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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig wenn die landschaft aus glas ist, kommt den kieseln eine neue aufgabe zu


 

 
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Patrick Schuler
Geschlecht:männlichKlammeraffe

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BeitragVerfasst am: 19.12.2020 20:19    Titel: wenn die landschaft aus glas ist, kommt den kieseln eine neue aufgabe zu eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

das land wie eine stumme tote
gleichwohl der schnee dieses
harte wache weiß seiner hände
präzise gedanken formt kalt

wie die gedanken der fische den
kiebitz scheucht es vom dach und
der sommernachlass ist gesichtet
in unseren mienen hausen wieder

gespenster ein jedes selbstvergessen
wie die farbe violett schwarz flüstern
geschliffene kiesel aus dem flussbett
man wirft damit die landschaft ein



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"Issa"
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dürüm
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BeitragVerfasst am: 20.12.2020 17:59    Titel: Re: wenn die landschaft aus glas ist, kommt den kieseln eine neue aufgabe zu Antworten mit Zitat

Patrick Schuler hat Folgendes geschrieben:
das land wie eine stumme tote
gleichwohl der schnee dieses
harte wache weiß seiner hände
präzise gedanken formt kalt

wie die gedanken der fische den
kiebitz scheucht es vom dach und
der sommernachlass ist gesichtet
in unseren mienen hausen wieder

gespenster ein jedes selbstvergessen
wie die farbe violett schwarz flüstern
geschliffene kiesel aus dem flussbett
man wirft damit die landschaft ein


Hallo Patrick Schuler,

ich mag Glas und Kiesel, die Idee einer Glaslandschaft etc., deshalb habe ich hier mal rein gelesen ...
Ich war lange nicht mehr hier, bin deshalb etwas eingerostet, deshalb, habe Nachsicht mit meiner Rezension.

Ein Gedicht über Winter und Tod. Das Klischee an sich, und damit ganz schwer relevant zu bleiben.
Du erwähnst "die stumme tote" gleich in der ersten Zeile und gibst einem irgendwie damit sofort die Auflösung. ich hätte das wahrscheinlich ans Ende gesetzt (falls es die Information überhaupt braucht)
Und dann stolpere ich sofort über dieses etwas gestelzte "gleichwohl", dass ich durch "obgleich" ersetzen würde. Der nächste (gewollte?) Stolperer kommt bei "wache", weil es als Substantiv und Adjektiv gebraucht werden kann. Ich mag übertragene Bedeutungen, aber ein "waches weiß" ist mir fast zu konstruiert.
Dann wird es grammatikalisch schwierig, weil der Satz kein Verb hat. Die Wiederholung der "gedanken"  aus Zeile vier in Zeile fünf war vermutlich keine Absicht? Würde ich auf jeden Fall überarbeiten.

Der Text beginnt ein bisschen wie ein Stream of consciousness, mit viel zu wenigen Verben, den Kiebitz kann ich assoziativ leider gar nicht einordnen, außer als "Kiebitzer/Beobachter(?)". Und Fischen Gedanken zuzuschreiben ist mir in diesem Zusammenhang zu weit her geholt. Wer ist "es" in der zweiten Strophe? Und warum das allgemeine "man" in der letzten Zeile?

Die letzte Strophe gefällt mir sowohl vom Inhalt als auch von der Konstruktion her am besten, obwohl ich mir auch da beim letzten Satz die Frage stelle, was denn passieren würde, wenn die Landschaft eingeworfen würde?

So ein bisschen kommt es mir vor, als wenn Du eine gute Idee zum Wortspiel "Steine im Glashaus werfen" hattest, aber bei der Umsetzung hapert es mir noch etwas. Aber ich denke, die Idee ist ausbaubar. Ich würde noch mal dran gehen.

Nichts für ungut!

