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Abschied


 
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Malaga
Geschlecht:weiblichKlammeraffe


Beiträge: 898



BeitragVerfasst am: 03.04.2020 19:00    Titel: Abschied eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

August 1849
Freiburg Wiehre

Marie

„Warum hast du mir das nicht gesagt?“
Marie schrie es.
Die Mutter arbeitete unbeirrt weiter.
„Reg dich ab. Denk an dein Kind.“
„Du hast alle Nachrichten über ihn zurückgehalten. Nicht einmal von seinem Begräbnis wusste ich.“
Endlich drehte die ältere sich um: „Es ist nur zu deinem Besten. Ich habe dir von Anfang an gesagt, er bringt dir nur Unheil. Und? Hatte ich Recht? Willst du jetzt auch noch dein Ungeborenes gefährden?“
Marie drehte sich wortlos um und verließ das Zimmer.

Auf dem Friedhof waren keine Menschen.
Marie fand das frische Grab schnell, las seinen Namen auf dem provisorischen Holzkreuz.
Sie strich über ihren Kugelbauch.
„Er hat uns alleingelassen, Kleines. Endgültig“, sagte sie, blickte dann wieder auf den Namen.
„Max. Immer hatte ich es befürchtet. Gefühlt, dass da eine andere ist, die dich mir wegnehmen wollte. Eines Tages eröffnetest du mir, es sei keine Frau. Für die Republik, für das Vaterland müsstest du weg. Und jetzt? Keine Republik, ein Vaterland weiterhin in Knechtschaft und Unfreiheit. Und unser eigenes Kind ohne Vater.“
Tränen flossen ihr über die Wangen.
„Ich habe es nie ganz geglaubt. Jetzt habe ich wenigstens den Beweis, dass du die Wahrheit sprachst.“
Sie wischte sich mit der Hand über das Gesicht.
„Du sagtest, es sei sicher, ihr wärt viele, würdet siegen und dann hätten wir alle, auch unser Kind, ein bessere Heimat. Und jetzt? Erschossen haben sie dich wie einen wildernden Hund, und ich muss Angst haben, wenn ich dein Grab besuche, dass die Schergen mich auch noch festnehmen.“
Sie sah sich um, gewahrte eine Frau am anderen Ende des Friedhofes und erhob sich.
Besser zu gehen. Eine Zeit, in der man niemandem trauen durfte.
Sie musste jetzt an ihr Kind denken, nichts anderes.

Klara

Sie beobachtete aus den Augenwinkeln, wie die Schwangere sich entfernte, während sie so tat, als würde sie Wasser holen.
Erst als sie sicher war, dass die Frau sich außer Sichtweite befand, näherte sie sich dem Grabhügel, den die andere soeben verlassen hatte.
In ihrem Gesicht zuckte es, als sie auf das Kreuz blickte, sie bewegte die Lippen.
„Ich wollte es nicht. Du bist schuld daran. Du hattest mir ewige Liebe geschworen, und? Wie lange hat es gehalten?
Dass du mich für den Kampf um ein frei und einig Vaterland verlässt, wie du immer wieder beteuertest, hätte ich noch akzeptieren können. Aber es war eine Lüge. Ihretwegen. Wegen dem Balg in ihrem Leib.
Weißt du noch, was du sagtest, als ich selbst guter Hoffnung war, ein Kind von dir trug? Es sei nicht die Zeit, Kinder zu gebären, sagtest du. Wir müssten zuerst kämpfen für ein Land, in dem unsere Söhne und Töchter frei und gleichberechtigt aufwachsen können. Jawoll, deine Worte. Und ich folgte dir, entschied mich gegen das Kind.
Hieltest du mich für so dumm, dies hohle Geschwätz nicht irgendwann zu durchschauen?  Du hast sie mehr geliebt und mich belogen. Du hast es verdient.
Dass die anderen auch mit dir zugrunde gehen mussten, wollte ich nicht.
Aber ihr habt es doch selbst herausgefordert, als ihr euch mit den Mächtigen und ihrem viel stärkeren Heer anlegtet.
Ich habe dem Offizier nur abends einen kleinen Hinweis gegeben.
Diese Offiziere sind klug. Sie hätten euch auch ohne mich aufgestöbert.
Ihr habt das Schicksal und Gott herausgefordert. Das ist die Rechnung.
Wer sich gegen die gottgewollte Ordnung wendet und seine Liebste belügt, hat es nicht anders verdient.“

