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Eliane
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 760



BeitragVerfasst am: 27.09.2019 22:26    Titel: Antworten mit Zitat

Selanna hat Folgendes geschrieben:
Hallo 😊,
der Schreibstil und das Erzähltempo wirken auf mich wie naturalistischer Sekundenstil und das in erlebter Rede (zumindest kommt mir das so vor), das ist mir persönlich aber zu kleinschrittig und das Tempo behältst Du sehr lange bei. Es kommt mir so vor, als würdest Du damit versuchen, Dich langsam warmzuschreiben. Du springst zwischen Gedanken und wirklicher Handlung auch ziemlich hin und her, mir kam es etwas konfus vor. Und Deine Ich-Erzählerin wirkt auf mich etwas hyperaktiv.
Den Chef hast Du prima unsympathisch hinbekommen, sehr spleenig und egozentrisch. Der erste Dialog mit der Tankstellenangestellten ist Dir auch schön flapsig gelungen, aber beim Lesen dachte ich, er bringt die Kurzgeschichte nicht recht weiter – im Nachhinein kann man ihn aber schon drin lassen. Sie philosophiert sich weiter durch das Tankstellenshopsortiment, auf der Flucht vor der Verkäuferin, aber das riss mich nicht so mit, von Raumdüften, Lenkradüberzügen und Motoröl zu lesen. Dann gibt es einen kurzen Schwenk hin zur Genderdebatte und ein langer zur Kfz-Entwicklung. Manchmal triffst Du nicht ganz das richtige Wort, zum Beispiel, dass ein Duft nach Pinguinkacke „praktisch“ wäre. Ironisch betrachtet wäre er sicher ein Erlebnis, phänomenal oder elegant, aber nicht praktisch. Oder die Präsentation „in den Sand setzen“ ist nicht dasselbe wie ein Chef, der die Präsentation an sich reißt.
Die erste Wendung, als sich die Radfahrerin als Kfz-Entwicklerin herausstellt, war schön abstrus. Die zweite Wendung, dass die Tankstellenfrau stockt, als sie erkennt, dass die Autos kein Benzin mehr brauchen, und gleich darauf die Überraschung, dass sie davon angetan ist, ist Dir auch sehr gut gelungen und ich musste schmunzeln. Du hast den Text auch insgesamt abrunden können, indem Du auch noch die Gendermeinung der älteren Dame änderst und die Zweifel der Ich an ihrem Präsentationserfolg ausräumst.
Von den Wendungen her und vom runden Schluss gefiel mir der Text gut, der Erzählstil war mir zu langatmig und detailliert, gerade was das Durcharbeiten des Sortiments betrifft. Davon abgesehen ist Dein Schreibstil gut lesbar, abwechslungsreich, nur manchmal hast Du das falsche Wort erwischt. Was die Themenvorgaben angeht, bin ich mir nicht so sicher, ob Du das dritte Stichwort umgesetzt hast? Vielleicht Verliebtheit? Ekel und Enttäuschung entdecke ich jedenfalls nicht.

Liebe Grüße
Selanna


Verliebtheit sollte es sein (s.o.). Danke für Deinen ausführlichen Kommentar, der vieles exakt auf den Punkt trifft. Ja, ich wusste wirklich am Anfang nicht, wohin es gehen würde, ich habe einfach mit dem gespielt, was mir einfiel. Und das ist zugegeben etwas ausgeufert, aber ich hatte solchen Spaß daran Embarassed Danke für Deinen Tipp zum Springen zwischen Gedanken und Handlung, das mache ich oft so und werde in Zukunft etwas mehr darauf achten, das besser abzugrenzen! Und: Phänomenal wäre wirklich das perfekte Wort gewesen. Den Schluss finde ich persönlich gar nicht rund, sondern abgehackt ... vielleicht ist er auch tatsächlich etwas zu "beigeschliffen"? Bis zu dem "ich gebe die Tankstelle auf" gefällt er mir noch, danach ehrlich gesagt nicht mehr. Dennoch freut es mich, dass er Dir gefallen hat!
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Eliane
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BeitragVerfasst am: 27.09.2019 22:31    Titel: Antworten mit Zitat

Michel hat Folgendes geschrieben:
Vorgabenprüfung: Geschichte beginnt in der Tankstelle – Check. Jemand heimst (vermutlich) die Lorbeeren ein: Check. Laura ist enttäuscht: Check.
Glutenarmer Macho-Chef lädt sich zum Essen ein, Druckmittel: Projektvergabe. Margarete Stokowski bekäme im Spiegel Online wahrscheinlich die Kotzeritis, vermutlich auch über die Underdog-Reaktion der Protagonistin. An so einem Arbeitsplatz wird das wohl nichts mit der Ingenieurinnenkarriere.
Dann die alte Dame in der Tankstelle, ganz alte Schule, konservative Ansichten – einigermaßen – und ebenfalls ein Opfer der Berufswelt. Diesen Charakter finde ich schwer auszuhalten, genau weil er so über-stimmig ist – eine richtige Person wird’s für mich nicht, sondern ein Muster, eine Abziehfolie.
Die letzte Zeile verstehe ich nicht. Warum wird sie die Präsentation rocken, wenn sie jetzt Rotkraut hat?
Insgesamt sehr routiniert geschrieben, keine großen handwerklichen Fehler, aber es nimmt mich nicht wirklich mit hinein und am Ende löst sich alles in eine Art Emo-Nirwana auf.


