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Beethovens Geige


 

 
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Fred K. Linden
Geschlecht:männlichWortedrechsler


Beiträge: 57
Wohnort: Stuttgart


BeitragVerfasst am: 15.12.2020 18:45    Titel: Beethovens Geige eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Beethovens Geige

Neulich traf ich Beethoven, und ich wollte, es wäre nie geschehen. Ich weiß, es klingt verrückt, und Sie werden mir nicht glauben wollen – lassen Sie mich die ganze Geschichte erzählen.

Ich spazierte durch den Schlossgarten, das mache ich Dienstag nachmittags oft – es ist mein freier Nachmittag, und ich liebe die Atmosphäre dort. Es sind nicht zu viele Leute unterwegs, und dennoch ist es nicht ganz einsam; genau das Richtige, dass ich mich entspannen kann.

Und da saß er auf der Bank, ganz locker, eine Zigarette rauchend. Beethoven. Ludwig van. Natürlich ein Witz. Beethoven ist seit fast zweihundert Jahren tot. Ich habe an seinem Grab gestanden, auf dem Zentralfriedhof.

Ein merkwürdiger Scherz ist das, und geschmacklos dazu, dachte ich, und sah nochmals hin. Diese Ähnlichkeit! Wir hatten, als ich noch ein Kind war, im Wohnzimmer das berühmte Portrait Beethovens hängen, das mit den wirren Haaren und dem finsteren Blick. Genauso, exakt genauso sah dieser Mensch aus, der in aller Ruhe hier auf der Bank saß und Beethoven nachäffte. Grotesk.

Ich ging weiter. Nein, so leicht lasse ich mich nicht provozieren. Soll doch jemand anderes sich herumärgern mit diesem – Mistkerl. Ich blickte noch einmal hinter mich. Beethoven hatte sich jetzt halb zur Seite gedreht, so dass ich ihn im Profil sah.
Er sah mehr wie Beethoven aus als je zuvor.

Ich horchte kurz in mich hinein – ich mache das oft, wenn ich mich ärgere, und es hilft mir, meine Situation besser einzuordnen. Ich merkte: Wenn ich jetzt einfach weitergehe, geht mir die Sache nicht mehr aus dem Kopf. Also: Ich stelle mich der Situation, packe den Stier bei den Hörnern.

Ich drehte mich um, nicht zu schnell, und ging gemächlich, aber bestimmt auf die Bank zu.

"Haben Sie etwas dagegen, wenn ich mich zu Ihnen setze?" fragte ich. Er blickte auf, etwas wie ein Lächeln flog über sein Gesicht. "Nein, nicht doch; nehmen sie Platz", antwortete er. Ich setzte mich.

Auf dem Teich schwammen ein paar Enten und zankten sich um Brotstücke, die ein Kind hineingeworfen hatte. Ich war unschlüssig, was ich jetzt tun sollte. Vielleicht war die direkte Art die beste.

"Sie sehen aus wie Beethoven", sagte ich. Er drehte den Kopf zu mir und blickte mich ein paar Sekunden lang nachdenklich an.

"Ja", sagte er. "Ich bin Beethoven."

Schweigen. Was sollte ich mit dieser Antwort anfangen! Ich entschloss mich, auf das Spiel einzugehen.

"Sie sind tot", sagte ich.

Er nickte. "Natürlich; das weiß jeder."

"Wie können Sie dann hier sitzen?", fragte ich.

"Ich habe Urlaub." Wieder dieses eigenartige Lächeln.

Ich wusste, dass Beethoven eher mürrisch, menschenscheu und unfreundlich gewesen war; diese verbindliche Art passte nicht zu ihm. Andererseits - mit dem Tod ändert sich manches.

"Und wieso hören Sie so gut?" hakte ich nach.

Diesmal sah sein Lächeln ein wenig schmerzhaft aus.
"Ach wissen Sie", sagte er, "mit dem Tod ändert sich manches".

Dem hatte ich nichts entgegenzusetzen. Ich schwieg.

Die Situation wurde unangenehm. Ich saß hier, hatte vorgehabt, ihn zu provozieren, das klappte nicht. Er saß gelassen da, schaute auf den See hinaus und zog an seiner Zigarette.

Ich brauchte eine Idee. Ich hatte mich selbst in diese Lage gebracht und kam mir wie ein dummer Junge vor. Beethoven - ich nannte ihn jetzt im Stillen so, weil es am einfachsten war - Beethoven kam mir nicht im Geringsten entgegen.

"Ihre Musik wird noch viel gehört", begann ich schließlich. Er nickte. "Ich weiß."

"Woher wissen Sie..?"  Schon während ich die Frage stellte, wusste ich, dass sie dumm war. Das bestätigte sich sofort.

"Wir sind zwar im Himmel", sagte er, "aber nicht hinter dem Mond." Und dann setzte er, wie um mir ein wenig aus meiner Verlegenheit zu helfen, hinzu: "Wir verfügen über außerordentliche Kommunikationsmittel."

