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Fantasy Roman ohne die "beliebten" Tropes?

 
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this_awkward_fox
Geschlecht:weiblichSchneckenpost

Alter: 23
Beiträge: 8
Wohnort: irgendwo auf Planet Erde


BeitragVerfasst am: 17.08.2020 19:01    Titel: Fantasy Roman ohne die "beliebten" Tropes? eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo!

Ich wollte mal so rein fragen, ob jemand hier schon einmal Erfahrung mit Verlagen und "unüblichen" Stories gemacht hat.

Ich arbeite an meinem aller ersten Roman (den ich der Öffentlichkeit zumuten kann) und habe schon immer sehr gerne Fantasy Geschichten gelesen. Das Problem: mMn haben sich klare "Nischen" mit eigenen Klischees rauskristallisiert. Ich möchte mein eigenes Fantasy System haben, also keine Zwerge, keine Elfen (im üblichen Sinne) und keine klaren "bösen" Kreaturen (vielleicht aber ein Drache oder zwei). Liebesdreiecke und generell die Konzentration auf Romantik hängt mir zum Hals raus. Und der oft sehr ernste, mehr "mittelalterliche" Schreibstil ist auch eher nicht meins.
Ich habe bereits eine Idee und Outline für meine Geschichte und weiß auch in etwa in welchem Ton ich schreiben möchte.

Was ich mich frage ist, wie Verlage auf solche Manuskripte reagieren? Ich habe schon oft gehört, dass darum gebeten wird Sachen zu ändern, zu kürzen oder zu überarbeiten, und damit bin ich auch voll und ganz einverstanden! Ich fürchte aber, das mein Manuskript abgelehnt werden könnte, weil eben solche kommerziell "erprobten" Tropes, wie ein Liebesdreieck z.B., fehlen, oder ich für keine genaue Zielgruppe schreibe (ich denke meine Zielgruppe wird aber eher Erwachsene sein).

Ich weiß es klingt vielleicht etwas arrogant..."Meine Story ist so eine besondere, künstlerisch wertvolle Schneeflocke, dass ich fürchte, dass niemand sie annehmen wird!!1"  So meine ich das überhaupt nicht. Es ist eher meine Erfahrung, dass die meisten Fantasy Romane, die ich in Regalen sehe, oft sehr gleichförmig sind. Die Teen Romane halten sich an Romanzen und starke Frauen, während die "High fantasy" eher ernste, grimme, mittelalterlich angehauchte Stories sind.

Ich frage mich oft, ob meine Idee überhaupt anklang finden könnte, oder ob eine Story die ich "für mich" geschrieben habe, vielleicht einfach für mich bleiben sollte...


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Kiara
Geschlecht:weiblichReißwolf

Alter: 40
Beiträge: 1334
Wohnort: bayerisch-Schwaben


BeitragVerfasst am: 17.08.2020 19:12    Titel: Antworten mit Zitat

Etwas Neues hat es immer etwas schwerer, weil jemand für dich ein Risiko eingehen muss.
Ich persönlich ermutige dich, dein Ding durchzuziehen, denn Einheitsbreit gibt es schon mehr als genug.


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Zum Schweigen fehlen mir die Worte.

- Düstere Lande: Das Mahnmal (2018/2020)
- Düstere Lande: Schatten des Zorns (2020)
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Thomas74
Geschlecht:männlichKlammeraffe

Alter: 46
Beiträge: 685
Wohnort: Annaburg


BeitragVerfasst am: 17.08.2020 19:16    Titel: Antworten mit Zitat

Stell doch mal eine Kostprobe in den Einstand, da kriegst du schon mal erste Resonanz, ob andere Leser dein Werk genauso einordnen.
Hier im Forum ist es ja anonym.


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Optimismus ist, bei Gewitter in einer Kupferrüstung auf dem höchsten Berg zu stehen und "Scheiß Götter!!" zu rufen.
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Maunzilla
Klammeraffe


Beiträge: 743



BeitragVerfasst am: 17.08.2020 19:29    Titel: Antworten mit Zitat

Unbedingt deine Ideen verfolgen und deinem eigenen Stil treu bleiben! Den gleichen Mainstream-Einheitsbrei schreiben wie tausend andere, bringt dir weder Ruhm noch wirklich Geld ein. Berühmt werden die, die etwas neues schaffen und reich werden eh die allerwenigsten Fantasy-Autoren.
Vielleicht wird dein Talent eines Tages entdeckt und gewürdigt, vielleicht (wahrscheinlich) auch nicht; aber in jedem Falle ist es besser, sein eigenes Ding durchzuziehen, weil einem das immer die meiste Befriedigung verschafft.


