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Die Liste, Kapitel 1


 
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Blattgold
Geschlecht:männlichSchmierfink

Alter: 56
Beiträge: 57
Wohnort: Stuttgart


BeitragVerfasst am: 10.04.2020 11:54    Titel: Die Liste, Kapitel 1 eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo,

das ist ein Ausschnitt vom ersten Kapitel meines aktuellen Romans und ich freue mich auf eure Kritik, Verbesserungsvorschläge oder Anregungen.

„Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil“, verkündete der Vorsitzende Richter. „Der Angeklagte wird einstimmig des Mordes für schuldig befunden und zu einer lebenslänglichen Haftstrafe im Staatsgefängnis von Massachusetts verurteilt! Damit ist die Sitzung geschlossen.“
Anschließend schlug er mit dem Holzhammer auf den runden Resonanzblock und schaltete das Mikrofon auf dem Pult aus.
Der Verbrecher wurde in Handschellen von zwei Justizbeamten abgeführt und durch eine Seitentür aus dem Verhandlungssaal gebracht.
Der Richter stützte sich mit beiden Händen auf die Tischplatte und beugte den Oberkörper etwas nach vorne. Für einen Moment sah er den beiden Anwälten zu, wie sie die umfangreichen Papierstapel wieder in ihren geräumigen Aktentaschen verstauten. Die beiden Männer waren ihm mit der Zeit schon ein wenig ans Herz gewachsen, aber natürlich ließ er es sich niemals anmerken.
Vor allem der gewiefte Rechtsanwalt Nicholas Ryder, den er schon seit einigen Jahren kannte. Ein schlanker Mann, der sich stets elegant kleidete, und nicht nur durch seine Größe von knapp einem Meter neunzig eine auffällige Erscheinung war. Zudem besaß er eine athletische Figur und zwischen seinen blonden, kurz geschnittenen Haaren mischten sich allmählich graue Strähnen, was jedoch im Alter von Mitte vierzig keine Überraschung war.
„Ich möchte Sie beide noch ein paar Minuten zu mir ins Richterzimmer bitten“, sprach er mit gedämpfter Stimme, als die Männer seinen Blick bemerkt hatten.
Sie nickten ihm kurz zu, packten rasch die restlichen Dokumente ein und liefen im Mittelgang zum Saal hinaus. Auf dem Flur bahnten sie sich ihren Weg durch die Menschenmasse, die den Prozess vom ersten  Verhandlungstag an mitverfolgt hatten, und nach ein paar Schritten blieben sie vor der Tür des Richterzimmers stehen.
„Können Sie sich vorstellen, warum Richter Johnson uns gebeten hat, zu ihm zu kommen?“, fragte der junge, aufstrebende Anwalt Richard Carett.
„Nein, das kann ich mir auch nicht erklären, aber er wird schon seine Gründe haben und jetzt klopfen Sie schon“, antwortete Ryder und nickte ihm aufmunternd zu.
Währenddessen blickte er den angehenden Anwalt an und stellte wiederholt fest, dass der Anfang dreißigjährige Carett mit einer hageren Erscheinung sowie seiner altmodischen Brille mit dicken Seitenbügeln, eher zu den unscheinbareren Menschen in der Gesellschaft zählte.
Carett atmete noch einmal hörbar durch und während er mit pochendem Herzen an die dunkelbraun glänzende Tür klopfte, in der man sein eigenes Spiegelbild sehen konnte, dachte er darüber nach, ob er möglicherweise einen Fehler im Gerichtssaal gemacht hätte.
„Herein“, rief die Stimme des Richters.
Die beiden Männer traten ein und Ryder schloss die Tür.
„Ah, die Herren Anwälte, nehmen Sie doch bitte Platz“, sagte Johnson und deutete auf zwei Stühle vor seinem Schreibtisch.
Während die beiden sich setzten, lief er zur offen stehenden Verbindungstür des mittlerweile leeren Gerichtssaals hinüber, um sie leise zu schließen. Seine schwarze Robe hatte er inzwischen ausgezogen, die bereits ordentlich auf einem Bügel am Haken der Garderobe hing.
„Nun, Mister Ryder, Mister Carett, Sie fragen sich bestimmt, warum ich Sie zu mir gebeten habe“, fuhr er fort und lief zu einem Sekretär in der Ecke.
Mit einem verzierten Messingschlüssel schloss er dessen abgeschrägte Frontplatte auf, klappte sie herunter und holte drei dickwandige Gläser heraus.
„Sehen Sie, ich wollte es Ihnen lieber persönlich mitteilen, bevor Sie es der Presse entnehmen können“, setzte er an. Johnson schenkte aus einer bauchigen Flasche jeweils einen kleinen Whisky in die Gläser, stellte sie auf ein silbernes Tablett und kehrte damit zum Schreibtisch zurück. Etwas schwerfällig nahm er in einem Ledersessel mit hoher Rückenlehne gegenüber den Anwälten Platz und stieß dabei ein leises Stöhnen aus.
Richard Carett hatte den Richter die ganze Zeit beobachtet und für sein Gefühl verbarg sich in dessen rundlichem Gesicht etwas Unberechenbares. Johnsons dunkelbraune Knopfaugen schauten stets fokussiert in die Umgebung, denen nichts zu entgehen schien. Die kurzen, schneeweißen Haare waren immer zu einem exakten Seitenscheitel gekämmt und sein Kinn sah energisch aus. Außerdem war Richard schon mehrfach der messerscharfe Verstand für komplexe Zusammenhänge aufgefallen – diesem Mann konnte niemand etwas vormachen.
