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Was ist wichtiger: Story oder Stil

 
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SimonD
Abc-Schütze

Alter: 39
Beiträge: 3
Wohnort: Tirol


BeitragVerfasst am: 24.11.2019 20:22    Titel: Was ist wichtiger: Story oder Stil eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo erstmal,

sollte die Frage bereits irgendwo besprochen worden sein, bitte verlinken, habe nichts in der Art gefunden. Vielleicht bin ich auch zu blöd für die Suchfunktion:)

Was ist für euch, als Schriftsteller, aber auch als Leser, wichtiger: Die Story oder der Stil?
Eine "langweilige" Geschichte kann ja durchaus wunderschön geschrieben sein. Ishiguro ist für mich so ein Vertreter. Seine Bücher sind meist nicht so fesselnd wie ein rasanter Thriller (zumindest nicht an der Oberfläche), seine Wortwahl und sein Stil sind dafür (im Englischen) zum Niederknien.

Andererseits gibt es ja genug Bücher (oftmals Thriller etc.), die zwar nie einen Literaturnobelpreis bekommen werden, deren Geschichten aber unheimlich packend sind und man sie am liebsten in einer Sitzung durchliest.

Im Idealfall schreibt man wahrscheinlich ein Buch, dass die perfekte Story mit dem perfekten Stil in sich verbindet, aber das wird wohl eher selten passieren.

Also was ist euch wichtiger?


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Es kommt alles anders, wenn man denkt.
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agu
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 45
Beiträge: 1796
Wohnort: deep down in the Brandenburger woods


BeitragVerfasst am: 24.11.2019 21:14    Titel: Antworten mit Zitat

Beides smile

Die Story sorgt dafür, dass ich als Leser nicht nach 50 Seiten der Langeweile anheim falle, das Buch weglege und den Autor auf die "Nie-mehr-lesen"-Liste setze.
Schlechter Stil führt dazu, dass ich schon nach Seite 1 nicht weiterlese.

Okay - jetzt ernsthaft:
Stilistisch gibt es eine Untergrenze, die man nicht unterschreiten sollte. Wenn grundsätzliche handwerkliche Defizite schon auf den ersten Seiten sichtbar werden - Perspektivunschärfe, lahme oder gestelzte Dialoge, Infodump, hölzerne Satzmelodik, unpräzise Formulierungen ... dann ist das ein sofortiges KO-Kriterium.
Ist einer Mindestqualität beim Stil Genüge getan, gewinnt die Story an Bedeutung. Ein herausragend guter Stil kann die ersten 5-10 Seiten tragen. Danach muss die Story anziehen, sonst hat sich das Buch ab Seite 50 erledigt, egal wie schön es auf der Detailebene geschrieben ist.

Man kann das eine vom anderen also nur bedingt trennen.


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Meine Bücher:
Engelsbrut (2009 Sieben, 2011 LYX) | Engelsjagd (2010 Sieben) | Engelsdämmerung (2012 Sieben)
Die dunklen Farben des Lichts (2012, SP)
Purpurdämmern (2013, Ueberreuter)
Sonnenfänger (2013, Weltbild)
Kill Order (2013 Sieben)
Choice / als Chris Portman (2014, Rowohlt)
Wie man ein Löwenmäulchen zähmt / als Eva Lindbergh (2016, Droemer Knaur)
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Reg
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Alter: 46
Beiträge: 64
Wohnort: Fast Berlin


BeitragVerfasst am: 24.11.2019 21:48    Titel: Antworten mit Zitat

Stimmt. Das schlägt sich auch oft in den (schlechten) Rezensionen bei Büchern nieder. Da wird dann gesagt, Story war gut, aber es war fast unmöglich zu lesen. Oder es gibt noch einen Stern, weil es gut zu lesen war, obwohl die Story nichts getaugt hat.

Es lässt sich wohl wirklich nicht trennen.