Danke, dachte ich. Hier konnte ich einhaken. "Handy, Smartphone, Internet?" fragte ich.

Er lachte. Tatsächlich, Beethoven lachte! "Kinderkram. Technische Krücken. Materieller Unsinn. So etwas brauchen wir nicht. Wir stehen in direkter Verbindung."

Was immer das sein mochte, dachte ich.

"Dann wissen Sie sicher auch, was musikalisch so nach Ihrem Tod passierte?" Jetzt hatte ich ihn. In Musik kenne ich mich aus.

Es war eigenartig - fast schon hatte ich das Groteske der Situation vergessen, hatte mich innerlich darauf eingelassen, dass ich tatsächlich mit Beethoven hier saß und mich mit ihm unterhielt. Mein kindliches Gemüt entführte mich in eine fantastische Welt. Aber ein Streitgespräch über Musik - da konnte ich diesen Beethoven als Scharlatan entlarven - wenn er sich denn darauf einließ.

Er ließ sich darauf ein. Auf dieselbe freundliche und gelassene Weise, die ich mehr und mehr als arrogant empfand. Warte nur, dachte ich.

Er sah mich von der Seite an. "Fragen Sie", sagte er. Der schwarze Peter war wieder bei mir.

Ich habe schon als Kind immer wieder Anstoß an bestimmten Stellen in der Musik genommen - selbst in meinem damaligen Lieblingsstück, Beethovens Sechster. Am Ende des fünften Satzes: Tam tim - tim tam. Banal. Ich fasste mir ein Herz.

"Gibt es aus Ihrer jetzigen Sicht Dinge, die Sie heute anders machen würden?"

Er nickte nachdenklich.

"Ja, gewiss. Eine Menge. Wissen Sie, ich habe alle späteren Kollegen kennengelernt und kenne alle ihre Werke ...". "Alle?", unterbrach ich ihn.

"Natürlich alle - was sonst?"

"Ich dachte nur..."

Diesmal unterbrach er mich. Er schien tatsächlich zornig zu werden. "Was Sie denken, ist nicht relevant. Wenn Sie mir nicht glauben wollen, lassen Sie es bleiben."
 
An seine Stelle wäre ich jetzt aufgestanden und hätte das Gespräch beendet. Nicht so er. Er blieb sitzen, holte eine neue Zigarette aus der Packung und zündete sie an. Er tat einen tiefen Zug und blies den Rauch langsam hinaus. Dann drehte er sich zu mir.

"Ich habe nicht oft Gelegenheit, mit einem Sterblichen zu sprechen - Sie sind der erste, der mich angesprochen hat. Die Leute glotzen mich dumm an, aber keiner hat bisher den Mut gehabt, mit mir ein Gespräch anzufangen. Unterlassen Sie Ihre dummen Einwände, dann können wir wie erwachsene Menschen miteinander sprechen. Klar?"

"Ja, klar", sagte ich.

"Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja, was ich hätte bessermachen wollen. Es ist nicht viel. Ein paar Sachen hätte ich einfach weggelassen, die Geschöpfe des Prometheus und solches Zeug. In die Neunte hätte ich die Chorfantasie genommen; das Götterfunken-Thema taugt nichts - das merkt man auch daran, dass es so populär geworden ist". Er lachte bellend.

"Bis jetzt kann ich Ihnen voll zustimmen", sagte ich. "Was ist mit den anderen Sinfonien? "

"Kann ich stehenlassen. Die Achte ist ein bisschen hingeschludert, na ja, aber sie gefällt den Leuten. Ich kann ja auch nicht dauernd in Höchstform sein. Manchmal wünschte ich, ich wäre Schubert gewesen, nicht im richtigen Leben, nur als Komponist. Nicht für die Sinfonien, die taugen außer der Achten alle nichts, aber diese späten Streichquartette! Da kommt er mir doch recht nahe. Und erst die Lieder! Das habe ich selbst nie so gut gekonnt."
Er seufzte. "Schubert ist ein netter Typ. Sehr melancholisch, dabei sehr lebenslustig. Tragische Figur. Noch tragischer als ich selbst."

Er blickte nachdenklich auf den See hinaus und zum Opernhaus hinüber. "Ich kenne ihn schon lange. Wir sind ja Nachbarn auf dem Zentralfriedhof." Er lachte. "Lassen wir das."

"Und sonst?" "Was - und sonst?""Was hätten Sie sonst noch anders gemacht?"
"Nichts."
"Ihre Violinsonaten?"
"Was ist mit denen?"

Es war schon eine sehr merkwürdige Situation, hier mit einem nachgemachten Beethoven zu sitzen und so zu tun, als wäre es ein echter. Immerhin schien der Mann etwas von Musik zu verstehen.