„Ich weiß, um die Mittagszeit ist es eigentlich noch viel zu früh sich einen Drink zu genehmigen, aber es wird sonst keine Gelegenheit mehr dazu geben“, sprach der Richter, ohne es entschuldigend klingen zu lassen, und erhob sich.
„Cheers, meine Herren.“
Die beiden Anwälte standen ebenfalls auf und tauschten währenddessen einen fragenden Blickkontakt aus.
„Cheers, auf Ihr Wohl, Euer Ehren.“
Mit einem satten klimpernden Geräusch stießen sie die Gläser aneinander und prosteten sich gegenseitig zu. Nachdem sie wieder Platz genommen hatten, hielt es der junge Anwalt nicht mehr länger aus.
„Also, Euer Ehren, was sollen wir bitte nicht aus der Presse erfahren?“, fragte er ganz ungeniert und blickte dem Richter ins Gesicht.
„Nun sein Sie doch nicht immer so ungeduldig, Mister Carett!“, maßregelte Johnson ihn. „Sie müssen noch viel lernen, schließlich sind Sie noch blutjung und haben noch gar nicht die Erfahrung, wie sie bereits Ihr Kollege Mister Ryder besitzt. Darauf werde ich gleich noch einmal zurückkommen.“
Als Reaktion darauf nickte Richard bloß und nestelte verlegen mit den Fingern am Saum seines Jacketts herum.
„Nun, meine Herren, kommen wir zur Sache“, fuhr Johnson fort. „Das war heute mein letzter Arbeitstag als vorsitzender Richter am Gericht und werde mich nun in den Ruhestand zurückziehen. Endlich kann ich mit meiner Frau alle Reisen nachholen, die ich ihr schon so lange versprochen habe. Von Ihnen beiden wollte ich mich aber persönlich verabschieden, denn ich habe Sie als ehrenwerte Männer kennen und schätzen gelernt.“ Erneut ergriff er sein Glas und leerte es in einem Zug.
„Dann hoffe ich, dass Ihr Nachfolger ein eben solch guter Richter sein wird, wie Sie es immer gewesen sind, Euer Ehren“, bemerkte Ryder und trank ebenfalls seinen Whisky aus.
„Da können Sie ganz beruhigt sein, das ist er. Wir kennen uns schon viele Jahre und er genießt mein vollstes Vertrauen. Ich bin mir sicher, Sie werden überhaupt keine Probleme mit ihm haben.“
„Wollen wir es hoffen, Euer Ehren“, entgegnete Nicholas Ryder.
„Dann werde ich ihm ins Gewissen reden“, erwiderte Johnson lächelnd, da ihm Ryders unterschwelliger Zweifel nicht entgangen war.
„Ich habe Sie beide aber nicht nur zu mir gebeten, um ein bisschen nett zu plaudern und mich von Ihnen zu verabschieden“, fuhr er fort und wandte sich an Carett.
„Sehen Sie, Richard, Sie haben heute nicht einen Prozess verloren und ich hoffe, Sie sehen es auch so. Vielmehr haben Sie heute erneut an unschätzbarer Erfahrung hinzugewonnen, denn diesen Prozess konnten Sie von vorneherein sowieso nicht gewinnen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie viele Prozesse Ihr Kollege Mister Ryder in dieser Art am Anfang seiner Laufbahn als Anwalt führen musste. Sie werden noch viele Gelegenheiten bekommen sich hier auszeichnen zu können, glauben Sie mir.“
„Natürlich, Euer Ehren, da kann ich Ihnen bloß voll und ganz zustimmen“, sagte der Anwalt, nachdem er den Ausführungen des Richters interessiert gelauscht hatte.
„Das freut mich, wenn Sie das auch so sehen. Die Beweise gegen den Angeklagten waren erdrückend und Sie haben Ihr Bestes gegeben, Mister Carett. Mehr konnten Sie nicht tun und das brillante Schlussplädoyer von Mister Ryder hat heute auch den kritischsten unter den Geschworenen überzeugt. Aber bitte gehen Sie niemals zu leichtfertig mit Ihrer Beweisführung um, meine Herren, denn in diesen schwierigen Zeiten ist es unsere Pflicht und Schuldigkeit gegenüber dem amerikanischen Volk keine voreiligen Schlussfolgerungen zu ziehen! Außerdem wäre eine solch derart leichtsinnige Vorgehensweise bloß Wasser auf die Mühlen für unseren Präsidenten, wenn Sie verstehen, was ich meine!“
„Selbstverständlich, Euer Ehren, er würde doch gleich mit einem entsprechenden Tweed bei Twitter die ganze Welt daran teilhaben lassen“, stimmte Ryder zu.
„So ist es, davon abgesehen, dass wir alle ganz schnell unsere Jobs los wären“, sagte der Richter und erhob sich aus dem Ledersessel.
„So, nun habe ich Sie beide lange genug aufgehalten, ich muss jetzt dringend zu meiner Familie, die mich schon im Restaurant erwartet.“
Nicholas stand ebenfalls auf und blickte den Richter an.
„Ich wünsche Ihnen alles Gute, Euer Ehren, eine schöne Feier und passen Sie immer gut auf sich auf“, sprach er und schüttelte ihm die Hand.
„Vielen Dank, Mister Ryder, und geben Sie ihm noch ein paar Ratschläge – er ist auf dem besten Weg ein glänzender Anwalt zu werden“, meinte Johnson gönnerhaft und deutete mit einer Kopfbewegung auf Carett.
„Auch ich wünsche Ihnen nur das Beste, Euer Ehren, und lassen Sie es sich mit Ihrer Frau auf allen Ihren Reisen gut gehen“, sagte Richard und reichte ihm die Hand. Dabei tat er so, als hätte er dessen letzte Bemerkung gar nicht gehört.
„Das werde ich bestimmt tun, darauf können Sie sich verlassen. Auf Wiedersehen, die Herren, und das mir ja keine Klagen über Sie zu Ohren kommen.“
„Wir werden uns bemühen, Euer Ehren, machen Sie sich bloß keine Sorgen“, meinte Ryder mit einem Lächeln. „Auf Wiedersehen, Euer Ehren.“
Die Männer verließen das Richterzimmer und Carett schloss die Tür.