Aber Michel. Rotkraut ist existenziell für das Gelingen einer Präsentation, wusstest Du das nicht? Ich hab immer welches dabei, sonst wird das nix. Merk's Dir fürs nächste Mal, wenn Du eine halten musst! smile extra

Zitat:
Glutenarmer Macho-Chef lädt sich zum Essen ein

 Sich kaputt lachen Daumen hoch² Du musst unbedingt für mein nächstes Exposé den Pitch schreiben!

Was den Schluss angeht: Du hast recht. Der ist Murks. Da hätte ich noch zwanzig Minuten mehr gebraucht. Oder zwei Tage. Oder so.
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Eliane
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BeitragVerfasst am: 27.09.2019 22:32    Titel: Antworten mit Zitat

Amarenakirsche hat Folgendes geschrieben:
Hallo Unbekannte(r),

leider hat es dein Text nicht in die Reihe derer geschafft, denen ich Federn gegeben habe.
Das lag vor allem daran, dass viel Zeit und Platz in den Gedanken der Protagonistin für die Suche nach den Lebensmitteln draufgeht, während der Vortrag am nächsten Tag in den Hintergrund rückt. Das finde ich nicht sehr plausibel, wenn ihr dieser so wichtig ist. Irritiert hat mich zudem, dass sie nach einem vergeblichen Versuch auf die Dame einredet ohne sich bremsen zu können. Anscheinend, damit die Angestellte nach etwas Essbarem sucht, aber kurz darauf meint die Prota vergessen zu haben, was sie da tut, das passt für mich nicht zusammen.

Gut gefallen hat mir die Tankstellendame. Die konnte ich mir bildlich vorstellen.

Liebe Grüße
die Kirsche


Danke, liebe Kirsche smile - und ja, Du hast völlig Recht. Das Verhalten der Protagonistin ist total widersprüchlich.
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Eliane
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BeitragVerfasst am: 27.09.2019 22:40    Titel: Antworten mit Zitat

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Hallo Inko,
hat mir gefallen. Viel mehr fällt mir jetzt aber auch nicht ein, die Geschichte ist sehr straight-forward ohne große Ecken und Kanten, und viel zu interpretieren oder ambivalente Deutungsweisen gibt es auch nicht. Aber das ist ja auch nicht der Zehntausender hier. Ich könnte höchstens noch anmerken, dass mich das ständige SUV-Bashing mittlerweile nervt, weil man es überall ließt. Aber gut, dann ist man als Raucher ja nicht mehr die arme Sau, die durchs Dorf getrieben wird (es sei denn, man fährt auch noch einen SUV, und raucht womöglich noch darin. Am besten noch Diesel (nein, nicht rauchen, sondern im Tank) Laughing

Was mir nicht ganz klar ist: Will sie das Gespräch in der Tankstelle als Aufhänger für die Präsentation nutzen? Wenn ja, ist mir nicht ganz einleuchtend, was das bringen soll. Ist ja nur ein Beispiel und lässt sich kaum auf alle Tankstellenbesitzer übertragen.

Ob es für Punkte reicht, kann ich noch nicht sagen, habe erst die Hälfte gelesen.

Grüße,
Veith


Danke Dir, Veith smile Nee, tiefsinnig ist rein gar nichts hier. Ich habe einfach die Assoziationen aufgegriffen, die mir gerade präsent waren, und sie verwurstet, versucht, ins Absurde zu drehen, wo es ging - was nicht immer geklappt hat. Daher auch die SUVs (nächstes Mal schreibe ich dann was über dieselrauchende Elektroautofahrer).

Das Gespräch war nicht als Aufhänger, sondern als Motivation gedacht - oder vielmehr, sie hat sich selber gerade gezeigt, dass sie auch über das reden kann, wofür sie brennt. Aber das ist a) nicht rübergekommen und b) selbst wenn es das wäre, wäre es ein schlechter Schluss.
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Eliane
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BeitragVerfasst am: 27.09.2019 22:40    Titel: Re: Abendessen Antworten mit Zitat

Soraja hat Folgendes geschrieben:
Eine schöne Beschreibung der vielen Unwegsamkeiten, die einem passieren können, wenn man etwas zu sehr will. Auch die gewählte Aufgabenstellung glaube ich im vollem Umfang herausgelesen zu haben.


Vielen lieben Dank! Freut mich, dass es Dir gefallen hat.
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Eliane
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BeitragVerfasst am: 27.09.2019 22:41    Titel: Antworten mit Zitat

hobbes hat Folgendes geschrieben:
smile
Zwischendurch sogar lol (leider weiß ich gerade nicht mehr, wo)

Hier komme ich noch mal her.

nochmal hergekommen und: Ist halt eine dieser Geschichten, die man ich nur ein Mal lesen kann. Aber immerhin.