"Die Violinsonaten? Nun ja.." sagte er gedehnt. "Was ist mit denen?" Er sah mich jetzt  aufmerksam an.

"Taugen nichts", sagte ich.

Das war frech. Entweder fuhr er jetzt aus der Haut, oder das Gespräch wurde interessant.

"So so, taugen nichts", wiederholte er. Ein spöttischer Blick traf mich. "Wieso?"

Jetzt wurde es schwierig. "Nun", sagte ich vorsichtig, "da sind natürlich herrliche Melodien drin. Aber die Stücke sind nicht ausgewogen, haben keine Balance zwischen den Instrumenten."

Er nickte. "Das ist natürlich schwierig", sagte er.

"Natürlich", sagte ich.

Dann schwiegen wir eine ganze Zeitlang.

Er bot mir eine Zigarette an. Ich lehnte dankend ab - ich rauche seit fast zehn Jahren nicht mehr. "Seit wann rauchen Sie?", fragte ich.

"Ich habe erst damit angefangen, als ich schon tot war." Er lächelte. "Dann schadet es nicht mehr so." Die Logik leuchtete mir unmittelbar ein.

"Zurück zum Thema", sagte er. "Wieso keine Balance?"

"Sehen Sie", sagte ich, "die Instrumente sind völlig verschieden in ihrem Charakter. Das Klavier ist immer perkussiv, die Violine kann Legato. Das Klavier hat einen Umfang von sieben Oktaven, der Violine fehlt es nach unten hin massiv.
Die Instrumente stehen einfach nebeneinander - sie verstehen sich nicht."

Er sagte nichts, sah mich fragend an.

Ich fuhr fort. "Das arme Klavier muss den Bass übernehmen, damit wird der ausschließlich perkussiv. Dafür kann das Klavier allerdings Akkorde. Die Violine schraubt irgendwo oben rum, ja, sie kann singen, aber mehr nicht. Das Klavier kann nicht mitsingen."

"Ja und?" sagte Beethoven. "Das ist alles richtig, was Sie sagen, aber was will man machen? Ich habe wenigstens versucht, ein Zwiegespräch zwischen den Instrumenten zu komponieren."

Ich wurde aufsässig. "Das sieht dann im langsamen Satz von Opus 47 so aus, dass die Violine erst eine Melodie singt, vom Klavier begleitet, und dann? Dann versucht das Klavier zu singen, was es ja nicht kann, und die Violine macht dazu Pling Pling als Begleitung. Das ist einfach nicht gut."

Er drehte den Kopf zu mir, und ich hatte den Eindruck, dass er durch mich hindurchblickte. Er schwieg und wandte sich wieder ab.

Ich sah auf den See hinaus; in diesem Augenblick mied ich es, ihn anzublicken.

"Na ja," sagte er leichthin. Ich sah ihn über die Brillengläser an.

Und dann war er verschwunden. Vom einen auf den anderen Sekundenbruchteil. Einfach weg. Kein Luftzug, kein Geräusch, keine Bewegung. Ich saß allein auf der Bank, erschrocken, ratlos, verstört.

Das menschliche Gehirn versucht solche Vorgänge rational zu erklären, sie in das bestehende Weltbild einzubauen, eine wissenschaftliche Erklärung zu finden. Wenigstens das erwachsene Gehirn. Ich merkte sehr schnell, dass mir das nicht gelingen würde. Mir blieb nicht anderes übrig, als die Tatsachen zu akzeptieren.
Immerhin schien mir jetzt plausibel, dass tatsächlich Beethoven selbst mit mir gesprochen hatte.

                                                                           ---!---!---

Als ich nach Hause kam, war mein erster Weg zu meinem Plattenregal. Ich hatte ein schlechtes Gewissen. Immerhin hatte ich Beethoven ziemlich überheblich behandelt, und in mir begann plötzlich auch der Zweifel zu nagen, ob mein Urteil über die Violinsonaten nicht doch zu hart oder gar ungerechtfertigt sei. Ich habe die alte Gesamtaufnahme mit Grumiaux und Haskil noch auf Schallplatte, aber ich fand sie nicht; wahrscheinlich hatte ich sie meinem Kollegen Franz geliehen - er ist der Einzige, dem ich auch einmal einen meiner alten Vinyl-Schätze anvertraue.

Der Abend verging dann schnell beim Schachspielen mit meinem Nachbarn - wie gewohnt verlor ich beide Spiele - diesmal war ich aber auch besonders unaufmerksam. Nach dem Spiel ging ich gleich ins Bett, und erstaunlicherweise schlief ich auch recht bald ein.

Am nächsten Morgen in der Firma war mein erster Weg zu Franz. Er hatte keine Schallplatte von mir ausgeliehen. Ich würde zu Hause noch einmal suchen müssen.

