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Das tote Haus


 

 
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Federfuchser
Sonntagsschreiber


Beiträge: 22



BeitragVerfasst am: 03.03.2020 20:18    Titel: Das tote Haus eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Der berliner Zeichner Zille meinte einmal, man könne einen Menschen mit seiner Wohnung erschlagen. Umgekehrt geht´s auch: Der Mensch kann seine Wohnung, sein Haus töten. Ich kann es belegen, denn solch ein totes Haus entdeckte ich auf einer frühsommerlichen Radtour durchs schöne Land Brandenburg.
   Seit einiger Zeit verfolgte mich eine schwarze Gewitterwolke, schon fielen die ersten Regentropfen. Da kam eine Gelegenheit zum Unterstellen gerade recht. Ich zügelte mein Fahrrad und hielt an. Das Gebäude, eine Villa aus den 1920er Jahren, war von einem wundervoll verwilderten Garten umgeben, mit knallrotem Klatschmohn, duftenden Fliederbüschen, uralten knorrigen Eichen. Die ersten Blicke offenbarten Verlassenheit, aber nicht unbedingt hoffnungslosen Verfall. Zwar hing die Dachrinne schief, doch das Dach selbst schien noch intakt. Auch die heruntergelassenen Rollos sahen ganz ordentlich aus. Hier und da lag nacktes Mauerwerk frei, ein paar Fensterscheiben waren eingeschlagen – nichts, was die Standfestigkeit des Hauses eingeschränkt hätte. Anscheinend war ich auch nicht der einzige, der sich hier gelegentlich umsah, denn an einer Stelle war der verrostete Maschendrahtzaun niedergetreten.
   Neugierig geworden saß ich ab, band meinen Drahtesel an einem Laternenpfahl fest, kletterte über den Zaun und schritt mutig zwischen Kraut und Disteln auf den Eingang zu. Was wegen des wuchernden Gestrüpps bisher nicht zu sehen gewesen war, offenbarte sich jetzt: Vor dem Eingang klaffte ein tiefes Loch. Hier war anscheinend ein alter Öltank ausgegraben worden; das eiserne Gedärm abgeklemmter Leitungsrohre hing in die Grube hinein. Kein Ort für nächtliche Besuche.
   Die Haustür stand offen, genauer: Sie hing daneben. Ich betrat den Flur. Auf einmal erfasste mich Abenteuerlust. Auch ohne den strömenden Regen, der draußen gerade niederging, hätte ich dieses  verfallende Haus besichtigt, obwohl sein innerer Zustand dem äußeren Hohn sprach. Überall Spinnweben, Staub, Dreck, Verfall: Heruntergerissene Tapeten, beschmierte Wände, kaputte Dielen. Trotzdem: Solche Häuser ziehen mich magisch an. In ihnen haben Menschen gelebt, geliebt, gelitten. Jahrelang, Jahrzehnte lang. Feste wurden gefeiert, Tragödien spielten sich ab. Was ist nach Jahren des Verfalls davon noch zu spüren? Warum wurde das Haus verlassen? Warum musste es sterben?
   Nun ja, in diesem Fall, angesichts der Gegend und der weiteren Umstände, lag die Antwort auf der Hand: Es war eine Nach-Wende-Leiche.   
   Ich kann mir nicht helfen: Solche Häuser sind für mich ist es jedesmal die Erkundung einer verlockenden terra incognita, ein Abenteuer der ersten Wahl. So ähnlich müssen sich die alten Seefahrer gefühlt haben, wenn sie nach langer Fahrt einen neu entdeckten Kontinent betraten. Und, weiß Gott, lange gefahren war ich heute schon, an die dreißig Kilometer! Auch dies geb´ ich gerne zu – immer wieder hoffe ich wie ein kleiner Junge und gegen alle Wahrscheinlichkeit, in einem dieser verlassenen Häuser einen verborgenen Schatz zu finden; einen Goldbarren, aus