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Woher bekommt ihr Motivation zum Schreiben?

 
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tinca
Gänsefüßchen


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BeitragVerfasst am: 18.11.2019 22:30    Titel: Antworten mit Zitat

Es wurde die Frage nach einer "Motivation" gestellt.

Offenbar ist es nicht für jeden erkennbar, dass wir nicht allein, sondern in Gesellschaften leben, und dass das allermeiste von dem, was wir tun oder lassen, vom Mitmenschen mitbestimmt wird. Ideal ist wohl, wenn jeder immer nur das tut, was er am besten kann.

Wer keine Fantasie, keinen Wortschatz, keine Grammatik und, vor allem, keine Vergangenheit hat, sollte nicht schreiben, sondern handeln: Brot backen, Gemeinden verwalten und, wie schon gesagt, Kranken die Blinddärme herausschneiden, wenn er dafür begabt ist.

Die SchriftstellerIn erklärt dem Publikum danach, wie weh so eine Operation tun kann. Und schon bleibt die Welt friedlich ...

tinca
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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 19.11.2019 01:43    Titel: Antworten mit Zitat

tinca hat Folgendes geschrieben:
Es wurde die Frage nach einer "Motivation" gestellt.

Offenbar ist es nicht für jeden erkennbar, dass wir nicht allein, sondern in Gesellschaften leben, und dass das allermeiste von dem, was wir tun oder lassen, vom Mitmenschen mitbestimmt wird. Ideal ist wohl, wenn jeder immer nur das tut, was er am besten kann.

Wer keine Fantasie, keinen Wortschatz, keine Grammatik und, vor allem, keine Vergangenheit hat, sollte nicht schreiben, sondern handeln: Brot backen, Gemeinden verwalten und, wie schon gesagt, Kranken die Blinddärme herausschneiden, wenn er dafür begabt ist.

Die SchriftstellerIn erklärt dem Publikum danach, wie weh so eine Operation tun kann. Und schon bleibt die Welt friedlich ...

tinca
Und was genau willst du uns jetzt damit sagen? Dass alle, die keine Bestseller-Autoren sind, das Schreiben sein lassen sollten und lieber "was Vernünftiges" für die Gesellschaft beitragen? Sprichst dich gegen Zwang in der Schule aus und versuchst gleichzeitig, hier mit gesellschaftlichem Zwang zu argumentieren?

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, da gegenzuhalten.

1. Wir sind kein Borg-Hive und noch nicht einmal eine Diktatur, sondern eine (relativ) freie Gesellschaft, in der jeder tun und lassen kann, was er will, solange er nicht gegen Gesetze verstößt. Und es gibt kein Gesetz dagegen, sich als Hobby mit etwas zu beschäftigen, wenn man kein Großmeister drin ist. Nach deiner Logik dürfte sich auch niemand zu Entspannung mal vor ein Computerspiel setzen, der nicht in der Lage ist, eine E-Sports-Weltmeisterschaft zu gewinnen. Oder Sport treiben, solange man nicht realistische Chancen auf eine Goldmedaille bei der nächsten Olympiade hat. Oder ein Mittagessen zubereiten, wenn man kein Starkoch ist. Merkst du, was für ein Quatsch das ist?

2. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Selbst spätere Bestseller-Autoren haben am Anfang oft Probleme damit, ein Werk zu veröffentlichen. Und üben müssen die auch erstmal, man kann ein Handwerk (und Schreiben ist eins) nur durch Übung und Erfahrung erlernen. Wenn niemand damit anfängt, weill er oder sie es noch nicht richtig gut kann, kann auch niemand je richtig gut werden.

3. Selbst wenn jemand keinerlei Talent zum Schreiben hat, und obendrein noch Legastheniker ist, und völlig klar ist, dass nie ein druckreifes Buch dabei rauskommen wird, aber die Person trotzdem Spaß am Schreiben hat, lass sie doch. Man sucht sich ein Hobby nicht danach aus, wie gut man darin ist, sondern wieviel Spaß und Freude es einem bereitet. Würdest du einem Blinden verbieten, mit Freunden ins Kino zu gehen, oder einen Rollstuhlfahrer vom Wanderweg schmeißen? Nur, weil die ihre Zeit ja auch produktiver nutzen könnten?