Es freut mich, dass Dich meine Geschichte wenigstens einmal erfreut hat smile Das ist doch besser als nix wink Danke!
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Eliane
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BeitragVerfasst am: 27.09.2019 23:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nebenfluss und danke Dir für Deinen ausführlichen Kommentar! Darf ich den direkt gegenkommentieren?

nebenfluss hat Folgendes geschrieben:
Eine Ingenieurin hat am Montag eine wichtige Präsentation zu halten, die ihr eine Stelle als Projektleiterin verschaffen soll. Ihre Führungskompetenz versucht sie zu beweisen, indem sie erstens die Vorbereitung auf den letzten Drücker (Wochenende) hinausschiebt, zweitens dafür ihren Vorgesetzten zum Händchenhalten braucht (worauf dieser sich erstaunlicherweise einlässt) und sich drittens insgeheim wegen der Überstunden (nicht die des Chefs) beschwert.
Hm. Was, wenn es eigentlich die Aufgabe des Chefs gewesen wäre, die Präsentation vorzubereiten, und er derjenige war, der das vertrödelt hat? Ihr im Gegenzug für ihre Hilfe angeboten hat, dass sie präsentieren darf?

Dieser Chef, offenbar Single wie sie selbst, möchte als Gegenleistung mal wieder in den Genuss einer warmen Mahlzeit kommen und lädt sich für den Abend einfach selbst in die Wohnung "seiner" Ingenieurin ein, wo sie ihn bekochen soll. Die Prota begreift diese Improvisationsprüfung keineswegs als ungehörig, sondern als letzte Chance: "wenn ich diese Projektleitung kriegen will", heißt es im Text, "dann sollte ich mich jetzt besser anstrengen, etwas Ordentliches auf den Tisch zu bekommen." Was nicht leicht ist, denn dummerweise hat der Typ auch noch so ziemlich sämtliche Allergien der Welt. Für dieses Privatproblem aber ist ausnahmsweise nicht er zuständig, denn schließlich geht's um Kochen und sie ist ja die Frau von den beiden (oder so ähnlich).
Statt also von ihm Beratung beim Einkauf einzufordern, betritt sie alleine einen Ort, der eine Tankstelle darstellen soll, aber jemanden im Publikum an den Dorfladen in seiner Heimat erinnert, der vor dreißig Jahren zum letzten Mal die Rollläden herunterließ: Es bimmelt, wenn man reinkommt, man ist immer der einzige Kunde, und die Darbietung des Sortiments erschwert vorsätzlich die Selbstbedienung.
In dieser Streßsituation gesellt sich - möglicherweise durch einen dezenten Wink aus der Regie - die ältliche, geschwätzige, aber prinzipiell hilfsbereite Tankstelleninhaberin an ihre Seite. Dank Tanktante Emmas betulicher Patentheit gerät etwas reales Leben auf die Bühne und will von dort nicht wieder verschwinden. Dagegen kommt auch die Pampigkeit der Prota nicht an.
Sehr witzig finde ich ja, dass die Tankstellendame in den Kommentaren entweder als totale Schablone oder als absolut lebensecht beschrieben wird. Ja, die Regie hatte sie auf die Bühne geschickt.

Vermutlich durch einen weiteren Hinweis der Regie verfällt Emma auf die Idee, die Prota wolle einen Angebeten bekochen und glaubt, die Zutaten für dieses Liebesmenü vorrätig zu haben, zumal man ihr von Allergien nichts erzählt hat. Die Prota bestätigt Emmas These, muss dabei aber keineswegs erneut an die verwuschelten Haare des Chefs denken (die zuvor als "sexy" charakterisiert wurden), so wie sie überhaupt jeden Gedanken daran vermeidet, welche weiteren privaten Dienstleistungen nach dem Abendessen im Raum stehen könnten. Dafür ergreift sie die erstbeste Gelegenheit, um über ihre Ingenieursleistungen und ihre ökologische Mission zu referieren. Offenbar hat sie den Plan für das perfekte Elektroauto in der Schublade liegen, worauf jemand im Publikum ihre hündische Abhängigkeit vom Vorgesetzen vollends absurd findet.
Tja, lieber Jemand im Publikum: So ist das leider mit Vorgesetzten manchmal - Du kannst als Untergebene(r) die besten Ideen und Pläne haben, aber ohne das Okay von oben darfst Du sie nun mal nicht umsetzen. Warum sollten es denn eigentlich nicht die Ideen sein, für die sie brennt, sondern nur die sexy verwuschelten Haare vom Chef? Wobei, zugegeben, diese blöden Haare definitiv unter "hätte ich lieber nicht schreiben sollen" fallen. Eigentlich sollte das ironisch darauf hindeuten, dass der Rest der Abteilung total auf den Typ abfährt.