rußigem Ofenloch blinkend; ein Säckchen Silbermünzen hinter pilzig-verrottendem Bretterverschlag; eine Truhe mit wertvollen alten Büchern; einen verschollenen Picasso; eine verrostete Falltür im Keller, fantastische Unterwelten verheißend – und ähnliche Hirngespinste. Hand aufs Herz, wer hat nicht schon mal von Schatzgräberglück geträumt? jedenfalls finde ich nichts Kindisches dabei. Meine Devise lautet: D e r Mann ist kein rechter Kerl, der sich nicht mindestens einmal am Tag wie ein Kind benimmt...
   Über Staub und Schutt stolperte ich in das nächstliegende Zimmer, nach der Verkachelung und der Abflussöffnung in der Wand zu urteilen offenbar die Küche. Eine große Gähne wehte mich an: Kahle Wände, nackte Fenster, abgetretener Bodenbelag. Nichts, aber auch gar nichts deutete darauf hin, dass hier einmal Menschen gegessen und getrunken, dass Koch oder Köchin Lob oder Tadel empfangen hatten, dass der Sohn oder die Tochter die Hände abwehrend vorgestreckt und gestöhnt hatte: „Mutter, gleich platze ich!“ oder dass Worte gefallen waren wie: „Vater, lass den Kindern auch noch was!“ Nichts erinnerte mehr an diese Küchenherrlichkeit, kein Laut, nicht der kleinste Widerhall frohen Kinderlachens, kein verführerischer Bratendunst; da waren nur noch grausige Stille und der pilzige Geruch faulenden Holzes.
   Gedankenverloren wandte ich mich dem nächsten Zimmer zu, und da entdeckte ich die erste Überraschung: In einer Ecke stand ein gut erhaltener Berliner Kachelofen – weinrot schimmernd, glatt und blank wie eben erst geputzt. Er stand da, stramm wie ein breiter Rekrut; er schien auf mich gewartet zu haben, seine Feuertür starrte mich erwartungsvoll an.
   Ein Blick hinter seinen Rücken: Das Abzugsrohr war noch da. Ein paar Brikett, dachte ich, ein Königreich für ein paar Brikett! Ich heiz dir tüchtig ein, Freund, wir beide machen es uns gemütlich! Ich nahm mein Handy, schoss ein Foto – wenn ich ihn schon nicht füttern konnte, wenigstens diese Ehre sollte ihm zuteil werden, so einsam und allein, wie er dastand.
   Andächtig sah ich ihn an. Solch ein Ofen stand damals im Wohnzimmer der Großeltern. Alte Bilder wurden wieder lebendig, vergessene Gerüche stiegen wieder auf...
  Die sonntägliche Kaffeetafel, wintertags, neben dem knisternd-wärmenden Kachelofen; spitzenbesäumte blütenweiße Tischdecke, Duft des köstlichen Getränks, liebevoll gebackener Kuchen. O Sahneschüssel – elfenbeinernes Gebirge über blau-geblümtem Porzellan-Wunder... Die Großmutter mit dem 48er Likör in der Hand... Die Pfeife des Großvaters, Qualster brutzelnd. Überhaupt, diese Gerüche... Der Duft der Bratäpfel in der Ofenröhre! Welch nasuale Beglückung, auch wenn das Endprodukt nicht immer meinen Vorstellungen entsprach. Dann draußen: Dieser herb-würzige Braunkohlengeruch aus dem Schornstein. Ja und ja, Braunkohle ist heutzutage ein Unwort, ihre Verfeuerung eine Sünde wider die Natur. Trotzdem, ab und zu riecht es in dieser Gegend hier manchmal noch danach, und dann bin ich schlagartig wieder Kind!      
    Oder: Das Dach eines Schuppens in der Nachbarschaft war mit Teerpappe bedeckt, wie dieses Nebengebäude da draußen. Im Sommer, besonders unter der starken Augustsonne, strömte die Pappe einen eigenartigen Geruch aus, den ich gierig erschnüffelte. Er war wie eine Droge, die meinen Geist benebelte und zugleich beflügelte.

