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Abendessen


 
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Eliane
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 697



BeitragVerfasst am: 15.09.2019 18:00    Titel: Abendessen eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Es klingelt, als ich die Tür des Tankstellenshops öffne. Wie in einem Tante-Emma-Laden: Klingelingelingeling. Innen ist alles High-Tech: Motorenöl, Ersatzscheinwerfer, Scheibenwischer. Sogar Autoradios. Brauch ich alles nicht, isch habe garr kein Auto. Dafür hat sich spontan mein Chef zum Abendessen angesagt. Und wenn ich diese Projektleitung kriegen will, dann sollte ich mich jetzt besser anstrengen, etwas Ordentliches auf den Tisch zu bekommen. Mann, und ich hab geglaubt, es würde reichen, sonntags freiwillig Überstunden zu schieben. So ein Blödmann. Nachdem wir zehneinhalb Stunden über der Präsentation für morgen geschwitzt haben – und das, wo heute der letzte echte Sommertag war, wenn man dem Wetterbericht glauben will! – dachte ich, es wäre endlich geschafft. Alles speichern, Sicherungskopie einmal auf dem USB-Stick, einmal in die Cloud, einmal, für alle Fälle, auf CD gebrannt. Fertig. Ich habe mich zurückgelehnt und aufgeatmet.
Er, mal ausnahmsweise in Jeans und T-Shirt, vermutlich sein Zugeständnis ans sonntägliche Arbeiten, grinste mich an und strich sich durch die Haare. Total verwuschelt. Meine vermutlich auch, nur dass das bei mir garantiert bescheuert aussah statt sexy. Egal. Sexy sein ist schließlich nicht mein Job. Ich will diesen verdammten Auftrag an Land ziehen. Und, wo wir schon dabei sind, das Projekt leiten. Das ist meine Chance, endlich meine Ideen zu verwirklichen. Kompetent muss ich sein, nicht sexy. Die Präsentation morgen früh rocken.
„Das wird perfekt laufen, Laura!“ Der Chef streckte mir die Hand hin. „Du präsentierst, ich assistiere.“
Ich schlug ein. „Abgemacht!“ Wer’s glaubt. Am Ende würde doch wieder er glänzen und ich aussehen wie eine Versagerin. Spätestens, wenn die erste Rückfrage kam und ich nur noch rumstammelte.
 „Hast du auch solchen Hunger?“, fragte er.
 „Geht“, log ich. In Wahrheit versuchte ich seit mindestens drei Stunden nicht daran zu denken, dass in meiner Schreibtischschublade immer eine Jumbotafel Champagnertrüffelschokolade für Notfälle bereitlag.
„Wir sollten etwas essen“, verkündete er. „Du kochst!“
Ich starrte ihn an wie ein Mondkalb. Also, er war das Mondkalb. Ich war – hm – keine Ahnung, also jedenfalls so ziemlich das Gegenteil einer Köchin. JEDER Köchin.
Er schien meine Irritation zu bemerken. „Du hast doch bestimmt was im Haus? Ich bin einfach nicht zum Einkaufen gekommen, wir haben ja das  ganze Wochenende durchgearbeitet.“
Genau, du Leuchte. WIR. Bevor ich einwerfen konnte, dass ich selbst außer einem halben Kilo Spaghetti, einem halbleeren Becher Joghurt und einer Dose Erbsensuppe über keinerlei Vorräte verfüge, redete er weiter.
„Ich gehe so ungern ins Restaurant, weißt du – meine ganzen Lebensmittelallergien, es ist immer so schwierig, da etwas Passendes zu finden.“
Ach du heilige Scheiße. „Gegen was bist du denn allergisch?“
Er fing an aufzuzählen. „Paprika, Äpfel, Hülsenfrüchte, Nüsse, …“ Ich widerstand der Versuchung, mir einen Kuli zu schnappen, um mitzuschreiben, während er minutenlang diverse Lebensmittel aufzählte. Endlich kam er zum Ende. „Gluten vertrage ich nicht und eine Laktoseintoleranz habe ich auch.“
Äh. Von was ernährte sich dieser Mensch denn überhaupt? Und wieso war ich so blöd gewesen, ihm trotzdem zum Essen zuzusagen? Übertölpelt hatte er mich. Miese Socke. Und jetzt stehe ich in einem Tankstellenshop, weil das der einzige Laden ist, der sonntagsabends um halb acht noch geöffnet hat, und versuche verzweifelt, irgendwelche Lebensmittel aufzutreiben. Hypoallergene Lebensmittel, wenn’s geht. Oder sollte ich dem Kerl irgendwas kochen, wovon er einen anaphylaktischen Schock bekommt, damit er morgen bei der Präsentation nicht doch wieder die Fäden an sich reißt?