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"Im Internet weiß keiner, daß du eine Katze bist." =^.^=
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V.K.B.
Geschlecht:männlich[Error C7: not in list]

Alter: 47
Beiträge: 2935
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Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 17.08.2020 19:32    Titel: Antworten mit Zitat

Fall es dich beruhigt, ich mach das gleiche. Schreibe auch Fantasy, aber gemischt mit Metafiction und E-Literatur, das passt auch in keine Schublade. Zwei Kurzgeschichten dieser Art habe ich schon in Anthologien gekriegt, und bei meiner Romanreihe, von der der erste Band fertig ist, habe ich mich noch nicht getraut, das an Agenturen zu schicken. Da muss ich langsam mal den Dreh kriegen. Aber ich habe die gleichen Bedenken wie du, das geht schon beim Exposé los, denn eigentlich halte ich den Roman für nicht exposierbar. Soll ich da reinschreiben, dass ich mich der Anti-Story bediene und der Gesamtplot wie ein Mentalisten-Zaubertrick funktioniert und den Leser immer wieder mit seiner Trope-Erwartungshaltung mindfuckt? Dass ich buchintern das Fantasy-Genre eher dekonstruiere, als es zu bedienen? Meinen Testlesern hat es gefallen, aber da kamen auch oft Aussagen wie "so ein Buch habe ich sonst noch nie gelesen".  Zu Marktchancen kann ich von daher also leider noch nichts sagen.

beste Grüße,
Veith


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Warning: Cthulhu may occasionally jumpscare people …
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Ron Swanson
Geschlecht:weiblichKlammeraffe

Alter: 29
Beiträge: 834
NaNoWriMo: 4094
Wohnort: Gütersloh


BeitragVerfasst am: 17.08.2020 19:38    Titel: Re: Fantasy Roman ohne die "beliebten" Tropes? Antworten mit Zitat

Ich habe folgenden Satz verinnerlicht, nachdem ich mit demselben Problem gehadert hatte:

Schreibe nur, was du selbst lesen würdest.


Heißt für mich: Derber Humor, keine schnulzige Romanze, homosexuelle Charaktere etc.
Das macht mir einfach Spaß und deswegen bleibe ich auch dabei.
Ich habe einmal versucht, etwas anderes zu schreiben, in der Hoffnung, mehr Anklang zu finden.
Aber das war einfach nicht ich.

Wenn du deine neue frische Idee gut aufs Papier bringst, ist doch alles super Daumen hoch²
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this_awkward_fox
Geschlecht:weiblichSchneckenpost

Alter: 23
Beiträge: 8
Wohnort: irgendwo auf Planet Erde


BeitragVerfasst am: 17.08.2020 20:07    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen dank für all die ermutigenden Antworten bisher! Ich bin immer sehr eigenkritisch und scheu, aber ich habe mir fest vorgenommen in diesem Forum bald mal einen Ausschnitt oder eine meiner Kurzgeschichten zu posten!
Mr. Green


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Elbenkönigin1980
Klammeraffe


Beiträge: 516
Wohnort: Trier


BeitragVerfasst am: 17.08.2020 20:09    Titel: Re: Fantasy Roman ohne die "beliebten" Tropes? Antworten mit Zitat

this_awkward_fox hat Folgendes geschrieben:
Hallo!

Ich wollte mal so rein fragen, ob jemand hier schon einmal Erfahrung mit Verlagen und "unüblichen" Stories gemacht hat.

Ich arbeite an meinem aller ersten Roman (den ich der Öffentlichkeit zumuten kann) und habe schon immer sehr gerne Fantasy Geschichten gelesen. Das Problem: mMn haben sich klare "Nischen" mit eigenen Klischees rauskristallisiert. Ich möchte mein eigenes Fantasy System haben, also keine Zwerge, keine Elfen (im üblichen Sinne) und keine klaren "bösen" Kreaturen (vielleicht aber ein Drache oder zwei). Liebesdreiecke und generell die Konzentration auf Romantik hängt mir zum Hals raus. Und der oft sehr ernste, mehr "mittelalterliche" Schreibstil ist auch eher nicht meins.
Ich habe bereits eine Idee und Outline für meine Geschichte und weiß auch in etwa in welchem Ton ich schreiben möchte.

