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Gedanken zur Sprache an sich

 
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Natalie2210
Geschlecht:weiblichSchmierfink

Alter: 33
Beiträge: 75



BeitragVerfasst am: 14.09.2020 21:13    Titel: Gedanken zur Sprache an sich eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo!

Ich erlaube mir einmal, hier das Thema aus Ralphies Werkstatt-Thread weiterzuführen - die Diskussion ist doch recht spannend, finde ich. Hier einmal als Zitat die "Auslöser"-Posts:

Zitat:

Hans1 hat Folgendes geschrieben:

Warum weigern sich hier im Forum deutsche Autoren beharrlich so einen Satz auch auf DEUTSCH zu schreiben?
Was ist das fuer eine Beziehung zu deiner Sprache, wenn du automatisch Dinge in englisch schreibst?
Sag einfach: Gestalten, nicht behaupten. Trifft den Kern und du lernst deine Sprache besser kennen.
nichts fuer ungut. Es musste mal gesagt werden.

Natalie2210 hat folgendes geschrieben:

ja, die Anglizismen - allgegenwärtig, heutzutage. Allerdings bin ich der Meinung, dass der erste und vordergründigste Sinn der Sprache ist, dass sich Menschen verstehen. Wenn ich schreibe "Show, don't Tell" weiß jeder sofort, was ich meine. Bei "Gestalten, nicht behaupten" wage ich das mal zu bezweifeln - es ist einfach (noch ?) nicht geläufig genug.

hans1 hat Folgendes geschrieben:

dann hast du das gefuege und wesen  von sprache leider noch nicht verstanden. sprache ist weitaus mehr als nur verstaendigungsmodell, sie hat mit dem aufbau der welt und des universums ebenso zu tun, wie mit der individualitaet und dem bewustsein.(sprache, das wort, ist schwingung. das universum ist schwingung, wir verstaendigen uns ueber harmonische und disharmonische schwingungen. lese mal Joachim-Ernt Berendt, Nada Brahma – die Welt ist Klang)
nein, nicht jeder weiss was dieses englische wort ist. ich wusste es nicht. und wer das deutsche wort "gestalten" nicht versteht,, bei dem frage ich mich, wieso er glaubt mit unverstaendnis ueber deutsche begriffe  einen roman oder sonstwas schreiben zu koennen. der begriff "gestalten" ist seit jahrhunderten bestandteil von literatur und schreiben.  nicht gelaeufig nur fuer jene, die sich nicht wirklich mit sprache und schreiben auseinander setzen. sorry, eine ehrliche antwort. ueberhaupt ist auffallend, wieviele hier von literatur und romanen faseln und damit aber nur das damit meinen, was auf einem notizzettel zu finden ist.
alles begann mit der unglueckseligen aber kommunistischen behauptung in den 60er jahren, das alles geschriebene literatur sei. daraufhin ergoss sich ein schwall linkspopulistischer agit-prop flugzettel, hefte und buecher ueber  das land, um dieser wahrheit gerecht  zu werden. es gab ploetzlich arbeiterliteratur, patientenliteratur (aus psychatrien meistens) knastliteratur, hausfrauenliteratur usw. sie alle hatten eines gemeinsam: hingerotze sprachwolken, gerede, klagen und jammmern, aber niemanden der leute interessierte  noch die schoenheit  der sprache. statt dessen gab es jede menge fremdwoerter, die oftmals irre waren. und so wurde das schreiben ein moment fuer die wortstammler, die alles  zusammenwuerfeln. das ergebnis sieht  man heute.
lese mal romane deutscher autoren der klassischen literatur, von boell ueber grass zu drewitz und walser, da findest du keine englischen begriffe (weils sonst niemand begreift...) sondern alles in gediegener deutscher sprache (und dafuer gabs nobelpreise, buechnerpreise usw)
du selber bestimmst, wer du bist. durch deine sprache. wer nicht klar sprechen kann, kann auch nicht klar denken.
entschuldige ralphie deinen text fuer meine (ueberfluessige?) ausschweifung missbraucht zu haben. entschuldige nathalie ebenso. ich wollte niemanden verletzen, falls  sich wer  verletzt fuehlt.


