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Waldspaziergang


 
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traumLos
Eselsohr


Beiträge: 391



BeitragVerfasst am: 28.09.2019 17:15    Titel: Waldspaziergang eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Ein kurzer Auszug

Waldspaziergang

Gustav spürte das Grummeln im Bauch schon geraume Zeit. Die Gruppe marschierte zielstrebig immer weiter. Wenn er den Förster richtig verstanden hatte, würde es noch lange dauern, bis sie die Beobachtungshütte, wo sie die Nacht verbringen wollten, erreichten. Das Grummeln wurde stärker. Gustav löste sich von den anderen, um im Wald nach einer geeigneten Stelle Ausschau zu halten. Immer wieder blickte er sich um, ob er noch gesehen werden konnte. Es wäre ihm unangenehm gewesen, wenn ihn jemand bei der Verrichtung des Geschäfts hätte beobachten können. Der Abend begann bereits der Nacht entgegenzugehen, die Sicht wurde schlechter. Gustav bemerkte in nicht allzu weiter Entfernung einen Busch, der ihm geeignet schien. Er beschleunigte seine Schritte und begann bereits die Knöpfe seiner Lederhose zu öffnen. Der Busch war perfekt, er konnte sich etwas festhalten, bevor er in die Hocke ging. Seine Hinterlassenschaften bedeckte er mit einigen weiteren Papiertaschentüchern und reichlich Laub. Gustav hatte nicht wahrgenommen, wie dunkel es schon war. Er versucht sich zu orientieren.

"Das war knapp. Wie komme ich in dieser Dunkelheit wieder zurück. Am besten wird es sein, mich bemerkbar zu machen. ...
Ich höre nichts. Naja, keine Antwort ist auch eine Antwort. So weit können die doch nicht sein. Mist, dass die Gruppe so groß ist, dass nicht für alle Taschenlampen verfügbar waren. Ich Trottel habe natürlich großmütig verzichtet. Verdammter Mist aber auch. Wieso sehe ich keinen Schein der Taschenlampen? Macht keinen Sinn hier rumzustehen. Irgendwo werde ich schon rauskommen. Vielleicht stoße ich durch Zufall auf die Hütte. Wenn ich vorsichtig gehe, wird es schon klappen. Irgendwer muss mich doch vermissen. Wieder keine Antwort. Suchen die mich gar nicht? Vielleicht weiß der Förster einfach, dass es keinen Sinn in dieser Finsternis macht. Schwarz wie die Nacht, auch so ein Spruch, den in der Stadt keiner wirklich verstehen kann. Oder undurchdringliche Dunkelheit. Nachts sind alle Katzen grau. Von wegen. Die würde man gar nicht erst sehen. Verdammt, schon wieder so eine Wurzel. Ist ja schon ein Wunder, dass ich die Bäume knapp erkennen kann, anstatt davor zulaufen. Was ist das denn jetzt? So ein Mist, jetzt hänge ich noch in so einem blöden Gestrüpp fest. Wie gut, dass ich meine Wanderschuhe angezogen habe. Das einzig Vernünftige, was ich heute getan habe. Hat der Förster auch gesagt. Die anderen hatten nur so hippe Turnschuhe an. Mit Gewalt wird es gehen. Jep. Dann taste ich mich mal weiter. Nicht schon wieder. Momentmal. Das ist doch keine Wurzel. Das muss ein Baumstumpf sein. Fühlt sich glatt an. Also ist die Zivilisation doch schon bis hierhin vorgedrungen. Was besseres werde ich wohl nicht mehr finden. Macht keinen Sinn mehr, hier ziellos durch den Wald zu laufen. Nicht gerade ein Bettstadl, aber die Krachlederne wird schon verhindern, dass es zu unangenehm wird. Und wenn die mich doch vergessen haben. Ich halte mich ja immer Abseits. Hab schon am Startplatz, als alle munter in Grüppchen beieinander standen, nebenbei auf der Bank gehockt und nur zugeschaut. Ich glaube, ich muss jetzt doch erst einmal die Augen schließen."



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Ichlesehier
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BeitragVerfasst am: 28.09.2019 20:41    Titel: Antworten mit Zitat

Finde ich super, dass das große Geschäft Ausgangspunkt ist. lol2 Ich mag es, wenn so banale und absolut natürliche Sachen Ursprung eines Dilemmas sind. Wie im echten Leben smile

Erzählstil finde ich gut. Höchstens der Wechsel von der Erzählpersepktive ist etwas gewöhnungsbedürftig, für mich zumindest.
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traumLos
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BeitragVerfasst am: 29.09.2019 10:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Leser / Leserin

Lieben Dank für deinen freundlichen Kommentar.
Tja, der Wechsel. Wahrscheinlich denke ich oft ein wenig schräg. Aber Gustav ist nun einmal allein im Wald. Selbst der Erzähler ist weg.


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Ichlesehier
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BeitragVerfasst am: 29.09.2019 10:54    Titel: Antworten mit Zitat

Oha, dann hat ihn der Erzähler aber immerhin noch bei seinem Geschäft zugesehen. In welcher Perspektive verläuft denn der Rest der Geschichte?
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traumLos
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BeitragVerfasst am: 29.09.2019 11:31    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nun, zu genau hat er zumindest nicht hingesehen. Details hat er sich und den Lesern erspart. Dieser Ausschnitt, den ich auf 500 Wörter gekürzt habe, spiegelt schon die Struktur des Textes. Immer wenn es zu Gustav wechselt, kommt zuvor ein kurzer Hinweis des Erzählers. Dialoge sind nur über den Erzähler im Text.

