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Weil doch


 

 
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Soleatus
Autor


Beiträge: 807



BeitragVerfasst am: 15.10.2019 00:16    Titel: Weil doch eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

.






      Von oben fällt nach unten,
      Aus Rotem hin ins Grün,
      Zum Schwarz, zum Weiß vom Bunten,
      Vom Bangsein jetzt ans Kühn,
      Und frag nicht Wer! Was hilft das wem?
      Nichts ist, nur ein Bewegen
      Von diesem Ding zu Dem.







.

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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 6077
Wohnort: Irland
Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 16.10.2019 21:41    Titel: Antworten mit Zitat

Den Titel lese ich als: Weile doch. Ein Wunsch.

Den Text als kleinen Essay: Alles verändert sich.

Die Farbbeispiele fülle ich mit Naturphänomenen. Vom Bangsein ans Kühn bringt Emotionen ins Spiel.
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Soleatus
Autor


Beiträge: 807



BeitragVerfasst am: 17.10.2019 07:25    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Firstoffertio!

Ganz so wie dir will es mir nicht scheinen, aber das, was du im Text findest, ist auf jedem Fall auch in ihm angelegt, denke ich. (Das "Weil" zum Beispiel einzuordnen, fällt mir nicht leicht.)

Mit Dank für deine Rückmeldung,

Soleatus
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Lorraine
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 723
Wohnort: France
Das goldene Stundenglas Ei 10
Pokapro 2016


BeitragVerfasst am: 17.10.2019 13:18    Titel: Re: Weil doch Antworten mit Zitat

Soleatus hat Folgendes geschrieben:
.






      Von oben fällt nach unten,
      Aus Rotem hin ins Grün,
      Zum Schwarz, zum Weiß vom Bunten,
      Vom Bangsein jetzt ans Kühn,
      Und frag nicht Wer! Was hilft das wem?
      Nichts ist, nur ein Bewegen
      Von diesem Ding zu Dem.







.



Hallo Soleatus!

Zwischen den Polen, dem räumlich Entgegengesetzten, von einer Komplementärfarbe zu ihrem Gegenüber, vom Vielfarbigen zum alles verschluckenden oder reflektierenden Unfarbigen, sogar zwischen Ängstlichkeit und Mut: ist nichts, „nur ein Bewegen“. Nichts sei da, aber auch niemand („Und frag nicht Wer!) … was bleibt (mir), als darin – im Raum „von diesem Ding zu Dem“ – ein Bewegen, die Bewegung des lesenden Blicks zu spüren.

Bangsein zum Kühn … da funktioniert etwas nicht mehr, oder anders gesagt: beim Kühn angekommen, weist da doch etwas über sich hinaus. Es hilft mir vielleicht zunächst nichts, aber ich weiß ja aus meiner eigenen (kulturellen) Erfahrung, dass bei Kühnheit (oder Mut) Bewegung oder Bewegt-werden nicht aufhört, sondern möglicherweise erst angestoßen wird.

Und deshalb kann „Und frag nicht Wer!“ nur eine ganz automatische Reaktion (auf die Ermutigung?) nach sich ziehen, analog zum weißen Elefanten, an den nicht zu denken ich aufgefordert werde. Dann könnte ich auf unterschiedliche Weise reagieren. Fragen: „Wer sagt das?“ oder mir denken, dass, wenn suggeriert wird, die Frage nach einem Subjekt sei die falsche, und die beiden letzten Verse wie eine Antwort dastehen, und zwar auf „Was (ist)?“ – dass ich folglich weder nach einem (sprechenden) Ich noch nach dem (hier verhandelten) Gegenstand fragen kann (soll?), sondern nur Eigenschaften feststellen kann. Nicht „wer oder was“, sondern „wie“.

Die Einsicht, es mit konstruierter Wirklichkeit zu tun zu haben, bedeutet nicht, einem Text urteilsmäßig oder poetologisch bei- oder nahezukommen, aber ich kann diese Einsicht haben, ohne das Wissen um die Beweggründe zu besitzen, denen der Text sein Ent-stehen verdankt – es ist (wieder mal) ein Soleatus-Text. Einer, der konsequent ohne biografischen Hintergrund auskommt oder auskommen will. Vielleicht hat das Thema Bewegen in „Weil doch“ mehr mit dir zu tun, als seine Behandlung hier durchscheinen lässt, es ist jedenfalls eins, das immer wieder in deinen oder um deine Texte herum gegenwärtig ist.

