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[ein] Achilles Sehnen


 
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Heidi
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 39
Beiträge: 1307
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 19.06.2020 18:00    Titel: [ein] Achilles Sehnen eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

    [ein] Achilles Sehnen


    1.

    Die Wiese riecht neu
    laufe ich weiter in Zeiten hinein
    die auf mich zukommen
    und fühle Weiß
    in mir

    explodieren Steine zu Sternen
    ein Meer im Raum
    empfinde ich dich

    Meine Arme öffnen sich
    meine Fingerkuppen suchen den Fluchtpunkt
    in der Ferne stehst du mit einem Mal vor mir
    barfuß empfinde ich Tau kitzelt
    meine Füße schweben
    mit geschlossenen Augen
    wehen Wimpern im Wind

    berühren deine Fingerkuppen meine
    flüchtig lächeln unsere Hände weil

    kein Krieg
    keine Leistung in der Gesellschaft
    wird nicht mehr benotet auf Zetteln
    gibt es keine Mörder
    auch nicht auf Feldern
    und nirgends Gitterstäbe
    Wir leben in Freiheit
    sind wir Künstler

    im Weiß seh ich
    überall Sterne
    ergreifen mich innerlich
    bin ich erfüllt von Augenblicken
    seh ich dich
    schwebst du mit mir
    laufe ich weiter mit Gras unter den Füßen

    lebe ich
    beweg ich mich
    seh ich dich

    wie durch Amethystaugen
    liegt mein Kopf in deiner Schulterbeuge
    wie gemacht
    dafür lieben wir die Bühne
    ehe ich mich aufmache
    leuchtet das Mikrofon silberne Fäden
    lächelst du lauschst du Worten
    die aus mir herausbrechen betont
     
    erzähle ich Geschichten
    die wahr sind
    minutenlang
    stundenlang
    hörst du
    lauschst du
    später dann reflektierst du mir

    Worte sie klingen
    emotional
    singen sie
    schreien sie
    flüstern sie
    zärtlich
    mitfühlend manchmal
    mit rauer Schroffheit
    wie ein Schlag in die Fresse
    und in die Magengrube dann
    eine zarte Umarmung ist Kunst


    hallt deine Stimme lebendig
    wie Staubpartikel
    schweben im
    Sonnenlicht flutet
    am Morgen wach ich
    neben dir singt der Rhythmus
    deines Herzschlags  

    wie Flüstern  
    wie Leben
    wie Schroffheit

    2.

    höre ich Worte nun brüllen
    von Norden her
    dringen sie auf uns ein
     
    Schrilles Fieber bedroht uns
    ergreift uns
    Augen öffnen sich

    kein Weiß

    Ich will das nicht
    Ich schließe sie
    panisch schließe ich meine Lider
    vergebens

    Betäubende Töne brechen
    zerbrechen was ist
    steigern sich
    zu einem zinnoberroten See
    der sich ausdehnt bis dorthin
    wo der Himmel endet
    brüllt er allen Frieden nieder

    Du bleibst bei mir sitzt du im zitternden Gras
    umgeben von Angst
    vor Stimmen
    die mich zerreißen und
    dieser faulige Geruch überall  
    hältst du mich dennoch und singst

    und flüsterst während
    deine Fingerkuppen berühren  
    zart meine ich schwebe wieder
    bewege mich weiter
    grabe ich meinen Kopf in deine Schulter
    Rhythmische Worte trösten
    alles still

    Metallisches Klacken vibriert in den Ohren
    entfällt mir dein Herzschlag stattdessen
    unaussprechliche Schmerzen
    erdrücken uns

    Eilig presse ich Hände auf Ohren
    presse Augenlider zu
    summe
    mir Lieder
    dir Lieder
    Sehe dich wieder im Weiß zwischen Sternen
    sehe ich wieder dich tanzen
    und löse mich auf

    3.

