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Ob James den Deep POV und Karl den Infodump kannten?

 
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Ribanna
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 56
Beiträge: 197



BeitragVerfasst am: 10.10.2019 18:15    Titel: Ob James den Deep POV und Karl den Infodump kannten? eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Meine Lieblingsschrifteller und Vorbilder sind James A. Michener und Karl May, obwohl es noch hunderte andere Autoren gibt, die ich gern lese/gelesen habe.

Seit ich selbst ernsthaft schreibe, habe ich natürlich auch hier und sonst wo Ratgeber gelesen, Tipps, Tricks usw. , habe neue Ausdrücke gelernt und Techniken.

Ich schreibe aber zu 85 Prozent einfach drauf los, ohne an all das zu denken. Und ich frage mich eben manchmal: ob James und Karl all diese Regeln kannten? Beide haben Unmengen von dem, was Infodump genannt wird, in ihren Büchern. Prologe gibt es seitenweise bei Michener, Ich-Erzähler bei Karl May. Wie konnten die nur Erfolg haben? Very Happy

Diese Frage ist vielleicht nicht ganz ernst gemeint, aber manchmal denke ich schon: zuviel Info schadet meiner "Schreibe" nur, mein Bauch macht vieles gut, was die Ratgeber ablehnen. Laughing
Was denkt Ihr? Kann man Schreiben wirklich "lernen" oder sind die Regeln doch nur "Stütze", aber nichts, was in Stein gemeißelt ist?


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Corydoras
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 35
Beiträge: 753
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BeitragVerfasst am: 10.10.2019 18:21    Titel: Antworten mit Zitat

In erster Linie denke ich, dass sich auch der Zeitgeist und der Geschmack ändert.

So wie heute Animationsfilme nicht mehr per Hand gezeichnet werden und von Schauspielern kein Overacting mehr gewünscht wird und der Western im Kino praktisch tot ist, so ist halt heute der Infodump oder der auktoriale Erzähler nicht mehr so beliebt wie noch vor Jahrzehnten.

Ist halt immer ein bisschen traurig, wenn es sich gegen den eigenen Geschmack richtet. Ich mag z.B. die per Hand gezeichneten Filme, aber ich werde keine mehr kriegen. Leider.


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Kiara
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 39
Beiträge: 659
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BeitragVerfasst am: 10.10.2019 19:12    Titel: Antworten mit Zitat

Bezüglich Infodump: Verfechter nennen es oft Lore und lieben es. Sie lieben, in die Geschichte und all ihren Facetten einzutauchen. Allerdings sollte es auch gut verpackt sein, sonst schreckt es sogar Fans ab.

M.E. ist es dem Zeitgeist geschuldet, dass Infodump oder wie man es auch immer nennen mag weniger Anhänger findet, weil das Lesen Zeit erfordert. Zeit, die kaum einer hat, in einer Gesellschaft, in der Texte anhand von Leseminuten sortiert werden können und alleine daran sich bereits entscheidet, ob er Zuspruch bei der breiten Masse erhält oder nicht.

Früher gab es weniger Möglichkeiten, abzuschalten - also nahm ein Leser gerne den Schmöker zur Hand und versank. Heute kriegt man, egal in welcher Form, möglichst schnell möglichst viele Informationen um die Ohren gehauen - alles der Zeit geschuldet, die dahinrast, weil man sich mit so Vielem beschäftigt. Oder beschäftigen muss, bla bla bla OT.

Der moderne Text vermeidet deine angesprochenen Dinge, um mehr Leser anzusprechen - zumindest theoretisch. Machen können und sollten Schriftsteller dennoch alle Varianten - alleine der Varianz wegen - was für eine Aussage! Schulterklopf Razz
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Willebroer
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2700
Wohnort: OWL


BeitragVerfasst am: 11.10.2019 00:11    Titel: Antworten mit Zitat

Auf meiner Tour kreuz und quer durch die Leseproben ist mir immer wieder die Fülle der Infos und Rückblenden aufgefallen. Das scheinen keine Umsatzkiller per se zu sein.