   Ich verließ den Raum und stieg die Treppe hoch. Das Treppenhaus zeigte sich noch in erstaunlich gutem Zustand, abgesehen von dem Dreck, der überall herumlag. Sogar ein Buntglasfenster war noch komplett erhalten. Das Geländer mit den gedrechselten Stäben erregte meine Bewunderung – und mein Erstaunen, dass es überhaupt noch da war. Welch eine Kostbarkeit! Meistens kommen solche Dinge in leer stehenden Häusern doch ziemlich schnell abhanden. Behutsam öffnete ich die Tür zu einem der drei Räume, die sich zur Besichtigung anboten. Obwohl das Haus anscheinend schon seit vielen Jahren unbewohnt war – möglicherweise seit Jahrzehnten – fühlte ich mich wie ein ungebetener Eindringling, zumal dieser Raum ein Schlafzimmer gewesen sein musste: Ich erkannte es an den beiden Steckdosen im Zweimeter-Abstand und einem bodentiefen hellen Rechteck an einer Wand, der optischen Hinterlassenschaft eines Kleiderschranks. Trotz der trostlosen Öde empfand ich eine gewisse Scheu davor, hier einzudringen, denn ein Schlafzimmer ist schließlich der intimste Raum einer Wohnung, ein heiliger Ort.
   Da hatte das Bett gestanden. Ich stellte mir ein altertümliches Doppelbett vor, mit gedrechselten Beinen und wuchtig verschnörkelten Fuß- und Kopfteilen, aus dunklem, schwerem Eichenholz, darauf, nach Großmütter-Art, dickes, wogendes Bettzeug. Was waren das für Leute, die dort geschlafen hatten? Hatten sie dort ihre Kinder gezeugt, Krankheiten kuriert, einsame Nächte durchwacht, Ehekrisen beweint, Notzeiten durchgestanden? Hatte dort jemand, auf hohem Kissen und unter goldgerahmten Schutzengel-Bild, seine letzten Atemzüge getan? Der Raum jedenfalls verweigerte die Auskunft. Nur eines schien klar: Offenbar hatten sie kalt geschlafen, die guten Leute, denn nirgendwo sah ich ein Loch in der Wand für ein Abzugsrohr.  
   Die fand ich im Nebenraum. Da stand er, der Bruder Kachelofen, nur glänzte er nicht in Weinrot, sondern in Lindgrün. Es brauchte eine Weile, mich mit ihm bekannt zu machen. Der Raum war dunkel, der Versuch, eine der heruntergelassen Rollos hochzuziehen, scheiterte an der Schnur: Sie riss. Lediglich das Licht von der Tür her erlaubte einen ungewissen Überblick. Unter meinen Schuhen knirschte es. Ein Teil einer Stuck-Rosette war herabgefallen und in tausend Stücke zersprungen. Ich näherte mich dem Ofen, strich über seine glatte kalte Haut. Das Herz des Raumes hatte aufgehört zu schlagen. Jemand hatte in seinen Eingeweiden gewühlt: Die Klappe zum Feuerloch stand offen, auf dem Boden davor Reste von Schamottgestein.  
  Es war jetzt fast dunkel, draußen tobte sich das Gewitter aus. Aus der Wolke war eine breite Wetterfront geworden; es sah so aus, als sollte ich so schnell hier nicht wegkommen. Dies und die trostlose Atmosphäre des Zimmers erzeugten in mir ein intensives Gefühl der Verlassenheit. Ein Haus ist mehr als die Summe seiner Teile. Es ist Heimstatt, Herberge, Behausung. Vor allem: Ein Zuhause. Haus, Wohnung und Mensch leben in einer Symbiose, in einer Gemeinschaft zu gegenseitigem Nutzen. Beide Partner existieren auf gleicher Augenhöhe. Der eine ist ohne den anderen verloren. Kleine Kinder spüren das, denn sie sind noch nahe am Urgrund der Dinge. Sie malen einen Mann und ein Haus gleich groß. Dieses Haus hatte seine Partner verloren; folgerichtig war es an Einsamkeit zugrunde gegangen, bald wird es nur noch ein Haufen Schutt und Sperrmüll sein.
   Ein gewaltiger Donner ließ das Haus erzittern. In diesem Moment war mir, als erwache es wieder zitternd zum Leben. Hielt es mich für einen neuen Bewohner und die entsetzliche Einsamkeit für beendet? Schöpfte das Haus wieder Mut? Ein bizarrer Verdacht stieg in mir auf. Das apokalyptische Spektakel da draußen war nur dazu da, mich hier festzunageln! Es klingt hirnverbrannt und hätte überdies meine Mittel bei weitem überfordert: Schon überlegte ich, ob dieses Haus noch zu retten sei. Zumindest die beiden Räume mit den blanken Kachelöfen. Mein Herz stimmte zu, jedoch: Bescheuerte Idee, beschied mein Verstand, in ein paar Jahren fällt es in sich zusammen.