    Es gibt keine Waffen
    schon lange nicht mehr
    nur Zweifel geboren aus ihm
    bohrt sich die Klinge in meine Sehne
    und alles Sehnen
    will er scharf in deiner Kehle erdrücken
    Deine Stimme zerstören
    meine Liebe zerstören
    mein Leben

    und Fingerkuppen bedecken die Stelle
    knapp über der Ferse fühl ich Musik übertönt
    alle Kälte
    Eis taut hinweg
    im Weiß  
    seh ich dich

    dahinter Getöse
    seh dich sanft
    dazwischen dröhnt es
    seh dich
    sein Toben

    seh_

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nicolailevin
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 115
Wohnort: Süddeutschland


BeitragVerfasst am: 04.07.2020 09:56    Titel: Antworten mit Zitat

Nochn Gedicht. Freie Form. Oh weh, da tu ich mich schwer mit dem Rückmelden. In moderner Lyrik bin ich so gar nicht zu Hause: Meisterwerk oder halbzufälliges Betätigen der Zeilenschaltung - erkenne ich da überhaupt den Unterschied?

Was mich anspricht, ist die Ansprache des/der Geliebten. Das finde ich stark, da nehmen mich die Formulierungen mit.

Die Utopie dagegen: technisch, sachlich, kühl. Da spüre ich kaum Begeisterung oder auch nur Wohlwollen.

Die Bedrohung: unbestimmt, unheilschwanger, das ist ok, und dann wieder der Halt in der Liebe, der mir gefällt, und am Ende - auch das kommt gut - wie ich es lese, der Untergang des/der Geliebten.
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V.K.B.
Geschlecht:männlich[Error C7: not in list]

Alter: 47
Beiträge: 2727
Wohnort: Nullraum
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 04.07.2020 16:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inco,
noch eine Gedichtsumsetzung, und diesmal eine, an der die anderen, die sich daran versucht haben, sich ein Beispiel nehmen können. Generell finde ich es schwer, Lyrik gegenüber Prosa zu vergleichen. Auf jeden Fall sagt mir der Text zu, ich genieße das Fließen der Verse und die häufige Verwendung von Enjambements. Ja, so kann man eine Umsetzung machen. Der Inhalt erschließt sich mir aber leider, auch nach mehrmaligem Lesen, nicht komplett, aber ich denke, das ist auch gar nicht wirklich wichtig. Eher ein fühlbarer Text, und er fühlt sich gut an.

Auf jeden Fall gerne gelesen,
Veith


_________________
Warning: Cthulhu may occasionally jumpscare people …
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silke-k-weiler
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 45
Beiträge: 409



BeitragVerfasst am: 07.07.2020 17:32    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Text,

mir gefällt das schöne Wortspiel mit "Achills Sehne" und "Sehnen". Achill als unverwundbar scheinender Held, so wie wir uns manchmal fühlen, denke ich. Oder zumindest führen wir uns so auf. Ich hatte also eine gewisse Erwartungshaltung beim Lesen.

Es gibt so ein paar schräge Bilder (Wimpern wehen im Wind? Entweder sprechen wir hier von verdammt langen Wimpern oder die Dinger fallen gerade aus und fliegen davon.)

Aber dann wieder so wunderbare Passagen wie:

Worte sie klingen
emotional
singen sie
schreien sie
flüstern sie
zärtlich
mitfühlend manchmal
mit rauer Schroffheit
wie ein Schlag in die Fresse
und in die Magengrube dann
eine zarte Umarmung ist Kunst


Eine zarte Umarmung ist Kunst - das geht runter.

Insgesamt hätte es fast nicht für meine Top Ten gereicht, aber Teil 3 reißt es raus, besonders diese Passage:

Es gibt keine Waffen
schon lange nicht mehr
nur Zweifel geboren aus ihm
bohrt sich die Klinge in meine Sehne
und alles Sehnen
will er scharf in deiner Kehle erdrücken
Deine Stimme zerstören
meine Liebe zerstören
mein Leben


Alsdenn, willkommen in meiner Top Ten. Hat mich gefreut, Dich lesen zu dürfen.

Herzlichst
Silke
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Heidi
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 39
Beiträge: 1307
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 10.07.2020 21:39    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi

_________________
Scheiße darf keine Flügel haben
der Phallus braucht Flügel
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hobbes
Geschlecht:weiblichTretbootliteratin


Beiträge: 3470

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 11.07.2020 17:29    Titel: Antworten mit Zitat

Oha. Hier erst mal die Sache mit Achilles nachlesen (und erst google muss mich auf die Ferse stoßen, mei, wenigstens darauf hätte ich doch eigentlich selbst kommen können).

