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Heribert
Geschlecht:männlichLeseratte

Alter: 48
Beiträge: 149
Wohnort: Landshut


BeitragVerfasst am: 08.10.2020 09:23    Titel: Ausschnitt eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo und grüß Gott beieinander,

hier was frisches von mir. Das ist nur ein Ausschnitt von etwas längerem. Leider kann ich dazu nichts weiter sagen, wegen dem Arberglauben. Immer, wenn ich zu viel anderen von meinen Vorhaben mitteile, wenden sich meine Projekte von mir ab und alles geht zum Teufel.

Also nur bitte antworten, ob weitergelesen würde. Und eben Rechtschreibung und so weiter. Tut mir leid, nicht mehr dazu sagen zu können ...

-------------------------------------------------------------------------------------


Mei, wir saßen halt wieder am großen Stationsfenster und haben hinunter auf Donaukirch geschaut. Und rüber zur Burg. Da fing der Wim von ganz allein an zu reden und erzählte, dass er an besagtem Tag im Büro saß und gerade rüber zu den Büffelstallungen fahren wollte, mit dem Volvo, als es irgendwie zum grummeln angefangen hätte. Um welche Zeit das war, oder überhaupt an welchem Tag, wisse er nicht mehr, sagte er. Aber nach unseren gemeinsamen Berechnungen muss es wohl so – mei – zwischen dem 1. und 2. Januar Elf gewesen sein; also Samstag oder Sonntag.

Wims verrückter Zwillingsbruder Al hat Ammerbach am Sonntag den 21. Juni 2009  in die Waschküche der Villa gesperrt, um in Ruhe die Zeitmaschine benutzen zu können und erst am nächsten Tag, also demnach am Montag, soll die Kalowski, die alte Haushälterin der Ammerbachs, Wim aus dem besagten Raum rausgelassen haben. Demnach kann man sagen, dass es an die eineinhalb Jahre brauchte, bis sich die Folgen von Albrecht Ammerbachs Zeitreise bemerkbar machten.

Ammerbachs Büro, das auch schon das Büro des Vaters gewesen sein soll, befand sich wohl an der Westseite des Hauses; im ersten Stock. Mei, und da drin saß der Wim im Schreibtischsessel, als das Grummeln begann. „Weist, Boermel, hat er zu mir gesagt, am Stationsfenster, weil Pipo wollte er mich ja nicht nennen, „und dann fing die Schreibtischlampe an zu wackeln …“
Ammerbach betonte oft, dass die besagte Schreibtischlampe eine so genannte Kaiser Idell – Lampe gewesen sei, und es ihm – speziell um diese Lampe – immer besonders leid tat. Na, jedenfalls saß er da am Schreibtisch, im Kopf der Gedanke, gleich aufzustehen um in die Büffelstallungen zu fahren, und da begann das Grummeln, das ja mit der Zeit zum Krachen und dann zum Donnern wurde.

Ich weiß noch, dass draußen vorm Fenster ein großes Loch herumgerollt ist, erzählte er mir am großen, stoßfesten Stationszimmer. Drinnen wackelte zunächst die Kaiser-Idell, dann das Weißbierglas, die Deckenleuchte, und draußen rollte das große Loch vorbei und als wenn es nicht schon groß genug gewesen wäre, sagte er, wurde es auch immer größer! Raus hätte er sich gar nicht mehr gewagt, erzählte er nervös, denn er hätte ja vom Fester aus gesehen, dass das Loch sich vollfräße, es also ein fressendes Loch gewesen sei, das auch so allerlei in sich hineingefressen hätte.

Zum Beispiel habe das Loch zunächst die Dächer des Anwesens abgedeckt und die Ziegel gefressen. Später das Mauerwerk. Ammerbach sagte, dass die Ziegel des Haupthauses, aber auch die aus den Nebengebäuden, Remisen und so, einzeln und richtig diszipliniert, sich aus der Wand gelöst hätten, um dann schön hintereinander im Fressloch zu verschwinden. Erst als das Loch vorm Haus größer wurde, sagte Wim, habe es tatsächlich größere Mauerstücke herausgebrochen und auf einmal verschlungen. In der Werkstatt soll eine alte Kutsche, so eine offene, und unter anderem auch eine Drehbank gestanden haben; alles vom Uropa Ammerbachs. Stellen Sie sich vor, Boermel, sagte er zu mir, da kam doch wirklich die Kutsche von meinem Urgroßvater vorbeigefahren!  Und auch die Drehbank war dem Loch nicht schwer genug. Es hätte sie so brachial aus der Werkstatt gezerrt, dass die alte Maschine Erdreich vor sich hergeschoben habe, wie die Polarstern die Eisschollen!

