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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Tanzwurf


 

 
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Emilius
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

Alter: 20
Beiträge: 2
Wohnort: Liechtenstein, zwischen der Schweiz und Österreich


BeitragVerfasst am: 22.10.2019 10:41    Titel: Tanzwurf eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Guten Tag werte Geschichtssympathisanten

Ich bin noch ein DsFohlen und würde gerne die eine oder andere Kritik von euch erhalten.
Vorweg will ich noch sagen, dass der Ich-Erzähler ziemlich hart ist.


Ich lag, wie so oft, einfach nur da. Nach etlichen Jahren meiner Bildung und schier unendlicher Zeit. Ich war angekommen. Man könnte sagen mich trieb der Fluss der Zeit an genau jenen Ort, an dem mein schönstes Erlebnis beginnen wird. Ich hatte von meinem Dasein, welches ich vor diesem Ereignis pflegte, genug. Klar, es ist meine Vergangenheit die mich zu dem gemacht der ich sein musste. Des Weiteren hat sie mich überhaupt an den Schauplatz gebracht, doch erinnere ich mich zurück, so habe ich die meiste Zeit eingeengt und unter ständigem Druck der anderen verbringen müssen. Ich würde sagen wollen, ich bin dankbar für das was ich durchlebt habe, aber die Welt war nicht immer nett zu mir. Ich hatte den grössten Teil meiner Selbst verloren. Es war hart, aber einige Jahre vor dem Wendepunkt wurde es wunderbar konstant entspannt und schön.
Zu dieser Zeit wusste ich das noch nicht, aber jetzt kann ich sagen, das war meine Blütezeit. Ich lag Tag ein Tag aus auf dieser kleinen Insel mit Bekannten und Unbekannten. Manche kenne ich schon sehr, sehr lange, andere erst seit kurzem. Wir kamen aber alle gut mit einander aus und genossen sowohl die guten, als auch die schlechten, die warmen sowie die kalten Tage zusammen. Bis zu dem Tag an dem ich Abschied von meinem luxuriösen Paradies nehmen durfte. Ich erhob mich von der Insel. Erst schwebte ich in der Luft. Dann setzte die Beschleunigung ein.
Und flippte aus! Ich spürte Kräfte, die ich noch nie gespürt hatte. Ich durchschnitt die Luft. So schnell drehte ich mich mit noch nie da gewesener Geschwindigkeit um die eigene Achse und sauste direkt aufs kalte Nass zu. Da merkte ich den Geist in mir. Ich ging, nein ich hüpfte, nein ich tanzte über das Wasser. Mit einer Eleganz die mir die Hauptrolle in Schwanensee ohne weiteres ermöglicht hätte, wäre ich in einem Casting gewesen. Nach ein zwei langen Sprüngen setzte ich zum Cha Cha Cha an und beendete meine Einlage mit einem perfekten Abgang in die Strömung. Als ich zu Boden sank spürte ich die vollkommenste Zufriedenheit.
Doch der Drang nach Bewegung, nach Tempo begann mich schnell heim zu suchen. Ich versuchte aufs neue zu tanzen und mich zu drehen. Ich hatte es immerhin schon einmal geschafft. Doch meine Drehversuche glichen eher einer Sammlung von Purzelbäumen, als Pirouetten. So trieb ich davon und mein Glück blieb hinter mir. Frustriert mündeten meine Gedanken immer in Verzweiflung und ich sank tiefer und tiefer in die Dunkelheit. Ich war nun völlig Bewegungsunfähig.
Heute bin ich am Boden des Sees und hatte genug Zeit zum Überlegen. Meine Existenz ist simpel. Mein Tanz damals war wohl nicht das Werk Gottes, oder eine durch eine besondere in mir schlummernde Kraft bewirkte Tat. Es war, so denke ich, dank meiner Figur nur ein zweiseitiger Glücksgriff. Ich hatte zu viel Emotionen in diesen einen Tanz gesteckt, die wohl nicht erwidert wurden. Ich hatte schlicht und einfach Glück. Auch wenn ich mir wünsche, nur noch ein einziges Mal in meinem Dasein zu tanzen, kann ich nicht mehr tun als den Wunsch in mir zu tragen und die Gelegenheit nutzen, sofern ich sie erneut bekomme. Ich bin und bleibe nun mal nur ein Stein. Es hatte sich ausgeflippt.



