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Quantengeschenke


 

 
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Bananenfischin
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Goldene Feder Prosa Pokapro IV & Lezepo II
Silberne Harfe



BeitragVerfasst am: 15.09.2019 19:00    Titel: Quantengeschenke eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Quantengeschenke

„Und es war wirklich genau diese Tankstelle, die du in deiner Vision gesehen hast?“ Jasper tippte das verrostete Schild mit der Aufschrift Gas an. Es gab vor, den Gesetzen der Physik ausgeliefert zu sein und setzte sich in Bewegung. Hin und her schwang es, einmal, zweimal, noch einmal, dann mochte es nicht mehr und fiel scheppernd zu Boden. Sand wirbelte auf. Jasper hätte sich auch gern fallen lassen, er war müde, unsagbar müde, aber er musste die Gluthitze des Sands nicht erst auf der Haut spüren, um zu wissen, dass das keine gute Idee war.

„Natürlich! Ich habe mich an genau dieser Zapfsäule stehen sehen.“ Die letzten Worte bekräftigte Ella, indem sie mit der flachen Hand auf das arme Ding einschlug. Wenn die Säule so launisch war wie das Schild, sollten sie wohl besser in Deckung gehen. „Ich habe einen Pick-up vollgetankt, dem Fahrer hinterhergewunken und mich dabei so glücklich, so ganz gefühlt wie in keinem einzigen Gerichtssaal. Als die Annonce mich gefunden hat, habe ich die Tankstelle gleich wiedererkannt.“ Beschwingt ging sie zum Eingang, um zu prüfen, ob die Tür zu dem kleinen Verkaufsraum offen war.

Der Schweiß auf Stirn und Oberlippe war Jasper plötzlich willkommener Vorwand, sein Gesicht in den Händen zu vergraben. Seit gut einem Jahr wollte Ella keine Anwältin mehr sein. Sie hatte stundenlang meditiert, um zu einem Niemand zu werden, denn nur dem, der sein altes Ich losließ, nur dem, der ein Niemand im Nichts wurde, eröffnete das Quantenfeld seine unendlichen Potenziale. Nur wenn man offen war, aber nicht zwanghaft suchte, zeigte die seine wahre Bestimmung. So hatte sie es ihm erklärt, so hatte ihr Guru es ihr in seinen Büchern, Videos und Workshops erklärt, und nun waren sie hier, zwanzig Meilen vor der mexikanischen Grenze und fünfzehn Meilen hinter einem Ort namens Crystal Pass, in dem sich nichts gerührt hatte, als sie vorbeigefahren waren.

Ihr Leben in Deutschland kam ihm schon jetzt wie eine falsche Erinnerung vor. Das hier war Ellas Zukunft, ob er in ihrer Vision überhaupt vorgekommen war, hatte sie nie erzählt und er nie gefragt. Nicht das Quantenfeld war der Grund für sein Hiersein, Ella war es. Er liebte sie, auch wenn sie behauptete, nicht mehr sie selbst zu sein.
Noch während Ella an der Eingangstür rüttelte, wurde sie von innen aufgerissen. Ein alter Mann in schmieriger Latzhose trat heraus, geschätzte hundertvierundzwanzig Jahre alt, neunzig, wenn man die Sonne herausrechnete. „Soso, da sind Sie ja.“
„Oh ja, da sind wir. Komm schon her, Jasper. Jetzt kommt der Moment!“ Ungeduldig winkte sie ihn zu sich heran.

Sie meinte die Schlüsselübergabe. Alle anderen Formalitäten waren schon erledigt, aber dieser Moment von magischer Symbolkraft war das Wichtigste. Sie hatte ihn genauestens instruiert. Er zückte sein Handy, wählte den Fotomodus und hielt mit zwei Metern den perfekten Abstand.
Etwas irritiert griff der Alte mit zwei arthritischen Fingern in die Brusttasche seiner Latzhose und zog schließlich den Schlüsselbund heraus. Andächtig betrachtete er ihn. Sein Augen begannen zu schwimmen, der zahnlose Mund zu zucken. „Fällt mir nicht leicht, mein Geschäft aufzugeben, muss ich schon sagen.“

