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die direkte Rede


 

 
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just_like_that
Abc-Schütze

Alter: 40
Beiträge: 6



BeitragVerfasst am: 17.09.2019 10:51    Titel: die direkte Rede eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Was haltet ihr von diesem Textauszug? Unsicher bin ich mir vor allem bei der direkten Rede.

Sie erwachte, realisierte schnell wo sie sich befand und setzte sich auf.
„Hast du gut geschlafen?“
Michael sass auf dem Sofa und las in einem Buch. Gähnend rieb sie sich die Augen.
„Wie lange...“
„Gut sechs Stunden.“
Er war freundlich und entspannt, sie sah sich kurz um.
„Er ist in der Küche.“
Er legte das Buch neben sich auf das Sofa und ergriff eine Tasse vor sich.um sie Anna anzubieten.
„Kaffee?», er bot ihr die Tasse an, «Den habe ich eben frisch geholt.“
Sie ergriff die Tasse, ohne zu zögern. Er lehnte sich zurück.
„Du hast wohl letzte Nacht nicht viel geschlafen?“
Sie schloss die Augen, gähnte, ohne sich die Hand vor den weit aufgerissenen Mund zu halten und rieb sich dann mit der freien Hand die Tränen aus den Augen. Er nahm das Buch wieder zur Hand.
„Ich habe mir eines deiner Bücher genommen, es macht dir doch nicht aus?“
Diese ganze Freundlichkeit kann doch gar nicht echt sein.
Das eintretende Misstrauen entging ihm nicht. Er legte das Buch zurück.
„Du warst so erschöpft, wir haben dich zu sehr umher gehetzt. Kannst du uns verzeihen?“
Was führt der wohl im Schilde?
Sie sah mit deutlicher Skepsis zu ihm und klammerte sich an die Tasse. Er lächelte. Sie musste erneut gähnen, nahm einen Schluck Kaffee und rutschte im Sessel nach vorne. Die Türglocke liess sie erschrocken zusammenfahren, sie blickte Richtung Vorraum.
„Wir haben Pizza bestellt.»
Seine Erklärung liess Freude in ihrem Gesicht erscheinen.
„Würdest du?“, er hielt ihr einen Geldschein hin. Nickend stellte sie die Tasse auf den Tisch, erhob sich, nahm das Geld und verliess das Wohnzimmer. Es dauerte nicht lange bis sie mit drei flachen Schachteln beladen zurück kam. Mit schräg gelegtem Kopf betrachtete er sie nachdenklich. Sie blieb vor dem Tisch stehen.
„Wir sollten zum Essen in die Küche gehen. Ich putze nämlich nicht sehr gerne.“
„Hier ist es viel gemütlicher», wehrte Martin ab, trat hinter ihr aus dem Vorraum und schob sie mit sich zum Sofa. Michael schob die Tasse auf dem Tisch zur Seite und Martin nahm ihr die Schachteln ab.
„Bitte sei mein Gast.“
Seine Freundlichkeit löste erneutes Unbehagen aus. Er deutete kurz mit der Hand auf den Sessel und liess sich dann neben Michael auf das Sofa gleiten. Sie setzte sich. Michael lächelte ihr zu.
„Du musst essen damit du uns bei Kräften bleibst.“
Er öffnete die oberste Pizzaschachtel. Martins grinsen war nur kurz, aber deutlich verstörend, er langte in die Schachtel. Ihre Augen blieben an der Pizza hängen. Michael meinte Enttäuschung zu sehen doch ehe er nachfragen konnte erkundigte sie sich:
«Gibt es auch eine mit Thunfisch?»
Er verneinte mit einem leichten Kopfschütteln.
«Schade…»
Sie griff nach einem Stück und biss herzhaft zu. Das Schweigen während dem Essen vermochte sie nicht zu irritieren da ihr Hunger mit jedem neuen Stück grösser wurde. Michael legte die zweite Schachtel auf den Boden und Martin öffnete die Dritte. Sie winkte noch immer kauend ab und lehnte sich zurück. Die beiden Männer hatten die dritte Pizza in kurzer Zeit verschlungen und die letzte Schachtel landete ebenfalls am Boden. Michael betrachtete die entspannt wirkende Frau.
«Nimmst du auch einen Drink?», er betrachtete die entspannt wirkende Frau, «fördert die Verdauung.»
Noch ehe sie ihm antworten konnte, schreckte er plötzlich hoch.
«Ich würde lieber Musik hören.»
Er entriss seinem Bruder die Fernbedienung und sah sie an. Sie verstand, erhob sich und ging zum Tonbandgerät. Nach nur einem Knopfdruck erklang ein sanftes Piano. Michael lächelte ihr erneut verständnisvoll zu während sie zurück zur Sitzgruppe kam.
„Nimmst du einen?“
Er hob die Flasche mit karamellbraunem Inhalt und sah sie fragend an. Die verschlungene Pizza die wie ein Stein in ihrem Magen lag liess die Idee mit dem Verdauungstrunk sehr sinnvoll erscheinen. Sie nickte. Er schob eines der Gläser über den Tisch und befüllte es mit einem grosszügigen Schluck Alkohol. Sie nahm es an sich und leerte es in der Hoffnung, der Alkohol würde den Stein auflösen. Obwohl der Alkohol ihre gesamte Speiseröhre erhitzte und sie spüren konnte, wie er sich seinen Weg in ihren Magen bahnte, schien der Stein dadurch nur schwerer zu werden. Sie stiess ein leises Stöhnen aus.
„Ist dir nicht gut?“, erkundigte sich Michael besorgt.
Sie sah auf, auch Martin betrachtete sie eingehend. Sie wehrte mit einem leichten Kopfschütteln ab und zwang sich zu einem Lächeln.
„Ich habe zu schnell und zu viel gegessen.“
„Nimm noch einen“, forderte Martin während er das Glas erneut füllte. Sie winkte ab. er sprang auf.
„Trink!“, sein lauter Befahl ließ sie erschrocken die Augen schließen.
„Genug!“
Michael sprach ebenfalls laut, stellte sich zwischen die beiden und betrachtete seinen Bruder mit Unverständnis. Martin starrte an ihm vorbei. Michael drehte sich. Sie hatte ihre Knie bis unter ihr Kinn gezogen, schien sich zusammengefaltete und mit geschlossenen Augen im Sofastuhl verstecken zu wollen. Er wandte sich zurück zu seinem Bruder.
«Los, in die Küche.»
Seine Forderung unterstrich er mit einer Armbewegung Richtung Flur. Martin hob seine Augen und betrachtete sein Gesicht, stieß einen abfälligen Schwall Luft durch die Nase, drehte sich weg und verließ das Wohnzimmer. Nach einem erneuten Blick auf die erstarrte Frau folgte er ihm in die Küche. Kaum angekommen fuhr ihn Martin wutentbrannt an:
„Wir hocken hier als wäre es das normalste der Welt», seine Faust traf die Tischplatte, «Zum Teufel nochmal, hast du vergessen, dass wir für die kleine Schlampe zwei Fremde sind, die sie verdammt nochmal fürchten sollte?“
Zu seiner Überraschung spiegelte das Gesicht seines Bruders mehr Besorgnis als Wut. Nach einem tiefen Seufzer gab er zu:
„Ich bin mir der unkonventionellen Situation durchaus bewusst, dennoch sollte ein friedliches Miteinander möglich sein.“