Der Mensch hat eigentlich ein natürliches Bedürfnis nach Informationen. Aber er möchte auch mal Ruhe und Übersicht. Zwischen diesen Polen bewegt sich sein Interesse.

Der Ursprung der Geschichten - so stelle ich mir die graue Vorzeit vor Erfindung des Buchdrucks vor - ist ja eigentlich die Informationsvermittlung. Nur wurde nicht von Anfang an unterschieden zwischen "objektiven" Tatsachen und sonstigen "Narrativen". Wer etwas zu erzählen hatte, konnte sich auf regen Zulauf verlassen.

Heutzutage leiden wir eher an Überinformation. Dadurch entsteht eine Abwehrhaltung, die es schwerer macht, unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen. Also werden wir überschüttet mit Action, Bedrohungsszenarien, Verheißungen - und alles wird personalisiert, damit wir gleich unseren persönlichen Anker haben.

Letztlich ist also jede Info auch eine Geschichte - und jede Geschichte gibt irgendeine Art von Information.

Wer gute Sachbücher schreibt, der erzählt Geschichten. Es "ist" nicht etwas (die "objektive Tatsache"), sondern es passiert etwas. Fleming vergißt seine Bakterienkultur, Kolumbus entdeckt Amerika, bei Franklin schägt der Blitz ein, John Harrison wird um seine Prämie betrogen.

Die Kunst besteht also nicht darin, möglichst viel auf engem Raum an den Leser zu bringen, sondern etwas gut zu erzählen. Genau das konnte Karl May. Wenn man sich mal durchliest, wie er seine Figuren beschreit, auch seitenlang, dann ist das immer sehr unterhaltsam, ebenso seine Beschreibungen ferner Länder und Sitten.

An Mark Twain kann man hier auch denken.

Natürlich kann auch das Spiel mit Sprache, mit Worten, Metaphern, Satzbau oder Perspektiven einen Reiz für den (kundigen) Leser ausmachen. Und warum sollte man nicht einen Text attraktiv finden, weil man sich nützliche Anregungen für das eigene Schaffen erhofft?
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Ribanna
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 56
Beiträge: 197



BeitragVerfasst am: 11.10.2019 07:38    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank für eure Antworten.
Ja, tatsächlich scheint "der Zeitgeist" das Lesen von Texten auf Minuten zu begrenzen, wie es ja oft auch im Netz angegeben wird.
Das Versinken in dicke Schmöker an einem regnerischen Herbsttag kennen viele nicht mehr.
Trotzdem werden ja Bücher mit 800 Seiten (+/- verkauft, womöglich sogar gelesen.
Ich habe die Hoffnung, dass das alles einer Art Mode unterworfen ist, so dass es eines Tages wieder "modern" ist, zu lesen, statt flüchtigen Botschaften im Netz seine ganze Aufmerksamkeit zu schenken. Außerdem glaube ich (ja, ich bin naiv und blauäugig), dass ein gutes Buch gut ist, egal, ob es vor 30, 130 oder 230 Jahren geschrieben wurde.
Und: als Schreibende will ich mich frei machen von Zeitgeistregeln, sondern einfach meine Geschichte erzählen, denn die großen, guten Schriftsteller kannten vermutlich weniger "Schreibregeln für Autoren" als heute ein durchschnittlicher Schüler.


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Nordica
Schreiber-Lehrling


Beiträge: 105



BeitragVerfasst am: 11.10.2019 09:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ribanna,
ich glaube, man muss bei deiner ursprünglichen Frage ("Was denkt Ihr? Kann man Schreiben wirklich "lernen" oder sind die Regeln doch nur "Stütze", aber nichts, was in Stein gemeißelt ist?") zwischen zwei Dingen unterscheiden:

