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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Schutt und Sehnsucht


 

 
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Graenee
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber


Beiträge: 25
Wohnort: Deutschland


BeitragVerfasst am: 13.09.2019 20:55    Titel: Schutt und Sehnsucht eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Der Unterschlupf hat sich überhaupt nicht verändert. Es müssen Wochen vergangen sein und doch fühlt es sich an, als wären wie nie weg gewesen. Verdreckt und müde stehen wir im Eingang. Einige Bewohner nicken uns freundlich zu bevor sie weiter ihren Tätigkeiten nachgehen. Zurückkommende Ranger sind mittlerweile keine Besonderheit mehr.
Die anderen der Gruppe beglückwünschen sich überschwänglich zur erfolgreichen Rückkehr. Ich sehe mich um, umarme einige meiner Kollegen. Mike kommt grinsend auf mich zu, drückt mir einen freundschaftlichen Kuss auf die Stirn und geht um mich herum zum nächsten Gruppenmitglied. Ich starre Brian an, der den Blick hebt und den meinen erwidert. Trotz meiner Erschöpfung spüre ich die Spannung wie Elektrizität durch mich hindurchschießen. Spürt er es denn nicht? Lange sehen wir uns in die Augen, dann klopft er mir etwas verkrampft auf die Schulter und wendet sich ab. Wieso wehrt er sich so gegen uns? Er muss es doch auch spüren!
Mike schüttelt darüber den Kopf, ergreift meine Taille, zieht mich zu sich heran und drückt mir extra laute Küsse auf den Hinterkopf. Brians Kopf schießt hoch, er starrt ihn einen Augenblick an, bevor er sich zusammenreißt, den Blick abwendet und nachdenklich zu Boden sieht.
Enttäuscht gehe ich zur Küchennische. Alter Kaffee steht auf der Platte und meine Lieblingstasse - einige der wenigen mit intakter Aufschrift - ist dreckig. Während ich sie spüle spüre ich jemanden hinter mir stehen. Sofort ergreift wieder die elektrische Spannung meinen Körper, ich habe das Gefühl mein Herz verkrampfe sich vor Erwartung. Jemand haucht mir einen winzigen Kuss auf meinen Kopf und in meinem Unterleib beginnt es angenehm zu ziehen. So schnell wie er auftauchte ist er wieder verschwunden. Der Nachhall dieser kurzen Begegnung kribbelt noch immer in meinem Zentrum.
Für Außenstehende muss es nichts anderes gewesen sein als der Kuss von Mike - weniger noch. Doch was sich in mir abgespielt hat, war ein Unterschied wie Feuer und Eis. Ich wende mich um. Brian hält im Türrahmen inne und lächelt sein Mundwinkel-Lächeln, von dem ich mir einbilde, dass nur ich es je bemerke. Ich bin wie in Trance; vollkommen gefesselt. Ich lasse den Schwamm zurück auf die Spüle fallen, lege die Tasse sorgsam zurück und folge ihm ins Wohnzimmer.
Er sitzt auf dem ausgeblichenen grauen Sofa und lächelt mich jetzt offen an. Wir sind allein und ich glaube mein Herz wird zerspringen. Niemals zuvor hat er eine solche Situation zugelassen. Keiner von uns sagt ein Wort. Der Blick mit dem er mich bedenkt spricht Bände; ohne Worte weiß ich, dass er will was ich will, dass er es auch spürt und sich nicht länger wehrt. Er streckt mir die Arme entgegen und es kostet mich meine gesamte Willenskraft mich nicht sofort hineinzustürzen. Fahrig hantiere ich mit der Tür. Ich möchte nicht, dass wir gestörrt werden.
Doch immer, wenn ich denke die Tür verschlossen zu haben, springt sie wieder auf. Nach dem vierten Versuch erhebt Brian sich und kommt mir zu Hilfe. Mit einer lässigen Bewegung und einem kräftigen Stoß ist die Tür im Schloss und der Schlüssel gedreht. Mein Atem beschleunigt sich. Erwartungsvoll sehe ich ihn an; noch immer sagt er kein Wort.
Und endlich, endlich beugt er den Kopf zu mir herunter.

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Amarenakirsche
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 26
Beiträge: 217
Wohnort: tief im Westen


BeitragVerfasst am: 14.09.2019 15:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Graenee,

mir war beim Lesen nicht klar, ob dies der Beginn einer Geschichte ist oder ein Stück im weiteren Verlauf des Textes. Gehört es sogar zu deinem Anfang von "Skelett Stadt"? Das zu wissen hätte mir beim Lesen ein bisschen geholfen.

Insgesamt finde ich den Text gut verständlich. Ich frage mich, was zuvor passiert ist. Die Gruppe war einige Wochen unterwegs und der Erfolg besteht darin, dass sie es lebend zurückgeschafft haben, richtig? Oder haben sie noch mehr erreicht?

Ein paar Mal sind mir Unklarheiten in der Perspektive aufgefallen.
- Wo steht Brian, wenn die Prosa hereinkommt? In meiner Vorstellung stand er weiter weg, ihre Blicke treffen sich durch den Raum - und plötzlich klopft er ihr auf die Schulter. Weißt du, was ich meine?
- Wie kann Mike den Blickaustausch mitbekommen, wenn er sich vorher dem nächsten Ankommenden zugewandt hat?
- Als sich Brian nach dem Kuss im Türrahmen innehält, dachte ich, er wendet ihr den Rücken zu. Aber dann sieht sie sein Lächeln. Das hat mich irritiert.