RAc hat folgendes geschrieben:

Erstmal Sorry an Ralphie, dass ich diesen OT (= "Off Topic," Themenabweichung) aufnehme und weiterführe. Vermutlich sollten wir für diese Randdiskussion einen eigenen thread (= Gedankenstrang) eröffnen.

Ich habe kein Problem mit Anglizismen oder anderen "Einsickerungen" anderer Sprachkulturen in eine Sprache (es gibt ja auch unendlich viele französische Begriffe wie "Millieu" in der deutschen Sprache, an denen sich Niemand mehr stört ). Interessanterweise haben auch viele englisch sprechende Menschen kein Problem mit deutschen Begriffen und Redewendungen in ihrer Sprache (Standardbeispiele sind "kindergarten" oder "blitzkrieg.").

Sprache ist ein dynamisches Konstrukt. Was heute noch exotisch oder anrüchig klingt, ist Morgen schon so normal, dass es wieder out ist.

Ein möglicher Grund dafür, dass englische Begriffe gerne in anderen Sprachen Aufnahme finden (bedenke, dass solche Sachen ja niemals aufoktruiert werden, sondern von den Menschen selber kommen) ist dass sie oft kürzer, prägnanter und organischer sind. "OT" finde ich z.B. viel natürlicher als "Themenabweichung."

Sprachpurismus ist eine merkwürdige Angelegenheit, da die Referenz (also was als "rein" angesehen wird) immer eine Momentaufnahme und damit absolut willkürlich ist. Ich bin mir z.B. absolut sicher, dass es bei Böll (da Du ihn ja schon explizit erwähnst) Begriffe, Konstruktionen und Redewendungen gibt, die vielleicht zu seiner Zeit als rein Deutsch galten, vorher aber von Puristen abgelehnt wurden.

Wir leben halt in einer internationalen Welt, da ist eine gewisse Durchmischung von Kulturen und alles was sie beinhaltet (und damit auch die Sprache) unvermeidlich. Ein kleiner Preis, wenn wir uns damit erkaufen, dass sich die Leute wegen scheinbarer Herkunftsunterschiede die Köpfe nicht mehr einschlagen.

Wie gesagt fände ich es im Interesse von Ralphies Anliegen besser, wenn weitere Diskussionen zu diesem Thema ausgelagert würden.


So, nun meine Antwort:

Sprachpurismus, wie du, Hans1, ihn propagierst, ist tatsächlich seltsam. Insbesondere, da du meine Posts nicht genau zu lesen scheinst. Ich habe geschrieben, dass der erste und vordergründigste Grund von Sprache die Verständigung ist. Sprache ist auch Kultur, sie transportiert Einstellungen, Werte und auch Geschichte. Beispielsweise kann man an der spanischen Sprache gut den maurischen Einfluss erkennen, auch noch Jahrhunderte nach der "Reconquista". Oder im Lateinischen gibt es ein eigenes Wort für "Vatermord". Was sagt das über die Gesellschaft? Und das sind nur einzelne Beispiele.

"Hingerotze Sprachwolken" - na, mein herzliches Beileid zu deinen Ansichten. Gerade wenn man Sprache als mehr als ein Verständigungsmodell ansieht, sollte man offen sein. Sprache ist ein Mittel, sich auszudrücken, sich mitzuteilen, jemandem den eigenen Standpunkt darzulegen und es jemandem anderen ermöglicht, sich einzufühlen. Natürlich gefällt einem als Leser nicht alles. Das muss man dann ja auch nicht lesen. Gibt genug anderes.