„Guten Abend. Kann ich Ihnen behilflich sein?“ Neben mir taucht eine ältere Dame im rot-blauen Overall auf, der sonderbar an ihr wirkt. Eine Kittelschürze würde besser zu ihren grauen Löckchen passen.
„Nein danke, ich suche nur …“
„… das passende Öl für Ihr Auto? Was für ein Modell haben Sie denn?“
„Ein Mountainbike.“
Sie schaut mich verdattert an. „Aber in diesem Regal ist nur Motoröl.“
„Ja, ich musste nur über etwas nachdenken.“
„Über Motoröl?“
„Nein. Scheibenwaschflüssigkeit und den Sinn des Lebens.“ Ich hoffe, das reicht, damit sie mich endgültig für verrückt hält und in Ruhe lässt. Ich muss wirklich nachdenken. In Ruhe. Wenn ich tatsächlich irgendwelche Nahrungsmittel finde, was zum Kuckuck soll ich daraus kochen? Bestimmt gibt’s dafür eine App. Hoffentlich.
Im nächsten Regal hängt ein unglaubliches Sortiment von Wunderbäumen. Schade, dass man die nicht essen kann, denn da wäre so einiges Kulinarische dabei: Vanille, Himbeer, Grüner Apfel, Zitrone – hach, nee, eine Zitrusfrüchteallergie hat der Chef ja auch. Oder?
Die Tankstellenfrau verfolgt mich. „Suchen Sie einen neuen Raumduft? Ich kann Ihnen diesen hier empfehlen“ – sie tippt auf ein knatschblaues eiskristallförmiges Plastikwunderwerk – „das hält mindestens drei Monate, und die Luft in Ihrer ganzen Wohnung riecht wie in der Antarktis!“
Also nach Pinguinkacke. Wie praktisch. Ich wedele abwehrend mit der Hand und wandere weiter. Die Tankstellendame heftet sich an meine Fersen, und ich versuche, sie zu ignorieren. Was sich schwierig gestaltet, da sie mir ständig die Vorzüge von Lenkradüberzügen aus Lammfell oder Mikrofaser-Windschutzscheibenschwämmen erläutert. So gut ich kann, blende ich Lenkradüberzüge, Schwämme und Verkäuferin aus.
Im vierten Regal stoße ich endlich auf Grillkohle. Hoffnung keimt in mir auf. Wo Kohle ist, kann das Steak ja nicht weit sein. Suchend lasse ich den Blick über das Regal streifen. Ganz oben entdecke ich eine Packung Reis. Immerhin. Gegen Reis kann man nicht allergisch sein, habe ich mal gehört. Ich stelle mich auf die Zehenspitzen und angele den Reis vom Regal.
Die Tankstellenbedienstete legt den Kopf schief. „Jetzt habe ich verstanden. Sie suchen etwas zum Abendessen?“
„Bingo!“ Ich geb’s auf. Wenn die Frau mich unbedingt beraten will, dann soll sie das halt machen. Mir geht langsam die Zeit aus, der Chef wird in einer Dreiviertelstunde an meiner Tür klingeln, und bis dahin sollte ich wenigstens etwas auf dem Herd köcheln haben. Und das dreckige Geschirr von der letzten Woche irgendwohin stopfen, wo man es nicht sieht. Wer weiß, vielleicht ist diese Tankstellendame ja der rettende Engel, der mir erzählen kann, was ich kochen muss, damit mein Chef mir die Projektleitung überträgt?
„Ahhh.“ Sie strahlt, offenbar selig darüber, meinen Beratungswiderstand gebrochen zu haben. „Ihr Angebeteter kommt Sie besuchen?“
Wenn es sie glücklich macht … „Ja“, säusele ich und senke kokett den Blick.
„Oh, wie schön!“ Sie klatscht in die Hände – kein Witz! – und hakt mich energisch unter. „Dann sollten Sie ihm etwas Schönes kochen. Damit kriegt man jeden Mann rum! Hat bei meinem Oskar, Gott hab ihn selig, damals auch geklappt, und drei Monate später haben wir geheiratet. Da war ich schon schwanger“, fügt sie in verschwörerischem Flüsterton hinzu. Ich glotze sie sprachlos an. Sie zwinkert mir zu. „Keine Sorge, das passiert Ihnen sicher nicht. Ich suche Ihnen gleich noch eine Packung Kondome raus, die haben wir im Regal hinter der Kasse, weil die so oft geklaut werden.“
„Umpf“, sage ich. Etwas Intelligenteres fällt mir nicht ein.
Sie nickt mir aufmunternd zu und widmet sich dem Regal. „Klöße mit Rotkohl“, beschließt sie und holt eine Pappschachtel aus den Tiefen des untersten Fachs. „Sind zwar besser, wenn man sie selber macht, aber Sie junge Dinger heutzutage wissen ja gar nicht mehr, wie das geht.“
Wo sie recht hat, hat sie recht. Ich nicke.