Der Tag ging vorbei wie üblich, mehr schlecht als recht, und ich machte ein wenig früher Feierabend - die Sache ließ mir keine Ruhe. Zu Hause durchforstete ich mein Plattenregal nochmals, fand die Scheibe aber nicht. Überflüssigerweise durchsuchte ich noch mein CD-Regal, obwohl ich mir sicher war, keine CD von irgendeiner der Violinsonaten zu haben.

Keine Ahnung, wo die Platte geblieben war. Sollte ich sie, ganz gegen meine Gewohnheit, doch an jemand anderes als Franz verliehen haben? Am ehesten kam da noch Wilhelm in Frage. Ich rief ihn an.

Wilhelm ist Doktor der Philosophie, wir sind seit dreißig Jahren, seit wir uns bei der Umschulung kennengelernt haben, befreundet. Leider sehen wir uns nur selten. Wilhelm ist, wie auch ich, musikbesessen, und er kennt sich mindestens so gut aus wie ich. "Kann es sein, dass ich Dir irgendwann meine Beethoven-Violinsonaten geliehen habe, auf Schallplatte?" fragte ich ihn.

Seine Reaktion war eigenartig. Zunächst Schweigen, dann ein halblautes "Hä?" Dann wieder Schweigen.

"Was ist los?" fragte ich.

"Willst Du mich veräppeln?" fragte er.

"Wieso veräppeln?"
"Beethoven hat nie eine Violinsonate geschrieben."

Jetzt war es an mir, veräppelt zu sein. "Wilhelm!" Ich sprach zu ihm wie zu einem kranken Esel. "Wir haben uns doch schon ein paarmal über die Kreutzersonate unterhalten, und wir waren auch weitgehend derselben Meinung - das Stück wird massiv überschätzt".

"Ich kenne keine Kreutzersonate - ach doch, es gibt eine gleichnamige Novelle von Tolstoi, wo eine fiktive Beethovensonate auftaucht", sagte er.

"Wieso fiktiv?" wollte ich wissen.

"Weil Beethoven keine Violinsonaten geschrieben hat, ganz einfach. Müsstest Du doch auch wissen!" Er klang mittlerweile etwas ungeduldig.

Ich gab es auf. Mir war es schleierhaft, warum Wilhelm sich so merkwürdig verhielt.

"Wir lassen das jetzt einfach mal so stehen. Wie geht es Dir sonst?" Wir unterhielten uns noch ein paar Minuten, sparten das Thema sorgsam aus und waren uns einig, uns bald wieder einmal treffen zu müssen.

                                                                           ---!---!---

Nun gut. Ich würde mir die Platte, vielleicht als CD-Ausgabe, wieder besorgen müssen. Einstweilen konnte ich ja auf YouTube mal reinhören.

Das war nun allerdings sonderbar - ich fand keinen einzigen Clip.
Dann ging ich auf Amazon. Fehlanzeige.

Ich blickte auf die Uhr. Mein Plattengeschäft, in dem ich oft stöbere, hatte noch auf.
Ich hängte mich wieder ans Telefon und meldete mich mit Namen. Der Chef war selbst am Apparat. "Ach Sie sind's. Was kann ich für Sie tun?"

"Haben Sie eine Gesamtausgabe der Beethoven-Violinsonaten vorrätig?" fragte ich.

Der Chef schien amüsiert. "Nein, wie sollten wir? Das gibt es nicht. Beethoven hat so etwas nie geschrieben. Aber sonst geht es Ihnen gut?"

                                                                           ---!---!---

Seit ein paar Tagen geht es mir richtig schlecht. Ich schlafe kaum, ich kann nichts mehr essen, ich mache mir schwere Vorwürfe. Mich muss der Teufel geritten haben, mit Beethoven so umgesprungen zu sein.



Ein  winzigkleiner Trost bleibt mir. Ich bin heilfroh, ihn nicht auch noch auf seine Cellosonaten angesprochen zu haben.




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Das verstehst du noch nicht, sagten sie. Ich verstand.
- Fred K. Linden -
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Düsterhöft
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BeitragVerfasst am: 16.12.2020 21:04    Titel: Antworten mit Zitat

Das liest sich sehr schön, interessante Idee. Am Ende hat es mir sogar ein Schmunzeln entlockt.
Ich mag mich irren, da ich kein Ass in Rechtschreibung bin, aber ich glaube vor einem UND kommt in der Regel kein Komma. Allerdings versuche ich gerade meine eigene Kommasetzung zu verbessern und sehe daher überall und nur noch Kommata Buch
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Gast







BeitragVerfasst am: 16.12.2020 23:28    Titel: Schöne Geschichte Antworten mit Zitat

Leider kenne ich mich mit klassischer Musik nicht sooo gut aus. Den Namen Beethoven kenne ich natürlich. Seine Mondscheinsonate verdreht mir im Moment auf der Gitarre die Finger. Umgreifmarathon habe ich das Stück heimlich getauft. Laughing

Aber das du Kenntnisse besitzt, die weit darüber hinaus gehen, das steht außer Frage. Die Geschichte hat genau diesen Klang, diesen mitschwingenden Bass über den Melodien, der irgendwie ein Stück Vergangenheit heraufbeschwört. Gefiel mir gut. Ich mag das.