4. Wenn dich niemand darum bittet, zu atmen, hörst du dann damit auf? (Okay, das war jetzt komplett Polemik, aber mir fällt auf diese – sorry – hirnverbrannte Argumentation echt sonst nichts mehr ein.)

beste Grüße,
Veith


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Mysi101
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BeitragVerfasst am: 19.11.2019 09:48    Titel: Antworten mit Zitat

tinca hat Folgendes geschrieben:
Es wurde die Frage nach einer "Motivation" gestellt.

Offenbar ist es nicht für jeden erkennbar, dass wir nicht allein, sondern in Gesellschaften leben, und dass das allermeiste von dem, was wir tun oder lassen, vom Mitmenschen mitbestimmt wird. Ideal ist wohl, wenn jeder immer nur das tut, was er am besten kann.

Wer keine Fantasie, keinen Wortschatz, keine Grammatik und, vor allem, keine Vergangenheit hat, sollte nicht schreiben, sondern handeln: Brot backen, Gemeinden verwalten und, wie schon gesagt, Kranken die Blinddärme herausschneiden, wenn er dafür begabt ist.

Die SchriftstellerIn erklärt dem Publikum danach, wie weh so eine Operation tun kann. Und schon bleibt die Welt friedlich ...

tinca


Ich glaube nicht, dass sich jemand an eine komplette Geschichte setzt, der keinen Hang dazu hat, in seinem Kopf Geschichten entstehen zu lassen. Ansonsten gilt: Leben und leben lassen.

Zitat:
2. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Selbst spätere Bestseller-Autoren haben am Anfang oft Probleme damit, ein Werk zu veröffentlichen. Und üben müssen die auch erstmal, man kann ein Handwerk (und Schreiben ist eins) nur durch Übung und Erfahrung erlernen. Wenn niemand damit anfängt, weill er oder sie es noch nicht richtig gut kann, kann auch niemand je richtig gut werden.


Unterschreibe ich!

@tinca: Was ist dein Problem und wieso meinst du, dir erlauben zu können, solche blöden Kommentare von dir zu geben? Ich bezweifle, dass dahinter ein großer Schriftsteller steht. Wink


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tinca
Gänsefüßchen


Beiträge: 15



BeitragVerfasst am: 19.11.2019 11:31    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ich glaube nicht, dass sich jemand an eine komplette Geschichte setzt, der keinen Hang dazu hat, in seinem Kopf Geschichten entstehen zu lassen. Ansonsten gilt: Leben und leben lassen.

Es ist mit dem Schreiben wie mit dem Reden - man braucht nicht nur das Hirn, die Finger oder das Mundwerk dazu, sondern auch jemanden, der (mit Interesse) liest oder der zuhört.

Reden und schreiben tut man in aller Regel nur, wenn man etwas mitzuteilen oder zu sagen hat. Wen man nichts mitzuteilen oder zu sagen hat, dann sollte man etwas andres tun, als sinnlos Seiten oder Stammtischrunden zu füllen. Wer schreibt und wer redet, sollte Botschaften haben, auf die jemand wartet, am besten eine ganze Gesellschaft.  
Zitat:
Was ist dein Problem und wieso meinst du, dir erlauben zu können, solche blöden Kommentare von dir zu geben? Ich bezweifle, dass dahinter ein großer Schriftsteller steht.

So blöd oder "hirnverbrannt", wie ihr so lautstark meint, ist obiges gar nicht - es wird ja tagtäglich im Alltag bestätigt. Was du unter einem "großen Schrifsteller" verstehst, darfst du getrost für dich behalten. Wen würde das wirklich interessieren?

tinca
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fabian
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BeitragVerfasst am: 19.11.2019 11:53    Titel: Antworten mit Zitat

Tja.
Was will tinca uns sagen?

Das wir gesellschaftliche Wesen sind?