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Katinka2.0
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BeitragVerfasst am: 29.09.2019 17:24    Titel: Re: Waldspaziergang Antworten mit Zitat

Hallo traumLos Smile ,

gleich vorweg, der Textauszug gefällt mir gut. Ich habe ihn in einem Rutsch gelesen und würde gerne wissen wollen, wie Gustav aus diesem Dilemma wieder rauskommt.

Ein paar Vorschläge bzw. Anmerkungen findest du im Text.


traumLos hat Folgendes geschrieben:
Ein kurzer Auszug

Waldspaziergang

Gustav spürte das Grummeln im Bauch schon geraume Zeit. Die Gruppe marschierte zielstrebig immer weiter. Wenn er den Förster richtig verstanden hatte, würde es noch lange dauern, bis sie die Beobachtungshütte, wo sie die Nacht verbringen wollten, erreichten. Das Grummeln wurde stärker. Gustav löste sich von den anderen, um im Wald nach einer geeigneten Stelle Ausschau zu halten. Immer wieder blickte er sich um, ob er noch gesehen werden konnte. Es wäre ihm unangenehm gewesen, wenn ihn jemand bei der Verrichtung des Geschäfts hätte beobachten können könnte. Er hat es ja zu diesem Zeitpunkt noch nicht erledigt, daher gehört hier mMn Konjunktiv II Präteritum, oder? Der Abend begann bereits der Nacht entgegenzugehen, die Sicht wurde schlechter. Gustav bemerkte in nicht allzu weiter Entfernung einen Busch, der ihm geeignet schien. Er beschleunigte seine Schritte und begann bereits die Knöpfe seiner Lederhose zu öffnen. Der Busch war perfekt, er konnte sich etwas festhalten, bevor er in die Hocke ging. Seine Hinterlassenschaften bedeckte er mit einigen weiteren Papiertaschentüchern und reichlich Laub. Gustav hatte nicht wahrgenommen, wie dunkel es schon war. Er versuchte sich zu orientieren.

"Das war knapp. Wie komme ich in dieser Dunkelheit wieder zurück. Am besten wird es sein, mich bemerkbar zu machen. ... Die Auslassungszeichen passen hier mMn nicht. Das ist ja ein innerer Monolog, den er offensichtlich durch lautes Rufen unterbricht. Ich würde das mit einem Gedankenstrich kennzeichnen, so ist klar, was er denkt und was er tatsächlich spricht: Am besten wird es sein, mich bemerkbar zu machen. – Hallo, ist da jemand? Ich höre nichts. Naja, keine Antwort ist auch eine Antwort. So weit können die doch nicht sein. Mist, dass die Gruppe so groß ist, dass nicht für alle Taschenlampen verfügbar waren. Ich Trottel habe natürlich großmütig verzichtet. Verdammter Mist aber auch. Wieso sehe ich keinen Schein der Taschenlampen? Macht keinen Sinn hier rumzustehen. Irgendwo werde ich schon rauskommen. Vielleicht stoße ich durch Zufall auf die Hütte. Wenn ich vorsichtig gehe, wird es schon klappen. Irgendwer muss mich doch vermissen. – Hey, hört mich jemand? Wieder keine Antwort. Suchen die mich gar nicht? Vielleicht weiß der Förster einfach, dass es keinen Sinn in dieser Finsternis macht. Schwarz wie die Nacht, auch so ein Spruch, den in der Stadt keiner wirklich verstehen kann. Oder undurchdringliche Dunkelheit. Nachts sind alle Katzen grau. Von wegen. Die würde man gar nicht erst sehen. Verdammt, schon wieder so eine Wurzel. Ist ja schon ein Wunder, dass ich die Bäume knapp erkennen kann, anstatt davor zu laufen. Was ist das denn jetzt? So ein Mist, jetzt hänge ich noch in so einem blöden Gestrüpp fest. Wie gut, dass ich meine Wanderschuhe angezogen habe. Das einzig Vernünftige, was ich heute getan habe. Hat der Förster auch gesagt. Die anderen hatten nur so hippe Turnschuhe an. Mit Gewalt wird es gehen. Was geht mit Gewalt? Jep. Dann taste ich mich mal weiter. Nicht schon wieder. Moment mal getrennt. Das ist doch keine Wurzel. Das muss ein Baumstumpf sein. Fühlt sich glatt an. Also ist die Zivilisation doch schon bis hierhin vorgedrungen. Was besseres Besseres werde ich wohl nicht mehr finden. Macht keinen Sinn mehr, hier ziellos durch den Wald zu laufen. Nicht gerade ein Bettstadl, aber die Krachlederne wird schon verhindern, dass es zu unangenehm wird Wie soll eine kurze Lederhose das verhindern?. Und wenn die mich doch vergessen haben. Ich halte mich ja immer Abseits. Hab schon am Startplatz, als alle munter in Grüppchen beieinander standen, nebenbei auf der Bank gehockt und nur zugeschaut. Ich glaube, ich muss jetzt doch erst einmal die Augen schließen."


Eins noch: Ein Nachthimmel ist gar nicht so dunkel, wenn er nicht gerade mit Wolken verhangen ist. So habe ich es zumindest von meiner Konfirmandenfreizeit in Erinnerung, die letzte und einzige Begebenheit, bei der ich nachts im Wald herumgestapft bin. Da sich das menschliche Auge nach kurzer Zeit an Dunkelheit gewöhnt, müsste Gustav eigentlich ein wenig mehr erkennen können. Was ja nicht heißt, dass er den Weg zurück zu seiner Gruppe findet.

Wie dem auch sei, gerne gelesen.

Viel Spaß weiterhin!

LG Katinka
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traumLos
Eselsohr


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BeitragVerfasst am: 29.09.2019 20:14    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Katinka,

herzlichen Dank für deine richtigen und wichtigen Anmerkungen. Ups, da sind ziemlich viele Fehler reingerutscht.