Was ich mich frage ist, wie Verlage auf solche Manuskripte reagieren? Ich habe schon oft gehört, dass darum gebeten wird Sachen zu ändern, zu kürzen oder zu überarbeiten, und damit bin ich auch voll und ganz einverstanden! Ich fürchte aber, das mein Manuskript abgelehnt werden könnte, weil eben solche kommerziell "erprobten" Tropes, wie ein Liebesdreieck z.B., fehlen, oder ich für keine genaue Zielgruppe schreibe (ich denke meine Zielgruppe wird aber eher Erwachsene sein).

Ich weiß es klingt vielleicht etwas arrogant..."Meine Story ist so eine besondere, künstlerisch wertvolle Schneeflocke, dass ich fürchte, dass niemand sie annehmen wird!!1"  So meine ich das überhaupt nicht. Es ist eher meine Erfahrung, dass die meisten Fantasy Romane, die ich in Regalen sehe, oft sehr gleichförmig sind. Die Teen Romane halten sich an Romanzen und starke Frauen, während die "High fantasy" eher ernste, grimme, mittelalterlich angehauchte Stories sind.

Ich frage mich oft, ob meine Idee überhaupt anklang finden könnte, oder ob eine Story die ich "für mich" geschrieben habe, vielleicht einfach für mich bleiben sollte...


Also ich fände es mal interessant, eine Fantasystory fernab der üblichen Klischees zu lesen, wirst du davon auch mal was hier reinstellen oder eine AG zu deinem Roman aufmachen?
Ich würde es jedenfalls lesen, mich nervt es manchmal auch, dass in Fantasyromanen immer eine kitschige Liebesgeschichte eingebaut wird, und in fast jedem Roman die gleichen Fantasyfiguren auftauchen.
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MrT
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 540

Ei 3


BeitragVerfasst am: 17.08.2020 20:15    Titel: Re: Fantasy Roman ohne die "beliebten" Tropes? Antworten mit Zitat

this_awkward_fox hat Folgendes geschrieben:
[...] keine Zwerge, keine Elfen [...]


usw. gibt es bei mir auch nicht. Selbst Drachen  fehlen. Und geknutscht (oder schlimmeres wird erst recht nicht).

Was die Verlage dazu sagen werden? Abwarten.

Wichtig ist nur, dass dies die Geschichte ist, die ich schon immer schreiben wollte / schreibe bzw. in der Überarbeitungsphase ist.

Also nur mutig ans Werk. Daumen hoch


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"Zwei Engel wider Willen", theaterboerse, 08/2017
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Michel
Geschlecht:männlichExposéadler

Alter: 48
Beiträge: 2695
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Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 17.08.2020 21:12    Titel: Antworten mit Zitat

Mein Erstling segelt unter "Fantasy", weil ich mich ungeniert bei der spätrömischen Republik bedient habe, ohne dass der Roman jemals in Rom spielen würde. Ich habe …
… keine Zauberer.
… keine magischen Wesen. (Versuche in der Richtung sind allesamt gescheitert.)
… keine Elfen, Orks, Drachen, Versicherungsvertreter oder sprechenden Fische.
… einen Helden, der alles andere als strahlend ist. (Was mir in Buchbesprechungen auch vorgeworfen wird.)
… einen Antagonisten, den ich interessanter finde als den Protagonisten.
… eine eher konventionelle Schreibe, relativ geradlinig. Nicht weil es en Vogue ist, sondern weil ich das am besten kann.

Nachdem ich mir von Agenturen bestenfalls sehr klare Absagen eingehandelt habe, habe ich bei Kleinverlagen vorbeigeschaut.
Was soll ich sagen? Das Buch vergangenen November in den Handel. smile


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Ab November 2019 im Handel: "Shevon", erster Band der Flüchtlings-Chroniken
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Raven1303
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 37
Beiträge: 287
Wohnort: NRW


BeitragVerfasst am: 17.08.2020 21:40    Titel: Antworten mit Zitat

Ich möchte dich auch ermutigen DEIN Buch zu schreiben.

Die Geschichte will ohnehin aus dir raus, also lege sie frei!!!
Scher dich nicht um Trends oder was gerade hipp ist.

