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Wo ist mein Punkt?


 

 
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sonicmountain
Abc-Schütze


Beiträge: 3



BeitragVerfasst am: 08.05.2020 13:17    Titel: Wo ist mein Punkt? eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wo ist mein Punkt? - Eine Ermutigung

Ich wollt Euch was erzählen
Doch fiel mir gar nichts ein
Kein Witz, kein Ratschlag, keine Mär
Ich lass es lieber sein.

Ja, bleiben sollte ich es lassen,
Trivial könnte es enden,
verspotten würd man mich, gar hassen,
dafür, Euch Zeit zu entwenden,-

Folgte nun keine Pointe,
die Euch würde munter stimmen
und sich dieses Reimversuches
lohnen könnte zu entsinnen.

Doch hab ich leider nichts zu sagen,
gesteh mir ein, schlicht zu verzagen,
bei dem Versuch, mich selbst zu fragen,
was Euch interessieren könnt’.
-Doch-

was Euch interessieren würde,
könntet Ihr Euch selbst ersinnen.

Mir scheint als könnt’ ich nun entrinnen
der mir auferlegten Bürde
mich nach Eur’m Geschmack zu richten.
Denn es wird mich keiner richten,
wenn ich mich nun trau dies zu dichten:
Weder Märchen, ja, noch Witze
Könnten mich je interessier’n.

Muss mich nicht dafür genier’n,
auszuprobier’n, zu formulier’n,
Kommt halt Murks raus oder Grütze;

Muss ich mir nur ein’s eingesteh’n,
Um vor mir selber zu besteh’n:
Pointen zu umgeh'n,
das find ich gut, das find ich spitze.

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Nina
Geschlecht:weiblichBestseller-Autor


Beiträge: 4522



BeitragVerfasst am: 08.05.2020 14:30    Titel: Re: Wo ist mein Punkt? Antworten mit Zitat

hallo sonicmountain,

hier also dein einstandsgedicht. hm. eine ermutigung, schreibst du.
und es liest sich wie eine ermutigung für dich selbst. was gut ist!
sich selbst ermutigen, auch wenn es mal nicht so fließt, nicht so
klappt mit dem dichten, mit den worten, mit was auch immer - das
ist wichtig!

was mir beim dichten wichtig ist, ist, dass ich es so treffend formuliere
wie mir irgend möglich ist. dazu verwende ich manchmal anfangs viele
worte, manchmal ist es ja wie ein suchen eines themas oder des, um
hier bei deinem thema zu bleiben, zum springenden punkt zu kommen!
und dann, während ich so das gedicht oder die prosa umkreise, versuche
ich dies herauszuarbeiten, sollte mir das nicht im ersten anlauf gelungen
sein. häufig stellte ich und stelle ich immer noch fest, dass das kürzen
sehr hilft! manchmal ist es so, dass ich den ersten entwurf stehen lasse
und dann lese ich es und noch einmal und noch einmal. dann schaue ich,
was mir eben treffend formuliert scheint und was nicht. das, was nicht so
passend ist, schreibe ich neu. zeile für zeile. bis es irgendwann soweit ist,
dass ich denke: ja, jetzt hab ich es! so darf es dann erstmal bleiben.

warum erzähle ich dir das?

weil mir beim lesen deines gedichtes mein schreibprozess in den sinn kam.
wie es mir manchmal geht, wenn ich noch nicht da bin, wo ich hin möchte.
noch, finde ich, hat dein gedicht zu viele worte. es arbeitet auf die pointe
hin, das ist schon klar. doch es braucht, für mein leseempfinden, etwas zu
lange und etwas zu viele worte.

ich weiß ja nicht, wie lange du schon schreibst? ich kürze ein gedicht oder
eine prosa, indem ich mich frage: braucht es dieses wort oder diese formu-
lierung wirklich? oder kann ich sie streichen und es fehlt dem text nichts?

ich möchte dich ermutigen, am gedicht zu arbeiten. wenn du dieses nicht
weiter bearbeiten magst, dann vielleicht beim nächsten. und vielleicht auch
mal zu versuchen, ohne reime zu dichten. vielleicht ist es auch gut, dem
leser nicht grütze vorsetzen zu wollen, also ich mag keine grütze. *g*

ich hoffe, das war nun er-und nicht entmutigend. sollte es zumindest sein.
nicht jedes gedicht gelingt, dann gelingt doch wieder eines. so geht es
immer wieder. wichtig ist, dran zu bleiben und den spaß daran nicht zu
verlieren.

viel freude dir, beim schreiben, beim ausprobieren!

liebe grüße
nina


_________________
Liebe tut der Seele gut.
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sonicmountain
Abc-Schütze


Beiträge: 3



BeitragVerfasst am: 08.05.2020 15:28    Titel: Re: Wo ist mein Punkt? pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nina hat Folgendes geschrieben:
hallo sonicmountain,

hier also dein einstandsgedicht. hm. eine ermutigung, schreibst du.
und es liest sich wie eine ermutigung für dich selbst. was gut ist!
sich selbst ermutigen, auch wenn es mal nicht so fließt, nicht so
klappt mit dem dichten, mit den worten, mit was auch immer - das
ist wichtig!