Noch zur Lederhose. So kurz ist die gar nicht.
Und die Dunkelheit. Da kann ich dir auch aus eigener Erfahrung versichern, dass es sehr dunkel sein kann. Der Mond scheint nicht. Das kommt in einer der gestrichenen Textstellen vor.


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traumLos
Eselsohr


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BeitragVerfasst am: 30.09.2019 11:18    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Waldspaziergang

Gustav spürte das Grummeln im Bauch schon geraume Zeit. Die Gruppe marschierte zielstrebig immer weiter. Wenn er den Förster richtig verstanden hatte, würde es noch lange dauern, bis sie die Beobachtungshütte, wo sie die Nacht verbringen wollten, erreichten. Das Grummeln wurde stärker. Gustav löste sich von den anderen, um im Wald nach einer geeigneten Stelle Ausschau zu halten. Immer wieder blickte er sich um, ob er noch gesehen werden konnte. Es wäre ihm unangenehm, wenn ihn jemand bei der Verrichtung des Geschäfts beobachten könnte. Der Abend begann bereits der Nacht entgegenzugehen, die Sicht wurde schlechter. Gustav bemerkte in nicht allzu weiter Entfernung einen Busch, der ihm geeignet schien. Er beschleunigte seine Schritte und begann bereits die Knöpfe seiner Lederhose zu öffnen. Der Busch war perfekt, er konnte sich etwas festhalten, bevor er in die Hocke ging. Seine Hinterlassenschaften bedeckte er mit einigen weiteren Papiertaschentüchern und reichlich Laub. Gustav hatte nicht wahrgenommen, wie dunkel es schon war. Er versucht sich zu orientieren.

"Das war knapp. Meine Güte, ist das Dunkel geworden. Wie komme ich in dieser Dunkelheit wieder zurück. Am besten wird es sein, mich bemerkbar zu machen. Hallo! Hört mich jemand!? Hallo! Naja, keine Antwort ist auch eine Antwort. So weit können die doch nicht sein. Noch nicht einmal Autogeräusche sind zu hören. Wäre ja zu schön, den Geräuschen bis zur Landstraße folgen zu können. Habe ich das echt geschafft, für einen Haufen jenseits der Zivilisation zu gelangen? Waren wohl doch einige Schritte mehr, als ich gedacht habe. Mist, dass die Gruppe so groß ist, dass nicht für alle Taschenlampen verfügbar waren. Ich Trottel habe natürlich großmütig verzichtet. Verdammter Mist aber auch. Wieso sehe ich keinen Schein der Taschenlampen? Macht keinen Sinn hier rumzustehen. Irgendwo werde ich schon rauskommen. Vielleicht stoße ich durch Zufall auf die Hütte. Wenn ich vorsichtig gehe, wird es schon klappen. Irgendwer muss mich doch vermissen. Hallo! Hallo! Wieder keine Antwort. Suchen die mich gar nicht? Vielleicht weiß der Förster einfach, dass es keinen Sinn in dieser Finsternis macht. Schwarz wie die Nacht, auch so ein Spruch, den in der Stadt keiner wirklich verstehen kann. Oder undurchdringliche Dunkelheit. Die Hand nicht vor den Augen sehen können. Nachts sind alle Katzen grau. Von wegen. Die würde man gar nicht erst sehen. Verdammt, schon wieder so eine Wurzel. Ist ja schon ein Wunder, dass ich die Bäume knapp erkennen kann, anstatt davorzulaufen. Und zu hören ist auch nichts. Keine Tiere, nichts. Die halten zu mir wohl genug Abstand. Wie ich zu den Menschen. ... ... Hör auf zu kichern, du Depp. Was ist das denn jetzt? So ein Mist, jetzt hänge ich noch in so einem blöden Gestrüpp fest. Wie gut, dass ich meine Wanderschuhe angezogen habe. Das einzig Vernünftige, was ich heute getan habe. Hat der Förster auch gesagt. Die anderen hatten nur so hippe Turnschuhe an. Mit Gewalt wird es gehen. Jep. Dann taste ich mich mal weiter. Wie groß ist denn dieser Wald. Und nur das verflixte Rauschen der Blätter. Wenn wenigstens mal ein Vogel krakeelen würde, weil ich hier herumtrampel.  Nicht schon wieder. Moment mal. Das ist doch keine Wurzel. Das muss ein Baumstumpf sein. Fühlt sich glatt an. Also ist die Zivilisation doch schon bis hierhin vorgedrungen. Was Besseres werde ich wohl nicht mehr finden. Vom Himmel ist kaum was zu sehen. Noch nicht mal der Mond spendet ein bisschen Licht. Vielleicht ist der Himmel ja wolkenbehangen. Dann wird die Nacht wenigstens mild sein. Immerhin. Macht keinen Sinn mehr, hier ziellos durch den Wald zu laufen. Nicht gerade ein Bettstadl, aber die Krachlederne wird schon verhindern, dass es zu unangenehm wird. Ich habe mir doch einen Schokoriegel eingesteckt. Wo ist der denn? Bestimmt auf dem Küchentisch liegengelassen. Proviant brauche man nicht. Wäre alles in der Hütte vorbereitet. Ob die gerade Bier trinken?  Und wenn die mich doch vergessen haben. Ich halte mich ja immer Abseits. Hab schon am Startplatz, als alle munter in Grüppchen beieinander standen, nebenbei auf der Bank gehockt und nur zugeschaut. Ich glaube, ich muss jetzt doch erst einmal die Augen schließen."


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traumLos
Eselsohr


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BeitragVerfasst am: 30.09.2019 11:23    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich habe nun den kompletten Ausschnitt eingestellt. Ist nicht wesentlich länger. Vielleicht werden ein paar Unklarheiten minimiert. Einige von Katinka angestoßenen Korrekturen sind umgesetzt.