Nachgelesen.
Nach was sehnt sich ein Achilles? Gerechtigkeit? Töchter zu ihren Vätern? Nach der eigenen Liebsten?

Hm. Nachlesen hilft irgendwie auch nichts. Weil, ich hab natürlich ein Problem mit dem Text, mir ist das zu, äh, verschwärmt.
So richtig verstehen tu ich es auch nicht.

Aber es kommt Getöse drin vor. Sollte man viel öfter verwenden, dieses Wort.

Tja nun, weiß auch (noch) nicht.
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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2896

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 11.07.2020 19:00    Titel: Antworten mit Zitat

Bonjour

Vorgaben erfüllt und gerne gelesen.
Platz 6 in meiner Top Ten: cinq points.
Gratulation.

Merci beaucoup
Constantine
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 6133
Wohnort: Irland
Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 12.07.2020 22:46    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist lang. Und ist Lyrik.
Ich glaube nicht, dass ich den Text verstehe. Die Anspielung auf Achilles. Dazu weiß ich zu wenig über den.

Erst eine Idylle. Dann Bedrohung in Teil 2. Dann in Teil 3 ein eher offenes Ende?

Was es mit dem Weiß auf sich hat, weiß ich nicht.
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Vogelsucher
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Alter: 14
Beiträge: 75



BeitragVerfasst am: 13.07.2020 12:30    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde das hier deutlich zu lang für ein ungereimtes Gedicht.

_________________
gedichte.com
–––––––––––––
Der Wind ist dem Frierenden ein kalter.
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d.frank
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 41
Beiträge: 980
Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 13.07.2020 17:30    Titel: Antworten mit Zitat

<wagt er zu weinen, mitten in uns>

Vielleicht ist das ein wenig, ein ganz klein wenig zu aufgeblasen...
Vielleicht ist das ein wenig, ein ganz klein wenig zu verklausuliert?

Aber trotzdem. Mir gefällt das an sich. In der Lyrik funktioniert das für mich mit dem großen Sehnen, dem üppigen Sahnetopping, auch wenn das an manchen Stellen noch nicht hundertprozentig ausgereift scheint, weil es bemüht wirkt.
Es ist schade / paradox, dass die Aussage, welche ich, bezogen auf die Aufgabenstellung (Utopie), bemerkenswert finde, in ihrer Kraft zu berühren von der übervollen Symbolik behindert wird. Ein gutes Beispiel dafür, dass weniger manchmal mehr ist und die leisen Töne viel stärker und länger nachklingen können.


_________________
Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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Malaga
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 897



BeitragVerfasst am: 13.07.2020 17:53    Titel: Antworten mit Zitat

Kampf zwischen Idylle, Liebe, Harmonie (Paradies?) und einer Bedrohung dessen, immer wieder der Angriff. Am Ende Scheitern.
Ich sehe nicht die Auflehnung eines Einzelnen.
Bewertung am Ende im Vergleich.
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RAc
Schreiberling


Beiträge: 269



BeitragVerfasst am: 13.07.2020 23:21    Titel: Antworten mit Zitat

Leider habe ich keinerlei Zugang zu diesem Text gefunden (Lyrik ist nicht mein Ding).
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Ribanna
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 57
Beiträge: 506
Wohnort: am schönen Rhein...


BeitragVerfasst am: 14.07.2020 12:04    Titel: Antworten mit Zitat

Lyrik kann ich nicht bewerten, davon verstehe ich nichts. Tut mir Leid.

_________________
Wenn Du einen Garten hast und eine Bibliothek wird es Dir an nichts fehlen.
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poetnick
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 58
Beiträge: 659
Wohnort: Möglichkeiten


BeitragVerfasst am: 16.07.2020 22:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Unbekannt,

Es ist sicher ein Wagnis mit einem Langgedicht an dieses Thema
heranzugehen. Die Balance Verdichtung und Ausufern zu halten, stelle ich
mir als anspruchsvoll vor.
Der Titel spricht sofort an mit seiner Wortspielerei und eröffnet eine weitere
Ebene.
Im weiteren Verlauf habe ich den Kontakt eben zur Verdichtung verloren, vermisst. Gegen Schluss finde ich die stärksten Passagen und Empfindungen.
Habe mich für die Punktevergabe dann doch an anderen Texten orientiert.


