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holg
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Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 05.02.2020 00:13    Titel: Antworten mit Zitat

a.no-nym hat Folgendes geschrieben:
holg hat Folgendes geschrieben:
Oder wie ich es ausdrücken würde: total subjektiver Bullshit.


Heißt das, Du hast eine Möglichkeit ersonnen, Texte objektiv zu bewerten? Shocked Erzähl! (Bitte) [Danke]

Nein. Gerade nicht. Ich tu aber nicht so als ob und verstecke mich hinter pseudoobjektiven Vehikeln wie Glaubwürdigkeit, Authentitzität oder Genrezuordnungen.


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Froh zu sein bedarf es wenig.
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V.K.B.
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Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 05.02.2020 00:15    Titel: Antworten mit Zitat

sleepless_lives hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Bei diesem Wettbewerb zählt, was nicht in die üblichen Schnittmuster passt. Schief gebaut darf es sein, quer stehend, sperrig oder auch einfach nur ruhig, action- und pointenlos. Texte, auf die sich der Leser einlassen muss, und sei es nur, weil sie in ihrer eigenen Erzählgeschwindigkeit fließen. Unterhaltend kann es sein, aber das ist nicht das Ziel, der Text will etwas anderes, hat etwas zu sagen. Das bedeutet auch, dass es keine formalen Regeln wie bei Genretexten gibt, also nichts, das man erfüllen muss und dessen Nichtbeachtung den Text automatisch ausschließen würde, aber auch nichts, das man mit lediglich formalen Mitteln unternehmen kann, um sicher als E-Literatur zu gelten. Es kommt auf den tiefer gründenden Inhalt und seine adäquate Umsetzung an.

Aus der Ankündigng.
Ja, okay, hast Recht, da ist eigentlich alles klar. Mr VKB, what went wrong in your head? Ich bin noch mal in mich gegangen und habe überlegt:

Was mich so durcheinandergebracht hat, war eher das hier:
Zitat:
Außerdem bitten wir euch, das Folgende zu beachten: Der Zehntausender ist der ernsten Literatur gewidmet (siehe Ankündigung und Thema-Faden). Das ist nicht nur eine weitere Bedingung, sondern seine fundamentale Bestimmung. Es ist kein Wettbewerb wie jeder andere, also offen für Unterhaltungsliteratur verschiedener Genres. Wenn dies nicht berücksichtigt wird, erübrigt er sich in dieser Form. Dennoch erreichen uns immer wieder Genretexte. Wir könnten damit beginnen, diese in unserer Rolle als Organisatoren zu disqualifizieren. Wir haben das bisher nicht getan, und ob wir es beim nächsten Mal durchführen, hängt von der Art der Bewertungen in dieser Ausgabe ab. Wir möchten also alle Bewerter auffordern, die E-Lit-Zugehörigkeit zu einem ganz, ganz wesentlichen Kriterium zu machen. Für die, die dabei unsicher sind, haben wir in der Ankündigung und im Thema-Faden Hinweise gegeben.  
aus Die hohe Kunst der Bewertung, Hervorhebungen von mir.

zusammen mit dem Schock vom letzten Jahr, als mir Eredor (als Moderator) unter meinen Text schrieb:
Eredor hat Folgendes geschrieben:
Sehr großartige ... U-Literatur. Versteh mich nicht falsch: Der Text ist wahnsinnig kritisch und greift auch aktuelle Entwicklungen auf. Das ist aber kein Kriterium für E (aus meiner Sicht). Jede Form von Literatur sollte bestmöglich kritisch sein. Hier in diesem Wettbewerb geht es um reine E-Lit, daher kann ich dir, auch wenn es mir wahnsinnig leid tut, keine Punkte geben. In einem anderen Rahmen, beispielsweise im Verlagsgeschäft... go for it. So etwas wollen Menschen lesen, oder zumindest ich. Laughing
Ich habe das dann als Maßstab genommen, alles, was nicht mehrdeutiger, experimenteller und ungewöhnlicher geschrieben war als mein Text vom letzten Jahr, als nicht in den Wettbewerb gehörend einzuklassifizieren. Weil ich selbst der Meinung war, mein Text sei vielleicht zu zugänglich und konventionell geschrieben gewesen. Eredor hat ausdrücklich geschrieben, dass es sich nur um seine Sicht handelt, aber ich bin irgendwie davon ausgegangen, er als Moderator müsse besser als ich wissen, was E-Lit ist, zumal ich sonst (also außerhalb dieses Wettbewerbs) nicht in E und U Kategorien denke.