Sie wühlt weiter im Regal und fördert ein Glas Rotkohl zutage. „Natürlich könnte ich Ihnen mein Spezial-Kloßrezept geben“, schlägt sie vor. „Wir haben das früher noch in der Schule gelernt, Hauswirtschaftsschule, Sie verstehen. Heute ist das ja alles anders, und die Mädchen werden Aufsichtsratsvorsitzende oder Baggerfahrer, und stellen Sie sich vor, letztens erst las ich von einem Mann, der wollte Hebamme werden. Hebamme!“ Sie schüttelt entrüstet den Kopf. „Was machen Sie denn eigentlich beruflich?“
„ KFZ-Ingenieurin. Ich entwickle Autos.“
„Sagten Sie nicht, Sie haben selber gar keins?“
„Ja. Ist nicht gut für die Umwelt.“
 „Warum wollen Sie dann neue bauen?“ Sie runzelt die Stirn und betrachtet mich so eingehend, dass ich erröte. Mein altes Problem. Ich weiß genau, was ich tue. Meine Entwürfe sind um Längen innovativer als die sämtlicher Kollegen, meine Berechnungen perfekt. Was leider nie jemand merken wird, wenn ich morgen die Präsentation wieder in den Sand setze.
 „Nicht so schüchtern, Mädchen! Erklären Sie’s mir!“
Sie soll aufhören, mich so anzustarren. Ich brauche etwas zum Essen, und sie muss es mir zusammensuchen, damit ich es meinem Chef servieren kann. Wenn ich hier nicht bald fertig bin, wird das nie was! Nervös tippe ich auf mein Handy. Noch einunddreißig Minuten. Und sie steht nur da wie eine Salzsäule, statt mir die passende Soße zu den Klößen aus dem Regal zu zaubern.
Verzweifelt räuspere ich mich. „Ich … ich entwerfe bessere Autos.“
„Inwiefern besser?“ Sie wendet sich dem Lebensmittelregal zu, und ich schöpfe Hoffnung. Ich muss reden, damit sie weitersucht. Ich sammle meine Gedanken.
„Effektiver. Mit Elektromotoren. Keine Abgase mehr, kein CO2. Autos, die die Energie selbst erzeugen, die sie zum Fahren brauchen. Mit Solarzellen auf dem Dach und einem Mechanismus in den Achsen, der die Bremskraft aufnimmt und speichert, um sie beim nächsten Anfahren wieder zu verwenden. Das spart locker die Hälfte des Stroms, den man sonst dafür verbrauchen würde. Und ich mache die Karosserie schlanker. Wenn das Auto weniger Gewicht hat, muss der Motor nicht so viel Energie aufwenden, um es zu bewegen.“
Die Tankstellenfrau wühlt immer noch im Regal und murmelt vor sich hin: „Pilze … Sahne … Zwiebeln …“ Sie dreht sich zu mir. „Mag er denn Pilzsoße?“
Ich muss kurz überlegen, um mich daran zu erinnern, was sie da überhaupt tut. Ach ja, der Chef. Abendessen. „Bestimmt.“
„Gut.“ Sie kramt weiter.
„Wissen Sie, kein Mensch braucht diese riesigen SUVs, die die Leute heute fahren. Sie wollen sich sicher fühlen in ihren Autos, das ist eigentlich der Grund, warum sie sich diese Dinger kaufen, und damit sie leicht einsteigen können. Aber das geht alles auch anders: Ich kann Sicherheitskonzepte entwickeln, die jeden SUV schlagen, und ich baue die Türen so ein, dass Sie selbst mit Hüftschaden ins Auto kommen, ohne dass Sie sich das kleinste bisschen anstrengen müssen. Außerdem werden die Autos, die ich bauen will, viel schicker als diese Panzer. Und dann ist es gar kein Problem mehr, unsere CO2-Reduktionsziele zu erreichen, und …“
Die Tankstellendame schaut mich mit offenem Mund an. „Und wenn dann alle Autos elektrisch fahren, brauchen sie keine Tankstellen mehr?“
Mein Redefluss stoppt. „Ähm. Ja?“
Ein Strahlen breitet sich in ihrem Gesicht aus. „Wunderbar! Wissen Sie, mein Oskar hat diese Tankstelle von seinem Vater übernommen, und als er gestorben ist, habe ich mich in der Pflicht gesehen, sie weiterzuführen. Nur, wenn ich ehrlich bin: Ich hasse diesen Benzingestank und die Leute, die hier reinkommen, nur um Schnaps zu kaufen. Seit Jahren will ich das Geschäft schon aufgeben! Am besten, ich tue es gleich morgen. Wenn in Zukunft die Autos ohnehin kein Benzin mehr brauchen, ist es doch gleich, wann ich die Tankstelle schließe. Hier, nehmen Sie.“ Sie drückt mir Kloßteig, Rotkraut und Pilzsoße im Glas in die Hand. „Ich schenke es Ihnen! Lassen Sie es sich schmecken! Und Ihrem Schatz, dem richten Sie von mir aus, dass er Sie arbeiten lassen soll! Ist doch heute alles anders als früher, nicht wahr? Schicken Sie ihn bei mir vorbei, und ich bringe ihm das Kochen bei!“