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Selanna
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BeitragVerfasst am: 30.09.2019 14:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo traumLos,

vorab: Der Auszug für sich betrachtet ist noch ein wenig belanglos (jemand muss mal und danach hat er den Anschluss verloren), aber er gewinnt wahrscheinlich sehr innerhalb seines Kontextes? Wink

Zitat:
Gustav spürte das Grummeln im Bauch schon geraume Zeit. Die Gruppe marschierte zielstrebig immer weiter.

Die Sätze am Einstieg sind mir zu kurz und stehen so abgehackt hintereinander. Aber das ist nur mein Geschmack und ich habe wohl auch einen Hang zu langen Sätzen mit vielen Kommata. Ich habe es halt mal geschrieben Wink

Zitat:
es wäre ihm unangenehm, wenn ihn jemand bei der Verrichtung des Geschäfts beobachten könnte.

Ach, tatsächlich? Laughing Den Satz könntest Du auch kürzen, glaube ich, das kann sich jeder Leser denken. Wink

Zitat:
der Abend begann bereits der Nacht entgegenzugehen,

„Gehen“ finde ich ein wenig trivial. Spontan würde mich entgegenzugleiten oder entgegenzudämmern gefallen.

Zitat:
er beschleunigte seine Schritte und begann bereits die Knöpfe seiner Lederhose zu öffnen.

Wenn's schon so grummelt und eilig ist: Kann er da einfach so die Schritte beschleunigen? Oder ist das schon eine Konzentrationssache/ unangenehm / anstrengend / angespannt oder was auch immer?
Und: Ich habe noch nie eine Lederhose getragen, aber knöpft man nicht für das kleine Geschäft die Knöpfe an der Lederhose auf, fürs große aber die Knöpfe am Latz/bzw. knöpft die Hosenträger ab?

Zitat:
er versucht sich zu orientieren.

Präteritum und je nach Geschmack ein Komma.
Insgesamt zu Teil eins: Das lief alles recht glatt und doch scheinbar entspannt. Soll es das?

Zitat:
„Das war knapp. Meine Güte, ist das Dunkel dunkel geworden. Wie komme ich in dieser Dunkelheit wieder zurück. Das ist ein bisschen viel Denken/Text. Irgendetwas würde ich hier kürzen Am besten wird es sein, mich bemerkbar zu machen. Da er ja gleich „Hallo, hört mich jemand, hallo“ schreit, kannst Du Dir diesen Satz sparen. Das ist quasi doppelt, Tell und Show Hallo! Hört mich jemand!? Hallo! Naja, keine Antwort ist auch eine Antwort. Deines ist witziger, aber wieder sehr ausführlich. Warum nicht einfach: Keine Antwort  so weit können die doch nicht sein. Noch nicht einmal Autogeräusche sind zu hören. Naja, im Wald nachts rechne ich auch nicht zwangsläufig mit Autogeräuschen, auch nicht mit nahen, vielbefahrenen Straßen, oder? wäre ja zu schön, den Geräuschen bis zur Landstraße folgen zu können. Habe ich das echt geschafft, für einen Haufen jenseits der Zivilisation zu gelangen? Waren wohl doch einige Schritte mehr, als ich gedacht habe. Mist, dass die Gruppe so groß ist, dass nicht für alle Taschenlampen verfügbar waren. Ich Trottel habe natürlich großmütig verzichtet. Verdammter Mist aber auch. Wieso sehe ich keinen Schein der Taschenlampen? weil er ja so weit schon weg ist, dass ihn auch keiner hört. Macht keinen Sinn hier rumzustehen. Irgendwo werde ich schon rauskommen. Vielleicht stoße ich durch Zufall auf die Hütte. Glaubt er das tatsächlich? Das ist doch sehr unwahrscheinlich.  wenn ich vorsichtig gehe, wird es schon klappen. Irgendwer muss mich doch vermissen. Hallo! Hallo! Wieder keine Antwort. Suchen die mich gar nicht? Vielleicht weiß der Förster einfach, dass es keinen Sinn in dieser Finsternis macht. Schwarz wie die Nacht, auch so ein Spruch, den in der Stadt keiner wirklich verstehen kann. Oder undurchdringliche Dunkelheit. Die Hand nicht vor den Augen sehen können. Nachts sind alle Katzen grau. Von wegen. Die würde man gar nicht erst sehen. Verdammt, schon wieder so eine Wurzel. Ist ja schon ein Wunder, dass ich die Bäume knapp erkennen kann, anstatt davorzulaufen. Und zu hören ist auch nichts. Keine Tiere, nichts. Die halten zu mir wohl genug Abstand. Wie ich zu den Menschen insgesamt waren die letzten Sätze jetzt besser, nciht mehr ganz so detailreich und damit nachvollziehbarer. . ... ... Hör auf zu kichern, du Depp. Was ist das denn jetzt? So ein Mist, jetzt hänge ich noch in so einem blöden Gestrüpp fest. Wie gut, dass ich meine Wanderschuhe angezogen habe. Das einzig Vernünftige, was ich heute getan habe. Hat der Förster auch gesagt. Die anderen hatten nur so hippe Turnschuhe an. Mit Gewalt wird es gehen. Jep. Dann taste ich mich mal weiter. Wie groß ist denn dieser Wald. Und nur das verflixte Rauschen der Blätter. Wenn wenigstens mal ein Vogel krakeelen würde nachts?? , weil ich hier herumtrampel.  Nicht schon wieder. Moment mal. Das ist doch keine Wurzel. Das muss ein Baumstumpf sein. Fühlt sich glatt an. Also ist die Zivilisation doch schon bis hierhin vorgedrungen Ist das nicht auch etwas übertrieben? Wenn es nicht gerade ein Naturschutzgebiet ist, dürften überall in Dtl und ÖR die Wälder schon mit Zivilisation in Kontakt gekommen sein . Was Besseres werde ich wohl nicht mehr finden. Vom Himmel ist kaum was zu sehen. Noch nicht mal der Mond spendet ein bisschen Licht. Vielleicht ist der Himmel ja wolkenbehangen -verhangen? . Dann wird die Nacht wenigstens mild sein. Immerhin. Macht keinen Sinn mehr, hier ziellos durch den Wald zu laufen. Nicht gerade ein Bettstadl Lederhose, Bettstadl und Krachlederne machen aus Gustav jetzt schnell den Bayern? , aber die Krachlederne wird schon verhindern, dass es zu unangenehm wird. Ich habe mir doch einen Schokoriegel eingesteckt. Wo ist der denn? Bestimmt auf dem Küchentisch liegengelassen. Proviant brauche man nicht. Wäre alles in der Hütte vorbereitet. Ob die gerade Bier trinken?  Und wenn die mich doch vergessen haben. Ich halte mich ja immer Abseits. Hab schon am Startplatz, als alle munter in Grüppchen beieinander standen, nebenbei auf der Bank gehockt und nur zugeschaut. Ich glaube, ich muss jetzt doch erst einmal die Augen schließen.“

