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Werden die klassischen Verlage sterben?

 
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Hans60
Geschlecht:männlichSchmierfink

Alter: 59
Beiträge: 58
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 15.11.2020 15:10    Titel: Werden die klassischen Verlage sterben? eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich weiß nicht ob meine Frage noch berechtigt ist, hat das Zeitalter des Internetzes doch gezeigt, dass die am Anfang schon abgeschriebenen Taschenbücher und Bücher heute boomen, wie nie zu vor.

In Zeiten eines neuen Bewusstseins, scheint mir meine Frage aber wieder berechtigt, denn es ist nun mal sehr viel Umwelt und Ressourcen schonender ein eBook auf seinen Rechner, Tablet oder Kindle zu laden, als ein Taschenbuch zu bestellen.

Werden die klassischen Verlage also verschwinden und von reinen Selfpublishern verdrängt werden, die dann konsequenter weise nur noch eBooks anbieten?

Was meint ihr?

LG

Hans
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Ralphie
Geschlecht:männlichForenonkel

Alter: 67
Beiträge: 4953
Wohnort: 50189 Elsdorf/Rhld.
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BeitragVerfasst am: 15.11.2020 15:27    Titel: Antworten mit Zitat

In Anbetracht der Tatsache, dass die klassischen Verlage ihre Autoren nur über den Tisch ziehen wollen, ist es nur verständlich, dass diese Dinosaurier aussterben.

_________________
LG
Ralphie
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Hans60
Geschlecht:männlichSchmierfink

Alter: 59
Beiträge: 58
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 15.11.2020 15:37    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ralphie hat Folgendes geschrieben:
In Anbetracht der Tatsache, dass die klassischen Verlage ihre Autoren nur über den Tisch ziehen wollen, ist es nur verständlich, dass diese Dinosaurier aussterben.


Ja das scheint wohl so zu sein, wie man ja hier im Forum an den Diskussionen sieht.  ( Bin ich als Sellfpublisher reinsten Wassers zum Glück außen vor. ) Also zumindest das über den Tisch ziehen scheint bei den Verlagen ja Methode zu haben. Ob die Verlage deshalb sterben werden, bleibt die Frage.

LG

Hans
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Beka
Geschlecht:weiblichBücherwurm


Beiträge: 3264



BeitragVerfasst am: 15.11.2020 17:23    Titel: Antworten mit Zitat

Die klassischen Verlage veröffentlichen ja nun nicht nur auf Papier, sondern auch E-Books und die laufen gut. warum also sollten sie aussterben?
Dass Verlage ihre Autoren über den Tisch ziehen, kann ich nicht unterschreiben. Er werden Garantiehonorare im vier- (Midlist Autor) und fünfstelligen (Spitzentitel) Bereich bezahlt und zumindest ich (Midlist)kann mich über die Tantiemenabrechnung nicht beschweren. Dafür muss ich, außer schreiben, nichts tun. Ich glaube nicht, dass ich als SP so viele Leser erreicht hätte, wie als Verlagsautorin. Kann am Genre liegen, historische Romane laufen im SP nicht so gut, Romance, Thriller und Erotik eher, aber die Konkurrenz ist in diesen Genres auch sehr groß.


_________________
*Die Sehnsucht der Albatrosse* (Aufbau TB)
*Das Geheimnis des Nordsterns* (Aufbau TB)
*Die Tochter der Toskana* (Aufbau TB)
*Das Gutshaus in der Toskana* (Aufbau TB)
*Sterne über der Toskana* (Aufbau TB)
*Tage des Aufbruchs* (Tinte & Feder)
*Der Himmel über Amerika - Rebekkas Weg* (Aufbau TB 2021)
*Der Himmel über Amerika - Esthers Entscheidung* (Aufbau TB 2021)
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MarkusM
Geschlecht:männlichLeseratte

Alter: 48
Beiträge: 106



BeitragVerfasst am: 15.11.2020 17:33    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn die Verlage sich sehr genau anschauen, wie zuerst der Audiomarkt und dann Film und TV umgekrempelt wurden und selbst früh genug auf E-Books umschwenken... haben Sie eine realistische Chance.