Gruß
Kerem


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Patrick Schuler
Geschlecht:männlichKlammeraffe

Alter: 26
Beiträge: 833



BeitragVerfasst am: 20.12.2020 19:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Ich war lange nicht mehr hier, bin deshalb etwas eingerostet, deshalb, habe Nachsicht mit meiner Rezension.


in teilen werde ich die haben wink verstehen muss ich sie allerdings nicht. ich weiß, es ist gang und gebe in internetforen, dass der autor gewissermaßen vor der kritik kriechen muss, aber wenn ich eine kritik in keinem punkte nachvollziehen kann, möchte ich so ehrlich sein, das auch zu sagen. also los;

Zitat:
du erwähnst "die stumme tote" gleich in der ersten Zeile und gibst einem irgendwie damit sofort die Auflösung. ich hätte das wahrscheinlich ans Ende gesetzt (falls es die Information überhaupt braucht)



ein zeichen davon, dass du nicht wirklich ordentlich gelesen hast. die "stumme tote" ist eben die landschaft, die am ende eingeworfen wird. sozusagen wird der tod eingeworfen, er zerbricht, aber nicht bloß der tod, dazu gleich mehr. es macht also sinn die vorraussetzung für die pointe der letzten zeile, in die erste zu packen, damit sich der bogen strukturell schließt.

Zitat:
Und dann stolpere ich sofort über dieses etwas gestelzte "gleichwohl", dass ich durch "obgleich" ersetzen würde



"gleichwohl" ist klanglich viel langgezogener als "obgleich", es hat die langsamkeit der nachdenklichkeit, die hier suggeriert werden soll. "obgleich" würde (sorry) den gesammten rhythmus zerstören...

Zitat:
Der nächste (gewollte?) Stolperer kommt bei "wache", weil es als Substantiv und Adjektiv gebraucht werden kann. Ich mag übertragene Bedeutungen, aber ein "waches weiß" ist mir fast zu konstruiert.



dass der schnee etwas waches an sich hat, dass die farbe weiß, überhaupt das helle, mit wachheit assoziiert wird, ist nun wirklich kein weltbewegendes bild und konstruiert erst recht nicht. kann ich nicht nachvollziehen deinen geschmack. es ist aber auch inhaltlich vonnöten. die stumme, tote landschaft, wird von lebendigem weiß bewohnt, sodass am ende mit dem zerwerfen des toten, auch etwas lebendiges verlorengeht. zumindest auf abstrakter ebene.


Zitat:
Die Wiederholung der "gedanken" aus Zeile vier in Zeile fünf war vermutlich keine Absicht? Würde ich auf jeden Fall überarbeiten.


doch das war absicht, klingt besser. außerdem mag ich wiederholungen, sie vertiefen.


Zitat:
Die letzte Strophe gefällt mir sowohl vom Inhalt als auch von der Konstruktion her am besten, obwohl ich mir auch da beim letzten Satz die Frage stelle, was denn passieren würde, wenn die Landschaft eingeworfen würde?


ja, was passiert, wenn etwas, das kalt, präzise  (rational), aber eigentlich tot ist, zerstört wird. vielleicht kommt der frühling wieder, das herzblut, die emotion. wer weiß ...

Zitat:
Der Text beginnt ein bisschen wie ein Stream of consciousness, mit viel zu wenigen Verben, den Kiebitz kann ich assoziativ leider gar nicht einordnen, außer als "Kiebitzer/Beobachter(?)". Und Fischen Gedanken zuzuschreiben ist mir in diesem Zusammenhang zu weit her geholt. Wer ist "es" in der zweiten Strophe? Und warum das allgemeine "man" in der letzten Zeile?


wenn ich eine kalte, distanzierte szene beschreiben möchte, wäre es ein sprachliches unding die hitzigen verben im übermaß zu benutzen, die einen in das geschehen hineinreißen ...

und hier bin ich nicht nachsichtig, entschuldige aber es hätte 5 (in buchstaben fünf) sekunden gedauert den kiebitz zu googeln. echt mal, das kann man doch verlangen .

das fische gedanken haben, ist wahrscheinlich nichtmal in der realität falsch ... ich meine ... ach egal, sorry, kann ich null nachvollziehen.

"man" eben genau deshalb, weil es "allgemein" ist.

