14 Jahre Schriftstellerforum!
 
Suchen
Suchabfrage:
erweiterte Suche

Login

Jetzt erhältlich! Eine Anthologie von und mit unseren Usern. Jetzt bestellen! Die erste, offizielle DSFo-Anthologie! Lyrikwerkstatt Das DSFo.de DSFopedia


Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Erste Worte zum Roman "Trieb-Spiel"


 

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Prosa -> Einstand
 Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
LudusMentis
Geschlecht:weiblichAbc-Schütze

Alter: 25
Beiträge: 9
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 26.12.2019 16:46    Titel: Erste Worte zum Roman "Trieb-Spiel" eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

19.40 Uhr und es sind noch knapp zwei Laufminuten zum Penny.
Eine junge und bildhübsche, aber vor allem schlanke Frau, kommt mir als wandelndes Gesellschaftsideal auf dem Fußgängerweg entgegen. Sie trägt einen engen Minirock, und die an der Ecke stehenden Schlipsträger werfen ihr einen langen Blick hinterher. Gerade noch so unauffällig, dass sie nicht ihre Schwänze auspacken. Ich dagegen, gehe neben diesem Anblick von Frau natürlich komplett unter, obwohl man es physikalisch eigentlich kaum schaffen kann, mich zu übersehen. Die Schweißperlen glitzern bereits ultra romantisch im winterlichen Mondlicht auf meiner Oberlippe und ich frage mich, ob dies an dem zu dick gefütterten Mantel liegt. Nein, wohl kaum, nur schon zu fett zum Laufen. Ich, dieser wandelnde Fettklumpen, der Samstagabend noch schnell zum Schokoladekaufen eilt. Als ich aus dem Sichtfeld der Männer verschwinde, kommt mir der leise Gedanke, ob ich von diesen Karrierezombies überhaupt angegeiert werden möchte. Diese kläglichen Anzüge stehen hier unbeseelt an einem Samstagabend vor ihrem Büro und scheinen außer ihrer Arbeit nichts in ihrem Leben zu haben, wofür es sich lohnen würde, früher nach Hause zu gehen. Deprimierend, aber Tatsache! Neid? Aufgepasst: Unsere Eigentumswohnung ist inmitten von Bürogebäuden eingebettet, was es mir in den letzten Jahren unfreiwillig, aber vor allem schmerzlich ermöglicht hat, die Gattung der Büromenschen zu studieren. Mittags wandeln sie alle zur gleichen verdammten Uhrzeit auf die lächerliche Jagd nach Futter, um ihre für das Bruttosozialprodukt laufenden Akkus wieder aufzuladen. Leberkassemmeln für die besonders männlichen Männer und ultragesunde grüne Smoothies für die figurorientierten Damen. Dazu noch eine umweltvergiftende Plastikschale von der angeranzten Salatbar bei Rewe, für übertriebene zwei Euro die 100g. Die Schlangen der Geschäfte übertreffen um diese Uhrzeit jede Horrorvorstellung ungeduldiger Geister, aber wie sagt man so schön: Jedem das seine, oder? (Politischen Kontext bitte wegdenken. Fuck Nazis.) Fazit: Ich habe definitiv keinen Bedarf, von diesen stupiden Workaholics auch nur gesehen zu werden. Mir kommt sogar das Abendessen wieder hoch, wenn ich an all die gleichaussehenden und tristen Gesichter denke, wie sie wie die Gänse - einer nach dem anderen - ihre Portmonees aus überteuerten Hand- und Hosentaschen ziehen, um Münzbeträge durch das gutgläubige Auflegen ihrer Bankkarte zu begleichen.
Kurz vor der automatischen Glastür meines Ziels, denke ich allerdings nur noch an das Durchqueren des Drehkreuzes, um den Kopfgeldauftrag auszuführen, bei dem es wohl nur um meinen eigenen Kragen geht. Nachdem ich bis zwei nach acht jedem KGB-Spion alle Ehre gemacht habe, verstecke ich die mühsam errungenen Kinderriegel unter einem genmanipuliert-großem Salatkopf. Nun muss ich nur noch des Teufels Scheine zücken, um meine Seele endgültig an den Zuckertod zu verkaufen. Doch vor der Kasse bin ich gezwungen den Korb der Coolness wegen links liegen zu lassen, weil der Kassierer zu hübsch für einen Schokoladenkauf ist.

Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Calvin Hobbs
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 113
Wohnort: Deutschland


BeitragVerfasst am: 26.12.2019 18:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo smile
Dieser Text ist überhaupt nicht mein Geschmack, denn er strotzt von seltsamen Behauptungen und Ansichten. Und lässt mich dazu noch ratlos zurück, denn was soll die Aussage sein? Irgendwo da drin könnte sprachlich Potenzial liegen. Allerdings kann ich nicht sagen, für was.


_________________
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Kiara
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 40
Beiträge: 861
Wohnort: bayerisch-Schwaben


BeitragVerfasst am: 26.12.2019 18:59    Titel: Antworten mit Zitat

Mir gefällt der herausperlende Hass über die Gesellschaft, deren Teil die Protagonistin ist und sich in ihr dagegen etwas zu regen scheint.

Ich kann den Text noch nicht richtig einordnen - geht es in Richtung Satire, ist es eine Spur zu "unbissig", geht es in Richtung Krimi, könnte es zu ausschweifend sein; oder verliert es sich gar in einer Romanze - aus dem Titel folgere ich, dass es in die Erotik-Richtung geht.


_________________
- Das Mahnmal (2019)
- Schatten des Zorns (2020)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Boho
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 29
Beiträge: 33
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 27.12.2019 14:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

habe deinen Text gerade gelesen und muss mich meinen Vorschreiber*innen anschließen: ich bin mir auch nicht sicher, wohin das Ganze führen soll, magst du ein bisschen mehr zu deinem Romanprojekt schreiben?

Der Text liest sich m.E. schon recht flüssig, allerdings kommt es mir vor, als würden mir als Leser hier irgendwelche Ansichten/Aussagen fast schon "aufgezwungen" werden (wie das Fuck Nazis nach "Jedem das Seine" - dem stimme ich absolut zu, allerdings verwirrt es mich in dem Text und das ist nur eine der Stellen, die mir in dieser Hinsicht aufgefallen ist).

Natürlich finde ich es gut, wenn Texte auch eine Aussage haben, gerne können sie auch gesellschaftskritisch/politisch sein, allerdings sollte das für meinen Geschmack etwas subtiler erfolgen... Aber wie schon geschrieben: da ich keine Vorstellung habe, was für eine Art Roman das werden soll, ist das nur ein erster Eindruck.

LG Boho
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Christof Lais Sperl
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 58
Beiträge: 436
Wohnort: Hangover
Der silberne Roboter


BeitragVerfasst am: 27.12.2019 15:29    Titel: ultra Antworten mit Zitat

ultraromantisch oder ultra-romantisch. Wohin willst du mit dem flüssigen Text? Worauf steuert er zu?

_________________
Lais
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
LudusMentis
Geschlecht:weiblichAbc-Schütze

Alter: 25
Beiträge: 9
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 27.12.2019 16:09    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Lieben Danke für die spannenden Antworten.

Zunächst möchte ich Euch berichten, dass alle Agenturen in Deutschland, Österreich und der Schweiz mein Projekt abgelehnt haben, weil es ihnen zu hart, zu düster und zu"brutal" geschrieben ist. Deshalb, möchte ich an Euer Gefühl anknüpfen. Die Protagonisten befindet sich in einer sehr dunklen Lebensphase, die durch diesen rohen inneren Monolog, gespickt mit Selbst- und Gesellschaftshass zur Geltung kommen soll.

Diese düstere Stimmung wird mit der Zeit jedoch durch eine Begegnung aufgebrochen, denn es ist (primitiv betrachtet) eine Romanze, ohne Happy End. Auf den zweiten Blick, ist es ein psychologischer Entwicklungs-Roman, der schlimmer endet, als er begann. Als Psychologiestudentin ist die Lehre des Geistes allgegenwärtig. Ob als Selbstreflexion oder Manipulation. Mindfuck und geistige Misshandlung nehmen nicht der Zeit großen Raum ein.