Ein Verlag bietet dem Autor doch viele Leistungen, die jemand als SP entweder selbst erledigen oder eben teuer hinzukaufen muss.

Und solange es Spotify, Amazon Music (unlimited) und Apple Music Formate. Nicht für Literatur gibt (Kindle Unlimited hat zwar einiges an Auswahl, trotzdem ist es nicht äquivalent zu den musikstreamingdiensten), ist der Druck auf die Autoren nicht so groß wie z.B. auf Musiker. Selbst wenn E-Books illegal angeboten werden, die Dimensionen sind ganz andere als seinerzeit bei der Musik.
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Hans60
Geschlecht:männlichSchmierfink

Alter: 59
Beiträge: 58
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 15.11.2020 18:12    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Beka hat Folgendes geschrieben:
Die klassischen Verlage veröffentlichen ja nun nicht nur auf Papier, sondern auch E-Books und die laufen gut. warum also sollten sie aussterben?
Dass Verlage ihre Autoren über den Tisch ziehen, kann ich nicht unterschreiben. Er werden Garantiehonorare im vier- (Midlist Autor) und fünfstelligen (Spitzentitel) Bereich bezahlt und zumindest ich (Midlist)kann mich über die Tantiemenabrechnung nicht beschweren. Dafür muss ich, außer schreiben, nichts tun. Ich glaube nicht, dass ich als SP so viele Leser erreicht hätte, wie als Verlagsautorin. Kann am Genre liegen, historische Romane laufen im SP nicht so gut, Romance, Thriller und Erotik eher, aber die Konkurrenz ist in diesen Genres auch sehr groß.


Danke für deine kompetente Meinung Beka. Daumen hoch²

Hans
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Beckinsale
Geschlecht:männlichKlammeraffe

Alter: 61
Beiträge: 630
Wohnort: Winnert


BeitragVerfasst am: 15.11.2020 19:59    Titel: Antworten mit Zitat

Die Antwort ist: Nein.

Und der ökologische Fußabdruck eines E-Books in der laufenden Vermarktung ist um Klassen übler als die eines Printbuches.

My.


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| p.machinery Michael Haitel
| Norderweg 31 · DE-25887 Winnert
| Mitglied im Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS)
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Michel
Geschlecht:männlichExposéadler

Alter: 48
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Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
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BeitragVerfasst am: 15.11.2020 20:37    Titel: Antworten mit Zitat

Wow. Hast Du einen Link? Das interessiert mich.

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Ab November 2019 im Handel: "Shevon", erster Band der Flüchtlings-Chroniken
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Gerling
Geschlecht:männlichReißwolf

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Beiträge: 1974
Wohnort: Braunschweig


BeitragVerfasst am: 15.11.2020 21:24    Titel: Antworten mit Zitat

Nein.

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Abari
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Alter: 39
Beiträge: 1365
Wohnort: ich-jetzt-hier


BeitragVerfasst am: 15.11.2020 22:36    Titel: Antworten mit Zitat

Warum sollten sie aussterben? Es gibt noch genug AutorInnen, die zu Recht auf Verlage vertrauen. Das sind versierte Wirtschaftsunternehmen, die neben Lektorat und funktionierenden Vertriebsstrukturen persönliche Betreuung und Druckanlagen zu bieten haben. Sie entlasten und schützen die AutorInnen ungemein. Es sei unbenommen, dass SPler ihre Produkte anbieten, aber man muss eben rechtlich einiges beachten und auf die eigne  Kappe nehmen. Das wird sonst von einem Verlag übernommen, vom wirtschaftlichen Risiko einer größeren Auflage ganz zu schweigen.

Ich denke auch nicht, dass das "Erlebnis Buch" verschwinden wird. Trotz aller Unkenrufe konnte es sich gegen Radio, Fernsehen und Internet behaupten. Der Markt ist kleinteiliger und unübersichtlicher geworden, aber längst nicht aufgegeben. Daran wird auch das E-Book mit seiner relativen Haltbarkeit nichts ändern. Ein gut gedrucktes Buch ist mMn schlichtweg nachhaltiger (geschätzte Nutzungsdauer ca. 250 Jahre). Es gibt so gut wie keine Bedienfehler und gut aussehen tut es idR auch noch.