Wenn die Bewegung in den Versen und durch die Verse den Gegenstand des Gedichts darstellt, dann gibt es eben doch eine Art belebendes Prinzip.

Ob es mir gefällt oder nicht (es geht mir nicht um ein Geschmacksurteil), ich erkenne an, dass die (End-)Reime dazu gehören, nicht nur, weil sie ein Feld begrenzen, innerhalb dessen sich die Verse bewegen, was auf den ersten Blick(-bewegungen) die Behauptung eines Nichts-seienden einerseits recht einfach abzunicken hilft, aber andererseits durch (diesen) einen Vers, der ohne (reimende) Entsprechung hervor-sticht, diesem „Nichts ist, nur ein Bewegen“ das innewohnende Paradox unterstreicht. Hier hätte also, folgere ich, nicht ohne Not auf das Reimen verzichtet werden können, (für mich) zumindest macht es das Gedicht tatsächlich erst zu dem, was es ist.

Dieses Ding kann (irgend) ein Etwas sein und das (großgeschriebene) Dem dessen gegenteilige Entsprechung bleiben, beide können aber auch (legitimerweise) am Ende zu „diesem Gedicht“ und „seinem Verfasser“ werden.
Wer, wenn nicht er, verursacht das Bewegen?

Einen Gruß,
Lorraine
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Soleatus
Autor


Beiträge: 807



BeitragVerfasst am: 17.10.2019 21:21    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Lorraine!

Vielen Dank für deine umfangreiche Rückmeldung. Ich gehe auf einige Dinge ein:
Zitat:
Einer, der konsequent ohne biografischen Hintergrund auskommt oder auskommen will.

Beides. Aber es ist ja nicht so, dass man dagegen ankämpfen müsste ... Andererseits: Was genau ist denn "biografisch"?
Zitat:
..., aber andererseits durch (diesen) einen Vers, der ohne (reimende) Entsprechung hervor-sticht, ...

Wie sieht es zum Beispiel mit der verwendeten Strophe aus, die aus dem 16. Jahrhundert stammt und "zu mir" gehört, seit ich Gedichte schreibe; und in der ich zum Beispiel auch meinen einzigen DSFo-Wettbewerbsbeitrag geschrieben habe vor Ewigkeiten:

Der Goldfisch

Im dunklen Hafenbecken,
Bei Lärm, in gift'gem Matsch
Als freier Fisch verrecken,
Ist ehrenvoll; ist Quatsch!
Mein Glas verziert im hohen Haus
Die Fensterbank, die Sonne
Füllt's mit Erleuchtung aus.


Da kann ich mich erinnern, dass eine Rückmeldung beanstandete, ein Vers sei doch ungereimt. Was stimmt; die Frage ist, ob die Kenntnis der Strophe die Wahrnehmung des ungereimten Verses, seine Wirkung veränderte?!

Auch: Bill Watterson, der Zeichner von "Calvin & Hobbes", meinte einmal, ihm mache der Strip auch darum soviel Spaß, weil Calvin andauernd Dinge tut, die er, sein Erschaffer, für falsch und gefährlich halte. Das halte ich für tragfähig auch im Gedicht-Rahmen: Ein Text kann ein Zeuge sein, auch ein biografischer; aber auch ganz etwas anderes.

Übertreiben kann er, und warum nicht verschweigen oder gar lügen? Meiner hier verkürzt ziemlich, glaube ich, und widerspricht sich dadurch erst einmal.

Das "Wer?" fragt nach dem zum "fällt" gehörenden Subjekt, nein?

Das großgeschriebende "Das" ist sicher Spielerei; fortgesetzte Entwirklichung nach dem "Ding", was zwar noch ein Substantiv ist, aber nicht wirklich etwas bezeichnet, das Substantiv gewordene "Vertreterwort" Pronomen.

Mhm. Ich bin zu müde ... Mal schauen, ob mir wach Zusammenhängenderes einfällt.

Gruß,

Soleatus
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