Da muss dann irgendwie eine fatale "ich versteh das Ganze mit den Anforderungen nicht mehr"-Sicherung in meinem Hirn durchgebrannt sein und ich habe mich fanatisch an jedes Wort der Vorgaben geklammert, um diesmal alles richtig zu machen. Mittlerweile habe ich kapiert, dass die U/E Unterscheidung oft im Auge des Betrachters liegt und man es nicht an einzelnen Stichworten im Bewertungsfaden festmachen kann oder sollte. Ich hätte also einfach bei meinem Verständnis bleiben und danach bewerten sollen, statt mich im autistischen Anteil meiner Persönlichkeit zu verrennen und nach einem nichtexistierenden Ausschlussraster zu suchen. Wahrscheinlich hätte ich Silkes zweitplatzierten Text eher lesen sollen und mich besser davon (das Gute achten, statt nach Mängeln zu suchen) inspirieren lassen (und ihm die verdammten zehn Punkte geben, die er auf meiner persönlichen Gefallensliste als zweiter Favorit verdiente (bin jetzt froh, dass es an der Platzierung oben nichts geändert hätte)). Von daher möchte ich mich bei allen entschuldigen, die in meiner Bewertung zu schlecht weggekommen sind. Nächstes Jahr weiß ich es besser. Denke ich.

beste Grüße,
Veith


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Nihil
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BeitragVerfasst am: 05.02.2020 01:23    Titel: Antworten mit Zitat

EDIT: Das Schreiben dieses Beitrags hat seine Zeit in Anspruch genommen, und als ich angefangen hatte, gab es den letzten, deeskalierenden Absatz von VKB noch nicht. Das möchte ich nur angemerkt haben, falls der Ton etwas zu angespannt klingen sollte. Böse war er von vornherein nicht gemeint, deshalb lasse ich ihn auch so stehen. Aber ein paar Dinge musste ich doch loswerden, mit denen ja im besten Fall vielleicht jemand etwas anfangen kann.

VKB hat Folgendes geschrieben:
zusammen mit dem Schock vom letzten Jahr, als mir Eredor (als Moderator) unter meinen Text schrieb:


VKB hat Folgendes geschrieben:
er als Moderator müsse besser als ich wissen, was E-Lit ist,


Willst du die Diskussion jetzt auch noch aufmachen? Das ist nicht fair. Nicht gegenüber Eredor, der dieses Mal gar nichts Wettbewerbsbezogenes geäußert hat, nicht den Texten gegenüber. Und insbesondere auch nicht dir selbst gegenüber, der du dich damit auf tatsächlich irrationale Weise unnötig klein machst. Wenn du hinter deinem Text stehen kannst, dir Gedanken gemacht hast, weißt, warum er so sein muss, und nicht wie ein Moderator wie Eredor oder ich ihn haben will, dann halte doch deine Meinung dagegen und sag einfach: Nö, aber danke. Warum sollte Eredors Kommentar denn so viel Gewicht haben, dass du sogar dein literarisches Schaffen und deine Rezeptionsweise danach richtest? Weil sein Nickname eine grüne Farbe hat? Jeder hier hat seine private Meinung. Nicht mehr und nicht weniger. Und soweit mir bekannt ist, hat niemand seine literarische Meinung je mit seinem Moderatorenstatus gerechtfertigt. Korrigiere mich bitte, wenn es anders ist. Was stattdessen zählen sollte, ist: Schätze ich die Texte dieser Person? Halte ich was von seiner Meinung?  Hat das mehr Hand und Fuß als das, was ich mir gedacht habe?