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RAc
Klammeraffe


Beiträge: 531



BeitragVerfasst am: 11.04.2020 00:34    Titel: Re: Abschied Antworten mit Zitat

Postkartenprosa hat Folgendes geschrieben:
...


Eine junge Frau verliebt sich in einen Freiheitskämpfer in der deutschen Revolution, wird von ihm schwanger. Er wird als Revolutionär erschossen, verraten aus Eifersucht von einer Anderen Geliebten. Beide Frauen sind nun verzweifelt und verbittert.

Die Begegnung findet (allerdings nur im Vorübergehen) zwischen den beiden Frauen statt, die offensichtlich Gegnerinnen um die Liebe des Mannes sind. Vorgabe erfüllt. Die Begegnung findet am selben Ort (Friedhof) in zwei unterschiedlichen Zuständen (Perspektiven der beiden Frauen) statt. Szenario 1 erfüllt. Die zwei Prosatexte sind eigenständig und beleuchten jeewils die Perspektive einer der beiden Frauen. Bedingung erfüllt.

Ausgestaltung: Im Grossen und Ganzen gut, aber die zweite Geschichte ist etwas "Show and Tell." Ich denke, dass es helfen würde, den 2. Teil nicht aus der Ich Perspektive zu erzählen. Damit könnte die erste Geliebte weniger stereotyp rüberkommen
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Susanne2
Geschlecht:weiblichKlammeraffe


Beiträge: 777
NaNoWriMo: 53854



BeitragVerfasst am: 11.04.2020 07:46    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe(r) AutorIn,

hier geht es um Trauer, Enttäuschung, Betrug und Rache. Zwei Frauen, die sich mit dem Verlust "ihres" Mannes abfinden müssen. Marie ist ängstlich, aber zufrieden, dass Max sie wohl doch nicht belogen hat - ein kleiner Trost für ihre Zukunft mit dem vaterlosen Kind.
Klara redet sich ein, dass Max durch ihren Verrat nur die gerechte Strafe erhalten hat, weil sie ihr Kind aufgegeben hat für ihn, aber sie dann allein lassen wollte, um mit der anderen Frau zu leben. Sie hat ihre Rache bekommen. Ob sie damit glücklich wird?

Wie auch immer - die Idee finde ich gut umgesetzt. Der Text liest sich flüssig und schlüssig.

Wegen sehr vieler guter Einsendungen, kann ich erst am Ende entscheiden, ob und wenn ja, wie viele Federn ich vergebe.

Freundliche Grüße
Sanne


_________________
Das Leben geht immer weiter - bis zum Tod.
(Aniella Benu - BJ 1959)

----------------------------------------------------------
Gebt dem Y eine Chance - jeder könnte zufrieden sein! Nach Hermes Phettberg ...
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Lapidar
Geschlecht:weiblichBücherwurm

Alter: 59
Beiträge: 3318
Wohnort: in der Diaspora


BeitragVerfasst am: 11.04.2020 07:49    Titel: Antworten mit Zitat

Gefällt mir.
Ein Mann, zwei Frauen und beide wurden betrogen. Fragt sich nur, ob da noch weitere im Hintergrund lauern.
Ich finde, das Thema ist gut umgesetzt.


_________________
"Dem Bruder des Schwagers seine Schwester und von der der Onkel dessen Nichte Bogenschützin Lapidar" Kiara
If you can't say something nice... don't say anything at all. Anonym.
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Ribanna
Geschlecht:weiblichKlammeraffe

Alter: 58
Beiträge: 686
Wohnort: am schönen Rhein...