Zitat:
So ein bisschen kommt es mir vor, als wenn Du eine gute Idee zum Wortspiel "Steine im Glashaus werfen" hattest, aber bei der Umsetzung hapert es mir noch etwas. Aber ich denke, die Idee ist ausbaubar. Ich würde noch mal dran gehen.


wenn du aus diesem text wirklich nicht mehr als eine nette idee zu einem wortspiel herauslesen kannst, kannst du dir nicht sonderlich viele gedanken gemacht haben. und die umsetzung ist (vorallem sprachlich) schon gut so, wie sie ist.

also entschuldige, aber diese kritik kann ich wirklich in keinem punkt nachvollziehen. und das passiert nicht gerade häufig.

egal, belassen wir es dabei.

trotzdem lg dir (und nimms nicht persönlich, so ist es nicht gemeint)
patrick


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BeitragVerfasst am: 20.12.2020 21:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Patrick,

Das klingt ja fast so, als wäre ich mit Karacho durch eine ganze Reihe von Fettnäpfchen gerast ...

Sorry, neuer Versuch.

die stumme Tote habe ich natürlich auf die Landschaft bezogen. Hast Du ja klar gesagt in der ersten Zeile.

Kein Mensch verlangt, dass ein Autor vor dem Kritiker kriechen muss. Ich auch nicht. Meine Rezension ist lediglich meine persönliche Rückmeldung (unqualifiziert, subjektiv, aber ehrlich), also keine Sorge, sag nur, was Dir nicht passt.

Zitat:
das land, wie eine stumme tote,
gleichwohl der schnee, dieses
harte wache weiß seiner hände,
präzise gedanken formt. --- kalt


Ich habe mal "theoretische Satzzeichen" eingefügt, um zu zeigen, wie ich die erste Strophe gelesen habe.
Gleichwohl ist zwar langegezogener als obgleich, aber die Alternative "obwohl" wäre ähnlich langgezogen und semantisch mMn. korrekter, weil gleichwohl gleichbedeutend ist mit trotzdem, was  (außer ugs.) nicht direkt vor dem Subjekt stehen sollte? (Sorry, es klingt einfach falsch für mich)
Obgleich/Obwohl würde auch einen Hauptsatz einleiten können. (nenn mich altmodisch)

Was das "wache weiß" angeht, hmm, Schnee ist für mich nicht "wach", ich weiß was Du meinst, aber ich lese hier erst das wache weiß, dann die Personifikation der Hände (bezogen auf den Schnee, weil "Seine Hände" und nicht "Ihre Hände"?) und dann das präzise Gedanken formen.
Das sind gleich drei Sprünge, die für mich nicht schlüssig sind.
Schnee steht nicht für Wachheit, sondern eher für Schlaf und Tod, auch weil er natürlich extrem kalt, starr und unbewegt ist.
Lebendig im Zusammenhang mit Natur wären Pflanzen, Tiere, fließendes Wasser etc.

Natürlich kannst Du personifizieren, dem Schnee Hände geben, aber dann würde ich nicht noch einen Sprung machen und die Hände Gedanken formen zu lassen, sondern vielleicht eher (so wie Wasser auch) die Landschaft formen lassen (Gletscher ...)

Das kalt sehe ich als Enjambement und führe es mit der nächsten Strophe zusammen.

Zitat:
wie die gedanken der fische, den
kiebitz scheucht es vom dach und
der sommernachlass ist gesichtet,
in unseren mienen hausen wieder


Wieder zwei theoretische Kommas eingesetzt, so wie ich es gelesen habe.
Den Kiebitz habe ich jetzt gegoogelt. Das Bild als Frühlingsbote ist mir tatsächlich nicht geläufig, Schwalbe wäre mir da eher eingefallen. Vielleicht liegt es daran, dass der Kiebitz inzwischen sehr selten ist?
Aber egal.
Wir haben "kalt, wie die Gedanken der Fische". Hm, wieso sind Gedanken der Fische kalt? Diese Assoziation überzeugt mich nicht. Weder die Gedanken alleine, noch die kalten Gedanken.
Dann kommt der Satz mit Kiebitz. Wenn "es" sich auf das Land bezieht, "den Kiebitz scheucht das Land vom Dach", soll Frühling symbolisieren?

Damit wären wir vom Winter jetzt beim Frühling, und gleich danach im Sommer, bzw. da der Nachlass schon gesichtet ist, wahrscheinlich schon im Herbst?
Und dann folgt nach den Mienen wieder ein Enjambement zur dritten Strophe.

