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Das Zahnen der Nächte


 

 
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Erinnerung&Sehnsucht
Geschlecht:männlichSchmierfink

Alter: 35
Beiträge: 61
Wohnort: Wien


BeitragVerfasst am: 30.12.2019 16:41    Titel: Das Zahnen der Nächte eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Es ist die erste Seite eines "Vielleicht-Romans". Ich glaube nicht, dass er zunächst mehr davon hier einstellen möchte. Vor allem, weil ich mir sehr viel Zeit damit lassen werde. Aber die Kettensägen fremder Meinungen, könnten meinem Anfang helfen, der ja irgendwie repräsentativ für die gesamte Geschichte ist. Es ist ein Arbeitstext an dem ich noch oft herumwerken werde. Darum zeigt er sich ja auch in der Werkstatt. Danke für eure ersten Eindrücke.
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Die hohen Häuser der Stadt, stehen wie vom Tageslicht beschienene Kästen. Fingerspitzen aus seelenlosem grauen Stein, die den Himmel tragen. Überall sind die menschlichen Spuren künstlichen Lärms. Geräusche wälzen durch jeden Winkel der Stadt. Motoren, Stimmengewirr, Schritte und Alltagsgeräusche vermengen sich zu einer tausendschichtigen Landschaft der Geräusche.  Die Sonne steht tief und wirft lange Schatten. Markus sieht in den Himmel. Blinzelt gegen die Sonne die sein Gesicht ausleuchtet. Es ist Dienstag und die Welt wird von Routine dirigiert. Er verfolgt mit den Augen eine Krähe. Das zu tun, gibt ihm das Gefühl ein Träumer zu sein. Der Vogel gleitet über ihn hinweg und entschwindet den Augen. Ein lautes Geräusch stößt unvermittelt an seinen Körper. »Hey du Idiot! Hast du keine Augen im Kopf? Verpiss dich!« Er steht auf der Straße wie ein Kind um einen Ball nachzurennen. Ein erwachsener Mann in einem Tagtraum, den der wütende Taxifahrer zum Platzen bringt. Markus erschreckt, entschuldigt sich tonlos und tritt auf den Gehweg zurück. Einige Passanten verurteilen ihn beim eiligen Vorbeigehen mit streifenden Blicken. Er sieht noch einmal zum Himmel und dann auf die Uhr. Das Gemälde vor seinem geistigen Auge wird bedeutungslos. Der Strom des Alltags ergreift ihn und überträgt die allgemeine Gehetztheit auf seine Schritte. Er ist jetzt schon zu spät. Eigentlich kann er sich auch Zeit lassen. Aber das Gewissen trägt ihn stärker als die Verträumtheit. Diese Momente einer kindlichen Trance werden immer seltener. Die Fantasie zerbricht wenn sie mit Alltagswelten kollidiert. Die Vernunft ist ein Schmerz des Älterwerdens, den er immer häufiger fühlen muss. Angekommen vor einem großen, gläsernen Gebäude, dessen spiegelnde Oberflächen die Bilder der Stadt zurückwirft, fühlt er einen Stein im Magen. Vor einem Vorstellungsgespräch ist man immer nervös. Er betritt den Raum und drei Menschen zu Tisch begegnen ihm mit abschätzendem Blick. Die Köpfe der Abteilungsleiter werden zusammengesteckt und ein Damm aus Fragen bricht. Er fühlt sich schlecht vorbereitet und rechnet sich keine großen Chancen aus.  »Wie ich sehe besitzen Sie keine näheren Qualifikationen. Ich möchte ehrlich zu ihnen sein.« Damit glaubt er die Prophezeiung bereits erfüllt. »Sie haben nicht viel anzubieten, was Sie für unsere Firma als Arbeitnehmer attraktiv erscheinen lässt.« Markus hasst das Gefühl dieser Demütigung gemessen zu werden. In seinen Augen liegt eine stille Verteidigung. »Wenn Sie mir eine Chance geben würden dann...« Er weiß nicht wie er diesen Satz beenden soll, ohne zu bedürftig zu klingen. Augenblicklich will er diesen Job auch gar nicht mehr. Weiß aber, dass er ihn braucht. »Was glauben Sie was passieren würde, wenn ich jedem eine Chance geben würde?« Die Antwort des Abteilungsleiters schneidet seinen Satz wie ein Messer. Markus ist wütend aber versucht seinen Ärger zu schlucken. Die selbstgefälligen Gesichter um ihn herum, tragen einen süffisanten Ausdruck. »Ich weiß, dass ich gut für diesen Job bin.« »Die Frage lautet aber, Herr Sedrick, sind Sie auch gut für diese Firma? Jeder Angestellte ist ein wichtiger Teil der Kette. Was sagt uns, ungeachtet ihres behaupteten Potenzials, dass wir uns auch auf Sie verlassen können? Es gibt viele gute Arbeiter, die trotzdem nicht bereit sind, sich genügend einzubringen. Ihr Lebenslauf spricht leider Bände. Und er erzählt uns etwas völlig anderes über Sie.« Markus lehnte sich mit den Händen auf die Tischplatte und schüttelte den Kopf. Die einstimmigen Köpfe hatten ihn praktisch schon abgewiesen. Der dreiköpfige Zerberus der Personalabteilung musterte ihn unbeeindruckt. Sie wollen mich gar nicht. Dieser Gedanke war nur marginal enttäuschend. »Tut mir leid, dass ich ihre Zeit verschwendet habe.« Seine wütenden Hände stopften die Unterlagen zurück in die Mappe der Dokumente. Das falsche Lächeln des Personalleiters begleitet ihn zu Tür und wünscht alles Gute. Als sie zuschlägt glaubt er sie lachen zu hören. Es ist eine Einbildung aber sie repräsentiert dennoch die Wirklichkeit. Das Gebäude spuckt ihn aus und er steht wieder auf der Straße. Orientierungslos und ohne Aussicht auf Arbeit. Ein weiterer verlorener Tag in seinem Leben. Der Heimweg ist nicht lang. Seine Frau wartet mit dem Essen auf ihn. Die dampfenden Teller sind gleichzeitig eine Frage. Sein Gesicht die Antwort. Sie versucht ihn aufzumuntern. Er fühlt sich als Versager.