Mittlerweile ist aber zwischen den beiden Frauen eine fast schon verschwörerische Solidarität entstanden. Davon ist die Prota so begeistert, dass sie die Zutaten der eingekauften Fertiglebensmittel nicht mehr überprüft (zumindest bei Gluten wäre sie mit Sicherheit fündig geworden).
 
Liebe Autorin, lieber Autor,
nach dieser sehr langen und ziemlich süffisanten Inhaltsangabe dürfte klar sein, dass mir mein Wohlwollen für diesem Wettbewerbsbeitrag schwer fällt. Das Thema war frei, sollte aber in seiner Ausgestaltung amS schon vom Geist des Improtheaters inspiriert sein. Zentrale Hindernisse sehe ich in der viel zu komplexen Ausgangssituation sowie der Passivität der Protagonistin, die aus dem Off vom Chef ferngesteuert wird und darüber unglücklicherweise auch noch aus der Ich-Perspektive erzählt. Damit meine ich, dass die personale Perspektive mir vielleicht den ganz anderen Subtext ermöglicht hätte, die Tankstellenfrau hätte die Wahrheit erkannt: die Prota wolle in Wirklichkeit eine Liebesbeziehung mit ihrem Chef beginnen und dadurch nebenbei ihren Aufstieg im Unternehmen begünstigen. Das sehe ich schon daran, dass ich mir diese Agenda bei ihrem Chef durchaus vorstellen kann.
Tatsächlich? Ich mir bei ihr aber überhaupt nicht.

Ich hätte die Geschichte etwa als einen satirischen Beitrag zu Metoo lesen können. Aber in den Gedankenwelt der Ich-Perspektive hätte sich das schon abbilden müssen, ansonsten fühle ich mich als Leser auf den Arm genommen.
Kreativität, Spontanität, Flexibilität (kurz gesagt: Improvisation) dürften ihr als geniale Erfinderin nicht fremd sein, aber versagt sie in diesen Disziplinen in der höchst schwierigen Situation, die als Basis dieser Erzählung gewählt wurde - m. E. ein spektakuläres Eigentor.
Ein Pluspunkt dagegen: Du hast gleich mehrere der zweiten Vorgabe im Text untergebracht. Ein paar unterhaltsame Gags habe ich durchaus  auch gefunden. Beides konnte allerdings den Text nicht in die Punkteränge retten.
Mir ist bewusst, dass dieses Urteil ziemlich streng wirkt, aber es ist nunmal mein Blickwinkel, und ich schreibe das sinngemäß nicht nur dir.
Ich bin gespannt, wie die anderen Kommentatoren das bewerten.

Durchwachsen, wie die Kommentare zeigen - und ich bin auch nicht hundertprozentig glücklich mit meinem Text. Mit der Kritik komme ich klar. Dennoch finde ich es schade, dass Du der Protagonistin ihre Motive einfach nicht geglaubt hast, obwohl sie sich deutlicher nicht hätte ausdrücken können ("Kompetent muss ich sein, nicht sexy.") und mithilfe eindeutig vorgetäuschter Verliebtheit bei der Tankstellendame Unterstützung auf einem für sie selbst fachfremden Gebiet sucht.
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Eliane
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BeitragVerfasst am: 27.09.2019 23:19    Titel: Antworten mit Zitat

Constantine hat Folgendes geschrieben:
Bonjour

Ich vermute als Vorgaben: 1C / 2A / 3A

Die Zutaten dieses sehr langen Textes sind eine Prota, die in einer Tankstelle nach einer Idee und Zutaten sucht, was sie ihrem Chef rasch zum Abendessen kochen könnte, um sich für den morgigen Tag eine gute Position zu sichern, und eine penetrante Tankstellen-Leiterin, die sehr großzügig mit Ratschlägen und am Ende mit ihren Waren ist, die sie der Prota schenkt, weil die Tage von Tankstellen in Zukunft gezählt sein werden und die Tankstellen-Leiterin, die die Tankstelle mehr aus Liebe denn aus Überzeugung leitet, dieser Zukunft mit Freude entgegen sieht. Well.
Aufgrund der Länge des Textes zieht sich das Geschehen wie ein Kaugummi, je öfter ich den Text gelesen habe, um so öfter erwischte ich mich dabei, drüber zu huschen, was kein gutes Zeichen ist.
In Anbetracht der gelungenen Vorgabenerfüllung und der limitierten Schreibzeit kommen die beiden Protagonisten natürlich rüber.

Du hast es in meine Top 10 geschafft und erhältst: trois points.

Merci beaucoup
Constantine


Danke, Constantine - ich versuche, mich in Zukunft kürzer zu fassen smile War tatsächlich an einigen Stellen einfach zu viel, wenn ich auf der Suche nach dem roten Faden war.
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Eliane
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BeitragVerfasst am: 27.09.2019 23:19    Titel: Antworten mit Zitat

poetnick hat Folgendes geschrieben:
Hallo Inco,

Dein Text ist nicht in meine Punktewertung geraten. Das soll nichts über dessen Qualität aussagen, sondern obliegt meiner neigungsbedingten Auswahl unter den vielen Einsendungen. Vielen Dank!