LG - Poetnick


_________________
Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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Michel
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Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 17.07.2020 10:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hier merke ich, wie mir das Besteck fehlt, um das Gedicht wirklich zu durchdringen. Ich spüre Rhythmus, vermeine in der Doppelbelegung einzelner Wörter an den Zeilenenden schmunzelnd eine Handschrift wiederzuerkennen, verzweifle an Bildern, die mir verschlossen bleiben („explodieren Steine zu Sternen“) und bin irritiert über plötzlich auftauchende realitätsnahe Zeilen, die sich beim zweiten Lesen als mehrdeutiger erweisen als anfangs wahrgenommen. Die silbernen Fäden des Mikros sind besonders hängengeblieben und die Suche nach dem Fluchtpunkt.
Auch ohne Besteck kann ich sagen: Gefällt mir. Sehr.


_________________
Ab November 2019 im Handel: "Shevon", erster Band der Flüchtlings-Chroniken
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Michel
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

Alter: 48
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Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 17.07.2020 10:50    Titel: Antworten mit Zitat

Edit: Doppelpost

_________________
Ab November 2019 im Handel: "Shevon", erster Band der Flüchtlings-Chroniken
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Heidi
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

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BeitragVerfasst am: 25.07.2020 21:45    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo nicolailevin,

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:
Nochn Gedicht. Freie Form. Oh weh, da tu ich mich schwer mit dem Rückmelden. In moderner Lyrik bin ich so gar nicht zu Hause: Meisterwerk oder halbzufälliges Betätigen der Zeilenschaltung - erkenne ich da überhaupt den Unterschied?


das kann ich nicht beurteilen, aber im Grunde gehe ich davon aus, dass jeder Mensch dazu in der Lage ist. Und ich gehe auch davon aus, dass du ein Mensch bist. Warum also nicht?

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:
Was mich anspricht, ist die Ansprache des/der Geliebten. Das finde ich stark, da nehmen mich die Formulierungen mit.


Stark höre ich natürlich gerne. Und es freut mich, dass die Formulierungen dich mitgenommen haben.

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:
Die Utopie dagegen: technisch, sachlich, kühl. Da spüre ich kaum Begeisterung oder auch nur Wohlwollen.


Meinst du damit, dass das, was als Utopie aus dem Text spricht technisch, sachlich und kühl zum Vorschein kommt? Wie ist das mit der Begeisterung und dem Wohlwollen gemeint, das du kaum spürst? Meinst du damit den "Widersacher"? Oder meinst du meinen Text? Meinen Stil?

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:
Die Bedrohung: unbestimmt, unheilschwanger, das ist ok, und dann wieder der Halt in der Liebe, der mir gefällt, und am Ende - auch das kommt gut - wie ich es lese, der Untergang des/der Geliebten.


Dankeschön für diese kleine Interpretation. Halt und Liebe spielt in diesem Text eine große Rolle. Die Liebe ist hier in Wahrheit eine riesengroße Utopie, weil wahre Liebe doch irgendwie auch utopisch ist. Deine Untergangsinterpretation gefällt mir.
Du hast dich mit meinem Text auseinandergesetzt - das freut mich sehr!

Vielen Dank fürs Feedback!

Heidi


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Heidi
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 39
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BeitragVerfasst am: 25.07.2020 21:56    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Veith,

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Hallo Inco,
noch eine Gedichtsumsetzung, und diesmal eine, an der die anderen, die sich daran versucht haben, sich ein Beispiel nehmen können.


das ist doch mal ein schönes Kompliment. Dankeschön!

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Generell finde ich es schwer, Lyrik gegenüber Prosa zu vergleichen. Auf jeden Fall sagt mir der Text zu, ich genieße das Fließen der Verse und die häufige Verwendung von Enjambements. Ja, so kann man eine Umsetzung machen.


Stimmt, Prosa und Lyrik sind so unterschiedlich und sicherlich ist das bei der Auswahl von Siegertexten in einem Wettbewerb keine leichte Sache gewesen, Vergleiche anzustellen bzw. auseinanderzusortieren.
Dass du den Fluss im Text genießen konntest finde ich gut und freut mich.

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Der Inhalt erschließt sich mir aber leider, auch nach mehrmaligem Lesen, nicht komplett, aber ich denke, das ist auch gar nicht wirklich wichtig. Eher ein fühlbarer Text, und er fühlt sich gut an.


