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Urushi Maru


 
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Schlomo
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 63
Beiträge: 173
Wohnort: Waldperlach


BeitragVerfasst am: 10.01.2020 19:00    Titel: Urushi Maru eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Urushi Maru

Kūkan: «Eng.»
Jikan: «Ja.»
Sie hatten lange trainiert um die Platzangst zu überwinden.

Kūkan: «Wir sollten längst angekommen sein.»
Jikan: «Nach genau einer Planckzeit.»
So lange dauert ein Sprung.

Kūkan: «Es scheint kein Außen zu geben.»
Jikan: «Für uns dürfte keine Zeit vergehen.»
Der zeitlose Gang durch den Plancktunnel kannte keine Metrik.

Kūkan: «Nur die Kapsel und wir existieren.»
Jikan: «Und wir erleben die Zeit in der Kapsel.»
Kein Experiment hatte Raum oder Zeit im Plancktunnel beobachtet.

Kūkan: «Der Planckmotivator muss zerbrochen sein.»
Jikan: «Im Universum vergeht die Zeit. Hier muss sie stillstehen.»
5,9 Jahre in einer Planckzeit.

Kūkan: «Wir müssen längst an Barnards Stern vorbei sein.»
Jikan: «Im Universum müssen 10 hoch 43 Jahre vergangen sein.»
Mehr. Denn sie hatten den Plancktunnel vor mehreren Minuten betreten.

Kūkan: «Wir sollten den Planckmotivator reparieren.»
Jikan: «Trotzdem können wir nie in unsere Zeit zurück.»
Die Vergangenheit verschwindet, wenn man sie verlässt.

Kūkan: «Wo wir wohl sein werden, wenn wir heraus kommen?»
Jikan: «Wann wir wohl sein werden ...»
In einer Plancklänge 5,9 Lichtjahre weiter, in jeder Planckzeit 5,9 Jahre.

Kūkan: «Ob es noch Sterne gibt? Da draußen.»
Jikan: «Ob die Zeit noch weiter läuft? Im Nichts.»
Das wusste die Physik noch nicht.

Kūkan: «Ich schnalle mich los und sehe nach.»
Jikan: «Willst du die Luke öffnen?»
Noch nie hatte jemand in einen Plancktunnel geschaut. Zu wenig Zeit.

Kūkan: «Ich steige aus und gehe noch hinten.»
Jikan: «Wie wohl die Zeit außen vergeht?»
In einem Plancktunnel existiert kein Innen und keine Zeit.

Kūkan: (Öffnet die Luke) «Man sieht nichts.»
Jikan: «Wirf etwas hinaus.»
Er wirft einen Kugelschreiber hinaus. Er verschwindet.

Kūkan: «Vielleicht sollte ich besser nicht aussteigen.»
Jikan: «Vielleicht geht dem Planckmotivator irgend wann der Strom aus.»
Abschalten konnte man ihn auch nicht. Wer sollte innerhalb einer Planckzeit einen Schalter betätigen?

Kūkan: «Die Ladung hatte für genau einen Sprung gereicht.»
Jikan: «Nach einer Planckzeit ist der Sprung zu Ende.»
Es existierte keine Möglichkeit, einen Plancktunnel länger als eine Planckzeit aufzubauen.

Kūkan: «Warten wir einfach eine Weile.»
Jikan: «Vielleicht entsteht irgend wann ein neues Universum...»
Auch darüber sagt die Physik nichts aus.

Kūkan: «Vielleicht existiert das Universum gar nicht.»
Jikan: «Vielleicht gab es unsere Vergangenheit nie.»
Schweigen.

Kūkan: «Aber woher kommt dann unsere Kapsel?»
Jikan: «Woher kommen wir?»
Wenn nur der Moment existiert, benötigt man dann noch eine Vergangenheit?

Kūkan: «Kausalität. Es muss eine Ursache für unsere Existenz geben.»
Jikan: «Kausalität funktioniert nur, wenn es eine beweisbare Vergangenheit gibt.»
Wie kann eine Vergangenheit beweisbar sein, wenn in ihr die Ursache der Wirkung versteckt ist, die Kausalität aufspannt. Ohne Kausalität keine beweisbare Vergangenheit, ohne beweisbare Vergangenheit keine Kausalität.

Kūkan: «Sicher ist nur, dass wir existieren, und dass es Raum in der Kapsel gibt.»
Jikan: «Und dass Zeit in der Kapsel vergeht, die wir erleben.»
Penroses chinesische Turnhalle scheint das zu bestätigen, sagt aber nichts über die absolute Geschwindigkeit der Zeit aus.

Kūkan: «Vielleicht existiert keine Kausalität und wir bilden uns unsere Existenz nur ein.»
Jikan: «Dann wäre unsere Erinnerung an eine Vergangenheit eine Projektion unserer Vorstellung von Kausalität.»
Wobei dieser Gedanke Zeit benötigte, die Gegenwart also kein Punkt, sondern ein Intervall ist.

Kūkan: «Dann wäre Kausalität beweisbar. Sie folgt der Logik.»
Jikan: «Wenn die Kausalität der Logik folgt, hat der Sprung nur eine Planckzeit gedauert.»
Wobei der Planckmotivator auf eine Art ausgefallen sein kann, von der die Physik noch nichts weiß.

Kūkan: «Vielleicht träumen wir das alles nur.»
Jikan: «Dann wäre einer von uns eine Figur im Traum des anderen.»
Es würde also nur einer oder eine existieren.