Ich denke an meinen Chef und weiß, dass ich die Präsentation wirklich rocken werde. "Mach ich."

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MoL
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Beiträge: 1278
Wohnort: NRW
Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 16.09.2019 08:53    Titel: Antworten mit Zitat

Das Ende, lieber Inko, kam mir etwas zu plötzlich - Zeitnot?
Da wäre eine Pointe schön gewesen, oder einfach etwas mehr Tiefgang, etwas mehr Aussicht.
Der Rest des Textes ist aber wirklich klasse, diese ganze Situation, die Dialoge, herrlich!


_________________
"Hexenherz - Eisiger Zorn", acabus Verlag, Februar 2017.
"Die große acabus-Jubiläumsanthologie", acabus Verlag, Oktober 2018.
"Hexenherz - Glühender Hass", acabus Verlag, Januar 2019.
NEU - NEU - NEU:
"Die Tote in der Tränenburg", Alea Libris, 31. Oktober 2019.
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Kojote
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 29
Beiträge: 198
Wohnort: Wurde erfragt


BeitragVerfasst am: 16.09.2019 12:24    Titel: Antworten mit Zitat

Ich muss sagen, mir gefällt dein Text ausnehmend gut, er ist sehr humorvoll! Lediglich die Formulierung "heilige Scheiße" hätte ich an deiner Stelle ein wenig entschärft. Dennoch, ich habe das Lesen genossen. Mal schauen, wie gut die Mitbewerber geschrieben haben. Brauche bestimmt noch einige Tage, um jeden Beitrag fair bewerten zu können.

Liebe Grüße,
Kojote


_________________
Kojote – zu allem fähig, zu nichts zu gebrauchen!
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jaeani
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 117



BeitragVerfasst am: 16.09.2019 19:54    Titel: Antworten mit Zitat

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Catalina
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Alter: 46
Beiträge: 339
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 17.09.2019 09:37    Titel: Antworten mit Zitat

Tankstelle
eine Person, die delegiert und trotzdem den Ruhm erntet und eine Person, die sich extreme Mühe gibt, mit anderen in Kontakt zu treten
(vorgetäuschte) Verliebtheit in den zu Bekochenden und/oder Ekel vor Benzingeruch ist zwar etwas subtil, jedoch kurz thematisiert, man könnte auch noch Verliebtheit in Oskar interpretieren

Eine junge, aufstrebende Ingenieurin findet durch eine ältere Tankstellenbesitzerin ihr Selbstvertrauen und ihren Mut wieder.
Die Tankstellenbesitzerin findet durch die Ingenieurin einen Grund, ein Leben aufzugeben, dass nicht wirklich ihres ist. Ein doppeltes Happy End.

Dein Text hat mich sehr gut unterhalten. Er liest sich leicht, flüssig, frisch und humorvoll. Ich wollte zu jeder Zeit wissen, wie es weiter bzw. zu ende geht

Dafür gibt es fünf Punkte.
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Selanna
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 544
Wohnort: Süddeutschland


BeitragVerfasst am: 18.09.2019 01:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo 😊,
der Schreibstil und das Erzähltempo wirken auf mich wie naturalistischer Sekundenstil und das in erlebter Rede (zumindest kommt mir das so vor), das ist mir persönlich aber zu kleinschrittig und das Tempo behältst Du sehr lange bei. Es kommt mir so vor, als würdest Du damit versuchen, Dich langsam warmzuschreiben. Du springst zwischen Gedanken und wirklicher Handlung auch ziemlich hin und her, mir kam es etwas konfus vor. Und Deine Ich-Erzählerin wirkt auf mich etwas hyperaktiv.
Den Chef hast Du prima unsympathisch hinbekommen, sehr spleenig und egozentrisch. Der erste Dialog mit der Tankstellenangestellten ist Dir auch schön flapsig gelungen, aber beim Lesen dachte ich, er bringt die Kurzgeschichte nicht recht weiter – im Nachhinein kann man ihn aber schon drin lassen. Sie philosophiert sich weiter durch das Tankstellenshopsortiment, auf der Flucht vor der Verkäuferin, aber das riss mich nicht so mit, von Raumdüften, Lenkradüberzügen und Motoröl zu lesen. Dann gibt es einen kurzen Schwenk hin zur Genderdebatte und ein langer zur Kfz-Entwicklung. Manchmal triffst Du nicht ganz das richtige Wort, zum Beispiel, dass ein Duft nach Pinguinkacke „praktisch“ wäre. Ironisch betrachtet wäre er sicher ein Erlebnis, phänomenal oder elegant, aber nicht praktisch. Oder die Präsentation „in den Sand setzen“ ist nicht dasselbe wie ein Chef, der die Präsentation an sich reißt.
Die erste Wendung, als sich die Radfahrerin als Kfz-Entwicklerin herausstellt, war schön abstrus. Die zweite Wendung, dass die Tankstellenfrau stockt, als sie erkennt, dass die Autos kein Benzin mehr brauchen, und gleich darauf die Überraschung, dass sie davon angetan ist, ist Dir auch sehr gut gelungen und ich musste schmunzeln. Du hast den Text auch insgesamt abrunden können, indem Du auch noch die Gendermeinung der älteren Dame änderst und die Zweifel der Ich an ihrem Präsentationserfolg ausräumst.
Von den Wendungen her und vom runden Schluss gefiel mir der Text gut, der Erzählstil war mir zu langatmig und detailliert, gerade was das Durcharbeiten des Sortiments betrifft. Davon abgesehen ist Dein Schreibstil gut lesbar, abwechslungsreich, nur manchmal hast Du das falsche Wort erwischt. Was die Themenvorgaben angeht, bin ich mir nicht so sicher, ob Du das dritte Stichwort umgesetzt hast? Vielleicht Verliebtheit? Ekel und Enttäuschung entdecke ich jedenfalls nicht.