Im Übrigen schreibt man mich ohne "h". Natalie.
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hans1
Schmierfink


Beiträge: 79



BeitragVerfasst am: 14.09.2020 22:09    Titel: Antworten mit Zitat

zwischenruf: zitat :"Im Übrigen schreibt man mich ohne "h". Natalie."

leider schreibt sich meine tochter  "nathalia" und dass ich beim schreiben deines namens instinktiv und automatisch deinen namen wie den meiner tochter, die ich seit ueber40 jahre kenne, schreibe, wirst du einem alten  kerl vielleicht gerade noch verzeihen koennen... zum ausgleich darfst  du meinen namen gleich zehn mal falsch schreiben... Rolling Eyes
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Rübenach
Geschlecht:männlichExposéadler


Beiträge: 2575



BeitragVerfasst am: 14.09.2020 22:45    Titel: Antworten mit Zitat

hans1 hat Folgendes geschrieben:

alles begann mit der unglueckseligen aber kommunistischen behauptung in den 60er jahren, das alles geschriebene literatur sei.


Gero von Wilpert, kommunisitischer Umtriebe völlig unverdächtig, definierte in seinem Sachwörterbuch der Literatur (Erstauflage 1955):

"Literatur: (lat. literatura = Buchstabenschrift), 'Schrifttum', dem Wortsinn nach der gesamte Bestand an Schriftwerken jeder Art einschließlich wissenschaftlicher Arbeiten über alle Gebiete ( Literaturwissenschaft: Sekundär- Literatur) vom Brief bis zum Wörterbuch und von der juristischen, philosophischen, geschichtlichen oder religiösen Abhandlung bis zur politischen Zeitungsnotiz ..."


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"Nothing bad can happen to a writer. Everything is material." (Philip Roth)
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RAc
Eselsohr


Beiträge: 305



BeitragVerfasst am: 14.09.2020 22:54    Titel: Antworten mit Zitat

hans1 hat Folgendes geschrieben:
zwischenruf: zitat :"Im Übrigen schreibt man mich ohne "h". Natalie."

leider schreibt sich meine tochter  "nathalia" und dass ich beim schreiben deines namens instinktiv und automatisch deinen namen wie den meiner tochter, die ich seit ueber40 jahre kenne, schreibe, wirst du einem alten  kerl vielleicht gerade noch verzeihen koennen... zum ausgleich darfst  du meinen namen gleich zehn mal falsch schreiben... Rolling Eyes


Hm. Dafür bist Du bereit, Dich zu entschuldigen, aber nicht für die fortwährenden Respektlosigkeiten wie dieser hier:

hans1 hat Folgendes geschrieben:

dann hast du das gefuege und wesen  von sprache leider noch nicht verstanden.


Mit welchem Recht nimmst Du für Dich in Anspruch, besser über Sprache Bescheid zu wissen als Natalie? Und sie dafür oberlehrerhaft zurechtweisen zu dürfen?

Würdest Du dich auch mal dazu herablassen, inhaltlich auf die Kritik an deinem Sprachpurismus einzugehen? Oder hast Du Angst, dass Jemand Dich dann genau so rund macht wie Du es scheinbar gerne tust, falls Du Dir tatsächlich mal eingestehen müsstest, Dich geirrt zu haben? Keine Sorge, sowas passiert in diesem Forum nicht.
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Thomas74
Geschlecht:männlichKlammeraffe

Alter: 46
Beiträge: 673
Wohnort: Annaburg


BeitragVerfasst am: 15.09.2020 06:42    Titel: Antworten mit Zitat

RAc hat Folgendes geschrieben:

Mit welchem Recht nimmst Du für Dich in Anspruch, besser über Sprache Bescheid zu wissen als Natalie? Und sie dafür oberlehrerhaft zurechtweisen zu dürfen?



 Laughing Eine Tätigkeit, die dir selber völlig fremd ist. Ich sag nur "typisch weibliches Verhalten eines männlichen Protagonisten"

Sorry, aber das musste raus.
Im Zweifelsfall ignorieren und weiterscrollen...


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Optimismus ist, bei Gewitter in einer Kupferrüstung auf dem höchsten Berg zu stehen und "Scheiß Götter!!" zu rufen.
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RAc
Eselsohr


Beiträge: 305



BeitragVerfasst am: 15.09.2020 07:52    Titel: Antworten mit Zitat

Thomas74 hat Folgendes geschrieben:
RAc hat Folgendes geschrieben:

Mit welchem Recht nimmst Du für Dich in Anspruch, besser über Sprache Bescheid zu wissen als Natalie? Und sie dafür oberlehrerhaft zurechtweisen zu dürfen?