Ich wollte ja schon nicht glauben, als wieder gefordert wurde, Rezensent*innen sollten wieder Rücksicht auf die Befindlichkeiten der Autor*innen nehmen, weil es sich ja um heikle, persönliche Themen handeln könnte. Ja, aber darum geht es doch beim Schreiben. Also nicht ums Fertigmachen natürlich, sondern um die Persönlichkeit. oder besser gesagt: das Persönliche, das Individuelle und Mutige. Welches „Persönliche" beherrscht einen Ton, der eine Orientierung am Publikum unnötig macht, dessen Bewertung für sein eigenes Dasein gar nicht nötig ist, weil er vor allem sich selbst in eine Sprache bringen will, die er selbst erst erfinden muss ? Darum geht es. Und nicht um das Erfüllen irgendwelcher Wettbewerbsregeln, die es nun einmal gibt oder eben nicht. (Auch die dauern ja immer nur einen Wettbewerb lang.) Für mich ist das immer zweitrangig, was man auch kritisieren kann. Ich will aber in erster Linie einen interessanten Text lesen. Und das ist doch gerade der Dreh- und Angelpunkt dieses ganzen Wettbewerbs, dass man eben nie vorher wissen kann, was genau E und was U ist. Dieses Wissen wird auch keinem User auf magische oder transzendente Weise eingeflößt, wenn er in den verschwörungstheoriewürdigen Stand des*r Moderator*in erhoben wird. Ein Doktor in Literaturwissenschaft ist dafür zumindest nicht Voraussetzung. Also bitte trennt doch alle mal den Text von allem anderen.

Das richtet sich nicht (nur) gegen dich VKB, das muss ich ganz klar sagen. Ich verstehe ja, und glaube das auch wirklich, dass die Frustration, die sich bei einigen zeigt, aus dem Bedürfnis kommt, eine vom Wesen her nun einmal wirklich schwer zu definierende Sache (E-Lit) verstehen zu wollen. Sich nicht dumm zu fühlen. Aber ab einem gewissen Punkt muss man, glaube ich, auch lernen, sich über so etwas wie Regeln zu erheben. Und zu sagen: Ja, kann natürlich sein, dass der Text nicht gefällt, nicht genug auf die Regeln geachtet hat und abgelehnt wird, aber ich habe meine Zeit mit dem Schreiben trotzdem nicht verschwendet. Diese Einstellung ist für mich E. Einfach den Mut haben, auf Manches zu pfeifen. Und das bezieht sich genau so auf jede Wettbewerbsvorgabe wie auf Genre-Konventionen. Was hat man denn zu verlieren? Im schlimmsten Fall hat man einen Text geschrieben. Und was auf der anderen Seite zu gewinnen? Im Idealfall Zufriedenheit, würde ich sagen, wenn man den Text nur für den Text geschrieben hat. Weil es dann niemanden außerhalb seiner geben kann, der ihn angreift. Und wenn man das tut, schreibt man fast automatisch so, wie das besondere „Persönliche“ es braucht. In der Sprache, in der allein es zu Text werden kann.
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a.no-nym
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BeitragVerfasst am: 05.02.2020 01:49    Titel: Antworten mit Zitat

Nihil hat Folgendes geschrieben:
Ich wollte ja schon nicht glauben, als wieder gefordert wurde, Rezensent*innen sollten wieder Rücksicht auf die Befindlichkeiten der Autor*innen nehmen, weil es sich ja um heikle, persönliche Themen handeln könnte. Ja, aber darum geht es doch beim Schreiben.


Hallo Nihil,

magst Du mir erklären, warum aus Deiner Sicht der Gedanke so empörend ist, beim Kommentieren die Tatsache zu berücksichtigen, dass der kritisierte Autor ein fühlendes Wesen ist? Oder habe ich Deinen Beitrag falsch verstanden?