Natürlich ist ein Buch behäbiger als ein E-Book Aber es ist eben auch ein Zeuge. Und zumindest in der Belletristik dürfte sich die Frage nach wissenschaftlicher Nachhaltigkeit in Grenzen halten, sofern man von ihrer Relevanz als Quelle für wissenschaftliche Betrachtungen absieht.


_________________
Das zeigt Dir lediglich meine persönliche, höchst subjektive Meinung.
Ich mache (mir) bewusst, damit ich bewusst machen kann.

LG
Abari
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Maunzilla
Klammeraffe


Beiträge: 794



BeitragVerfasst am: 15.11.2020 23:35    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube nicht, daß Verlage so bald aussterben werden. Genauso wenig wie das Fernsehen die Lichtspieltheater hat aussterben lassen (oder die klassischen Theater). Auch das Fernsehen gibt es noch, ja sogar Zeitungen, auch wenn letztere gerade sehr in Bedrängnis kommen.

Das Ebook wird gedruckte Bücher nicht verdrängen, weil die meisten Leute nicht auf einem Display lesen wollen. (Der Ebook-Markt stagniert bei ca. 11-15%)

Verlage braucht es, weil die meisten Autoren nicht in der Lage sind, ihre Produkte selber zu vermarkten, da dies viel Geld und Aufwand kostet, den die Verlage sich leisten können, weil sie viele Titel zugleich vermarkten, und so Kosten sparen.
Für den Leser besteht das Problem, daß neben 100'000 Verlagsausgaben noch mehrere Millionen selbst publizierte Texte existieren. Wer soll da den Überblick haben?


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"Im Internet weiß keiner, daß du eine Katze bist." =^.^=
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Beckinsale
Geschlecht:männlichKlammeraffe

Alter: 61
Beiträge: 630
Wohnort: Winnert


BeitragVerfasst am: 16.11.2020 07:00    Titel: Antworten mit Zitat

Michel hat Folgendes geschrieben:
Wow. Hast Du einen Link? Das interessiert mich.


Nein. Aber es sind logische Überlegungen. Schon der Fußabdruck der Computerherstellung ist eher übel (Rohstoffgewinnung, Verarbeitung, letztlich auch Entsorgung des Schrotts; und hier spielen weniger unsere Kisten eine Rolle, als die Serverfarmen und Rechenzentren), vom Stromverbrauch (nicht nur bei uns auf dem Schreibtisch, sondern weltweit; je nach Quelle liegt das Internet auf Platz 5 oder 6 der größten Stromverbraucher in der Welt) ganz zu schweigen.

Das heutige "Ökodenken" - ich benenne es absichtlich mal ein wenig (!) abwertend, weil eines der Kennzeichen auch (!) ist, dass man es sich als "Ökodenker" gerne einfach macht - verleitet dazu, die E-Book-Produktion als ökologisch günstiger zu betrachten, weil keine Bäume sterben. Aber abgesehen davon, dass Papier heute nicht mehr nur aus Bäumen produziert wird, ist es ökologisch tatsächlich sinnvoller, Papier zu bedrucken, statt E-Book-Reader zu füttern.

Am Ende sind alle Überlegungen solcher Art eigentlich unsinnig. Der (Buch-) Markt juckt sich nicht an ökologischen Fragen, sondern am persönlichen Geschmack, an persönlichen Vorlieben. Während Vegetarier und Veganer auf dem Vormarsch scheinen - was auch nicht stimmt, es geht auch hier um den Mix -, lieben die Haptiker ihr Papierbuch und die Rückenlahmen ihr E-Book nicht nur auf Reisen. Aber ich halte es für wichtig, sich nicht dem Wunschdenken hinzugeben, E-Books seien besser als Bücher aus Papier. Damit führt man sich selbst in die Irre.

My.