„Aber den Ruhestand haben Sie sich doch sicher so was von verdient. Endlich können Sie mal machen, was Sie wollen.“ Der alarmierte Seitenblick, den Ella Jasper zuwarf, war so kurz, dass er ihn nur wahrnahm, weil er sie so gut kannte. Offenbar hatte sich ihr neues Ich ein paar Eigenschaften vom alten geliehen.
„Das stimmt wohl“, sagte der Alte und räusperte sich, „ ich weiß bloß nicht, ob ich überhaupt was anderes will. Sechzig Jahre habe ich hier Autos betankt, vierzig davon mit meiner Frau, und nichts anderes gesehen. Ist schon ein Schätzchen, diese Tankstelle. Gute Gesellschaft, wenn man sonst niemanden hat. Es fällt unendlich schwer, jetzt zu gehen.“

Der letzte Satz klang wie aus einem drittklassigen Drama. Langsam schloss der Alte die Faust um die Schlüssel und wog ihn noch einmal wie in Zeitlupe, den Kopf mit heruntergezogenen Mundwinkeln im Takt mitwippend, bevor er den Bund endlich in Ellas hingestreckte Hand fallen ließ. Provinztheater! Der Gedanke hielt ihn davon ab, im richtigen Moment den Auslöser zu drücken. Immerhin erwischte er den Schlüssel auf Ellas Hand und ihr Grinsen, auch wenn der Alte sich bereits abwandte.
„Haben Sie vielen Dank! Wir werden Ihr Schätzchen in Ehren halten. Und das Universum wird noch viel Spannendes für Sie bereithalten. Nicht wahr, Jasper?“
Er hörte kaum, was sie sagte, denn jetzt hatte er das Gesicht des Alten auf dem Display herangezoomt. Vielleicht täuschte er sich, aber im Profil sah der Typ aus wie jemand, der sich gerade diebisch freute. Möglicherweise weil er gerade jemandem ein Schnippchen geschlagen hatte.

Mit Mühe löste Jasper den Blick vom Display. Der Alte stieg gerade in seinen Pick-up und startete den Motor. Als wäre ihm plötzlich noch etwas Wichtiges eingefallen, lehnte er sich kurz aus dem Fenster. „Ach übrigens, nur so ein Tipp: Manchmal läuft das Geschäft eher schlecht. Wenn Sie mal knapp werden, fragen Sie Ida. Die braucht zur Erntezeit immer mal wieder ein paar Leute zum Bohnenpulen, da können Sie bestimmt ein paar Dollar machen.“
Und schon sahen sie nur noch seinen Hinterkopf durch die Rückscheibe. Jasper war es, als könnte er durch den Schädel hindurch bis zu einem hämischen Grinsen sehen. Ella bekam davon nichts mit. Sie winkte dem Alten nach und wirkte so glücklich wie in ihrer Vision. Vielleicht war es ja ihre Vision, vielleicht hatte sie sich geirrt, was das Volltanken anging.
Er griff nach Ellas Arm. „Mann, wir sind hier so was von am Arsch.“

„Spinnst du?“ Sie riss sich los und funkelte ihn an. „Mach doch den Moment nicht kaputt!“
„Den Moment, den Moment. Kapierst du denn nicht, was der uns durch die Blume gesagt hat? Kein Schwein kommt hierher. Hier ist nichts und niemand, gar nichts!“ Er hielt inne, das Kinn sackte ihm herunter, dann begann er irr zu lachen.
„Du hast sie doch nicht mehr alle!“, wandte Ella sich resigniert von ihm ab.
Jasper wusste, es war falsch, doch er konnte nicht anders. „Aber ich vergaß: Nichts und niemand, das ist ja genau das, was du wolltest! Gar nichts, das hast du jetzt!“ Er hielt sich den Bauch und sank zu Boden.
Ella weinte. „Du bist so eine Enttäuschung. Es wird schon einen Grund gehabt haben, dass du in meiner Vision nichts warst als ein Punkt am Horizont.“

Jasper stand auf und klopfte sich den Staub von der Hose. „Weißt du was? Dann mache ich dir jetzt ein Quantengeschenk und werde mich genau dorthin verziehen.“
Er ging. Einem Kilometer später fing er an, nach seinen Möglichkeiten Ausschau zu halten.

