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Eat & Flirt


 
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DLurie
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 186
Wohnort: Zwischen den Stühlen
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BeitragVerfasst am: 22.03.2020 15:41    Titel: Eat & Flirt eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo,  
ist zwar ein bisschen zu lang für die Werkstatt, andererseits bin ich hier am Gesamteindruck interessiert. Trägt die Story? Oder braucht's ein originelleres Ende?
LG DLurie



Daniel, Montag
Auch für die Altersgruppe 45+ veranstalten wir Single-Dinner.
Sei froh, so versteht Daniel den Satz auf der Internetseite von Eat & Flirt, dass wir dich noch in unserem Programm haben. Seniorenteller versteht er. Das Alter der Ausgrenzung sinkt immer weiter, denkt er verärgert. Er googelt Durchschnittsalter der Deutschen: 44,4 Jahre, Tendenz steigend. Du liegst gerade mal sechs Jahre über dem Schnitt, beruhigt er sich.
»Wenn du eine Frau kennenlernen willst, belege einen Tanzkurs. Salsa oder Tango. Hundertprozentige Sache«, hat sein Freund Karl ihm geraten. Aber er tanzt nicht gerne, und er sieht nicht ein, warum er sich verbiegen sollte, um eine Frau kennenzulernen.
»Geh ins Internet lächeln. Das klappt viel schneller als ein Tanzkurs«, hat sein Sohn Martin vorgeschlagen.
Er wechselt wieder zu Seite von Eat & Flirt. Da wäre der Brunch, jeden Sonntagmorgen ab elf. Sechs bis acht Teilnehmer, halb Weiblein, halb Männlein, an angesagten Locations. Er scrollt durch das elektronische Anmeldeformular, kreuzt bei Freizeitgestaltung Schwimmen, Kino und Rockmusik an. Nach besonderen Charaktermerkmalen wird auch gefragt, doch er misstraut Selbstbeschreibungen. Immer schon war er der Meinung, dass andere ihn besser kennen, als er sich selbst. Was hast du schon zu verlieren, denkt er und meldet sich an. Er ist es leid, alleine aufzuwachen.


Katrin, Montag
Auch für die Altersgruppe 45+ veranstalten wir Single-Dinner.
Kaffeekränzchen, denkt Katrin, als sie den Satz bei Eat & Flirt liest. Vor zwei Monaten hat sie ihren Fünfzigsten gefeiert. Beinahe penetrant haben alle Gäste ihr bestätigt, dass sie viel jünger aussehe. Seitdem, so scheint ihr, ist das durchschnittliche Alter der Männer, die sie über eine Internet-Partnerbörse anschreiben, deutlich gestiegen.
Du hast schon viel Zeit mit der blöden Schreiberei verloren, denkt sie. Seit einem halben Jahr schickt sie Mails durchs Netz in der Hoffnung, den Einen zu finden, der passt. Dreimal war sie bei einem Date, voller Hoffnungen nach vielversprechenden Briefwechseln und Telefonaten. Doch jedes Mal folgte die Enttäuschung. Das letzte Treffen vor zwei Wochen kommt ihr in den Sinn: Klaus, ein ganz Durchtriebener. Am Anfang des Abends gab er noch den Gentleman und Charmeur alter Schule, um dann ganz schnell zur Sache zu kommen.
»Wofür hältst du mich eigentlich? «, hatte sie ihn gefragt, als er aufdringlich wurde.
Schluss mit der Schreiberei! Dieser Eat & Flirt-Brunch in der Gruppe hat den Vorteil, dass du die Typen direkt vor der Nase hast. Und wenn es dir nicht gefällt, wie einer seine Gabel hält, dann lässt du ihn links liegen und wendest dich einem anderen zu. Sie öffnet die Seite des Anmeldeformulars, kreuzt Tanzen, Kino, klassische Musik und Spiritualität an. Wie man sich selbst einschätzt, könnte man noch angeben, doch sie verspürt keinerlei Lust, sich hier adjektivreich zu beschreiben und schickt das Anmeldeformular ab.


Katrin, bei Mario, Sonntagmorgen, 11:05
Ganz schön gewagt, denkt Katrin beim Anblick des knallroten, trägerlosen Kleides, das Yvonne an den Schenkeln glatt zieht, nachdem sie ihre Gäste im Namen von Eat & Flirt begrüßt und aufgefordert hat, Platz zu nehmen. Katrin bedauert, dass sie sich für die schwarze Stoffhose und den anthrazitfarbenen Blazer und nicht für das hautenge braune Kleid entschieden hat.
»Das ist kein Geschäftsessen, Mama. Da geht es ums Flirten«, hatte ihre Tochter Vera ihre Wahl kommentiert und spöttelnd hinzugefügt: »Da ist Erotik im Spiel, wenn du dich erinnern magst.«
»Nicht alle Männer mögen es plump«, hatte sie ihrer Tochter trotzig geantwortet.
»Träum weiter«, meinte Vera und winkte ab. Vielleicht, so denkt sie jetzt, hatte ihre Tochter Recht, und sie ist ein bisschen verklemmt.
Sie blickt in die Runde der Teilnehmer, die nach den Tischkarten mit ihren Vornamen suchen. Bis auf einen Mann, der sie lächelnd mit einem Kopfnicken grüßt, sind alle Anwesenden kaum älter als ihre Tochter. Das muss dein Tischpartner sein, und dass es in dieser Besetzung keine Ausweichmöglichkeiten geben wird, denkt sie. Wenigstens sieht er nicht großväterlich aus wie die meisten Männer, denen sie bisher auf ihrer Suche begegnet ist. Sogar ganz nett sieht er aus, ein sympathisches Lächeln, ein wenig ironisch, doch nicht überheblich. Wie von der Sitzordnung vorgesehen, nimmt sie am Tischende ihm gegenüber Platz. Seine Hose, findet sie, könnte ein bisschen weiter geschnitten sein.
»Beginnen wir mit einer kleinen Vorstellungsrunde. Wer fängt an?«, hört sie Yvonne sagen.


Daniel, bei Mario, Sonntagmorgen, 11:05
Nicht schlecht, der Fummel, denkt Daniel beim Anblick von Yvonnes Kleid. Er ist froh, dass er sich für das sportliche schwarze Sakko mit der enganliegenden Jeans entschieden hat. Am Buffet wird er sich zurückhalten müssen, die Hose klemmt ein wenig am Bund.
Was sind die alle jung, fährt ihm durch den Sinn und er fragt sich, ob er nicht aus Versehen der falschen Runde zugeteilt wurde. Dann entdeckt er Katrin, die etwas abseits steht, als gehöre sie nicht dazu. Das ist die Deine, kein Zweifel, denkt er und grüßt sie. Sie wirkt etwas streng, protestantisch, mit ihrer randlosen Brille, den kurzgeschnitten Haaren und dem schwarz-grauen Ensemble.
Die Worte seines Freundes Karl, des selbsternannten Experten in Frauenfragen, fallen ihm ein: »Die ersten sieben Sekunden einer Begegnung entscheiden über erotische Anziehung. Das hat die Verhaltensbiologie herausgefunden.«
Den Sieben-Sekunden-Test hat sie nicht bestanden, denkt er, aber das stört ihn nicht. Er glaubt er nicht an die Theorie der Verhaltensbiologen. Vielleicht trifft sie dann zu, so denkt er, wenn man, wie Karl, immer nur Sieben-Tage-Beziehungen sucht. Yvonnes Aufforderung, die Vorstellungsrunde zu beginnen, reißt ihn aus seinen Gedanken.


Katrin, bei Mario, Sonntagmorgen, 11:20.
Die Vorträge beginnen am anderen Ende des Tisches. Was sie hört, erscheint ihr seltsam nebensächlich, ein Haufen belangloser Fakten. Was spielt es für eine Rolle, denkt sie, ob einer Tennis spielt oder Beachvolleyball, ob einer klassische Musik hört oder Pop. Wenn sie den Richtigen träfe, da ist sie sicher, würde sie sogar darüber hinwegsehen, wenn er Briefmarken sammelt.
»Ich bin Lehrerin«, sagt sie, als sie an der Reihe ist, »50, verwitwet.«
Sie hält kurz inne und senkt den Blick. Das Wort verwitwet scheint ihr irgendwie deplatziert im Kreise dieser jungen Menschen, die wahrscheinlich noch keinen Gedanken an den Tod verschwenden mussten. Sie erzählt, dass sie eine erwachsene Tochter hat, die gerade ausgezogen ist. Dass sie sich seitdem entsetzlich einsam fühlt, lässt sie weg. Auch von den Yoga und Meditationskursen, die sie in ihrer Freizeit an der Volkshochschule gibt, berichtet sie noch. »Für die vielen Gestressten«, fügt sie hinzu.