So gesehen lässt sich Dein Schreibstil gut lesen und man kann der Geschichte gut folgen. Dass Du ihn dann einen so langen inneren Monolog führen lässt, der zudem noch so detailreich ist, macht mE zum Einen den Bayern unwahrscheinlich und zum Anderen langweilt es und lässt ihn als kleine Quasselstrippe dastehen. Hast Du schon mal überlegt, die Gedanken und die Beschreibung von außen abzuwechseln, sodass er nicht alles, was passiert, auch für den Leser denken muss?

Ich hoffe, ein paar meiner Anregungen waren hilfreich, die anderen ignorier einfach.
Liebe Grüße und viel Erfolg beim Feilen
Selanna


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traumLos
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BeitragVerfasst am: 30.09.2019 19:55    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Selanna

Auch so eine aufwendige Betrachtung des Textes. Vielen Dank.
Uff, da waren noch einige Fehler aufzudecken. Darunter welche, auf die Katinka schon aufmerksam gemacht hat, mir aber durchgegangen sind.

Du zeigst auf, dass es schwierig ist, Texte, die in einen größeren Kontext eingebunden sind,  solitär zu verstehen. Mir schien diese Passage hinreichend selbsterklärend und auch genügend Hinweise auf die Figur Gustav zu geben, um sie einzustellen.

Ich habe oben schon mal angesprochen, dass die Struktur der Geschichte in diesem Ausschnitt widergespiegelt wird.

Gustav ist eine einsame Person ohne Kontakte, auch nicht wirklich in der Lage Kontakt zu bekommen. Deshalb kommt es oft zu Monologen. Gedanken, Selbstgespräche. Nicht immer genau zu trennen, manchmal schon.

Allerdings ist Gustav kein Bayer. 😊Er ist als Kind oft in Bayern in den Ferien gewesen und hat gefallen an einigen Wörtern gefunden, die er in seinen Sprachgebrauch übernommen hat. 😀

Obwohl mir nicht ganz klar ist, warum Bayern allein in dunklen Wäldern keine Selbstgespräche /Gedankenspiele haben sollten.

Hm, die Frage bleibt, ob zur Einstellung nicht doch die erste gekürzte  Version ausreichend war?

Vielen Dank für deine Anregungen.


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Selanna
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BeitragVerfasst am: 30.09.2019 22:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo traumLos,

Zitat:
Uff, da waren noch einige Fehler aufzudecken.

Das waren doch bloß Anmerkungen Wink

Zitat:
Du zeigst auf, dass es schwierig ist, Texte, die in einen größeren Kontext eingebunden sind,  solitär zu verstehen. Mir schien diese Passage hinreichend selbsterklärend und auch genügend Hinweise auf die Figur Gustav zu geben, um sie einzustellen.

Ich denke eigentlich schon, dass ich den Text verstanden habe. Ich sagte nur, dass er – für sich allein stehend – etwas belanglos wäre.

Zitat:
Gustav ist eine einsame Person ohne Kontakte, auch nicht wirklich in der Lage Kontakt zu bekommen. Deshalb kommt es oft zu Monologen. Gedanken, Selbstgespräche. Nicht immer genau zu trennen, manchmal schon.

Das kam auch so rüber. Ich wollte Dir nur - meine ganz subjektive Meinung – dalassen, dass es für mich als Leser etwas viele Monologe und Gedanken sind und ich persönlich das etwas übertrieben und letztendlich langatmig finde. Aber das ist ja nur mein Empfinden.

Zitat:
Hm, die Frage bleibt, ob zur Einstellung nicht doch die erste gekürzte  Version ausreichend war?

Die erste habe ich leider nicht gelesen. Übrigens kommt es doch nicht darauf an, welche Version Du einstellen solltest, sondern welche Du bevorzugst und an der würde ich dann an Deiner Stelle im Forum arbeiten und kommentieren lassen.

Zitat:
vielen Dank für deine Anregungen.

Gern geschehen.