P.S.: Ich bin Verleger. Ich verlege mit großer Vorliebe Papierbücher - und mache auch die zugehörigen E-Books. Wenn man es genau nimmt, bin ich also Verbrecher in den Läden zweier Juweliere :)


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Nina C
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BeitragVerfasst am: 16.11.2020 07:03    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube auch nicht ans Aussterben, ich denke, es hat sich eingependelt. Manche bevorzugen so, manche so, andere als Hybridleser je nach Genre oder Situation. Ich sehe da auch nur noch relativ wenig Bewegung, E-Books gibt es ja nun auch lange genug. Persönlich lese ich nie E-Books, aber alles was ich in SP mache, gibt es als E-Book und alles was länger als 100 Seiten ist auch als Print. Verkauft sich beides gleich (nämlich eher nicht Very Happy ).

„Über den Tisch ziehen“ würde ich so nicht sagen, denn es ist eine Menge Dienstleistung dabei, das ist schon respektabel. Die Höhe der Tantiemen am Gesamtanteil finde ich jedoch beklagenswert niedrig, da ginge meiner Ansicht nach wesentlich mehr. Schreiben ist schließlich Arbeit und Arbeit sollte fair bezahlt werden. Es ist zwar schön, dass Autoren großer Verlage ab Midlist auch gut verdienen, aber es sollte auch für alle anderen ausreichend sein. Schließlich können schlechte Verkaufszahlen von verschiedenen Aspekten abhängen – trotzdem kann der Verlag dem Lektor, Coverdesigner, Drucker, Buchhändler ... nicht sagen „dumm gelaufen, diesen Monat gibt’s eben nur 50 Cent die Stunde, schau selbst, wie du deine Miete zahlst“. hmm
Aber das sind nur meine 5 Cent. Smile

Liebe Grüße

Nina


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Beckinsale
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BeitragVerfasst am: 16.11.2020 07:06    Titel: Antworten mit Zitat

@ Abari:

Zur "relativen Haltbarkeit" von E-Books sei zu erwähnen: Du hast ganz recht, wenn du diese "relativ" siehst. Denn die zukünftige Nutzung von E-Books ist von der Geräteplattform abhängig. Verschwindet diese, wird es problematisch(er bis unmöglich), die E-Books noch zu lesen. Das ist ein altes Problem von Back-ups, die man im IT-Bereich macht: Datenbänder, die man vor 10 bis 15 Jahren bespielt hat (und die so ordentlich gelagert wurden, dass die Daten auch noch in Ordnung sind), sind heute unter Umständen nicht mehr nutzbar, weil die Bandlaufwerke nicht mehr existieren. (Weshalb man in der IT nicht nur Back-ups von den Daten macht, sondern auch Back-ups der Lesegeräte vorhält.)

Bei einem gedruckten Buch hat man das Problem nicht. Dafür andere, z.B. die Haltbarkeit (vulgo: Säurebeständigkeit) von Papier.

My.


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Nina C
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BeitragVerfasst am: 16.11.2020 07:07    Titel: Antworten mit Zitat

Ach ja, bezüglich ökologischer Fußabdruck mal ganz neutral:

https://www.sueddeutsche.de/kultur/literatur-e-book-reader-energieverbrauch-klimakrise-1.4701354

https://www.studibuch.de/magazin/digital-vs-gedruckt-wie-oekologisch-sind-ebook-reader/

Nur flott recherchiert, gibt dazu natürlich mehr. Smile

Nina


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Beckinsale
Geschlecht:männlichKlammeraffe

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Wohnort: Winnert


BeitragVerfasst am: 16.11.2020 08:01    Titel: Antworten mit Zitat

Nina C hat Folgendes geschrieben:
Ach ja, bezüglich ökologischer Fußabdruck mal ganz neutral:
https://www.sueddeutsche.de/kultur/literatur-e-book-reader-energieverbrauch-klimakrise-1.4701354
https://www.studibuch.de/magazin/digital-vs-gedruckt-wie-oekologisch-sind-ebook-reader/
Nur flott recherchiert, gibt dazu natürlich mehr. :-)
Nina


Danke. Wobei es ein Satz aus dem studibuch.de-Beitrag wohl gut trifft: "Auch wenn man in solchen Rechnungen natürlich nie alle Faktoren berücksichtigen kann, ..." :)

My.