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Rodge
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Beiträge: 601
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BeitragVerfasst am: 11.04.2020 07:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Blattgold,

die Ungeduld der amerikanischen Anwälte kann ich verstehen, auch ich hätte es fast nicht bis ans Ende geschafft. Obwohl es für meinen Geschmack gut geschrieben ist, bin ich an einigen Dingen hängen geblieben:

- Urteilt ein amerikanischer Richter in einem Geschworenenprozeß mit "Im Namen des Volkes?" und gibt er ein bestimmtes Gefängnis vor, in das der Angeklagte verbracht wird? Bist du dir sicher, dass das so Gepflogenheit ist?

- Ein Richter, der an seinem letzten Tag ein Gläschen mit einigen (relativ unbekannten) Anwälten trinkt? Würden nicht die Kollegen ihm ein kleines oder großes Fest ausrichten? Und kämen nicht noch andere Richterkollegen zum Gratulieren?

Alles nur Kleinigkeiten, die haben jedoch meinen Lesefluß behindert. Wenn das alles so korrekt ist - nichts für ungut!

Grüße
Rodge
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Blattgold
Geschlecht:männlichSchmierfink

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Beiträge: 57
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BeitragVerfasst am: 11.04.2020 11:14    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Rodge,

vielen Dank für dein Lob und deiner Kritik.

Die Anfangsszene könnte ich sicherlich noch umbauen, aber der Richter sollte sich bloß verabschieden, ohne die Szene größer zu machen, als es unbedingt notwendig ist. Das ganze Kapitel 1 umfasst schon knapp 12 Seiten, da wollte ich es nicht noch zusätzlich aufblähen. Hier soll dem Leser bloß einer der Hauptprotagonisten vorgestellt werden, denn alle anderen sind lediglich Nebenfiguren, die für den weiteren Verlauf der Geschichte keine Rolle mehr spielen.

Grüße und schöne Ostern wünscht dir, Blattgold

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Herr M
Geschlecht:männlichGänsefüßchen


Beiträge: 37



BeitragVerfasst am: 11.04.2020 11:49    Titel: Antworten mit Zitat

@ Blattgold
Stilistisch auf jeden Fall mit das Beste, was ich seit langem im Forum gelesen habe. Ordentliche Sätze, interessante Details, die beschrieben werden und sprachlich ansprechend. Allerdings bin ich persönlich immer skeptisch, wenn Nicht-Amerikaner über das amerikanische Rechtssystem schreiben (außer du kennst es sehr gut), denn was wir meistens davon wissen stammt aus den Fernsehserien und die haben bekanntlich wenig mit der Realität zu tun. Das halte ich also für ein generelles Problem, das in meinen Augen gut überlegt (und recherchiert) sein will, wenn man mit einem solchen Thema sich befasst. Aber ich weiß ja nicht, wie es sich bei dir verhält, darum nur die allgemeine Überlegung.
Für ein erstes Kapitel finde ich es persönlich ein wenig zu ereignisreich, da gibt es nichts, was mich hineinzieht. Gericht verbinde ich mit Spannung - wo verlaufen die Frontlinien, wer ist der Gute, wer der Böse, wie entscheidet der Richter, wie werden beim Kreuzverhör die Zeugen in die Zange genommen, wer lügt, wer spielt, wer blufft - kurz all das, was eine Gerichtssitzung spannend macht. Dass der Richter in den Ruhestand geht ( da steckt schon im Wort viel zu viel "Ruhe" für ein erstes Kapitel, in meinen Augen) finde ich nicht wirklich interessant und ich werde einfach nicht in die Geschichte hinein gezogen. Warum sollte ich da weiter lesen, drängt sich mir die Frage auf.
Ich würde bei der Hauptperson anfangen, wie sie brillant zum Beispiel einen Fall gewinnt, mit eben der ihm eigenen spannenden Art und Weise. Das bringt mich zu der Frage, wer ist hier überhaupt die Hauptperson? Ich würde sie in Aktion zeigen und dann erst den Richter in Ruhestand gehen. Wenn du mit dem Urteil anfängst, dann ist der eigentlich spannende Teil schon vorbei. Die Gerichtsverhandlung mag mit dem Roman nichts zu tun haben, kann aber eventuell die Hauptperson charakterisieren und den Leser auf diese Hauptperson gespannt sein lassen.
Nur so ein paar spontane Gedanken, denn dein Schreibstil ist gut.
Herzlichst
HerrM
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a.no-nym
Klammeraffe


Beiträge: 533



BeitragVerfasst am: 11.04.2020 11:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Blattgold,
ich habe erstmal nur einen kleinen Hinweis zur Nutzung der Funktionen des Forums.
Freundliche Grüße
a.

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Abari
Geschlecht:männlichAlla breve

Alter: 39
Beiträge: 1198
Wohnort: ich-jetzt-hier


BeitragVerfasst am: 11.04.2020 12:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hey,

ich habe es nicht geschafft, den Text vollkommen zu lesen. Sorry.

Das liegt mE an den "Erklärblöcken", in denen Du weitschweifend beschreibst, wie die Figuren aussehen. Das hemmt meinen Lesefluss und ich beginne zu überfliegen, was mir die Lust an der Lektüre raubt. Vielleicht versuchst Du, Deine Beschreibungen natürlicher in den Text einzuflechten? Statt
Blattgold hat Folgendes geschrieben:
Währenddessen blickte er den angehenden Anwalt an und stellte wiederholt fest, dass der Anfang dreißigjährige Carett mit einer hageren Erscheinung sowie seiner altmodischen Brille mit dicken Seitenbügeln, eher zu den unscheinbareren Menschen in der Gesellschaft zählte.

"Er bemerkte, wie der hagere Carett seine altmodische Brille mit den dicken Seitenbügeln zurechtrückte. Nämlich unscheinbar, wie dessen ganzes Wesen war, was zu seinem Alter anfang dreißig so gar nicht zu passen schien."

Das ist lediglich ein Beispiel für das, was ich meine. Und kein besonders gutes, denn es ist Dein Text und Du bist Gott darin. Ich möchte Dir daher nicht zuviel hineinpfuschen. Aber vielleicht konnte ich transportieren, was ich meine.


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Das zeigt Dir lediglich meine persönliche, höchst subjektive Meinung.
Ich mache (mir) bewusst, damit ich bewusst machen kann.

LG
Abari
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Blattgold
Geschlecht:männlichSchmierfink

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Wohnort: Stuttgart


BeitragVerfasst am: 12.04.2020 10:50    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Herr M,

vielen Dank für dein großes Lob, das freut mich sehr.
Was das amerikanische Rechtssystem betrifft, gebe ich dir voll und ganz recht. Auch mir selbst ist bereits aufgefallen, dass zu wenig im Kapitel passiert was den Leser ermutigen würde weiter zu lesen. Trotzdem habe ich das Kapitel hier eingestellt, damit ich Feedback bekomme, wie es sich liest. Daher reift meine Überlegung immer mehr, dass ich das komplette Kapitel umschreiben muss, um es wesentlich interessanter zu machen.
Außerdem herzlichen Dank für deine Anregungen - das muss ich mir mal alles durch den Kopf gehen lassen...