Zitat:
gespenster, ein jedes selbstvergessen
wie die farbe violett, schwarz flüstern
geschliffene kiesel aus dem flussbett.
man wirft damit die landschaft ein


Wieder eingesetzte Satzzeichen, wie ich es lesen würde (kann auch völlig falsch sein).

Die Gespenster, die in den Mienen hausen, geben mir das Gefühl, dass das LI im Frühling und Sommer lebendiger war, als jetzt im Übergang zu Herbst und Winter?
Violett steht für Trauer. Weniger für Selbstvergessenheit?
Schwarz für den Tod. (Ungewöhnlich, weil wir in Europa selten schwarze Steine in Flüssen haben. Typisch für Basalt, also vulkanisches Gestein), Insofern fällt das Schwarz sofort auf (was wohl beabsichtigt ist?)

Wie gesagt, ich mag Kieselsteine.
Aber das "man" in der letzten Zeile passt mir immer noch nicht.

Ich hoffe, Du kannst mit diesen Kommentaren mehr anfangen. Und verstehst, wo ich hängenbleibe.
Gleichwohl widerstrebt mir grammatikalisch.
Die Sprünge von Schnee---> wach--->Hände----> Gedanken sind mir zu hart.
Die kalten Gedanken der Fische bringe ich in keinen Zusammenhang.
Der Kiebitz war mir nicht geläufig (ich bin auch nicht so der große Kleistleser smile )
Auch das "den Kiebitz scheucht es (das Land?) vom Dach" kann ich nicht übersetzen.

Danach wird es wieder klarer, mit den violetten Gespenstern und den schwarzen Kieseln.
Nur das "man" grätscht mir wieder durch meine Lieblingsstrophe.

Klarer?

Gruß
Kerem


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Elena
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BeitragVerfasst am: 22.12.2020 11:29    Titel: Wenn die Landschaft aus Glas ist ... Antworten mit Zitat

Lieber Patrick Schuler,

ich bin keine Freundin von Gedichten mit Rätsel darum, worum es eigentlich geht. Was du machen wolltest, habe ich verstanden, meiner Ansicht nach ist einiges zu vermetapherisiert, zuviel Reihung von Substantiven, die durchaus zum Verständnis ein Verb vertragen würden. Du findest teilweise Bilder, die mir durchaus gefallen, aber der Rote Faden fehlt mir. Einiges des bisher Gesagten würde ich unterstützen.

Mit lieben Gruß, Elena
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Patrick Schuler
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Beiträge: 833



BeitragVerfasst am: 22.12.2020 15:27    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

hey ho dürüm

Zitat:
Das klingt ja fast so, als wäre ich mit Karacho durch eine ganze Reihe von Fettnäpfchen gerast ...


ach, alles gut. ich hab nicht gerade reif reagiert wink


Zitat:
die stumme Tote habe ich natürlich auf die Landschaft bezogen. Hast Du ja klar gesagt in der ersten Zeile.

Kein Mensch verlangt, dass ein Autor vor dem Kritiker kriechen muss. Ich auch nicht. Meine Rezension ist lediglich meine persönliche Rückmeldung (unqualifiziert, subjektiv, aber ehrlich), also keine Sorge, sag nur, was Dir nicht passt.

Zitat:
das land, wie eine stumme tote,
gleichwohl der schnee, dieses
harte wache weiß seiner hände,
präzise gedanken formt. --- kalt


Ich habe mal "theoretische Satzzeichen" eingefügt, um zu zeigen, wie ich die erste Strophe gelesen habe.
Gleichwohl ist zwar langegezogener als obgleich, aber die Alternative "obwohl" wäre ähnlich langgezogen und semantisch mMn. korrekter, weil gleichwohl gleichbedeutend ist mit trotzdem, was (außer ugs.) nicht direkt vor dem Subjekt stehen sollte? (Sorry, es klingt einfach falsch für mich)
Obgleich/Obwohl würde auch einen Hauptsatz einleiten können. (nenn mich altmodisch)]


ich glaube, ich beginne zu verstehen, was du sagen willst.
hmmm ... ich mach das mal so: ich lege den text  als word datei an, einmal mit "obwohl/obgleich" und einmal mit "gleichwohl" und in ein paar tagen, wenn ich genügend abstand zu dem text gewonnen habe, lese ich beide versionen durch und entscheide mich dann.

die kalten gedanken beziehen sich übrigens, als vergleich auf die kalten gedanken des schnees. also kein punkt nach "formt"

außerdem soll mit den fischen eine greifbare szene angeboten werden. da steht (jetzt schon) ein ungenannter, der den menschen per se personifiziert, an dem später eingeführtem fluss.