 Laughing Eine Tätigkeit, die dir selber völlig fremd ist. Ich sag nur "typisch weibliches Verhalten eines männlichen Protagonisten"

Sorry, aber das musste raus.
Im Zweifelsfall ignorieren und weiterscrollen...


Sorry, aber da hast Du zwei Dinge in einen Topf geworfen, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben... ich habe nirgendwo für mich in Anspruch genommen, einer anderen Person gegenüber überlegen zu sein, was Sprachkenntnis oder -verständnis angeht. Ich habe lediglich eine inhaltliche Kritik an einem Text von Kraft_der_Literatur aus meiner Perspektive vorgenommen. Genau dafür ist dieses Forum da.

Ich denke, dass das ein enorm wichtiger Unterschied ist. Sollte ich mich gegenüber Kraft_der_Literatur (oder Jemandem Anders in diesem Forum) respektlos oder überheblich verhalten haben, bitte ich um ein Zitat, an Hand dessen sich das feststellen lässt, und bin gerne dazu bereit, um eine Entschuldigung zu bitten, falls ich die Kritik annehmen muß. Ich muß mich aber nicht dafür entschuldigen, einen Text als unschlüssig zu empfinden und dieses mit dem Ziel öffentlich zu äußern, der Autorin (die sich übrigens bis heute nicht dazu herabgelassen hat, auf das feedback zu reagieren - soviel zum Thema Respekt gegenüber denjenigen, die sich die Mühe machen, den eigenen Text zu lesen) gewünschtes feedback zu geben.

Thomas, Du mußt etwas vorsichtig sein (auch wenn das jetzt überheblich klingt). Wer hier etwas veröffentlicht, will und muß mit Kritik leben, und wenn andere Leute (wie in diesem Fall Du) da hereingrätschen und kritische Leser versuchen zu diskreditieren und mundtot zu machen, kann das die Forumskultur ziemlich schnell ziemlich trocken legen. Dabei war meine Kritik ja in keiner Form bösartig, da gibt es viel derberes (wie zum Beispiel die Schläge unter die Gürtellinie von Hans).

Absurd (aber leider nicht untypisch) in diesem Fall ist, dass zwei Männer über Fragen der Weiblichkeit einen Diskurs führen und die Frauen sich dann dabei heraus ziehen, obwohl es ihr uriegendstes Thema ist. Dazu gibt es eine sehr schöne Satire von Maren Kroymann, die ich aber leider auf die Schnelle nicht finde (eine fiktive Talk Show über Sexismus gegenüber Schauspielerinnen, in der sie als einzige Teilnehmerin von vier Herren der Schöpfung unter den Tisch geredet wird, die alle meinen, zu dem Thema die ultimative Meinung zu haben).

Vielleicht könnten wir nun wieder zum Originalthema zurück kehren? Ausser natürlich es ist noch nicht Alles zum Thema ich und Kraft_der_Literatur geschrieben (oder noch nicht von Allem), wobei ich aber auch hier darum bitten würde, das in ein anderes Thema zu verlagern.