Liebe Grüße
Selanna


_________________
Nur ein mittelmäßiger Mensch ist immer in Hochform. - William Somerset Maugham
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Michel
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

Alter: 47
Beiträge: 2078
Wohnort: Südwest
Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 18.09.2019 09:35    Titel: Antworten mit Zitat

Vorgabenprüfung: Geschichte beginnt in der Tankstelle – Check. Jemand heimst (vermutlich) die Lorbeeren ein: Check. Laura ist enttäuscht: Check.
Glutenarmer Macho-Chef lädt sich zum Essen ein, Druckmittel: Projektvergabe. Margarete Stokowski bekäme im Spiegel Online wahrscheinlich die Kotzeritis, vermutlich auch über die Underdog-Reaktion der Protagonistin. An so einem Arbeitsplatz wird das wohl nichts mit der Ingenieurinnenkarriere.
Dann die alte Dame in der Tankstelle, ganz alte Schule, konservative Ansichten – einigermaßen – und ebenfalls ein Opfer der Berufswelt. Diesen Charakter finde ich schwer auszuhalten, genau weil er so über-stimmig ist – eine richtige Person wird’s für mich nicht, sondern ein Muster, eine Abziehfolie.
Die letzte Zeile verstehe ich nicht. Warum wird sie die Präsentation rocken, wenn sie jetzt Rotkraut hat?
Insgesamt sehr routiniert geschrieben, keine großen handwerklichen Fehler, aber es nimmt mich nicht wirklich mit hinein und am Ende löst sich alles in eine Art Emo-Nirwana auf.
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Amarenakirsche
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 26
Beiträge: 226
Wohnort: tief im Westen


BeitragVerfasst am: 18.09.2019 10:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Unbekannte(r),

leider hat es dein Text nicht in die Reihe derer geschafft, denen ich Federn gegeben habe.
Das lag vor allem daran, dass viel Zeit und Platz in den Gedanken der Protagonistin für die Suche nach den Lebensmitteln draufgeht, während der Vortrag am nächsten Tag in den Hintergrund rückt. Das finde ich nicht sehr plausibel, wenn ihr dieser so wichtig ist. Irritiert hat mich zudem, dass sie nach einem vergeblichen Versuch auf die Dame einredet ohne sich bremsen zu können. Anscheinend, damit die Angestellte nach etwas Essbarem sucht, aber kurz darauf meint die Prota vergessen zu haben, was sie da tut, das passt für mich nicht zusammen.

Gut gefallen hat mir die Tankstellendame. Die konnte ich mir bildlich vorstellen.

Liebe Grüße
die Kirsche
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Eliane
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 697



BeitragVerfasst am: 18.09.2019 21:17    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Soo. Jetzt mit kritischem Blick drei Tage nach dem Wettbewerb: Bitte einmal zerreißen Twisted Evil

Vorgaben:
1) Flussufer/Spa/Tankstelle -> Tankstelle: check
2) kontaktfreudige/glückliche/Ruhm kassierende Person -> kontaktfreudige Verkäuferin. Könnte aber auch der Ruhm kassierende Chef sein - Letzteres eher unbeabsichtigt, weil es tatsächlich bevor die Vorgabe kam bereits drinstand.
3) Verliebtheit/Enttäuschung/Ekel -> Verliebtheit. Jedenfalls hoffe ich, dass man das wiederfindet.

Bewertung:
Aaaalso. Fangen wir mal mit dem Tempusgewirr am Anfang an. Das ist ja wohl ein einziges Chaos, nicht wahr. Nächstes Mal entscheidest du dich lieber für eins und hältst das auch durch! Und was sollte eigentlich diese Sache mit dem "sexy"? Führt nirgendwohin, außer zu Lesertäuschung. Ne Liebesgeschichte sollte es schließlich nie werden. Auch wenn du zu dem Zeitpunkt noch keine Ahnung hattest, was es werden sollte.

Und die Konsistenz bei den Charakteren fehlt. Allein bei der Protagonistin. Übel, übel. Mal stammelt sie selber rum, mal stiehlt der Chef ihr die Show. Das geht nicht beides!

Weiter. Entscheide dich für eine Schreibweise. Nicht einmal "Motoröl" und das nächste Mal "Motorenöl". Wo wir schon dabei sind: Die korrekte Bezeichnung wäre besser gewesen. Ansonsten ist der Mittelteil ganz okay. Aber der Schluss ... oh Mann. Du kannst ihm zugute halten, dass die einunddreißig Minuten an der Stelle Echtzeit waren. Trotzdem: Schwach. Ganz schwach. Nicht nur wegen der vermutlich total danebenliegenden Fakten zur Autokonstruktion. Der Schlusssatz ist mau. Sehr mau. Und hast du eigentlich mal gezählt, wie oft du das Wort "nur" verwendet hast?