   Ein Schrei riss mich aus meinen Grübeleien. Dieser Schrei war so entsetzlich, dass mir der Atem stockte. Mein erster Gedanke: Da wird jemand erschlagen! Krach-krach! – Deutlich vernahm ich die dumpfen Schläge des Knüppels! Mein zweiter: Bloß weg, sonst erschlagen sie dich auch noch! Und wieder dieser Schrei, fürchterlicher noch als der erste! Jetzt ein krachender Donner, dann war Ruhe.    
   „Sei nicht albern“, sagte mein Verstand, „wer sollte hier jemanden erschlagen? Ausgerechnet, wo du hier herumschnüffelst. Und warum? Zu holen gibt es hier doch nichts!“
   „Gründe gibt es genug“, antwortete mein Herz, „wie erklärst du dir denn diese Schreie?“
   Und wieder: Krach!
   „Noch garnicht, mein Herz, aber eine Erklärung wird sich bestimmt finden“, entgegnete mein Verstand, selbstsicher wie immer „jetzt sei kein Hasenfuß und schau nach!“
   Es hatte sich so angehört, als seien die Schreie aus der Etage über mir gekommen. Ich ging zurück ins Treppenhaus, stieg hoch, lugte durch ein Astloch in der Brettertür zum Dachboden. Zu sehen war nichts. Drückte die Klinke – die Tür war nicht verschlossen – öffnete sie einen spaltbreit...
   Da ertönte der Schrei erneut – diesmal von unten.  
   Ha! Teufel auch! Das war nun doch zu arg. Schon hatte mein Verstand eine Erklärung parat. Na klar! Ein liebestoller Kater! Liegt doch überall Katzenkot herum! Einer von diesen schwarzen Riesenviechern mit giftgrünen Augen, der seine Geilheit aus sich herausschreit!
   „Unsinn!“, rief mein Herz, „Katzen schreien anders!“
   Das stimmt, doch was sollten dann die Schläge! Ich hatte sie doch deutlich gehört! Da! Schon  wieder: Krach!
   Also hurtig hinunter in den Keller.  
   Ich stieß die Tür auf, vor mir, im Halbdunkel, niedriges Gewölbe. Auch hier: Staub, Staub, Staub, abgeblätterter Putz, verrostete Regale, Katzenkot und Spinnennester, in einer Ecke ein Stapel alter Türen. An einer Stelle waren die Dielen herausgerissen. Da waren Schatzsucher am Werk, durchfuhr es mich, ich blickte in das Loch – doch nichts als gestampfter Lehmboden war zu sehen, keine Leiche, kein Blut, kein Knüppel. Aber die Schreie... Sie waren real gewesen, genauso real wie die Schläge, unheimlich real. Irgendwie seltsam, das Ganze. Immer mehr kam ich zu der Überzeugung, dass in diesem verruchten Haus tatsächlich jemand erschlagen worden war, allerdings nicht in diesen Minuten, sondern schon vor längerer Zeit. Der oder die Mörder hatten die Leiche weggeschafft, die Schreie jedoch waren geblieben. Zu bestimmten Gelegenheiten, etwa bei Gewittern, ließen sie sich wieder hören... Zwar keine vernünftige Erklärung, aber was heißt schon vernünftig, wenn die Haare voller Spinnweben sind...
   Jedenfalls hatte ich genug von dem finsteren Gewölbe samt dem verteufelten Haus und sagte adé. Mein Bedarf an verfallenden Häusern war für´s erste gedeckt. Als ich in den Hausflur trat, brach gerade ein Sonnenstrahl durch und ließ das Buntglasfenster lustig aufleuchten.
   Ein Abschiedsgruß?
   Das Gewitter hatte sich ausgetobt, die Sonne übernahm wieder das Regiment. Die Luft duftete würzig nach feucht-frischer Erde, Bäume und Sträucher trieften vor Nässe. Eine Lerche stieg zwitschernd auf, irgendwo bellte sich mit überschlagender Stimme ein Hund heiser. Eine Amsel, im schwarzen Frack und mit frisch gestrichenem Schnabel, setzte sich auf einen Ast, legte den Kopf schief und beäugte mich. Anscheinend entsprach ich nicht ihrem Schönheitsideal, denn sie flog zeternd davon. Ich machte mein Fahrrad los und blickte zurück. Das Haus: Ein Traum, ein Albtraum. Ein Dachgaubenfenster stand offen; ein Flügel bewegte sich im Wind. Aha, das war also das Klopfen gewesen.
   In diesem Moment schrie es schon wieder. Doch keineswegs so fürchterlich wie vorhin. Kein angstgesättigter Schrei mehr, eher ein aufgeregtes, lautes Krächzen. Wie es große Papageien ausstoßen.
   Zehn Meter weiter, auf dem Nachbargrundstück und verborgen hinter Gebüsch, entdeckte ich ihn, den Schreihals: Einen großen bunten Ara. Er saß in einer Voliere und glotzte mich blöde an. Launig rief ich ihm zu: „Da hast du mich ganz schön an der Nase herumgeführt, alter Schwede!“ Wieder schrie er, doch jetzt kam es mir eher wie Hohngelächter vor, als wollte er sagen: Wieso ich? Deine unbändige Fantasie hat dich hereingelegt! Amüsiert wandte ich mich ab, da sagte jemand hinter mir: „Hallo!“
Verwundert blickte ich mich um. Da war niemand. Doch, der Ara! Immer noch starrte er einäugig in meine Richtung. Und jetzt schien er zu grinsen...