Liebe Grüße
Selanna


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Katinka2.0
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BeitragVerfasst am: 01.10.2019 18:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo traumLos Smile ,

ich habe die neue Version gelesen und würde ein paar Stellen kürzen. Meine Anmerkungen findest du, wie immer, im Text.


traumLos hat Folgendes geschrieben:
Waldspaziergang

Gustav spürte das Grummeln im Bauch schon geraume Zeit. Die Gruppe marschierte zielstrebig immer weiter. Wenn er den Förster richtig verstanden hatte, würde es noch lange dauern, bis sie die Beobachtungshütte, wo sie die Nacht verbringen wollten, erreichten. Das Grummeln wurde stärker. Gustav löste sich von den anderen, um im Wald nach einer geeigneten Stelle Ausschau zu halten. Immer wieder blickte er sich um, ob er noch gesehen werden konnte. Es wäre ihm unangenehm, wenn ihn jemand bei der Verrichtung des Geschäfts beobachten könnte. Der Abend begann bereits der Nacht entgegenzugehen, die Sicht wurde schlechter. Gustav bemerkte in nicht allzu weiter Entfernung einen Busch, der ihm geeignet schien. Er beschleunigte seine Schritte und begann bereits die Knöpfe seiner Lederhose zu öffnen. Der Busch war perfekt, er konnte sich etwas festhalten, bevor er in die Hocke ging. Seine Hinterlassenschaften bedeckte er mit einigen weiteren Papiertaschentüchern und reichlich Laub. Gustav hatte nicht wahrgenommen, wie dunkel es schon war. Er versuchte sich zu orientieren.

"Das war knapp. Meine Güte, ist das Dunkel geworden. Wie komme ich in dieser Dunkelheit wieder zurück. Am besten wird es sein, mich bemerkbar zu machen. Was hast du gegen die Verwendung eines Gedankenstrichs? Er würde hier die Unterbrechung des inneren Monologes kennzeichnen. Gustav pausiert ja mit seinem Selbstgespräch und ruft laut in den Wald hinein. Ich bin der Meinung, das müsstest du auch korrekt darstellen. Hallo! Hört mich jemand!? Hallo! Du könntest aber auch kurz zum Erzähler schwenken und danach den inneren Monolog fortsetzen: Er formte seine Hände zu einem Sprachrohr und brüllte in den Wald hinein. "Keine Antwort ist auch eine Antwort. So weit können die doch nicht sein. Noch nicht einmal Autogeräusche Autos sind zu hören. Wäre ja zu schön, den Geräuschen bis zur Landstraße folgen zu können. Habe ich das echt geschafft, für einen Haufen jenseits der Zivilisation zu gelangen? Waren wohl doch einige Schritte mehr, als ich gedacht habe. Mist, dass die Gruppe so groß ist, dass nicht für alle Taschenlampen verfügbar waren. Ich Trottel habe natürlich großmütig verzichtet. Verdammter Mist aber auch. Wieso sehe ich keinen Schein der Taschenlampen? Macht keinen Sinn hier rumzustehen. Irgendwo werde ich schon rauskommen. Vielleicht stoße ich durch Zufall auf die Hütte. Wenn ich vorsichtig gehe, wird es schon klappen. Irgendwer muss mich doch vermissen. Gedankenstrich! Hallo! Hallo! Wieder keine Antwort. Suchen die mich gar nicht? Vielleicht weiß der Förster einfach, dass es keinen Sinn in dieser Finsternis macht. Schwarz wie die Nacht, auch so ein Spruch, den in der Stadt keiner wirklich verstehen kann. Oder undurchdringliche Dunkelheit. Die Hand nicht vor den Augen sehen können. Nachts sind alle Katzen grau. Von wegen. Die würde man gar nicht erst sehen. Verdammt, schon wieder so eine Wurzel. Ist ja schon ein Wunder, dass ich die Bäume knapp erkennen kann, anstatt davorzulaufen. Und zu hören ist auch nichts. Keine Tiere, nichts. Die halten zu mir wohl genug Abstand. Wie ich zu den Menschen. ... ... Warum die Auslassungszeichen? Hör auf zu kichern, du Depp. Die Reaktion finde ich etwas strange. Sollte er nicht eher ängstlich sein? Was ist das denn jetzt? So ein Mist, jetzt hänge ich noch in so einem blöden Gestrüpp fest. Wie gut, dass ich meine Wanderschuhe angezogen habe. Das einzig Vernünftige, was ich heute getan habe. Hat der Förster auch gesagt. Die anderen hatten nur so hippe Turnschuhe an. Mit Gewalt wird es gehen. Jep. Dann taste ich mich mal weiter. Wie groß ist denn dieser Wald. Und nur das verflixte Rauschen der Blätter Ich dachte, er hört keine Geräusche?. Wenn wenigstens mal ein Vogel krakeelen würde, weil ich hier herumtrampel.  Nicht schon wieder. Moment mal. Das ist doch keine Wurzel. Das muss ein Baumstumpf sein. Fühlt sich glatt an. Also ist die Zivilisation doch schon bis hierhin vorgedrungen. Was Besseres werde ich wohl nicht mehr finden. Vom Himmel ist kaum was zu sehen. Noch nicht mal der Mond spendet ein bisschen Licht. Vielleicht ist der Himmel ja wolkenbehangen. Dann wird die Nacht wenigstens mild sein. Ein wolkenverhangener Himmel verspricht eine milde Nacht? Immerhin. Macht keinen Sinn mehr, hier ziellos durch den Wald zu laufen. Nicht gerade ein Bettstadl, aber die Krachlederne wird schon verhindern, dass es zu unangenehm wird. Ich habe mir doch einen Schokoriegel eingesteckt. Wo ist der denn? Bestimmt auf dem Küchentisch liegengelassen. Proviant brauche man nicht. Wäre alles in der Hütte vorbereitet. Ob die gerade Bier trinken?  Und wenn die mich doch vergessen haben. Ich halte mich ja immer Abseits klein. Hab schon am Startplatz, als alle munter in Grüppchen beieinander standen, nebenbei auf der Bank gehockt und nur zugeschaut. Ich glaube, ich muss jetzt doch erst einmal die Augen schließen."