Das Motivation, etwas zu tun immer auch mit diesem gesellschaftlichen Charakter menschlichen Wesens zu tun hat?

Das wir nicht nur intrinsisch motiviert sondern in unseren Wünschen und Fähigkeiten, einer solchen Motivation zu folgen auch gesellschaftlich geprägt sind?

Das der Blick auf den eigenen Bauchnabel als Maßstab für ein nach außen gerichtetes kommunikatives Handeln eventuell nur marginale Wirksamkeit entfaltet?

Man kann schon eine Menge Fragen an tincas Beiträge richten, die folgende aber – wenn man ernst genommen werden will – meiner Meinung nach nicht:
Zitat:
... wieso meinst du, dir erlauben zu können, solche blöden Kommentare von dir zu geben? Ich bezweifle, dass dahinter ein großer Schriftsteller steht.

Da hilft es auch nicht, sich hinter einem Smilie zu verstecken.
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fabian
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BeitragVerfasst am: 19.11.2019 12:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Veith,

a long story short:

Ich sehe in den Beiträgen von tinca einen Hinweis darauf, dass all das, was du da einforderst nicht gesellschaftlich vorgeschrieben sein soll – das wäre Totalitarismus –, sondern ausgehandelt wird in einem gesellschaftlich-kommunikativen Prozess. Auf den man sich bei seinem individuellen Erzählen antizipatorisch beziehen kann (sei es affirmativ, sei es revolutionär, sei es destruktiv).
Wenn man will und kann.
Von den ganzen materiellen Aspekten (also den Verhältnisse, unter denen ein solcher Aushandlungsprozess stattfindet und den Interessen, die darin zur Geltung gebracht werden) mal abgesehen.

Wer nicht nur für sich selbst erzählt (was ich zunächst mal schon für ein sehr starkes Motiv halte), tritt ein in ein spannendes dialektisches Wechselverhältnis zwischen den eigenen Strebungen und den im kommunikativen Kontext entwickelten Maßstäben.

Das ist zumindest sehr verkürzt das Wesentliche, was ich aus tincas Beiträgen rausgelesen habe.
Die Möglichkeit individueller Entwicklungsprozesse (es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen) hat sie/er doch in keiner Weise in Frage gestellt.
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Michel
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BeitragVerfasst am: 19.11.2019 13:12    Titel: Antworten mit Zitat

Jetzt bin ich ganz froh, dass der scharfe Ton wieder mehr einer inhaltlichen Diskussion Platz macht.
Zitat:
Offenbar ist es nicht für jeden erkennbar, dass wir nicht allein, sondern in Gesellschaften leben, und dass das allermeiste von dem, was wir tun oder lassen, vom Mitmenschen mitbestimmt wird. Ideal ist wohl, wenn jeder immer nur das tut, was er am besten kann.
Hm, damit habe ich meine Schwierigkeiten. In meinem Beruf (Psycho) reden wir davon, dass "Du-Botschaften" (Du bist, immer tust du usw.) selten hilfreich sind. In dem o.g. Zitat steckt für mich ein Anspruch, wie ich zu sein habe, und eine versteckte Abwertung, dass ich offenbar nicht so bin. (Oder die meisten anderen.) Diesen Anspruch möchte ich nicht teilen. Genauso wenig wie ich mir zugestehe, zu wissen, was für jemand anderen gut ist, möchte ich mir das von anderen sagen lassen. Da stellen sich mir innerlich die Stacheln auf.  
Heute schreibe ich, weil ich Lust habe, eine (hoffentlich) spannende Geschichte zu erzählen. Morgen vielleicht aus anderen Gründen. Aber ganz sicher nicht aus einer gefühlten gesellschaftlichen Verpflichtung heraus - das würde vermutlich zu fettesten Schreibblockade meines Lebens führen ... Laughing


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BeitragVerfasst am: 19.11.2019 13:33    Titel: Antworten mit Zitat

fabian hat Folgendes geschrieben:

Man kann schon eine Menge Fragen an tincas Beiträge richten, die folgende aber – wenn man ernst genommen werden will – meiner Meinung nach nicht:
Zitat:
... wieso meinst du, dir erlauben zu können, solche blöden Kommentare von dir zu geben? Ich bezweifle, dass dahinter ein großer Schriftsteller steht.

