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Kennt ihr die bange Frage "Hast Du das etwa selbst erlebt...?"

 

 
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Prosagonistin
Geschlecht:weiblichSchmierfink

Alter: 47
Beiträge: 85
Wohnort: Settingshausen


BeitragVerfasst am: 27.08.2020 11:41    Titel: Kennt ihr die bange Frage "Hast Du das etwa selbst erlebt...?" eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

kennt ihr die bange Frage von (näheren) Familienangehörigen oder Freunden nachdem sie eure Texte gelesen haben: "Hast Du das etwa selbst erlebt / gemacht / gedacht...?" Gerne mit so einem mitleidigen Gesichtsausdruck?

Ich schreibe gerne nicht allzu leichte Kost. In meinen Geschichten geht es oftmals um Gewalt, Vergewaltigung, Inzest, Ehebruch, Selbstmord oder dergleichen.
Ich habe nichts von alledem selbst erlebt oder erlitten, trotzdem sind das Themen, die mich (und andere wahrscheinlich auch, aber die schreiben eben nicht darüber) beschäftigen und die sich eben gut in eine Geschichte verwursten lassen.
Und diese Fragen, ob man denn... und wenn du mal reden willst... und aber du hast doch nicht etwa...gehen mir gehörig aufn Sack (wenn ich es mal so ausdrücken darf). Da vergeht einem die Lust daran anderen etwas zum Lesen zu geben.
Ich frage mich nur, ob z.B. Krimiautoren, die über das Innenleben eines Axtmörders schreiben, sich ebensolche Fragen gefallen lassen müssen. Hast du denn etwa....? Ob da schonmal jemand vorsorglich die Polizei kontaktiert hat?
Und was ist mit Bret Easton Ellis? Wurde der nach American Psycho zwangseingewiesen?

Was habt ihr für Erfahrungen? Wird euch auch unterstellt, alles selbst erlebt zu haben?

Prosagonistin Buch


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"Eat & Chill" - Kurzgeschichte (Anthologie im Storia Verlag)
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Thomas74
Geschlecht:männlichKlammeraffe

Alter: 46
Beiträge: 694
Wohnort: Annaburg


BeitragVerfasst am: 27.08.2020 12:40    Titel: Antworten mit Zitat

Das Gegenteil.... Mir wurde vorgeworfen, wenn ich eine weibliche, homosexuelle Figur vorkommen lasse, könnte ich das unmöglich wegen fehlender eigener Erfahrung realistisch herüberbringen.

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Optimismus ist, bei Gewitter in einer Kupferrüstung auf dem höchsten Berg zu stehen und "Scheiß Götter!!" zu rufen.
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Michel
Geschlecht:männlichExposéadler

Alter: 48
Beiträge: 2702
Wohnort: Südwest
Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
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BeitragVerfasst am: 27.08.2020 12:57    Titel: Antworten mit Zitat

Gefragt wurde ich nicht, hörte aber Jahre später, dass die Familie sich Sorgen machte, ob ich depressiv würde. Hintergrund war ein Weihnachtsgeschenk: Sieben Geschichten über Gevatter Tod, komplett mit Linoldrucken. Einer meiner Lieblingssätze aus dem Tagebuch des Gevatters war: "Ging zur Schlucht und wartete auf das Herbstürzen der Reisekutsche."
Meine Geschichten sind seitdem nicht freundlicher geworden. Aber im Brotberuf arbeite ich mit Patienten an der Überwindung von deren Depressionen. Laughing


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Ab November 2019 im Handel: "Shevon", erster Band der Flüchtlings-Chroniken
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Ebor
Geschlecht:weiblichSchmierfink


Beiträge: 58



BeitragVerfasst am: 27.08.2020 13:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Prosagonistin,

also ich wurde auch noch nie gefragt, ob ich etwas Geschriebenes selbst so erlebt habe. Und das, obwohl ich der Schreibgruppe wirklich einmal eine Kurzgeschichte über ein eigenes Erlebnis vorgelegt hatte. Vielleicht war es ja schlicht nicht authentisch genug, wer weiß?
Denn eigentlich ist die Frage ja ein Kompliment. Deine Leser erleben deine Schilderungen offenbar als glaubwürdig und realitätsnah, so dass es für manche schon beinahe zu "echt" wirkt.