1. Kann man Schreiben lernen?
Die Antwort hängt dann davon ab, ob man ein eher statisches oder ein eher dynamisches Mindset hat. Wer von der Vorstellung ausgeht, dass wir auf bestimmten Gebieten eine gewisse, unveränderliche Begabung haben oder auch nicht, der wird antworten, dass man Schreiben nicht lernen kann. Man kann es oder man kann es halt nicht. Die Denkweise macht es uns jedoch schwer, Herausforderungen anzunehmen (denn wenn mir etwas misslingt, beweise ich ja dadurch nur, dass ich "nicht gut" bin, nicht zum Schriftsteller tauge) und uns weiterzuentwickeln. Kritik wird dann entrüstet abgewiesen.
Wer ein dynamisches Mindset hat, geht davon aus, dass wir entwicklungsfähig sind und dass wir vieles lernen können, wenn wir uns anstrengen und aus Misserfolgen lernen. Kritik wird dazu genutzt, sich weiterzuentwickeln.
Viele berühmte Persönlichkeiten waren als junge Menschen nicht besonders talentiert/erfolgreich auf ihrem Gebiet, haben es jedoch durch hartnäckige Arbeit und das Lernen aus Misserfolgen zu Meisterleistungen gebracht. Meine persönliche Antwort auf die erste Frage lautet daher: Ja, ich glaube, dass man Schreiben lernen und sich schriftstellerisch stark weiterentwickeln kann, deshalb mache ich hier mit.

2. Sind die Regeln in Stein gemeißelt?
Meine Antwort darauf lautet nein, gewisse Regeln sind heute modern, waren es früher nicht, der Geschmack ändert sich. Dennoch unterscheide ich zwischen subjektiv "guten" Büchern, die mich fesseln, mich unterhalten, mich in eine andere Welt eintauchen lassen und subjektiv "schlechten" Büchern, die mich langweilen, die Logikbrüche und Grammatikfehler enthalten, deren Figuren unglaubwürdig wirken... Ich versuche, mir bewusst zu machen, was ich warum als guten Text erlebe und das dann für meine eigene Schreibe zu übernehmen. Manche Regeln sind da eine Hilfe, andere nicht. In Stein gemeißelt sind sie für mich nicht.
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Ribanna
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 56
Beiträge: 197



BeitragVerfasst am: 11.10.2019 11:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nordica hat Folgendes geschrieben:
...
Viele berühmte Persönlichkeiten waren als junge Menschen nicht besonders talentiert/erfolgreich auf ihrem Gebiet, haben es jedoch durch hartnäckige Arbeit und das Lernen aus Misserfolgen zu Meisterleistungen gebracht. Meine persönliche Antwort auf die erste Frage lautet daher: Ja, ich glaube, dass man Schreiben lernen und sich schriftstellerisch stark weiterentwickeln kann, deshalb mache ich hier mit.

...Manche Regeln sind da eine Hilfe, andere nicht. In Stein gemeißelt sind sie für mich nicht.


Danke für deine ausführliche Antwort.
Ich schrieb ja eingangs, dass meine Frage nicht ganz so ernst gemeint ist.  Mir ist hier - und auf anderen Seiten - aufgefallen, dass von einigen versucht wird, den Schreibprozess zu "vermessen", in Form zu pressen, beschreibbar zu machen.
Dafür werden immer neue Begriffe gefunden, Ratgeber entwickelt, Regeln aufgestellt. Manche dieser Fragen hier befremden mich, obwohl ich auch wieder verstehen kann, warum jemand das wissen will: wie viele Seiten, welche Kapitelüberschrift, ist der Roman zu kurz, ist er zu lang, wie nah darf der Erzähler gehen, wie viel Distanz muss er haben usw.
Das ist teilweise sogar eine recht interessante Diskussion, die sich daraus ergibt.

Ja, letztlich denke ich auch, jeder kann sich weiterentwickeln, an sich und seinen Texten arbeiten.
Aber ein wirklich gutes Buch (und da entscheide ich genau so: es gefällt mir, weil es eine gute Geschichte spannend und mitreißend erzählt) hält sich eben oft nicht an all die "das-ist-so-Vorgaben".