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MoL
Geschlecht:weiblichQuelle


Beiträge: 1265
Wohnort: NRW
Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 16.09.2019 09:47    Titel: Antworten mit Zitat

Eine schöne, kleine Geschichte, lieber Inko, die wie ich finde keine Zweite in aller Deutlichkeit die Vorgaben zeigt. Der Verlauf wurde komplett diesen Vorgaben angepasst, was ich echt klasse finde.
Solide geschrieben, guter Schluß.


_________________
"Hexenherz - Eisiger Zorn", acabus Verlag, Februar 2017.
"Die große acabus-Jubiläumsanthologie", acabus Verlag, Oktober 2018.
"Hexenherz - Glühender Hass", acabus Verlag, Januar 2019.
NEU - NEU - NEU:
"Die Tote in der Tränenburg", Alea Libris, 28. Oktober 2019.
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V.K.B.
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 46
Beiträge: 1994
Wohnort: Diaspora
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 16.09.2019 13:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,
Frau ist trotz gut bezahltem Job unzufrieden, will sich verändern, hat abstruse Zukunftspläne und kauft eine Tankstelle im Nirgendwo. Naja, nicht Nirgendwo, Amerika bzw USA, wie es scheint. Und da frage ich mich, wie das einfach so gehen soll, da braucht man doch eine Green Card. Egal, macht nichts, kann ich drüber wegsehen.
Der Mann zieht zuerst noch mit, dann hat er genug und geht, er schien dem "neuen ich" ja auch nicht mehr sonderlich wichtig zu sein. Hölle, warum erinnert mich das so an meine gescheiterte Ehe? Klar nicht so überzeichnet wie hier, aber ja, sowas kommt vor, kann ich bestätigen.
Gut geschrieben, Vorgaben umgesetzt, gefällt mir. Punkte vergebe ich erst, wenn ich alles gelesen habe.

Grüße,
Veith


_________________
Warning: Cthulhu may occasionally scare people …
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jaeani
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 115



BeitragVerfasst am: 16.09.2019 20:56    Titel: Antworten mit Zitat

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hobbes
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Beiträge: 3203

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 16.09.2019 21:03    Titel: Antworten mit Zitat

Der Pluspunkt an dieser Geschichte ist ihre Absurdität. Ich mag das.

Dummerweise weiß ich oft nicht, wer gerade redet und denkt. Und dann geht das ein bisschen schnell mit dem Wandel, gerade noch "ich tue alles für dich"-verliebt und dann, Zack, Moment der Erkenntnis und Tschüss. Glaubwürdig ist das nicht, aber nun, FFF.
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Kojote
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 29
Beiträge: 193
Wohnort: Wurde erfragt


BeitragVerfasst am: 17.09.2019 10:09    Titel: Antworten mit Zitat

Man merkt sehr gut, dass dies eine professionell geschriebene Geschichte mit einem hervorstechenden Konflikt ist. Vom Prinzip her erinnert sie mich an Peter James' "Das Haus in Cold Hill".

Manche werden vielleicht einwenden, wer das schon macht: Einfach ohne nachzudenken (geschweige denn reflektieren) eine Immobilie erwerben und erst bei der Schlüsselübergabe den Magen zu vermulmen. Aber da muss ich eine Lanze für den Autor (oder die Autorin) brechen. Eine Umzugsplanung ist eine enorme seelische Belastung und so wird sehr schnell aus der Wahl des neuen Zuhauses (respektive der Firma) ein Griff ins Klo.


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Kojote – zu allem fähig, zu nichts zu gebrauchen!
Sent from the ACME Headquarters
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Selanna
Geschlecht:weiblichHobbyautor


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BeitragVerfasst am: 18.09.2019 02:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo 😊

die Geschichte war stimmig und hat mir gut gefallen. Sie läuft in einem schönen Bogen mit guten Wendungen bis zum Ende. Das Einzige, das ich beanstanden könnte, wäre die Liebe, die Jasper noch für Ella fühlt. Dass er sie noch immer liebt, obwohl sie sich so verändert hat, kam mir nicht ganz so schlüssig vor. Dass er die Liebe dann innerhalb einiger Minuten überwindet und sie doch verlässt, passt noch weniger. Der Gesamtwirkung der Geschichte tut das aber keinen großen Abbruch.
Liebe Grüße
Selanna


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Nur ein mittelmäßiger Mensch ist immer in Hochform. - William Somerset Maugham
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Michel
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Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 18.09.2019 10:40    Titel: Antworten mit Zitat