LG - Poetnick


Danke trotzdem fürs Lesen smile
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Eliane
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BeitragVerfasst am: 27.09.2019 23:21    Titel: Antworten mit Zitat

traumLos hat Folgendes geschrieben:
Hallo Inco

Rotkohl, Pilze, Präsentation. Muss man auch erstmal drauf kommen. Die Geschichte im Ganzen betrachtet, hat mich nicht überzeugt. Aber da ist diese Tankwartin. Das liebenswürdig Nervende. Die Gedankensprünge. Alles flüssig erzählt. Vergessen, der für mich etwas zähe Beginn.


Schön, dass sie Dich trotzdem überzeugen konnte und sogar über die Zähigkeit getröstet hat. Danke!
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Eliane
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BeitragVerfasst am: 27.09.2019 23:22    Titel: Antworten mit Zitat

Bananenfischin hat Folgendes geschrieben:
Wieder einmal war ich begeistert, was für Texte in zweieinhalb Stunden entstehen können: Geschichten mit schlüssiger Handlung, rotem Faden, guten Dialogen, aber auch stilistisch ausgefeilte Texte, innere Monologe und Betrachtungen (oder beides). Die Punktevergabe in den oberen Rängen fiel mir leichter als die in den unteren. Aus Zeitmangel kann ich keine ausführliche Begründung dalassen, will aber kurz sagen, was mir an jedem bepunkteten Text gefallen hat.
Dieser Text ist unterhaltsam, kurzweilig und witzig erzählt, ein Bogen ist erkennbar, es findet eine Entwicklung statt.
5 Punkte von mir.


Vielen Dank dafür!
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Eliane
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BeitragVerfasst am: 27.09.2019 23:26    Titel: Re: Abendessen Antworten mit Zitat

fabian hat Folgendes geschrieben:
Hei Gei Eins

Ich muss leider passen.
Beim ersten Lesen hinterlässt der Text bei mir nur ein Gefühl von Langeweile. Sehr subjektiv, ich weiß.
Aber es geht mir alles wirklich zu sehr in die Breite.

Wovon lese ich im zweiten Anlauf?
Die Konflikte der Arbeitswelt – und wie sie sich im Bewusstsein der Protagonisten darstellen.
Die verinnerlichte geschlechtsspezifische Rollenverteilung in Hierarchien, in denen  sich die Machtverhältnisse nur notdürftig hinter dem kumpelhaften „Du” verbergen können.
Das heimelige Bimmeln einer Ladenglocke und die verwitwete Tankstellenoma als Sehnsuchtsbild und Pseudoalternative, die der Protagonistin schließlich ihr Erweckungserlebnis verpassen.
Und natürlich – fast hätte ich es vergessen: die Umwelt. Das bessere E-Auto.
Persönliches Emanzipationsbedürfnis und Streben nach gesellschaftlichem Nutzen in trauter Zweisamkeit. Kein Stäubchen trübt das schöne Bild.

Zum Schluss noch ein doppeldeutiger Cliffhanger: wird sie die Puppen zum Tanzen bringen oder tanzt sie mit den Puppen?

Das ist alles ganz schön wichtig aber in der erzählerischen Performance klingt mir das dann doch etwas banal.

Punkte (wenn) gibts erst zum Schluss.


Danke, fabian, und Entschuldigung, wenn mein Text Dich gelangweilt hat. Dennoch hast Du die Essenz sehr treffend herauskristallisiert. Nächstes Mal streue ich etwas mehr Staub drüber und mache das ganze weniger glatt. Versprochen.
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Selanna
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BeitragVerfasst am: 28.09.2019 21:42    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Eliane,

Zitat:
Verliebtheit sollte es sein (s.o.).

Ha! Dann lag ich ja mit meiner Vermutung sogar richtig.

Zitat:
Ja, ich wusste wirklich am Anfang nicht, wohin es gehen würde, ich habe einfach mit dem gespielt, was mir einfiel.

Das kenne ich. So können beinah tausendseitige Romane entstehen Embarassed Laughing
Zitat:
aber ich hatte solchen Spaß daran

Dann nehme ich die Kritik fast wieder zurück. Deiner war übrigens auch der erste Text, den ich kritisiert habe, und Du hast wohl deshalb auch das kritischste Auge abbekommen Confused

Zitat:
vielleicht ist er auch tatsächlich etwas zu „beigeschliffen“? Bis zu dem „ich gebe die Tankstelle auf“ gefällt er mir noch, danach ehrlich gesagt nicht mehr.

Ich habe den Schluss noch einmal gelesen und ja, man kann das so sehen wie Du. Aber es ist ja auch eine Kurzgeschichte und wie viel hätte denn noch kommen sollen? Du hattest ja schon das Problem Chef - Mitarbeiterin, Gender, kochende Kochunwillige, Selbstzweifel, Kfz-Entwicklung, ungeliebtes Berufsfeld... Ich denke, irgendwann muss man den Bogen schließen und für mich hast Du das in mehr Feldern hinbekommen, als ich erwartet habe. Für mich passt der Schluss!