BeitragVerfasst am: 11.04.2020 13:25    Titel: Antworten mit Zitat

Thematisch sehr lesenswert, die Gegenüberstellung beider Texte passt.
Handwerklich gut.
Mir gefällt allerdings nicht, wie beide Frauen reden, das wirkt auf mich nicht authentisch. Das löst wenig Emotion in mir aus.
Wahrscheinlich ist daran aber die Begrenzung der Wortanzahl schuld.


_________________
Wenn Du einen Garten hast und eine Bibliothek wird es Dir an nichts fehlen.
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Bea H2O
Geschlecht:weiblichLeseratte


Beiträge: 184



BeitragVerfasst am: 11.04.2020 18:18    Titel: Antworten mit Zitat

Die Idee gefällt mir ganz gut. Der zweite Text bringt eine interessante Wende, die den ersten Text in einem anderen Blickwinkel erscheinen lässt.
Nicht so sehr gefallen hat mir der Einstieg mit der Mutter. Für mich hätte es diesen Absatz (Und das Misstrauen der Mutter) nicht gebraucht. Ich denke, ohne den Absatz hätte es sich für mich mehr "Auf den Punkt" gelesen
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Xeomer
Geschlecht:männlichLeseratte

Alter: 33
Beiträge: 137
Wohnort: Xeothon


BeitragVerfasst am: 11.04.2020 21:17    Titel: Antworten mit Zitat

Die Geschichte ist gut, aber trotzdem fesselt sie mich leider nicht sonderlich.

Viele Grüße,
Xeomer


_________________
"Zone 84" Buchtrailer: youtube.com/watch?v=ZygK3Te0jV8
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Katinka2.0
Geschlecht:weiblichEselsohr


Beiträge: 318



BeitragVerfasst am: 11.04.2020 21:46    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Autor/in,

Du hast die Aufgabenstellung Nr. 2 - dasselbe Ereignis aus unterschiedlichen Perspektiven zeigen - stimmig umgesetzt. Die Themenvorgabe sehe ich in beiden Texten ebenfalls erfüllt. Damit hast Du schon mal die wichtigsten Hürden genommen. Inhaltlich trifft Dein Beitrag leider so gar nicht meinen persönlichen Lesegeschmack, und auch die teilweise antiquierte Sprache ist nicht mein Ding. Sorry Wink

LG Katinka
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V.K.B.
Geschlecht:männlich[Error C7: not in list]

Alter: 48
Beiträge: 3950
Wohnort: Nullraum
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 12.04.2020 14:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,
insgesamt gefällt mir die Geschichte schon mal. Die Themenumsetzung fühlt sich zwar erfüllt an, aber ich kann es nicht festmachen:
Gleicher Ort in zwei verschiedenen Zuständen: kein Check
Gleiche Begebenheit, andere Perspektive: auch nicht wirklich, weil der zweite Text später stattfindet
Gleiches Objekt unterschiedlich benutzt: finde ich nicht wirklich bzw nur mit einer Menge Reininterpretieren.

Für mich sind das auch keine separaten Texte mit einer Verbindung, sondern eher zwei Kapitel/Teilkapitel eines einzigen Texts. Das BeGegnerIn-Thema mit allen durch die Schreibweise entstehenden Fassetten sehe ich auch nur angekratzt.

Was mir wiederum gefallen hat, ist, wie sich die Sichtweise auf den gefallenen Revolutionär vom ersten zum zweiten Text verschiebt. Und der Versuch der Frau im zweiten Texte, sich das Gewissen reinzureden, sich nicht wirklich eingestehen zu wollen, eine aus Rache/Eifersucht agierende Verräterin zu sein.

beste Grüße,
Veith


_________________
Warning: Cthulhu may occasionally jumpscare people …
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d.frank
Geschlecht:weiblichReißwolf

Alter: 42
Beiträge: 1113
Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 12.04.2020 15:00    Titel: Antworten mit Zitat

Vorab:
Ich habe ziemlich hohe Erwartungen. Und ich bin ganz schön wählerisch.