Freundliche Grüße
a.
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V.K.B.
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Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 05.02.2020 03:32    Titel: Antworten mit Zitat

Nihil hat Folgendes geschrieben:
Das Schreiben dieses Beitrags hat seine Zeit in Anspruch genommen, und als ich angefangen hatte, gab es den letzten, deeskalierenden Absatz von VKB noch nicht. Das möchte ich nur angemerkt haben, falls der Ton etwas zu angespannt klingen sollte. Böse war er von vornherein nicht gemeint, deshalb lasse ich ihn auch so stehen. Aber ein paar Dinge musste ich doch loswerden, mit denen ja im besten Fall vielleicht jemand etwas anfangen kann.
Hallo Nihil,
ja, da ist mir ein Missgeschick passiert und ich habe statt auf "Vorschau" (wie ich wollte) auf "Absenden" geklickt, bevor der Text fertig war. Entschuldigung. Mir ging es nie darum, Eredor oder irgendjemandem von der Moderation irgendwas anzukreiden, ich wollte nur klarstellen, dass (und wie) ich mich gedanklich verrannt hatte, wo ich doch so viel gegen ein paar Aspekte dieses Wettbewerbs gewettert hatte, auch im Smalltalk schon. Was du dann schreibst, ist mir ja auch schon klar geworden. Kennst du das Gefühl, wenn man irgendwann merkt, man hat sich komplett in irgendwas reingesteigert und verrannt? Ich kann nur für mich sprechen, aber mir passiert das leider ab und zu mal. Aber ich denke, man kann danach auch zugeben, was gewesen ist, zurückrudern und sich entschuldigen, da fällt mir kein Zacken aus der (nicht vorhandenen) Krone. Und nichts anderes war meine Absicht mit diesem Beitrag. Entschuldigung, falls ich mich ungeschickt ausgedrückt habe und das falsch rüberkam. Ich dachte, ich könnte Eredors Kommentar ohne Probleme zitieren, weil er ja eh noch für jeden sichtbar im Forum steht. Dass ich ihn als Person damit vielleicht unpassend in den Mittelpunkt stellen könnte (falls das das Problem war), kam mir gar nicht in den Sinn und war ganz bestimmt nicht beabsichtigt. Ich bin da in social leider manchmal echt Analphabet.

Goldlack drüber, okay? Embarassed
Veith


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Nihil
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Moderator
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Beiträge: 7484



BeitragVerfasst am: 05.02.2020 16:29    Titel: Antworten mit Zitat

VKB hat Folgendes geschrieben:
Goldlack drüber, okay?

Klar! Bei mir ist kein Schaden entstanden. :)
Ich habe das auch stehen gelassen, weil mir das (die) Gelegenheit gegeben hat, ein paar Sachen zu sagen, die ich mit der sogenannten E-Literatur verbinde. Auch die Regeln als Maßgabe mit Maß zu nehmen usw. Und nicht zuletzt auch diese Frage hier aufzugreifen:

a.no.nym hat Folgendes geschrieben:

magst Du mir erklären, warum aus Deiner Sicht der Gedanke so empörend ist, beim Kommentieren die Tatsache zu berücksichtigen, dass der kritisierte Autor ein fühlendes Wesen ist? Oder habe ich Deinen Beitrag falsch verstanden?

Sich in einer Rezension diplomatisch auszudrücken halte ich nicht für empörend. In diesem Sinne hast du mich tatsächlich falsch verstanden. Aber wenn ich Formulierungen lese wie das „fühlende[ ] Wesen“, dann will der kleine Rebell in mir sofort dagegenhalten. Der Text ist nicht der Autor. Was der Autor mit dem Text gewollt hat, ist mir egal. Ob man den Text „richtig“ verstanden hat, ist mir egal. Das sind beides unterschiedliche Sachen. Wenn ich einen Text schlecht finde, will ich damit nicht die Person herabstufen. Ich lobe aber auch keinen schlechten Text wider Willen, um jemanden zu trösten. Dann tröste ich die Person. Aber unabhängig von ihrem Text. Zumal die Diskussion in einem Wettbewerb, dessen Texte immer anoynm sind, ohnehin schon keinen Sinn macht. Und für mich ist das tatsächlich schon der erste Schritt in Richtung einer eigenständigen Literatur, das man nicht sich selbst durch seinen Text ausdrückt, sondern den Gegenstand, über den man schreibt. Das kann auch die eigene Geschichte sein. Aber man selbst ist dann Gegenstand. Man braucht Abstand für die Verschriftlichung, zumindest ein bisschen.
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a.no-nym
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BeitragVerfasst am: 05.02.2020 16:46    Titel: Antworten mit Zitat

Danke Nihil, jetzt verstehe ich es besser.