Zitat:
dennoch freut es mich, dass er Dir gefallen hat!

Smile

Liebe Grüße
Selanna


_________________
Nur ein mittelmäßiger Mensch ist immer in Hochform. - William Somerset Maugham
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Eliane
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BeitragVerfasst am: 30.09.2019 22:33    Titel: Antworten mit Zitat

Selanna hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
aber ich hatte solchen Spaß daran

Dann nehme ich die Kritik fast wieder zurück. Deiner war übrigens auch der erste Text, den ich kritisiert habe, und Du hast wohl deshalb auch das kritischste Auge abbekommen Confused


Und selbst wenn - passt so, keine Sorge smile War ja nicht unberechtigt, Deine Kritik!
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 01.10.2019 14:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Eliane,
du hast noch ein paar Fragen gestellt. Ich weiß nicht, ob die rhetorisch gemeint waren, aber beantworte sie mal - zumindest teilweise, weil ich nicht fünfmal das im Grunde Gleiche schreiben möchte. Soll auch nicht in Rechthaberei ausarten.
Eliane hat Folgendes geschrieben:

Hm. Was, wenn es eigentlich die Aufgabe des Chefs gewesen wäre, die Präsentation vorzubereiten, und er derjenige war, der das vertrödelt hat? Ihr im Gegenzug für ihre Hilfe angeboten hat, dass sie präsentieren darf?

Für mich ergab sich aus dem Text, dass die Präsentation szs ihre Bewerbung um die Projektleitung darstellt. Das ist natürlich ihre Sache. Wäre es irgendeine Präsentation des Chefs, wüsste ich nicht, warum sie daraus einen Anspruch auf die Projektleitung ableitet. Selbst, wenn dieses "sich lieb Kind machen" in dieser Firma üblich ist (bei dem heutigen Controlling-Wahn mit firmeninternen oder öffentlichen Ausschreibungen und entsprechenden Mitbewerbern eher unwahrscheinlich), würde ich zumindest irgendeine kritische Haltung dazu von ihr erwarten (was soll sie mit ihrer Zukunftstechnologie Karriere in einer dermaßen vorgestrigen Firmenkultur machen, "ich sollte kündigen und mit meinen Plänen zur Konkurrenz gehen", sowas in der Richtung). Stattdessen stützt sie das System.
Aber wie auch immer: Man kriegt das als Leser sowieso nicht eindeutig raus. Ob sie den Einkauf, das Kochen, das gemeinsame Essen wohl als Überstunden abrechnen darf? Auch dazu kein Wort.
Deshalb schrieb ich im zweiten Teil meines Kommentars: Die Ausgangssituation ist zu komplex; allein darüber ließe sich eine eigene Geschichte schreiben.

Eliane hat Folgendes geschrieben:
Sehr witzig finde ich ja, dass die Tankstellendame in den Kommentaren entweder als totale Schablone oder als absolut lebensecht beschrieben wird. Ja, die Regie hatte sie auf die Bühne geschickt.

Immerhin war mir die Tankstellendame verständlich, die Prota eher nicht so.

Eliane hat Folgendes geschrieben:
Tja, lieber Jemand im Publikum: So ist das leider mit Vorgesetzten manchmal - Du kannst als Untergebene(r) die besten Ideen und Pläne haben, aber ohne das Okay von oben darfst Du sie nun mal nicht umsetzen..

Das ist sicherlich richtig, aber darüber sagt der Text doch nichts (und mein Kommentar auch nicht). Es geht nicht darum, ob das Projekt umgesetzt wird, sondern, wer die Leitung dafür bekommt.

Eliane hat Folgendes geschrieben:
Wobei, zugegeben, diese blöden Haare definitiv unter "hätte ich lieber nicht schreiben sollen" fallen. Eigentlich sollte das ironisch darauf hindeuten, dass der Rest der Abteilung total auf den Typ abfährt.

Wie denn? Kollegen werden doch gar nicht erwähnt, und sie trifft den Typen am Sonntag. Im normalen Betrieb unter der Woche hat er - so habe ich es verstanden - eine ordentlichere Frisur. Und ja, ich denke, dass diese kleine Passage über Haare und Sexyness eine falsche Fährte legen kann.

Eliane hat Folgendes geschrieben:
Dennoch finde ich es schade, dass Du der Protagonistin ihre Motive einfach nicht geglaubt hast, obwohl sie sich deutlicher nicht hätte ausdrücken können ("Kompetent muss ich sein, nicht sexy.") und mithilfe eindeutig vorgetäuschter Verliebtheit bei der Tankstellendame Unterstützung auf einem für sie selbst fachfremden Gebiet sucht.