Herzliche Grüße, Blattgold

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Blattgold
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BeitragVerfasst am: 12.04.2020 10:56    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo a.no-nym,

herzlichen Dank für deinen Hinweis, aber genau dort habe ich geklickt.
Aus diesem Grund verstehe ich deinen Hinweis nicht, aber nichts für ungut.

Herzliche Grüße, Blattgold

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Blattgold
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BeitragVerfasst am: 12.04.2020 11:08    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Abari,

vielen Dank für deine Anregung und darüber werde ich mir einmal Gedanken machen.
Für meinen Geschmack ist das Kapitel zu lang (die komplette Länge beträgt knapp 12 Seiten) und ich möchte es deutlich verkürzen. Deshalb habe ich es hier eingestellt, in der Hoffnung, ein paar Wege aufgezeigt zu bekommen, wie ich das hinbekommen könnte.

Herzliche Grüße, Blattgold

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Willebroer
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Beiträge: 3438
Wohnort: OWL


BeitragVerfasst am: 12.04.2020 12:13    Titel: Antworten mit Zitat

Blattgold hat Folgendes geschrieben:
Hallo a.no-nym,

herzlichen Dank für deinen Hinweis, aber genau dort habe ich geklickt.
Aus diesem Grund verstehe ich deinen Hinweis nicht, aber nichts für ungut.

Herzliche Grüße, Blattgold


Hallo Blattgold,
es war wohl gemeint, dort NICHT zu klicken. Sonst wird jede deiner Anworten auf Kommentare anderer als Fortsetzung der Geschichte angezeigt. Jetzt sieht es so aus, als hättest du schon fünf Teile gepostet, lauter Fortsetzungen der Geschichte. Wink
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Blattgold
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Alter: 56
Beiträge: 57
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BeitragVerfasst am: 12.04.2020 12:44    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Willebroer,

danke sehr für die eindeutige Erklärung - das wusste ich vorher nicht.

Beste Grüße Blattgold


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a.no-nym
Klammeraffe


Beiträge: 533



BeitragVerfasst am: 12.04.2020 12:48    Titel: Antworten mit Zitat

Willebroer hat Folgendes geschrieben:

es war wohl gemeint, dort NICHT zu klicken.


Genau das steht doch auch in meinem Kommentar – oder nicht Shocked ?
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a.no-nym
Klammeraffe


Beiträge: 533



BeitragVerfasst am: 12.04.2020 15:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Blattgold,
ich habe erst Deinen Text und dann das hier gelesen:
Herr M hat Folgendes geschrieben:
Stilistisch auf jeden Fall mit das Beste, was ich seit langem im Forum gelesen habe.

Natürlich bleibt Herrn M sein Eindruck unbenommen – und Dir die Freude über das Kompliment. Ich würde meinen (deutlich anderen) Eindruck gern daneben stellen (nicht darüber!) und hoffe, es ist in Ordnung, wenn ich viel zu mäkeln habe. Nimm Dir, was Dir brauchbar erscheint, den Rest steck in die Tonne Smile

Blattgold hat Folgendes geschrieben:

„Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil“, verkündete der Vorsitzende Richter.
Ich weiß nicht, ob "Vorsitzender Richter" als Eigenname zählt – Du schreibst Vorsitzender hier groß, später im Text aber klein. Vielleicht hilft das hier https://dict.leo.org/forum/viewGeneraldiscussion.php?idThread=1296723&lang=de&lp=ende. Auf jeden Fall würde ich es einheitlich gestalten.

Blattgold hat Folgendes geschrieben:
„Der Angeklagte wird einstimmig des Mordes für schuldig befunden und zu einer lebenslänglichen Haftstrafe im Staatsgefängnis von Massachusetts verurteilt! Damit ist die Sitzung geschlossen.“
Zur Frage "lebenslänglich" oder "lebenslang" in den USA habe ich das hier gefunden: https://www.finanzfrage.net/g/frage/haft-lebenslaenglich-in-amerika-wie-lange Hier geht es wohl "nur" um Mord, nicht um Addition mehrerer Strafen, also bliebe lebenslang mit Bewährung (dann müsste Dauer der Bewährung genannt werden) oder eben lebenslang ohne Bewährung, also für den Rest des Lebens. Dann würde ich "lebenslang" schreiben, denn "lebenslänglich" ist hier ggf. irreführend (?)

Mir geht es wie Abari, mir ist der Text an vielen Stellen zu ausführlich, zumal viele Informationen dabei sind, die selbstverständlich oder für den Fortgang der Handlung offenbar unwichtig/nebensächlich sind. Ich markiere hier mal in einem kleinen Abschnitt, was ich auf den Prüfstand stellen würde (im Rest des Textes lassen sich unzählige weitere Beispiele finden):
Blattgold hat Folgendes geschrieben:
Anschließend schlug er mit dem Holzhammer auf den runden Resonanzblock und schaltete das Mikrofon auf dem Pult aus.
Der Verbrecher wurde in Handschellen von zwei Justizbeamten abgeführt und durch eine Seitentür aus dem Verhandlungssaal gebracht.
Der Richter stützte sich mit beiden Händen auf die Tischplatte und beugte den Oberkörper etwas nach vorne. Für einen Moment sah er den beiden Anwälten zu, wie sie die umfangreichen Papierstapel wieder in ihren geräumigen Aktentaschen verstauten.


Blattgold hat Folgendes geschrieben:
Die beiden Männer waren ihm mit der Zeit schon ein wenig ans Herz gewachsen, aber natürlich ließ er es sich niemals anmerken.
Hier empfinde ich das "er es sich" als ungeschickt.


