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Wolf (Sonett)


 

 
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Patrick Schuler
Geschlecht:männlichKlammeraffe

Alter: 25
Beiträge: 664



BeitragVerfasst am: 15.09.2020 12:30    Titel: Wolf (Sonett) eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Schau an – der Wolf ist zahm;  er will geliebt sein,
Doch illusorisch ist das Schaf, das ihm vergibt,
Den Lämmern, las er,  ist der Wolf ein Schwein
Da dachte er: das Schwein ist auch nicht so beliebt?

(Nun Pfoten hoch und Kreide fressen. Dann
Zack mal zu den Schweinchen gehen) –
Doch Ha: Enttäuschung, auch die Schweine sehen
Was der Wolf mit seinen Zähnen machen kann.

Was solls, mein Wolf, nun troll dich zu den Deinen
Und auch die Schweine bleiben besser unter Schweinen
So wie die Schafe unter Schafen schlafen.

Es sei dem Wolf der andre Wolf ein Hafen
Vergiss, mein Lieber, deine Liebe zu den Schafen
Denn nur mit Gleichen,  ist der Gleiche stets im Reinen.



_________________
in unserer welt
gehen wir hin über höllen
und sehen die blumen

"Issa"
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poetnick
Geschlecht:männlichKlammeraffe

Alter: 58
Beiträge: 708
Wohnort: Europa


BeitragVerfasst am: 21.09.2020 11:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Patrick,

ein Sonett aus Deiner Tastatur. Das hat mich neugierig gemacht.

Zitat:
(Nun Pfoten hoch und Kreide fressen. Dann
Zack mal zu den Schweinchen gehen)


Hier musste ich Schmunzeln, verbirgt sich dahinter doch ein gern verwendetes Credo (Deo).

Das Gedicht schließt eigentlich mit der Folgerung: 'Gleich und Gleich gesellt sich gern'. Mir fällt dazu auch die Zuspitzung der Gegensätze
und zunehmende Fragmentierung ein - in einem gesellschaftlichem Bezug gedacht.

Formal hält der Text nicht den jambischen Rhythmus durch; er wechselt an einigen Stellen zum Trochäus. War das so beabsichtigt?

Für mich holpert es da bspw. etwas in V8:

Zitat:
Was der Wolf mit seinen Zähnen machen kann.


Erinnert mich etwas an Fabel-Überlieferungen.
Dabei: gerne fabuliert.


LG - Poetnick


_________________
Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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Elena
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 79
Beiträge: 136
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 21.09.2020 13:12    Titel: Wolf Antworten mit Zitat

Lieber Patrick,

auf die Gefahr, dass ich mich bei dir unbeliebt mache, ich sag, wie es ist:
Das Sonett ist noch nicht fertig. Ich finde auch, dass der Inhalt sich für ein Sonett nicht besonders eignet, man sollte nicht alles in ein Sonett pressen.
Hier könnte ich mir den Schweifreim sehr gut vorstellen.

Aber zum Technischen:
Das erste Quartett schreibst du im Kreuzreim. Kann man machen, aber dann muss man das zweite Quartett auch im Kreuzreim schreiben. Machst du aber nicht, sondern du schreibst im umarmenden Reim. Dies würde jeder gestandene Sonettist bemängeln.

Das erste Quartett als These wird vom zweiten Quartett als Antithese reimmäßig wieder aufgegriffen. Und das klappt natürlich nicht, wenn du einmal im Kreuzreim und einmal im umarmenden Reim schreibst.

Überprüf mal alle Stellen, die vom Jambus abweichen. Und zähle mal die Hebungen, es sollten pro Vers fünf Hebungen sein. Wenn du mehr oder weniger Hebungen einsetzt, müssen aber alle Verse die gleiche Anzahl Hebungen haben. In dieser Beziehung geht es hier ein bisschen durcheinander.
 
Sehr schön der Beginn des ersten Quartetts: Du sprichst Ab- bzw. Anwesende an: Schau an ... Das nennt man Apostrophe. Das lockert von Anfang an das Ganze auf.

Im zweiten Quartett gefällt mir das Ha! (schreib es mit Ausrufezeichen)
Das nennt man Emphase.

Nun zu den Terzetten:

Es fällt auf, dass du in den Terzetten nur zwei Reime hast. Besser wären drei (es heißt ja Terzett = 3). Trotzdem interessant, wie du das reimmäßig als umarmenden Reim geordnet hast.


Terzett 1
Wieder eine Apostrophe: Der Wolf wird angesprochen.

Terzett 2
Hier kommt mir der andere Wolf als Hafen etwas an den Haaren herbeigezogen vor, da fehlt mir einfach die stürmische See, die den Hafen begründen würde.

Zum Inhaltlichen äußere ich mich nicht weiter, man kann das so und anders schreiben. Ich würde "anders" vorziehen, aber es ist ja dein Gedicht.

Lieben Gruß, Elena
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