Die Protagonisten und die Geschichte die sie durchläuft, stellt zu 98% mein Leben dar, was den großen Hass auf Gesellschaft vielleicht etwas authentischer wirken lässt.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Calvin Hobbs
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 113
Wohnort: Deutschland


BeitragVerfasst am: 27.12.2019 19:35    Titel: Antworten mit Zitat

Natürlich möchten Menschen in Abgründe schauen, aber nur bis zu einem bestimmten Grad. Davor wollten die Agenturen ihre Leser möglicherweise schützen.
Texte, in die man eigene Erfahrungen und Erlebnisse einfließen lassen kann, erzeugen ein hohe Authentizität. Somit ist es möglich, dass bestimmte Leser sich damit identifizieren können. Auf der gleichen Ebene aber kann das auch verstören.
Wichtig ist die Frage, was will der Autor mit seinem Text anderen Menschen mitteilen? Wenn es darum geht, einen angeschlagenen oder gar zerstörten Geist zu zeigen, dann muss das reflektiert geschehen. Nur Schwärze, Hass und Brutalität können den Leser ebenfalls in seinem Innersten treffen. Ist das die Absicht des Autors? Was, wenn der Leser aber keine Erfahrung mit solchen Einstellungen hat? Oder es ihn besonders verwundbar macht?
Ich finde, Autoren haben eine Sorgfaltspflicht ihren Lesern gegenüber. Fordern ja, überfordern nein.


_________________
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
LudusMentis
Geschlecht:weiblichAbc-Schütze

Alter: 25
Beiträge: 9
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 27.12.2019 20:31    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Kunst sollte keine Grenzen haben, schon gar nicht die Augen vor der Brutalität der Realität verschließen. Wer da die Vorhänge zuzieht, hat meiner Meinung nach schon verloren. Der Leser ist außerdem immer frei und kann das Buch wieder zuklappen. Mit meinem Werk sollen sich die identifizieren können, die diese Seiten der Welt kennen, neben dem aufklärerischen Aspekt. Wenn sich nur eine Person durch meine Zeilen nicht mehr alleine mit dem von mir gezeichnetem Leid fühlt, habe ich gewonnen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
BerndHH
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 56
Beiträge: 560
Wohnort: HH


BeitragVerfasst am: 28.12.2019 10:53    Titel: Antworten mit Zitat

Also amüsant und kurzweilig zu lesen ist es allemal.
Zumindest weckt der kurze Text schon einmal Neugier, was noch so alles passieren könnte.


_________________
Michel Teló – Ai se eu te pego
----------------------------------
Sábado na balada
A galera começou a dançar
E passou a menina mais linda
Tomei coragem e comecei a falar
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Prosa -> Einstand Alle Zeiten sind GMT - 11 Stunden
Seite 1 von 1



 
 Foren-Übersicht Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht teilnehmen.
In diesem Forum darfst Du keine Ereignisse posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht herunterladen

Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Keine neuen Beiträge Zum Studium gelangen MarVeRiCk94 SmallTalk im DSFo-Café 1 07.01.2020 20:41 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Jugend-Fantasy-Roman Reason_ Einstand 7 06.01.2020 21:33 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Aphorismen zum Streit Patrick Schuler Werkstatt 9 02.01.2020 19:21 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Hallo zum Jahresende Helmut C. Bauer Roter Teppich & Check-In 2 31.12.2019 20:36 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Leseprobe zu Trieb-Spiel LudusMentis Feedback 0 31.12.2019 09:56 Letzten Beitrag anzeigen

BuchBuchEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlung

von agu

von Alien78

von KeTam

von Akiragirl

von Thomas74

von Soraya

von Nicki

von V.K.B.

von d.frank

von i-Punkt

Impressum Datenschutz Marketing AGBs Links
Du hast noch keinen Account? Klicke hier um Dich jetzt kostenlos zu registrieren!