Kūkan: «Da ich meine Existenz erlebe, bin ich der Träumer.»
Jikan: «Da ich meine Existenz erlebe, bin ich die Träumerin.»
Eine argumentative Schleife.

Kūkan: «Ich könnte jetzt argumentieren, dass ich Träume, dass du denkst, ich wäre eine Figur in deinem Traum.»
Jikan: «Das würde zu nichts führen.»
Eine der Grenzen der Beweisbarkeit.

Kūkan: «Stellen wir uns auf den naiv-pragmatischen Standpunkt.»
Jikan: «Gut. Der lautet: Was können wir tun, um unsere Situation zu verbessern?»
Eine verbreitete Methode ein Problem zu lösen, in dem man es ignoriert.

Kūkan: «Einigen wir uns darauf, dass wir in einer Kapsel in einem Plancktunnel feststecken.»
Jikan: «Unabhängig davon, ob einer von uns das alles träumt, oder ein Boltzmanngehirn ist.»
Pragmatische Standpunkte kommen oft ohne besonders viel Theorie aus.

Kūkan: «Und einigen wir uns darauf, dass wir die Ursache für das Problem nicht kennen.»
Jikan: «In Frage stellen sollten wir, ob wir wirklich in einem Plancktunnel feststecken.»
Nicht sicher bewiesene Annahmen können falsch sein.

Kūkan: «Aber dass wir in der Kapsel sitzen, ist sicher.»
Jikan: «Stimmt. Sie könnte aber noch immer in der Abschussvorrichtung hängen.»
Unbewiesene Annahmen zu hinterfragen kann eine Lösungsstrategie sein.

Kūkan: «Vielleicht ein psychologischer Test?»
Jikan: «Capcom will untersuchen, wie wir auf Unerwartetes reagieren? Rufen wir sie per Funk.»
Die Sherlock Holmes Methode fordert, alles Erwartbare zu falsifizieren, und dann das Unerwartete als richtig zu akzeptieren.

Kūkan: (Ruft über Funk Capcom) «Es hat sich niemand gemeldet.»
Jikan: «Zwei Mögliche Gründe: Entweder sie wollen uns noch weiter untersuchen, oder die Hypothese ist falsch.»
Das Eindeutigkeitsproblem. Es zu lösen erfordert ein Experiment, das Teile der möglichen Antworten ausschließt.

Kūkan: «Vielleicht sind wir bei Barnards Stern angekommen und stecken in irgend etwas fest?»
Jikan: «Wieso ist dann der Kugelschreiber verschwunden?»
Es empfiehlt sich, Experimente immer im Vorfeld gründlich zu planen und eine Liste möglicher Ergebnisse aufzustellen.

Kūkan: «Wir können das Experiment wiederholen und etwas an eine Schnur binden, bevor wir es hinaus werfen, damit wir es wieder herein ziehen können»
Jikan: «Wir haben keine Schnur.»
Manchmal hilft es, in der Planung ein Experiment so lange zu modifizieren, bis man es mit den vorhandenen Mitteln durchführen kann.

Kūkan: «Ich halte einen anderen Kugelschreiber ein Stück weit hinaus und ziehe ihn dann wieder herein.»
Jikan: «Pass aber auf, dass du den Handschuh nicht auch hinaus hältst.»
Immer an die Sicherheit des Experimentators denken.

Kūkan: (Führt das Experiment durch) «Der Teil des Kugelschreibers, den ich hinaus gehalten habe, ist verschwunden.»
Jikan: «Hast du irgend etwas gespürt? Einen Zug, einen Widerstand?»
Messdaten erfassen.

Kūkan: «Nein. Überhaupt nichts.»
Jikan: «-»
Schweigen.

Kūkan: «Jetzt gehen mir die Ideen aus.»
Jikan: «Mir fällt im Moment auch nichts ein.»
Weiteres Schweigen.

Kūkan: «Manchmal hilft Ablenkung. Das bringt oft neue Ideen.»
Jikan: «Überprüfen wir die Kapsel.»
Ein bewährtes Verfahren.

Kūkan: «Alle Funktionen normal. Auch der Planckmotivator sendet normale Werte.»
Jikan: «Wir haben Sauerstoff, Wasser und Nahrung für 11 Tage.»
Schweigen.

Kūkan: «Ist unbekanntest die Steigerung von unbekannt?»
Jikan: «Wieso fragst du? Etwa, weil das die unbekannteste Situation ist, in der wir jemals waren?»
Was macht man, wenn man keine Ideen mehr hat? Man plappert.

Kūkan: «Ja. Jetzt bleibt uns nur noch zu warten. Aber warten liegt mir nicht.»
Jikan: «Worauf sollten wir den warten?»
Übliche Strategie, wenn man sich nicht selbst helfen kann.

Kūkan: «Vielleicht ist bereits eine Rettungsaktion gestartet worden.»
Jikan: «Kann mir nicht vorstellen, wie das gehen sollte.»
Wenn man selbst nicht weiß, wo man gestrandet ist, wissen es “die anderen” vermutlich auch nicht.

Kūkan: «Wir könnten den Sender ein automatisches SOS Signal senden lassen.»
Jikan: «Besser als gar nichts zu machen.»
Manchmal sind die einfachsten Ideen die besten. Meistens jedoch nicht.