Vorgabenprüfung: Beginn an Tankstelle – check. Person erscheint glücklicher, als sie ist? Tankwart – Ceck. Ella ist enttäuscht? Check.
Trashiges Ambiente, die alte Tanke. Das ist ein ikonisches Bild, das sofort verstanden werden kann. Outback, Nowhere, im Sinne von Nirgendwohin.
Trashig geht’s auch weiter, im Sinne von: Überzogene, scherenschnittartige Charaktere (Tankwart, Ella), geschätzte 124 Jahre (Vermutlich trägt er einen Vollbart wie die Typen von ZZ Top), die Konzentration auf das Schild, das zu Boden fällt – ich vermeine das rostige Quietschen zu hören. Die so offensichtliche Einbindung klassischer Klischees bei gleichzeitigem Hinterfragen durch Jasper (da habe ich sicher etwas übersehen, das es zu entschlüsseln gäbe, oder?) lassen mich im Hinterkopf einen Autor raten – mal sehen, ob ich richtig liege. Wenn ja, dann ist die von mir wahrgenommen Banalität durchsetzt von Deutungsmöglichkeiten, die ich überlese.
Den letzten Satz hätte ich nicht gebraucht. Irgendwie läuft die Geschichte ins – Nichts, war das beabsichtigt? Hölle.
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Amarenakirsche
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 26
Beiträge: 213
Wohnort: tief im Westen


BeitragVerfasst am: 18.09.2019 11:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Unbekannte(r),
um es transparent zu machen, habe ich zehn Punkte in folgenden Kategorien verteilt: Vorgaben berücksichtigt, Inhalt, Sprache, Charakterisierung und Perspektive. Deinen Text habe ich persönlich so eingeordnet:

Vorgaben: 0,5/1
Inhalt: 2/3
Sprache: 3/3
Charakterisierung / Perspektive: 2/3

Sprachlich habe ich nichts zu meckern. Besonders gut gefallen hat mir Ellas esoterische Anwandlung. Inhaltlich ist das meiste gut nachvollziehbar, auch Jaspers Perspektive hältst du ein.
Bezüglich der Vorgaben war mir nicht klar, welche Person dazu kommt. Ich gehe davon aus, es ist der Tankstellenbesitzer, aber ist er glücklicher als er scheint? Oder will er Kontakt?
Wenn Jasper doch die ganze Zeit ahnt, dass der Tankstellenbesitzer sie über das Ohr haut, warum greift er dann nicht ein? Ein bisschen störend fand ich außerdem, dass Ella erst wütend scheint und dann weint, als Jasper lacht. Das kommt ein wenig plötzlich.

Im Vergleich mit den anderen Texten bist du bei mir auf dem 6. Platz gelandet und bekommst damit 5 Federn.

Liebe Grüße
die Kirsche
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Soraja
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 232

DSFx


BeitragVerfasst am: 19.09.2019 20:13    Titel: Quantengeschenke Antworten mit Zitat

Tiefsinnig und doch kurzweilig ist es dem Schreibenden gelungen zu zeigen wozu Liebe in der Lage sein kann. Wie lange ausgeharrt wird in der längst begrabenen Liebe, weil man es nicht wahrhaben will, dass es zu Ende ist. Es hat mir Freude bereitet die Geschichte zu lesen und bin beeindruckt über die mögliche Tiefe in der Kürze.

_________________
Soraja wünscht Dir einen wundervollen Tag!
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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2755

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 23.09.2019 20:12    Titel: Antworten mit Zitat

Bonjour



Ich vermute als Vorgaben: 1C / 2B / 3B

Die Prota erfüllt sich eine Vision und kauft eine Tankstelle am ADW. Der Mann kommt aus Liebe mit und wird mit seiner Meinung zu einer Enttäuschung für sie, weil er ihre Vision schlecht redet, darf er auch, schließlich kam er in ihrer Vision nicht vor, und kann somit gebashed werden, er hingegen kann sich von ihr lösen, da sie nun ihr Nichts erreicht hat, und verlässt sie, optimistisch nach vorne in seine Zukunft oder den Weg vor ihm blickend. Well.
Die Vorgaben sind drin und in Anbetracht des FFF-Zeitlimits ist auch ordentlich was an Quantität raus gekommen, aber so recht zünden mag das alles nicht bei mir. Die Entwicklung zwischen den beiden Partnern kommt während des Dialogs für mich leider zu unmotiviert und plötzlich, dass ich mich frage, warum knallt es erst hier und nicht schon früher zwischen den beiden, die ja super zusammen passen, nicht! Mir ist diese Konstellation zwischen Esoterik und Ratio leider zu gewollt geraten, dass am Ende der Konflikt in eine Pointe endet, wo ich mir denke, das hätten die beiden früher und einfacher haben können.
  
