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Handwerk - eine Zusammenfassung?

 

 
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Frau Bratbecker
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen


Beiträge: 42
Wohnort: Jenseits des Weißwurst-Äquators


BeitragVerfasst am: 25.10.2020 05:47    Titel: Handwerk - eine Zusammenfassung? eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo,

wenn man in diesem Forum in der Suchabfrage "Handwerk" eingibt, bekommt man Stand heute 2856 Treffer auf 130 Seiten. Warum sollte jemand nach diesem Begriff suchen? Weil er z.B. wissen will, was Handwerk beim Schreiben eigentlich bedeutet. Offenbar ist sich die Welt beim handwerklichen des Schreibens nicht so einig, wie, sagen wir, beim Schreinern. Oder beim Modedesign, um tendenziell noch mehr in Richtung Kreativität zu gehen.

Ich suche nach den schriftstellerischen Analogien zum handwerklichen beim Handwerk Schreinern oder Modedesign. Gibt es die?

Bei Schreinern und Modedesign gibt es das Kriterium des Funktionierens. Entweder eine Schublade geht auf oder nicht, eine Schranktür lässt sich öffnen oder nicht.
Beim Modedesign müsste ich schon länger überlegen, was genau da funktioniert oder nicht. Sagen wir, Querstreifen bei einem T-Shirt. Laufen die an den Seitennähten nicht gleich, wird das vermutlich vielen störend auffallen, ohne dass einige spontan sagen könnten, warum es stört. Ein blödes Beispiel? Hm. Vielleicht Passform, gute versus schlechte.
Wer erinnert sich noch an den Sketch mit dem Maßanzug von Loriot? Hier der geschriebene Witz dazu:
http://www.bigbear.de/witze/962#.X5T5bIiyg2w

Schreinern und Modedesign kann man an anerkannten Institutionen lernen. Mit Lehrplänen, bestimmten Unterrichtsmaterialien, Prüfungen vor anerkannten Institutionen, mit Gesellen- und Meisterbrief, Diplom, etc. Ok, das geht beim Schreiben auch. Die anerkannten Journalistenschulen fallen mir da ein. Wie lauten die Pendants zu den Schulbüchern bei der Schreinerlehre? Oder in der Meisterschule?

Mir scheint, schon bei den Schreibratgebern geht die Vielfalt der individuellen Geschmäcker los, siehe allein die Liste hier:

https://www.dsfo.de/fo/viewtopic.php?t=19085

Kann es sein, dass es beim Schreiben gar keine Schnittmenge dessen gibt, wozu auch der Laie beim Schreinern sagen würde: "Das geht so nicht. Die Schublade lässt sich nicht schließen."

Wenn es die Schnittmenge gibt, worin besteht sie? Rechtschreibung? Wo fängt der persönliche Geschmack an? Beim Genre?

Mir ist die Frage nach einem "Kanon" des schriftstellerischen Handwerks deshalb wichtig, weil ich häufig genug berufliche Texte abgestimmt habe und zu häufig den Eindruck hatte, das jeweilige Werk ist dann fertig, wenn der Abgabetermin erreicht ist. Manchmal ist man nach zig Iterationen wieder bei der Ausgangsversion angekommen. Im Job entscheidet der jeweilige Kunde, der den ganzen Spaß bezahlt. Oder der/die Vorgesetze. Wenn er/sie 10er Schriftgröße und die ganze Powerpoint-Seite von oben bis unten voller Fließtext toll findet, ok. Um ein unrealistische Extrembeispiel zu nennen.

Aber beim Schreiben und insbesondere Überarbeiten kenne ich meinen Kunden doch gar nicht. Sind wir dann wieder beim Modedesign? Dort würde ich behaupten: Mach' eine Schneiderlehre und einen Schnittdesign-Kurs, aka, lerne Dein Handwerk, übe, übe, übe, und mach' danach, was Dir gefällt! Wenn es individuell genug ist, werden Dich Deine Kunden schon finden.

Fragen über Fragen. Was meint Ihr?