Die Müdigkeit kommt jetzt doch ein wenig plötzlich, außerdem fehlt mir ein bisschen mehr Atmosphäre. Ich stelle es mir unheimlich vor, nachts alleine im Wald herumzulaufen und würde ganz sicher kein Auge zutun.

Wie geht's denn weiter? Wie Selanna bereits anmerkte, müsste die Handlung jetzt mal in die Gänge kommen.

LG Katinka
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BeitragVerfasst am: 01.10.2019 19:29    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Katinka, hallo Selanna

Nochmal Dank, für eure erneuten Rückmeldungen.

Die Fehler werden unverzüglich korrigiert. 😶
Auch die Redundanzen werden entfernt. Z.B. zu Beginn des Monologs die Dunkelheit. Das ist ja schon peinlich.

Das mit dem Himmel. Offener Himmel eher kühler, bedeckter Himmel eher milder. Das passt schon.

Das Rauschen der Blätter. Hm, die haben natürlich schon vorher gerauscht. Dies ist Gustav zuvor nur kein Gedanke wert gewesen. Worauf er sich konzentriert hat, waren Geräusche, die ihm "nützlich" sein könnten.

In gewisser Weise fühlt sich Gustav sicher unwohl. Was nicht zuletzt sein etwas konfuser Monolog zeigt. Aber Angst in dieser Situation entspricht ihm eher nicht. Ich denke, Angst auslösend ist eher nicht die Dunkelheit an sich, sondern in Kombination mit dem Alleinsein. Und das ist für Gustav eine gewohnte Situation.


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BeitragVerfasst am: 02.10.2019 20:59    Titel: Re: Waldspaziergang Antworten mit Zitat

Du weißt, alles subjektiv: Der Autor - Du - entscheidest.
Mir fehlt an dem Text etwas. Die Sätze finde ich zu unzusammenhängend und wahllos aneinandergereiht. Die Übergänge könnten fließender sein. Auch denke ich, dass die Zeit nicht konsequent sauber eingehalten ist.

z.B.
Zitat:
Gustav spürte das Grummeln im Bauch schon geraume Zeit. Die Gruppe marschierte zielstrebig immer weiter.
--> die beiden Sätze würde ich zusammenfassen.
Zitat:
  bis sie die Beobachtungshütte,
  --> würde ich weg lassen.

Zitat:
Es wäre ihm unangenehm gewesen, wenn ihn jemand bei der Verrichtung des Geschäfts hätte beobachten können.
-->Formulierung?
Zitat:
Der Abend begann bereits der Nacht entgegenzugehen, die Sicht wurde schlechter.

da liese sich auch eine bildhaftere Sprache finden, nicht?

Zitat:
Er versucht sich zu orientieren
. --> Warum auf einmal Gegenwart?

Zitat:
Mist, dass die Gruppe so groß ist, dass nicht für alle Taschenlampen verfügbar waren. Ich Trottel habe natürlich großmütig verzichtet. Verdammter Mist aber auch. Wieso sehe ich keinen Schein der Taschenlampen?
--> ist das nicht alles zu belanglos? Die Sätze und Aussagen sind mir zu abgehackt.

Schreib doch mehr über seine Gefühlslage - über das Unwohlsein, seine Angst. Dann kommen beim Lesen auch die stärkeren Bilder.


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... diese gläserne Gegenwart ...
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Corydoras
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BeitragVerfasst am: 02.10.2019 21:27    Titel: Antworten mit Zitat

Völliges Off-Topic, aber ich musste gerade lachen: Mein Kater heißt Gustav. Wenn der sein großes Geschäft verrichtet, macht er danach auch immer so viel Trara drum. Laughing

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Ichlesehier
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BeitragVerfasst am: 03.10.2019 10:56    Titel: Antworten mit Zitat

Corydoras hat Folgendes geschrieben:
Völliges Off-Topic, aber ich musste gerade lachen: Mein Kater heißt Gustav. Wenn der sein großes Geschäft verrichtet, macht er danach auch immer so viel Trara drum. Laughing


Hahaha
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traumLos
Eselsohr


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BeitragVerfasst am: 03.10.2019 11:04    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo

Vielen Dank für eure Rückmeldungen. Und ein besonderer Gruß an Kater Gustav.

Ein Thema möchte ich herausgreifen.  Die Sprache.
Bildhafter, poetischer, schönere Worte sollten verwendet werden. Eine für mich spannende Thematik, denn ich liebe es ebenso zu schreiben. Bei meinem Gedicht, dass ich vor ein paar Jahren hier in dem Einstand platziert habe, war genau das der zentrale Kritikpunkt. So schriebe man heute nicht mehr.

Aber nein, das ist nicht der Grund für die nüchterne Sprache dieses Textes. Ich habe mich dafür entschieden, da gerade beim zentralen Thema des einsamen Protagonisten, eine "deepere" Sprache leicht zu einer "Schwere" des Textes führen kann, zu einer Larmoyanz, die Gustav nicht entspricht.

Frage an euch. Ist das nachvollziehbar, oder habe ich einen falschen Ansatz?


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Selanna
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BeitragVerfasst am: 03.10.2019 11:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo traumLos,

ich habe die Kommentare gestern überflogen und so weit ich mich erinnern kann, wurden zB von Leseprobe und mir die kurzen, zusammenhanglos aneinandergereihten Sätze am Anfang kritisiert. Die könntest Du gut verbinden und damit einen schöneren Text formen, auch ganz ohne poetisch, hochtrabend oder schwelgerisch zu werden.

Das nur ganz kurz dazu von mir.
Liebe Grüße
Selanna


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traumLos
Eselsohr


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BeitragVerfasst am: 13.10.2019 12:57    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo,

einigen Eurer Vorschläge bin ich gefolgt, zu einigen konnte ich mich nicht durchringen.


