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Illusion


 

 
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Meinungsfreiheit
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 32
Beiträge: 39



BeitragVerfasst am: 20.02.2020 23:12    Titel: Illusion eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Ich sehe den Pool, leuchtend in der endlosen Nacht.
Eine Frau im schwarzen Abendkleid betritt die Terrasse und blickt mich träumerisch an, im Haar eine rote Blume, mit der schlanken Hand ein Weinglas haltend; der Vorhang der Terrassentüre umspielt leichtfertig ihre nackten glatten schönen Beine.
»Du?«, bringe ich mühsam hervor.
Sie stellt das Weinglas ab. Hebt den Kopf. Ihre dunklen, funkelnden Augen reanimieren meine scheintote Seele.
»Entspann dich«, sagt sie. »Lass es geschehen.«  
Sie schreitet auf mich zu. Umschlingt meinen Hals.
»Ich liebe dich«, haucht sie mir ins Ohr. »Alles wird gut.«
Und dann verschwindet sie – als hätte es sie nie gegeben …
Eine Windbrise kommt auf; sie wirbelt Laub durch die Luft und peitscht die Markise hart durch.
Ich gehe schlafen.

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zinemin
Sonntagsschreiber


Beiträge: 24



BeitragVerfasst am: 20.02.2020 23:34    Titel: Antworten mit Zitat

Das liest sich gut.
Was mir gefällt, ist dass der Ich-Erzähler wenig von sich verrät, das macht den Text mysteriös. Mir gefällt auch der Stimmungswechsel am Schluss. Ich würde aber vorschlagen diesen Satz zu streichen:
Zitat:
Ihre dunklen, funkelnden Augen reanimieren meine scheintote Seele.
Da wird zu viel erklärt. Ich möchte als Leser selber interpretieren dürfen, wie sich das Geschehen auf den Ich-Erzähler auswirkt. Evtl. ersetzen durch "Ihre dunklen Augen funkeln." Das zeigt auch, dass er ihr grundsätzlich positiv gegenübersteht. Aber ganz ohne das gefällt es mir noch besser, dann wäre ganz offen, was er von ihr hält.
Weiter hat mich der Satz etwas irritiert:
Zitat:
Umschlingt meinen Hals.
Klingt für mich nicht so gut, fast nach würgen, oder wie sich ein Kleinkind am Hals des Erwachsenen festhält. Ist es nicht eher ein Umschlingen des Oberkörpers?
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Anoa
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 63
Beiträge: 156
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 21.02.2020 10:25    Titel: Antworten mit Zitat

Gut gemacht. Aber leichtfertig? Geht in dem Zusammenhang nicht. Ist das Gleiche wie leichtsinnig.

_________________
Mona Ullrich, Berlin
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Meinungsfreiheit
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 32
Beiträge: 39



BeitragVerfasst am: 21.02.2020 17:08    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo, @zinemin,

danke für dein Feedback!

Zitat:
Da wird zu viel erklärt. Ich möchte als Leser selber interpretieren dürfen, wie sich das Geschehen auf den Ich-Erzähler auswirkt. Evtl. ersetzen durch "Ihre dunklen Augen funkeln." Das zeigt auch, dass er ihr grundsätzlich positiv gegenübersteht. Aber ganz ohne das gefällt es mir noch besser, dann wäre ganz offen, was er von ihr hält.

Habe es nun ohne diesen Satz probiert, das ist echt viel besser! Auch wenn der Satz gut war. Aber ich bin generell ein Fan von strikten Kürzungen.

Zitat:
Klingt für mich nicht so gut, fast nach würgen, oder wie sich ein Kleinkind am Hals des Erwachsenen festhält. Ist es nicht eher ein Umschlingen des Oberkörpers?

Gemeint ist der Oberkörper. Soll ich umschlingt meinen Oberkörper schreiben - wie klingt das für dich? Oder sie umschlingt mich (von hinten?). Ich finde das Wort Oberkörper in diesem Zusammenhang nicht schön, weiß aber nicht, ob das nur mir so vorkommt.

Zum letzten Satz habe ich mir auch Gedanken gemacht. Wie wäre es, wenn ich schriebe: "Ich aber gehe schlafen." Das rundete das ganze etwas ab. Allerdings mag ich auch dieses Gesampelte, wo die Sätze wie Schlagzeilen übereinanderliegen.

Hallo, @Anoa,

auch dir Danke!

Zitat:
Gut gemacht. Aber leichtfertig? Geht in dem Zusammenhang nicht. Ist das Gleiche wie leichtsinnig.