Freundliche Grüße
a.
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Ribanna
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BeitragVerfasst am: 05.02.2020 16:47    Titel: Antworten mit Zitat

Nihil hat Folgendes geschrieben:
Ich wollte ja schon nicht glauben, als wieder gefordert wurde, Rezensent*innen sollten wieder Rücksicht auf die Befindlichkeiten der Autor*innen nehmen, weil es sich ja um heikle, persönliche Themen handeln könnte. Ja, aber darum geht es doch beim Schreiben.


Ging es bei dieser "Forderung" nicht eher um die Frage der Glaubwürdigkeit?


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a.no-nym
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BeitragVerfasst am: 05.02.2020 16:54    Titel: Antworten mit Zitat

@Ribanna

Ja, nur ist die Glaubwürdigkeit selbst ja auch so ein nebulöses Dings, an das man zwar glauben kann, aber nicht muss. Möglicherweise ist sie nur ein Illusion? Oder irgendwas mit Bullshit? Vielleicht irrt das abgerissene Wesen namens Glaubwürdigkeit gerade mit wallenden Kleidern durch den dichten Nebel (hoffentlich prallt es dort nicht mit dem mysteriösen E zusammen) ... Wink
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 05.02.2020 17:41    Titel: Antworten mit Zitat

Das Statement das ist nicht glaubwürdig ist für mich im Zusammenhang mit der Rezeption von Literatur genauso wertlos wie ein ich mag das nicht, wenn nicht nachvollziehbare Gründe folgen.
Wobei es mich herzlich wenig interessiert, ob mir jemand glaubt, wenn ich Selbsterlebtes schreibend verwurstle. Ich käme auch nicht auf die Idee, dass ich irgendwie mit Samthandhandschuhen angepackt werden müsste.   

Viel spannender - auch als sämtliche Diskussionen um E oder U - finde ich die folgenden Sätze von Nihil.

Nihil hat Folgendes geschrieben:


Und für mich ist das tatsächlich schon der erste Schritt in Richtung einer eigenständigen Literatur, das man nicht sich selbst durch seinen Text ausdrückt, sondern den Gegenstand, über den man schreibt. Das kann auch die eigene Geschichte sein. Aber man selbst ist dann Gegenstand. Man braucht Abstand für die Verschriftlichung, zumindest ein bisschen.


Das bringt die Problematik autobiographischen Schreibens schön auf den Punkt. Ich kämpfe schon seit zehn Jahren mit der Frage. wie groß der Abstand sein muss. Embarassed

LG
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a.no-nym
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BeitragVerfasst am: 05.02.2020 18:13    Titel: Antworten mit Zitat

@DLurie

Zu viel Abstand ist allerdings auch wieder nicht gut – wer weiß denn schon, ob am letzten Hemdchen überhaupt ein Tastaturanschluss dran ist Wink
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 05.02.2020 18:54    Titel: Antworten mit Zitat

@a

Ich fürchte unter dem letzten Hemdchen liegen nur noch Anschlüsse, die nicht Gutes mehr verheißen... Außerdem ist die Frage wie autobiographisch dann ohnehin irrelevant, weil man sich an nichts mehr erinnert.

Doch zurück zum Thema Verletzlichkeit, wenn es um die schriftstellerische Verarbeitung von Selbsterlebtem geht. Da ist das DSFO m.E. ein prima Desensibilisierungsprogramm!