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Was mich am meisten stört, ist die eigene Dummheit.
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Smokowski
Schmierfink

Alter: 38
Beiträge: 51
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 31.12.2019 00:52    Titel: Re: Das Zahnen der Nächte Antworten mit Zitat

Hi,

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:

Die hohen Häuser der Stadt, stehen wie vom Tageslicht beschienene Kästen.

Klingt holprig. Ich würde schreiben: "Das Tageslicht bescheint die hohen Häuser der Stadt, (sperrige? finstere?) Kästen"
  
Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:

Blinzelt gegen die Sonne die sein Gesicht ausleuchtet. Es ist Dienstag und die Welt wird von Routine dirigiert. Er verfolgt mit den Augen eine Krähe.

Ich war gerade dabei, mir vorzustellen, was Markus denkt, aber der Satz "Es ist Dienstag und die Welt wird von Routine dirigiert." reißt mich aus dem Lesefluss, weil du hier wieder auf die Welt ringsherum zeigst, statt bei Markus zu bleiben.

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:

Das zu tun, gibt ihm das Gefühl ein Träumer zu sein. Der Vogel gleitet über ihn hinweg und entschwindet den Augen. Ein lautes Geräusch stößt unvermittelt an seinen Körper. »Hey du Idiot! Hast du keine Augen im Kopf? Verpiss dich!« Er steht auf der Straße wie ein Kind um einen Ball nachzurennen.


Das mit dem stoßen ist absichtlich gemeint, wie mit den wälzenden Geräuschen, oder?

So weit erst mal. Sonst scheint es ein interessanter Roman zu werden.


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Erinnerung&Sehnsucht
Geschlecht:männlichSchmierfink

Alter: 35
Beiträge: 61
Wohnort: Wien


BeitragVerfasst am: 31.12.2019 01:26    Titel: Re: Das Zahnen der Nächte pdf-Datei Antworten mit Zitat

Smokowski hat Folgendes geschrieben:
Hi,

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:

Die hohen Häuser der Stadt, stehen wie vom Tageslicht beschienene Kästen.

Klingt holprig. Ich würde schreiben: "Das Tageslicht bescheint die hohen Häuser der Stadt, (sperrige? finstere?) Kästen"


Über den Satz stolpere ich auch am meisten. Ich will ihn beibehalten. Aber irgendwas an der Formulierung... ist holprig. Daran muss ich tüfteln.

Smokowski hat Folgendes geschrieben:

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:

Blinzelt gegen die Sonne die sein Gesicht ausleuchtet. Es ist Dienstag und die Welt wird von Routine dirigiert. Er verfolgt mit den Augen eine Krähe.