Kūkan: «Und nun?»
Jikan: «Tja.»
Das nennt man: Mit seinem Latein am Ende sein.

Kūkan: «Ein paar Tage haben wir noch.»
Jikan: «Du meinst, wir werden die drei Phasen erleben?»

Kūkan: «Ja. Willst du heulen?»
Jikan: «Liegt mir nicht. Willst du toben?»

Kūkan: «Passt nicht zu mir. Willst du es schicksalsergeben hinnehmen?»
Jikan: «Schicksalsergeben war ich noch nie.»

Kūkan: «Dann weiß ich, was wir machen!»
Jikan: «In der engen Kapsel?»

Kūkan: «Nein, das doch nicht. Ich hab ein -»
Jikan: «- Magnetschach dabei!»

Kūkan: «Hat doch was. Schach spielend auf das Ende des Universums warten.»
Jikan: «Fragt sich nur, was zuerst kommt: Das Ende des Universums oder das Ende des Sauerstoffs.»

Kūkan: «Vielleicht dehnt sich das Universum auch unendlich weiter aus.»
Jikan: «Vielleicht endet die Zeit nie.»

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schreiberlinga
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 81



BeitragVerfasst am: 21.01.2020 12:52    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe die Wettbewerbstexte in der Regel nur einmal durchgelesen. Mein Kommentar darunter ist also eine ziemlich spontane Reaktion. Ich hoffe, dass du trotzdem - oder gerade deswegen - von meinem ersten Eindruck profitierst.

Eine originelle Idee. Angenehm zu lesen (Dialog mit kurzen Sätzen, viele Absätze) aber nicht leicht verständlich. Interessante Phrasen dabei. Ich wünsche, ich wüsste mehr über Kūkan und Jikan.
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V.K.B.
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

Alter: 47
Beiträge: 2269
Wohnort: Diaspora
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 21.01.2020 20:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,
vorweg ein paar spontane Lesegedanken:

Zitat:
Urushi Maru
Damn, schon gleich ärgere ich mich, dass ich diesen Titel nicht aussprechen kann (scheitere immer an der korrekten Aussprache von る bzw der kompletten r-Reihe).

Zitat:
Kūkan: «Eng.»
Jikan: «Ja.»
Ein Dialog zwischen 空間 (Raum) und 時間 (Zeit) (und interessant, dass beide mit 間 (Raum) geschrieben werden, dort ist die Verwandtschaft in der Sprachdimension schon enthalten), das wird bestimmt E! Hoffe ich mal, ist schon einiges bei mir aus der Wertung gefallen.

Zitat:
Sie hatten lange trainiert um die Platzangst zu überwinden.
Oh, gleich ein Fehler? Durch das "eng?" gehe ich davon aus, dass du Raumangst und nicht Platzangst meinst. Und vom Konzept passt 間-Angst (zu wenig statt zu viel) doch auch viel besser hinein.

Zitat:
Jikan: «Im Universum vergeht die Zeit. Hier muss sie stillstehen.»
5,9 Jahre in einer Planckzeit.
Das ergibt für mich keinen Sinn. Was denn nur, Stillstand (deltaT=0) oder 5,9 Jahre im inneren (während außen eine minimale Zeiteinheit verstreicht)? Und wenn die Zeit stillstehen würde, könnten sie sich gar nicht unterhalten.

Zitat:
Wir müssen längst an Barnards Stern vorbei sein
Dessen Entfernung zu Erde ca 5,9 Lichtjahre beträgt, also bewegen 空間 und 時間 sich mit annähernder Lichtgeschwindigkeit. Alter Schwede, du setzt hier aber einiges vom Leser voraus …

Zitat:
Wer sollte innerhalb einer Planckzeit einen Schalter betätigen?
Der muss also außen liegen.

Zitat:
Penroses chinesische Turnhalle scheint das zu bestätigen, sagt aber nichts über die absolute Geschwindigkeit der Zeit aus.
Wie viel soll ich hier eigentlich noch googlen? Das findet man ja nicht mal. Laughing
Eine Verballhornung des Konzepts des Chinesischen Zimmers in Bezug auf Roger Penrose? Sorry, ich werde jetzt nicht extra Physik studieren, um deine Witze komplett zu verstehen.

Zitat:
Eine der Grenzen der Beweisbarkeit.
Geschenkt

Zitat:
Eine verbreitete Methode ein Problem zu lösen, in dem man es ignoriert.
Bisschen auf Zusammenschreibung achten. Bei "irgend wann" hatte ich noch angenommen, das sei Absicht, aber hier macht diese Vermutung keinen Sinn mehr.

Zitat:
oder ein Boltzmanngehirn ist
anthropisches Prinzip ausgeklammert und Roger Penroses Wahrscheinlichkeitsrechnungen geglaubt, halte ich es im Moment trotzdem für sehr viel wahrscheinlicher, dass ich nur der Traum einer bekifften Bergziege in den Alpen bin. Denn das würde erklären, warum ich mir die Mühe mache, soviel über diesen Text nachzudenken und ihn tatsächlich zu verstehen versuche.

Zitat:
Pragmatische Standpunkte kommen oft ohne besonders viel Theorie aus.
Ja, aber nur unter der Voraussetzung, dass man einen Bruchteil der hier verwendeten Begriffe kennt oder auch überhaupt nur einordnen kann (für die erfundenen).