Kurz und Knapp: Die Dialoge im Text sind viel zu gestelzt. Das liest sich, als stünden die Frauen da am Grab und hielten einen Vortrag direkt an den Leser, das wirkt weder organisch, noch authentisch.
Tut mir leid wegen der harschen Worte, die Grundidee ist ja nicht schlecht.


_________________
Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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a.no-nym
Klammeraffe


Beiträge: 659



BeitragVerfasst am: 12.04.2020 21:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

dies ist ein neutraler Kommentar, um später ggf. eine Bewertung vornehmen zu können.

Freundliche Grüße
a.
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Amarenakirsche
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 28
Beiträge: 379
Wohnort: tief im Westen


BeitragVerfasst am: 13.04.2020 11:00    Titel: Antworten mit Zitat

Dein Text hat es leider nicht unter die von mir Bepunkteten geschafft.
Thematisch ist der Verlust eines Mannes für eine Schwangere dramatisch, die Gefühle kamen mir aber ein wenig klischeehaft und wenig greifbar beschrieben vor. Die Reaktion von Kiara kann ich zwar verstehen, finde ich aber auch ein wenig konstruiert. Kann man dem Feind so einfach einen Tipp zukommen lassen?
Insgesamt hatte ich das Gefühl, du möchtest viele Infos in wenig Wörter pressen. Vielleicht ist vieles meiner Kritik der Kürze des Textes geschuldet.
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DLurie
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 614
Wohnort: Zwischen den Stühlen
DSFo-Sponsor Pokapro V & Lezepo III


BeitragVerfasst am: 14.04.2020 08:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

du bekommst von mir den Kurzdrama-Preis im Wettbewerb.
In deinen beiden Geschichten steckt genug Stoff für einen ganzen Roman: Liebe, Tod, Verrat, Eifersucht, Kampf um Freiheit.
Das ist auch solide und spannend geschrieben.

An manchen Stellen wirkt der Text etwas gestelzt auf mich, sowohl wegen der Wortwahl als auch durch den Einsatz des Präteritums in der 2. Person:
- …eröffnetest
- …sprachst
- …beteuertest
- …hieltest
- …anlegtet


Vielleicht war die Wahl des Tempus auch der Begrenzung auf 600 Wörter geschuldet –mit dem Perfekt hättest du ja mehr Wörter gebraucht.

Ich vergebe 6 Punkte

LG
DLurie
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Jenni
Geschlecht:weiblichPapiertiger


Beiträge: 4090

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 17.04.2020 11:00    Titel: Antworten mit Zitat

Historische Kurzgeschichte(n) über eine Schwangere im Krieg, bzw. während der Badischen Revolution, sagt Google.
Das Thema BeGegnerIn ist mit den Geschichten umgesetzt, die eine Begegnung zweier Frauen zeigen, von denen eine die andere verraten hat - ein Umstand der sich erst aus dem Zusammenspiel beider Geschichten vollständig erklärt. Ein Ereignis aus unterschiedlichen Perspektiven, auch das klar erkennbar. Es ist nur so, dass mich das Setting über die Themenverarbeitung hinaus nicht wirklich zu interessieren weiß. Es bleibt zu beliebig, die beiden Frauen zu sehr Platzhalter. (Falls sich die Texte auf eine reale Geschichte beziehen, entgeht mir diesbezüglich vielleicht etwas.) Die Erzählweise (sehr auserzählt) ist auch schlicht nicht meines.
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holg
Geschlecht:männlichReißwolf

Moderator

Beiträge: 1945
Wohnort: knapp rechts von links
Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 17.04.2020 15:06    Titel: Antworten mit Zitat

Eifersuchtsdrama vor historischem Hintergrund.
Das ist im Prinzip gut gemacht. Die trauernde hochschwangere Frau vor dem grab des Soldaten. Erst im zweiten Teil stellt sich heraus, dass der Schuft zwei Familien hatte und die betrogene Erstfrau die Einheit des Mannes an den Feind verraten hat.