Ich war gerade dabei, mir vorzustellen, was Markus denkt, aber der Satz "Es ist Dienstag und die Welt wird von Routine dirigiert." reißt mich aus dem Lesefluss, weil du hier wieder auf die Welt ringsherum zeigst, statt bei Markus zu bleiben.


Ich will eigentlich immer wieder in die Welt springen. Findest du das inkonsequent? Ich mag solche Sätze eigentlich. Das würde ich gerne so lassen. Oder ich formuliere den Satz so um, dass ich die Figur "einbette". Wäre ne Möglichkeit.

Smokowski hat Folgendes geschrieben:

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:

Das zu tun, gibt ihm das Gefühl ein Träumer zu sein. Der Vogel gleitet über ihn hinweg und entschwindet den Augen. Ein lautes Geräusch stößt unvermittelt an seinen Körper. »Hey du Idiot! Hast du keine Augen im Kopf? Verpiss dich!« Er steht auf der Straße wie ein Kind um einen Ball nachzurennen.


Das mit dem stoßen ist absichtlich gemeint, wie mit den wälzenden Geräuschen, oder?

So weit erst mal. Sonst scheint es ein interessanter Roman zu werden.


Ja, ich mag das als Metapher, so zu tun als ob das Geräusch ein physischer Gegenstand wäre. Als Stilmittel.

Freut mich, dass es deine Zusage findet. Deine Vorschläge haben auch ihre Berechtigung. Ich muss damit herumspielen, bis mir die Lösung gefällt. Werde ich auf jeden Fall beherzigen.


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Pickman
Geschlecht:männlichKlammeraffe

Alter: 53
Beiträge: 647
Wohnort: Diaspora


BeitragVerfasst am: 08.01.2020 14:11    Titel: Re: Das Zahnen der Nächte Antworten mit Zitat

Hi Erinnerung&Sehnsucht,

dann wollen wir mal.