Auch im folgenden Absatz erschlägt mich eine Fülle von Informationen, die für mich nicht wichtig sind. Ob der Anwalt mir sympathisch ist oder nicht, ist für mich als Leser nicht von solchen Äußerlichkeiten abhängig. Es entsteht auch nicht mehr Spannung, wenn ich nun weiß, dass er groß und blond ist.
Blattgold hat Folgendes geschrieben:
Vor allem der gewiefte Rechtsanwalt Nicholas Ryder, den er schon seit einigen Jahren kannte. Ein schlanker Mann, der sich stets elegant kleidete, und nicht nur durch seine Größe von knapp einem Meter neunzig eine auffällige Erscheinung war. Zudem besaß er eine athletische Figur und zwischen seinen blonden, kurz geschnittenen Haaren mischten sich allmählich graue Strähnen, was jedoch im Alter von Mitte vierzig keine Überraschung war.
"Zwischen seinen blonden Haaren mischten sich allmählich graue Strähnen" bedeutet, dass die grauen Strähnen sich mit sich selbst mischten. Gemeint ist sicher, dass das Grau sich ins Blond mischt, dann wäre "zwischen seine blonden Haare mischten sich" treffend.

Blattgold hat Folgendes geschrieben:
Auf dem Flur bahnten sie sich ihren Weg durch die Menschenmasse, die den Prozess vom ersten  Verhandlungstag an mitverfolgt hatten, und nach ein paar Schritten blieben sie vor der Tür des Richterzimmers stehen.
Hier müsste es entweder "Menschenmassen" und "hatten" oder "Menschenmasse" in Kombi mit "mitverfolgt hatte" heißen. Nach meinem Empfinden ist dieser Absatz ohnehin verzichtbar, aber das kannst natürlich nur Du beurteilen smile.

 
Blattgold hat Folgendes geschrieben:
„Können Sie sich vorstellen, warum Richter Johnson uns gebeten hat, zu ihm zu kommen?“, fragte der junge, aufstrebende Anwalt Richard Carett.
„Nein, das kann ich mir auch nicht erklären, aber er wird schon seine Gründe haben und jetzt klopfen Sie schon“, antwortete Ryder und nickte ihm aufmunternd zu.
Währenddessen blickte er den angehenden Anwalt an und stellte wiederholt fest, dass der Anfang dreißigjährige Carett mit einer hageren Erscheinung sowie seiner altmodischen Brille mit dicken Seitenbügeln, eher zu den unscheinbareren Menschen in der Gesellschaft zählte.
Würde ein Anwalt seinen Kollegen (den er bereits kennt, er hat ja mit ihm gearbeitet!) da in diesem Flur tatsächlich so wahrnehmen, als sähe er ihn zum allerersten Mal? Mir erscheint das unglaubwürdig. Auch bin ich wiederum nicht sicher, ob ich all das überhaupt jetzt schon wissen muss (und will).

Auch hier ist es mir wieder deutlich zu viel des Guten – ich mag die vielen Infos nicht, die Du mir als Leser ständig aufnötigst ...
Blattgold hat Folgendes geschrieben:
Carett atmete noch einmal hörbar durch und während er mit pochendem Herzen an die dunkelbraun glänzende Tür klopfte, in der man sein eigenes Spiegelbild sehen konnte, dachte er darüber nach, ob er möglicherweise einen Fehler im Gerichtssaal gemacht hätte.


Blattgold hat Folgendes geschrieben:
„Herein“, rief die Stimme des Richters.
Das klingt, als würde die Stimme außerhalb ihres Besitzers ein Eigenleben führen wink

Blattgold hat Folgendes geschrieben:
Seine schwarze Robe hatte er inzwischen ausgezogen, die bereits ordentlich auf einem Bügel am Haken der Garderobe hing.
Bei solchen Formulierungen schrillen meine Alarmglocken – sowas wäre m.E. nicht mal umgangssprachlich richtig, geschweige denn in einem literarischen Werk. Vorschlag: "Seine schwarze Robe hatte er bereits ausgezogen, sie hing ordentlich auf einem Bügel am Haken der Garderobe."

Und hier folgt schon der nächste Satz, in dem sich sprachliche Unsicherheiten manifestieren:
Blattgold hat Folgendes geschrieben:
Johnsons dunkelbraune Knopfaugen schauten stets fokussiert in die Umgebung, denen nichts zu entgehen schien.
Das "denen" bezieht sich aufgrund seiner Stellung im Satz zwangsläufig auf "Umgebung" – als Leser stolpere ich und kann nur raten, was der Autor sich gedacht hat. Vorschlag: "Johnsons dunkelbraune Knopfaugen, denen nichts zu entgehen schien, schauten stets fokussiert in die Umgebung." Wobei hier wieder die Frage ist, ob die Augen tatsächlich unabhängig von ihrem Besitzer in die Welt schauen. Vorschlag: "Johnson, dessen  dunkelbraunen Knopfaugen nichts zu entgehen schien, schaute stets fokussiert in die Umgebung." Bleibt, dass "fokussiert" und "nichts entgeht" irgendwie inhaltlich doppelt gemoppelt ist.

Blattgold hat Folgendes geschrieben:
Die kurzen, schneeweißen Haare waren immer zu einem exakten Seitenscheitel gekämmt und sein Kinn sah energisch aus.
Ich habe Mühe, mir das vorzustellen. Wie soll ein "energisches Kinn" aussehen? Ich kann mir einen energischen Gesichtsausdruck vorstellen oder gern z.B. ein kantiges Kinn, das seinem Besitzer einen energischen Ausdruck verleiht, aber ein "energisches Kinn"?

Blattgold hat Folgendes geschrieben:
Außerdem war Richard schon mehrfach der messerscharfe Verstand für komplexe Zusammenhänge aufgefallen
Auch das ist eine unsaubere Formulierung. Einen (messerscharfen) Verstand hat jemand (oder er hat ihn nicht) – dann wäre der Satz an dieser Stelle zu Ende. "Für komplexe Zusammenhänge" kann jemand ein weitreichendes "Verständnis" haben oder er kann komplexe Zusammenhänge durchschauen. Mit "messerscharfem Verstand", den "komplexen Zusammenhängen" und
"diesem Mann konnte niemand etwas vormachen" erzählst Du dem Leser im Grunde in einem Satz drei Mal das Gleiche. Mir ist das zu viel.
 