Danke!
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Care
Leseratte


Beiträge: 119
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BeitragVerfasst am: 15.09.2020 08:00    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe mich in diesem Forum länger nicht zu Wort gemeldet, sondern nur ab und zu hereingeschaut und mitgelesen. Und frage mich, warum Diskussionen zwischen künstlerisch begabten Menschen, die aufgrund ihrer Schaffenskraft feinfühlig sein müssten, nicht wertschätzend und respektvoll geführt werden.
Ich beobachte das seit längerem und in mehreren Foren, es zeigt sich bei Musikern genauso wie bei Autoren.
Unterschiedliche Ansichten über Themen, Schaffensrichtungen, Geschmack und Ausdrucksweise sind normal, sie spiegeln die Vielfältigkeit des Menschseins wider. Auch Kritik ist enorm wichtig, weil sie dem Künstler die Sicht 'seines Publikums' zeigt. Aber sie benötigt von der einen Seite Respekt für die Arbeit des anderen, Einfühlungsvermögen und eine Wortwahl, die bei aller Deutlichkeit nicht verletzend ist. Und von der anderen Seite die Bereitschaft, über die Kritik nachzudenken, das eigene Schaffen zu reflektieren und sich dadurch weiterzuentwickeln.
Es gibt in diesem Forum viele, die andere unterstützen und ihnen wertvolle Anregungen geben. Aber leider auch ein paar, die kräftig austeilen, aber selbst mit Kritik nicht umgehen können.
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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 15.09.2020 08:21    Titel: Antworten mit Zitat

@RAc: Ironie perlt an dir völlig ab, oder? Meinst du, ich habe den Smilie gepostet, weil da noch soviel Platz auf der Zeile war?

Ansonsten bin ich der Meinung, dass Natalie wortgewandt und alt genug ist, ihr Werk alleine gegen kritische Stimmen zu verteidigen.


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RAc
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BeitragVerfasst am: 15.09.2020 10:32    Titel: Antworten mit Zitat

Thomas74 hat Folgendes geschrieben:
@RAc: Ironie perlt an dir völlig ab, oder? Meinst du, ich habe den Smilie gepostet, weil da noch soviel Platz auf der Zeile war?

Ansonsten bin ich der Meinung, dass Natalie wortgewandt und alt genug ist, ihr Werk alleine gegen kritische Stimmen zu verteidigen.


Ach so, Du setzt ein emoticon, um auszudrücken, dass Du das Geschriebene gar nicht so meinst? Warum schreibst Du es dann?

Das hat mit Ironie nichts zu tun. Du hast mich angegriffen, und darauf habe ich reagiert. Es ist ein ziemlich billiger und durchschaubarer Trick, präventiv einen Smiley zu setzen, nur um Dich nachher damit aus einer inhaltlichen Diskussion herauswinden zu können.
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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 15.09.2020 10:49    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Aber leider auch ein paar, die kräftig austeilen, aber selbst mit Kritik nicht umgehen können.

Ich schließe mich meinem Vorredner vollumfänglich an.


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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 15.09.2020 11:05    Titel: Antworten mit Zitat

Das Thema "Anglizismen in der deutschen Sprache" finde ich (fast möchte ich sagen: endlich mal wieder) wichtig und interessant, und würde gerne mehr Gedanken von verschiedensten Foristen darüber lesen. Das Thema ist in einem Schriftstellerforum m. E. auch sehr sinnvoll platziert.

Schade, dass diese Einstellung nicht von allen geteilt wird. Wozu beim Thema bleiben, der Tonfall des anderen erscheint viel aufregender.
Ich verstehe nicht, wie einem selbst dieses öffentliche Gezänk nicht peinlich sein kann.
Bitte weicht auf PNs aus, damit wir uns hier sachlich über Anglizismen in der deutschen Sprache austauschen können.


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fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 15.09.2020 11:17    Titel: Antworten mit Zitat

Das"show, don't tell" ist ein verselbstständigtes Zitat. Hans hat da schon irgendwie recht. Es muss nicht krampfhaft jeder Begriff eingedeutscht werden. Nicht jeder der älteren Generation hatte Englisch in der Schule und im Gegensatz zu Alltagsbegriffen wie Computer oder OK sind solche Formulierungen keineswegs für jeden aus dem Zusammenhang erkennbar.
Wobei man auch gehässig sagen könnte, S, d. t. ist eine amerikanische Schreibratgeber-Unsitte, da es nicht mal eine entsprechende deutsche Floskel dafür gibt.