Verliebt oder nicht, Sex oder nicht - das war mir im Grunde egal, sondern es ging mir um die Trennung bzw. Vermischung von Beruf und Privatleben. Für meinen Blick auf die Prota ist es zweitrangig, ob sie sich nun "hochschlafen" oder "hochkochen" will. Der Satz "Kompentent muss ich sein, nicht sexy" beißt sich mit ihrer Schlussfolgerung "Kochen muss ich können, um Karriere zu machen, nicht meine Fachkompetenz unter Beweis stellen". Ein eindeutiges Motiv konnte ich darin nicht finden (also auch nicht glauben).

Kurz und persönlich gesagt: Der kleine Feminist in mir rebelliert, wenn er Frauen sieht, die ein Spiel mitspielen, bei dem sie nur verlieren können Wink

Aber hey, ich war auch etwas sehr krittelig in meinen Kommentaren, gerade für einen FFF. Das nächste Mal suche ich wieder mehr nach Positivem, versprochen.


_________________
fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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Eliane
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BeitragVerfasst am: 02.10.2019 19:18    Titel: Antworten mit Zitat

nebenfluss hat Folgendes geschrieben:
Hallo Eliane,
du hast noch ein paar Fragen gestellt. Ich weiß nicht, ob die rhetorisch gemeint waren, aber beantworte sie mal - zumindest teilweise, weil ich nicht fünfmal das im Grunde Gleiche schreiben möchte. Soll auch nicht in Rechthaberei ausarten.

Hallo nebenfluss, im Gegenteil, ich bin sehr froh über Deine Antwort, sie stellt einiges klar und hilft mir, Deinen Blickwinkel zu verstehen. Auf Rechthaberei habe ich auch keine Lust, keine Sorge. Darf ich trotzdem meine Sicht auf die Dinge erläutern? (okay, das war jetzt rhetorisch, denn ich tue das im Folgenden - aber Du kannst ja entscheiden, ob Du es liest oder nicht)

nebenfluss hat Folgendes geschrieben:
Für mich ergab sich aus dem Text, dass die Präsentation szs ihre Bewerbung um die Projektleitung darstellt. Das ist natürlich ihre Sache. Wäre es irgendeine Präsentation des Chefs, wüsste ich nicht, warum sie daraus einen Anspruch auf die Projektleitung ableitet. Selbst, wenn dieses "sich lieb Kind machen" in dieser Firma üblich ist (bei dem heutigen Controlling-Wahn mit firmeninternen oder öffentlichen Ausschreibungen und entsprechenden Mitbewerbern eher unwahrscheinlich), würde ich zumindest irgendeine kritische Haltung dazu von ihr erwarten (was soll sie mit ihrer Zukunftstechnologie Karriere in einer dermaßen vorgestrigen Firmenkultur machen, "ich sollte kündigen und mit meinen Plänen zur Konkurrenz gehen", sowas in der Richtung). Stattdessen stützt sie das System.
Aber wie auch immer: Man kriegt das als Leser sowieso nicht eindeutig raus. Ob sie den Einkauf, das Kochen, das gemeinsame Essen wohl als Überstunden abrechnen darf? Auch dazu kein Wort.
Deshalb schrieb ich im zweiten Teil meines Kommentars: Die Ausgangssituation ist zu komplex; allein darüber ließe sich eine eigene Geschichte schreiben.

Das stimmt. Und Du hast recht, die Informationen, die ich gegeben habe, sind nicht eindeutig. Meine Vorstellung war tatsächlich: Der Chef sollte die Projektpräsentation vorbereiten, hat's verpeilt und nach Freiwilligen gesucht, die ihm dabei helfen. Sie hat sich bereiterklärt, im Gegenzug hat er ihr die Präsentation und ggf. die Projektleitung versprochen. Aber, nochmal: Geht so nicht aus dem Text hervor, vollkommen korrekt.

Eine kritische Haltung vs. das System stützen sehe ich etwas differenzierter als Du. Am Anfang der Karriere ist man nicht in der Position, groß Kritik äußern zu können, und eventuell auch froh darüber, überhaupt einen Job gefunden zu haben. Dann mag es durchaus vernünftiger entscheiden, erst mal mit dem System zu schwimmen, um in eine Position zu gelangen, aus der heraus man etwas daran ändern kann. Während man, wenn man direkt auf Konfrontation geht, vermutlich letzten Endes weniger verändern wird, und wenn man zu oft den Job wechselt (-> "zur Konkurrenz gehen") irgendwann ganz ohne dasteht.

nebenfluss hat Folgendes geschrieben:
Das ist sicherlich richtig, aber darüber sagt der Text doch nichts (und mein Kommentar auch nicht). Es geht nicht darum, ob das Projekt umgesetzt wird, sondern, wer die Leitung dafür bekommt.

Naja - wer die Leitung hat, hat auch mehr Gestaltungsfreiheit. Vielleicht nicht so radikal, wie mein Text impliziert, das ist natürlich übertrieben, aber trotzdem mehr als die anderen.

nebenfluss hat Folgendes geschrieben:
Und ja, ich denke, dass diese kleine Passage über Haare und Sexyness eine falsche Fährte legen kann.

