiteln erwähnt, und wie soll man bei "Alleinstellung" noch etwas Vergleichbares finden? Aber vielleicht interpretiere ich in das Wort auch zuviel hinein und es ist nur eine leichte persönliche Note gemeint, an der man den Autor erkennen könnte?

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BeitragVerfasst am: 19.01.2021 22:10    Titel: Antworten mit Zitat

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Aber vielleicht interpretiere ich in das Wort auch zuviel hinein und es ist nur eine leichte persönliche Note gemeint, an der man den Autor erkennen könnte?


Irgendwie war mir klar, dass du darauf einsteigen würdest. Smile
Die persönliche Note meine ich auch. Natürlich gehört die dazu, "anders" zu schreiben.

Aber ich meine auch (und hauptsächlich) ein Gefühl für Sprache und die eigene Geschichte. Für das, was ich auszudrücken versuche oder für das, was man interpretieren (sicherlich auch hinein interpretieren) kann.

Ich denke, ein Zitat aus den Tributen von Panem ist in Ordnung, zumal die Zeilen in jeder Leseprobe zu finden und damit frei zugänglich sind.

Suzanne Collins hat Folgendes geschrieben:
Als ich aufwache, ist die andere Seite des Bettes kalt. Ich strecke die Finger aus und suche nach Prims Wärme, finde aber nur das raue Leinen auf der Matratze. Prim muss schlecht geträumt haben und zu Mutter geklettert sein. Natürlich. Heute ist der Tag der Ernte.

Hier beginnt das Buch und direkt soll es die Leserschaft abholen.
Katniss wacht nicht einfach auf und ist sofort im Geschehen. Sie sucht nicht sofort nach Prim (aktiv). Das geht langsam, das wird allmählich bewusst. Denn hier wird der Prozess des Aufwachens beschrieben.
Dabei bedient sich Collins einer intern wirkenden, aber eigentlich externeren Perspektive (oder externeren als nötig). Denn da könnte auch stehen: [...] und suche nach Prims Wärme, aber da ist nur das raue Leinen der Matratze.
Collins wäre durchaus in der Lage interner zu schreiben, warum dann so?
Weil es besser klingt? Das kann auch sein. Aber dieses Vorgehen verstärkt den Effekt des zu sich Findens (zu sich = näher herantreten, sich bewuster werden, wach werden.)
Es geht aber weiter, denn sofort folgen die Gedanken in Form einer Bewertung, warum Prim fehlt.
Grund: schlechter Schlaf.
Doch das ist immer noch nicht genug, denn je klarer sie wird, desto detaillierter der Gedankengang.
Grund für schlechten Schlaf: Die Ernte steht bevor.
Aber auch das "Natürlich" gehört dahin, und zwar ebenso in der Funktion des Bewusstwerdens.

Auch im Mainstream ist es möglich, nicht einfach so zu schreiben, aber DAS liest du sehr seltnen.

Und ganz sicher schreibt Collins niemals: Neugierig suche ich nach Prims Wärme.
oder
Mir wird bewusst, dass heute der Tag der Ernte ist. wink

Liebe Grüße,
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BeitragVerfasst am: 19.01.2021 23:07    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Auch im Mainstream ist es möglich, nicht einfach so zu schreiben, aber DAS liest du sehr seltnen.
Ich weiß nicht. Für mich ist das "internale Perspektive", die einen Schritt weiter als die personale geht. Das beherrscht nicht jeder Autor, stimmt schon, aber ein Novum und damit "Alleinstellungsmerkmal" ist das doch auch nicht, wenn jemand sein Handwerk versteht.