Achja: Unbedingt auf den Merkzettel fürs nächste FFF schreiben: Glaube ja niemals wieder, dass es reicht, sich die Überschrift auszudenken, wenn der Text fertig ist! Eineinhalb Minuten vor Abgabeschluss ist ZU KNAPP! Rolling Eyes

Punkte? Geht's noch?! Du-Du-Du!
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V.K.B.
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Beiträge: 2059
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Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 19.09.2019 01:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,
hat mir gefallen. Viel mehr fällt mir jetzt aber auch nicht ein, die Geschichte ist sehr straight-forward ohne große Ecken und Kanten, und viel zu interpretieren oder ambivalente Deutungsweisen gibt es auch nicht. Aber das ist ja auch nicht der Zehntausender hier. Ich könnte höchstens noch anmerken, dass mich das ständige SUV-Bashing mittlerweile nervt, weil man es überall ließt. Aber gut, dann ist man als Raucher ja nicht mehr die arme Sau, die durchs Dorf getrieben wird (es sei denn, man fährt auch noch einen SUV, und raucht womöglich noch darin. Am besten noch Diesel (nein, nicht rauchen, sondern im Tank) Laughing

Was mir nicht ganz klar ist: Will sie das Gespräch in der Tankstelle als Aufhänger für die Präsentation nutzen? Wenn ja, ist mir nicht ganz einleuchtend, was das bringen soll. Ist ja nur ein Beispiel und lässt sich kaum auf alle Tankstellenbesitzer übertragen.

Ob es für Punkte reicht, kann ich noch nicht sagen, habe erst die Hälfte gelesen.

Grüße,
Veith


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Soraja
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Beiträge: 232

DSFx


BeitragVerfasst am: 19.09.2019 13:04    Titel: Abendessen Antworten mit Zitat

Eine schöne Beschreibung der vielen Unwegsamkeiten, die einem passieren können, wenn man etwas zu sehr will. Auch die gewählte Aufgabenstellung glaube ich im vollem Umfang herausgelesen zu haben.

_________________
Soraja wünscht Dir einen wundervollen Tag!
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hobbes
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Beiträge: 3215

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
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BeitragVerfasst am: 19.09.2019 18:48    Titel: Antworten mit Zitat

smile
Zwischendurch sogar lol (leider weiß ich gerade nicht mehr, wo)

Hier komme ich noch mal her.

nochmal hergekommen und: Ist halt eine dieser Geschichten, die man ich nur ein Mal lesen kann. Aber immerhin.
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 22.09.2019 14:55    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Ingenieurin hat am Montag eine wichtige Präsentation zu halten, die ihr eine Stelle als Projektleiterin verschaffen soll. Ihre Führungskompetenz versucht sie zu beweisen, indem sie erstens die Vorbereitung auf den letzten Drücker (Wochenende) hinausschiebt, zweitens dafür ihren Vorgesetzten zum Händchenhalten braucht (worauf dieser sich erstaunlicherweise einlässt) und sich drittens insgeheim wegen der Überstunden (nicht die des Chefs) beschwert.
Dieser Chef, offenbar Single wie sie selbst, möchte als Gegenleistung mal wieder in den Genuss einer warmen Mahlzeit kommen und lädt sich für den Abend einfach selbst in die Wohnung "seiner" Ingenieurin ein, wo sie ihn bekochen soll. Die Prota begreift diese Improvisationsprüfung keineswegs als ungehörig, sondern als letzte Chance: "wenn ich diese Projektleitung kriegen will", heißt es im Text, "dann sollte ich mich jetzt besser anstrengen, etwas Ordentliches auf den Tisch zu bekommen." Was nicht leicht ist, denn dummerweise hat der Typ auch noch so ziemlich sämtliche Allergien der Welt. Für dieses Privatproblem aber ist ausnahmsweise nicht er zuständig, denn schließlich geht's um Kochen und sie ist ja die Frau von den beiden (oder so ähnlich).
Statt also von ihm Beratung beim Einkauf einzufordern, betritt sie alleine einen Ort, der eine Tankstelle darstellen soll, aber jemanden im Publikum an den Dorfladen in seiner Heimat erinnert, der vor dreißig Jahren zum letzten Mal die Rollläden herunterließ: Es bimmelt, wenn man reinkommt, man ist immer der einzige Kunde, und die Darbietung des Sortiments erschwert vorsätzlich die Selbstbedienung.
In dieser Streßsituation gesellt sich - möglicherweise durch einen dezenten Wink aus der Regie - die ältliche, geschwätzige, aber prinzipiell hilfsbereite Tankstelleninhaberin an ihre Seite. Dank Tanktante Emmas betulicher Patentheit gerät etwas reales Leben auf die Bühne und will von dort nicht wieder verschwinden. Dagegen kommt auch die Pampigkeit der Prota nicht an.
Vermutlich durch einen weiteren Hinweis der Regie verfällt Emma auf die Idee, die Prota wolle einen Angebeten bekochen und glaubt, die Zutaten für dieses Liebesmenü vorrätig zu haben, zumal man ihr von Allergien nichts erzählt hat. Die Prota bestätigt Emmas These, muss dabei aber keineswegs erneut an die verwuschelten Haare des Chefs denken (die zuvor als "sexy" charakterisiert wurden), so wie sie überhaupt jeden Gedanken daran vermeidet, welche weiteren privaten Dienstleistungen nach dem Abendessen im Raum stehen könnten. Dafür ergreift sie die erstbeste Gelegenheit, um über ihre Ingenieursleistungen und ihre ökologische Mission zu referieren. Offenbar hat sie den Plan für das perfekte Elektroauto in der Schublade liegen, worauf jemand im Publikum ihre hündische Abhängigkeit vom Vorgesetzen vollends absurd findet. Mittlerweile ist aber zwischen den beiden Frauen eine fast schon verschwörerische Solidarität entstanden. Davon ist die Prota so begeistert, dass sie die Zutaten der eingekauften Fertiglebensmittel nicht mehr überprüft (zumindest bei Gluten wäre sie mit Sicherheit fündig geworden).
 