Im Vergleich mit den anderen Beiträgen hast du es leider nicht in meine Top 10 geschafft: zéro points.

Merci beaucoup
Constantine
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poetnick
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 57
Beiträge: 504
Wohnort: Möglichkeiten


BeitragVerfasst am: 25.09.2019 21:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inco,

Dein Text ist unter denen, für Dich Punkte vergeben möchte.
Vielen Dank!

VG - Poetnick


_________________
Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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Catalina
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 46
Beiträge: 339
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 26.09.2019 10:29    Titel: Antworten mit Zitat

Flussufer
eine Person, die glücklicher ist, als sie scheint
Enttäuschung

Jaspers Freundin Ella gibt ihren Job als Anwältin in Deutschland auf, um ein neues Leben zu beginnen. Sie kauft eine Tankstelle im Nirgendwo, irgendwo im Süden der USA. Jasper geht ausschließlich ihr zuliebe mit. Als er vor Ort mit der Realität konfrontiert wird, muss er erkennen, dass er dieses Leben nicht führen will und das Paar trennt sich.

Dafür, dass es um einen Abschied geht, ist mir da zu wenig Gefühl drin. Es gibt keine Stelle, an der ich Trauer oder Schmerz fühle. Das ist schade drum, denn Deine Idee ist gut, die Geschichte unterhaltsam und angenehm erzählt. Dafür gibt es immerhin noch drei Punkte.
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traumLos
Schreiberling


Beiträge: 294



BeitragVerfasst am: 26.09.2019 21:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inco

Eine Szene, wie sie aus einem Roadmovie stammen könnte. Dazu passt auch das Surreale. Und besonders der Punkt am Horizont, der es mir besonders angetan hat. Und seltsam, obwohl der aktivste der Protagonisten ist, bleibt Elsa die dominierende Person.


_________________
Meine Beiträge geben nur meine Meinung wieder. Jede Einbeziehung realer oder fiktiver Personen wäre nur ein Angebot. Zwinkersmiley
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Eliane
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 673



BeitragVerfasst am: 27.09.2019 01:48    Titel: Antworten mit Zitat

Vorgaben:
1) Flussufer/Spa/Tankstelle -> Tankstelle. Check.
2) kontaktfreudige/glückliche/Ruhm kassierende Person -> Glücklicher, als er aussieht (weil er das vorspielt - sehr schön gemacht), ist der Tankstellenbesitzer. Check.
3) Verliebtheit/Enttäuschung/Ekel -> Gilt die Verliebtheit eigentlich, wenn sie vor Vorgabe 2 kommt? Da ist sie auf jeden Fall. Aber am Schluss kommt auch noch die Enttäuschung. Ein klein wenig zu plakativ vielleicht.

Bewertung:
Sehr gern gelesen. Guter Schreibstil, ohne Umschweife und trotzdem mit ein paar schönen Wortbildern. Ich mag vor allem den letzten Satz sehr gerne. Und diesen:
Zitat:
Jasper war es, als könnte er durch den Schädel hindurch bis zu einem hämischen Grinsen sehen.


Die Geschichte als Ganzes ist rund, eine reife Leistung in dieser Schreibzeit. Und der Titel ist bestimmt der beste im Wettbewerb smile

Punkte: Allemal. Quantengeschenkte 10 Punkte, um genau zu sein.
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Terhoven
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Beiträge: 380