Da hilft es auch nicht, sich hinter einem Smilie zu verstecken.


Ganz ehrlich: Ich finde meine Frage gerechtfertigt. Er erlaubt sich zu viel. Tincas Antwort darauf sagt außerdem schon einiges über ihn aus. (warum seine Aussagen ernst genommen werden sollten, ist mir übrigens ein Rätsel. Wie es in den Wald rein ruft, so schallt es hinaus).

Aber gut, ich lasse es jetzt gut sein. Unnötige Verschwendung von Nerven.


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tinca
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BeitragVerfasst am: 19.11.2019 14:16    Titel: Antworten mit Zitat

Auf Pöbeleien einzugehen, ist sinnlos. Sie führen ins Nichts.

Was von den Vorrednern offenbar nicht erkannt werden kann oder mag, ist, dass selbst ein improvisiertes Kasperletheater nicht ohne Publikum auskommt. Ich bin davon überzeugt, dass - wofern nicht die profane Kommunikation im Vordergrund steht - die Produktion sprachlicher, bildlicher oder akustischer Künste ohne Zuhörer und Zuschauer irrelevant ist. Es wäre, als würde man die Altamira-Höhle nicht entdeckt und geöffnet haben oder Gromingers "Avenidas" immer schon überpinselt gewesen. Sie würden nicht existieren.

Die unvorstellbare Masse öffentlicher Texte, die tagtäglich aus den Medien quillt, ist nur zu einem allergeringsten Teil in Buchform unterwegs und lebt nur, wenn's von irgendwem gelesen oder gehört wird. Sorry, aber so ist es nun mal. Natürlich kann Schreiben, Malen und Musizieren auch psychtherpeutisch einsetzbar sein, und es gibt rigorose Verfechter der "art brût". Aber das ist ein ganz anderes Thema.

tinca
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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 19.11.2019 14:37    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Was von den Vorrednern offenbar nicht erkannt werden kann oder mag, ist, dass selbst ein improvisiertes Kasperletheater nicht ohne Publikum auskommt. Ich bin davon überzeugt, dass - wofern nicht die profane Kommunikation im Vordergrund steht - die Produktion sprachlicher, bildlicher oder akustischer Künste ohne Zuhörer und Zuschauer irrelevant ist.
Ich versteh ehrlich gesagt den ganzen Einwand nicht. Es schreibt ja eigentlich keiner nur für seine Schublade, ein Schriftsteller (wie gut oder schlecht auch immer) will ja gelesen werden. Und solange auch nur ein anderer den Text liest, ist ein Publikum da und es findet eine Kommunikation statt. Wie gesellschaftlich relevant das jetzt ist, mag eine andere Frage sein, aber gilt das nicht für das meiste unserer Tätigkeiten?

Edit:
Zitat:
dass selbst ein improvisiertes Kasperletheater nicht ohne Publikum auskommt.
Außerdem stimmt das nicht mal, wie mir gerade einfällt. Wenn z.B. ein Kind mit Playmobilfiguren spielt, ist das doch nichts anderes (und ja, es gibt Kinder, die das tatsächlich noch tun und nicht nur vor ihrem Tablet sitzen). Und kommt gut ohne Publikum aus und hat trotzdem gesellschaftliche Relevanz (Welt kennenlernen, verstehen, Dinge ausprobieren, langsam erwachsener werden, etc.)

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Ribanna
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BeitragVerfasst am: 19.11.2019 14:56    Titel: Antworten mit Zitat

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
ch versteh ehrlich gesagt den ganzen Einwand nicht. Es schreibt ja eigentlich keiner nur für seine Schublade, ein Schriftsteller (wie gut oder schlecht auch immer) will ja gelesen werden. Und solange auch nur ein anderer den Text liest, ist ein Publikum da und es findet eine Kommunikation statt. Wie gesellschaftlich relevant das jetzt ist, mag eine andere Frage sein, aber gilt das nicht für das meiste unserer Tätigkeiten?