Ich habe zwar keine Qualifikation, dir Ratschläge zu erteilen, möchte dir aber dennoch mitteilen, was ich an Kritischem anzumerken habe. Ist eigentlich so wenig, dass es mir fast überflüssig vorkommt. Also es sind nur diese Worte:
bessermachen = besser machen?
weggelassen = weg gelassen?

Als Fragen formuliert, weil ich nicht ganz sicher bin. Ich irre mich auch oft. Aber was ich bisher dazu gefunden habe, ist das Ergebnis.

Ich nehme auch was mit aus der Geschichte. Zitat: "sagte ich, "die Instrumente sind völlig verschieden in ihrem Charakter. Das Klavier ist immer perkussiv, die Violine kann Legato"

Mein ehemaliger Keyboardlehrer hat mich immer wieder ermahnt Stücke auch Legato zu spielen, wenn da Legato steht. Dass das Klavier im Orchesterkontext nur noch perkussiv ist, das habe ich nicht gewusst.

Hoffe du konntest damit etwas anfangen. Tolle Geschichte.
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Yves Holland
Wortedrechsler


Beiträge: 58
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BeitragVerfasst am: 17.12.2020 11:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Manfred,

ich habe deine Geschichte gerne gelesen, sie hat einen schönen Flow, und es ist viel Kopfkino bei mir entstanden. Auch wollte ich immer wissen, wie sich die Story weiter entwickelt.

Gegen Ende wird deine Geschichte natürlich sehr spezifisch, was das musikalische Wissen anbelangt. Da geht (aber das ist wirklich rein subjektiv) für mich als zwar Beethoven-Hörer, aber nicht so tief in der Materie steckend wie du, ein bisschen Spannung flöten. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Effekt bei nicht so Musik-Affinen vielleicht sogar verstärkt auftritt.

Insgesamt eine schöne Geschichte, schon mit dem Titel hast du mich gehabt!

Außerdem saß ich mit dir und Beethoven auf der Bank und habe sehnsüchtig aufs Opernhaus geblickt - ich will da bald wieder rein!!! (Nach Corona.)


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Justadreamer
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BeitragVerfasst am: 17.12.2020 12:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich kann mich den Vorrednern nur anschließen. Die Diskussion über die musikalischen Inhalte finde ich aber auch okay, wenn man sich nicht so gut auskennt. mMn könntest du am Schluss noch etwas abspecken - ob und wie und wo und wann die Hauptperson andere Professoren kennt, ist für die Geschichte nicht zentral. Inhaltlich kann man den Schluss aber durchaus stehenlassen!
Auch finde ich gut, dass man nicht "aus der Fiktion fällt" - man kauft dir diese Geschichte gerne ab.

LG
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Heribert
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 50
Beiträge: 210
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BeitragVerfasst am: 17.12.2020 13:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich habe die Geschichte aufmerksam gelesen, finde, dass sie gut ist, finde aber auch, dass sie völlig überladen ist und damit zu geschwätzig wirkt.

Ich mache einfach mal alles rot, was ich für überflüssig halte. Angemerkt sei: Der Leser möchte sich selbst ein Bild im Kopf erzeugen. Er braucht und will keine ständigen Erklärungen. Mit Kindern kann man das machen.

Zitat:
Neulich traf ich Beethoven, und ich wollte, es wäre nie geschehen. Ich weiß, es klingt verrückt, und Sie werden mir nicht glauben wollen – lassen Sie mich die ganze Geschichte erzählen.


Zitat:
Ich spazierte durch den Schlossgarten, das mache ich Dienstag nachmittags oft – es ist mein freier Nachmittag, und ich liebe die Atmosphäre dort. Es sind nicht zu viele Leute unterwegs, und dennoch ist es nicht ganz einsam; genau das Richtige, dass ich mich entspannen kann.


genau das Richtige, um mich zu entspannen.

Zitat:
Und da saß er auf der Bank, ganz locker, eine Zigarette rauchend. Beethoven. Ludwig van. Natürlich ein Witz. Beethoven ist seit fast zweihundert Jahren tot. Ich habe an seinem Grab gestanden, auf dem Zentralfriedhof.


Zitat:
Ein merkwürdiger Scherz ist das, und geschmacklos dazu, dachte ich, und Ich sah nochmals hin. Diese Ähnlichkeit! Wir hatten, als ich noch ein Kind war, im Wohnzimmer das berühmte Portrait Beethovens hängen, das mit den wirren Haaren und dem finsteren Blick. Genauso, exakt genauso sah dieser Mensch aus, der in aller Ruhe hier auf der Bank saß und Beethoven nachäffte. Grotesk.