Du hast es erfasst. Ums Verstehen geht es nicht vordergründig. Ich mag es, wenn du von einem fühlbaren Text sprichst. Das ist für mich ein großes Lob. Danke.

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Auf jeden Fall gerne gelesen,
Veith


Ich hab deinen Kommentar auch gerne gelesen.

Viele Grüße
Heidi


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Heidi
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Beiträge: 1307
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BeitragVerfasst am: 25.07.2020 22:16    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe silke-k-weiler,

silke-k-weiler hat Folgendes geschrieben:
Lieber Text,

mir gefällt das schöne Wortspiel mit "Achills Sehne" und "Sehnen". Achill als unverwundbar scheinender Held, so wie wir uns manchmal fühlen, denke ich. Oder zumindest führen wir uns so auf. Ich hatte also eine gewisse Erwartungshaltung beim Lesen.


das finde ich gut, wenn du erwartungsvoll an einen Text rangehst, dich der Titel anspricht und dieser bereits Fragen und Gedanken in dir bewegt. Smile
Deine Interpretation zur Verwundbarkeit eines Helden und dem, wie wir uns manchmal fühlen, finde ich wundervoll.

silke-k-weiler hat Folgendes geschrieben:
Es gibt so ein paar schräge Bilder (Wimpern wehen im Wind? Entweder sprechen wir hier von verdammt langen Wimpern oder die Dinger fallen gerade aus und fliegen davon.)


Ja, schiefe Bilder sind eine Spezialität von mir, die ich mir nicht abgewöhnen will, weil sie einen gewissen Farbtupfer ausmachen. Den mag man oder mag man nicht. Das ist verständlich.
Witzig ist, dass du hier die wehenden Wimpern ansprichst, weil ich während des Schreibens noch dachte, dass das wohl ein Kritikpunkt werden könnte. Es war mir egal.

silke-k-weiler hat Folgendes geschrieben:
Aber dann wieder so wunderbare Passagen wie:

Worte sie klingen
emotional
singen sie
schreien sie
flüstern sie
zärtlich
mitfühlend manchmal
mit rauer Schroffheit
wie ein Schlag in die Fresse
und in die Magengrube dann
eine zarte Umarmung ist Kunst


Eine zarte Umarmung ist Kunst - das geht runter.


Oh, das freut mich sehr, dass du hier mitgehen kannst. Es ist auch meine Lieblingsstelle, eine die mir aus verschiedenen Gründen sehr viel bedeutet. Ich konnte es im Prozess kaum erwarten, sie niederzuschreiben.

silke-k-weiler hat Folgendes geschrieben:
Insgesamt hätte es fast nicht für meine Top Ten gereicht, aber Teil 3 reißt es raus, besonders diese Passage:

Es gibt keine Waffen
schon lange nicht mehr
nur Zweifel geboren aus ihm
bohrt sich die Klinge in meine Sehne
und alles Sehnen
will er scharf in deiner Kehle erdrücken
Deine Stimme zerstören
meine Liebe zerstören
mein Leben


Alsdenn, willkommen in meiner Top Ten. Hat mich gefreut, Dich lesen zu dürfen.

Herzlichst
Silke


Was soll ich sagen? Ich freue mich, dass dich der dritte Teil des Textes so mitnehmen konnte und du noch Punkte übrig hattest.
Auch das Zitieren einzelner Passagen, die dir gefielen und deine Worte dazu, geben mir viel. Mehr noch als irgendein Punkt.

Vielen Dank für die intensive Auseinandersetzung mit Achilles und seinem Sehnen. Und natürlich auch für die Punkte.

Liebe Grüße
Heidi


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Heidi
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BeitragVerfasst am: 26.07.2020 21:38    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo hobbes,

hobbes hat Folgendes geschrieben:
Oha. Hier erst mal die Sache mit Achilles nachlesen (und erst google muss mich auf die Ferse stoßen, mei, wenigstens darauf hätte ich doch eigentlich selbst kommen können).


klasse, dann hat der Text allein deshalb schon (s)eine Wirkung erzielt. Das erfreut mich doch sehr.

hobbes hat Folgendes geschrieben:
Nachgelesen.
Nach was sehnt sich ein Achilles? Gerechtigkeit? Töchter zu ihren Vätern? Nach der eigenen Liebsten?