Versteht mich bitte nicht falsch, ich zweifle weder den Sinn von Ratgebern noch dieses Forums an. Ich kann auch gar nicht genau fassen, was mich zu diesem Beitrag gebracht hat. An manchen Stellen hier im Forum möchte ich dem Verfasser gern zurufen: Hör doch mal auf deinen Bauch, vertrau dir selbst, du bist dein bester Ratgeber. Versuch nicht, dein Buch nach einem Schema F zu gestalten.
An anderen Stellen finde ich die Diskussionen hilfreich und sehr nützlich.
Ich weiß auch nicht so recht, ich habe eben "schriftlich nachgedacht"...


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Thomas74
Geschlecht:männlichSchreiberling

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Beiträge: 261
Wohnort: Annaburg


BeitragVerfasst am: 11.10.2019 11:19    Titel: Antworten mit Zitat

Ribanna, da schließe ich mich hundertprozentig an.
Ich gehe ja sogar noch etwas weiter, dass hier teilweise nicht nur dem Autor vermittelt wird, gute Bücher funktionieren nur nach Schema F bzw. Schreibratgeber XY, nein, man bekommt sogar als Leser ein schlechtes Gewissen, wenn man Bücher gut findet, die durch dieses von einigen postulierte Raster durchfallen, weil sie es wagen, Prologe und Ich-Erzähler zu enthalten.


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Nordica
Schreiber-Lehrling


Beiträge: 105



BeitragVerfasst am: 11.10.2019 11:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo nochmal smile

ja, da stimme ich dir (Ribanna) voll zu, manche Diskussionen hier sind interessant und hilfreich, andere vielleicht ein wenig Korinthenk...rei. Selbst wenn ich mich an alle aktuell scheinbar geltenden Regeln halte, habe ich noch nicht die Garantie für ein gutes Buch. Und ein gutes Buch kann man (ich irgendwann hoffentlich auch) auch schreiben, wenn man einige der offiziellen Regeln bricht.

(Ich hatte deine Frage übrigens nicht als negative Kritik am Forum aufgefasst, finde sie sehr interessant.)

Edit: stimme auch Thomas zu
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fabian
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 169



BeitragVerfasst am: 11.10.2019 13:29    Titel: Antworten mit Zitat

Ribanna hat Folgendes geschrieben:
Mir ist hier - und auf anderen Seiten - aufgefallen, dass von einigen versucht wird, den Schreibprozess zu "vermessen", in Form zu pressen, beschreibbar zu machen.
Dafür werden immer neue Begriffe gefunden, Ratgeber entwickelt, Regeln aufgestellt. ... ist der Roman zu kurz, ist er zu lang, wie nah darf der Erzähler gehen, wie viel Distanz muss er haben usw. ...
Aber ein wirklich gutes Buch (und da entscheide ich genau so: es gefällt mir, weil es eine gute Geschichte spannend und mitreißend erzählt) hält sich eben oft nicht an all die "das-ist-so-Vorgaben".
...
An manchen Stellen hier im Forum möchte ich dem Verfasser gern zurufen: Versuch nicht, dein Buch nach einem Schema F zu gestalten.
An anderen Stellen finde ich die Diskussionen hilfreich und sehr nützlich.

Ich hab den Thread nur kursorisch überlesen, aber gerade deine Schlussbemerkung finde ich sehr interessant.
Zum Beispiel Schema F: erstmal wird versucht, an "erfolgreichen" Geschichten (erfolgreich [kann man leicht messen] = gut [kann man schwer messen?]) ein Schema F zu finden. Daraus werden Ratgeber, und nach denen entstehen dann viele Geschichten nach diesem Schema F. Die haben so lange Erfolg = sind gute Geschichten, bis es den Lesern langweilig wird, weil diese Leser das Schema F natürlich auch erkennen. Dann ist Schema F wieder out. Es gibt Leute, die können jahrelang Burger essen und es gibt eben auch welche, denen hängen sie schnell zum Halse heraus. Oder der neue Chicken-Döner verdrängt den alten Burger. Marktgeschehen sagt wenig über die Eigenschaften der Produkte aus.