Was, zum Teufel, soll geschmacklos daran sein, einen auf Beethoven zu machen? Der Prota macht einen sehr aufgeregten Eindruck. Wie unsere Nachbarin, wenn sie Hundescheiße entdeckt ...

Zitat:
Ich ging weiter. Nein, so leicht lasse ich mich nicht provozieren. Soll doch jemand anderes sich herumärgern mit diesem – Mistkerl. Ich blickte noch einmal hinter mich. Beethoven hatte sich jetzt halb zur Seite gedreht, so dass ich ihn im Profil sah.
Er sah mehr wie Beethoven aus als je zuvor.


Zitat:
Ich horchte kurz in mich hinein – ich mache das oft, wenn ich mich ärgere, und es hilft mir, meine Situation besser einzuordnen. Ich merkte: Wenn ich jetzt einfach weitergehe, geht mir die Sache nicht mehr aus dem Kopf. Also: Ich stelle mich der Situation, packe den Stier bei den Hörnern.


Komplett überflüssige Gedankengänge. Will alles keiner wissen. Wenn der Prota das empfindet, dann muss das in der Handlung ersichtlich sein, und nicht in ermüdenden Erklärungen.

Den Stier bei den Hörnern...  Ist das nicht ein wenig arg abgedroschen? Im Normalfall klappe ich hier das Buch zu. Ein guter Autor ist verpflichtet, bessere Vergleiche zu erarbeiten.

Zitat:
Ich drehte mich um, nicht zu schnell, und ging gemächlich, aber bestimmt auf die Bank zu.

"Haben Sie etwas dagegen, wenn ich mich zu Ihnen setze?" fragte ich. Er blickte auf, etwas wie ein Lächeln flog über sein Gesicht. "Nein, nicht doch; nehmen sie Platz", antwortete er. Ich setzte mich.


Lass ihn halt dann lächeln, deinen Beethoven.

Zitat:
Auf dem Teich schwammen ein paar Enten und zankten sich um Brotstücke, die ein Kind hineingeworfen hatte. Ich war unschlüssig, was ich jetzt tun sollte. Vielleicht war die direkte Art die beste.


Zitat:
"Sie sehen aus wie Beethoven", sagte ich. Er drehte den Kopf zu mir und blickte mich ein paar Sekunden lang nachdenklich an.

"Ja", sagte er. "Ich bin Beethoven."

Schweigen. Was sollte ich mit dieser Antwort anfangen! Ich entschloss mich, auf das Spiel einzugehen.

"Sie sind tot", sagte ich.


"Sie sind tot" ist gut. Gefällt mir.

Zitat:
Er nickte. "Natürlich; das weiß jeder."

"Wie können Sie dann hier sitzen?", fragte ich.

"Ich habe Urlaub." Wieder dieses eigenartige Lächeln.

Ich wusste, dass Beethoven eher mürrisch, menschenscheu und unfreundlich gewesen war; diese verbindliche Art passte nicht zu ihm. Andererseits - mit dem Tod ändert sich manches.

"Und wieso hören Sie so gut?" hakte ich nach.


Und wieso hören Sie so gut? Eine anmaßende Frage! Ich würde antworten, dass du jetzt gehen darfst.

Zitat:
Diesmal sah sein Lächeln ein wenig schmerzhaft aus.
"Ach wissen Sie", sagte er, "mit dem Tod ändert sich manches".

Dem hatte ich nichts entgegenzusetzen. Ich schwieg.

Die Situation wurde unangenehm. Ich saß hier, hatte vorgehabt, ihn zu provozieren, das klappte nicht. Er saß gelassen da, schaute auf den See hinaus und zog an seiner Zigarette.


Dem hatte ich nichts entgegenzusetzen. Ich schwieg. --- Prima, dann schweig tatsächlich und lass den unnötigen Satz weg.

Zitat:
Ich brauchte eine Idee. Ich hatte mich selbst in diese Lage gebracht und kam mir wie ein dummer Junge vor. Beethoven - ich nannte ihn jetzt im Stillen so, weil es am einfachsten war - Beethoven kam mir nicht im Geringsten entgegen.

"Ihre Musik wird noch viel gehört", begann ich schließlich. Er nickte. "Ich weiß."


Ich möchte jetzt an der Stelle nicht weiter streichen, weil das in Dialogen nicht weiter nötig ist. Außer einzelne Wörter vielleicht. Insgesamt gesehen kann die Hälfte da raus.

Zitat:
Als ich nach Hause kam, war mein erster Weg zu meinem Plattenregal. Ich hatte ein schlechtes Gewissen. Immerhin hatte ich Beethoven ziemlich überheblich behandelt, und in mir begann plötzlich auch der Zweifel zu nagen, ob mein Urteil über die Violinsonaten nicht doch zu hart oder gar ungerechtfertigt sei. Ich habe die alte Gesamtaufnahme mit Grumiaux und Haskil noch auf Schallplatte, aber ich fand sie nicht; wahrscheinlich hatte ich sie meinem Kollegen Franz geliehen - er ist der Einzige, dem ich auch einmal einen meiner alten Vinyl-Schätze anvertraue.