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UtherPendragon
Hobbyautor


Beiträge: 354



BeitragVerfasst am: 23.03.2020 21:59    Titel: Antworten mit Zitat

Tja, ich weiß noch nicht recht, woher ich die Berechtigung nehme (nach 1x Lesen), das zu sagen, aber...

Ich find's großartig.

Das machen die Metaphern, die lapidar eingestreuten Kurzsätze, welche die Örtlichkeit festnageln; der Ara, Kachellofenliebe sowie die Thematik: Erst vor kurzem habe ich mich in einer wirklich sehr ähnlichen Situation wiedergefunden und hätte gern die Zeit gehabt, mir all diese Gedanken zu machen.

Fühlt sich an, als wäre hier vor allem Altbekanntes um neue Formulierungen gegossen, das mag ich. Der Einstieg ist übrigens super, später könnte man hier und da etwas ausdünnen. Wenn man die Leseintensität steigern wollte und mir glaubt, dass es dadurch möglich wäre.

Meines Erachtens bist du manchmal etwas eng am Kitsch vorbeigeschifft. Beim "frohen Kinderlachen" war es da fast um mich geschehen, aber auf die erste Alarmstufe musste ich dann keine zweite aufleuchten lassen.

Auch die Herz-Verstand induzierte Schizophrenie wollte mir fast nicht behagen.. Uff. Aber war okay.

- es heißt nasal und nicht "nasual", es sei denn, das ist ein ganz besonderes Wort. Dann kenn ich's aber nicht.

Zu mehr Anmerkungen zu Detailkram keine Lust gerade:)

Danke, gern gelesen
UP


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wunderkerze
Schreiber-Lehrling


Beiträge: 107



BeitragVerfasst am: 25.03.2020 21:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo UtherPendragon,

vielen Dank für deinen Kommentar. Freue mich, dass dir meine Geschichte gefallen hat.
 