BeitragVerfasst am: 27.09.2019 06:40    Titel: Antworten mit Zitat

V1 C Tanke check
V2 B Person, die glücklicher ist, als sie scheint -- Ex-Tankwart -- check
V3 B? Entttäuschung? Bei ihr eher nicht, und er war die ganze Zeit schon skeptisch. Ach doch, am Ende beschimpft sie ihn als Enttäuschung, also doch check smile
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Bananenfischin
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BeitragVerfasst am: 27.09.2019 11:40    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Was war es für eine Freude, endlich wieder mal bei einem DSFo-Wettbewerb mitzumachen, insbesondere bei einem FFF. Diese Aufregung! Cool
Eigentlich wollte ich ja nur für mich mitmachen, weil ich die Ankündigung so toll fand (danke, liebes Organisationsteam!), aber gar nicht abschicken. Dann habe ich mir gedacht, ach komm, ganz oder gar nicht.
Es ist ein Text entstanden, den ich sonst definitiv nie so oder überhaupt geschrieben hätte. Am Ende drängte die Zeit unglaublich, ich konnte den Text nicht noch mal durchlesen, aber das Grundgerüst gefällt mir eigentlich. Vielleicht lohnt sich eine Ausarbeitung.


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»Ob ich mir eine Dramatisierung meiner Bücher vorstellen kann? Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, in meinen letzten vier Büchern gibt es keine Handlung.« (Andreas Maier im Gespräch mit Raimund Fellinger, 2015)
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 27.09.2019 18:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ella hat ihr altes Leben als Rechtsanwältin satt und sucht neuen Sinn in der Esoterik. Beim Meditieren erscheint ihr die Vision einer Tankstelle, an der sie glücklich werden könnte. Zwar wurden die GPS-Daten dabei nicht gleich mit eingeblendet, aber durch Zufall oder göttliche Fügung (das Schicksal oder ihr Guru kämen auch noch in Betracht) findet sie eine Annonce genau dieser Tankstelle, die einen neuen Besitzer sucht. Jasper liebt Ella und erklärt sich bereit, mit ihr dorthin zu ziehen.
Der Weg ins neue Leben führt in die USA, wohin sonst; genauer gesagt, in die Nähe der mexikanische Grenze. Kurz vor dem Ziel fällt Jasper langsam die Verlassenheit der Gegend auf, ohne dass er schon die richtigen Schlüsse daraus zieht. Der Tankstellenverkäufer erweist sich als gerissen, denn während er vordergründig trauert, seine verrostete Umweltschande aufgeben zu müssen, erwähnt er auch, diese Tankstelle sei „gute Gesellschaft, wenn man sonst niemanden hat“. Um zu verstehen, dass er damit auf ausbleibende Kundschaft anspielt, braucht es aber ein Heranzoomen seines Gesichtsausdrucks auf dem Handy sowie einen abschließenden Tipp, man könne sich in der Erntezeit ein paar Dollar bei einer Ida mit Bohnenpulen verdienen.
Während Ella immer noch nicht schaltet (wahrscheinlich, weil sie dem schnöden Mammon ebenso wie dem Dienst für die Justiz abgeschworen hat), läuft Jasper in die Ödnis hinaus, ohne zu wissen, was er dort will.

Liebe Autorin, lieber Autor,
dein Beitrag hat einen amüsanten ironischen Unterton, ist dabei inhaltlich sehr einfach gehalten, was im FFF nicht weiter ins Gewicht fällt, oder sogar von Vorteil ist. Ella ist in ihrer Gurugläubigkeit ziemlich klischeehaft geraten, mit der Ausnahme, dass Visionen von Tankstellen nicht so geläufig sind. Dass Jasper nicht erkannt hat, wie aussichtslos das Vorhaben ist, sondern ihr trotz ihrer esoterischen Besessenheit in dieses Niemandsland gefolgt ist, sie jetzt aber im Stich lässt, wirft auf ihn allerdings kein viel besseres Licht. Das Ende – wenn man es als Ende verstehen will – mag bedeuten, dass die Ausschau nach seinen Möglichkeiten für ihn ebenfalls Neuland ist.
Ein Text über ziemlich dumme Menschen also, mit Ausnahme des Tankstellenmann a. D., der nun glücklicher ist als er schien. Jasper dagegen ist enttäuscht, von den Vorgaben her also alles richtig gemacht.


_________________
fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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fabian
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 169



BeitragVerfasst am: 27.09.2019 19:47    Titel: Re: Quantengeschenke Antworten mit Zitat

Hei Gei Vierzehn

tut mir leid, die Zeit rennt und mein Kommentar ist weg.
Also nur die 4 Punkte.
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