Blau: Das möchte ich doch meinen.

Ich habe ein schlechtes Bild vom Prota. Er haut wohl mit seinem Wissen gern auf den Putz und wirkt überheblich, geschwätzig und empfindlich.

Und dem Autor muss ich wiederholt sagen, dass die ständigen Erklärungen mit all den anstrengenden Füllwörtern und so weiter, absolut ermüdend sind. Dein Fachwissen in Ehren --- aber ich werde als Leser irgendwie das Gefühl nicht los, hier etwas reingedrückt zu bekommen.

Auf einer Leiste von 1 - 10? Eine 3 oder 4, wegen dem Fachwissen und der recht guten Dialoge. Ansonsten alles zu geschwätzig und überladen.

Auf Wiederhören.
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Nemo
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BeitragVerfasst am: 17.12.2020 17:06    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Fred K. Linden,

die Geschichte musste für mich etwas warmlaufen, hat aber die Geduld belohnt. Da sind einige spritzige und heiter geschriebene Passagen drin, die Idee finde ich reizvoll und an den Dialogen gefällt mir die ironische Note. Auch das Thema hat mich interessiert. Ich bin zwar recht amusisch aufgewachsen, habe aber gerne etwas von deinem Text über Musik gelernt.

Wie meinem Jahrgangs-Kommilitonen von der SdS ist mir auch aufgefallen, dass der Erzählton mit "Geschwätzigkeit" gut beschrieben ist. Es gibt viele Stellen, die gestrafft oder gestrichen werden könnten. Einige Vorschläge hat Heribert schon gemacht.

Allerdings fällt es mir nicht ganz so leicht, den Rotstift anzusetzen. Mir scheint die Geschwätzigkeit an manchen Stellen nämlich gut den Erzähler zu charakterisieren. Bei manchen Sätzen ist mir aufgefallen, dass ihre inhaltliche  Schwäche allein nicht ausreicht, um sie zu streichen. Das ist dann der Fall, wenn sie zwar für sich genommen überflüssig sind, aber auf den sprachliche Formationskontext Auswirkungen haben, indem sie bspw. sinnvoll das Tempo oder die bildliche Sättigung verringern oder die Abläufe dehnen. Das heißt allerdings nicht, dass nicht auch ein inhaltlich werthaltigerer oder originellerer Einschub das leisten könnte. Es heißt nur, dass sie für den Kontext nicht ganz so unbedeutend sind wie für sich selbst genommen. Vor allem würde ich bei den Streichungen berücksichtigen, inwiefern sich das auf die Balance von äußerer und innerer Handlung auswirkt. Wird bei letzterer zu viel gespart, könnte sich der unangenehme Eindruck der Oberflächlichkeit einschleichen oder eine Distanz zum Protagonisten entstehen. Das will aber gut geprüft sein, aber sollte auch geprüft werden, weil auch aus meiner Sicht einiges gestrafft werden könnte. Als Beispiel nehme ich mal den Anfang, den ich persönlich so kürzen würde:

Zitat:
Neulich traf ich Beethoven, und ich wollte, es wäre nie geschehen. Ich weiß, es klingt verrückt, und Sie werden mir nicht glauben wollen – lassen Sie mich die ganze Geschichte erzählen.

Ich spazierte durch den Schlossgarten, das mache ich Dienstag nachmittags oft – es ist mein freier Nachmittag, und ich liebe die Atmosphäre dort. Es sind nicht zu viele Leute unterwegs, und dennoch ist es nicht ganz einsam; genau das Richtige, dass ich mich entspannen kann.


Den Satz "Ich weiß, es klingt verrückt, und Sie werden mir nicht glauben wollen" würde ich stehen lassen, weil er Spannung aufbaut. Ich erfahre hier, mich erwartet eine verrückte Geschichte und die Unterstellung, dass ich das nicht glauben werde, fordert mich als Leser heraus. "Lassen Sie mich die ganze Geschichte erzählen" würde ich streichen, weil ich das als Leser ohnehin erwarte und darauf auch keinen Einfluss habe.

Dass es Dienstag ist, hat keine Auswirkungen auf die Geschichte, weshalb ich diese Information für verzichtbar halte. Dass der Schlossgarten moderat besucht ist, finde ich für die Vorstellung des anschließenden Dialogkontextes hingegen wieder relevant.