Daniel, bei Mario, Sonntagmorgen, 11:20
Er ist nervös, während die Anderen routiniert ihre biographischen Schnappschüsse abspulen. Nur mit einem Ohr hört er zu, grübelt angestrengt darüber nach, was er über sich vortragen könnte. Er hat Probleme, sich die Namen zu merken, alles, was gesagt wird klingt so unpersönlich, wie auswendig gelernt.
Seine Tischpartnerin Katrin beginnt, holpriger als die Vorredner. Auch sie scheint unvorbereitet, was sie ihm sympathisch macht. Ihre Stimme ist voller Wärme, wie er erstaunt feststellt. Und als er noch denkt, dass er leider keinen blassen Schimmer hat, weder von Yoga, noch von Meditation, ist sie schon fertig.
Als Letzter ist nun er an der Reihe.
»Ich bin Informatiker«, beginnt er, »50, geschieden, zwei erwachsene Kinder, die studieren.« Er erzählt, dass er sich einmal wöchentlich mit seinem Sohn trifft. Dass sie oft zusammen ins Kino gehen. Erst letzte Woche, so berichtet er, waren sie in einem Film, in dem es um die Beziehung zwischen einem völlig ungleichen Paar ging. Einem bretonischen Fischer und einer Punkerin aus der Stadt. Doch niemand hört ihm mehr zu, so scheint ihm. Wahrscheinlich wollen alle endlich an das Buffet. Nur Katrin hebt kurz den Kopf, sieht ihn an, bevor er abbricht.


Katrin & Daniel, bei Mario, Sonntagmittag, 11:45
Daniel schiebt seinen Teller beiseite, beugt sich etwas zu Katrin vor und sagt leise:
»Yvonne war gnädig mit uns. Sie hat wahrscheinlich kein Kaffeekränzchen zusammen bekommen.«
Sie lächelt und flüstert ihm zu:
»Für diesen Hans bräuchte man einen Knopf zum Abschalten.«
Er nickt, sie spricht ihm aus der Seele. Seit einer Ewigkeit bestreitet Hans, ein Investmentbanker, praktisch allein das Gespräch am Tisch. Von seinen zwei Eigentumswohnungen in bester Lage hat er berichtet, von seinem Porsche und den Millionen, die er Tag und Nacht im Auftrag seiner steinreichen Kunden um den Globus schiebt. Nun erzählt er von seinen Reisen. Überall ist er schon gewesen, so scheint es. Im Moment zwingt er die Runde, ihm auf seinen letzten Segeltörn in die Karibik zu folgen. Yvonne unterdrückt ein Gähnen.
»Seit wann bist du verwitwet?«, fragt Daniel.
»Seit zwei Jahren. Seit wann bist du geschieden?«
»Seit drei Jahren. Ich habe keine Ahnung von Yoga und Meditation«, sagt Daniel. »Was bringt das?«
Sie lacht.
»Es kann dir helfen, abzuschalten. Raus aus dem Hamsterrad. Innere Sammlung. Oder einfach: Nichts denken.«
»Nichts denken? Geht das?«, fragt er ungläubig.
»Ja, aber es erfordert einige Übung.«
»Wenn ich nichts denken will, öffne ich eine Flasche Rotwein und lege Rock auf. Ganz laut. Meine Form der Meditation.«
»Jeder entwickelt seine eigenen Methoden. Was studiert dein Sohn?«
»Medizin. Er möchte Menschenleben retten.«
»Wie schön. Wir..., wir könnten ein wenig am Rhein spazieren gehen. Herrliches Wetter draußen«, schlägt sie unvermittelt vor. Er ist überrascht.
»Gerne«, sagt er. »Wollen wir gleich aufbrechen?«
Sie nickt.
Unter den überraschten Blicken der Anderen erheben sie sich.
»Wir gehen ein wenig am Rhein spazieren. Viel Spaß noch mit Hans in der Karibik«, wirft Daniel zum Abschied in die Runde.«


Katrin & Daniel, Rheinufer, Sonntagmittag, 12:00
Sie gehen schweigend durch die Rheinauen.
»Was hast du dir letzte Woche mit deinem Sohn im Kino angesehen?«
»Einen Liebesfilm. Martin hatte den Vorschlag gemacht, obwohl er weiß, dass Liebesfilme nicht gerade mein Genre sind.«
»Aber etwas daran hat dich interessiert?«
Er überlegt einen Moment, bevor er antwortet:
»Ja. Es ging um die Frage, ob aus nüchternen Erwartungen Liebe werden kann. Selbst wenn zwei völlig unterschiedliche Menschen sich begegnen.«
»Klingt interessant. Läuft der noch?«
»Ich denke schon.«
»Hättest du Lust, ihn nochmal zu sehen? Mit mir?«
»Gerne...«, beginnt er. »Der Ausgang...«
»... nicht verraten«, unterbricht sie ihn und legt den Zeigefinger an ihre Lippen.

123Wie es weitergeht »


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Missing Tales
Sonntagsschreiber


Beiträge: 20
Wohnort: Zwischen den Zeilen, Deutschland


BeitragVerfasst am: 23.03.2020 22:08    Titel: Re: Eat & Flirt Antworten mit Zitat

Na, dann beginne ich hier auch mal mit der Textarbeit^^

Vorweg: ich mag deine Kurzgeschichte, auch wenn sie mich sehr an den Start der vielen ZDF-Romanzen erinnert, die ich sonst tunlichst zu vermeiden suche wink
Dieser Stil der regelmäßigen, systematischen Perspektivenwechsel, die die jeweils andere Perspektive spiegeln und aufnehmen, ist dir gut gelungen und zeichnet von beiden Charakteren ein lebendiges Bild. Der Ton ist insgesamt melancholisch mit einer hoffnungsvollen Note zum Schluss (daher wie der Beginn einer ZDF-Romanze^^) und hat ein schönes, mehrdeutig offenes Ende. Ich mag es, wie du den Kinofilm quasi als Allegorie ihrer eigenen persönlichen Situation verwendet hast, und wie deine Protagonistin genau dies bemerkt und damit spielt.

Für mich war allerdings der Anfang etwas holprig. Bis man in diese formale Struktur eingestiegen ist, in der du deine Geschichte gegliedert hast, dauerte es eine Weile, sodass ich die Passage ...

Zitat:
Daniel, Montag
Auch für die Altersgruppe 45+ veranstalten wir Single-Dinner.
Sei froh, so versteht Daniel den Satz auf der Internetseite von Eat & Flirt, dass wir dich noch in unserem Programm haben.


... einige Male lesen musste, bis ich begriffen habe, dass du nicht den Leser mit dem "Sei froh" ansprichst. Der Satz an sich ist korrekt und passt stilistisch auch gut in den übrigen Text, ist aber als Eröffnung nicht sonderlich griffig. Da finde ich die Einleitung von Katrin direkt eingängiger.

Zitat:
Katrin, Montag
Auch für die Altersgruppe 45+ veranstalten wir Single-Dinner.
Kaffeekränzchen, denkt Katrin, als sie den Satz bei Eat & Flirt liest.


Ich weiß sofort, dass der zweite Satz Katrins Reaktion auf den ersten Satz ist und kann den anderen Sätzen leichter folgen. Vielleicht macht es Sinn, Katrins und Daniels ersten Part zu tauschen? So hätte Katrin auch kein "Doppelpart" im dritten Abschnitt, und Daniels erster Satz ist mit dem Vorwissen von Katrins Absatz besser zu verstehen.