Aber irgendwie spricht mich das leider gar nicht an.


_________________
Why so testerical?
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Phenolphthalein
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Beiträge: 1279

DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 17.04.2020 15:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inkognito,

Du greifst als Hintergrund die ‚Badische Revolution‘ auf. Auch wenn die Geschichte keine größeren Schnitzer aufweist, hier und da eventuell etwas an Nähe vermissen lässt, * habe ich damit die meisten Probleme. Diese Revolution/ dieser Krieg ist als solcher vollkommen irrelevant. Du benutzt ihn lediglich als Mittel für deine Intrige und als vordergründige (oder vorgeschobene) Rechtfertigung des gefallenen Mannes für sein Verhalten.
Da hättest du [so] alle Kriege/Konflikte nehmen können.
Mir fehlt es daher etwas am 'Kniff'.

Allerdings hast du ja den zeitlichen Kontext beachtet und die Revolution nicht beim Namen genannt, auch das muss ich berücksichtigen.
Und: Natürlich liegt auch hier eine Kurzgeschichte vor.

Ich bin mir noch unschlüssig, ob der Text es aufs »Treppchen« schafft.
[Edit: Leider keine Punkte.]

Viele Grüße,

Pheno


* du hattest noch ein paar Wörter mehr Platz gehabt, um auch das ganz grobe Verhältnis der Mutter zu ihrer Tochter zu beleuchten, aber möglicherweise ging es dir rein um den Aspekt das Verhältnis der beiden Frauen darzustellen, also ist das auch in Ordnung)


_________________
Willst du die Bescheidenheit des Bescheidenen prüfen, so forsche nicht, ob er Beifall verschmäht, sondern ob er den Tadel erträgt.

Franz Grillparzer
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Eliane
Geschlecht:weiblichKlammeraffe


Beiträge: 830



BeitragVerfasst am: 18.04.2020 01:41    Titel: Antworten mit Zitat

Vorgaben:

Begegnung: Nur indirekt. Kann man aber zählen lassen.
Gegner: Ja. Sogar im doppelten Sinn - einmal die Frauen, einmal die Revolutionäre und die Truppen.
In: Hmm. Schwierig.

Ort/Ereignis/Objekt: Das finde ich nicht so ganz wieder. Dasselbe Ereignis aus verschiedenen Perspektiven trifft es wohl noch am ehesten. Ansonsten müsste es der Grabstein und die Wahrnehmung des Grabes/des Verstorbenen von Seiten der beiden Frauen sein.

Ein toller Text, mit dem ich trotzdem ein paar kleine Probleme habe. Die Sprache - ja, ich weiß, sie soll altertümlich sein, aber auf mich wirkt sie leider an manchen Stellen gestelzt, vor allem das Präteritum in der wörtlichen Rede finde ich aufgesetzt.

Und das Letzter-Satz-Syndrom, wie öfter in diesem Wettbewerb ... Der Text wäre besser, wenn er hier aufhören würde:
Zitat:

Diese Offiziere sind klug. Sie hätten euch auch ohne mich aufgestöbert.
Ihr habt das Schicksal und Gott herausgefordert. Das ist die Rechnung.


Vielleicht sogar schon hinter "aufgestöbert".

Punkte: trotzdem ziemlich wahrscheinlich. Muss nochmal wiederkommen.
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Missing Tales
Schmierfink


Beiträge: 52
Wohnort: Zwischen den Zeilen, Deutschland


BeitragVerfasst am: 18.04.2020 14:35    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber unbekannter Schreiber,

Dies ist ein überwiegend neutraler Kommentar, damit ich bewerten kann. Vielleicht schaffe ich später noch etwas ausführlichere Kritik.