Handelt es sich bei den Freunden, die sich nach der Lektüre um dich sorgen, denn um Vielleser oder eher um Leute, die sich nur ab und an ein Buch zu Gemüte führen? Manchmal habe ich den Eindruck, wer nur wenig liest ist auch nur wenig bereit, sich auf Fiktion einzulassen und sucht überall nach möglichen Hinweisen auf das Privatleben des Autors. Vor allem im Familien- und Freundeskreis...

Viele Grüße!

P.S. Ich selbst frage mich allerdings gelegentlich auch, woher so mancher Krimiautor diese zum Teil wirklich arg blutrünstigen Ideen nimmt... Aber eine Einweisung wegen zu viel Phantasie gibt es ja glücklicherweise noch nicht.
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Taranisa
Geschlecht:weiblichReißwolf

Alter: 51
Beiträge: 1337
Wohnort: Frankenberg/Eder


BeitragVerfasst am: 27.08.2020 14:45    Titel: Antworten mit Zitat

Bislang noch nicht, nur wird mir manchmal gesagt, dass das Mittelalter nun mal grausam war. Wenn ich mir z.B. die Nachrichten ansehe, muss ich sagen: Im Mittelalter war es auch nicht grausamer als heute.

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Willebroer
Geschlecht:männlichBücherwurm


Beiträge: 3437
Wohnort: OWL


BeitragVerfasst am: 27.08.2020 15:53    Titel: Antworten mit Zitat

Ebor hat Folgendes geschrieben:

Denn eigentlich ist die Frage ja ein Kompliment. Deine Leser erleben deine Schilderungen offenbar als glaubwürdig und realitätsnah, so dass es für manche schon beinahe zu "echt" wirkt.


Es ginge mir genauso.
Vor allem wenn es in einer Fantasy-Welt spielt oder einen Ausflug in den Weltraum schildert. Laughing
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Prosagonistin
Geschlecht:weiblichSchmierfink

Alter: 47
Beiträge: 85
Wohnort: Settingshausen


BeitragVerfasst am: 27.08.2020 16:35    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Willebroer hat Folgendes geschrieben:
Ebor hat Folgendes geschrieben:

Denn eigentlich ist die Frage ja ein Kompliment. Deine Leser erleben deine Schilderungen offenbar als glaubwürdig und realitätsnah, so dass es für manche schon beinahe zu "echt" wirkt.


Es ginge mir genauso.
Vor allem wenn es in einer Fantasy-Welt spielt oder einen Ausflug in den Weltraum schildert. Laughing


Hehe... Manches KANN man einfach nicht erlebt haben... Sich kaputt lachen  Da erübrigen sich natürlich diese Art von Nachfragen. Allerdings gibt es ja in jedem Genre auch zwischenmenschliche Beschreibungen, zwei Protas trennen sich, oder was weiß ich.... Dann könnten natürlich doch noch dumme Fragen kommen.

Prosagonistin Buch


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Prosagonistin
Geschlecht:weiblichSchmierfink

Alter: 47
Beiträge: 85
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BeitragVerfasst am: 27.08.2020 16:40    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ebor hat Folgendes geschrieben:

Denn eigentlich ist die Frage ja ein Kompliment. Deine Leser erleben deine Schilderungen offenbar als glaubwürdig und realitätsnah, so dass es für manche schon beinahe zu "echt" wirkt.


Mmh... Grr so habe ich es noch garnicht betrachtet...

Zitat:
Handelt es sich bei den Freunden, die sich nach der Lektüre um dich sorgen, denn um Vielleser oder eher um Leute, die sich nur ab und an ein Buch zu Gemüte führen? Manchmal habe ich den Eindruck, wer nur wenig liest ist auch nur wenig bereit, sich auf Fiktion einzulassen und sucht überall nach möglichen Hinweisen auf das Privatleben des Autors. Vor allem im Familien- und Freundeskreis...


Insbesondere handelt es sich dabei um meine Eltern, aber Eltern machen sich wahrscheinlich generell Sorgen... Rolling Eyes Sie sind eher so Mittelleser smile extra

Zitat:

P.S. Ich selbst frage mich allerdings gelegentlich auch, woher so mancher Krimiautor diese zum Teil wirklich arg blutrünstigen Ideen nimmt....