LG
DLurie
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a.no-nym
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Beiträge: 382



BeitragVerfasst am: 05.02.2020 19:28    Titel: Antworten mit Zitat

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gold
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BeitragVerfasst am: 05.02.2020 20:16    Titel: Antworten mit Zitat

hobbes hat Folgendes geschrieben:
Ich fürchte, das Problem an diesem Faden könnte sein/werden, dass zwölf Themen durcheinander besprochen werden.
Außerdem - falls es so einen Faden noch mal geben sollte - wäre ich dafür, ihn erst komplett am Ende (in diesem Fall nach der Vergabe des Aufbruchpreises) zu "enthüllen."

a.no-nym hat Folgendes geschrieben:
Die andere Seite der Medaille ist (zumindest ausgerechnet hier im Forum), dass jeder Rezensent doch auch aus eigener Erfahrung ein lebhaftes Bewusstsein dafür haben dürfte, wie es sich (gerade bei einem sehr persönlichen Thema) anfühlt, die Kommentare zu lesen.

Wir haben ja schon das eine oder andere Mal über dieses Thema geschrieben, ohne uns wirklich einig zu werden. Und eventuell ist das Zitierte der Punkt, warum wir uns eben bisher noch nicht einigen konnten.
Schriebe mir nämlich beispielhaft jemand unter einen Text, er glaube mir den nicht, dann denke ich tatsächlich so etwas wie: Ja nun, dann glaubst du das halt nicht. Dein Problem, nicht meins.
Also naja, je nachdem, was für Argumente aufgeführt werden, eventuell doch mein Problem, weil der Text halt vielleicht wirklich totaler Bockmist ist.
Aber das macht nichts mit mir, ich bin dann nicht am Boden zerstört und ja nun, da mag halt jemand meinen Text nicht oder findet ihn doof oder hat ihn (vermeintlich) nicht kapiert oder denkt, das geht so aber gar nicht, obwohl es doch geht, oder, oder, oder.

Ich weiß doch, was mit meinem Text ist. Und dieses, ich weiß nicht, wie ich es nennen soll, diese innere Gewissheit über meinen Text, die ist bisher ziemlich unkaputtbar.
(ob das nun gut ist oder eher ignorant, keine Ahnung)



super! Smile


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gold
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BeitragVerfasst am: 05.02.2020 20:38    Titel: Antworten mit Zitat

DLurie hat Folgendes geschrieben:

Doch zurück zum Thema Verletzlichkeit, wenn es um die schriftstellerische Verarbeitung von Selbsterlebtem geht. Da ist das DSFO m.E. ein prima Desensibilisierungsprogramm!



 Daumen hoch


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BlueNote
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BeitragVerfasst am: 05.02.2020 20:52    Titel: Antworten mit Zitat

Diese E/U-Diskussion ist doch immer wieder schön!
Weil ...
es da oft recht intelligente statements zu lesen gibt und Autoren über ihr Schreiben nachdenken.
Für mich persönlich ist die Frage, was E-Literatur ist, sehr einfach zu beantworten und sonnenklar (ich hoffe, es fragt niemand danach). Für andere ist die Beantwortung aber offensichtlich ein Problem. Der beunruhigendste Satz, den ich in der aktuellen Auseinandersetzung glaube, gelesen zu haben, ist der, dass der Zehntausender Wettbewerb, das (fast) einzige Rückzugsgebiet für das vom Aussterben bedrohte E innerhalb des DSFos, der Genreliteratur geöffnet werden soll. Wir definieren uns unser E also selber, oder nennen das E, was wir gerade sowieso machen (Fäntäsy schreiben z.B.). Oder diskutieren so lange, bis sowieso keiner mehr weiß, wo hier das U und das E ist.

Spätestens dann, wenn der Fäntasy auch noch diese Ecke unterspült, wird klar, dass eine Idee zu Grabe getragen wurde. Die von anspruchsvoller Literatur im Gegensatz zur Unterhaltungslektüre nämlich.

Klar, anspruchsvolle Unterhaltungsliteratur gibt es auch. Die Grenzen sind nun mal fließend. Aber U-Lit ist nun mal im Genre verwurzelt, deswegen sollte Genre zumindest in diesem Wettbewerb gar nicht erst stattfinden.