Liebe Autorin, lieber Autor,
nach dieser sehr langen und ziemlich süffisanten Inhaltsangabe dürfte klar sein, dass mir mein Wohlwollen für diesem Wettbewerbsbeitrag schwer fällt. Das Thema war frei, sollte aber in seiner Ausgestaltung amS schon vom Geist des Improtheaters inspiriert sein. Zentrale Hindernisse sehe ich in der viel zu komplexen Ausgangssituation sowie der Passivität der Protagonistin, die aus dem Off vom Chef ferngesteuert wird und darüber unglücklicherweise auch noch aus der Ich-Perspektive erzählt. Damit meine ich, dass die personale Perspektive mir vielleicht den ganz anderen Subtext ermöglicht hätte, die Tankstellenfrau hätte die Wahrheit erkannt: die Prota wolle in Wirklichkeit eine Liebesbeziehung mit ihrem Chef beginnen und dadurch nebenbei ihren Aufstieg im Unternehmen begünstigen. Das sehe ich schon daran, dass ich mir diese Agenda bei ihrem Chef durchaus vorstellen kann. Ich hätte die Geschichte etwa als einen satirischen Beitrag zu Metoo lesen können. Aber in den Gedankenwelt der Ich-Perspektive hätte sich das schon abbilden müssen, ansonsten fühle ich mich als Leser auf den Arm genommen.
Kreativität, Spontanität, Flexibilität (kurz gesagt: Improvisation) dürften ihr als geniale Erfinderin nicht fremd sein, aber versagt sie in diesen Disziplinen in der höchst schwierigen Situation, die als Basis dieser Erzählung gewählt wurde - m. E. ein spektakuläres Eigentor.
Ein Pluspunkt dagegen: Du hast gleich mehrere der zweiten Vorgabe im Text untergebracht. Ein paar unterhaltsame Gags habe ich durchaus  auch gefunden. Beides konnte allerdings den Text nicht in die Punkteränge retten.
Mir ist bewusst, dass dieses Urteil ziemlich streng wirkt, aber es ist nunmal mein Blickwinkel, und ich schreibe das sinngemäß nicht nur dir.
Ich bin gespannt, wie die anderen Kommentatoren das bewerten.


_________________
fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2765

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 23.09.2019 19:00    Titel: Antworten mit Zitat

Bonjour



Ich vermute als Vorgaben: 1C / 2A / 3A

Die Zutaten dieses sehr langen Textes sind eine Prota, die in einer Tankstelle nach einer Idee und Zutaten sucht, was sie ihrem Chef rasch zum Abendessen kochen könnte, um sich für den morgigen Tag eine gute Position zu sichern, und eine penetrante Tankstellen-Leiterin, die sehr großzügig mit Ratschlägen und am Ende mit ihren Waren ist, die sie der Prota schenkt, weil die Tage von Tankstellen in Zukunft gezählt sein werden und die Tankstellen-Leiterin, die die Tankstelle mehr aus Liebe denn aus Überzeugung leitet, dieser Zukunft mit Freude entgegen sieht. Well.
Aufgrund der Länge des Textes zieht sich das Geschehen wie ein Kaugummi, je öfter ich den Text gelesen habe, um so öfter erwischte ich mich dabei, drüber zu huschen, was kein gutes Zeichen ist.
In Anbetracht der gelungenen Vorgabenerfüllung und der limitierten Schreibzeit kommen die beiden Protagonisten natürlich rüber.

Du hast es in meine Top 10 geschafft und erhältst: trois points.

Merci beaucoup
Constantine
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poetnick
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 57
Beiträge: 515
Wohnort: Möglichkeiten


BeitragVerfasst am: 25.09.2019 19:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inco,

Dein Text ist nicht in meine Punktewertung geraten. Das soll nichts über dessen Qualität aussagen, sondern obliegt meiner neigungsbedingten Auswahl unter den vielen Einsendungen. Vielen Dank!

LG - Poetnick


_________________
Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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traumLos
Schreiberling


Beiträge: 295



BeitragVerfasst am: 26.09.2019 15:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inco

Rotkohl, Pilze, Präsentation. Muss man auch erstmal drauf kommen. Die Geschichte im Ganzen betrachtet, hat mich nicht überzeugt. Aber da ist diese Tankwartin. Das liebenswürdig Nervende. Die Gedankensprünge. Alles flüssig erzählt. Vergessen, der für mich etwas zähe Beginn.


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Meine Beiträge geben nur meine Meinung wieder. Jede Einbeziehung realer oder fiktiver Personen wäre nur ein Angebot. Zwinkersmiley
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Bananenfischin
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BeitragVerfasst am: 27.09.2019 10:29    Titel: Antworten mit Zitat

Wieder einmal war ich begeistert, was für Texte in zweieinhalb Stunden entstehen können: Geschichten mit schlüssiger Handlung, rotem Faden, guten Dialogen, aber auch stilistisch ausgefeilte Texte, innere Monologe und Betrachtungen (oder beides). Die Punktevergabe in den oberen Rängen fiel mir leichter als die in den unteren. Aus Zeitmangel kann ich keine ausführliche Begründung dalassen, will aber kurz sagen, was mir an jedem bepunkteten Text gefallen hat.
Dieser Text ist unterhaltsam, kurzweilig und witzig erzählt, ein Bogen ist erkennbar, es findet eine Entwicklung statt.
5 Punkte von mir.