Ja, oder?

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Prosagonistin
Geschlecht:weiblichSchmierfink

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BeitragVerfasst am: 27.08.2020 16:44    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Michel hat Folgendes geschrieben:
Gefragt wurde ich nicht, hörte aber Jahre später, dass die Familie sich Sorgen machte, ob ich depressiv würde. Hintergrund war ein Weihnachtsgeschenk: Sieben Geschichten über Gevatter Tod, komplett mit Linoldrucken. Einer meiner Lieblingssätze aus dem Tagebuch des Gevatters war: "Ging zur Schlucht und wartete auf das Herbstürzen der Reisekutsche."
Meine Geschichten sind seitdem nicht freundlicher geworden. Aber im Brotberuf arbeite ich mit Patienten an der Überwindung von deren Depressionen. Laughing


Dann bist du ja quasi vom Fach! Jede Therapiesitzung bringt Input.
Ich denke, je sensibler man ist, desto besser kann man sich auch in unbequeme Gefühlstiefen eines Protas einfühlen. Deswegen muss man ja nicht gleich an Selbstmord denken.
Generell sollte man als Autor eine gewisses Maß an Empathie mitbringen.

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Prosagonistin
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BeitragVerfasst am: 27.08.2020 16:47    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Thomas74 hat Folgendes geschrieben:
Das Gegenteil.... Mir wurde vorgeworfen, wenn ich eine weibliche, homosexuelle Figur vorkommen lasse, könnte ich das unmöglich wegen fehlender eigener Erfahrung realistisch herüberbringen.


 Sich kaputt lachen
Und genau da liegt ja das Können des Schriftstellers....sich in andere so hineinzuversetzen, dass es autentisch rüberkommt. Aber auch (und gerade) als Mann kennt man sich ja auch mit der weiblichen Anatomie aus, gell? Embarassed

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Prosagonistin
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Beiträge: 85
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BeitragVerfasst am: 27.08.2020 16:47    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Taranisa hat Folgendes geschrieben:
Bislang noch nicht, nur wird mir manchmal gesagt, dass das Mittelalter nun mal grausam war. Wenn ich mir z.B. die Nachrichten ansehe, muss ich sagen: Im Mittelalter war es auch nicht grausamer als heute.


Das stimmt wohl....


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Ebor
Geschlecht:weiblichSchmierfink


Beiträge: 58



BeitragVerfasst am: 27.08.2020 17:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Prosagonistin,

Prosagonistin hat Folgendes geschrieben:
Allerdings gibt es ja in jedem Genre auch zwischenmenschliche Beschreibungen, zwei Protas trennen sich, oder was weiß ich.... Dann könnten natürlich doch noch dumme Fragen kommen.


Haha, ja, Willebroer hat natürlich Recht, wer in der Science-Fiction oder Fantasy unterwegs ist, dem stellt man diese Fragen wohl eher selten, und schätzt natürlich trotzdem eine gewisse Authentizität. Da hätte ich mich genauer ausdrücken müssen Laughing

Also ich meine mit zu "echt" unter anderem auch, dass man als Leser, der dich persönlich kennt eine ganz andere Sichtweise auf deine Story hat. Je genauer und "glaubwürdiger" du eine Situation beschreibst, desto eher werden sich deine Eltern fragen, ob da nicht doch ein Körnchen Realität versteckt ist.
Es gibt da doch immer mal wieder diese Beschreibungen, die einen sofort denken lassen, dass an dieser Stelle eine typische Vorliebe oder Eigenschaft (oder Szene aus dem Alltag, der Arbeit, der Uni) des Autors beschrieben wird - sofern ich diesen denn auch persönlich kenne. Fremden Lesern würde so etwas aber gar nicht auffallen. Oder eben Leuten, die im Alltag sowieso ständig viele Texte von anderen lesen. Dann wirkt es zwar authentisch, aber man denkt nicht sofort "Ha! Das ist ja sicher autobiographisch!" Weißt du, wie ich meine?
Auch deswegen hatte es mich interessiert, ob es allen deinen Testlesern so geht oder nur den Leuten, die dich wirklich gut kennen. Vielleicht besteht da ja ein Zusammenhang. Ich empfinde es jedenfalls als Kompliment, wenn die Leser am Ende denken "Jo, also das kann ich mir vorstellen, dass das wirklich genau so passiert ist." (Auch gern beim Weltraumspaziergang oder Kampf mit dem Drachen Laughing)
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 28.08.2020 17:07    Titel: Re: Kennt ihr die bange Frage "Hast Du das etwa selbst erlebt...?" Antworten mit Zitat

Prosagonistin hat Folgendes geschrieben:
Wird euch auch unterstellt, alles selbst erlebt zu haben?