Es gibt so viele Verlage, sicher ist einer mit genau deinem Genre irgendwo und wenn es eben ein ganz kleiner ist mit erlesener Leserschaft.
Bei "den Großen" kann es ja auch mal sein, dass ein neuer Lektor mal was anderes  wagen will.
So oder so: zieh es durch und schreib es zu Ende.


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Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den Nächsten vielleicht nicht vollbringen, aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm und ich kreise Jahrtausende lang.
Und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm? Oder ein großer Gesang... (R.M. Rilke)
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this_awkward_fox
Geschlecht:weiblichSchneckenpost

Alter: 23
Beiträge: 8
Wohnort: irgendwo auf Planet Erde


BeitragVerfasst am: 18.08.2020 07:59    Titel: Re: Fantasy Roman ohne die "beliebten" Tropes? pdf-Datei Antworten mit Zitat

Elbenkönigin1980 hat Folgendes geschrieben:
Also ich fände es mal interessant, eine Fantasystory fernab der üblichen Klischees zu lesen, wirst du davon auch mal was hier reinstellen oder eine AG zu deinem Roman aufmachen?
Ich würde es jedenfalls lesen, mich nervt es manchmal auch, dass in Fantasyromanen immer eine kitschige Liebesgeschichte eingebaut wird, und in fast jedem Roman die gleichen Fantasyfiguren auftauchen.


Ich bin leider noch nicht so zufrieden mit dem Geschriebenen, dass ich es jemand anderem antun würde.^^' Aber ich plane auf jeden Fall, einen Abschnitt oder eine der Kurzgeschichten hier zu posten, um zu sehen wie mein Schreibstil so ankommt!


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Stefanie
Reißwolf


Beiträge: 1290



BeitragVerfasst am: 18.08.2020 08:26    Titel: Antworten mit Zitat

Man braucht ein Genre, damit der Buchhändler wiß, in welches Regal er dein Werk stellen muss. Solange das klar definiert ist, dürften die Verlage froh sein, wenn etwas kommt, das hervorsticht und nicht der Einheitsbrei ist.
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MarVeRiCk94
Geschlecht:männlichSchmierfink

Alter: 26
Beiträge: 98
Wohnort: Dülmen


BeitragVerfasst am: 18.08.2020 10:00    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe letztens mal mein Fantasy-Epos, was jetzt schon seit einiger Zeit leider bei mir in der Schublade liegt, gegenüber meinem Vater neulich mal als "Fantasy-Epos mit einer Prise Gesellschaftskritik" bezeichnet. Kurzum, ich bediene mich auch einiger Klischees wie den üblichen Elfen und Orks aus der Fantasy-Welt, bringe aber auch eine handvoll eigener Ideen mit, und es ist eben nicht nur die kunterbunte Alles-in-Ordnung-Welt, wo der Held die Prinzessin aus dem Turm rettet und mit ihr in den Sonnenuntergang reitet.

Kurzum: Mir ist es eigentlich egal, ob jemand die generischen Fantasy-Tropes als langweilig, tausend mal gelesen und störend empfindet oder nicht. Ich habe meine Geschichte geschrieben und ich liebe sie so, wie sie ist. Sie hat genügend Alleinstellungsmerkmale, um nicht als die nächste 08/15-Fantasy-Leier durchzugehen.

Wie schon die anderen sagten, mach einfach dein Buch und schreibe deine Geschichte, die dir gefällt. Schreibe nicht ein Buch, was jedem Fantasy-Leser gefällt weil es die üblichen Klischees bedient, und schreibe kein Buch, was aus dem Zwang, anders sein zu wollen, am Ende überhaupt nichts ist - schreibe DEIN Buch. Zu allererst muss es nämlich dir gefallen smile

Und ja, das Problem mit den Verlagen kenn ich auch...ich konnte mein Buch auch noch nicht an den Mann bringen und mir gehen auch langsam die Verlage aus, die ich noch anschreiben könnte Embarassed


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"Life is more than the Real Life."
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MissClara
Geschlecht:weiblichSchmierfink


Beiträge: 74



BeitragVerfasst am: 18.08.2020 17:30    Titel: Antworten mit Zitat

Ich schließe mich an - mach dein Ding so, wie es für dich rund ist. Wichtig ist vor allem, dass du weißt, wo du ein Genre brichst und dich dann später selbst einordnen kannst. Vielleicht ist es ja auch gar keine Fantasy? Sondern Magischer Realismus oder irgendwo dazwischen? (Ich kenne mich auf dem Feld nicht aus - sorry, war nur ein Beispiel.)