Möglicherweise hat tinca hier  nicht geschrieben, um etwas auszusagen, sondern, um sein/ihr ego zu streicheln?

Die Art und Weise, wie das in diesem Thread geschieht, und in der auf Kritik im Prosa Einstand reagiert wird, nimmt mich nicht gerade für diese Person ein. Anfangs hatte ich noch vermutet, es handele sich um eine etwas ungeschickte Ausdrucksweise, die eigene Meinung als das "non plus ultra" darzustellen und mit "offenbar wisst ihr nicht...offenbar könnt ihr nicht" nur versehentlich die Menschen hier vor den Kopf zu stoßen, aber diese Meinung
muss ich nun revidieren.

Ich denke, "never feed the troll" wird hier die für mich sinnvollste Herangehensweise sein. Die Fähigkeit und den Willen zu echtem Meinungsaustausch  müsste mir tinca erst einmal beweisen.


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tinca
Gänsefüßchen


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BeitragVerfasst am: 19.11.2019 15:57    Titel: Antworten mit Zitat

Wie schon mehrmals gesagt - primitives Gepöbel gehört nicht hierher. Eine gepflegte Diskussion hat auch was mit Können zu tun, bis hin zur Kunst.

Dass Kinder auch mal selber für sich spielen, ist nicht zu bestreiten. Das tun Erwachsene ja auch. Das ändert aber nichts daran, dass zur (geistigen) copulatio wenigstens zwei gehören. Natürlich kann man's auch mal nur mit sich selber machen, aber für gewöhnlich kommt nichts dabei heraus.

Warum so feindlich reagiert wird, wenn man sagt, dass Schreiben Kunst sei und dass Kunst ohne Publikum nicht existiert, versteh ich nicht ganz. Womöglich ist der Begriff "Literatur" in manchen Köpfen nicht eindeutig festgelegt?

Aber Kunst hin oder her - jeder, der hier etwas postet, legt's darauf an, dass es irgendwer liest. Und nur an die richte ich mich. All jene, die etwas in allseits geschlossenen Räumen unter Ausschluss der Öffentlichekeit produzieren und mit ins Grab nehmen wollen, ohne es herzuzeigen, meine ich nicht. Die dürfen gern weiter allein in ihren Dunkelkammern hausen. Sie stören ja niemanden damit.

tinca
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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 19.11.2019 16:33    Titel: Antworten mit Zitat

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:

3. Selbst wenn jemand keinerlei Talent zum Schreiben hat, und obendrein noch Legastheniker ist, und völlig klar ist, dass nie ein druckreifes Buch dabei rauskommen wird, aber die Person trotzdem Spaß am Schreiben hat, lass sie doch.


Ich stimme Veith in allen Punkten zu smile Ich will an dieser Stelle nur anmerken, dass ich sogar eine Handvoll Autorinnen kenne, die Legasthenie haben, und deren Romane trotzdem bei professionellen Verlagen erschienen sind und sich bester Rezensionen erfreuen. Selbst wenn man also das Schreiben nur als Hobby betreibt oder ein großes Hindernis wie Legasthenie hat, kann man trotzdem mit genug Hartnäckigkeit und Motivation zu einer professionellen Schriftstellerin oder einem professionellen Schriftsteller werden. Für diese sind aber solche abwertenden und demotivierenden Aussagen wie von tinca absolut toxisch und schädlich.

tinca hat Folgendes geschrieben:
Aber Kunst hin oder her - jeder, der hier etwas postet, legt's darauf an, dass es irgendwer liest. Und nur an die richte ich mich. All jene, die etwas in allseits geschlossenen Räumen unter Ausschluss der Öffentlichekeit produzieren und mit ins Grab nehmen wollen, ohne es herzuzeigen, meine ich nicht. Die dürfen gern weiter allein in ihren Dunkelkammern hausen. Sie stören ja niemanden damit.