_________________
LG
Frau Bratbecker
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Stefanie
Reißwolf


Beiträge: 1323



BeitragVerfasst am: 25.10.2020 09:59    Titel: Antworten mit Zitat

In diesem Thread sollen Schreibratgeber empfohlen und nicht grundsätzlich deren über Sinn und Unsinn diskutiert werden.
Ich vermute mal, ein Mod wird deinen Beitrag bald loskoppeln und in einen neuen Thread verwandeln.

Zu deinen Fragen:

Ich denke, es gibt einen handwerklichen und einen künstlicherischen Aspekt beim Schreiben.
Das Handwerk ist zunächst immer gleich, Wortwahl, Rechtschreibung, Grammatik.
Dann kommt das Stilitische, klare, verständliche Sätze, kein übermäßiges Geschnörkel. Der Übergang zur Kunst ist da fließend. Genauso wie manche extravagante Kleidungsstücke auf dem Laufsteg oder auch bestimmte Häuser mehr oder weniger Anklang finden, so scheiden sich auch da die Geister. Zu viel Gleichmäßigkeit und Erwartetes langweilen, zuviele Abweichungen von den Normen überfordern.

Eine Auftragsarbeit muss dabei anderen Kriterien genügen, als ein frei geschriebener Text.

Die Sicherheit klarer Regeln bezahlt man mit Fesseln an der künstlerischen Freiheit.
Wenn es eine eindeutige Formel gäbe, was ein gutes Buch ausmacht, wäre es für die Verlage ja nicht so schwierig, den nächsten Bestseller zu finden.
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sleepless_lives
Geschlecht:männlichSchall und Wahn

Administrator
Alter: 56
Beiträge: 7268
Wohnort: Fürth
DSFo-Sponsor Pokapro und Lezepo 2014
Pokapro VI


BeitragVerfasst am: 25.10.2020 10:33    Titel: Antworten mit Zitat

Stefanie hat Folgendes geschrieben:
In diesem Thread sollen Schreibratgeber empfohlen und nicht grundsätzlich deren über Sinn und Unsinn diskutiert werden.
Ich vermute mal, ein Mod wird deinen Beitrag bald loskoppeln und in einen neuen Thread verwandeln.

So geschehen.


_________________
Es sollte endlich Klarheit darüber bestehen, dass es uns nicht zukommt, Wirklichkeit zu liefern, sondern Anspielungen auf ein Denkbares zu erfinden, das nicht dargestellt werden kann. (Jean-François Lyotard)

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Babella
Geschlecht:weiblichKlammeraffe

Alter: 57
Beiträge: 712

Das goldene Aufbruchstück Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 26.10.2020 07:16    Titel: Re: Handwerk - eine Zusammenfassung? Antworten mit Zitat

Frau Bratbecker hat Folgendes geschrieben:
Aber beim Schreiben und insbesondere Überarbeiten kenne ich meinen Kunden doch gar nicht. Sind wir dann wieder beim Modedesign? Dort würde ich behaupten: Mach' eine Schneiderlehre und einen Schnittdesign-Kurs, aka, lerne Dein Handwerk, übe, übe, übe, und mach' danach, was Dir gefällt! Wenn es individuell genug ist, werden Dich Deine Kunden schon finden.

Fragen über Fragen. Was meint Ihr?


Ich meine, du hast die Antwort selbst formuliert, und da unterscheidet sich das Schreiben nicht groß von anderen Tätigkeiten, auch solche, die man gar nicht unbedingt als Kunst sieht, etwa Kochen, Gärtnern, Töpfern, Unterrichten oder Musizieren. Einen Teil muss und kann man lernen. Den anderen Teil gestaltet man selbst individuell. Ob jetzt mit bekanntem Kunden oder ins Blaue hinein, ist dabei nicht so entscheidend. Man lernt was, und später findet man zu seinem Stil. Beim Schreiben etwa eine Erzählstimme.

Und dann gibt es ja auch unterschiedliche Schulen und eben auch Entwicklungen, "State of the Art", "herrschende Meinung" etc.

Was die Ausbildung angeht, so gibt es z.B. in Leipzig ein Studium "Literarisches Schreiben". Über den Anteil dessen, was sich auf diesem Weg erlernen lässt, relativ zu dem, was man selbst an Voraussetzungen mitbringen muss, gehen die Ansichten auseinander. Ja, das ist ein weites Feld ...
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