Zitat:
»Wir gehen ein wenig am Rhein spazieren. Viel Spaß noch mit Hans in der Karibik«, wirft Daniel zum Abschied in die Runde.«
Da musste ich einmal loslachen^^ Wohl mein Lieblingspart, was den humoristischen Aspekt deiner Geschichte angeht. Jeder hat einmal so einen Hans kennen gelernt. Achso, zu den Namen, hast du das mit Absicht gemacht, dass der ältere Part einen eher jüngeren Namen (Daniel, durchschnittlich 30 und Politikstudent, in meiner Vorurteilswelt^^) und der jüngere Part den Seniorennamen (Hans, Angestellter kurz vor oder nach der Pension, oder so) bekommen hat? Ist mir irgendwie als sonderbar aufgefallen. Würde mir jemand von Hans und Daniel erzählen, würde ich sofort Daniel für den Jüngeren halten.


Zu deiner Frage: mit originellen Enden kenne ich mich nicht aus, aber ich mag offene Enden, gerade bei sich anbahnenden Romanzen, ein "happy ever after" heb ich mir für die richtigen Märchen auf. Also von mir, nein, braucht kein anderes Ende. Mit diesem kleinen geheimnisvollen Schmunzler zu enden, fand ich gerade richtig (und wünsche den Beiden alles Gute^^, selbst wenn sie nicht  zusammen kommen sollten, hatten sie dann ja nen schönen Kinoabend).

Hoffe meine konfusen Gedanken waren hilfreich für dich,
liebe Grüße, Missing Tales


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Und zwischen den Zeilen eine Unendlichkeit
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 23.03.2020 23:00    Titel: Re: Eat & Flirt pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Missing Tales

danke für deine Kommentare.

Missing Tales hat Folgendes geschrieben:


Vorweg: ich mag deine Kurzgeschichte, auch wenn sie mich sehr an den Start der vielen ZDF-Romanzen erinnert, die ich sonst tunlichst zu vermeiden suche wink

Da haben wir schon eine Gemeinsamkeit. Smile Irgendwie stand mir der Sinn nach etwas Seichtem als Kontrast zur Corona-Depri...

Missing Tales hat Folgendes geschrieben:

Für mich war allerdings der Anfang etwas holprig. Bis man in diese formale Struktur eingestiegen ist, in der du deine Geschichte gegliedert hast, dauerte es eine Weile, sodass ich die Passage ...

Zitat:
Daniel, Montag
Auch für die Altersgruppe 45+ veranstalten wir Single-Dinner.
Sei froh, so versteht Daniel den Satz auf der Internetseite von Eat & Flirt, dass wir dich noch in unserem Programm haben.


... einige Male lesen musste, bis ich begriffen habe, dass du nicht den Leser mit dem "Sei froh" ansprichst. Der Satz an sich ist korrekt und passt stilistisch auch gut in den übrigen Text, ist aber als Eröffnung nicht sonderlich griffig. Da finde ich die Einleitung von Katrin direkt eingängiger.

Zitat:
Katrin, Montag
Auch für die Altersgruppe 45+ veranstalten wir Single-Dinner.
Kaffeekränzchen, denkt Katrin, als sie den Satz bei Eat & Flirt liest.


Ich weiß sofort, dass der zweite Satz Katrins Reaktion auf den ersten Satz ist und kann den anderen Sätzen leichter folgen. Vielleicht macht es Sinn, Katrins und Daniels ersten Part zu tauschen? So hätte Katrin auch kein "Doppelpart" im dritten Abschnitt, und Daniels erster Satz ist mit dem Vorwissen von Katrins Absatz besser zu verstehen..

Das ist eine sehr gute Idee! Ich tausche die beiden Anfangsparts.

Zu den Namen Hans und Daniel
In meiner Wahrnehmung habe ich mit Hans und Daniel zwei Namen gewählt, die überhaupt keinen Rückschluss auf das Alter zulassen. Nun sagst du mir, dass Hans besser zum Oldie und Daniel besser zum Jüngeren passen würde. Da muss ich nochmal in mich gehen.     


Missing Tales hat Folgendes geschrieben:

Hoffe meine konfusen Gedanken waren hilfreich für dich,

Ich finde deine Gedanken überhaupt nicht konfus, sondern von bemerkenswerter Klarheit. Und ja, sie waren hilfreich.

LG
DLurie
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a.no-nym
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Beiträge: 463



BeitragVerfasst am: 23.03.2020 23:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo DLurie,

nur ganz schnell – hier findest Du Beliebtheitskurven für die Vornamen, da sieht man es ganz deutlich:

https://www.beliebte-vornamen.de/4801-daniel.htm

https://www.beliebte-vornamen.de/5009-hans.htm

Freundliche Grüße
a.
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DLurie
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Beiträge: 186
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BeitragVerfasst am: 24.03.2020 09:12    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Moin a.

danke für die Links. Das ist überdeutlich. Ich werde also einen Namenstausch vornehmen. Ich frage mich, warum mir so etwas nicht selbst auffällt...

LG
DLurie
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Christof Lais Sperl
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 58
Beiträge: 491
Wohnort: Hangover
Der silberne Roboter


BeitragVerfasst am: 24.03.2020 12:32    Titel: Antworten mit Zitat

Gefällt mit gut! Besonders Katrin, bei der die Männer immer älter werden! Very Happy

_________________
Lais
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DLurie
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 186
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BeitragVerfasst am: 24.03.2020 12:56    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi Christof,

Christof Lais Sperl hat Folgendes geschrieben:
Gefällt mit gut! Besonders Katrin, bei der die Männer immer älter werden! Very Happy


Danke für das Lob. Ich habe schon von einigen Frauen, die jenseits der Fünfzig im Internet auf Partnersuche sind, gehört, dass gleichaltrige Männer oft nach deutlich jüngeren Frauen Ausschau halten... Rolling Eyes

LG
Dlurie
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nicolailevin
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 84
Wohnort: Süddeutschland


BeitragVerfasst am: 24.03.2020 17:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hi DLurie

angenehm und gut zu lesen, die Figuren sind greifbar, die Atmosphäre ist schlüssig. Stimmung kannst du wirklich gut. Ich hätte sehr gern weitergelesen, was den beiden widerfährt.

Für mich ist das ein super Einstieg für eine längere Geschichte, die romantisch bleiben darf, eventuell erotisch, vielleicht ein bissl humorvoll, möglicherweise auch spannend. Irgendein Widerstand müsste sich jetzt dem Glück der beiden in den Weg stellen - und dann nimmt die Story ihren Lauf ...

Als abgeschlossene Kurzgeschichte ist mir der Text zu wenig spannungsgebogen und das offene Ende zu wenig dramatisch. Da muss für meine Begriffe mehr Fallhöhe und Pfeffer rein, wenn es mit den beiden nicht weitergehen sollte.

Am Text hab ich wenig zu meckern. Den Namen hast du ja schon auf dem Schirm, ich würde vielleicht die beiden Perspektiv-Stimmen noch ein bisschen deutlicher akzentuieren und unterscheiden. Dass sie Gemeinsamkeiten haben, ist schön, aber belanglos, weil du sie ja ohnehin zusammenführst. Die Differenzen sind das, was sich interessant liest, auch romantisch bzw. erotisch: Wie sie sich trotz ihrer Unterschiedlichkeit zueinander hingezogen fühlen.

Das Hans-Geprotze ist als Element perfekt, aber im Detail für mich noch zu amerikanisch. In DE würde jemand eher nicht direkt mit seinem Job prahlen. Reisen finde ich als Angeberthema gut und passend, nach meiner Erfahrung ist aber auch das Vorführen der letzten elektronischen Spielereien sehr beliebt, um allen zu zeigen, dass man das scheisenteure iPhone 87 hat ("Siri, salz nach!") oder das Demonstrieren, wo man überall wie selbstverständlich zu Hause ist ("Diese Garnelen erinnern mich an Florida; wissense, ich kenn da ein ganz zauberhaftes Fischrestaurant auf Key West ...")

Zitat:
Im Moment zwingt er die Runde, ihm auf seinen letzten Segeltörn in die Karibik zu folgen. Yvonne unterdrückt ein Gähnen.


Das ist richtig gut. Auf den Punkt und trifft!

Der Dialog am Ende mit dem Filminhalt gerät für meinen Geschmack einen Hauch zu symbolschwanger.

Ich würd mir ernsthaft überlegen, die beiden zu einer längeren Geschichte auszubauen! Ich täts mit Freude lesen!