Dieser Ich-Erzähler ist nicht nur Stimme, sondern zugleich literarische Figur in der Geschichte, was die Aufmerksamkeit umso mehr auf seinen Charakter, seine Motive und seine Wandlung lenkt. Es ist deshalb legitim, dass der Leser sich fragt, wem und warum der Ich-Erzähler überhaupt von seinem Erlebnis berichtet. Ein zurückhaltender Erzähler, der nicht im Mittelpuntk der Aufmerksamkeit als literarischer Charakter steht, kommt um diese Frage meist herum. Oft wird sie durch die Skizze einer Rahmenhandlung gelöst, die einen Bogen ermöglicht. Als ich das Ende der Geschichte gelesen habe, konnte ich mir sehr gut vorstellen, dass er sein Erlebnis gar nicht mir als Leser erzählt, sondern für Franz, Wilhelm oder den Plattenhändler schildert, wenn sie ihn fragen, wie er zur Annahme kommt, Beethoven hätte Violinsonaten geschrieben. Aber das ist nur eine Idee, wie man mehr Beziehung zwischen Form und Inhalt herstellen könnte. Die dreistufige Erkenntnis zum Ende hin würde ich allerdings eher zu einer Stufe zusammenfassen oder wenigstens nicht szenisch ausarbeiten, sondern narrativ straffen. Hierin schließe ich mich Justadreamer gerne an. Die Protagonistenentwicklung finde ich sehr gelungen. In gewissem Sinne erhält er die ironische Quittung dafür, dass er fachlich so sehr von sich selbst eingemommen und geschwätzig war. Wie viele große Werke sind nicht entstanden, weil Kritiker zu energisch geurteilt haben? Im Übrigen nehme ich das auch gerne als unterschwelligen Meta-Appell an die Besprechung deines Textes mit. Deshalb schließe ich damit ab, dass ich mich freue, den Text gelesen zu haben.

Mit besten Grüßen
Nemo


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Heribert
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BeitragVerfasst am: 17.12.2020 19:54    Titel: Antworten mit Zitat

Nemo hat eine andere Auffassung von Streichungen. Das ist gut so. Sind anders als meine, aber genauso nützlich. Kein Wunder, dass Politiker von Rang einen größeren Berater-Stab haben.

Viel Vergnügen beim gnadenlosen Zusammenstreichen.
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Nemo
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BeitragVerfasst am: 17.12.2020 20:21    Titel: Antworten mit Zitat

Heribert hat Folgendes geschrieben:
Kein Wunder, dass Politiker von Rang einen größeren Berater-Stab haben.

Drei Experten, vier Meinungen lol
Aber das macht ja gerade den Spaß und die Qualität eines solchen Forums aus.


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Heribert
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BeitragVerfasst am: 17.12.2020 20:55    Titel: Antworten mit Zitat

wink
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BeitragVerfasst am: 25.01.2021 03:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Fred K. Linden,

ich hoffe, du liest noch mit. Ich habe mich gerade erst neu angemeldet und kann zum Thema klassische Musik nicht den Mund halten. Wink

Frage vorab: Warum heißt die Kurzgeschichte "Beethovens Geige"? Um die geht es doch eigentlich gar nicht? Er hat ja schließlich auch ein Violinkonzert geschrieben und einige weitere Werke für Solovioline und Orchester. Beethovens Geige verschwindet also nicht, wenn seine Violinsonaten verschwinden.

Die Idee für die Geschichte finde ich super und die Umsetzung auch. Einige Dinge bezüglich Orthographie und evtl. überflüssigen Sätzen/Satzteilen wurden schon kommentiert, denen ich mich im Großen und Ganzen anschließe.

Allerdings würde ich nicht ganz so weit gehen wie Heribert. Die Geschwätzigkeit (in gewissen Grenzen vielleicht) gefällt mir, sie ist Teil der Charakterisierung des Prota, ebenso wie sein Fachsimpeln. Der Prota ist mir nicht sympathisch, aber das soll er wohl auch nicht unbedingt sein. Und er bekommt am Ende die Quittung für seine Selbstgefälligkeit und Angeberei. Was für mich von der Geschichte bleibt: Beethoven, der Kreative, der sich Kritik zu Herzen nimmt und umsetzt, ist eine sympathischere und vorbildlichere Figur als der Prota, der selbst nicht kreativ ist, aber ständig am Werk anderer herumkritisiert ... Wink

Danke, hat Spaß gemacht!
S.
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Jarandrel
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BeitragVerfasst am: 25.01.2021 13:27    Titel: Antworten mit Zitat

Eigentlich wollte ich den Text gar nicht lesen, obwohl mich Titel und Einordnung angesprochen hatten. Und zwar wegen der flatterhaften einzelnen Zeilen. Das erschwert für mich die Lesbarkeit enorm, wenn der Text derartig zerrissen wird.

Inhaltlich kann ich gar nicht so viel sagen, weil mir die Fachkenntnisse fehlten, um dem Gespräch noch zu folgen. Insofern fand ich es dann auch nicht mehr witzig, ich habe mich dumm gefühlt.

Gefallen hat mir die Pointe am Schluss. Die habe ich verstanden. lol2
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