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Elena
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 79
Beiträge: 168
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 05.11.2020 08:43    Titel: Auf Nummer Sicher eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Die Nächte träumelos, ich trag sie schwer.
Die Welt steht still, der Tag zerfällt zu Staub.
Und die Gedanken gehen kreuz und quer.
Die Wände um mich her so leer, so taub.

Wie gut, dass vor dem Fenster Himmel ist,
dass Wolken ziehen und ich weiß: Ich bin.
Ich spür nicht, dass mich irgendwer vermisst,
vielleicht liegt sogar darin der Gewinn.

Sie läuft, die Uhr, die mir die Stunde nennt.
Man stirbt, es stirbt sich schnell in dieser Zeit,
ich fühl, dass meine Uhr für mich auch rennt.
Ich seh hinaus: Der Himmel. Ach, so weit.

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findling
Schmierfink


Beiträge: 98



BeitragVerfasst am: 05.11.2020 10:49    Titel: Re: Auf Nummer Sicher Antworten mit Zitat

Elena hat Folgendes geschrieben:
: Der Himmel. Ach, so weit.


Nein, in Dir, Du selbst mit uns.
https://m.youtube.com/results?search_query=empirische+jenseitsforschung
🌻
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Nina
Geschlecht:weiblichDichterin


Beiträge: 4850



BeitragVerfasst am: 05.11.2020 11:01    Titel: Re: Auf Nummer Sicher Antworten mit Zitat

findling hat Folgendes geschrieben:
Elena hat Folgendes geschrieben:
: Der Himmel. Ach, so weit.


ich glaube, es ist gemeint:
der himmel ist so weit
im sinne von weite
nicht weit entfernt
sondern weit offen
und groß

und wo ich gerade hier bin ...

liebe elena,

ich hatte es auch schon gelesen und dann erst mal meinen kaffee getrunken. guten morgen.
es ist ein schönes und trauriges gedicht auch. eine empfundene trostlosigkeit findet hier ausdruck, zumindest lese ich es so, wenn es heißt "die welt steht still, der tag zerfällt, die wände leer und taub.
das klingt wirklich beschwerlich. ich möchte hingehen und die fenster aufreißen, frische luft ins zimmer lassen. ja. die bedrückung ist spürbar.

ja, wie gut, dass vor dem fenster himmel ist. aber auch, wie findling das schreibt, ist der himmel in dir. und das ist auch ein sehr schöner, weiter himmel! und hell ist der auch! auch wenn sich gerade vielleicht ein paar wölkchen davor geschoben haben.
aber eigentlich wollte ich ja am text bleiben. also gut ...
berührende und bewegende zeilen, wenn du schreibst:
"Ich spür nicht, dass mich irgendwer vermisst,"
was vielleicht mit der "verordneten isolation" auch zu tun hat.
und dann heißt es:
vielleicht liegt sogar darin der Gewinn.
ja, vielleicht gibt es sogar gutes darin, dass man nicht vermisst wird. denn das heißt auch, jeder ist bei sich und mit sich und sorgt für sich. was nicht heißt, dass nicht ein anderer in den gedanken oder im herzen sein kann. und was nicht heißt, dass man nicht dennoch vermisst wird.
ich schaue immer, ob du ein neues gedicht eingestellt hast. siehst du. quod erat demonstrandum.

in der letzten strophe dann kulminiert alles zum äußersten. die trostlosigkeit findet hier zu gedanken an den tod und die eigene vergänglichkeit. so schnell stirbt es sich nicht, zum glück. ich bin jedenfalls/beispielsweise froh, dass du da bist, dass du gedichte schreibst und dass es dich gibt.