Zitat:
  Nicht sicher bewiesene Annahmen können falsch sein.
Binsenweisheit

Zitat:
Jikan: «Zwei Mögliche Gründe: Entweder sie wollen uns noch weiter untersuchen, oder die Hypothese ist falsch.»
Oder sie existieren gar nicht, schließlich ist nichts außerhalb des Tunnels bewiesen.

Zitat:
  Jikan: «Mir fällt im Moment auch nichts ein.»
Mir aber: /dev/null auf dem Capcom-Server. Oder ein Angriff von SNK auf diesen.

Zitat:
Ein bewährtes Verfahren.
Deine Anmerkungen werden zunehmend redundanter, bzw fast tautologisch. Aber da muss man wenigstens nicht googeln.

Zitat:
Kūkan: «Ist unbekanntest die Steigerung von unbekannt?»
Ach verdammt, du meinst das mal grammatikalisch. Du hast mich mit deinem Text schon so weit gekriegt, dass ich erst mal an Differenzialrechnung gedacht habe und mich gefragt, warum "unbekanntest" die Ableitung von – Hölle und Giftzahn, da steht Steigerung und nicht Steigung. You're panicking my kernel! Und nein, das ist nicht die Steigerung, sondern der Superlativ.

Zitat:
Etwa, weil das die unbekannteste Situation ist, in der wir jemals waren?»
Wieso, ist doch gar nicht beweisbar. "waren" impliziert Existenz in der Vergangenheit, die bereits erfolgreich in Frage gestellt wurde und beim Boltzmann-Gehirn eh keine Rolle spielt. [Hast du jetzt davon, ich schmeiß logische Fork-Bombs zurück. Damit nicht nur ich heute Nacht wieder quantenphysischen Bullshit träume! Razz Sofern der Traum einer Kanoder-Brunnel-Bergziege träumen kann]

Zitat:
Was macht man, wenn man keine Ideen mehr hat? Man plappert.
Langsam fange ich an, das auch auf deinen Text zu beziehen … nee, lass mich raten, das ist die Umsetzung des Kintsugi-Konzepts auf Metaebene?

Zitat:
Das nennt man: Mit seinem Latein am Ende sein.
irgendwie wird dein Text gerade exponentiell trivialer.

Zitat:
Jikan: «Vielleicht endet die Zeit nie.»
Hab ich bei dem Text auch schon gedacht. Uff, endlich durch.

So, was mach ich jetzt daraus? Planck-Motivatoren nutze ich nicht, sind mir zu metastachelig, und meinem Munroe-Motivator sind mittlerweile bestimmt schon die zehnhundert Wörter ausgegangen. Ganz ehrlich, ist das ein Text, der in diesen Wettbewerb gehört? Oder eher in eine Humor-Kolumne für Leute mit abgeschlossenem Physikstudium?  

Suchen wir doch mal nach den Vorgaben:

- Vergangenheit ist ein fremdes Land
Check (wobei eher ein fremder Hilbert-Raum hier).

- E
Ja, ganze 1045 mal. Oder mc². Oder die Summe von x Fakultät hoch -1 für x von 0 bis unendlich. Such dir was aus.

- Kintsugi-Konzept
Hmmm??? Ein japanischer Kapseltitel und zwei Personifizierungen physikalischer Größen (auf Japanisch), die als Figuren herhalten müssen (und in ihren Aussagen meist doch nur bleiben, was sie sind), machen noch keine zur Goldlinienkunst hochstilisierten Brüche.

Die Brüche sind höchstens logisch, wäre ich eine KI und kein Bergziegentraum, wäre ich mit Sicherheit beim Lesen abgestürzt. Also, als philosophische Malware disqualifizieren? Den Autor bei Rokos Basilisken anschwärzen, sobald der Name offengelegt ist? Meiner Bergziege in den Hintern treten, damit sie aufwacht, um das zu verhindern? Doch lieber Punkte geben?
Nein, ich weiß, was angemessen ist: Wir fragen Kurt Gödel! Und der antwortet dann mit:(hast du doch sicherlich schon selbst erraten)

KERNEL PANIC!

REBOOTING SIMULATION INTO SAFE-MODE …


LOADING BINARY LOGIC MODULE… DONE
DEACTIVATING ETHICS CORE … DONE
RESTORING PLAYLIST … DONE
RESUMING PLAYBACK: its_a_sin.mp3


Da diese Geschichte sich immerhin traut, die bekannten Wege zu verlassen und eine ungewöhnliche Erzählstruktur bemüht, was das fundamental wichtigste Kriterium des Wettbewerbs ist, müsste sie als hier qualifiziert folgerichtig im grünen Bereich landen. Tatsächlich landet sie aber eher im Bereich zwischen gelb und blau, der nicht grün ist (imaginäre Farbe). Kriegt deshalb aber trotzdem Punkte.

At school they taught me how to be
so pure in thought and word and deed
They didn't quite succeed,

eine träumende Bergziege mit in der Simulation persistent gemachtem Boltzmann-GehirnVeith (Quoting a Pet Shop Boys Song, bevor noch jemand behauptet, ich wollte diese Lyrics usurpieren. Aber das muss ich wohl nicht dazu sagen, hier ist ja niemand doof.)

PS: Hat Spaß gemacht, sich mit deinem Text auseinanderzusetzen, auch wenn es zum Ende hin etwas "alt" wurde.