Viele Grüße
Nico.
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 24.03.2020 23:02    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi Nico,

danke fürs Lesen und Kommentieren.

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:

angenehm und gut zu lesen, die Figuren sind greifbar, die Atmosphäre ist schlüssig. Stimmung kannst du wirklich gut.

Merci für die Blumen.  
 
nicolailevin hat Folgendes geschrieben:

Für mich ist das ein super Einstieg für eine längere Geschichte, die romantisch bleiben darf, eventuell erotisch, vielleicht ein bissl humorvoll, möglicherweise auch spannend. Irgendein Widerstand müsste sich jetzt dem Glück der beiden in den Weg stellen - und dann nimmt die Story ihren Lauf ...

Als abgeschlossene Kurzgeschichte ist mir der Text zu wenig spannungsgebogen und das offene Ende zu wenig dramatisch. Da muss für meine Begriffe mehr Fallhöhe und Pfeffer rein, wenn es mit den beiden nicht weitergehen sollte.

Ich empfinde das ähnlich. Für eine KG fehlt zumindest ein überraschendes Ende. Als Einstieg in eine längere Geschichte könnte es vielleicht funktionieren.
  
nicolailevin hat Folgendes geschrieben:

Das Hans-Geprotze ist als Element perfekt, aber im Detail für mich noch zu amerikanisch. In DE würde jemand eher nicht direkt mit seinem Job prahlen.

Stimmt wahrscheinlich. Das werde ich zumindest diskreter gestalten.   


nicolailevin hat Folgendes geschrieben:

Ich würd mir ernsthaft überlegen, die beiden zu einer längeren Geschichte auszubauen! Ich täts mit Freude lesen!

Eine richtige (längere) Lovestory wäre Neuland für mich. Und meine Umgebung rät mir einstimmig, ich solle (in meinem Alter?) die Finger von richtigen Lovestorys lassen. Embarassed Vielleicht fällt mir ja doch noch ein originelles Ende für die Kurzversion ein.

LG
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BeitragVerfasst am: 24.03.2020 23:10    Titel: Antworten mit Zitat

DLurie hat Folgendes geschrieben:
Und meine Umgebung rät mir einstimmig, ich solle (in meinem Alter?) die Finger von richtigen Lovestorys lassen. Embarassed Vielleicht fällt mir ja doch noch ein originelles Ende für die Kurzversion ein.


Hm. Ich würde da ja (egal in welchem Alter) eher drauf hören, was mein Herz will Wink
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 25.03.2020 09:49    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

hi a.

Antwort per PN da off-topic.

LG
DLurie
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nicolailevin
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BeitragVerfasst am: 25.03.2020 12:28    Titel: Antworten mit Zitat

DLurie hat Folgendes geschrieben:
Eine richtige (längere) Lovestory wäre Neuland für mich. Und meine Umgebung rät mir einstimmig, ich solle (in meinem Alter?) die Finger von richtigen Lovestorys lassen.


Da würde ich heftig widersprechen.

Natürlich keine Teenieromanze oder einen Ersteliebe-Schmachtfetzen. Aber deine erfahrenen gereiften Figuren mittleren Alters, die du glaubwürdig und plastisch schilderst, die reflektieren und selbstironisch ihre Situation sehen, die kannst du doch durch eine perfekt unterhaltsame Liebesgeschichte schicken.

Ich sehe den Hinweis von Missing Tales auf die ZDF-Romanzen durchaus positiv und als Ansporn: Die Zutaten für eine lesenswerte Story stimmen, jetzt musst du halt schauen, dass keine 08/15-Suppe rauskommt, sondern was Exquisites.

Muss ja nicht "nur" Liebe sein, sondern würde aus meiner Sicht gewinnen, wenn die Geschichte noch eine weitere Komponente hätte ...

Ran an die Tasten, ich will was lesen! Wink

VG
Nico.
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 26.03.2020 12:18    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:


Ich sehe den Hinweis von Missing Tales auf die ZDF-Romanzen durchaus positiv und als Ansporn: Die Zutaten für eine lesenswerte Story stimmen, jetzt musst du halt schauen, dass keine 08/15-Suppe rauskommt, sondern was Exquisites.

Muss ja nicht "nur" Liebe sein, sondern würde aus meiner Sicht gewinnen, wenn die Geschichte noch eine weitere Komponente hätte ...

Ran an die Tasten, ich will was lesen! Wink

Nico.


Hi Nico,

Rosamunde Pilcher mit einem gehörigen Schuss Ironie. Ich schau mal, ob ich was hinkriege...

LG
DLurie
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 29.03.2020 12:31    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Teil II der Romanze. Wie es danach weitergeht, weiß ich noch nicht...   


Katrin & Daniel, Cafeteria des Kinos, Sonntagabend, 22:30
»Und? Wie hat dir der Film gefallen?«, fragt Daniel.
»Nach deiner Beschreibung hätte ich erwartet, dass es länger in der Schwebe bleibt, ob die Beiden sich letztlich kriegen.«
»Ich finde, da gibt es doch eine Menge Widerstände, bevor sie sich kriegen«, wendet er ein.
»Ja schon, sonst gäbe es ja keine Geschichte. Aber dass sie sich am Ende sich kriegen werden, war mir schon nach ihrer ersten Begegnung klar.«
»Mir überhaupt nicht. Bei Krimis weiß ich fast immer, wie es ausgehen wird, ganz anders als bei Liebesfilmen. Vielleicht bin ich in Beziehungsdingen ein wenig autistisch.«
Sie schüttelt den Kopf.
»Glaube ich nicht.«
»Sagen wir: Unerfahren. Stell dir vor: Ich war fast dreißig Jahre nur mit einer Frau zusammen. Eine Schulliebe. Bin also völlig unterbelichtet in Bezug auf das weibliche Geschlecht.«
Sie lacht.
»Vielleicht bist du ja ein ganz Gewiefter!«
»Wie kommst du denn darauf?«
»Eine subtile Strategie, dieses Kokettieren mit der Unerfahrenheit. Kommt gut an bei Frauen. Weckt Mutterinstinkte.«
»Du scheinst schlechte Erfahrungen gemacht zu haben.«
Sie sieht ihn ernst an.
»Würdest du im Internet auf die Kontaktanzeige einer gleichaltrigen Frau antworten?«
»Klar. Warum denn nicht?«
»Weil die meisten deiner Geschlechtsgenossen lieber in altersmäßig jüngeren Revieren jagen. Das stört mich übrigens auch an dem Film. Er ist doch mindestens zehn Jahre jünger als sie.«
Er prostet ihr zu.
»Ich bin ein Verfechter der These, dass gute Beziehungen ähnliche Erfahrungshorizonte brauchen. Aber das glaubst du mir wahrscheinlich wieder nicht.«
Sie lächelt.
»Da wärst du wohl die Ausnahme. Die Männer, denen ich in den letzten Monaten begegnet bin, suchten eher den Jungbrunnen. Hauptsache keine Altersflecken und festes Fleisch.«
Daniel nippt an seinem Bierglas.
»Nicht dass ich permanent auf Männersuche wäre«, fährt sie fort. »Wie du war ich über Jahrzehnte nur auf einen Partner fixiert. Nach dem Tod meines Mannes, konnte ich mir zunächst überhaupt nicht vorstellen, jemals wieder…. Meine Tochter meinte, das könne so nicht weitergehen. Ohne sie säße ich wahrscheinlich immer noch in der Trauerecke.«
Daniel schweigt beharrlich.
»Warum habt ihr euch denn getrennt, nach so langer Zeit?«, fragt sie.
Er starrt auf seine Füße.
»Weil meine Frau einem Jungbrunnen begegnet ist. Keinerlei Altersflecken und ganz festes Fleisch«, sagt er mit bitterem Unterton und sieht sie an. »Und das Schlimmste: Das lief über mehr als ein Jahr im Geheimen. Ich habe nichts bemerkt.«