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»Ob ich mir eine Dramatisierung meiner Bücher vorstellen kann? Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, in meinen letzten vier Büchern gibt es keine Handlung.« (Andreas Maier im Gespräch mit Raimund Fellinger, 2015)
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fabian
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BeitragVerfasst am: 27.09.2019 17:56    Titel: Re: Abendessen Antworten mit Zitat

Hei Gei Eins

Ich muss leider passen.
Beim ersten Lesen hinterlässt der Text bei mir nur ein Gefühl von Langeweile. Sehr subjektiv, ich weiß.
Aber es geht mir alles wirklich zu sehr in die Breite.

Wovon lese ich im zweiten Anlauf?
Die Konflikte der Arbeitswelt – und wie sie sich im Bewusstsein der Protagonisten darstellen.
Die verinnerlichte geschlechtsspezifische Rollenverteilung in Hierarchien, in denen  sich die Machtverhältnisse nur notdürftig hinter dem kumpelhaften „Du” verbergen können.
Das heimelige Bimmeln einer Ladenglocke und die verwitwete Tankstellenoma als Sehnsuchtsbild und Pseudoalternative, die der Protagonistin schließlich ihr Erweckungserlebnis verpassen.
Und natürlich – fast hätte ich es vergessen: die Umwelt. Das bessere E-Auto.
Persönliches Emanzipationsbedürfnis und Streben nach gesellschaftlichem Nutzen in trauter Zweisamkeit. Kein Stäubchen trübt das schöne Bild.

Zum Schluss noch ein doppeldeutiger Cliffhanger: wird sie die Puppen zum Tanzen bringen oder tanzt sie mit den Puppen?

Das ist alles ganz schön wichtig aber in der erzählerischen Performance klingt mir das dann doch etwas banal.

Punkte (wenn) gibts erst zum Schluss.
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Eliane
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BeitragVerfasst am: 27.09.2019 20:43    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

MoL hat Folgendes geschrieben:
Das Ende, lieber Inko, kam mir etwas zu plötzlich - Zeitnot?
Da wäre eine Pointe schön gewesen, oder einfach etwas mehr Tiefgang, etwas mehr Aussicht.
Der Rest des Textes ist aber wirklich klasse, diese ganze Situation, die Dialoge, herrlich!


Du ahnst ja gar nicht, welche Zeitnot ... Laughing So knapp war ich noch nie fertig! Und Du hast völlig recht, der Schluss ist Murks. Absolut.

Aber schön, dass Dir der Rest gefallen hat, das freut mich smile
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Eliane
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Beiträge: 697



BeitragVerfasst am: 27.09.2019 20:46    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Kojote hat Folgendes geschrieben:
Ich muss sagen, mir gefällt dein Text ausnehmend gut, er ist sehr humorvoll! Lediglich die Formulierung "heilige Scheiße" hätte ich an deiner Stelle ein wenig entschärft. Dennoch, ich habe das Lesen genossen. Mal schauen, wie gut die Mitbewerber geschrieben haben. Brauche bestimmt noch einige Tage, um jeden Beitrag fair bewerten zu können.

Liebe Grüße,
Kojote


Ich freu mich, dass der Humor bei Dir angekommen ist! Und gelobe Besserung, was die Flucherei angeht wink

Lieben Dank!
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Eliane
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Beiträge: 697



BeitragVerfasst am: 27.09.2019 20:47    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

jaeani hat Folgendes geschrieben:
Kommentar, um bewerten zu können


und Dank für die Punkte smile
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Eliane
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Beiträge: 697



BeitragVerfasst am: 27.09.2019 20:51    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Catalina hat Folgendes geschrieben:
Tankstelle
eine Person, die delegiert und trotzdem den Ruhm erntet und eine Person, die sich extreme Mühe gibt, mit anderen in Kontakt zu treten
(vorgetäuschte) Verliebtheit in den zu Bekochenden und/oder Ekel vor Benzingeruch ist zwar etwas subtil, jedoch kurz thematisiert, man könnte auch noch Verliebtheit in Oskar interpretieren

Eine junge, aufstrebende Ingenieurin findet durch eine ältere Tankstellenbesitzerin ihr Selbstvertrauen und ihren Mut wieder.
Die Tankstellenbesitzerin findet durch die Ingenieurin einen Grund, ein Leben aufzugeben, dass nicht wirklich ihres ist. Ein doppeltes Happy End.

Dein Text hat mich sehr gut unterhalten. Er liest sich leicht, flüssig, frisch und humorvoll. Ich wollte zu jeder Zeit wissen, wie es weiter bzw. zu ende geht

Dafür gibt es fünf Punkte.


Vielen Dank für die Punkte und Deine Komplimente! An "Ekel" habe ich tatsächlich gar nicht gedacht. Dagegen war die Verliebtheit genau so doppelt gemeint, wie Du es beschreibst - einmal vorgetäuscht und einmal (Oskar) echt.
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