_________________
Hängen 2 Uhren im Wohnzimmer.

Sagt die eine: Tick, Tick, Tick.

Sagt die andere: Sach ma tickste noch richtich!?
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Kiara
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 39
Beiträge: 749
Wohnort: bayerisch-Schwaben


BeitragVerfasst am: 24.10.2019 12:55    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Hommage an Morgenstern?

Nett smile

Habs mit dem Stein erst später kapiert und mir während des Lesens gedacht, was für Drogen der Typ wohl genommen hat - na, irgendwann wurde es sogar mir klar.

Danke für den Text!
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Selanna
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 542
Wohnort: Süddeutschland


BeitragVerfasst am: 24.10.2019 14:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Emilius,

Zitat:
Geschichtssympathisanten

Auf welche Geschichte willst Du hier hinaus? Historik oder Prosa? Laughing

Zitat:
ich lag, wie so oft, einfach nur da. Nach etlichen Jahren meiner Bildung und schier unendlicher Zeit.

Das funktioniert meines Erachtens nicht. Man kann nicht nach etlichen Jahren Bildung herumliegen. Man kann nach irgendeinem zeitlich begrenzten, greifbaren Vorgang/Abschnitt etwas anderes Tun. Nach der Schule fernsehen, nach der Arbeit essen, aber nicht nach der Bildung herumliegen. Vielleicht ginge noch Ausbildung oder Studium, weil das etwas konkreter wäre, aber ideal fände ich nicht einmal das

Zitat:
des Weiteren hat sie mich überhaupt an den Schauplatz gebracht,

Welchen Schauplatz? Du nennst ihn so selbstverständlich, aber hast ihn noch nirgendwo erwähnt. Dann kannst Du nicht „den“ schreiben

Zitat:
ich würde sagen wollen, ich bin dankbar für das was ich durchlebt habe, aber die Welt war nicht immer nett zu mir. Ich hatte den grössten Teil meiner Selbst verloren. Es war hart, aber einige Jahre vor dem Wendepunkt wurde es wunderbar konstant entspannt und schön.

Das ist mir alles zu sinnend. Um was geht es hier? Wo willst Du mit dem Text hin? Was soll er aussagen? Er liegt herum und analysiert sein bisheriges Leben, allerdings ohne eine einzige konkrete Aussage. Ich weiß bisher nur, dass sein Leben nicht so frei war wie gewünscht (hat er nur eine dominante Mutter oder war er im Jugendknast?), dass er gebildet ist (ist Astronomie sein Steckenpferd oder hat er sich frisch für Biologie habilitiert?), jetzt ist er an irgendeinem (Stand)Ort und chillt. Selbst wenn es ein philosophischer Text ist, musst Du mir als Leser ein paar Infos geben, sonst wird der Text nur uninteressant und langweilig. So viele Worte und so wenig Inhalt, verstehst Du?

Zitat:
auf dieser kleinen Insel mit Bekannten und Unbekannten.

Wer sind die Bekannten und Unbekannten? Warum liegt er mit ihnen? Sind die für die Geschichte wichtig? Warum soll ich das lesen?

Zitat:
und sauste direkt aufs kalte Nass zu. Da merkte ich den Geist in mir.

Ich will Dir nicht zu nahe treten und es gibt unterschiedliche Geschmäcker. Aber bei diesem Satz würde ich gerne aussteigen. Da liegt einer rum, dann steht er auf und fällt und dann spürt er den Geist in sich. Das ergibt für mich keinen Sinn (imho).

Zitat:
Ich bin und bleibe nun mal nur ein Stein.