Katrin & Vera, Montagabend.
Katrin wartet in der Küche auf ihre Tochter, die sich telefonisch kurzfristig zum Abendessen bei ihr eingeladen hat. Sie stellt den Backofen aus, öffnet die Türe, damit die Spinatquiche mit Lachs noch etwas abkühlen kann und setzt sich an den Küchentisch. Was soll sie ihrer Tochter erzählen? Vera hat sich in den Kopf gesetzt, sie zu verkuppeln. Nach jedem Treffen mit einem Kandidaten aus der Partnerbörse, stand sie auf der Matte und hat sie ausgefragt. Wahrscheinlich macht sie sich Sorgen, dass ich versauern könnte, jetzt wo sie ausgezogen ist.
Es klingelt an der Wohnungstüre, Katrin öffnet.
»Hallo Mama.«
Vera tritt ein und umarmt sie.
»Riecht gut hier! Ich hab einen Mordshunger.«
»Essen ist fertig, Tochterherz.«
»Erzähl schon! Wie ist es gelaufen bei diesem Brunch? War was dabei?«, fragt Vera mit halbvollem Mund.
»Nun ja...da gab es einen ganz netten Mann. Wir waren sogar noch zusammen spazieren und im Kino. In einem Liebesfilm.«
Vera strahlt über das ganze Gesicht.
»Mensch Mama! Das freut mich! Und?«
»Und was?«
»Komm! Lass dir nicht alles aus der Nase ziehen. Ich meine: Wie ist er? Außer ganz nett. Was macht er? Die nächsten Schritte? Schon was geplant?«
»Ich glaube, ich hab‘s verdorben. Bin in ein Fettnäpfchen nach dem anderen getreten.«
»Wieso das denn?«
Katrin berichtet von der Konversation nach dem Kino und dass sie, ohne ein weiteres Treffen zu vereinbaren, auseinander gegangen sind.
»Mein Gott, Mama! Ein paar Ratschläge für zukünftige Dates: Behalt deine negativen Erfahrungen mit den Schwerenötern aus dem Internet erst mal für dich. Nicht alle Kerle ticken so. Erzähl so wenig wie möglich von Papa. Und erkundige dich nicht gleich beim ersten Treffen nach Scheidungsgründen. Habt ihr denn wenigstens eure Telefonnummern ausgetauscht?«
Katrin winkt ab.
»Ja schon. Aber da kommt bestimmt nichts mehr.«
»Würdest du dir denn ein weiteres Treffen wünschen?«
Katrin zögert.
»Ich weiß nicht recht. Es gibt so viele Altlasten, auf beiden Seiten. Ich, der permanent Vergleiche mit Papa ziehen würde und er, der wahrscheinlich keiner Frau mehr traut.«
»Mit der Einstellung wird das nichts, Mama! Übrigens muss die Initiative heutzutage nicht mehr unbedingt von dem Mann ausgehen. Ruf ihn an, wenn du ihn wiedersehen möchtest!«


Daniel & Martin, Montagabend.
Daniel sitzt in seiner Stammkneipe und wartet auf seinen Sohn Martin, mit dem er sich auf ein Bier verabredet hat. Wenn möglich, treffen sie sich einmal pro Woche zu einem Männerabend. Er findet, dass sein Sohn schon sehr reif ist für sein Alter, viel reifer als er mit Mitte zwanzig. Martin wird immer mehr vom Sohn zum guten Freund, sie begegnen sich auf Augenhöhe.
Katrin geht ihm nicht aus dem Kopf. Bei ihr würde er ein schweres Erbe antreten. Der lange Schatten ihres verstorbenen Mannes. Und dann der gestrige Abend. Nicht gerade ein idealer Auftakt.
Er sieht wie Martin das Lokal betritt, steht auf und begrüßt ihn mit einer Umarmung.
»Hi Daddy. Wie viele Biere bist du mir schon voraus?«
»Nur eins. Wirst du bestimmt noch aufholen.«
Martin bestellt ein Weizenbier und setzt sich.
»Wie geht‘s?«
»Kann nicht klagen, Sohnemann. Und dir?«
»Ich habe eine neue Flamme. Sie studiert auch Medizin.«, sagt Martin knapp.
»Du klingst nicht gerade euphorisch.«
Martin winkt ab.
»Sie ist ziemlich kompliziert. Altlasten ohne Ende.«
Daniel sieht Matin ungläubig an.
»Noch so jung und schon Altlasten?«
»Schlechte Erfahrungen mit Kerlen, du verstehst? Sie hat ein Männerbild - uff!«
»Und du sollst das Bild jetzt korrigieren?«
»So ungefähr. Weiß nur nicht, ob ich Bock darauf habe, zumindest auf Dauer.«
»Hast du ihr das gesagt?«
Martin schüttelt den Kopf.
»Bisher nicht. Wir stehen doch noch ganz am Anfang.«
»Trotzdem würde ich das bald ansprechen. Sonst braut sie sich in ihrer Vorstellung einen idealen Martin zusammen. Und ist dann selbst bei kleinen Abweichungen vom Ideal gleich fürchterlich enttäuscht.«
Martin nickt zustimmend.
»Übrigens war ich letzte Woche bei Mama. Brauchte eine Bescheinigung. Er war auch da. Saß die ganze Zeit auf dem Hometrainer und strampelte sich ab. Was für ein eitler Gockel!«
Daniel spürt einen Stich in der Brustgegend. Rührend, diese Solidaritätsbekundungen seines Sohnes, denkt er.
»Warst du inzwischen mal im Internet lächeln?«
»Ich war auf einem Brunch für Singles.«
»Und?«
»Da gab es eine ganz nette Frau.«
»Dranbleiben, Daddy! Dranbleiben!«

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Mauskick
Sonntagsschreiber


Beiträge: 12



BeitragVerfasst am: 30.03.2020 18:31    Titel: Antworten mit Zitat

Also erstmal kurz vorab, bevor ich drauf losmecker: Ich habe deine beiden Beiträge gelesen und würde auch mehr lesen! An sich gefällt mir deine Romanze nicht schlecht. (Was, wie mir gesagt wurde das höchste pfälzische Lob ist lol2)

Ich persönlich hätte nach dem "Fettnäpfchen-Ereignis" nach dem Kino iwie noch mehr erwartet. Entweder, dass du den Spannungsbogen da ein wenig erhöhst, indem du spürbar machst, dass beide am Ende des Treffens schon Zweifel an einem Wiedersehen haben oder aber indem nur noch eine kurze Szene danach kommt, wo beide sich darüber Gedanken machen. Vielleicht wirkt das aber auch zu plump ist nur so ein Gefühl von mir.

Dann ist mir im ersten Teil aufgefallen, dass du in folgendem Satz zweimal "er" schreibst, wo meiner Meinung nach eins zu viel ist.

DLurie hat Folgendes geschrieben:
Eat & Flirt   Er glaubt er nicht an die Theorie der Verhaltensbiologen. Vielleicht trifft sie dann zu, so denkt er, wenn man, wie Karl, immer nur Sieben-Tage-Beziehungen sucht. Yvonnes Aufforderung, die Vorstellungsrunde zu beginnen, reißt ihn aus seinen Gedanken.


Ich finde es spannend wie deutlich dem Leser wird, dass sie ebenso unterschiedlich sind, wie die Protagonisten im Film und wie du damit jonglierst, dass sie sich doch darin verzetteln und genau als sie über diesen Film sprechen eben diese Differenzen sie direkt vor die erste Herausforderung stellen.

Beim 2. Teil ähnliche Fehler die mir aufgefallen sind. Im ersten Zitat ist ein sich zu viel.

DLurie hat Folgendes geschrieben:
Teil II der Romanze. Wie es danach weitergeht, weiß ich noch nicht...   
»Ja schon, sonst gäbe es ja keine Geschichte. Aber dass sie sich am Ende sich kriegen werden, war mir schon nach ihrer ersten Begegnung klar.«


Und dann im Gespräch mit ihrer Tochter, hätte ich gedacht es müsste heißen "Ich, die permanent Vergleiche mit Papa ziehen würde und er, der ..."

DLurie hat Folgendes geschrieben:
Teil II der Romanze. Wie es danach weitergeht, weiß ich noch nicht...   
»Ich weiß nicht recht. Es gibt so viele Altlasten, auf beiden Seiten. Ich, der permanent Vergleiche mit Papa ziehen würde und er, der wahrscheinlich keiner Frau mehr traut.«


Mir gefällt dein Text schon sehr gut, allerdings würde ich persönlich mir mehr Details zu den Hauptakteuren deiner Story wünschen. Wie sie genau aussehen und vielleicht auch noch mehr Ticks die sie an sich selbst bemerken, nach jeweils 2/3 Jahren des "Alleineseins".