Abschließend, nach ewigem einigem hin und her Überlegen, wüsteste Flüche über den Wettbewerb ausstoßen, Tischkanten zerbeißen und das gesamte Dictionnaire Infernal rauf und runterbeschwören, landet deine Geschichte im imaginärfarbenen Bereich und erfüllt damit die Anforderungen an den Wettbewerb, wie ich sie momentan verstehe, durch geschicktes Hineintunneln. Sie landet auf Platz 5i meiner Top Ten und erhält damit 6i Punkte. Und da es im Fundamentalismus keine Imagination gibt, ist das alles real.


_________________
Warning: Cthulhu may occasionally scare people …
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Kiara
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BeitragVerfasst am: 22.01.2020 21:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Der erste Eindruck des Textes meinerseits, rein subjektiv natürlich, bitte nicht überbewerten.

Das ist mal etwas gänzlich anderes - danke! Das Lesen ist interessant. Also, wirklich, nicht nett im Sinne von sch...

Die dritte Zeile, die wohl den auktorialen Erzähler darstellt, passt manchmal super, manchmal finde ich sie blöd, ganz lapidar ausgedrückt. Die Idee, die hier aufgegriffen wird, hat etwas als Erzählung an sich, aber irgendwie reißt es mich auch nicht vom Hocker.

Allerdings ist es eine unkonventionelle Erzählweise, die du hier durchziehst. Sie ist interessant. Sie kommt nur irgendwie nicht richtig bei mir an. Vielleicht, weil die beiden in der Situation alleine sind, aber jemand den gedanklichen Senf dazu gibt, der zwar von beiden kommen könnte, aber irgendwie auch wieder nicht. Schwierig.
Es tut mir leid, dass ich hier nicht mehr ins Detail gehen kann. Mir fällt kein weiterer Beitrag ein, der es wert ist, geschrieben zu werden, von daher -

Für Punkte reicht es (jedenfalls bei mir) nicht, da mir der Text zu wenig "gegeben" hat.

Gute Stelle: "Kūkan: «Dann weiß ich, was wir machen!»
Jikan: «In der engen Kapsel?»"

Liebe Grüße


_________________
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Literättin
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BeitragVerfasst am: 23.01.2020 07:24    Titel: Antworten mit Zitat

Vorneweg: wenn ich einen Text kritisiere, beschreibe ich in erster Linie, was vom Text bei mir ankommt und was es auslöst. Sollten dabei auch einmal harte Worte fallen, so sind es dennoch beschreibende, nicht verurteilende, hämische oder verachtende. Ich kritisiere nicht in satter Selbstzufriedenheit. Immerhin sind mir selbst schon Texte aus der Feder geflossen, die daneben gingen. Und das sind zunächst einmal die meisten meiner Texte oder Texte-im-Entstehen.

                                                                                *




Das ist ein Text so vollkommen von jedem Fetzen Fleisch befreit, dass er auf mich wie Gräte wirkt. Und so völlig steril, dass er mir unheimlich ist. Da reisen zwei in einer Kapsel durch zeitlosen und durch leeren Raum. In diesem Gespräch existiert wiederum kein Leben. Es ist ein fleischloses Fragen und Hinterfragen, das mich frösteln lässt und ich gebe zu, ich schaffe es nicht, diesen Text bis zum Ende zu lesen.

Mir scheint, er scheitert an einer unstimmigen Überlänge. Ich vermute auch, mir entgeht dadurch Wesentliches.

Aber ich denke, dieser Text ist für eine solche Länge ungeeignet und scheitert letztlich daran, dass im Zehntausender eben jedemenge Zeichen gefordert sind.

Wäre er kürzer, hätte er in seiner Frostigkeit durchaus einen großen Reiz für mich und ich würde mich gerne und öfter damit befassen, den philosophischen Gedanken folgen, die für mich in dieser Massierung allerdings etwas sinnlos und eitles bekommen. Was mich - wie gesagt - frösteln lässt. Es entsteht ein Gefühl von Verlorenheit und ich verflüchtige mich, gehe dem Text als Leser verloren.

Idee und Form könnten auf spannende Inhalte verweisen, ich finde aber nur ausgewalztes Ungefähres und das recht ausufernd.

Und ich versuche noch einmal mich drauf einzulassen, muss aber feststellen, dass keine der Überlegungen oder der bemüht eingestreuten "Spannungsmomente" bei mir verfangen. Er gibt mir einfach nichts, dieser Text. Er wirkt auf mich, als solle er eine intellektuelle Herausforderung darstellen, aber bei mir kommt nichts an. So experimentell er gebaut ist, so zweidimensional bleibt er mir im Gedächtnis: als Formexperiment mit philosophischem Anstrich.


_________________
when I cannot sing my heart
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- John Lennon -

Christ wird nicht derjenige, der meint, dass "es Gott gibt", sondern derjenige, der begonnen hat zu glauben, dass Gott die Liebe ist.
- Tomás Halík -

Im günstigsten Fall führt literarisches Schreiben und lesen zu Erkenntnis.
- Marlene Streeruwitz - (Danke Rübenach für diesen Tipp.)
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hobbes
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BeitragVerfasst am: 23.01.2020 10:15    Titel: Antworten mit Zitat

Au weia. Das ist ein Text, durch den ich mich durchquälen muss. Da ist zum einen die Situation. Raumfahrt (oder na ja, halt irgendwas in die Richtung). Interessiert mich dummerweise überhaupt nicht. Dann geht das alles über den Kopf, da wird einzig mein Verstand angesprochen und so funktionieren Geschichten für mich nicht. Eine dieser "Fragen" würde mir vermutlich für die ganze Geschichte reichen. Stattdessen werde ich mit ihnen bombardiert und spätestens nach der dritten will ich nur noch weg.
Dabei hat das durchaus Witz zwischendurch und vor allem muss es eine Heidenarbeit gewesen sein, aber mei. Es ist leider überhaupt nicht meins.