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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 15.09.2020 11:26    Titel: Antworten mit Zitat

... und zu Anglizismen allgemein:
Wenn ich mit meinem Klapprechner im Weltnetz unterwegs bin und meine elektronische Post lese, merke ich, dass verschiedene Begriffe einfach von der Alltagssprache assimiliert wurden. Wahrung der deutschen Sprache ist schön und gut, aber es findet nunmal ein ständiger Wandel statt, den man akzeptieren sollte oder in Gefahr läuft, nicht ernst genommen zu werden bzw. in eine bestimmte Ecke gedrängt zu werden.
Die von mir gebrauchte Formulierung Weltnetz wird ja inzwischen dem Nazivokabular zugeordnet.


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Ribanna
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BeitragVerfasst am: 15.09.2020 11:35    Titel: Antworten mit Zitat

Aber neben "show don't tell" haben wir ja z.B. die "persona non grata" - also Ausdrücke einer anderen Sprache wurden immer wieder übernommen, oder?

Sorry, keine Zeit jetzt. Später mehr!


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Ralphie
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BeitragVerfasst am: 15.09.2020 11:47    Titel: Antworten mit Zitat

Vor allem sollten wir bedenken, dass die deutsche Sprache seit Jahrhunderten fremde Wörter in sich aufgenommen hat, die gar nicht mehr als Fremdwörter wahrgenommen werden, z. B. Motor oder Automatik.

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LG
Ralphie
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Abari
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BeitragVerfasst am: 15.09.2020 11:54    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde es überflüssig, sich über Anglizismen zu beklagen. Lebendige Sprache nimmt Einflüsse aus anderen Sprachen auf und sondert selbst welche ab. Die Kritik daran ist nicht neu; vor hundert Jahren war es das Französische, vor zweihundert auch... Allein, so finde ich, bedürfen wir der entlehnten Wörter.

Wer wollte schon den Ganoven (hebr. "ganav" "Dieb"), interessieren (wie alle -ieren-Verben aus dem Latein), Bonbon (franz.) sämtliche Begriffe aus der Seefahrt (die alten Germanen fuhren nicht zur See und hatten entsprechend gar keine Worte dafür) oder was auch immer aus der Sprache streichen, nur weil sie sie nicht genuin Deutsch sind? Natürlich kann man auf Begriffen herumreiten, die weniger gebräuchlich sind, wie zB Eloquenz oder Akrostichon, mit denen eine kleine Sprachschar sich zu bekleiden sucht. Aber es hat mit einer gewissen Elitarität zu tun, einer eingeschworenen Gemeinschaft, die eben ihre eigenen Worte benutzt. Gehe zB unter Christen, wie elitär Sprache da ist. Einem Nichtfrommen mag das Gerede von Heiligem Geist, Auferstehung und dem Herren - alles deutsche Worte - nur zu befremdlich erscheinen. Er wird sein Smartphone zücken, ein Kopfschüttel-Smiley auf seiner facebook-Seite posten und ein wenig über diese crazy Truppe lästern. Warum die elitäre Guppe? Weil die meisten Anglizismen aus der Jugendsprache in das allgemeine Deutsch schwappen; also wieder eine bewusst andere Sprachlichkeit das große Ganze beeinträchtigt. Da ist ein Bestreben, dazu zu gehören; erst auf der einen, dann der anderen Seite.

Sprache entwickelt sich nun einmal. Der "echte" deutsche Wortstamm ist lächerlich klein und ein Blick in den "Schützeichel" (althochdeutsches Wörterbuch) oder ein ethymologisches Wörterbuch zeigt schnell, wie klein. Das ist nicht schlimm. Oder wollten wir gar den Tiegel/Ziegel (lat. "tegula") als nicht "urdeutsches" Wort streichen? Auch der war einmal neu in der Sprache und hat entweder ein anderes, deutsches Wort ersetzt oder seine Bedeutung verschoben oder war das Wort für die Dachpfanne, das - so wie zB Laptop und Influencer heute - einen Gegenstand bezeichnete, für das es kein deutsches Wort gab.