Ja, die Wendung ist geglückt. Aber wenn dieser Text nicht ein Einstand gewesen wäre, hätte ich schon viel früher aufgehört zu lesen, denn die Hinleitung war zu langweilig, zu langatmig, sie hat mich überhaupt nicht geködert oder gefesselt. Da Du mir gar nichts an die Hand gegeben hast, dass der ich für mich interessant wird, hättest Du mich früh als Leser verloren.
Noch nebenbei: Du musst noch ein wenig an Deiner Kommasetzung arbeiten, da fehlen einige.
Insgesamt hast Du eine schöne Idee umgesetzt, aber die Umsetzung hapert noch ein bisschen. Viel Spaß und Freude bei neuen Texten und beim Feilen an diesem. Lass Dich nicht entmutigen! Es kann ja auch immer sein, dass ich einfach nicht der Typ Leser bin, den Du brauchst Wink

Liebe Grüße
Selanna


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Nur ein mittelmäßiger Mensch ist immer in Hochform. - William Somerset Maugham
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RAc
Schreiberassi


Beiträge: 77



BeitragVerfasst am: 24.10.2019 16:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Emilius,

ich finde es auch grundsätzlich nicht schlecht, sehe aber ein paar Schwächen darin. Das mit der "Bildung" etablierst Du wahrscheinlich, um den Leser in die Überzeugung zu wiegen, dass der Prota ein menschliches Wesen ist. Dazu ist das Homonym "Bildung" aber nicht gut genug. Beim Stein ist es so im Sinne wie "Erschaffung" oder "Formung" oder "Abspaltung" oder wie auch immer gemeint. Wie Selanna aber schon anmerkt, verwirrt es im Sinne erzieherischer Bildung aber eher.

Ausserdem finde ich, dass die Ambiguität Stein<->denkendes Wesen nicht schlüssig ist. Steine haben weder freien Willen noch Gefühle noch Reflektionsfähigkeit noch können sie sich aktiv bewegen. ich vermute dass Du genau das mit der Geschichte ausdrücken willst, aber dazu passen die Reflektionen nicht.

Schliesslich finde ich die Auflösung etwas holzhammermässig. "Ich bin und bleibe nun mal ein Stein" ist für mich zu wenig subtil. Die Kunst des Witzes besteht darin, dass am Ende eine Brücke offen gelassen wird, die LeserIn selber überqueren muss, und erst aus der Erkenntnisleistung und des "Aha, ich habe es herausgefunden!" Effektes kriegt der Witz seinen Charme. Deine Geschichte ist so ein bisschen wie ein Witz dessen  Pointe erklärt wird. Ich würde stattdessen etwas schreiben, das das Wesen des Protas als Stein eindeutig entlarvt, ohne es aber explizit zu schreiben.
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Emilius
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

Alter: 20
Beiträge: 2
Wohnort: Liechtenstein, zwischen der Schweiz und Österreich


BeitragVerfasst am: 06.11.2019 15:27    Titel: Re: an Kiara Selanna RAc pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Kiara, Selanna und RAc

Vielen Dank für eure Mühen zu antworten.

Ich nehme eure Ratschläge zu Herzen. Die Hinleitung war zu unfreundlich. Das habe ich nach wiederholtem Lesen nicht mehr gemerkt.
Ich habe mich wohl zu sehr auf das Verhüllen des "Plottwists" konzentriert und deswegen zu wenig auf die Harmonie des Textes geachtet.

Simpel ausgedrückt wollte ich die Geschichte eines Steines erzählen, wie
er entstand und an einen Steinstrand angespült wurde, von welchem er aufgehoben und geflippt wurde und durch die Strömung purzelnd schliesslich auf dem Grund eines Sees landet.

Ich habe versucht viele kleine Wortspiele einzubauen.
Die sind mir wohl missglückt.

PS: Morgenstern kannte ich davor noch gar nicht^^


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ahorn
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber


Beiträge: 20



BeitragVerfasst am: 06.11.2019 21:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Emilius,
erstmal Grüzi oder wie sagt ihr. Wink

Oh Gott, oh Gott, was für ein Text, dieses schnulzige Geschreibe bereits am Anfang. Ich betete bei jedem Satz, jeder Zeile, wann geht endlich der Kelch an mir vorüber. Meiner Höflichkeit dem Schreiben gegenüber verbat es mir, abzubrechen, meinen Computer herunterzufahren.

Reingelegt! Daumen hoch! Ein paar Kleinigkeiten, die herunterfallen, ansonsten sehr gute Idee.

Aber länger hätte er nicht sein dürfen!

Gruß
Ahorn
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