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Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen. (Mark Twain)
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hobbes
Geschlecht:weiblichTretbootliteratin


Beiträge: 3226

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 24.11.2019 21:58    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn du jetzt gefragt hättest, Figuren oder Stil, dann wäre ich vielleicht ins Überlegen gekommen. Vermutlich aber auch dann nicht, weil ich meine, das eine ergibt das andere und umgekehrt.
Aber Story? Ist mir ziemlich egal.
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SimonD
Abc-Schütze

Alter: 39
Beiträge: 3
Wohnort: Tirol


BeitragVerfasst am: 24.11.2019 22:18    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Erstmal Danke für die Antworten!!

agu hat Folgendes geschrieben:
Die Story sorgt dafür, dass ich als Leser nicht nach 50 Seiten der Langeweile anheim falle, das Buch weglege und den Autor auf die "Nie-mehr-lesen"-Liste setze.
Schlechter Stil führt dazu, dass ich schon nach Seite 1 nicht weiterlese.

Okay - jetzt ernsthaft


Wieso erst jetzt ernsthaft? ich finde das fasst es doch sehr gut zusammen Daumen hoch

Reg hat Folgendes geschrieben:
Stimmt. Das schlägt sich auch oft in den (schlechten) Rezensionen bei Büchern nieder. Da wird dann gesagt, Story war gut, aber es war fast unmöglich zu lesen. Oder es gibt noch einen Stern, weil es gut zu lesen war, obwohl die Story nichts getaugt hat.

Es lässt sich wohl wirklich nicht trennen.


Bin durchaus der Meinung, dass man es es nicht wirklich trennen kann, aber es ist doch wirklich so, dass es Bücher gibt, die schlecht geschrieben sind aber trotzdem spannend sind. Dan Brown finde ich von der Story her meistens halbwegs unterhaltsam und spannend, vom literarischen Standpunkt aus, finde ich ihn aber ganz schrecklich.


hobbes hat Folgendes geschrieben:
Wenn du jetzt gefragt hättest, Figuren oder Stil, dann wäre ich vielleicht ins Überlegen gekommen. Vermutlich aber auch dann nicht, weil ich meine, das eine ergibt das andere und umgekehrt.
Aber Story? Ist mir ziemlich egal.


Story, ziemlich egal??? Kann ich im ersten Moment überhaupt nicht nachvollziehen. Klar, wenn die Charackter interessant sind, sollte sich theoretisch auch eine interessante Story ergeben...muss aber nicht.
Habe vor ein paar Jahren ein paar Bücher von Beverly Connor gelesen. Durchaus interessante/spannende Forensik-Thriller (wie es sie mittlerweile wie Sand am Meer gibt), die Figuren waren aber so langweilig, dass es mir einfach egal war was mit ihnen passierte. Der Fall an sich war interessant, die Figuren waren austauschbar.


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Willebroer
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2804
Wohnort: OWL


BeitragVerfasst am: 24.11.2019 22:49    Titel: Antworten mit Zitat

Mir geht's genau umgekehrt: Ohne Geschichte sind mir die Figuren egal. Erst die Geschichte macht die Figuren lebendig.

"Interessante" Charaktere, egal wie tiefgründig oder wie lang die Nase ist, kann man sich auch als Marionetten in den Schrank hängen. Wenn man in einem Jahr wieder nachschaut, hängen da genau dieselben Marionetten - langweilig.

Ein guter Stil kann natürlich seinen besonderen Nährwert und seine besondere Faszination haben, vielleicht 10, 20 Seiten lang. Aber irgendwann wiederholt es sich, und man kann sich die restlichen 438 Seiten sparen.
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Maunzilla
Schreiberling


Beiträge: 213



BeitragVerfasst am: 24.11.2019 23:43    Titel: Antworten mit Zitat

Gute Frage. Ich denke, den Nobelpreis bekommt man nicht für reißerische Stories oder nervenaufreibende Thriller.
Von daher denke ich ist der Stil wichtiger. Allerdings darf er nicht reiner Selbstzweck sein.
Ich kenne einige gute Bücher, die ich mit großem Vergnügen gelesen habe,  welche nicht wirklich eine Story hatten, aber dennoch interessant geschrieben waren.