Auf jeden Fall denke ich das steckt noch mehr in dir! Um es mit deinen letzten Worten zu sagen. wink "Dranbleiben!"
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nicolailevin
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 84
Wohnort: Süddeutschland


BeitragVerfasst am: 30.03.2020 18:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hi DLurie

Warnung vorab: Meine Anmerkungen sind nicht nur wie üblich didaktisch total unsensibel; sie greifen auch viel stärker in die kreative Autonomie des Schreibers (ist ja DEINE Geschichte) ein, als ich das normalerweise wagen würde. Nachdem wir aber schon ein paar Texte privat geteilt haben, nehm ich mir das raus - auch öffentlich, damit alle was davon haben. Ich hoffe, du redest trotzdem noch mit mir! Wink

Du lässt also die beiden ins Kino gehen und nachher über den Film reden. Dann folgen zwei Szenen, in denen die beiden Kontrahenten jeweils mit ihren Kindern Manöverkritik halten. Die Idee gefällt mir, mit der Umsetzung bin ich noch nicht so ganz glücklich.

Für mich sind die Kinder - auch wenn sie erwachsen sind und klug - nicht der geeignete Resonanzkörper für Beziehungsgespräche. Im Dialog mit den Kindern würde ich eher die komische Note herausstellen, dass zwei Alte sich nochmal auf die Balz begeben, die Nuance mit den Ratschlägen finde ich insofern gut ("Wie kannst du nur?" "Das weiß man doch?"), vielleicht könnten die Kinder mit ihrer "modernen" Erfahrung grundlegendes Misstrauen streuen, dass man bei solchen Dates eh immer belogen wird (in  Bezug auf Alter, Beziehungsstatus usw.), so in die Richtung ... Für die tiefschürfende Reflexion würde ich jedenfalls andere Konstellationen suchen (gleichaltrige Freunde eher).

DLurie hat Folgendes geschrieben:

Katrin & Daniel, Cafeteria des Kinos, Sonntagabend, 22:30
»Und? Wie hat dir der Film gefallen?«, fragt Daniel.


Die ganze Szene leidet für mich unter der neutralen Perspektive. Ich fände es viel reizvoller, das aus Sicht eines der beiden zu erfahren. Dann könnte ich erleben, was und wie sie das, was ihnen direkt durch den Kopf geht, vor dem Gegenüber filtern. Er etwa könnte die Hauptdarstellerin attraktiv finden - in so einem stumpfen männlichen Sinn: Boah, echt scharf die Alte - und das verkneift er sich natürlich Katrin gegenüber, oder sie sieht eine Szene, die sie an ihren Verblichenen erinnert und das rutscht ihr so raus, und dann ohrfeigt sie sich innerlich, wie unpassend das war oder so.

Die Diskussion über den Film kommt für meine Begriffe sehr holprig in die Gänge und ist mir zu steril. Das klingt für mich nicht nach echtem Nach-dem-Film-Dialog. Vielleicht einen echten Film nehmen und auf echte Merkmale spechten?

Zitat:
»Wie du war ich über Jahrzehnte nur auf einen Partner fixiert.


Zu hochtrabend, zu konstruiert.

Zitat:
Katrin & Vera, Montagabend.


Die Szene gefällt mir insgesamt sehr gut. Da passt die Tonalität.

Zitat:
Wahrscheinlich macht sie sich Sorgen, dass ich versauern könnte, jetzt wo sie ausgezogen ist.


Das "ich" sprengt die Perspektive, oder les ich da was falsch?

Zitat:
Daniel & Martin, Montagabend.


Hier hab ich mehr zu motzen.

Zitat:
Daniel sitzt in seiner Stammkneipe und wartet auf seinen Sohn Martin, mit dem er sich auf ein Bier verabredet hat. Wenn möglich, treffen sie sich einmal pro Woche zu einem Männerabend. Er findet, dass sein Sohn schon sehr reif ist für sein Alter, viel reifer als er mit Mitte zwanzig.


Zu viel Infodump und reißt einen total aus dem Fluss. Das wäre eine Einstiegsszene (wenn auch keine sehr elegante, sorry!)

Zitat:
»Ich habe eine neue Flamme. Sie studiert auch Medizin.«, sagt Martin knapp.


Würde man das selbst so sagen? Flamme? Also ich nicht, aber das ist wahrscheinlich persönliche Kalibrierung ...

Zitat:
»Hast du ihr das gesagt?«
Martin schüttelt den Kopf.
»Bisher nicht. Wir stehen doch noch ganz am Anfang.«
»Trotzdem würde ich das bald ansprechen. Sonst braut sie sich in ihrer Vorstellung einen idealen Martin zusammen. Und ist dann selbst bei kleinen Abweichungen vom Ideal gleich fürchterlich enttäuscht.«


Puuh. Da geht mein Plausibilitätswarndetektor ganz laut los. Du schilderst hier ein emotional supertiefes Gespräch, wie es für meine Begriffe nur zwei sehr vertraute Frauen führen könnten, jedenfalls kein heterosexueller mittelalter Vater mit seinem jungerwachsenen Sohn. Da muss erstmal viel mehr Oberflächliches kommen, wie sie aussieht, was sie macht, ob er sie schon im Bett hatte oder ob es zumindestens Aussichten darauf gibt. "Zeig mal Foto." Machen wir uns nix vor: Männer sind bis zu einem gewissen Grad immer erstmal Gockel und bevor es an die Gefühle ginge, müssten die beiden in irgendeiner Form Trophäenvergleich machen.

Ich bin aber gespannt, wie es weitergeht!

VG
Nico.
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 30.03.2020 19:43    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Mauskick,

Danke für deine Anmerkungen. Dein pfälzisches Lob (nicht schlecht) freut mich. Die Flüchtigkeitsfehler, die du angemerkt hast sind korrigiert. Danke hierfür.
Kommen wir zur inhaltlichen Kritik.

Mauskick hat Folgendes geschrieben:


Ich persönlich hätte nach dem "Fettnäpfchen-Ereignis" nach dem Kino iwie noch mehr erwartet. Entweder, dass du den Spannungsbogen da ein wenig erhöhst, indem du spürbar machst, dass beide am Ende des Treffens schon Zweifel an einem Wiedersehen haben oder aber indem nur noch eine kurze Szene danach kommt, wo beide sich darüber Gedanken machen.

Stimmt, da könnte man noch ein zwei Sätze einflechten. Endet arg abrupt.   

Mauskick hat Folgendes geschrieben:

Mir gefällt dein Text schon sehr gut, allerdings würde ich persönlich mir mehr Details zu den Hauptakteuren deiner Story wünschen. Wie sie genau aussehen und vielleicht auch noch mehr Ticks die sie an sich selbst bemerken, nach jeweils 2/3 Jahren des "Alleineseins".

Kann ich auch nachvollziehen. Die Protas bleiben recht blass. In der Richtung werde ich in jedem Fall nachbessern.

LG
DLurie
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 30.03.2020 20:52    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi Nico

danke fürs Kommentieren.

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:

Warnung vorab: Meine Anmerkungen sind nicht nur wie üblich didaktisch total unsensibel; sie greifen auch viel stärker in die kreative Autonomie des Schreibers (ist ja DEINE Geschichte) ein, als ich das normalerweise wagen würde. Nachdem wir aber schon ein paar Texte privat geteilt haben, nehm ich mir das raus - auch öffentlich, damit alle was davon haben. Ich hoffe, du redest trotzdem noch mit mir! Wink


Mach dir mal keinen Kopf. Wie wir ja beide wissen, bringt Rücksichtnahme beim Kritisieren wenig - vorausgesetzt die Kritik bleibt - wie deine eigentlich immer -beim Text und wird nicht persönlich. Außerdem ist das DSFO eine super Desensibilisierungstherapie...Und irgendwann nehme ich mir ja auch mal wieder einen deiner Texte vor. Twisted Evil

Ins Detail:

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:

Für mich sind die Kinder - auch wenn sie erwachsen sind und klug - nicht der geeignete Resonanzkörper für Beziehungsgespräche.