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Klemens_Fitte
Geschlecht:männlichSpreu

Alter: 38
Beiträge: 2326
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 16.11.2020 08:58    Titel: Antworten mit Zitat

Man sollte bedenken, dass hier (in den Links) die Herstellung(/Nutzung) eines E-Book-Readers mit der eines Printbuchs verglichen wird. Und wenn ich mich nicht irre, bin ich auch bei der Herstellung eines Printbuchs auf Computer und elektronische Datenübertragung angewiesen – ich denke nicht, dass heute noch allzu oft mit Winkelhaken und Setzschiffen gearbeitet wird.

Was für ein Datenvolumen brauche ich, um ein E-Book auf einen Reader zu laden? Welche Ressourcen werden verbraucht, bis ein Printbuch vom Computer des Verlegers bis in mein Wohnzimmer kommt?

Disclaimer: Ich habe einen uralten E-Book-Reader, den mir ein Freund überlassen hat, und den nutze ich ausschließlich zum Lesen von Manuskripten. Bei meinen eigenen Veröffentlichungen verzichte ich mittlerweile auf E-Book-Versionen. Ich liebe Printbücher. Und würde trotzdem nie behaupten, der ökologische Fußabdruck eines (!) E-Books (wohlgemerkt nicht: eines E-Book-Readers) sei um Klassen (!) übler als der eines Printbuchs.

Vorhin hab ich ganz woanders und in ganz anderem Kontext einen ziemlich treffenden Satz gelesen:
Zitat:
Extraordinary claims require extraordinary evidence.


_________________
100% Fitte

»Es ist illusionär, Schreiben als etwas anderes zu sehen als den Versuch zur extremen Individualisierung.« (Karl Heinz Bohrer)
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Rodge
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 624
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 16.11.2020 10:10    Titel: Antworten mit Zitat

Diese Rechnerei ist doch Quatsch. Die meisten Printbücher werden doch auch mit PC erstellt (wollen wir doch mal hochaddieren: Alle PC´s bei Lektoren und Verlag, wo das Buch geladen wird, die Druckerei, der Layouter, der Cover-Designer, die Stock-Photo-Produzenten...). Auch werden nicht alle ebooks auf einem Reader gelesen und nicht alle Reader wurden als ebook-Reader gekauft (mein Tablet z. B. ersetzte in erster Linie die gedruckte Zeitung und ich lese auch Bücher mittlerweile fast nur noch darauf).

Wer also eine Rechnung aufstellen will, muss alles in die Wagschale werfen, nicht nur die Zahlen, die die eigene Argumentation stützen.
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MarkusM
Geschlecht:männlichLeseratte

Alter: 48
Beiträge: 106



BeitragVerfasst am: 16.11.2020 12:13    Titel: Antworten mit Zitat

Rodge hat Folgendes geschrieben:
Diese Rechnerei ist doch Quatsch. Die meisten Printbücher werden doch auch mit PC erstellt (wollen wir doch mal hochaddieren: Alle PC´s bei Lektoren und Verlag, wo das Buch geladen wird, die Druckerei, der Layouter, der Cover-Designer, die Stock-Photo-Produzenten...). Auch werden nicht alle ebooks auf einem Reader gelesen und nicht alle Reader wurden als ebook-Reader gekauft (mein Tablet z. B. ersetzte in erster Linie die gedruckte Zeitung und ich lese auch Bücher mittlerweile fast nur noch darauf).

Wer also eine Rechnung aufstellen will, muss alles in die Wagschale werfen, nicht nur die Zahlen, die die eigene Argumentation stützen.


Die Diskussion gibt es ja auch beim Streaming von Filmen und Serien (wobei Blu Rays und DVDs definitiv nicht die Haltbarkeit von Büchern haben und ebenfalls nicht ohne Trägerrsystem laufen).