Waldspaziergang

Gustav spürte das Grummeln im Bauch schon geraume Zeit. Die Gruppe marschierte zielstrebig immer weiter. Wenn er den Förster richtig verstanden hatte, würde es noch lange dauern, bis sie die Beobachtungshütte, wo sie die Nacht verbringen wollten, erreichten. Das Grummeln wurde stärker. Gustav löste sich von den anderen, um im Wald nach einer geeigneten Stelle Ausschau zu halten. Immer wieder blickte er sich um, ob er noch gesehen werden konnte. Es wäre ihm unangenehm, wenn ihn jemand bei der Verrichtung des Geschäfts beobachten könnte. Der Abend begann bereits der Nacht entgegenzugehen, die Sicht wurde schlechter. Gustav bemerkte in nicht allzu weiter Entfernung einen Busch, der ihm geeignet schien. Er beschleunigte seine Schritte und begann bereits die Knöpfe seiner Lederhose zu öffnen. Der Busch war perfekt, er konnte sich etwas festhalten, bevor er in die Hocke ging. Seine Hinterlassenschaften bedeckte er mit einigen weiteren Papiertaschentüchern und reichlich Laub. Gustav hatte nicht wahrgenommen, wie dunkel es schon war. Er versuchte sich zu orientieren.

"Das war knapp. Wie komme ich in dieser Dunkelheit wieder zurück. Hallo! Hört mich jemand!? Hallo! Naja, keine Antwort ist auch eine Antwort. So weit können die doch nicht sein. Noch nicht einmal Autos sind zu hören. Wäre ja zu schön, den Geräuschen bis zur Landstraße folgen zu können. Habe ich das echt geschafft, für einen Haufen jenseits der Zivilisation zu gelangen? Waren wohl doch einige Schritte mehr, als ich gedacht habe. Mist, dass die Gruppe so groß ist, dass nicht für alle Taschenlampen verfügbar waren. Ich Trottel habe natürlich großmütig verzichtet. Verdammter Mist aber auch. Macht keinen Sinn hier rumzustehen. Irgendwo werde ich schon rauskommen. Vielleicht stoße ich durch Zufall auf die Hütte. Wenn ich vorsichtig gehe, wird es schon klappen. Irgendwer muss mich doch vermissen. Hallo! Hallo! Wieder keine Antwort. Suchen die mich gar nicht? Vielleicht weiß der Förster einfach, dass es keinen Sinn in dieser Finsternis macht. Schwarz wie die Nacht, auch so ein Spruch, den in der Stadt keiner wirklich verstehen kann. Oder undurchdringliche Dunkelheit. Die Hand nicht vor den Augen sehen können. Nachts sind alle Katzen grau. Von wegen. Die würde man gar nicht erst sehen. Verdammt, schon wieder so eine Wurzel. Ist ja schon ein Wunder, dass ich die Bäume knapp erkennen kann, anstatt davorzulaufen. Und zu hören ist auch nichts. Keine Tiere, nichts. Die halten zu mir wohl genug Abstand. Wie ich zu den Menschen. ... ... Hör auf zu kichern, du Depp. Was ist das denn jetzt? So ein Mist, jetzt hänge ich noch in so einem blöden Gestrüpp fest. Wie gut, dass ich meine Wanderschuhe angezogen habe. Das einzig Vernünftige, was ich heute getan habe. Hat der Förster auch gesagt. Die anderen hatten nur so hippe Turnschuhe an. Mit Gewalt wird es gehen. Jep. Dann taste ich mich mal weiter. Wie groß ist denn dieser Wald. Und nur das verflixte Rauschen der Blätter. Wenn wenigstens mal ein Vogel krakeelen würde, weil ich hier herumtrampel.  Nicht schon wieder. Moment mal. Das ist doch keine Wurzel. Das muss ein Baumstumpf sein. Fühlt sich glatt an. Also ist die Zivilisation doch schon bis hierhin vorgedrungen. Was Besseres werde ich wohl nicht mehr finden. Vom Himmel ist kaum was zu sehen. Noch nicht mal der Mond spendet ein bisschen Licht. Vielleicht ist der Himmel ja wolkenverhangen. Dann wird die Nacht wenigstens mild sein. Immerhin. Macht keinen Sinn mehr, hier ziellos durch den Wald zu laufen. Nicht gerade ein Bettstadl, aber die Krachlederne wird schon verhindern, dass es zu unangenehm wird. Ich habe mir doch einen Schokoriegel eingesteckt. Wo ist der denn? Bestimmt auf dem Küchentisch liegengelassen. Proviant brauche man nicht. Wäre alles in der Hütte vorbereitet. Ob die gerade Bier trinken?  Und wenn die mich doch vergessen haben. Ich halte mich ja immer abseits. Hab schon am Startplatz, als alle munter in Grüppchen beieinander standen, nebenbei auf der Bank gehockt und nur zugeschaut. Ich glaube, ich muss jetzt doch erst einmal die Augen schließen."


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Leseprobe
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BeitragVerfasst am: 14.10.2019 08:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo TraumLos,
ich denke, wenn der Text gewinnen soll, solltest du im zweiten Absatz bei der direkten Rede mindestens um die Hälfte kürzen:
 .. hallo, hallo, na ja. Noch nicht einmal ..., Mist, ich Trottel, verdammter Mist, irgendwo, vielleicht, irgendwer, hallo, hallo, vielleicht, schwarz wie die Nacht, verdammt, wieder Mist - usw.
das wiederholt sich alles viel zu oft.
Nichts für ungut.
 Grüße


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Anoa
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BeitragVerfasst am: 14.10.2019 09:01    Titel: Antworten mit Zitat

Mir hat der Text gut gefallen. Las neugierig. Nichts Überflüssiges.

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Mona Ullrich, Berlin
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