Blattgold hat Folgendes geschrieben:
„Ich weiß, um die Mittagszeit ist es eigentlich noch viel zu früh sich einen Drink zu genehmigen, aber es wird sonst keine Gelegenheit mehr dazu geben“, sprach der Richter, ohne es entschuldigend klingen zu lassen, und erhob sich. [Warum ist hier ein Absatz, obwohl das "Cheers" offenbar auch dem Richter zuzuordnen ist? (Absatz steht für Sprecherwechsel.)] Das "sprach" finde ich etwas altbacken, mir würde ein neutrales "sagte" besser gefallen.
„Cheers, meine Herren.“


Blattgold hat Folgendes geschrieben:
Die beiden Anwälte standen ebenfalls auf und tauschten währenddessen einen fragenden Blickkontakt aus.
Man kann m.E. einen Blick austauschen. Oder Kontaktdaten. Oder man kann Blickkontakt haben. Austauschen kann man Blickkontakt nach meinem Verständnis nicht.

Blattgold hat Folgendes geschrieben:
„Wollen wir es hoffen, Euer Ehren“, entgegnete Nicholas Ryder.
Hier sollte "Ryder" genügen, es ist ja keine Person dazugekommen.
Blattgold hat Folgendes geschrieben:
„Sehen Sie, Richard, Sie haben heute nicht einen Prozess verloren
"Nicht einen" – also mehrere?

Blattgold hat Folgendes geschrieben:
diesen Prozess konnten Sie von vorneherein sowieso nicht gewinnen.
Doppelt gemoppelt!

Blattgold hat Folgendes geschrieben:
Sie werden noch viele Gelegenheiten bekommen sich hier auszeichnen zu können, glauben Sie mir.“
Unglücklich formuliert, gerade als gesprochene Sprache. Vorschlag: "sich hier auszuzeichnen"
Blattgold hat Folgendes geschrieben:
„Natürlich, Euer Ehren, da kann ich Ihnen bloß voll und ganz zustimmen“, sagte der Anwalt, nachdem er den Ausführungen des Richters interessiert gelauscht hatte.
Dass er das nicht vorher sagt, ist offensichtlich; dass er zugehört hat, ist eine Selbstverständlichkeit. Erwähnenswert wäre  m.E. nur, wenn er nicht zugehört hätte.

Blattgold hat Folgendes geschrieben:
Außerdem wäre eine solch derart leichtsinnige Vorgehensweise
Doppelt gemoppelt.

Blattgold hat Folgendes geschrieben:
bloß Wasser auf die Mühlen für unseren Präsidenten, wenn Sie verstehen, was ich meine!“
Vorschlag: "Wasser auf die Mühlen unseres Präsidenten"
Blattgold hat Folgendes geschrieben:
„Selbstverständlich, Euer Ehren, er würde doch gleich mit einem entsprechenden Tweed bei Twitter die ganze Welt daran teilhaben lassen“, stimmte Ryder zu.
"Tweed" ist ein englischer Webstoff wink Und ein "Tweet bei Twitter" wäre übrigens sowas wie ein gepfiffenes Pfeifen oder ein gesungener Gesang ...

Blattgold hat Folgendes geschrieben:
„So ist es, davon abgesehen, dass wir alle ganz schnell unsere Jobs los wären“, sagte der Richter und erhob sich aus dem Ledersessel.
„So, nun habe ich Sie beide lange genug aufgehalten, ich muss jetzt dringend zu meiner Familie, die mich schon im Restaurant erwartet.“
Nicholas stand ebenfalls auf und blickte den Richter an.
Mal verwendest Du den Vor-, mal den Nachnamen. Das ist bei drei gleichzeitig eingeführten Personen sehr verwirrend. Das "blickte" ist mir bereits an mehreren Stellen aufgestoßen, es wirkt auf mich genau so antiqiert wie "sprach er".

Blattgold hat Folgendes geschrieben:
„Das werde ich bestimmt tun, darauf können Sie sich verlassen. Auf Wiedersehen, die Herren, und das mir ja keine Klagen über Sie zu Ohren kommen.“
dass

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Der Text beherbergt viele Kommafehler. (Die habe ich nicht angestrichen, weil Dich das nach meiner bescheidenen Erfahrung nicht weiterbringen würde. Die Kommaregeln versteht man nicht besser, wenn jemand einzelne Abschnitte verbessert – man kann sie sich m.E. nur durch intensive Beschäftigung und durch systematisches eigenes Üben erschließen. Smile

Situation und Dialoge habe ich sowohl von der sprachlichen als auch von der inhaltlichen Gestaltung her als eher unglaubwürdig und sehr gedehnt empfunden (Wobei ich mit so einer Dehnung nicht grundsätzlich Probleme habe – wenn die sprachliche Gestaltung besonders gelungen ist, kann ich solche Längen sehr genießen; das ist jedoch hier (noch) nicht der Fall, zumindest empfinde ich es so). Es erscheint mir nicht plausibel, dass Menschen so umständlich und geschraubt reden (wie gebildet auch immer sie sein mögen).
Dass ein scheidender Richter nach einem Mordprozess an seinem letzten Arbeitstag nichts Besseres zu tun hat, als zwei Anwälte zu sich zu bitten und in einer breit ausgewalzten Szene kaum mehr als seinen Ruhestand bekanntzugeben, empfinde ich als unglaubwürdig. Keiner der Charaktere ist momentan so gestaltet, dass ich gern wissen würde, wie es weitergeht. Da ist ein Aufmerksamer, der in Pension geht, ein großer Blonder mit grauen Schläfen und ein Junger mit Potenzial. Hm. Aber bei keinem von denen erfahre ich irgendetwas, das meine Neugier/meine Sympathie (oder Antipathie) wecken würde oder eine Verbindung herstellen würde. Sie bleiben alle auf Abstand, tauschen Floskeln aus und lassen sowas wie z.B. Warmherzigkeit (oder auch Schärfe oder andere menschliche Regungen) weitgehend vermissen. Vielleicht ist der Ausschnitt zu kurz und das kommt alles noch – mich hättest Du an dieser Stelle aber bereits als Leser  verloren. Embarassed

Sprachlich sehe ich – das habe ich ja versucht, an einigen Beispielen zu verdeutlichen – noch viel Luft nach oben.