Wer sagte das noch mal - man muss die Regeln des Handwerks kennen, um sie zu brechen und das tust du ja. Ich denke, allergisch reagieren Verlage vor allem auf Bewerbungen, die erkennen lassen, dass sie gar nicht wissen, für welche Zielgruppe ihre Geschichte überhaupt sein soll bzw. nicht erklären können, warum sie von Standard XY abgewichen sind. Klar muss man sich einordnen, aber man sollte ja auch gleichzeitig ein "Alleinstellungsmerkmal" haben...
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Mumienfreund
Schmierfink


Beiträge: 74



BeitragVerfasst am: 18.08.2020 22:23    Titel: Antworten mit Zitat

Das Problem sind weniger die Verlage, sondern dass sich die Mainstream-Fantasy-Käufer bei von der Norm abweichenden Storys eher zurückhalten. Es gibt zwar ein Markt für "ungewöhnliche" Fantasy-Geschichten, aber der ist noch kleiner als der ohnehin schon überschaubare Bereich der Fantastik (also Fantasy, SF, Horror).

Bei Agenturen braucht man es in der Regel erst gar nicht versuchen, denen ist der Aufwand zu hoch, da sich die erwartbaren Auflagen oft nur im dreistelligen Bereich bewegen. Da sollte man dieses spezialisierten Kleinverlage direkt ansprechen.
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BrianG
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 43
Beiträge: 221



BeitragVerfasst am: 19.08.2020 08:04    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hinterfrage einfach mal die Meinung, dass der Markt von Standard-Fantasy überschwemmt werden würde.

Ehrlich gesagt habe ich nicht den Eindruck, der Markt wäre von Stories im klassischen Tolkien-Stil übersättigt. Ad hoc fällt mir (edit: aus den letzten 15 Jahren) nur eine Buchreihe ein, die vor den angeblich so überstrapazierten Elementen wie Elfen, Drachen, bösen Herrschern und Orks (okay, dort hießen sie Urgals) nur so wimmelt, und das ist die Eragon-Reihe. (Peinlicherweise war das auch noch ein Bestseller).

Aber sonst? Im Fan-Story-Bereich mag es anders aussehen, aber in den Buchhandlungen würde ich mich erhlich gesagt mal freuen, einfach eine klassische Sword&Sorcery-Story zu finden, bei der nicht krampfhaft versucht wird, alles zu vermeiden, was angeblich ständig vorkommt.


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Und ich lächelte und war froh.
Und es kam schlimmer.
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Bunt Speck
Geschlecht:männlichEselsohr


Beiträge: 432
Wohnort: Brimm


BeitragVerfasst am: 19.08.2020 09:08    Titel: Re: Fantasy Roman ohne die "beliebten" Tropes? Antworten mit Zitat

this_awkward_fox hat Folgendes geschrieben:
Was ich mich frage ist, wie Verlage auf solche Manuskripte reagieren? Ich habe schon oft gehört, dass darum gebeten wird Sachen zu ändern, zu kürzen oder zu überarbeiten, und damit bin ich auch voll und ganz einverstanden! Ich fürchte aber, das mein Manuskript abgelehnt werden könnte, weil eben solche kommerziell "erprobten" Tropes, wie ein Liebesdreieck z.B., fehlen, oder ich für keine genaue Zielgruppe schreibe (ich denke meine Zielgruppe wird aber eher Erwachsene sein).


Die Frage ist ja, welche Verlage Du meinst. Allen gleich ist, denke ich, dass sie ihre Bücher verkaufen wollen. Dementsprechend sollte ein Manuskript in ihr Programm passen und von ihnen als "gut" (verkaufbar) befunden werden. Und da ist es, denke ich, ziemlich egal, ob in einer Fantasygeschichte Orks vorkommen oder nicht. Die Geschichte muss funktionieren und wird eben entsprechend durch das Lektorat angepasst/verbessert.

Aber das ein funktionierendes/gutes Manuskript aufgrund seiner Ungewöhnlichkeit scheitert, das glaube ich nicht. Wenn ja, dann funktioniert es nicht oder ist eben nicht gut genug - bitte immer aus der Sicht derjenigen, bei denen man sich damit bewirbt. Und dann muss man sich vielleicht auch als Autor an der eigenen Nase packen und fragen, was man will: möglichst großes Publikum und Verlagsunterstützung oder eben größtmögliche Freiheit.