Trotzdem ein paar knappe, provisorische Worte:
Der Anfang hat mich jetzt nicht so gepackt, vor allem das rasche Verwenden von unnötigen Namenssynonymen ("drehte sich die ältere um") ist mir beim Lesen von (vor allem) Fanfiction ein bisschen zum pet peeve geworden. Lässt sich vielleicht drüber streiten, zu welchem Ausmaß sie okay sind, aber solange nicht jeder Satz mit "Die Mutter sagte so, die Mutter machte so" anfängt, würd ich immer bei einer Benennung bleiben, es ist gerade bei einer Mutter dann klar, dass es "die ältere" ist. Es fügt also keine zusätzliche Information zu.

Die Jahreszahl musste ich einmal kurz googlen, bin leider nicht so firm in deutscher Geschichte wie ich gern wäre, aber auch ohne die Jahreszahl wurde im Text klar, dass es um Kriegs/Aufstands/Gewaltopfer ging, um Fronten innerhalb der Bevölkerung. Vor allem der Twist im zweiten Text hat das deutlich gemacht und lässt mich eine gewisse Antipathie gegenüber der zweiten Protagonistin fühlen. Schiebt die Schuld an der Misere auf ihren Liebhaber und von sich weg. Wohl ein typischer Reflex, aber sympatisch macht es sie nicht Wink

Deine Geschichte umreißt in kurzen Worten einen sehr klassischen Konflikt in historischem Gewand, doch im Grunde hätte dort vermutlich auch sowas wie Afghanistan, 2020 oder so stehen können.

Ich habs gern gelesen.

lg Missing Tales


_________________
Und zwischen den Zeilen eine Unendlichkeit
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hobbes
Geschlecht:weiblichTretbootliteratin

Moderatorin

Beiträge: 4100

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 18.04.2020 18:43    Titel: Antworten mit Zitat

Zwei Frauen, ein Mann, eine der Frauen verrät den Mann, zack, tot isser.

Wie sagte holg (war es holg?) irgendwo im Smalltalk sinngemäß: Wenn Geschichten zu viel wollen, dann wird es schwierig, vor allem im PoKaPro.

Die Geschichte will zu viel. Den Absatz mit der älteren Frau, die Informationen zurückhält: raus damit. Lenkt ab, bringt keinen Mehrwert, im Gegenteil, verwirrt eher in diesem Format.

Die Friedhofszenen: viel zu viel Infodump. So redet doch niemand? Abgesehen von "ich muss diese Infos an die Leserin bringen" ist mir das auch noch eine zu geschwollene Sprache.
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nebenfluss
Geschlecht:männlichPapiertiger


Beiträge: 4734
Wohnort: mittendrin, ganz weit draußen
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 19.04.2020 01:48    Titel: Antworten mit Zitat

Vorerst neutraler Kommentar, damit meine Punktwertung zählt.

_________________
fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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Malaga
Geschlecht:weiblichKlammeraffe


Beiträge: 898



BeitragVerfasst am: 26.04.2020 11:41    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@RAc:
Danke für die freundliche Rezension und die freundlichen Punkte.
Stimme der Kritik zu, die Geschichte, und vor allem der zweite Teil war ein Schnellschuss, dem zwei Tage Reifekammer noch gut getan hätten.
Unklar ist mir das mit dem "Klischee": erstens sind beide Frauen als Liebende/Rächende klischeehaft und zweitens geht das auf diese Kürze doch gar nicht anders, oder?
Ich-Perspektive ja oder nein werd ich überlegen.
LG Malaga
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Malaga
Geschlecht:weiblichKlammeraffe


Beiträge: 898



BeitragVerfasst am: 26.04.2020 11:46    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Susanne2
Danke für Lesen, Lob und Punkt. Smile
Ob die Rächende "glücklich wird" ... Vielleicht für das Leben ein Kriterium, wobei sich da die Definitionsfrage aufwirft, aber für die Fiktion brauchen wir sie doch, diese unglücklichen Antihelden, oder? Wink
LG Malaga
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