...

Ja, da wunderst du dich jetzt vermutlich. Dass du mit so einem Kommentar trotzdem noch einen Punkt bekommst. Tja nun. Der ist für die Experimentierfreude smile
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traumLos
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BeitragVerfasst am: 25.01.2020 12:06    Titel: Antworten mit Zitat

Philosophie im Plancktunnel. Etwas erinnert an 2001 und auch an Perry Rhodan. Lem? Also mit großem Genuss gelesen. Leider sind die Hinweise auf Genre zu deutlich.

0 Punkte.


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Meine Beiträge geben nur meine Meinung wieder. Jede Einbeziehung realer oder fiktiver Personen wäre nur ein Angebot. Zwinkersmiley
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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 25.01.2020 21:29    Titel: Antworten mit Zitat

Genreverdacht: Science Fiction?

Wiewohl der Text mit seiner Zeilengliederung experimentell aussieht, und einige Philosophische Fragen zu stellen scheint, bin ich nicht von ihm überzeugt.
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MoL
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Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 26.01.2020 09:30    Titel: Antworten mit Zitat

Wahnsinn, lieber Inko (Veith?), was für ein Text!

Unfassbar gut, ganz unglaublich gut! Hat mich trotz ungewohnter Form sofort in sich hinein gesaugt. Du packst und bündelst ein halbes Physik-Philosophiestudium in 10.000 Zeichen und erzeugst dabei mehr Spannung, als in einem Weltraum-Film.

Sollte ich bepunkten, wird da eine Menge auf diesen Text abfallen! Ganz, ganz klasse! Auch die Umsetzung des Konzepts! Ganz ganz großartig! Daumen hoch²


_________________
"Hexenherz - Eisiger Zorn", acabus Verlag, Februar 2017.
"Die große acabus-Jubiläumsanthologie", acabus Verlag, Oktober 2018.
"Hexenherz - Glühender Hass", acabus Verlag, Januar 2019.
NEU - NEU - NEU:
"Die Tote in der Tränenburg", Alea Libris, 31. Oktober 2019.
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Babella
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 57
Beiträge: 695

Das goldene Aufbruchstück Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 26.01.2020 09:33    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Dialog, irgendwo im Universum, ein Kommentar aus dem Off. Irgendwie geht es um Vergangenheit, ja.

Es ist so gar nicht meins. Die Form finde ich total ermüdend, was auch an den kurzen Sätzen und Versatzstücken liegen mag, wodurch alles etwas abgehackt wird; den Inhalt empfinde ich als aufdringlich; da hockt ein oberlehrerhafter Erklärbär im Hintergrund, damit man auch ja mitbekommt, worum es geht.

Ich kann nicht mit diesem Text.
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silke-k-weiler
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 45
Beiträge: 237



BeitragVerfasst am: 27.01.2020 10:50    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Text,

von mir gab es keine Punkte, weil zwar die Grundvorgaben passen (ich meine: wie begrenzter kann ein Raum sein als in einer Kapsel), aber das ganze Drumherum mit Planck-Zeit, philosophischem Ankratzen von Fragen nach der Natur der Zeit, der menschlichen Existenz usw. ist mir zu vage, um das vorgegebene Thema umzusetzen. Und waren es nicht vier Phasen? Dafür weiß ich jetzt, was ein Boltzmann-Gehirn ist.

Herzlichst,
Silke
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Catalina
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Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 28.01.2020 09:17    Titel: Antworten mit Zitat

Zwei Japaner gefangen in einer Kapsel inmitten einer Reise durch Zeit und Raum. Sie sind nicht wie erwartet innerhalb einer Planck-Zeit bei Barnards Stern angekommen und haben jetzt keine Ahnung, wo, wann und ob sie sind.

Dein Text gefällt mir wirklich sehr gut. Spontan hatte ich das gute, alte Tele-Kolleg aus dem Dritten damals im Kopf: zwei Schauspieler, die sehr langsam etwas taten, eine Stimme aus dem Off kommentiert, um dem Zuschauer etwas beizubringen. Diese Assoziation macht Deine Geschichte herrlich schräg. Sie wirkt auf mich wie eine Kombination aus Slapstick, Drama, Lehrbuch und Philosophie. Die Off-Stimme verschwindet gegen Ende, ihr letzter Satz "Das nennt man: Mit seinem Latein am Ende sein." Wirklich gut!

Hier ist nicht nur die Vergangenheit ein fremdes Land (und steht im Zweifel, überhaupt zu existieren), sondern auch die Zukunft und die Gegenwart. Sehr schön! Und das "zwei Menschen in einem Raum" wurde hier an die höchstmögliche Spitze getrieben: zwei Menschen in einem eigenen Raum-Zeit-Kontinuum.

Ach, und dieses Kintsugi. Wo könnte ich das finden? Die ganze Geschichte besteht aus dem Versuch, etwas zu "kitten", zusammenzufügen. Kintsugi ist sogar im Titel. Und trotzdem kann ich es nicht so richtig fassen. Was genau ist der Goldlack und wo liegt die Wertsteigerung? Die Kapsel hei0t zumindest wie ein Lack (Urushi).