Mein "darauf einsteigen" war auch keinesfalls kritisch gemeint, sonder ganz im Gegenteil, denn ich habe mir schon viele Gedanken darum gemacht, was "Alleinstellungsmerkmal" eigentlich bedeutet und wie weit das gehen sollte. Burroughs hatte zum Beispiel bei Naked Lunch definitiv ein solches, und es hat den Roman für viele unlesbar gemacht. Nis Momme Stockmanns "der Fuchs" das Gleiche, für mich das beste Buch, das ich in den letzten fünf Jahren gelesen habe, aber man findet auch einen Haufen vernichtender Leserrezensionen dazu. Auch an Murakamis Schreibweise scheiden sich die Geister, und nicht nur die des Literarischen Quartetts damals. Ist also eine berechtigte Frage, wie weit man gehen kann, wenn man auf eine breite Zielgruppe statt Nischenpublikum abzielt.


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BeitragVerfasst am: 20.01.2021 05:51    Titel: Antworten mit Zitat

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Ich weiß nicht. Für mich ist das "internale Perspektive", die einen Schritt weiter als die personale geht. Das beherrscht nicht jeder Autor, stimmt schon, aber ein Novum und damit "Alleinstellungsmerkmal" ist das doch auch nicht, wenn jemand sein Handwerk versteht.


Du nennst es hier schon selbst: Wenn jemand sein Handwerk versteht.

Du kannst letztlich jede Perspektive verwenden und darum ging es mir nicht.
In dem verwendeten Beispiel wurde nichts dem Zufall überlassen, die zu erzielende Wirkung wurde bewusst gesetzt.
Wie geschrieben hätte Collins auch [noch] interner schreiben können, aber das tut/tat sie nicht.
Natürlich besteht dann auch die Gefahr, dass man beispielsweise die gewählte Perspektive ausreizt, aber auch da kann man bewusste Entscheidungen treffen. Die können auch daneben gehen.

Doch und das ist es, was viele Autoren nicht beherrschen, es muss erkennbar sein, was man tut.

Nimm deine Hommage an Effi Briest.
Das ist so ein Roman, den man heute, falls er nachgeahmt werden würde, nicht mehr lesen würde. Im Original wird er hingegen nach wie vor gefeiert.

Fontane will etwas vermitteln (sicherlich auch etwas unterhalten, aber das tut nichts zur Sache):

- Das Frauenbild
- Die zu früh gewordene Frau (und die daraus entstandene Überforderung, respektive Lebensunfähigkeit).

Und das konntest du mit deiner Hommage bei mir nicht erreichen. Dass es dir dabei lediglich um den Humor ging, perlte an mir ab, weil mir das Original oder das, was ich damit verbinde, wichtiger ist oder vielmehr den Blick in andere Richtungen versperrte. Die Intension war schlechthin nicht mehr vorhanden, sollte sie ja auch nicht, aber sie ist es, was dieses Werk authentisch macht. Nimm es weg und du hast einen Roman.

So weit würde ich bei Collins nicht gehen, oder anders, natürlich liegt hier der Fokus ganz klar auf der Unterhaltung, aber eben nicht zufällig, sondern so, dass sie genau weiß, wie sie die Leserschaft (genauer: ihre Zielgruppe)  mitzieht und begeistert.

Die Perspektive tut ihr Übriges, weil sie vom Groß [mit] am gefälligsten angesehen wird.
Doch auch da entscheidet sich Collins bewusst.

Wenn du dir jetzt die U-Literatur aus dem Hause amazon anschaust, wirst du viele Autoren finden, die es besser sein gelassen hätten, die sogar dem verteufelten Mainstream mir ihrer Schreibe schaden. Weiter findest du einige, die gute Autoren wären, nur irgendwann aufgehört haben, sich zu entwickeln und damit den letzten Schritt des bewussten setzen von Akzenten schlichtweg noch nicht verstehen.
Und es gibt sehr wenige, die wirklich gut sind. Darunter auch einige, die zum Start noch nicht verlagsreif waren, es jetzt aber wären. Amazon kann also auch - richtig genutzt - hilfreich sein.

Diese Entwicklung findest du weniger (aber deutlich im Wachstum), bei den Verlagen.
Notgedrungener weise (denn sie müssen verkaufen, sind sie schließlich gewinnorientiert) haben sie kaum noch eine Wahl. Der Markt wird ja überschwemmt von so eben verlegbaren, aber nicht wirklich ausgereiften Romanen, also der Mainstreampampe, die hier gerne fokussiert und als Gesamtheit angesehen wird. Möglicherweise, weil sie nicht mehr in der Minderheit ist.