Für mich hat Leichtfertigkeit viel mit Schönheit zu tun - echte Schönheit ist immer leichtfertig, im Sinne von unbekümmert, nicht da, sich selbst nicht bewusst. Wie jedes Wort hat auch leichtfertig verschiedene Bedeutungen und Nuancen, was der Unterschied zwischen leichtfertig und leichtsinnig schon sehr stark deutlich macht. Wind kann natürlich nicht leichtfertig sein, vielleicht projiziere ich hier die Zuschreibung der Protagonistin auf den Wind, das ist möglich. Ich muss mir hierzu noch einmal Gedanken machen.

Freundliche Grüße
Meinungsfreiheit
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RAc
Schreiberling


Beiträge: 216



BeitragVerfasst am: 21.02.2020 17:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Meinungsfreiheit -

erstmal von mir auch ein thumbs up - ein sinnlicher, eher andeutender Text mit viel Raum für den Kopf des Lesers zum Lückenfüllen. Schön!

Wie wäre es mit "umschmiegen" statt "umschlingen?"
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Mire_Klick
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 32
Beiträge: 29
Wohnort: Österreich


BeitragVerfasst am: 21.02.2020 18:42    Titel: Antworten mit Zitat

Ein toller impressionistischer Text.
Ich persönlich stehe auf gut inszenierten Pathos und finde den Satz "Ihre Augen reanimieren meine scheintote Seele" einfach großartig.
Ich würde gerne mehr von dir lesen.
Ach ja, ein paar Beistriche hast du vergessen. Ich hasse die Dinger auch ^^


_________________
You are matter
But you don´t
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Meinungsfreiheit
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 32
Beiträge: 39



BeitragVerfasst am: 21.02.2020 22:54    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Hallo Meinungsfreiheit -

erstmal von mir auch ein thumbs up - ein sinnlicher, eher andeutender Text mit viel Raum für den Kopf des Lesers zum Lückenfüllen. Schön!

Wie wäre es mit "umschmiegen" statt "umschlingen?"


Hallo, RAc, danke für deine Antwort.

Umschmiegen klingt zwar gut, ist mir für das Bild, welches ich erzeugen will, aber zu unpräzise. Ich lade hier bald eine neue Version hoch, ich denke, ich habe das Problem gut gelöst.

Zitat:

Ein toller impressionistischer Text.
Ich persönlich stehe auf gut inszenierten Pathos und finde den Satz "Ihre Augen reanimieren meine scheintote Seele" einfach großartig.
Ich würde gerne mehr von dir lesen.
Ach ja, ein paar Beistriche hast du vergessen. Ich hasse die Dinger auch ^^


Das höre ich natürlich gerne ^^ Und ja: Ich werde hier hin und wieder Texte einstellen. Und lesen. Nur: Wo sind die fehlenden Beistriche? Es kann eigentlich nur der Satz mit den Beinen sein - hier setzte ich aber bewusst keinen Beistrich.

Freundliche Grüße
Meinungsfreiheit
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Meinungsfreiheit
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 32
Beiträge: 39



BeitragVerfasst am: 21.02.2020 23:03    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich sehe den Pool, leuchtend in der endlosen Nacht.
Eine Frau im schwarzen Abendkleid betritt die Terrasse und blickt mich träumerisch an, im Haar eine rote Blume, mit der schlanken Hand ein Weinglas haltend; der Vorhang der Terrassentüre umspielt leichtfertig ihre nackten glatten schönen Beine.
»Du?«, bringe ich mühsam hervor.
Sie stellt das Weinglas ab. Hebt den Kopf.
»Entspann dich«, sagt sie. »Lass es geschehen.«  
Sie schreitet auf mich zu. Ihre Fingernägel gleiten über meine Brust.
»Ich liebe dich«, haucht sie mir ins Ohr. »Alles wird gut.«
Und dann verschwindet sie – als hätte es sie nie gegeben …
Eine Windbrise kommt auf, wirbelt Laub durch die Luft, und peitscht gegen die Markise.
Ich gehe schlafen.

12Wie es weitergeht »

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Meinungsfreiheit
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 32
Beiträge: 39



BeitragVerfasst am: 28.02.2020 00:13    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Illusion II

Langsam gleitet der Wagen durch die Nacht – wie eine Kapsel, isoliert von der Atmosphäre. An der Fensterscheibe bahnen sich Rinnsale ihren Weg nach unten; sie machen halt: sehen sich um – ehe die Reise weitergeht. Violettes Neonlicht ergießt sich über mein Gesicht.
»Ich will dich lieben«, sage ich. »Aber ich kann nicht.«
»Wie meinst du das?«
»Ich fürchte mich vor der Hingabe, der Selbstaufgabe. Es gibt einen Ort in mir, der mir so wichtig ist, dass ich ihn mit niemandem teilen kann. Obwohl es ein schöner Ort ist, schäme ich mich für ihn. Ich verstehe das selbst nicht.«
»Das macht nichts«, sagt sie. »Ich liebe dich – nur das zählt.«
Mechanisch greife ich nach ihrer Hand - aber sie ist nicht mehr da.
Alex wirft seine leere Zigarettenschachtel aus dem Fenster.