Es ist der Zweck dieses Forums sich auszutauschen und einander zu helfen besser zu werden, also sollte niemand sich davon gestört fühlen, wenn jemand hier etwas postet - selbst wenn es grottenschlecht ist, kann man es ja enstprechend mit Verbesserungsvorschlägen kommentieren oder ignorieren. Meine ersten Texte hier waren auch eine Katastrophe, mittlerweile habe ich mehrere Veröffentlichungen und gewinne Wettbewerbe etc.., also nur weil jemand am Anfang schlecht schreibt, bedeutet das nicht, dass es so bleibt. Und Kunst existiert auch, wenn sie von niemanden konsumiert wird. Was wäre das für ein defizitäres Selbstbewusstsein, wenn man annehmen würde, dass die eigenen Werke und man selbst nur durch die Wahrnehmung anderer echt und relevant wären.
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fabian
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BeitragVerfasst am: 19.11.2019 17:37    Titel: Antworten mit Zitat

tinca hat Folgendes geschrieben:
jeder, der hier etwas postet, legt's darauf an, dass es irgendwer liest. Und nur an die richte ich mich. All jene, die etwas in allseits geschlossenen Räumen unter Ausschluss der Öffentlichekeit produzieren und mit ins Grab nehmen wollen, ohne es herzuzeigen, meine ich nicht. Die dürfen gern weiter allein in ihren Dunkelkammern hausen. Sie stören ja niemanden damit.

Statements kann jeder.
Diskurs ist was anderes.
Meine Existenz widerlegt dich.

Wenn nichts interessantes mehr kommt, bin ich raus.
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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 19.11.2019 19:36    Titel: Antworten mit Zitat

fabian hat Folgendes geschrieben:
Wenn nichts interessantes mehr kommt, bin ich raus.
Vielleicht sollten wir uns lieber mal auf das Thread-Thema zurückbesinnen, nämlich die Frage, woher nimmt der einzelne jetzt seine Motivation, statt uns die von jemandem vermiesen zu lassen. Haters gonna hate, am besten ignoriert man sowas.

Leveret Pale hat Folgendes geschrieben:
Für diese sind aber solche abwertenden und demotivierenden Aussagen wie von tinca absolut toxisch und schädlich.
Full Ack

Ich bin immer vorsichtig, jemandem gleich "Troll" zu unterstellen, aber erinnere mich gerade an eine interessante Definition per exemplum, die ich mal gelesen habe:
irgendjemand hat Folgendes geschrieben:
Troll ist, wer in einem Haustierforum Rezepte für Hunde- und Katzenfleisch postet.
Genau ein solcher Fall scheint mir hier im Motivationsthread vorzuliegen.

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Willebroer
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BeitragVerfasst am: 19.11.2019 19:49    Titel: Antworten mit Zitat

Man kann es in beide Richtungen übertreiben.
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tinca
Gänsefüßchen


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BeitragVerfasst am: 19.11.2019 21:26    Titel: Antworten mit Zitat

Offenbar vertragen es nicht alle, mit der Wirklichkeit konfrontiert zu werden, und werden dann sofort ausfallend. Es gehört das wohl zum "guten Ton" eines anonymen Forums. Schade.

Weiter vorn stand bereits:
Zitat:
Natürlich kann Schreiben, Malen und Musizieren auch psychtherpeutisch einsetzbar sein, und es gibt rigorose Verfechter der "art brût". Aber das ist ein ganz anderes Thema.

Wer schon mal wirklich mit körperlich Gehandicapten oder mit psychisch Beeinträchtigten gearbeitet hat, weiß, wie schwer es ist, diesen Mitmenschen im "normalen" Leben Geltung zu verschaffen. Es zeigt sich immer wieder, dass art brût keinen adäquaten Markt hat und nur dann Aufmerksamkeit erzeugt, wenn's drastisch wird wie auf dem Rummel, wo Zwerge geworfen werfen, Riesen Urgewichte stemmen, Siamesische Zwillinge Samba tanzen und Elephant Man Gitarre spielt. Am Ende ist der Veranstalter mindestens ebenso fertig wie die Protagonisten.