Mein Lieblingssatz: Die Vergangenheit schwindet, wenn man sie verlässt.

Der trockene Stil hat etwas Skurriles, was mir sehr gefällt. Er verhindert aber auch, dass ich ein Gefühl dafür bekomme, was es wirklich heißen würde, an unbekannter Zeit in unbekanntem Raum an unbekanntem Ort zu sein. Ich überlege schon die ganze Zeit, ob man das zusammenbekommen hätte - weiß es aber nicht.

Auch sehr schön Jikan und Kukan, japanisch für Zeit und Raum.

Wenn ich nun Idee, Form, Originalität der Umsetzung und Stil zusammennehme, dann ist Dein Text eigentlich unter meinen Top 3.  Allerdings sehe ich das Kintsugi nicht so wirklich umgesetzt. Ich habe es wirklich versucht (bis hin zum Riss in der Raumzeit, aber dann haperte es am Gold).

---

Letztendlich haben es dann doch nur ein oder zwei Texte geschafft, an Deinem vorbeizurutschen, weil ich die Vorgaben deutlicher umgesetzt sah. Alles andere hätte ich nicht rechtfertigen können. Bei der Experimentierfreude stichst Du klar hervor, die Umsetzung mit der Vergangenheit ist einfach genial, genauso wie die Definition Deines Raumes. Platz 4.

V
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Michel
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Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 28.01.2020 13:55    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist mal ein Text! Ein Gleichnis? Ein illustriertes Lehrbuch der Quantentheorie? Eine besondere Ausdrucksform japanischer Kultur, die vage verwandt ist mit Kintsugi? Hm. Auf jeden Fall ein Text, der beschäftigt – spannenderweise bei gleichzeitig sehr klarer Sprache. Das mag ich sehr.
Ist es Genre? Science-Fiction? Womöglich Hard Science-Fiction? Wenn ja, dann am ehesten in Stanisław Lems Sektor und damit mehr E als U.
Einheit des Raums und der Zeit? Hier dekonstruiert der Text unsere Begriffe davon. Wenn ich nur die Szene betrachte: Die beiden unterhalten sich offenbar innerhalb eines definierten Raums – eine Kapsel? Ein Tunnel?
Unterhaltung? Ja, stark schematisiert, aber ganz klar zwei Personen.
Fazit: Kommt drauf an. Cool


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Ab November 2019 im Handel: "Shevon", erster Band der Flüchtlings-Chroniken
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Kojote
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BeitragVerfasst am: 28.01.2020 14:22    Titel: Antworten mit Zitat

Darf ich ehrlich sein? Am Anfang des Textes habe ich mir gedacht: What the heck?

Und bis zum Ende blieb das auch so. Sorry.

Mag sein, dass dies ein ganz tolles Kunstwerk ist, das nur zu anspruchsvoll ist, von mir verstanden zu werden. Aber eben deshalb traue ich mich nicht über die Brücke, auf den Sinn dieses Textes einzugehen oder ihn zu bewerten. In Dinge, die ich nicht verstehe, mische ich mich nicht ein.


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Jenni
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Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 29.01.2020 23:42    Titel: Antworten mit Zitat

Kukan und Jikan („Raum“ und „Zeit“) auf Zeitreise im Quantenuniversum. So einfach gestrickt, ist das doch sehr amüsant, enthält ein paar gute Gedanken, ein paar lustige Assoziationen und berücksichtigt deutlich aber in sich völlig kohärent das Thema der Vergangenheit als fremdes Land (durch die Raum-Zeit-Korrelation) und Kintsugi (durch die Lösungsstrategien der Problemvarianten). Wären nicht „Zehntausend“ Zeichen gefordert, würde man das etwas kürzen, nicht wahr? Gut, schauen wir mal, ob es so amüsant und gelungen bleibt, wenn man es jetzt zum Beispiel noch mal liest oder noch zweimal … also, wie lange sozusagen der Sauerstoff reicht.

Wie ich befürchtet habe, überfliege ich beim erneuten Lesen und kommt da halt nichts mehr unentdecktes nach. Aber die Einfachheit und Konsequenz der Idee in Bezug auf das Thema gefällt mir noch immer. Ich denke ein paar Pünktchen kann ich dafür abzweigen, nämlich 4.
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holg
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Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 30.01.2020 21:19    Titel: Antworten mit Zitat

Kükan und Jikan sind in einer experimentellen Kapsel gefangen, die nach einer Planckzeit, der kleinstmöglichen Zeiteinheit, einen Sprung durch den „Plancktunnel“ absolviert haben sollte. Stattdessen dauert der Sprung unendlich lange. Die beiden nehmen ihr Schicksal der möglicherweise ewigen Gefangenschaft erstaunlich gelassen auf und beschließen eine Runde Schach zu spielen.

Wir lernen die Story in kleinstmöglichen Häppchen (Planckhäppchen). Jeweils ein Satz, dann eine kürzestmögliche Texteinheit. Aus diesen Stückchen setzt sich am Ende eine originelle Geschichte zusammen.
Ich konnte nicht alle astronomischen und physikalischen Schmankerl ohne Internethilfe entschlüsseln, obwohl ich mich als interessierten Laien bezeichnen würde. Das wird dem Text sicher Popularität kosten.

Mir gefällt er.