« Was vorher geschah12

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Whatevermancer
Sonntagsschreiber


Beiträge: 16



BeitragVerfasst am: 28.02.2020 11:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hey smile

Mir gefallen deine beiden Illusionen wirklich gut!!
Nur zwei kleine Dinge würde ich noch anmerken smile

Meinungsfreiheit hat Folgendes geschrieben:
Eine Frau im schwarzen Abendkleid betritt die Terrasse und blickt mich träumerisch an, im Haar eine rote Blume, mit der schlanken Hand ein Weinglas haltend; der Vorhang der Terrassentüre umspielt leichtfertig ihre nackten glatten schönen Beine.

in dem Bereich finde ich, vor allem im letzten Satz, dass die Adjektive sich ein bisschen zu sehr häufen. Vielleicht genügt es zb, dass die Beine glatt und schön sind, weil dadurch schon klar wird, dass sie nackt sind. Ist aber nur eine Überlegung smile

Meinungsfreiheit hat Folgendes geschrieben:
Alex wirft seine leere Zigarettenschachtel aus dem Fenster.

Der Perspektivenbruch hier verwirrt mich ehrlich gesagt eher und ich bin mir auch nicht sicher, wieso er passiert... liegt aber vl auch an mir ^_^"

Das sind zumindest meine Gedanken dazu, auf jeden Fall zwei sehr schöne Texte lol2
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Meinungsfreiheit
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 32
Beiträge: 39



BeitragVerfasst am: 28.02.2020 12:09    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey, danke dir!

Was die Adjektive betrifft: Ja, die könnte ich reduzieren. In diesem konkreten Fall muss ich mir das noch überlegen.

Der Perspektivenbruch soll die Kälte der Desillusionierung darstellen. Ich habe mir lange überlegt, ob ich ihn lassen soll - vorerst bleibt er stehen, solange mir kein besserer Einfall kommt.

Liebe Grüße
Meinungsfreiheit
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Whatevermancer
Sonntagsschreiber


Beiträge: 16



BeitragVerfasst am: 28.02.2020 12:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hey

hmm, also doch wie der Satz "Ich gehe schlafen" bei der ersten Illusion.

Vielleicht genügt auch "Ich werfe die leere Zigarettenschachtel ..."? Andere spontane Überlegung wäre sowas wie "Eine leere Zigarettenschachtel fliegt aus dem Fenster"... bin mir aber selbst nicht sicher, ob das hilft...

LG smile
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Meinungsfreiheit
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 32
Beiträge: 39



BeitragVerfasst am: 28.02.2020 13:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich weiß nicht, ob du das Bild ganz hast, deswegen eine kurze Erklärung:

Alex, das ist der Fahrer; er fährt den (wohlhabenden) Prota durch die Gegend (komischerweise schreibe ich immer über Reiche, obwohl ich selbst arm bin). Den Perspektivenbruch habe ich gewählt, weil jemand anders die Kälte in den Wagen lassen soll (warum sollte sich der Prota selbst "schaden"?). Die Intention der Zigarettenschachtel: Sie soll den Prota aus seinem Tagtraum holen (er selbst kann das ja schwerlich tun). Mit ihr bleibt außerdem etwas zurück; irgendwo am Wegesrand verblasst sie nun. Ein Symbol? Um ehrlich zu sein: Ich weiß es selbst nicht, was es mit dieser Zigarettenschachtel auf sich hat. Aber ist nicht alles im Leben ein Symbol, solange man ihm Bedeutung gibt? Ein Symbol für den Verlust? Vielleicht. Aber ich verstehe dich. Ich war mir beim Schreiben auch nicht sicher, ob dieser Satz eine Daseinsberechtigung hat. Darf ich dich fragen, was dich genau an diesem Satz stört? Ist es nur der Perspektivenwechsel?

Mfg
Meinungsfreiheit
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Whatevermancer
Sonntagsschreiber


Beiträge: 16



BeitragVerfasst am: 28.02.2020 13:33    Titel: Antworten mit Zitat

Ohh, nein das hatte ich nicht, tut mir leid Embarassed

Ich hab die Texte als kleine eigene Geschichten gesehen (finde sie funktionieren so) und deswegen hat es mich verwirrt, dass es plötzlich einen Alex gibt Embarassed

Mit dem wissen macht das ganze natürlich Sinn und der letzte Satz passt so wie er ist smile

Sorry Embarassed
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