Andere Ratgeber bedienen sich bei den Erkenntnissen der Erzähltheorie, die haben dann schon etwas mehr Substanz.
Aber ich habe noch keinen gefunden, der "Erfolg" und "gut" nicht letztendlich doch immer wieder am Marktgeschehen misst.
Wenn ich meinen rudimentären Ansatz einer analytischen Betrachtung jetzt weiter spinnen wollte, dann scheint mir, dass Ansätze fruchtbar sein könnten, die sich auf Elemente des Erzählens konzentrieren und diese in ihrer (praktischen) Bedeutung für das Erzählen von Geschichten in Beziehung setzen. Was passiert, wenn ich so erzähle, was passiert, wenn ich anders erzähle.
So würde sich nach meinem Empfinden Theorie (Analyse vorliegender Texte, meinetwegen auch Ratschlag) und Praxis  produktiv  verbinden lassen.
Keine Ahnung, ob sich solche Ratgeber finden lassen.
Ratgeber, die "Erfolg" als Kriterium ihrer Nützlichkeit anpreisen, sind meiner Meinung nach für den eigenen kreativen Schreibprozess eher Last und Fessel als Ansporn und Bereicherung.
Aus denen was brauchbares raus zu kitzeln bedeutet, das man sie gegen den Strich bürsten muss.

my 5 ct.
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Ribanna
Geschlecht:weiblichSchreiberling

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Beiträge: 197



BeitragVerfasst am: 11.10.2019 13:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich bin nicht ganz sicher, ob ich verstanden habe, was du meinst, Fabian. Ich messe den Erfolg von Büchern nicht am Marktgeschehen.
Ich weiß nicht, wie viele Menschen z.B. heute noch Bücher der Geschwister Bronte kaufen, aber das macht ihre Bücher auch nicht besser oder schlechter. Viele Bekannte, die auch gerne und viel lesen, kennen nicht einmal die Bücher von Michener, den ich für einen wirklich großen Erzähler halte.

Und dann ist da noch der alte Witz der winzigen Buchhandlung, die nur vier Quadratmeter groß ist und in der kein einziges Buch steht. Auf Nachfrage hört der Kunde: Na, ist doch klar, wir führen nur Bücher, die Reich-Ranicki gelobt hat...

Es sind Welten zwischen dem Erzählstil (oder wie immer man das ausdrücken soll) der Brontes und dem so rasend gut verkauften Harry Potter; aber genau das sagt ja auch gar nichts über "gut" oder "erfolgreich" aus, nicht wahr?
Aus diesem Grund glaube ich, dass eben auch mehr Schreibende auf ihren Bauch hören sollten.
Allerdings erst dann, wenn sie Rechtschreibung, Grammatik und Interpunktion der von ihnen genutzten Sprache beherrschen. Cool


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fabian
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 169



BeitragVerfasst am: 11.10.2019 14:16    Titel: Antworten mit Zitat

Ribanna hat Folgendes geschrieben:
Ich bin nicht ganz sicher, ob ich verstanden habe, was du meinst, Fabian. Ich messe den Erfolg von Büchern nicht am Marktgeschehen.

Du nicht, aber viele dieser Ratgeber.
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Corydoras
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Beiträge: 753
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BeitragVerfasst am: 11.10.2019 14:24    Titel: Antworten mit Zitat

Ribanna hat Folgendes geschrieben:

Aus diesem Grund glaube ich, dass eben auch mehr Schreibende auf ihren Bauch hören sollten.


Ich persönlich schreibe ja in erster Linie so, wie ich lesen möchte. Und das sind dann oft Dinge, von denen man hört "Sowas will doch keiner lesen!" Laughing

EIN konkretes Beispiel: Ich mag es nicht, wenn Bücher oder Filme in schnulzigem Happy End enden. Aber was man so aus diversen Threads raushört, wollen Verlage das Happy End, weil "Leser das so wünschen".
Hier, wie auch bei vielen anderen Dingen, wäre es wichtig zu erkennen, dass es eben viele unterschiedliche Geschmäcker gibt. Aber das berücksichtigt der Markt eben nicht.