Liebe Grüße,
Pheno


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DerAndreas
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BeitragVerfasst am: 20.01.2021 15:09    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo zusammen!

Hier hat sich ja echt viel getan, seit gestern. Daumen hoch



Ich bin aktuell dabei, die Perspektive nochmal zu überdenken. Da Amage in der Geschichte definitiv der einzige primäre Handlungsträger bleiben wird, spiele ich aktuell mit dem Gedanken, die Geschichte in die Ich-Perspektive umzuschreiben. Möglicherweise löst das einige der Probleme, die hier angesprochen worden sind ja schon auf.

Ich schreibe zwar üblicherweise personal, aber eben viel offener ... viele Charaktere, viele parallele Handlungsstränge, viel Interaktion. Amages Geschichte konzentriert sich im Wesentlichen nur auf sie. Da ist eventuell der schritt "tiefer in das Individuum" die bessere alternative, weil ein Single-POV die Möglichkeiten des personalen Erzählers gar nicht richtig ausnutzen kann.
Ich kann ja bei Gelegenheit auch mal ein Versatzstück aus dem eigentlich Roman posten, an dem ich aktuell arbeite, damit ihr den Unterschied beurteilen könnt. Aber wie gesagt, der ist halt Hard-Sci-Fi.

Was den individuellen Schreibstil angeht, bin ich mir gar nicht so sicher. Um bei deinem Beispiel aus Panem zu bleiben, Phenolphthalein, muss ich zugeben, dass der Text zwar gut geschrieben ist, ich dort aber definitiv nicht all das sehe, was du darin siehst. Und ich mir deshalb unsicher bin, ob du nicht vielleicht mehr hinein interpretierst, als wirklich da ist.
Ich werde zuhause mal ein paar meiner alten Romane wälzen, ob ich dort den individuellen Stil des jeweiligen Autoren ausmachen kann.

Was das alleinstellungsmerkmal angeht, habe ich zumindest aktuell geplant, dass die Story stark in den nun ja, Erwachsenen-Bereich abdriften soll. Amage lebt in einer sehr rauen, und gnadenlosen Welt und dass soll die Geschichte auch so widerspiegeln. Alleine die nächsten paar Zeilen würden schon eine recht explizite Tötungsszene enthalten, die ich hier wohl nicht öffentlich posten kann.
Stilistisch würde die Handlung wohl so eine Scheibe des Tomb-Raider Games von 2009 mitkriegen, also eine Mischung aus Survival-Horror und epischer Heldenreise, in einem fantasy-szenario dass nicht auf dem Mittelalter, sondern eher der Bronzezeit basiert.

Ich denke, damit dürfte sich die Geschichte schon recht weit vom Üblichen Teenie-Vampier oder der glänzend-sauberen High-Fantasy abheben, oder?

@Zirkusaffe
könntest du bitte etwas genauer werden, bezüglich der Fragen, die aufgeworfen werden? Es war durchaus meine Absicht, dass das passiert, und da du der erste bist, der es anspricht, frage ich mich, ob auch die richtigen Fragen aufgeworfen werden.

Das mit dem Licht ist vielleicht etwas missverständlich. Vielleicht auch unglücklich formuliert. Es ist nun so, dass sie in einer Höhle im Dämmerlicht hockt. Es ist nicht stockfinster, aber um eine Sandsteinhöhle im prallen Sonnenlicht Komplett dunkel zu haben, müsste diese schon recht tief sein, und das ist hier nicht so gedacht. Die Höhle hat einen kleinen Eingang, und ist einige Meter Tief.
Aber trotzdem tritt sie aus einem Raum, der für einen modernen Menschen dunkel genug währe, um das Licht einzuschalten, hinaus in die gleißende Abendsonne einer Sahara-Artigen Wüste. Der Kontrast dürfte da tatsächlich schon erheblich sein, oder?
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