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Willebroer
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2804
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BeitragVerfasst am: 25.11.2019 01:54    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist vielleicht der Unterschied zwischen "Story" und "Geschichte". Die Nobelpreis-Kriterien haben sich im Laufe des Jahrhunderts auch geändert.

Ansonsten sollte man keine künstlichen Gegensätze aufbauen, sonst ist man irgendwann bei der Frage "Was ist wichtiger - Kartoffeln  oder Soße?".
Oder "Was ist wichtiger beim Gehen, das linke oder das rechte Bein?".
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Taranisa
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Beiträge: 950
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BeitragVerfasst am: 25.11.2019 11:43    Titel: Antworten mit Zitat

Story oder Stil?
Ich sehe es wie agu: Ein Mindestmaß an Stil ist notwendig, um sich nicht beim Lesen zu quälen - oder das Machwerk gleich in die blaue Tonne zu werfen.
Die Geschichte muss mich unterhalten, je besser, desto zufriedener bin ich als Leserin. Bei einer langweiligen und/oder vorhersehbaren Story oder unlogischem Verhalten der Figuren reißt es für mich auch kein noch so guter Stil raus.
Ich finde, wer veröffentlichen will, sollte sich um eine spannende/gute Geschichte, gepaart mit gutem Schreibhandwerk bemühen, bereit, sich stetig weiterzuentwickeln, denn wer wird schon als Literaturgenie geboren.


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Ralphie
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BeitragVerfasst am: 25.11.2019 11:48    Titel: Antworten mit Zitat

Die Story ist auf jeden Fall wichtiger als der Stil.

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LG
Ralphie
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Ciddy
Geschlecht:männlichSchreiberassi


Beiträge: 50



BeitragVerfasst am: 25.11.2019 12:55    Titel: Antworten mit Zitat

Willebroer hat Folgendes geschrieben:
Ansonsten sollte man keine künstlichen Gegensätze aufbauen, sonst ist man irgendwann bei der Frage "Was ist wichtiger - Kartoffeln  oder Soße?".
Oder "Was ist wichtiger beim Gehen, das linke oder das rechte Bein?".

Dem schließe ich mich an, weshalb ich die Frage auch nicht ganz nachvollziehen kann. Ich vermute, dass niemand seine Erzählung primär in dem Vorhaben beginnt, seinen Stil zu manifestieren, sondern immer irgendeine inhaltliche Ausgangslage vorliegt.

Viel wichtiger finde ich die Frage, was diese Ausgangslage ist: Handlung oder Figur? Je nach Entscheidung, folgt das eine wohl auf das andere - und wirkt, im engen Zusammenspiel mit der Wahl von Perspektiven, wiederum auf den Stil ein.
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Nordlicht
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Beiträge: 4175



BeitragVerfasst am: 25.11.2019 12:57    Titel: Antworten mit Zitat

Es muss natürlich beides da sein - eine unzusammenhängende Sammlung stilistisch schöner Sätze ist genauso unerfreulich wie ein mitreißendes, faszinierendes Thema, das grausig erzählt wird.
Aber pi mal Daumen würde ich behaupten: Je interessanter das Thema, desto weniger kommt es auf den Stil an. Ist das Thema nicht sonderlich fesselnd, kann der Stil die Story retten.


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hobbes
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Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
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BeitragVerfasst am: 25.11.2019 13:09    Titel: Antworten mit Zitat

SimonD hat Folgendes geschrieben:
Story, ziemlich egal??? Kann ich im ersten Moment überhaupt nicht nachvollziehen. Klar, wenn die Charackter interessant sind, sollte sich theoretisch auch eine interessante Story ergeben...muss aber nicht.