Vermutlich bin ich auch deswegen unveröffentlicht. Mein Lesegeschmack ist wohl zu "bizarr". Laughing


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Selanna
Geschlecht:weiblichHobbyautor


Beiträge: 495
Wohnort: Süddeutschland


BeitragVerfasst am: 11.10.2019 15:08    Titel: Antworten mit Zitat

@Ribanna:
Zitat:
An manchen Stellen hier im Forum möchte ich dem Verfasser gern zurufen: Versuch nicht, dein Buch nach einem Schema F zu gestalten.

Ich finde, wenn Du das denkst, solltest Du das dem Autor auch unbedingt mitteilen. Wenn Du befürchtest, dass die Diskussion unter dem Text damit aus dem Ruder laufen könnte, dann wenigstens per PN. Sich diese Meinung aber nur zu denken und dem Autor diese andere Sicht vorzuenthalten, fände ich sehr schade. Das Ergebnis wäre, dass der Autor nur von einer Warte her Feedback bekommt und sich deshalb als reflektierender, konstruktive Kritik annehmender Mensch ein einseitiges Urteil bilden MUSS. Wenn Du eine aller Kritik entgegenstehende Meinung hast, solltest Du die allgemeine Kritik an seinem Text unbedingt durch Deine andersgeartete Sicht relativieren, damit der Autor seinen Text besser einschätzen kann.

@Corydoras:
Zitat:
EIN konkretes Beispiel: Ich mag es nicht, wenn Bücher oder Filme in schnulzigem Happy End enden. Aber was man so aus diversen Threads raushört, wollen Verlage das Happy End, weil "Leser das so wünschen".

Hallo Corydoras, schön, dass man hier wieder etwas von Dir liest! 😊
Was Du da anmerkst, ist mir auch aufgefallen, sogar bei einer Ausschreibung. Im Verlag würden nur Romane oder Kurzgeschichten mit Happy End herausgebracht. Shocked
Ich bin da ganz Deiner Meinung, ich finde, wenn es nur auf ein Happy End ankommt, wird entweder der gesamte Plot von Beginn an vorhersehbar oder das glückliche Ende wirkt nach einem sinnvollen Plot oft körperfremd hineinkonstruiert oder es ist einfach nur schal, fad und 08/15.
Mein erstes Buch ohne Happy End (mit 12 oder 13) habe ich sehr enttäuscht weggelegt und in meiner Jugend fand ich auch Krimis/Thriller, in denen nicht alles Wesentliche aufgeklärt wurde, sinnlos. Heute ist es komplett anders herum. Diese idyllische Entwicklung in manchen Sparten finde ich sehr schade und mutlos.


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Nur ein mittelmäßiger Mensch ist immer in Hochform. - William Somerset Maugham
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MrT
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Beiträge: 493

Ei 3


BeitragVerfasst am: 11.10.2019 23:42    Titel: Antworten mit Zitat

Ich meine, dass es der schnelllebigen Zeit geschuldet ist. Dennoch greife ich lieber zu Geschichten, bei denen man sich nicht so fühlt, als wenn man alles im Zeitraffer erlebt. Die meisten Menschen scheinen aber genau das so zu wollen bzw. sich immer mehr anzugewöhnen. Alles muss schneller und noch schneller passieren.

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"Zwei Engel wider Willen", theaterboerse, 08/2017
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Rodge
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 355
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 12.10.2019 07:04    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin zwar schon eine Weile dabei, aber immer noch ein Anfänger als Autor. In dieser Phase geht es für mich darum, meinen Stil zu finden. Dabei können Schreibratgeber am Anfang helfen. Die Aufgabe ist es dann, aus den Schablonen wieder auszubrechen.