was mir beim dichten wichtig ist, ist, dass ich es so treffend formuliere
wie mir irgend möglich ist. dazu verwende ich manchmal anfangs viele
worte, manchmal ist es ja wie ein suchen eines themas oder des, um
hier bei deinem thema zu bleiben, zum springenden punkt zu kommen!
und dann, während ich so das gedicht oder die prosa umkreise, versuche
ich dies herauszuarbeiten, sollte mir das nicht im ersten anlauf gelungen
sein. häufig stellte ich und stelle ich immer noch fest, dass das kürzen
sehr hilft! manchmal ist es so, dass ich den ersten entwurf stehen lasse
und dann lese ich es und noch einmal und noch einmal. dann schaue ich,
was mir eben treffend formuliert scheint und was nicht. das, was nicht so
passend ist, schreibe ich neu. zeile für zeile. bis es irgendwann soweit ist,
dass ich denke: ja, jetzt hab ich es! so darf es dann erstmal bleiben.

warum erzähle ich dir das?

weil mir beim lesen deines gedichtes mein schreibprozess in den sinn kam.
wie es mir manchmal geht, wenn ich noch nicht da bin, wo ich hin möchte.
noch, finde ich, hat dein gedicht zu viele worte. es arbeitet auf die pointe
hin, das ist schon klar. doch es braucht, für mein leseempfinden, etwas zu
lange und etwas zu viele worte.

ich weiß ja nicht, wie lange du schon schreibst? ich kürze ein gedicht oder
eine prosa, indem ich mich frage: braucht es dieses wort oder diese formu-
lierung wirklich? oder kann ich sie streichen und es fehlt dem text nichts?

ich möchte dich ermutigen, am gedicht zu arbeiten. wenn du dieses nicht
weiter bearbeiten magst, dann vielleicht beim nächsten. und vielleicht auch
mal zu versuchen, ohne reime zu dichten. vielleicht ist es auch gut, dem
leser nicht grütze vorsetzen zu wollen, also ich mag keine grütze. *g*

ich hoffe, das war nun er-und nicht entmutigend. sollte es zumindest sein.
nicht jedes gedicht gelingt, dann gelingt doch wieder eines. so geht es
immer wieder. wichtig ist, dran zu bleiben und den spaß daran nicht zu
verlieren.

viel freude dir, beim schreiben, beim ausprobieren!

liebe grüße
nina


Liebe Nina,

vielen Dank für Deinen ausführlichen Beitrag!

Genau, die Funktion, dieses Gedicht zu schreiben, war rein autodidaktischer, vielleicht selbstdisziplinierender Natur - die Funktion des Textes ist für mich also eine performative!

Die Form des Gedichts ist ja argumentativ angelegt, Anlass, Problemstellung, Problemlösung.
Das Spielen mit Paradoxa, die Selbstreferentialität des Gedichts (dass im Mitteilungsakt angezweifelt wird, etwas mitteilen zu wollen, wenngleich die Form der Mitteilung selbst Mitteilungswert besitzt), die Conclusio könnte m. E. nicht derart zur Schau gestellt werden, würde ich den Text kürzen, deshalb habe ich ihn auch so "lang" gelassen.
Vielleicht magst Du mir ja noch ein, zwei konkrete Passagen nennen, die Du für kürzenswert erachtest? Ich stecke wahrscheinlich zu tief drin, als dass ich "geeignete" Stellen als solche enttarnen könnte smile

Liebe Grüße
sonicmountain
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Elena
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber

Alter: 78
Beiträge: 25
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 05.06.2020 08:12    Titel: Wo ist mein Punkt Antworten mit Zitat

Hallo sonicmontain,

was mir neben der Länge auffällt, ist, dass du dich nicht an ein einheitliches Metrum hältst. Mal nutzt du den Jambus, mal den Trochäus. Da würde ich wie Nina sagen, schreib doch erst mal im freien Vers, also ungereimt.
Vielleicht ist es dir dann auch möglich, das genauere Wort zu finden.

Du fragst aber, wo du einsparen könntest. Ich denke, drei Strophen dürften reichen (ab "Doch" also streichen). Was du ab "Doch" im folgenden sagst, müsstest du dann in einer der drei oberen Strophen unterbringen. Es muss ja nicht jedes Argument sein, eines könnte reichen, aber es müsste das zutreffendste sein.

Gut, man kann das thematisch machen, dass man ein Gedicht schreibt, obwohl man "nichts zu sagen hat". Dieses "nichts zu sagen" ist dein Thema. Ich wünschte mir bei der Behandlung dieses Themas nicht unbedingt einen "Schenkelklopper", aber manchmal ist Ironie auch ganz hilfreich.

Lieben Gruß
Elena
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