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:
Die hohen Häuser der Stadt, Wozu das Komma? stehen wie vom Tageslicht beschienene Kästen. Mit einem Kasten verbinde ich etwas Quaderförmiges, das auf seiner größten Fläche liegt, und nicht etwas Schlankes, das in die Höhe ragt. Fingerspitzen aus seelenlosem grauen Stein, die den Himmel tragen. Was jetzt, Kästen oder Fingerspitzen? Überall sind die menschlichen Spuren künstlichen Lärms. Was ist denn eine Spur menschlichen Lärms? Geräusche wälzen Entweder "wälzen sich" oder "walzen". durch jeden Winkel der Stadt. Motoren, Stimmengewirr, Schritte und Alltagsgeräusche vermengen sich zu einer tausendschichtigen Landschaft der Geräusche Wortwiederholung Die Sonne steht tief und wirft lange Schatten. Redundanz. Es war spät und die Stunde schon vorgerückt. Bis hierhin würde ich alles ersatzlos streichen. Markus sieht in den Himmel. Blinzelt gegen die Sonne Hier würde dem Satz ein Komma gut zu Gesicht stehen. die sein Gesicht ausleuchtet. Es ist Dienstag und die Welt wird von Routine dirigiert. Er verfolgt mit den Augen eine Krähe. Das zu tun, gibt ihm das Gefühl ein Träumer zu sein. Gut, aber genießt er das oder ist es ihm zuwider? Der Vogel gleitet über ihn hinweg und entschwindet den Augen. Ein lautes Geräusch stößt unvermittelt an seinen Körper. Schräge Vorstellung. Wenn Geräusche auf etwas treffen, dann auf Ohren, Mikrophone etc. »Hey du Idiot! Hast du keine Augen im Kopf? Verpiss dich!« Er steht auf der Straße wie ein Kind Komma um einen Ball nachzurennen Stehen, um zu rennen?. Ein erwachsener Mann in einem Tagtraum, den der wütende Taxifahrer zum Platzen bringt. Markus erschreckt erschrickt, entschuldigt sich tonlos und tritt auf den Gehweg zurück. Einige Passanten verurteilen ihn beim eiligen Vorbeigehen mit streifenden Blicken. Er sieht noch einmal zum Himmel und dann auf die Uhr. Das Gemälde Welches? vor seinem geistigen Auge wird bedeutungslos. Der Strom des Alltags ergreift ihn und überträgt die allgemeine Gehetztheit auf seine Schritte. Er ist jetzt schon zu spät. Eigentlich kann er sich auch Zeit lassen. Aber das Gewissen trägt ihn stärker als die Verträumtheit. Diese Momente einer kindlichen Trance werden immer seltener. Die Fantasie zerbricht wenn sie mit Alltagswelten kollidiert. Die Vernunft ist ein Schmerz des Älterwerdens, den er immer häufiger fühlen muss. Angekommen vor einem großen, gläsernen Gebäude, dessen spiegelnde Oberflächen die Bilder der Stadt zurückwirft, fühlt er einen Stein im Magen. Vor einem Vorstellungsgespräch ist man immer nervös. Er betritt den Raum und drei Menschen zu Tisch Der Raum, in dem Angestellt zu Tisch sitzen, ist die Kantine. Ich vermute, die Leute in Deinem Text sitzen an oder hinter einem Tisch. begegnen ihm mit abschätzendem Blick. Die Köpfe der Abteilungsleiter werden zusammengesteckt Meide den Passiv. und ein Damm aus Fragen bricht. Er fühlt sich schlecht vorbereitet und rechnet sich keine großen Chancen aus. Wie wäre es mit einem Absatz von Zeit zu Zeit? Gerade bei Dialogen erhöht das die Lesbarkeit ungemein. »Wie ich sehe Komma besitzen Sie keine näheren Qualifikationen. Ich möchte ehrlich zu ihnen sein.« Damit glaubt er die Prophezeiung bereits erfüllt. »Sie haben nicht viel anzubieten, was Sie für unsere Firma als Arbeitnehmer attraktiv erscheinen lässt.« Markus hasst das Gefühl dieser Demütigung gemessen zu werden. In seinen Augen liegt eine stille Verteidigung. »Wenn Sie mir eine Chance geben würden dann...« Er weiß nicht wie er diesen Satz beenden soll, ohne zu bedürftig zu klingen. Augenblicklich will er diesen Job auch gar nicht mehr. Weiß aber, dass er ihn braucht. »Was glauben Sie was passieren würde, wenn ich jedem eine Chance geben würde?« Die Antwort des Abteilungsleiters schneidet seinen Satz wie ein Messer. Markus ist wütend aber versucht seinen Ärger zu schlucken. Die selbstgefälligen Gesichter um ihn herum, tragen einen süffisanten Ausdruck. »Ich weiß, dass ich gut für diesen Job bin.« »Die Frage lautet aber, Herr Sedrick, sind Sie auch gut für diese Firma? Jeder Angestellte ist ein wichtiger Teil der Kette. Was sagt uns, ungeachtet ihres behaupteten Potenzials, dass wir uns auch auf Sie verlassen können? Es gibt viele gute Arbeiter, die trotzdem nicht bereit sind, sich genügend einzubringen. Ihr Lebenslauf spricht leider Bände. Und er erzählt uns etwas völlig anderes über Sie.« Markus lehnte sich mit den Händen auf die Tischplatte und schüttelte den Kopf. Die einstimmigen Köpfe hatten ihn praktisch schon abgewiesen. Der dreiköpfige Zerberus Passt. der Personalabteilung musterte ihn unbeeindruckt. Sie wollen mich gar nicht. Dieser Gedanke war nur marginal enttäuschend. »Tut mir leid, dass ich ihre Zeit verschwendet habe.« Seine wütenden Hände stopften die Unterlagen zurück in die Mappe der Dokumente. Das falsche Lächeln des Personalleiters begleitet ihn zu Tür und wünscht alles Gute. Als sie zuschlägt glaubt er sie lachen zu hören. Es ist eine Einbildung aber sie repräsentiert dennoch die Wirklichkeit. Das Gebäude spuckt ihn aus und er steht wieder auf der Straße. Orientierungslos und ohne Aussicht auf Arbeit. Ein weiterer verlorener Tag in seinem Leben. Der Heimweg ist nicht lang. Seine Frau wartet mit dem Essen auf ihn. Die dampfenden Teller sind gleichzeitig eine Frage. Sein Gesicht die Antwort. Sie versucht ihn aufzumuntern. Er fühlt sich als Versager.


Inhaltlich mag die Geschichte ihren Reiz haben, wenn auch nicht für mich, aber sprachlich hast Du dich, wie mir scheint, an einigen Stellen verhoben. Warum hältst Du dich und Deine Leser mit bemüht poetischen Landschaftsbildern auf? Schreib doch einfach, was passiert und was gesagt wird, und sorg dafür, dass das spannend ist, dann wirst Du Deine Leser finden.