Tut sie. Hätte ich weglassen sollen (siehe auch meine Selbstkritik).

Zitat:
Verliebt oder nicht, Sex oder nicht - das war mir im Grunde egal, sondern es ging mir um die Trennung bzw. Vermischung von Beruf und Privatleben. Für meinen Blick auf die Prota ist es zweitrangig, ob sie sich nun "hochschlafen" oder "hochkochen" will. Der Satz "Kompentent muss ich sein, nicht sexy" beißt sich mit ihrer Schlussfolgerung "Kochen muss ich können, um Karriere zu machen, nicht meine Fachkompetenz unter Beweis stellen". Ein eindeutiges Motiv konnte ich darin nicht finden (also auch nicht glauben).

Das ist auch tatsächlich schwierig - beziehungsweise handelt sie ihrem eigentlichen Motiv zuwider, weil der Chef sie mit der Aufforderung überrumpelt und sie improvisiert (sorry, musste sein - tatsächlich habe ich mir aber wirklich genau das dabei gedacht), weil sie denkt, keine andere Wahl zu haben (s.o.).

nebenfluss hat Folgendes geschrieben:
Kurz und persönlich gesagt: Der kleine Feminist in mir rebelliert, wenn er Frauen sieht, die ein Spiel mitspielen, bei dem sie nur verlieren können

Ebenso kurz und persönlich: Die kleine Feministin in mir rebelliert, wenn sie denkt, dass Frauen unterstellt wird, nicht aus Überzeugung für eine Sache handeln zu können, sondern ihr Frausein nur dazu einzusetzen, sich klischeemäßig hochzuschlafen/-kochen. Ich glaube, wir sind quitt Wink

Zitat:
Aber hey, ich war auch etwas sehr krittelig in meinen Kommentaren, gerade für einen FFF. Das nächste Mal suche ich wieder mehr nach Positivem, versprochen.

Nicht dass ich Dir das verbieten wollte - aber ich bin auch dankbar für die Kritik. Auch wenn ich vielleicht etwas scharf darauf reagiert habe. Jetzt verstehe ich jedenfalls besser, was Du gemeint hast, und hoffe, dass es umgekehrt auch funktioniert hat.
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femme-fatale233
Geschlecht:weiblichFüßchen

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Das Bronzene Pfand


BeitragVerfasst am: 04.10.2019 10:56    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Eliane,

als Wettbewerbsleitung habe ich mich bisher ja sehr zurückgehalten, was das Kommentieren der Texte anbelangt. Hier möchte ich aber doch ein paar Worte loswerden, weil das einer meiner persönlichen Lieblingstexte war.

Einerseits empfinde ich ähnlich wie Dirk: Die Feministin in mir rebelliert, weil das Narrativ, den Chef mit Essen von der Tanke von der eigenen Fachkompetenz zu überzeugen, nicht wirklich das Idealbild dessen ist, wie Frauen in Führungspositionen kommen.

Gleichzeitig aber erzählt der Text viel über feministische Inkonsequenz und das mag ich. Als junge Frau, die selbst gerade ins Arbeitsleben gestartet ist, kenne ich das Gefühl, dass meine feministischen Ideale und meine Verhalten wie auch das meiner Umwelt mitunter sehr weit voneinander entfernt liegen - ein Widerspruch, mit dem eigentlich alle Feminist*innen leben müssen und der es (gerade Männern) so leicht macht, den Feminismus anzugreifen. (Ähnliches beobachte ich auch, wenn es um konsumkritisches Verhalten geht - da muss man in den Augen mancher schon ein*e komplette*r Heilige*r sein, um im Diskurs eine kritische Haltung überhaupt einnehmen zu dürfen.) Gerade dieses Hadern mit den (sexistischen? machistischen?) Zwängen der eigenen Lebenswirklichkeit kommt für mich im Text schon durch und deswegen mochte ich, was ich gelesen habe.

Liebe Grüße,
Carolina
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Eliane
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 760



BeitragVerfasst am: 04.10.2019 23:58    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Carolina,

erst mal: Wow! Vielen Dank für Dein Kompliment, ich freue mich wahnsinnig darüber, dass mein Text unter Deinen Favoriten gelandet ist!

Genau das Gleiche wie Du beobachte und empfinde ich auch - dass immer erwartet wird, man müsste perfekt sein, um eine Sache zu vertreten (sei es Feminismus oder Konsumkritik oder Umweltschutz oder gesunde Ernährung oder Kindererziehung oder ...). Dabei geht das in der Praxis einfach nicht, weil die Realität einfach keine Perfektion zulässt.

Und ich ärgere mich wahnsinnig darüber, dass dann innerhalb der Gruppen, die im Grunde eine ähnliche Überzeugung vertreten, sich noch gegenseitig fertiggemacht wird. Man zerfleischt sich, statt sich zu unterstützen. Nur weil man nicht in allen Details übereinstimmt, zum Beispiel nicht "den perfekten Feminismus" lebt und vertritt. Das macht es den Angreifern von außen noch leichter.

Liebe Grüße
Eliane
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