Bei Pubertierenden würde ich dir uneingeschränkt recht geben. Aber wir reden hier über ältere, bereits erwachsene Kinder. Ich habe da andere Erfahrungen gemacht. Und so tiefschürfend finde ich die Unterhaltungen nun auch nicht.    

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:

DLurie hat Folgendes geschrieben:

Katrin & Daniel, Cafeteria des Kinos, Sonntagabend, 22:30
»Und? Wie hat dir der Film gefallen?«, fragt Daniel.


Die ganze Szene leidet für mich unter der neutralen Perspektive. Ich fände es viel reizvoller, das aus Sicht eines der beiden zu erfahren. Dann könnte ich erleben, was und wie sie das, was ihnen direkt durch den Kopf geht, vor dem Gegenüber filtern. Er etwa könnte die Hauptdarstellerin attraktiv finden - in so einem stumpfen männlichen Sinn: Boah, echt scharf die Alte - und das verkneift er sich natürlich Katrin gegenüber, oder sie sieht eine Szene, die sie an ihren Verblichenen erinnert und das rutscht ihr so raus, und dann ohrfeigt sie sich innerlich, wie unpassend das war oder so.

Die Diskussion über den Film kommt für meine Begriffe sehr holprig in die Gänge und ist mir zu steril. Das klingt für mich nicht nach echtem Nach-dem-Film-Dialog. Vielleicht einen echten Film nehmen und auf echte Merkmale spechten?

Sehe ich nicht so. Die Unterhaltung entfernt sich m.E. doch auch recht schnell vom Film. Vielleicht könnte man noch einfließen lassen, dass ihm die Hauptdarstellerin besonders gut gefallen hat. Damit der Dialog nicht zu steril bleibt.

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:

DLurie hat Folgendes geschrieben:

»Wie du war ich über Jahrzehnte nur auf einen Partner fixiert.

 
Zu hochtrabend, zu konstruiert.

Stimmt, Passt nicht. Da fällt mir was Besseres ein.


nicolailevin hat Folgendes geschrieben:

DLurie hat Folgendes geschrieben:

Wahrscheinlich macht sie sich Sorgen, dass ich versauern könnte, jetzt wo sie ausgezogen ist.


Das "ich" sprengt die Perspektive, oder les ich da was falsch?

Nein, du liest nichts falsch. Es ist falsch geschrieben. Wird korrigiert.    

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:

DLurie hat Folgendes geschrieben:

Daniel sitzt in seiner Stammkneipe und wartet auf seinen Sohn Martin, mit dem er sich auf ein Bier verabredet hat. Wenn möglich, treffen sie sich einmal pro Woche zu einem Männerabend. Er findet, dass sein Sohn schon sehr reif ist für sein Alter, viel reifer als er mit Mitte zwanzig.


Zu viel Infodump und reißt einen total aus dem Fluss. Das wäre eine Einstiegsszene (wenn auch keine sehr elegante, sorry!)

Yep! Ich streiche wie markiert.

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:

DLurie hat Folgendes geschrieben:

»Ich habe eine neue Flamme. Sie studiert auch Medizin.«, sagt Martin knapp.


Würde man das selbst so sagen? Flamme? Also ich nicht, aber das ist wahrscheinlich persönliche Kalibrierung ...

Geschmackssache...

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:

DLurie hat Folgendes geschrieben:

»Hast du ihr das gesagt?«
Martin schüttelt den Kopf.
»Bisher nicht. Wir stehen doch noch ganz am Anfang.«
»Trotzdem würde ich das bald ansprechen. Sonst braut sie sich in ihrer Vorstellung einen idealen Martin zusammen. Und ist dann selbst bei kleinen Abweichungen vom Ideal gleich fürchterlich enttäuscht.«


Puuh. Da geht mein Plausibilitätswarndetektor ganz laut los.
Du schilderst hier ein emotional supertiefes Gespräch, wie es für meine Begriffe nur zwei sehr vertraute Frauen führen könnten, jedenfalls kein heterosexueller mittelalter Vater mit seinem jungerwachsenen Sohn. Da muss erstmal viel mehr Oberflächliches kommen, wie sie aussieht, was sie macht, ob er sie schon im Bett hatte oder ob es zumindestens Aussichten darauf gibt. "Zeig mal Foto." Machen wir uns nix vor: Männer sind bis zu einem gewissen Grad immer erstmal Gockel und bevor es an die Gefühle ginge, müssten die beiden in irgendeiner Form Trophäenvergleich machen.

HM. Weiß wieder nicht, ob ich zustimmen kann. Du hast da einen bestimmten Typ Mann vor Augen, der auch schon die eine oder andere Geschichte von mir bevölkerte. Jetzt nehme ich mir schon mal einen ganz sensiblen Mann vor...

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:

Ich bin aber gespannt, wie es weitergeht!

Ich auch! Smile

LG
DLurie
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51MONSTER2
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BeitragVerfasst am: 31.03.2020 12:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo DLurie,

ich finde es toll, wie du den Perspektivwechsel nutzt, um in deiner an sich eher seichten Geschichte Spannung aufzubauen. Die reine Handlung ist ja, wie so oft bei romantischen Texten, recht überschaubar. Aber dadurch, dass du dem Leser Einblicke in die Gefühlswelt deiner Protagonisten gewährst, kann man die dort stattfindende Handlung gut nachvollziehen und mitfiebern.

Auch deine Dialoge finde ich bis auf wenige Ausnahmen sehr stimmig.

Meiner Meinung nach würde der Abschnitt "Katrin & Daniel, Cafeteria des Kinos, Sonntagabend, 22:30" sehr davon profitieren, wenn du hier mehr die Gedanken der beiden zeigen oder auch einfach schreiben würdest. So, wie es jetzt ist, war ich ehrlich gesagt etwas überrascht davon, dass sie anschließend von Fettnäpfchen gesprochen haben. Dadurch, dass ich in diesem Abschnitt kaum etwas von ihren Gedanken mitbekommen habe, kam mir das ganze (völlig unabhängig vom Inhalt) wie belangloser Small Talk vor.

Und eine Formulierung, die ich so gar nicht verstehe: Was bedeutet das, ins Internet zu lächeln? In welchen Kreisen sagt man das?


Außerdem habe ich noch einige Anmerkungen zu spezifischen Stellen:


Zitat:
Er wechselt wieder zu Seite von Eat & Flirt.

zur

Zitat:
Immer schon war er der Meinung, dass andere ihn besser kennen, als er sich selbst.

weglassen

Zitat:
Er ist es leid, alleine aufzuwachen.

allein

Zitat:
»Wofür hältst du mich eigentlich? «, hatte sie ihn gefragt, als er aufdringlich wurde.

kein Leerzeichen hinter dem Fragezeichen

Zitat:
Das muss dein Tischpartner sein, und dass es in dieser Besetzung keine Ausweichmöglichkeiten geben wird, denkt sie.

War für mich etwas schwer verständlich. Mir würde es besser gefallen, wenn die beiden Satzteile vertauscht wären.

Zitat:
Wenigstens sieht er nicht _ großväterlich aus wie die meisten Männer, denen sie bisher auf ihrer Suche begegnet ist.

Beim Unterstrich fehlt mir ein "so".

Zitat:
Dann entdeckt er Katrin, die etwas abseits steht, als gehöre sie nicht dazu.

Er kennt doch hier ihren Namen noch gar nicht? Das fand ich bei dem anderen Abschnitt, wo sie ihn sieht und beschreibt, schöner gelöst. Zumal du ja die Kleidung von Katrin ohnehin beschrieben hast, sodass der Leser sie erkennen könnte.

Zitat:
Das ist die Deine, kein Zweifel, denkt er und grüßt sie.

Finde ich zu gestelzt. Meiner Meinung nach könntest du das "die" auch einfach weglassen, aber vielleicht gibt es auch noch schönere Lösungen.

Zitat:
Auch von den Yoga und Meditationskursen, die sie in ihrer Freizeit an der Volkshochschule gibt, berichtet sie noch.

Yoga-

Zitat:
Auch sie scheint unvorbereitet, was sie ihm sympathisch macht.

Das hat mir stilistisch nicht so gefallen. Vielleicht "wodurch sie sympathisch auf ihn wirkt"? Ist aber offensichtlich Geschmackssache.