Cheers

Pickman


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"Damit sich alles erfüllt, damit ich mich weniger allein fühle, brauche ich nur noch eines zu wünschen: am Tag meiner Hinrichtung viele Zuschauer, die mich mit Schreien des Hasses empfangen." (Albert Camus: Der Fremde)
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Katinka2.0
Geschlecht:weiblichEselsohr


Beiträge: 223



BeitragVerfasst am: 08.01.2020 19:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Erinnerung&Sehnsucht Smile,

ich habe Deinen Text gerne gelesen, und auch, wenn Du noch daran arbeiten und einige Punkte verbessern kannst, hast Du Dich mit einem interessanten Thema beschäftigt. Das Bedürfnis des Protagonisten, Achtsamkeit auszuleben und zu pflegen, steht im Widerstreit zu dem Bestreben, ein Teil der Leistungsgesellschaft zu sein. Seine Anstrengungen diesbezüglich wirken dennoch halbherzig, vermutlich weil es für ihn bedeutet, Druck und gewissen Zwängen ausgeliefert zu sein. Er hadert mit Versagensängsten, gleichzeitig wünscht er sich Anerkennung, und von der Hand im Mund lässt es sich auf Dauer auch nicht leben. Ich würde gerne wissen, welchem Genre Du Deinen Text zuordnest und welche Zielgruppe Du damit erreichen möchtest?

Hier ein paar Anmerkungen:


Zitat:
Die hohen Häuser der Stadt, stehen wie vom Tageslicht beschienene Kästen. Fingerspitzen aus seelenlosem grauen Stein, die den Himmel tragen.


Die Kästen finde ich auch eher unglücklich, hier würden die Quader (auf der kleineren Fläche stehend Smile) besser passen.

Aber: Die Metapher mit den Fingerspitzen gefällt mir so gut, dass ich sie alleine stehen lassen und den vorangestellten Vergleich streichen würde.

Zitat:
Geräusche wälzen durch jeden Winkel der Stadt. Motoren, Stimmengewirr, Schritte und Alltagsgeräusche vermengen sich zu einer tausendschichtigen Landschaft der Geräusche.


Motoren, Stimmengewirr und Schritte sind Alltagsgeräusche.

Du könntest auch ein bisschen mehr auf die Formatierung achten, vor allen Dingen bei wörtlicher Rede. Das Einfügen eines Absatzes an den passenden Stellen gibt Deinem Text Struktur und verbessert den Lesefluss.

Zitat:
»Wie ich sehe besitzen Sie keine näheren Qualifikationen. Ich möchte ehrlich zu ihnen sein.« Damit glaubt er die Prophezeiung bereits erfüllt. »Sie haben nicht viel anzubieten, was Sie für unsere Firma als Arbeitnehmer attraktiv erscheinen lässt.«


Weshalb wurde er überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen? Das ist unlogisch, und die fehlende Logik wird auch im weiteren Verlauf durch die Aussagen des Abteilungsleiters verstärkt:

Zitat:
Ihr Lebenslauf spricht leider Bände.


Auch die Bemerkung, dass sie sich über sein mögliches Engagement nicht sicher sind, ist verwirrend, zumal die Vereinbarung einer Probezeit, in der man sich gegenseitig prüfen kann, üblich ist.

Diesen Satz verstehe ich nicht:

Zitat:
Die dampfenden Teller sind gleichzeitig eine Frage.


Wieso implizieren dampfende Teller eine Frage?

Gerne gelesen und ich hoffe, Du schreibst weiter daran!

LG Katinka
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Pickman
Geschlecht:männlichKlammeraffe

Alter: 53
Beiträge: 647
Wohnort: Diaspora


BeitragVerfasst am: 08.01.2020 20:18    Titel: Antworten mit Zitat

Katinka2.0 hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
»Wie ich sehe besitzen Sie keine näheren Qualifikationen. Ich möchte ehrlich zu ihnen sein.« Damit glaubt er die Prophezeiung bereits erfüllt. »Sie haben nicht viel anzubieten, was Sie für unsere Firma als Arbeitnehmer attraktiv erscheinen lässt.«


Weshalb wurde er überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen? Das ist unlogisch, und die fehlende Logik wird auch im weiteren Verlauf durch die Aussagen des Abteilungsleiters verstärkt:

Zitat:
Ihr Lebenslauf spricht leider Bände.




Ich stimme Katinka2.0 voll zu. Wenn aus dem Lebenslauf ersichtlich ist, das es dem Bewerber an der nötigen Qualifikation fehlt, wird er in der Regel nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Diesen Widerspruch hatte ich beim Hadern mit Sprache und Formatierung glatt übersehen.


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