Du verwendest sehr viele Adjektive. Vielleicht hilft es Dir, das Ausmaß besser wahrzunehmen, wenn Du Deinen Text nimmst und sie einmal alle markierst (und dann schaust, welche wirklich notwendig sind und an welchen Stellen Du der Phantasie des Lesers mehr Freiraum geben könntest). Wenn einer ein Getränk einschenkt, empfinde ich es beim Lesen  wie eine Bevormundung, wenn der Autor mir auch noch vorschreiben will, wie ich mir die Flasche vorzustellen habe ("bauchig"). Dieser Detailreichtum wäre m.E. höchstens dann angemessen, wenn ebendiese Flasche später dem Richter über den Schädel gezogen wird, so dass er seine Rente und seinen Whisky nicht mehr genießen kann. Mag sein, dass so etwas passiert – das kannst ja nur Du als Autor wissen. Aber dass die ganze Fülle der Details eine Bedeutung hat (braune Türen, verzierter Schlüssel, dickwandige Gläser, geräumige Aktentaschen usw. usf.), das kann ich mir kaum vorstellen. Der Balanceakt zwischen notwendigen Details und Freiräumen für den Leser ist schwierig – man merkt, dass Du eine sehr genaue Vorstellung von den Dingen hast. Als Autor hat man an dieser Stelle oft einen großen, blinden Fleck und merkt nicht, wie sehr man den Leser mit zu vielen Details erdrückt. Mir hat geholfen, ganz bewusst einen Abschnitt eines  Lieblingsbuches anzuschauen – und auch dort alle Adjektive zu markieren (sind nach meiner Erfahrung oft erstaunlich wenige, und doch (bzw. gerade deswegen) entstehen sehr lebendige Bilder im Kopf.

Dass ich Dir nun eine so ausufernde Kritik hier hinlege, soll Dich bitte nicht ent- sondern ermutigen, an Deinem Text zu arbeiten – es lohnt sich ganz sicher!

Freundliche Grüße
a.
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Blattgold
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BeitragVerfasst am: 12.04.2020 16:21    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo a.no-nym,

nun haben wir also das zweite Mal miteinander das Vergnügen - na schön.

Zuerst einmal herzlichen Dank für die sehr ausführliche Kritik und du hast mich auf einige Dinge aufmerksam gemacht, wofür ich dir dankbar bin.
Ich glaube, dass ich inzwischen schon mehrfach hier erwähnt habe das Kapitel ganz entscheidend zu verkürzen. Dafür habe ich Anregungen gebraucht, wo der "Hase im Pfeffer liegt", und die habe ich ja nun bekommen. Wink

Seit einiger Zeit besitze ich ein Schreibprogramm das eine Stilanalyse und eine Lesbarkeit-Einschätzung besitzt. Doch diese Funktionen habe ich absichtlich nicht vor dem Einstellen verwendet, da ich noch weiter am Text arbeiten möchte, bevor ich ihn damit finalisieren werde. Auch ein gründliches Selbstlektorat ist noch nicht erfolgt, da ich nämlich gerade in einer Sackgasse festhänge und um den Faden aufnehmen zu können, habe ich den Text eingestellt. Ich denke, das ist nicht verwerflich. Wink

Herzliche Grüße, Blattgold


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a.no-nym
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BeitragVerfasst am: 12.04.2020 16:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Blattgold,

Blattgold hat Folgendes geschrieben:
nun haben wir also das zweite Mal miteinander das Vergnügen - na schön.
Hm. Ist mir da was entgangen?

Blattgold hat Folgendes geschrieben:
Ich glaube, dass ich inzwischen schon mehrfach hier erwähnt habe das Kapitel ganz entscheidend zu verkürzen. Dafür habe ich Anregungen gebraucht, wo der "Hase im Pfeffer liegt", und die habe ich ja nun bekommen.
Es tut mir leid, wenn ich übers Ziel hinausgeschossen sein sollte. Ich habe die Kommentare leider nicht immer alle im Sinn Embarassed

Blattgold hat Folgendes geschrieben:
um den Faden aufnehmen zu können, habe ich den Text eingestellt. Ich denke, das ist nicht verwerflich.
Auch ich finde nichts Verwerfliches daran, seine Texte hier einzustellen und Fragen zu stellen/Hilfe zu erbitten. Dafür ist das Forum ja da. wink

Allerdings empfinde ich es so, dass Arbeitsschritte wie "gründliches Selbstlektorat" usw. vor dem Einstellen von Texten durchaus mehr sind als eine höfliche Geste gegenüber den Foristen hier, die ihre Zeit verschenken und sich Mühe mit der Textarbeit machen. Ich sehe einem Text schließlich nicht an, welche Formulierungsschnitzer und Fehler der Autor bei gründlicher Durchsicht selbst gefunden hätte – also gehe ich immer davon aus, dass er vor dem Absenden alles gegeben hat und es eben nicht besser weiß bzw. kann. Es sei denn, es steht über dem präsentierten Ausschnitt: "Bitte keine kleinteilige Textarbeit, mir geht es nur um Aspekt x, mit dem ich nicht weiterkomme". Über Deinem Text steht jedoch die Bitte um "Kritik, Verbesserungsvorschläge oder Anregungen" – das habe ich eher universell aufgefasst.

Freundliche Grüße
a.
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Blattgold
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BeitragVerfasst am: 12.04.2020 17:12    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

a.no-nym hat Folgendes geschrieben:
Hallo Blattgold,
ich habe erstmal nur einen kleinen Hinweis zur Nutzung der Funktionen des Forums.
Freundliche Grüße
a.




Alles in Ordnung - keine Sorge. Aber das bist nicht du???
Okay, dann hab' ich was verpasst...

Herzliche Grüße, Blattgold


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a.no-nym
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BeitragVerfasst am: 12.04.2020 17:20    Titel: Antworten mit Zitat

Doch, das ist natürlich von mir. Unter "das Vergnügen haben" hatte ich mir einen (längeren) Austausch an anderer Stelle, also in einem anderen Faden, vorgestellt wink

Freundliche Grüße
a.

P.S.: Magst Du verraten, welcher der drei Charaktere der Protagonist sein wird?

Du schreibst von einer "Sackgasse" – vielleicht wäre es hilfreich, genauer zu beschreiben, wo es hängt. Oder hast Du schon einen Weg hinaus gefunden?
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Willebroer
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BeitragVerfasst am: 12.04.2020 17:38    Titel: Antworten mit Zitat

a.no-nym hat Folgendes geschrieben:
Willebroer hat Folgendes geschrieben:

es war wohl gemeint, dort NICHT zu klicken.


Genau das steht doch auch in meinem Kommentar – oder nicht Shocked ?