Der große Vorteil des Buches ist und bleibt: es funktioniert ohne weitere Hilfe (vielleicht eine Brille für den Leser, dass Problem könnte man beim E-Book Reader umgehen, indem man die Schrift größer einstellt).

Aber nach dem eigentlichen Verkauf ist das gedruckte Buch neutral.

E-Books benötigten Elekrizität (und je nach Dienst eine beachtliche, dahinterliegende Infrastruktur).

Ich traue mir kein abschließendes Urteil zu, vermute aber, dass das Papierbuch besser abschneidet (vorausgesetzt es wird auch immer wieder gelesen). Wenn ich mir aber so manchen Inhalt von öffentlichen Büchercshränken anschaue, werden viele Bücher die oben erwähnten 200 Jahre nicht erreichen.


Aber für die Verlagsfrage ist das unerheblich, die können auf beide Wege veröffentlichen. Für mich als angehender Autor ist das E-Book halt eine kostengünstige Möglichkeit.
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Rübenach
Geschlecht:männlichExposéadler


Beiträge: 2601



BeitragVerfasst am: 16.11.2020 12:27    Titel: Antworten mit Zitat

Selbst wenn man der Prämisse folgt, dass E-Books ökologisch besser seien als gedruckte Bücher (auf den gesamten Markt bezogen, nicht auf den individuellen Leser), dann ist immer noch fraglich, ob die Schlussfolgerungen, die OP daraus zieht, richtig sind.

Wenn es stimmen würde, dass dich die ökologisch bessere Variante am Markt durchsetzt, dann gäbe es keinen innerstädtischen Autoverkehr mehr, sondern eine Mischung aus Fahrradverkehr und ÖPNV.

Wenn sich E-Books tatsächlich durchsetzen, wieso sollten deshalb die klassischen Verlage verschwinden?


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"Nothing bad can happen to a writer. Everything is material." (Philip Roth)
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Taranisa
Geschlecht:weiblichReißwolf

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Beiträge: 1371
Wohnort: Frankenberg/Eder


BeitragVerfasst am: 16.11.2020 13:18    Titel: Antworten mit Zitat

Solange ein Produkt (hier: Buch) nachgefragt wird, benötigt es Hersteller (hier: Verlag, SPler). Die klassischen Verlage sterben nicht, weil die Kundschaft sich öfter für ein bestimmtes Format des Produkts entscheidet. Ich frage mich eher,  was das für die kleineren Buchhandlungen  bedeutet. Nicht alle bieten E-Books an, bzw. wissen viele Käufer nicht, dass "ihre" Buchhandlung so etwas anbietet, und kaufen deshalb ihre E-Books nicht dort.
Die einzige Konkurrenz für Verlage sind SPler, die (neben den sonstigen Aufgaben eines Verlags) fit im Bereich Marketing sind, die wissen, wie sie ihr Produkt an die Käuferschaft bringen und daher keinen Verlag benötigen.


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"Henkersweib", Burgenwelt Verlag, ET 12/18
"Die Ehre des Henkersweibs", Burgenwelt Verlag, ET 12/20
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Nina C
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BeitragVerfasst am: 17.11.2020 05:58    Titel: Antworten mit Zitat

@Klemens_Fitte
Es ist zwar richtig, dass für die Buchherstellung Computer benötigt werden, aber eben nur einer für unglaublich viele. Der Reader dagegen gehört einer Privatperson, damit ist die Anzahl Bücher begrenzt. Das dürfte dann schon um den Faktor 10k mehr sein, da ist ein Computer zur Herstellung für die Ökobilanz eines Buchs nicht mehr wirklich relevant. Hinzu kommt, dass er im Betrieb Strom verbraucht, das Buch aber nicht. Ich denke, das ist dabei gemeint. Aber wie Beckinsale schon korrekt zitierte – ein paar Unwägbarkeiten sind immer dabei.
Persönlich halte ich Bücher schlicht wegen der Haltbarkeit für ökologischer. Meine ältesten Bücher sind über 100 Jahre alt. Und was ich nicht behalte, kann ich erneut verkaufen oder auch spenden.

Alles Liebe

Nina


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