Zitat
 es heißt nasal und nicht "nasual", es sei denn, das ist ein ganz besonderes Wort. Dann kenn ich's aber nicht

In der Tat, im Duden steht´s nicht, ich habe mir erlaubt, ein wenig wortschöpferisch tätig zu werden. Als "nasale Beglückung" würde ich einen kräftigen Nieser bezeichnen, nicht eine beglückende Geruchsempfindung... nasal klingt mir zu medizinisch, zu steril.

Zitat
Auch die Herz-Verstand induzierte Schizophrenie wollte mir fast nicht behagen.

Jetzt, wo ich´s wieder lese, muss ich dir Recht geben. Bissel zu viel Herz...

Zitat
Kachellofenliebe

Finde ich als Titel fast besser als meinen.

LG
Wunderkerze


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wunderkerze
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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2894

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 07.04.2020 22:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Zusammen,

wer ist der Verfasser des Textes: Federfuchser oder wunderkerze?

LG Constantine
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Stefanie
Dichter und Denker


Beiträge: 1194



BeitragVerfasst am: 08.04.2020 16:52    Titel: Antworten mit Zitat

Mir gefällt die Geschichte sehr.

Eine Kleinigkeit würde ich ändern: Die Szene, wo er überlegt, ob in dem Haus früher mal ein Mord begangen wurde, ist zu erklärend.
Da würde ich ihn eher ein paar Dinge finden lassen, aus denen man mit genug Fantasie vermuten kann, dass mal ein Mord stattgefunden hat. Und dann den Leser selbst darauf kommen lassen, dass es dort spuken könnte. Vielleicht noch eine Andeutung vorher, ein heulendes Geräusch durch Wind im Kamin oder so.
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Federfuchser
Sonntagsschreiber


Beiträge: 22



BeitragVerfasst am: 13.04.2020 18:32    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Constantine,
von Federfuchser. Habe ausversehen den Account meiner anderen Hälfte genommen, die auch in diesem Forum unterwegs ist.

Hallo Stephanie,
vielen Dank für dein Feedback. Werde darüber nachdenken und das Original ggf. ändern.

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CIPO86
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 33
Beiträge: 121



BeitragVerfasst am: 06.07.2020 21:35    Titel: Antworten mit Zitat

Habe jetzt erst mal nur den ersten Teil gelesen.
Der gefällt mir recht gut.
Mir sind aber ein, zwei Dinge aufgefallen, neben den Dingen, die bereits die anderen ansprachen.

Zitat:
Hier und da lag nacktes Mauerwerk frei, ein paar Fensterscheiben waren eingeschlagen – nichts, was die Standfestigkeit des Hauses eingeschränkt hätte. Anscheinend war ich auch nicht der einzige, der sich hier gelegentlich umsah, denn an einer Stelle war der verrostete Maschendrahtzaun niedergetreten.

Mauerwerk, das frei liegt, ist nach meinem Verständnis nackt.

 
Zitat:
Neugierig geworden saß ich ab, band meinen Drahtesel an einem Laternenpfahl fest, kletterte über den Zaun und schritt mutig zwischen Kraut und Disteln auf den Eingang zu. Was wegen des wuchernden Gestrüpps bisher nicht zu sehen gewesen war, offenbarte sich jetzt: Vor dem Eingang klaffte ein tiefes Loch. Hier war anscheinend ein alter Öltank ausgegraben worden; das eiserne Gedärm abgeklemmter Leitungsrohre hing in die Grube hinein. Kein Ort für nächtliche Besuche.

Hier in dem Absatz verwendest du wiederholt „offenbart“ (nur wenige Zeilen weiter oben: offenbarten Verlassenheit....). Außerdem finde ich den Vergleich mit Gedärmen nicht ganz passend, denn Gedärme schlängeln sich mehr m Bauch, als dass sie geordnet und in rechteckigen Winkeln zueinander lägen, wie es in meiner Vorstellung Leitungsrohre tun.
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