Doch, doch! Das hast du. Ich habe mir lediglich erlaubt, das "nur dann, wenn ..." aus dem Forumstext für diesen speziellen Fall durch nicht zu ersetzen. Manchmal hilft eine kleine Umformulierung. Smile
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Blattgold
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BeitragVerfasst am: 13.04.2020 10:03    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

a.no-nym hat Folgendes geschrieben:
Doch, das ist natürlich von mir. Unter "das Vergnügen haben" hatte ich mir einen (längeren) Austausch an anderer Stelle, also in einem anderen Faden, vorgestellt wink

Freundliche Grüße
a.

P.S.: Magst Du verraten, welcher der drei Charaktere der Protagonist sein wird?

Du schreibst von einer "Sackgasse" – vielleicht wäre es hilfreich, genauer zu beschreiben, wo es hängt. Oder hast Du schon einen Weg hinaus gefunden?



Hallo a.no-nym,

der Hauptprotagonist ist der Anwalt Nicholas Ryder. Gleichwohl weiß ich sehr genau, dass nichts Spannendes oder Aufregendes im Kapitel passiert. Aber irgendwie muss die Geschichte doch beginnen und der Prota in die Story "eingebaut" werden.
Ich habe mir den Kopf zerbrochen und bin zum Schluss gekommen, dass ich die ganze Gerichtsszene herausnehmen werde (muss) und gleichzeitig muss ich mir überlegen, wie ich das Kapitel spannender machen kann, damit ich den Leser nicht gleich verliere. Tja, und genau an diesem Punkt hänge ich fest. Das ganze Kapitel hat momentan einen Umfang von 12 Seiten - auch das muss gestrafft werden, da noch zu viele Nebensächlichkeiten darin sind. Genau deshalb habe ich einen Ausschnitt hier eingestellt, damit ich das herausfinde.
Konnte ich dir einigermaßen beschreiben, worum es mir geht?

Herzliche Grüße, Blattgold


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a.no-nym
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BeitragVerfasst am: 13.04.2020 14:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Blattgold,

es ist natürlich schwer, dazu überhaupt etwas zu sagen, ohne den Rest des Kapitels oder die Richtung der Handlung zu kennen.

Der entscheidende Gedanke ist aber vielleicht dieser hier:
Zitat:
"Aber irgendwie muss die Geschichte doch beginnen und der Prota in die Story "eingebaut" werden."

In Büchern, die ich spannend finde, ist es meist so, dass ich als Leser direkt mitten in die Handlung hineingeworfen werde. Gerade das macht mich neugierig, weil ich z.B. wissen will, was es mit diesem oder jenem Verhalten der verschiedenen/des einen Protagonisten auf sich hat.
Ich erlebe eher selten, dass ich es spannend finde, dabei zuzusehen, wie erst einmal eine Story "gebaut" und der Protagonist dann in diese "eingefügt" wird. Auch Filme fangen oft mitten im Geschehen an und liefern das Gedankengebäude eher so nebenbei bzw. rückblickend mit.

Vielleicht wäre es einen Versuch wert, den Anwalt vom ersten Satz an ganz eng zu begleiten. Beispiele, völlig aus der Luft gegriffen, um zu illustrieren, was ich meine: Schick ihn nachts hinaus, er wirft die Tür hinter sich ins Schloss und geht joggen, weil er nicht schlafen kann. Er weiß, dass er den Prozess am nächsten Tag verlieren wird und das nagt an seinem Ego, auch wenn er im Grunde weiß, dass der Mandant ... usw.
Am Morgen ist er dann auf dem Weg ins Gericht, als ... sein Bruder ihn anruft, der vielleicht was Familiäres mit ihm besprechen will oder sonst irgendwas, für das Ryder gerade den Kopf nicht frei hat. Vielleicht reagiert er genervt, merkt es irgendwann selbst und kriegt sich wieder ein. Oder er wimmelt den Bruder ab, vergreift sich im Ton  oder was auch immer zu ihm passen würde. Im Gericht muss er dann zusehen, wie der Prozess den Bach runtergeht, auch die letzte kleine Hoffnung erfüllt sich nicht (vielleicht ein Zeuge, der nicht so wirkt wie erhofft).
So wäre man als Leser die ganze Zeit an Ryder dran und könnte ihn kennenlernen, ihn beobachten und so erfahren, was für ein Mensch er ist. Er könnte Einfühlungsvermögen als Mentor zeigen und sich um seinen jüngeren Kollegen kümmern, der vielleicht sehr frustriert ist. Oder menschliche Wärme oder Respekt, indem er dem geschätzten Richter, der in den Ruhestand geht, mehr mit auf den Weg gibt als nur ein paar Floskeln.

Wie gesagt – alles nur "ins Blaue gedacht". Wie immer gut möglich, dass ich total danebenliege. Falls Du was findest, was Dir hilft, freue ich mich. Vielleicht liegt das Problem aber auch ganz woanders. Sicher findest Du eine Lösung! Smile

Freundliche Grüße
a.
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Blattgold
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BeitragVerfasst am: 13.04.2020 15:15    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo a.no-nym,

ich danke dir sehr herzlich für deinen Gedankenanstoß. Ich glaube, daraus lässt sich etwas machen. Vielleicht bin ich gerade auch nur "betriebsblind", um nicht zu erkennen, wie ich den Ansatz finden kann, die Geschichte spannender und interessanter zu machen.
Du hast mich, ohne dass du davon wissen konntest, mich auf eine völlig neue Idee gebracht! Smile  Damit hätte ich nicht gerechnet, aber wie heißt es schön, unverhofft kommt oft. Jedenfalls bin ich dadurch der Lösung einen ganz entscheidenden Schritt näher gekommen - jetzt muss ich das nur noch in meinem Kopf ausarbeiten.
Natürlich waren mir einige deiner Anmerkungen schon bekannt, aber ich wusste immer: Das Kapitel ist zu laangweilig - da passiert fast nichts, wo es lohnt, weiterzulesen.

Besten Dank noch einmal, jetzt kann ich es umschreiben.

Herzliche Grüße, Blattgold


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a.no-nym
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BeitragVerfasst am: 13.04.2020 18:31    Titel: Antworten mit Zitat

Blattgold hat Folgendes geschrieben:
jetzt kann ich es umschreiben

  
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