Dass man jenen "Normalos", die nicht schreiben können, es aber trotzdem tun, die Motivation vermieste, wenn man ihnen die Wahrheit sagt, halte ich für ein Gerücht. In aller Regel schreiben die danach genauso weiter, aber doppelt so viel und doppelt so lang. Aber das ist ja nicht schädlich ...

tinca
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lenaleabi
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Beiträge: 104



BeitragVerfasst am: 19.11.2019 21:43    Titel: Antworten mit Zitat

Leveret Pale hat Folgendes geschrieben:
V.K.B. hat Folgendes geschrieben:

3. Selbst wenn jemand keinerlei Talent zum Schreiben hat, und obendrein noch Legastheniker ist, und völlig klar ist, dass nie ein druckreifes Buch dabei rauskommen wird, aber die Person trotzdem Spaß am Schreiben hat, lass sie doch.


Ich stimme Veith in allen Punkten zu smile Ich will an dieser Stelle nur anmerken, dass ich sogar eine Handvoll Autorinnen kenne, die Legasthenie haben, und deren Romane trotzdem bei professionellen Verlagen erschienen sind und sich bester Rezensionen erfreuen. Selbst wenn man also das Schreiben nur als Hobby betreibt oder ein großes Hindernis wie Legasthenie hat, kann man trotzdem mit genug Hartnäckigkeit und Motivation zu einer professionellen Schriftstellerin oder einem professionellen Schriftsteller werden. Für diese sind aber solche abwertenden und demotivierenden Aussagen wie von tinca absolut toxisch und schädlich.


Ich mische mich da jetzt auch mal ein, denn ich stimme total zu.
Ich bin -wie einige hier wissen- noch sehr jung und von daher kommen auch immer wieder Behauptungen auf, ich würde nur Fehler machen, hätte einen schlechten Schreibstil usw.
Aber (nur meiner Meinung nach) ist es nicht unnötig jetzt schon zu schreiben, da es nun mal Spaß macht.
Es geht mir nicht darum, einen Bestseller zu schreiben oder viel Geld zu verdienen- ich schreibe, weil ich Spaß daran habe. Und das sollte jeder, egal wie "schlecht" seine Texte doch seien.
LG Embarassed


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fabian
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BeitragVerfasst am: 19.11.2019 21:48    Titel: Antworten mit Zitat

Irgendwie wollen sie nicht runter von diesem Hahnenkampf-Niveau, die Troll-Rufer und der mit der gepachteten Wahrheit ...

Fehlt bloß noch die der-hat-aber-angefangen-Floskel.

Es gab hier mal einen Lyriker, dessen unbedingte Art hab ich absolut nicht verstanden und das hat mich ziemlich aggressiv gestimmt. Glücklicherweise hab ich nichts gesagt, denn als er dann gestorben ist, hat es doch eine Lücke hinterlassen und Menschen hier, die ich als kompetent und wahrhaftig einschätze riefen ihm nach, er sei auf seine Art schwer zu entschlüsseln und gerade auch deshalb einer der wenigen wahren Dichter hier gewesen.

Unter den Aufgeregten gelassen zu bleiben ist wirklich nicht einfach.
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Michel
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BeitragVerfasst am: 19.11.2019 22:11    Titel: Antworten mit Zitat

Wo ist denn hier der "Zustimmen"-Button?

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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 19.11.2019 22:31    Titel: Antworten mit Zitat

fabian hat Folgendes geschrieben:
einer der wenigen wahren Dichter hier


Tja, manche sind es und manche halten sich dafür. Nur sind diese beiden Personengruppen meist nicht identisch... Rolling Eyes


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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 19.11.2019 22:34    Titel: Antworten mit Zitat

tinca hat Folgendes geschrieben:
Dass man jenen "Normalos", die nicht schreiben können, es aber trotzdem tun, die Motivation vermieste, wenn man ihnen die Wahrheit sagt, halte ich für ein Gerücht. In aller Regel schreiben die danach genauso weiter, aber doppelt so viel und doppelt so lang.



Wer legt denn fest, was die "Wahrheit" ist? Du ? Muss ich mir das vorstellen wie Dr. Mengele? Ihr da, nach links, die anderen nach rechts?


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