Das Loch fraß Werkzeug, darunter große Schraubzwingen und Hammer aller Stärken und Größen; aber auch Sensen, Äxte, Teekannen, Gardinen und so weiter. Und all die Dinge sollen am Ammerbach vorbeigezischt sein. Da kamen Wandbilder geflogen, Spiegel, Teile von Rüstungen, Couchsessel, Regale, die Katze, Rosenranken und Bordsteine, Töpfe, Messer und Hellebarden, Frau Kalowski, der Volvo, Heuballen, Vasen, seine Mozzarella-Büffel, der Bulldog, so werden in Bayern die Traktoren geheißen, drei Sommerräder des Volvo und so weiter.

Und Ammerbach? Mich hat es hin und her gebeutelt, Boermel!, hat er gesagt und dabei den Kopf und den Rippenkasten bewegt, als lebe er das Ganze noch einmal durch. Und er hat die Backen aufgeblasen und die Augen und den Mund aufgerissen, als sei das Loch wieder hinter ihm her und so. Das Bein habe er sich zwischen Schreibtisch und Bücherregal eingeklemmt und aufgerissen, berichtete er damals am großen Stationsfenster.
Was dann passiert sei, fragte ich ihn. Mei, ich war ja ganz gespannt; richtig nervös war ich ja, und da erzählte der Ammerbach, dass ganz plötzlich, also wie aus dem Nichts, quasi sprichwörtlich aus heiterem Himmel, der vierte Volvo-Sommerreifen angesprungen kam und ihn, Wim, voll an der Rübe erwischte. Abschließend sagte Ammerbach: Dann wars aus, Boermel. Aus wars!

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Raven1303
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 37
Beiträge: 418
Wohnort: NRW


BeitragVerfasst am: 11.10.2020 20:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Heribert,

nach den ersten zwei Absätzen habe ich deine Geschichte ehrlich gesagt, nur noch überflogen.
Das Genre etc. magst du ja nicht angeben, aber ich glaube, das geht in eine Richtung, die mir nicht so liegt, also lass dich durch mein Urteil nicht entmutigen.
Mir gefällt dein Stil hier in dieser Geschichte nicht so gut. Dieses "Mei..." kommt mir zu oft, soll aber wohl Lokalkolorit hinein bringen?
Zeitmaschine klingt ja erstmal spannend, Spannung kommt bei mir aber nicht auf.
Aber Geschmäcker sind verschieden.
LG


_________________
Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den Nächsten vielleicht nicht vollbringen, aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm und ich kreise Jahrtausende lang.
Und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm? Oder ein großer Gesang... (R.M. Rilke)
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Heribert
Geschlecht:männlichLeseratte

Alter: 48
Beiträge: 149
Wohnort: Landshut


BeitragVerfasst am: 12.10.2020 05:52    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo,

nein Spannung kommt da leider nicht auf, da es nur ein Ausschnitt sein darf. Ja, das Mei ist ein Wort, das der Bayer gern seinen Sätzen voranstellt. Ist zu oft? Ok, gut zu wissen.

Danke!
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Ralphie
Geschlecht:männlichForenonkel

Alter: 67
Beiträge: 4960
Wohnort: 50189 Elsdorf/Rhld.
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BeitragVerfasst am: 12.10.2020 09:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde es schön geschrieben, wenn ich mir auch kein großes Loch vorstellen kann, das vorbeirollt.

 Daumen hoch


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Ralphie
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Raven1303
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 37
Beiträge: 418
Wohnort: NRW


BeitragVerfasst am: 12.10.2020 18:48    Titel: Antworten mit Zitat

Heribert hat Folgendes geschrieben:
Hallo,

nein Spannung kommt da leider nicht auf, da es nur ein Ausschnitt sein darf. Ja, das Mei ist ein Wort, das der Bayer gern seinen Sätzen voranstellt. Ist zu oft? Ok, gut zu wissen.
Danke!


Das kommt darauf an, finde ich, ob es halt ein lokales Buch sein soll, oder du es überregional ansiedeln willst.
Sind deine Protas Bayer, dann lass sie so auch reden. Das passt ja dann.
Aber in einem reinen Erzähltext ist mir das zu viel. Es sei denn es spielt eben auch in Bayern.
Da das ja erst der Anfang ist, weiß ich das ja noch nicht. smile


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