Natürlich wandelt sich die Art, wie wir schreiben. Noch vor 20 Jahren war es schier unmöglich, ein Buch ohne Verlag herauszubringen. Heute gibt es SP-Autoren, die bringen mehr als 5 Bücher im Jahr heraus. Da liegen dann andere Mass-Stäbe an die Sprache an, als dies bei klassischen Belletristik-Autoren eines Großverlags der Fall ist. Die Leser scheint das nicht zu stören...
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Ribanna
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 56
Beiträge: 197



BeitragVerfasst am: 12.10.2019 11:25    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

MrT hat Folgendes geschrieben:
.... Die meisten Menschen scheinen aber genau das so zu wollen bzw. sich immer mehr anzugewöhnen. Alles muss schneller und noch schneller passieren.


Aber wir als Schreibende müssen uns dem nicht anpassen und uns verbiegen, um einem (scheinbaren?) Zeitgeist zu folgen.

Rodge hat Folgendes geschrieben:
Ich bin zwar schon eine Weile dabei, aber immer noch ein Anfänger als Autor. In dieser Phase geht es für mich darum, meinen Stil zu finden. Dabei können Schreibratgeber am Anfang helfen. Die Aufgabe ist es dann, aus den Schablonen wieder auszubrechen.

Natürlich wandelt sich die Art, wie wir schreiben. Noch vor 20 Jahren war es schier unmöglich, ein Buch ohne Verlag herauszubringen. Heute gibt es SP-Autoren, die bringen mehr als 5 Bücher im Jahr heraus. Da liegen dann andere Mass-Stäbe an die Sprache an, als dies bei klassischen Belletristik-Autoren eines Großverlags der Fall ist. Die Leser scheint das nicht zu stören..


Aber muss sich deswegen die Art, wie wir schreiben, ändern? Geht es nicht darum, eine Geschichte mitreißend und spannend, lehrreich und unterhaltsam zu erzählen?
Frau Rowling ging ein Wagnis ein, als sie die Geschichte eines Zauberschülers schrieb und veröffentlichte, denn das war etwas Neues, etwas in dieser Form noch nicht da Gewesenes. So war es auch mit den "Biss" Büchern, da folgten Nachahmer (gibt es die für Harry Potter eigentlich auch?), und alle Welt wollte "Ich-liebe-einen-Vampir" Bücher schreiben.
Genre werden zur Mode. Aber muss man sich da anpassen? Muss ich jetzt Fantasy schreiben, nur weil es gerade in ist? Muss ich meinen Roman, der  viele religiöse Inhalte und Bezug auf Kirche hat, einstampfen, noch bevor er fertig ist, weil "keiner das lesen will?" Oder mach ich mein Ding und vertraue darauf, dass "gut" ist, wenn ich mich selbst einbringe und mein Bestes gebe, einen eigenen Stil entwickle?
Okay, das führt jetzt in die "Ich möchte eines Tages davon leben können"-Diskussion. Da wollte ich gar nicht hin, aber darauf läuft es wohl hinaus. Embarassed Embarassed


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BlueNote
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Wohnort: NBY
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BeitragVerfasst am: 12.10.2019 11:41    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

zuviel Info schadet meiner "Schreibe" nur, mein Bauch macht vieles gut, was die Ratgeber ablehnen. Laughing
Was denkt Ihr? Kann man Schreiben wirklich "lernen" oder sind die Regeln doch nur "Stütze", aber nichts, was in Stein gemeißelt ist?

Eines kann ich ganz gewiss sagen: Wir (in diesem Forum) übertreiben es ein bisschen mit unseren Schreibregeln und deren Überwachung. Oder anders gesagt, wie stümpern uns daran ab. Bei irgend jemandem müssen diese amerikanischen Schreibratgeber, von denen immer die Rede ist, im Schrank stehen. Und diese "Ratschläge" verbreiten sich wie ein Buschfeuer. Oder ... eine hoch-infektiöse Seuche.