liebe grüße
nina


_________________
Liebe tut der Seele gut.
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Elena
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 79
Beiträge: 168
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 05.11.2020 15:32    Titel: Auf Nummer Sicher pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe Nina,

im Grunde bin ich ein ganz fröhlicher Mensch, ich lache gern, ich mache gern Scherze, ich lache auch bei verunglückten Witzen, ich bin überhaupt nicht pessimistisch, nach der Devise "Lachen, auch wenn es wehtut". Dieses Gedicht aber habe ich während des ersten Lockdowns geschrieben. Vielleicht hätte ich irgendwie das Wort Lockdown unterbringen sollen, dann wäre es klar gewesen, worum es geht. In dieser Zeit habe ich nur fremde Leute gesehen, und das nur dann, wenn ich einkaufen ging oder mit der Straßenbahn zum Arzt fuhr. Ansonsten war ich allein, meine Söhne durften ja nicht kommen. Mir hätte sonstwas passiert sein können, und ich gehöre ja aufgrund meines Alters zur Risikogruppe (ich bin jetzt im 80. Lebensjahr), "um die man sich besonders kümmern wollte", angeblich. Nun weiß ich natürlich, dass es nicht nur mir so ging, und ich bin keine Jammergrete. Stell dir vor, sie haben die alten, todkranken Leute in den Heimen allein sterben lassen, ohne sich von irgend jemand aus der Familie verabschieden zu können, barbarisch! Und das alles, um, wie Merkel den Lockdown begründet hatte, die Intensivbetten nicht zu überlasten, gilt auch für den gegenwärtigen zweiten Lockdown. Welch Menschenverachtung. Und sie wissen, was sie tun.

Ich habe einfach mal aufgeschrieben, wie ich mich fühlte. Und da ich auch nicht mehr gesund bin, kamen mir schon Gedanken an den Tod, deshalb die Anspielung in der letzten Strophe. Denn wenn ich Corona gekriegt hätte, wer weiß, ich hätte es wohl nicht überstanden. Nun denke ich, optimistisch wie ich bin, ich überlebe auch noch das Virus, trotz aller Angstmacherei. Ich habe mich von der anfänglichen Angst völlig befreit. Das Gedicht ist für mich ein Zeitdokument. In jüngerer Mensch kann sich da vielleicht nicht so recht einfühlen, er denkt vielleicht, er lebt ewig und wird nie alt.

Das ist eigentlich das, liebe Nina, was ich zu diesem Gedicht zu sagen hätte. Und nun warten wir mal ab, wann der dritte Lockdown kommt.  In diesem Sinne

bis dann, und liebe Grüße, Elena








 


Inzwischen habe ich mich an meine Einsamkeit gewöhnt.
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Nina
Geschlecht:weiblichDichterin


Beiträge: 4850



BeitragVerfasst am: 07.11.2020 11:19    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Elena,

ja, ich hatte schon einen Bezug zu Corona gezogen bzw. dem Lockdown, wußte jetzt allerdings nicht, dass es um den ersten (hier) ging, aber im Grunde ist das Gedicht ja auch auf den zweiten übertragbar.
Es ist eine belastende Zeit, definitiv, und die ganzen Ein-und Beschränkungen wühlen auf und bringen nicht nur Verzweiflung, sondern auch viel Wut und Trotz. Gedanken an den Tod gehören definitiv dazu, sei es, dass es um den (möglichen) Tod eines anderen Menschen oder den eigenen geht. Denn darum dreht sich ja augenblicklich vieles.
 Ich weiß auch noch nicht was wird, irgendwie muss man jetzt durch die Zeit kommen. Ich finde derzeit auch einiges sehr schwierig. Halt die Ohren steif, liebe Elena.

LG
Nina


_________________
Liebe tut der Seele gut.
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Sternwunde
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen


Beiträge: 27



BeitragVerfasst am: 26.11.2020 23:24    Titel: Antworten mit Zitat

Wunderschön, Deine Zeilen machen melancholisch. Mein Verbesserungsvorschlag ist den Titel noch mal zu überdenken. Ich wünsche Dir alles Gute beim Überstehen der Pandemie.
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Elena
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 79
Beiträge: 168
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 28.11.2020 10:39    Titel: Auf Nummer Sicher pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebes Sternwunder,

danke für deinen Kommentar. Aber meinst du nicht auch, dass es heutzutage keinen zutreffenderen Titel gibt, der im Sinne der Kanzlerin ist, als dieser?

Liebe Grüße, Elena
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