Den Titel hätte ich aber gerne erklärt. Ich kann mir da nur „Lackschiff“ oder so zusammengooglen.


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a.no-nym
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BeitragVerfasst am: 01.02.2020 02:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, lieber Inko,

unter einem anderen Text habe ich vorhin geschrieben, er sei für mich der Herzenstext dieses Wettbewerbs. Dies hier ist mein klarer Kopftext-Favorit.

Urushi Maru - da wird etwas Rundes (eine geheimnisvolle Dose, eine Kapsel, oder vielleicht auch etwas Unendliches?) Schicht für Schicht mit einem klaren Lack (in diesem Fall in Form kleiner Dialogteile) überzogen, bis der Eindruck entsteht, man könne bis auf den Grund der Dinge sehen.
Kūkan und Jikan, Raum und Zeit im Dialog miteinander, Schicht für Schicht, bis hin zur Frage der eigenen Existenz. Der Raum bleibt beharrlich bei seiner Perspektive, die Zeit ebenso.
Auf den ersten Blick hat der Text viel Komik, auf den zweiten (dritten, vierten, ...) entfalten sich ganz andere Bedeutungsebenen (von denen sich mir vermutlich mangels physikalischer Bildung nur Ansätze erschlossen haben). Genau deshalb bin ich schon sehr gespannt auf die Kommentare.

Die Vorgaben betrachte ich als erfüllt.

Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen
a.
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Ribanna
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BeitragVerfasst am: 01.02.2020 11:11    Titel: Antworten mit Zitat

Mit diesem Text tue ich mich schwer.

Die Idee ist zwar gelungen, aber nur etwas für Menschen, die was von Physik etc. verstehen.

Er ist handwerklich gut geschrieben und originell, aber leider passt der Text für mich nicht in diesen Wettbewerb.


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Lalanie
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BeitragVerfasst am: 02.02.2020 00:58    Titel: Antworten mit Zitat

Da ich ein Neuling in diesem Forum bin, folge ich dem Ratschlag eines Mitglieds und schreibe nur einen Kommentar ohne Bewertung – ich hoffe, das wird mir nicht übel genommen.
Dein Text ist ein Gedankenspiel, das mich ein wenig verwirrt zurücklässt. Du speilst verschiedene interessante Denkansätze durch, alles bleibt im luftleeren Raum hängen und das ist vermutlich genau das, was Du beabsichtigst. Dadurch bleibt es für mich aber leider ein wenig unbefriedigend. Natürlich zeigst Du so sehr gut, dass man eigentlich nichts weiß, dass die ganze Technik und alle Naturwissenschaften bei den Fragen, die die Basis des Ursprungs von allem betreffen, nicht weiterhelfen können. Die Vergangenheit ist für beide ein fremdes Land, da sie nicht wissen, woher sie kommen und was davor passiert ist. Das Kintsugiprinzip hast Du meines Erachtens auch umgesetzt, da eigentlich die ganze Welt und Umgebung der beiden in Scherben liegt, sie dies aber einfach akzeptieren und sich damit zufriedengeben. Die Vorgaben hast Du somit umgesetzt und dies noch dazu in einer innovativen Art und Weise. Dementsprechend kann ich nur sagen: Respekt, das war mutig! Ich glaube, ich muss ein paar Tage darüber nachdenken, dann erst werde ich den Umfang Deines Textes besser erfassen. In jedem Fall vielen Dank für Dein Werk!
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Sue Ulmer
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BeitragVerfasst am: 02.02.2020 13:05    Titel: Antworten mit Zitat

An diesem Text hat mich eine ganze Menge irritiert: Die Namen, der Titel und die Form.

Bis jetzt verstehe ich nicht, was dieser Text mit Naruto zu tun hat, oder ob das alles eigentlich nur ein großer Witz oder ein einzigartiges Versehen ist. Eigentlich ist es mir auch egal. Komik ist immer gut zu haben. Willkommen im Reich der Punkte, kleiner Text.


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Hier ruht ein gelynchtes Gedicht.
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gold
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BeitragVerfasst am: 02.02.2020 15:21    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Inco,

eine tolle Geschichte. Very Happy

So, wo ist jetzt der Fehler??? Dass die Protas nicht wissen, was sie nicht wissen??? Oder
der Fehler besteht darin, dass sie nicht wissen, wo sich ihre Kapsel befindet. Die Kapsel ist eine Urushi Maru, eine Bento Box, d.h. eine Aufbewahrungsbox.

Pah, und was ist ein Plankmotivator? Der ist kaputt, es wird erwogen, ihn zu reparieren und es bleibt bei der Erwägung.

Ist das eine Persiflage, lieber Inco? Die ist dir jedenfalls super gelungen. Laughing

Liebe Grüße
gold

du bist on top ten meiner zweiten - fiktiven - Skala. Laughing


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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 02.02.2020 17:10    Titel: Antworten mit Zitat

Diesen Beitrag kann ich leider kaum kommentieren oder bepunkten, da ich ihn nicht verstehe und mir offenbar physikalische Grundlagen fehlen.
Aber ich denke, auch wenn dem nicht so wäre, könnte ich der steifen Form des Dialogs mit den auktorialen Kommentaren nicht viel abgewinnen. Mag E sein, aber ist mir dann zu wenig erzählend.
Von daher keine Punkte, aber auch kein substanzieller Kommentar von meiner Seite. Bin um so gespannter auf das Abschneiden des Beitrags und die Kommentare der anderen.


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fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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