Auch Fragen sind in dir entstanden. Das erfreut mich noch mehr. Du hast dich auf den Text eingelassen und jedenfalls den Achilles ordentlich in dir bewegt.

hobbes hat Folgendes geschrieben:
Hm. Nachlesen hilft irgendwie auch nichts. Weil, ich hab natürlich ein Problem mit dem Text, mir ist das zu, äh, verschwärmt.


Ja, verschwärmt ist er. Aber das ist auch irgendwie Absicht. Liebe kann ganz schön utopisch sein. Verliebtsein wäre dann die Steigerung - die seltsamerweise ja noch vor davor kommt.

hobbes hat Folgendes geschrieben:
So richtig verstehen tu ich es auch nicht.


Das geht mir genauso. Es ist ein fühlbarer (ich hab mir den Begriff eben von Veith geklaut, weil ich den mag und er passt) Text, zu Verstehen gibts hier nix.

hobbes hat Folgendes geschrieben:
Aber es kommt Getöse drin vor. Sollte man viel öfter verwenden, dieses Wort.


Ich mag das Getöse auch und sehe es genauso wie du - das sollte es öfter geben. Allein durch dich bin ich darauf gekommen, wie schön dieser Begriff ist. Das wollte ich noch mal erwähnen.

hobbes hat Folgendes geschrieben:
Tja nun, weiß auch (noch) nicht.


Du wusstest nicht und am Ende hat es Punkte gegeben. Ich danke dir dafür!

Viele Grüße
Heidi


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Heidi
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BeitragVerfasst am: 26.07.2020 21:41    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Lieber Constantine,

Constantine hat Folgendes geschrieben:
Bonjour

Vorgaben erfüllt und gerne gelesen.


Wundervoll. Das klingt ganz gut.


Constantine hat Folgendes geschrieben:
Platz 6 in meiner Top Ten: cinq points.
Gratulation.

Merci beaucoup
Constantine


Herzlichen Dank für die Punkte!

Viele Grüße
Heidi


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Heidi
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BeitragVerfasst am: 26.07.2020 21:55    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo firstoffertio,

firstoffertio hat Folgendes geschrieben:
Das ist lang. Und ist Lyrik.


der Text ist tatsächlich lang. Ich habe gerade eine lange Phase, das macht richtig Spaß. Noch mehr, wenn ich auch noch auswendig lerne und performe.

firstoffertio hat Folgendes geschrieben:
Ich glaube nicht, dass ich den Text verstehe. Die Anspielung auf Achilles. Dazu weiß ich zu wenig über den.


Wie ich im Kommentar an hobbes bereits schrieb: Mein Anliegen ist es nicht, dass der Text verstanden wird. Wenn ein Bild entsteht im Leser, kann ich mich glücklich schätzen, wenn Assoziationen entstehen bin ich hocherfreut, wenn er etwas bewegt und auslöst im Leser noch viel mehr.

So viel muss man über Achilles sicherlich nicht wissen, um einen Zugang zum Text zu finden. Die verwundbare Stelle an der Ferse stellte eine Grundlage dar und ist leicht herauszufinden.

firstoffertio hat Folgendes geschrieben:
Erst eine Idylle. Dann Bedrohung in Teil 2. Dann in Teil 3 ein eher offenes Ende?


Das Ende ist offen, ja. Ich haben einen Hang zu offenen Enden. Die Idylle brauchte ich, wegen der Utopie, die Bedrohung, wegen der Wettbewerbsvorgaben.
Wenn ich deine Worte richtig lese, dann hat der Text laut dir die Vorgaben erfüllt.

firstoffertio hat Folgendes geschrieben:
Was es mit dem Weiß auf sich hat, weiß ich nicht.


Sicherlich weißt du aber, wie sich das Weiß für dich anfühlt; was es mit dir macht - weiße Blüten, Wolken, Nebel, Daunen, Milch vielleicht.

Vielen Dank für den Kommentar, der deutlich zeigt, dass du mit dem Text gerungen und dir viele Gedanken gemacht hast - und, nicht zu vergessen, auch versucht hast, auszuformulieren, was in dir vorgeht. Am Ende  hat er noch Punkte von dir bekommen. Danke auch hierfür.

Liebe Grüße
Heidi


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