Zitat:
Und als er noch denkt, dass er leider keinen blassen Schimmer hat, weder von Yoga, noch von Meditation, ist sie schon fertig.

Hier bin ich gestolpert und aus dem Lesefluss gekommen. Schöner fände ich ein einfaches "von Yoga oder Meditation hat".

Zitat:
Seit einer Ewigkeit bestreitet Hans, ein Investmentbanker, praktisch allein das Gespräch am Tisch.

Auch wenn klar wird, was hier passiert, fände ich es passender, wenn er das Gespräch dominiert - für ihn ist das ja keine Schwierigkeit, die er durchmacht.

Zitat:
»Gerne...«, beginnt er. »Der Ausgang...«
»... nicht verraten«, unterbricht sie ihn und legt den Zeigefinger an ihre Lippen.

Ich verbinde mit einem Ausgang zuallererst eine Tür, und war vom Folgesatz sehr verwirrt. Wie wär's stattdessen mit "Am Ende"?

Zitat:
Vielleicht bin ich in Beziehungsdingen ein wenig autistisch.

Ist mir sauer aufgestoßen. "Unbeholfen" wäre eine unverfängliche Alternative.

Zitat:
»Nicht_ dass ich permanent auf Männersuche wäre«, fährt sie fort.

Beim Unterstrich fehlt ein Komma.

Zitat:
Nach dem Tod meines Mannes, konnte ich mir zunächst überhaupt nicht vorstellen, jemals wieder….

Weglassen

Zitat:
»Hi Daddy. Wie viele Biere bist du mir schon voraus?«

Zitat:
»Dranbleiben, Daddy! Dranbleiben!«

Finde ich höchst ungewöhnlich und deutet auf mich stark auf eine internationale Familie hin. Aber auch Geschmackssache.

Zitat:
Daniel sieht Matin ungläubig an.

Martin
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 31.03.2020 13:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo 51MONSTER2,

danke für die Anmerkungen. Es freut mich, dass es dir soweit gefällt.  
 
Auf die reinen Flüchtigkeitsfehler, die dir aufgefallen sind, gehe ich nicht mehr gesondert ein. Sind ausgebessert.


51MONSTER2 hat Folgendes geschrieben:

Meiner Meinung nach würde der Abschnitt "Katrin & Daniel, Cafeteria des Kinos, Sonntagabend, 22:30" sehr davon profitieren, wenn du hier mehr die Gedanken der beiden zeigen oder auch einfach schreiben würdest. So, wie es jetzt ist, war ich ehrlich gesagt etwas überrascht davon, dass sie anschließend von Fettnäpfchen gesprochen haben. Dadurch, dass ich in diesem Abschnitt kaum etwas von ihren Gedanken mitbekommen habe, kam mir das ganze (völlig unabhängig vom Inhalt) wie belangloser Small Talk vor.

An diesem Dialogpart störte sich bereits ein Vorposter (zu steril.) Den scheine ich mir noch mal vornehmen zu müssen..

51MONSTER2 hat Folgendes geschrieben:

Und eine Formulierung, die ich so gar nicht verstehe: Was bedeutet das, ins Internet zu lächeln? In welchen Kreisen sagt man das?

Die Formulierung habe ich von einem Freund, der mir erzählte, dass er auf Partnersuche nun ins Internet lächeln gehe. Fand ich ganz lustig.

51MONSTER2 hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
Immer schon war er der Meinung, dass andere ihn besser kennen, als er sich selbst.

weglassen

Stimmt, ist überflüssig.

51MONSTER2 hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
Das muss dein Tischpartner sein, und dass es in dieser Besetzung keine Ausweichmöglichkeiten geben wird, denkt sie.

War für mich etwas schwer verständlich. Mir würde es besser gefallen, wenn die beiden Satzteile vertauscht wären.

Auch wahr..  

51MONSTER2 hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
Dann entdeckt er Katrin, die etwas abseits steht, als gehöre sie nicht dazu.

Er kennt doch hier ihren Namen noch gar nicht?

Ein Logikfehler. Ist korrigiert.

51MONSTER2 hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
Das ist die Deine, kein Zweifel, denkt er und grüßt sie.

[i]Finde ich zu gestelzt. Meiner Meinung nach könntest du das "die" auch einfach weglassen, aber vielleicht gibt es auch noch schönere Lösungen.


Habe ich ersetzt durch : Die Gute ist dir zugeteilt

51MONSTER2 hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
Auch sie scheint unvorbereitet, was sie ihm sympathisch macht.

Das hat mir stilistisch nicht so gefallen. Vielleicht "wodurch sie sympathisch auf ihn wirkt"? Ist aber offensichtlich Geschmackssache.

Eher Geschmacksache m.E..

51MONSTER2 hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
Und als er noch denkt, dass er leider keinen blassen Schimmer hat, weder von Yoga, noch von Meditation, ist sie schon fertig.

Hier bin ich gestolpert und aus dem Lesefluss gekommen. Schöner fände ich ein einfaches "von Yoga oder Meditation hat".

Ja. Warum nicht der einfachere Satzbau....  

51MONSTER2 hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
Seit einer Ewigkeit bestreitet Hans, ein Investmentbanker, praktisch allein das Gespräch am Tisch.

Auch wenn klar wird, was hier passiert, fände ich es passender, wenn er das Gespräch dominiert - für ihn ist das ja keine Schwierigkeit, die er durchmacht.

Yep. Dominiert ist besser.


51MONSTER2 hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
»Gerne...«, beginnt er. »Der Ausgang...«
»... nicht verraten«, unterbricht sie ihn und legt den Zeigefinger an ihre Lippen.

Ich verbinde mit einem Ausgang zuallererst eine Tür, und war vom Folgesatz sehr verwirrt. Wie wär's stattdessen mit "Am Ende"?

Das hatte ich tatsächlich schon geändert...

51MONSTER2 hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
Vielleicht bin ich in Beziehungsdingen ein wenig autistisch.

Ist mir sauer aufgestoßen. "Unbeholfen" wäre eine unverfängliche Alternative.

Hatte ich auch schon geändert in naiv

51MONSTER2 hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
Nach dem Tod meines Mannes, konnte ich mir zunächst überhaupt nicht vorstellen, jemals wieder….

Weglassen

An der Stelle habe ich sogar noch mehr gestrichen:
»Nicht, dass ich permanent auf Männersuche wäre«, fährt sie fort. »Ohne meine Tochter säße ich wahrscheinlich immer noch in der Trauerecke.«

LG
DLurie
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Mauskick
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BeitragVerfasst am: 31.03.2020 16:44    Titel: Antworten mit Zitat

Jetzt beim Kommentar von 51MONSTER2 ist mir wieder aufgefallen, dass ich zu dem "ins Internet lächeln gehen" auch was schreiben wollte. Ich habe zwar an sich verstanden, was du meinst, aber ich finde die Formulierung könnte dadurch ein wenig besser eingebettet werden, dass zum Beispiel Daniel darüber nachdenkt, was er über die Jugendsprache seines Sohnes denkt oder so. Irgendein Nachsatz vielleicht, der verhindert, dass man eben das denkt als Leser ... "Häh? Wo kommt das jetzt her? Die Formulierung kenn ich nicht." Vielleicht auch einfach nur dass er selbst etwas dazu denkt, ohne wirklich negativ oder positive Gedanken dazu.
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 31.03.2020 19:28    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Mauskick hat Folgendes geschrieben:
Jetzt beim Kommentar von 51MONSTER2 ist mir wieder aufgefallen, dass ich zu dem "ins Internet lächeln gehen" auch was schreiben wollte. Ich habe zwar an sich verstanden, was du meinst, aber ich finde die Formulierung könnte dadurch ein wenig besser eingebettet werden, dass zum Beispiel Daniel darüber nachdenkt, was er über die Jugendsprache seines Sohnes denkt oder so. Irgendein Nachsatz vielleicht, der verhindert, dass man eben das denkt als Leser ... "Häh? Wo kommt das jetzt her? Die Formulierung kenn ich nicht." Vielleicht auch einfach nur dass er selbst etwas dazu denkt, ohne wirklich negativ oder positive Gedanken dazu.

Da scheinen doch einige drüber zu stolpern. Ich baue was ein. Danke.

LG
Dlurie
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