Die Bücher, die ich lese, missachten viele dieser Regeln nach Belieben. Vielleicht kann man nicht alle Regeln auf alle Genres gleichermaßen anwenden. Oder die Regeln sind nicht so einfach, wie das hier viele Schreiber glauben. Oder es gibt irgendwo noch andere Schreibratgeber. Eben keine amerikanischen.

Aber vielleicht kann man auch das sagen: Wenn du leichte Unterhaltungsliteratur schreiben willst, beachte besser die gängigen Schreibregeln. Der Stereotypenleser gewöhnt sich nicht gerne um.
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fabian
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Beiträge: 169



BeitragVerfasst am: 12.10.2019 14:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ribanna hat Folgendes geschrieben:

Okay, das führt jetzt in die "Ich möchte eines Tages davon leben können"-Diskussion. Da wollte ich gar nicht hin, aber darauf läuft es wohl hinaus. :oops :oops


Das ist nicht ganz richtig.
Für mich läuft es eher auf die Diskussion "Wie verhalten sich in meinem Erzählen die Anteile ’Bauch’ (Genialität) und ’Handwerk’ (Wissen) zueinander".
Wobei ich ausdrücklich betonen möchte, dass ich DPOV z.B. – zumindest, wie es hier jetzt vorgestellt wird – eher für eine schillernde Seifenblase, denn für einen trennscharfen Begriff halte.
Hier fehlt doch noch alles an Information über diesen Begriff: seine Einordnung in einen erzähltheoretischen Diskurs ebenso wie seine Brauchbarkeit im praktischen Prozess des Erzählens.
Bleibt es zum guten Ende bei der Kategorisierung als "Checkliste", dann scheint mir das ziemlich banal.
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 12.10.2019 14:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ribanna,
Ribanna hat Folgendes geschrieben:
Mir ist hier - und auf anderen Seiten - aufgefallen, dass von einigen versucht wird, den Schreibprozess zu "vermessen", in Form zu pressen, beschreibbar zu machen.
Dafür werden immer neue Begriffe gefunden, Ratgeber entwickelt, Regeln aufgestellt. Manche dieser Fragen hier befremden mich, obwohl ich auch wieder verstehen kann, warum jemand das wissen will: wie viele Seiten, welche Kapitelüberschrift, ist der Roman zu kurz, ist er zu lang, wie nah darf der Erzähler gehen, wie viel Distanz muss er haben usw.

ein (in meinen Augen) guter Schreibratgeber vermittelt mir Erzähltechniken vorurteilsfrei.
Trotzdem sind vor allem diejenigen populär, die dazu ein Regelwerk mitliefern: Benutze Technik A, nicht B, dann schreibst du richtig und gut, modern und erfolgreich. Abgesehen davon, dass der Buchmarkt dann doch etwas komplizierter ist, schränkt man durch Regelgehorsam natürlich seinen individuellen bzw. kreativen Spielraum ein. Das wird oft unterschlagen oder als wünschenswert vorausgesetzt.
Wünschenswert? Offenbar. Regeln können Orientierung bieten: Wer nicht weiß, wie er schreiben will, fragt sich, wie er schreiben soll.
Ja, das bildet sich im Forum teilweise auch ab - und mit deiner Befremdnis bist du nicht alleine. Ich verstehe nicht, warum Leute einer kreativen Tätigkeit nachgehen, wenn sie für sämtliche Aspekte nach einer Regel oder Mehrheitsmeinung suchen, der sie folgen können, um ja nichts "falsch zu machen".


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fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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Ribanna
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Beiträge: 197



BeitragVerfasst am: 12.10.2019 16:47    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich freue mich, dass eine so gute Diskussion entstanden ist. Danke dafür!

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Ralphie
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BeitragVerfasst am: 12.10.2019 18:37    Titel: Antworten mit Zitat

Das mit den Anglizismen und Amerikanismen in der deutschen Sprache wird immer schlimmer. Jetzt haben wir schon einen Deep-POV-Erzähler, und niemand kann sich etwas darunter vorstellen.

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LG
Ralphie
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