Letztlich beurteilen die anderen, ob das was man geschrieben hat "gut" ist. Ein guter Indikator ist ein Einstandspost oder eine AG hier im Forum.

Grüße
Bunt


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Mumienfreund
Schmierfink


Beiträge: 74



BeitragVerfasst am: 19.08.2020 12:26    Titel: Antworten mit Zitat

BrianG hat Folgendes geschrieben:


Aber sonst? Im Fan-Story-Bereich mag es anders aussehen, aber in den Buchhandlungen würde ich mich erhlich gesagt mal freuen, einfach eine klassische Sword&Sorcery-Story zu finden, bei der nicht krampfhaft versucht wird, alles zu vermeiden, was angeblich ständig vorkommt.


Falls man in den Buchhandlungen überhaupt noch ein überzeugendes Angebot findet. In unserem Thalia haben sie neulich umgebaut und haben sich noch nicht einmal mehr die Mühe gemacht, Fantasy und SF voneinander zu trennen, wie es vorher der Fall gewesen ist. Steht jetzt alles durcheinander, sind aber sowieso nur noch zwei Regale. Vor ein paar Jahren waren das noch drei bis vier.
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Raven1303
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Alter: 37
Beiträge: 287
Wohnort: NRW


BeitragVerfasst am: 19.08.2020 14:52    Titel: Antworten mit Zitat

Dann liegt das "Problem" eher bei den Buchhandlungen bzw. bei den großen Ketten. Bei uns im Dorf gehe ich eh lieber in die kleinen inhabergeführten Buchläden. Die haben eine ganz andere Auswahl und da ist dann auch mal was ganz anderes dabei und nicht "nur" Mainstream.
Können Thalia und Co. sich überhaupt aussuchen, was sie im Laden haben und wo sie es hinstellen? Gefühlt sehen die Läden alle gleich aus, egal in welcher Stadt man ist.


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Elbenkönigin1980
Klammeraffe


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Wohnort: Trier


BeitragVerfasst am: 19.08.2020 15:18    Titel: Antworten mit Zitat

Michel hat Folgendes geschrieben:
Mein Erstling segelt unter "Fantasy", weil ich mich ungeniert bei der spätrömischen Republik bedient habe, ohne dass der Roman jemals in Rom spielen würde. Ich habe …
… keine Zauberer.
… keine magischen Wesen. (Versuche in der Richtung sind allesamt gescheitert.)
… keine Elfen, Orks, Drachen, Versicherungsvertreter oder sprechenden Fische.
… einen Helden, der alles andere als strahlend ist. (Was mir in Buchbesprechungen auch vorgeworfen wird.)
… einen Antagonisten, den ich interessanter finde als den Protagonisten.
… eine eher konventionelle Schreibe, relativ geradlinig. Nicht weil es en Vogue ist, sondern weil ich das am besten kann.

Nachdem ich mir von Agenturen bestenfalls sehr klare Absagen eingehandelt habe, habe ich bei Kleinverlagen vorbeigeschaut.
Was soll ich sagen? Das Buch vergangenen November in den Handel. smile


Cool, freut mich echt für dich Very Happy
Ich werds dann wohl auch mal bei den Kleinverlagen versuchen, vielleicht geben die eher noch neuen Autoren eine Chance als die großen Verlagsriesen.
Prima, dass das bei dir geklappt hat.
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Thomas74
Geschlecht:männlichKlammeraffe

Alter: 46
Beiträge: 685
Wohnort: Annaburg


BeitragVerfasst am: 19.08.2020 16:07    Titel: Re: Fantasy Roman ohne die "beliebten" Tropes? Antworten mit Zitat

Bunt Speck hat Folgendes geschrieben:


 Und da ist es, denke ich, ziemlich egal, ob in einer Fantasygeschichte Orks vorkommen oder nicht. Die Geschichte muss funktionieren und wird eben entsprechend durch das Lektorat angepasst/verbessert.



Eben nicht. Wenn sich dem Lektor bei der bloßen Erwähnung von Orks/Elfen die Zehnägel hochrollen, ist es seine subjektive Entscheidung, ob das Buch ins Programm passt, oder eher nicht.


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