Freilich ist die Zeit zu kurz gewesen, um aus Laptop einen "deutschen" Begriff zu schmieden, wie es bei besagtem Ziegel der Fall ist. Dazu bedarf es größerer Zeitspannen. Aber ich bezweifle, dass Boshaftigkeit und Abschätzigkeit der richtige Weg sind, um den jugendlichen Sprechern das Wort zu verbieten. Das macht in meinen bescheidenen Augen das Unterfangen lächerlich.

Ich persönlich empfinde es als Bereicherung und staunend erfreue ich mich daran, miterleben zu dürfen, wie gerade mal wieder eine neuerliche Welle der Sprachentwicklung über uns hinweggeht. Keine von oben instruierte (wie zB die Rechtschreibreform eine war), sondern ganz aus dem Herzen des Volkes, der "Sprachbenutzer". Ich liebe meine Sprache; aber von einer wie auch immer gearteten "Reinhaltung" habe ich mich schon vor Jahren entfernt. Es entspricht auch nicht meinem Demokratieverständnis, dahingehend präskriptiv zu wirken. Ganz im Gegenteil: Solche Einflüsse helfen mir, aus papiernen Figuren, die aus meiner Form gestürzt sind, echte, lebendige Menschen zu machen, ohne dauernd darauf zu verweisen, wer gerade spricht.


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Abari
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BeitragVerfasst am: 15.09.2020 12:33    Titel: Antworten mit Zitat

Weil es mir gerade noch einfällt: Die Sprache verschlingt auch Wörter, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. "Subotnik", "bas", "SchuPo" - Begriffe, die entweder antiquiert waren und der Großelterngeneration angehörten oder mit dem Untergang des sie hervorbringenden Systems ihre Relevanz verloren haben. Ich weiß nicht genau, wie viele Worte bei jeder Dudenneuauflage gestrichen werden, aber es sind viele.

Gilt es, das zu bedauern? Ich tue es, aber tröste mich damit, dass an ihre Stelle andere, verbreitetere Worte treten. Ich kann ja benutzen, was ich will; wer wollte mir darin Grenzen setzen? Und oft tue ich das auch, fühlend, dass ich mich in eine bestimmte Ecke gedrängt fühle, nämlich der Selbstridikülisierung oder eine gewissen politischen Gruppe.


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Kojote
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BeitragVerfasst am: 15.09.2020 12:44    Titel: Antworten mit Zitat

https://www.youtube.com/watch?v=sBXViHJyUfs

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"Doobedoobedoo." (Frank Sinatra)
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 15.09.2020 13:41    Titel: Antworten mit Zitat

@an Abari:
Ich wollte gerade noch etwas Weiterführendes zu deinen Worten schreiben.
Dann habe ich deine anregenden Ausführungen ein zweites Mal gelesen und fand, dass eigentlich schon alles sehr schön drinsteht ... danke dafür smile


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fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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Natalie2210
Geschlecht:weiblichSchmierfink

Alter: 33
Beiträge: 75



BeitragVerfasst am: 15.09.2020 15:00    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
https://www.youtube.com/watch?v=sBXViHJyUfs


GENIAL!!!!
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Vogelsucher
Geschlecht:männlichSchmierfink

Alter: 15
Beiträge: 92



BeitragVerfasst am: 15.09.2020 15:05    Titel: Antworten mit Zitat

Verstehst du auch der Vöglein Song
Am spring morning - soft und homely,
verstehst du, was der Quell dir quietly
mit seinem Whispern talkt?
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Vogelsucher
Geschlecht:männlichSchmierfink

Alter: 15
Beiträge: 92



BeitragVerfasst am: 15.09.2020 15:09    Titel: Antworten mit Zitat

Für mich ist die Sprache ein wichtiges ästhetisches Mittel.
Manche Wörter passen vom Klang einfach nicht in ein bestimmtes Gedicht o. Ä., egal welcher Sprache sie entstammen.

Übrigens vergisst der Komiker im Video, dass es sehr wohl auch etliche Bemühungen gab, das Französische aus dem Deutschen fernzuhalten. Woher kommen denn bitte Wörter wie "Bürgersteig", "Altertum" oder "Tatsache"?
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