Zitat:
Was das "wache weiß" angeht, hmm, Schnee ist für mich nicht "wach", ich weiß was Du meinst, aber ich lese hier erst das wache weiß, dann die Personifikation der Hände (bezogen auf den Schnee, weil "Seine Hände" und nicht "Ihre Hände"?) und dann das präzise Gedanken formen.
Das sind gleich drei Sprünge, die für mich nicht schlüssig sind.
Schnee steht nicht für Wachheit, sondern eher für Schlaf und Tod, auch weil er natürlich extrem kalt, starr und unbewegt ist.
Lebendig im Zusammenhang mit Natur wären Pflanzen, Tiere, fließendes Wasser etc.



für mich, ist schnee der inbegriff eines kalt geschärften bewusstseins. die personifikation des schnees (seine hände) haben zwei funktionen, einerseits soll der schnee gewissermaßen die wache tätigkeit des landes, als gegenentwurf zur ersten zeile darstellen, andererseits sind es eben diese "hände" die den kiebitz vom dach scheuchen. die tätigkeit des denkens, verscheucht den frühling, was natürlich nur auf der oberen ebene wirklich auf das land bezogen ist. durch die blume rede ich hier eigentlich von dem menschen.


Zitat:
Wir haben "kalt, wie die Gedanken der Fische". Hm, wieso sind Gedanken der Fische kalt? Diese Assoziation überzeugt mich nicht. Weder die Gedanken alleine, noch die kalten Gedanken.
Dann kommt der Satz mit Kiebitz. Wenn "es" sich auf das Land bezieht, "den Kiebitz scheucht das Land vom Dach", soll Frühling symbolisieren


na ja, das die gedanken der fische kalt sind, ist zugegeben einfach ein bild, das man natürlich nicht teilen muss. ich finde alles an fischen kalt. man kann natürlich auch lesen, dass das land den kiebitz vom dach scheucht, ich dachte aber eher an den personifizierten schnee.

der kiebitz fliegt nach süden. (einige arten) ich dachte hier also eher an einen frühen wintereinbruch. fast surrral, ich weiß ... in unserer zeit.

Zitat:
Gespenster, die in den Mienen hausen, geben mir das Gefühl, dass das LI im Frühling und Sommer lebendiger war, als jetzt im Übergang zu Herbst und Winter?
Violett steht für Trauer. Weniger für Selbstvergessenheit?
Schwarz für den Tod. (Ungewöhnlich, weil wir in Europa selten schwarze Steine in Flüssen haben. Typisch für Basalt, also vulkanisches Gestein), Insofern fällt das Schwarz sofort auf (was wohl beabsichtigt ist?)



ich dachte bei gespenstern vorallem an eine mischung von angst, unbegreiflichem und "dünnen gesichtsausdrücken, kein vollmundiges lachen jedenfalls. violett als selbstvergessene farbe. das ist die erste assoziation, die ich habe, wenn ich die farbe anschaue. wenn sie auch für trauer steht, kann man beides doch als aufforderung verstehen beides miteinander zu verbinden. warum nicht, ich schreibe ja assoziative bilder, keine ewig gültigen wahrheiten nieder.


das "man" in der letzten zeile, greift den im ganzen gedicht nur vorsichtig (durch bilder) personifizierten menschen auf. man muss ihn nicht wahrnehmen, aber er ist da. man könnte es so lesen, als sei gar nicht die rede von schnee und dem kiebitz und so weiter, sondern von dem menschen, dessen innenleben in diesen bildern nach oben steigt. das ist das angebot, das die letzte zeile macht. aber man muss es nicht ergreifen, ich weiß wink

lg dir und danke für den ausführlichen kommentar.
ich verstehe jetzt besser, was du meinst.
patrick


hi elena
na ja, ich werde jetzt nicht weiter auf den text eingehen, ich habe schon zu viel erklärt. lass dich doch einfach von den bildern und assoziationen leiten und entführen.

lg
patrick


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