Na ja, man kann sich jetzt natürlich darüber streiten, ob und wie man Figur(en) und Story überhaupt voneinander abgrenzen kann.
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Herr Meier
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BeitragVerfasst am: 25.11.2019 14:23    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde,

ohne Stil wirkt keine Story wirklich gut
und ohne Story der beste Stil nicht

in beiden Fällen ist's einfach
"Lesefutter"

entweder
... stilvolles Popcorn

oder eben
... fad aber sättigend
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Willebroer
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Beiträge: 2804
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BeitragVerfasst am: 25.11.2019 15:46    Titel: Antworten mit Zitat

hobbes hat Folgendes geschrieben:
SimonD hat Folgendes geschrieben:
Story, ziemlich egal??? Kann ich im ersten Moment überhaupt nicht nachvollziehen. Klar, wenn die Charackter interessant sind, sollte sich theoretisch auch eine interessante Story ergeben...muss aber nicht.

Na ja, man kann sich jetzt natürlich darüber streiten, ob und wie man Figur(en) und Story überhaupt voneinander abgrenzen kann.


Kann man natürlich nicht. Trotzdem wird sich mancher überlegen, wofür er vorzugsweise seine Zeit und Energie einsetzt. Die unterschiedliche Gewichtung ließe sich sogar in Prozentzahlen veranschaulichen.

Ich verlagere meine eigenen Stilexperimente meist auf kürzere Texte und Fragmente. Das sind meine Labormäuse. Und die bleiben meistens im Hinterzimmer.  Buch

Wer sich etwas mit Stil und Sprachebenen auskennt, gewinnt damit mehr Ausdrucksmöglichkeiten, zum Beispiel wenn man den Personen verschiedene Sprachebenen zuordnet - zunächst in wörtlicher Rede - und diese Charakteristika einen Wiedererkennungswert bekommen, auch in auktorialen Passagen. Im einfachsten Fall eine Art "Peter und der Wolf" auf Literarisch. Wink
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Rübenach
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Beiträge: 2421



BeitragVerfasst am: 25.11.2019 15:54    Titel: Antworten mit Zitat

"Was interessiert mich eine Liebesgeschichte in Verona? Eine Liebesgeschichte in Verona interessiert mich nicht. Außer - sie ist gut geschrieben!"

MRR über Romeo und Julia; aus dem Gedächtnis zitiert.


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"Nothing bad can happen to a writer. Everything is material." (Philip Roth)
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Willebroer
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BeitragVerfasst am: 25.11.2019 16:15    Titel: Antworten mit Zitat

Wer ist MRR?
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preusse
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BeitragVerfasst am: 25.11.2019 18:53    Titel: Antworten mit Zitat

agu hat Folgendes geschrieben:
Beides smile


 Daumen hoch


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BeitragVerfasst am: 25.11.2019 18:57    Titel: Antworten mit Zitat

preusse hat Folgendes geschrieben:
agu hat Folgendes geschrieben:
Beides smile


 Daumen hoch


Richtig. Mit einer Hand kann man nicht trinken .... ne, der Spruch ging anders ...


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Nina
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BeitragVerfasst am: 26.11.2019 11:43    Titel: Antworten mit Zitat

Willebroer hat Folgendes geschrieben:
Wer ist MRR?


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Nina
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BeitragVerfasst am: 26.11.2019 12:12    Titel: Re: Was ist wichtiger: Story oder Stil Antworten mit Zitat

SimonD hat Folgendes geschrieben:
Was ist für euch, als
a) Schriftsteller, aber auch als
b) Leser, wichtiger: Die Story oder der Stil?


Hallo Simon,

interessante Fragen stellst Du. Fein.

Zu a)
Mir geht es so, dass wenn ich das Empfinden habe, als gäbe es keine Geschichte oder noch keine Geschichte, bzw. wenigstens eine Idee bzw. einen Rahmen (der unterschiedlich ausfallen kann), dann hilft mir der beste und schönste Stil nichts, dann ist das Nichts, das sich/mich (in Sprache) bewegt/bringt, allenfalls eine erste Idee, eine Notiz, eine Spur, die gelegt ist für etwas Späteres anderes vielleicht. In manchen Fällen kommt es allerdings vor, dass sich während des Schreibens etwas entwickelt und dann wird es doch etwas Rundes daraus.