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Rainer Prem
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 62
Beiträge: 1085
Wohnort: Wiesbaden


BeitragVerfasst am: 17.09.2019 11:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

mal ganz ohne Bezug auf den Inhalt: Deine Art, Dialoge zu schreiben, bringt mich völlig durcheinander.

Grundsätzlich lautet die Regel: Ein Abschnitt pro Person.

Also müsste die Trennung wie folgt aussehen:

Sie erwachte, realisierte schnell wo sie sich befand und setzte sich auf.
---
„Hast du gut geschlafen?“ Michael sass auf dem Sofa und las in einem Buch.
---
Gähnend rieb sie sich die Augen. „Wie lange...“

Nur in dem Fall kannst du Inquits komplett weglassen.

PS: Eine Geschichte mit dem Erwachen des Protagonisten zu beginnen, gilt als Klischee.

PPS: Den Namen der ersten Person wegzulassen, hat keinerlei Nutzen für den Leser.

Grüße
Rainer
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just_like_that
Abc-Schütze

Alter: 40
Beiträge: 6



BeitragVerfasst am: 17.09.2019 12:18    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen dank für deine Antwort. Aber zuerst muss ich mich für die, wie ich eben bemerkt habe, zahlreichen Fehler entschuldigen. Embarassed
Das mit der direkten Rede verwirrt mich ebenfalls. Ich habe bereits 200 Seiten geschrieben und mich leider nie mit den Regeln vom "Reden" befasst. Nun versuche ich (noch nicht ganz) verzweifelt die ganzen Dialoge den Regeln anzupassen.
Deine Antwort hilft mir sehr und ich sehe ein kleines Licht am Ende des Tunnels.

Lg

PS: Der Text ist ein Auszug von einer Seite mitten aus einem Kapitel, deshalb der fehlende Name und der klischeehafte Beginn.
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jaeani
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 115



BeitragVerfasst am: 17.09.2019 13:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

schau mal hier: https://www.die-schreibtrainerin.de/manuskript-formatieren/
Dort findest du unter Punkt 8 Formatierungsregeln bzgl. Dialoge.
Ansonsten einfach mal ein Buch aufschlagen und gucken, wie es dort formatiert ist. Daumen hoch

viele Grüße,
jaeani
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