Nein. Sogar seltener als es tatsächlich gerechtfertigt wäre.


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fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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Maunzilla
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BeitragVerfasst am: 28.08.2020 20:17    Titel: Antworten mit Zitat

Das passiert mir als Autor von Science-fiction- und Fantasy-Geschichten eher selten. Laughing

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"Im Internet weiß keiner, daß du eine Katze bist." =^.^=
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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 29.08.2020 02:08    Titel: Antworten mit Zitat

Eigentlich eher nicht, wobei es eine meine Testleserinnen recht gut drauf hat, zu erraten, wenn ich was autobiographisches einbaue.
Manchmal zensiere ich aber auch: Meine Geschichte "Der letzte Abend" (über das goldene Gabel Symbol erreichbar) habe ich zum Beispiel meinen Eltern gegenüber nie erwähnt, obwohl der Text gewonnen hat und sie gerne Wettbewerbsgeschichten von mir lesen. Mein Vater hat einen recht politisch unkorrekten Humor und gibt gerne mal sarkastisch Stammtischparolen von sich, ohne das wirklich ernst zu meinen, worüber sich meine Mutter immer aufregt, weil sie entweder selbst meint, er könnte das ernst meinen oder befürchtet, es könnte von anderen missverstanden werden. Damals als Jugendlicher habe ich ihnen auch (in einer Punk-Phase) mal vorgeworfen, kaputte Spießer zu sein.  Bei der Geschichte hatte ich dann echt Bedenken, sie könnten die auf sich beziehen und fälschlich annehmen, das sei eine überspitzte Darstellung, wie ich heute über sie denken würde. Da wollte ich dann lieber auf Nummer Sicher gehen und die Frage von vorne rein ausschließen, zumal besonders meine Mutter die Tendenz hat, Dinge schnell mal als Kritik zu verstehen, die gar nicht als solche gemeint sind.


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BlueNote
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Ei 4



BeitragVerfasst am: 29.08.2020 07:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hmmm ... ich überarbeite gerade meine Sexszene ... Hast du die etwa selbst erlebt? Leugnen lässt sich das ja bei zwei Kindern prinzipiell nicht.
Ja, die Mischung aus Realität und Fiktion kapieren die meisten nicht so recht. Vielleicht wäre die beste Antwort, die Realität würde zur Fiktion inspirieren. Oder, dass man als Schriftsteller die Freiheit habe, über sämtliche Dinge zu schreiben, wie man sie sich vorstellt (aha, Tagträume also wink ).

Ich glaube, was mich viel mehr stört ist, dass Leute im Bekanntenkreis plötzlich zu Marketingexperten werden und dass es mindestens der Bestseller sein muss, damit sich die Mühe gelohnt hat ("Was verdienst du damit eigentlich?"). Dann wird nach Genre, Verlagen, völlig irrealen Verkaufszahlen etc. gefragt. Als Chance, intensiv in eine fremde (und doch auch irgendwie bekannte Welt) eindringen zu können, begreifen die meisten (wahrscheinlich) die Lektüre nicht.

Aber vielleicht wird alles ja auch ganz anders.
Von der Vorstellung sollte man sich vielleicht gar nicht so beeinflussen lassen. Irgendwann (wenn du tot bist) wird irgendwer "diese Welt" verstehen. Und die hat tatsächlich viel mit der des Autors zu tun, auch wenn sie nicht ein direktes Abbild von dessen Lebenslauf ist.
Ist das nicht eine schöne Vorstellung?

Mit der Zeit gewinnt ein Roman aber immer mehr an Eigenleben, so dass er allmählich wirklich zu etwas ... Eigenem wird.
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