Zu b)
Wenn ich mir Kunst anschauen möchte, gehe ich in Ausstellungen und das mache ich sehr häufig. In der Literatur mag ich die (Wort-)Kunst auch, allerdings nur dann, wenn sie nicht erschöpfend ist. Und das ist schon vorgekommen.
Ich erinnere ein Buch, in dem es um die Überlebenden nach der Tsunami-Katastrophe ging, geschrieben von einer Frau, deren Name ich gerade nicht erinnere. Jedenfalls war das Buch sehr kunstvoll geschrieben und es hatte auch eine Geschichte. Das Problematische für mich war allerdings, dass der (kunstvolle) Stil mir irgendwann zuviel wurde. Es war wie das Festfahren eines Baggers, die Reifen drehten durch, es gab kein Fortkommen mehr. Ich denke, der Vergleich hinkt, aber was ich meine ist, dass der Stil mich nicht über 200 Seiten bei der Stange halten konnte. Auch nicht mit der durchaus guten Geschichte. Es kommt aber immer auf die Ausführung an!

Ein anderes Beispiel: Thomas Melle hat in seinem Buch "Die Welt im Rücken" einen sehr ausgefallenen, packenden Stil, allerdings: Er variiert! Das heißt, er nutzt sich nicht ab. (Wie das im Fall des eben erwähnten anderen, ich glaube sogar prämierten, Buches war).
Thomas Melle konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite an seiner Seite wissen, weil er einfach packend, grandios und vielfältig geschrieben UND erzählt hat. DA STIMMTE BEIDES!

Ich wurde mal genötigt, ein Vampirbuch zu lesen *lach*. Es war eines zu den Vampirfilmen, ich habe vergessen, wie genau sie hießen bzw. heißen. Mit, hieß der Prota nicht Edgar? Biss zum Morgengrauen oder so, war einer der Titel.
Also das Grauen hat mich gepackt, als ich das gelesen habe. Relativ bald. Nicht, weil ich mit Vampirgeschichten wenig anfangen kann, sondern weil ich mit schlechtem Stil wenig anfangen kann. Sowohl in literarisch, als auch in sonstiger Weise. Da hat vielleicht die Geschichte gestimmt, aber der Stil war dermaßen schlampig und kam mir, Verzeihung, "runtergerotzt" vor, dass ich es nicht lesen konnte. Ich hatte dauernd diese Buch-wegwerf-Impulse. Wäre es meines gewesen, hätte ich das wohl auch getan, aber es war ein geliehenes Buch und ich wurde gebeten Rückmeldung zu geben. *g*

Edit: Was mir gerade auch noch einfällt ist, ein anderes Beispiel. Ich lese ungerne Krimis. Ich lese Krimis "eigentlich" nicht. Aber mir fiel einmal ein Buch von Hakan Nesser in die Hände und das war so gut und interessant erzählt und geschrieben, dass ich es interessiert und begeistert gelesen habe. Es hat mir gefallen. Das lasse ich mal so stehen.

So.

Gibt es ein Fazit? Für Beides (-> Stil und oder Geschichte)? Ja.

Für mich muss Beides stimmen: Sowohl die Geschichte bzw. der Rahmen (der unterschiedlich sein kann) UND der Stil.

Ein schöner Stil allein nutzt nichts.
Eine gute Geschichte miserabel geschrieben, hält mich auch nicht bei der Stange.

Verkaufen lässt sich sicher beides. Es gibt ja viele unterschiedliche Leute mit unterschiedlichen Wünschen, Ansprüchen und Geschmäckern.

Liebe Grüße
Nina


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Ribanna
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Alter: 56
Beiträge: 249
Wohnort: am schönen Rhein...


BeitragVerfasst am: 26.11.2019 16:14    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn ich "meine" Geschichte unter das Volk bringen will, wenn ich will, dass jemand liest, was ich zu sagen habe, dann muss ich vernünftig schreiben können.
Wenn ich vernünftig schreiben kann, aber nichts zu sagen habe... wer liest schon "nichts" mit vielen Buchstaben?


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