Ist doch ganz einfach, oder?
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Rübenach
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Beiträge: 2476



BeitragVerfasst am: 05.02.2020 21:20    Titel: Antworten mit Zitat

BlueNote hat Folgendes geschrieben:

Spätestens dann, wenn der Fäntasy auch noch diese Ecke unterspült, wird klar, dass eine Idee zu Grabe getragen wurde. Die von anspruchsvoller Literatur im Gegensatz zur Unterhaltungslektüre nämlich.

Klar, anspruchsvolle Unterhaltungsliteratur gibt es auch. Die Grenzen sind nun mal fließend. Aber U-Lit ist nun mal im Genre verwurzelt, deswegen sollte Genre zumindest in diesem Wettbewerb gar nicht erst stattfinden.

Ist doch ganz einfach, oder?


Ich gebe dir zwar völlig recht, weiß aber nicht, was genau du ausdrücken willst. Wer fordert/fördert denn Genre-Literatur für den Wettbewerb?

Allerdings, nicht alles, wo Mittelalter draufsteht, ist Historie und nur weil der Protagonist einen Mordfall löst, muss es sich nicht um einen Kriminalroman handeln. Umberto Ecos Name der Rose gehört doch unbestritten zur sogenannten E-Literatur.


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a.no-nym
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BeitragVerfasst am: 05.02.2020 21:21    Titel: Antworten mit Zitat

BlueNote hat Folgendes geschrieben:
Für mich persönlich ist die Frage, was E-Literatur ist, sehr einfach zu beantworten und sonnenklar (ich hoffe, es fragt niemand danach).


Question
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Literättin
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BeitragVerfasst am: 06.02.2020 07:17    Titel: Antworten mit Zitat

Oder so: Aus E Phantastik mach U Fantasy, in dem du den Herrn der Ringe verfilmst.

(P.S. und ich wollte hier eigentlich auch noch was Schlaues zur Unterscheidung von E und U aus der Perspektive der Entstehung derselben schreiben, um noch mal darauf zurückzukommen, was mit den Göttern und den Götzen war, habe aber gerade den Faden verloren (einfach noch zu früh am Morgen).


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Christ wird nicht derjenige, der meint, dass "es Gott gibt", sondern derjenige, der begonnen hat zu glauben, dass Gott die Liebe ist.
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Im günstigsten Fall führt literarisches Schreiben und lesen zu Erkenntnis.
- Marlene Streeruwitz - (Danke Rübenach für diesen Tipp.)
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a.no-nym
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BeitragVerfasst am: 06.02.2020 11:13    Titel: Antworten mit Zitat

Literättin hat Folgendes geschrieben:
und ich wollte hier eigentlich auch noch was Schlaues zur Unterscheidung von E und U aus der Perspektive der Entstehung derselben schreiben, um noch mal darauf zurückzukommen, was mit den Göttern und den Götzen war


Auf die Sache mit den Göttern und den Götzen (wusste gar nicht, dass die auch in Sachen EU auch mitreden dürfen) bin ich genauso gespannt wie auf BlueNotes persönliche Efinition.
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gold
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BeitragVerfasst am: 06.02.2020 11:53    Titel: Antworten mit Zitat

Die existenznotwendige Funktion des U für das E: Die Rundungen des U begradigt, besteht das E aus zwei U. Noch Fragen?

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a.no-nym
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Beiträge: 382



BeitragVerfasst am: 06.02.2020 12:00    Titel: Antworten mit Zitat

gold hat Folgendes geschrieben:
Die existenznotwendige Funktion des U für das E: Die Rundungen des U begradigt, besteht das E aus zwei U.


Also, wenn ich die Rundungen von zwei Us begradige, kommt ungefähr das hier raus: I_I_I     Ein Käfer, der hilflos auf dem Rücken liegt und mit den Beinchen bedeutungsvoll in höhere Sphären weist (also schon ganz nah dran an E ?).

Aaaber:

Fundamental für die Erzeugung von echtem E scheint doch zu sein, dass die Us

möglichst quer liegen (das haben wir ja schon geahnt)

gestapelt sein müssen (was ja noch gehen würde) und

nach rechts offen (damit bin ich raus).
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