Zwischendurch kommen mir einige Sätze klischeehaft vor, hier ein paar Beispiele:
Zitat:
Trotz meiner Erschöpfung spüre ich die Spannung wie Elektrizität durch mich hindurchschießen. Spürt er es denn nicht?

Zitat:
ohne Worte weiß ich, dass er will was ich will, dass er es auch spürt und sich nicht länger wehrt.


Auf die Kommasetzung könntest du noch einmal schauen, aber das reicht jetzt erst mal mit der Kritik. Wink
Insgesamt interessiert mich, wie es weitergeht, aber sogar noch mehr, was vorher geschehen ist.
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Kojote
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 29
Beiträge: 193
Wohnort: Wurde erfragt


BeitragVerfasst am: 14.09.2019 15:36    Titel: Antworten mit Zitat

Amarenakirsche hat Folgendes geschrieben:

mir war beim Lesen nicht klar, ob dies der Beginn einer Geschichte ist oder ein Stück im weiteren Verlauf des Textes. Gehört es sogar zu deinem Anfang von "Skelett Stadt"? Das zu wissen hätte mir beim Lesen ein bisschen geholfen.


Vielleicht hast du was überlesen? In der Kategorisierung dieses Beitrags steht eindeutig "Kurzgeschichte".


_________________
Kojote – zu allem fähig, zu nichts zu gebrauchen!
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Amarenakirsche
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 26
Beiträge: 217
Wohnort: tief im Westen


BeitragVerfasst am: 14.09.2019 18:55    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, hab ich wohl. Sorry.

Aber gerade wenn am Anfang nichts fehlt, hätte ich persönlich gerne mehr Infos zu der Mission, von der sie kommen. Und wenn sie sich nur kurz beim Eintreten unterhalten oder ähnliches.
So liegt der Fokus nur auf der Beziehung zwischen der Protagonistin und Brian. Aber vielleicht ist das ja so gewollt.

Hoffe, du kannst was damit anfangen, Graenee.
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Mare
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 53
Beiträge: 34
Wohnort: Oberfranken


BeitragVerfasst am: 14.09.2019 19:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Graenee,
ich finde deine Kurzgeschichte interessant und man möchte wissen wie es weitergeht. Einigen Einwänden von Amerenakirsche gebe ich recht, aber mit der Kommastellung, habe ich auch so meine Probleme...
Was passiert jetzt wohl hinter der verschlossenen Türe?
Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß


_________________
Lass dich einfach treiben und erkunde das Neue...
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Graenee
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber


Beiträge: 25
Wohnort: Deutschland


BeitragVerfasst am: 15.09.2019 20:26    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank für eure Antworten und Kritiken!

Es ist tatsächlich so gewollt, dass der Fokus auf der Beziehung zwischen Protagonistin und Brian liegt. Das ganze spielt in einem ähnlichen Universum wie "Skelett Stadt", also in einer Dystopie - da das aber nicht im Fokus stehen soll, habe ich es bewusst nicht so deutlich gemacht. Habt ihr Ideen, wie ich das "weniger störend" ändern könnte?
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Amarenakirsche
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 26
Beiträge: 217
Wohnort: tief im Westen


BeitragVerfasst am: 24.09.2019 15:53    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry für die späte Antwort. Was genau meinst du mit "weniger störend"? Gestört hat mich der Dystopiehintergrund überhaupt nicht. Ich hätte sogar gerne mehr erfahren.

Hättest du noch mehr zum Lesen oder ist die Kurzgeschichte an dieser Stelle abgeschlossen?
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Ichlesehier
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber


Beiträge: 15



BeitragVerfasst am: 25.09.2019 13:11    Titel: Antworten mit Zitat

Es liest sich auf jeden Fall gut.
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Leseprobe
Geschlecht:männlichAbc-Schütze


Beiträge: 8
Wohnort: Ba-Wü


BeitragVerfasst am: 07.10.2019 23:03    Titel: Antworten mit Zitat

nur so zum Gedanken machen. Du entscheidest Smile

Zitat:
Der Unterschlupf hat sich überhaupt nicht verändert. Es müssen Wochen vergangen sein und doch fühlt es sich an, als wären wie nie weg gewesen. Verdreckt und müde stehen wir im Eingang. Einige Bewohner nicken uns freundlich zu bevor sie weiter ihren Tätigkeiten nachgehen.

Unterschlupf? ... aber scheinbar mit ständigen Bewohnern ? Und die "Tätigkeiten" würde ich weglassen.

Zitat:
Zurückkommende Ranger sind mittlerweile keine Besonderheit mehr. Die anderen der Gruppe beglückwünschen sich überschwänglich zur erfolgreichen Rückkehr.
  Die Gruppe beglückwünscht sich selbst?

Zitat:
Spürt er es denn nicht? Lange sehen wir uns in die Augen, dann klopft er mir etwas verkrampft auf die Schulter und wendet sich ab. Wieso wehrt er sich so gegen uns? Er muss es doch auch spüren!

Wörter wie "etwas" und "so" weglassen. Vielleicht auch den letzten Satz.

Zitat:
Alter Kaffee steht auf der Platte und meine Lieblingstasse - einige der wenigen mit intakter Aufschrift - ist dreckig.

Ist die Aufschrift wirklich wichtig?

Zitat:

So schnell wie er auftauchte ist er wieder verschwunden. Der Nachhall dieser kurzen Begegnung kribbelt noch immer in meinem Zentrum.
  das "noch immer" weglassen.

Zitat:
lächelt sein Mundwinkel-Lächeln,

lächelt - Lächeln, nimm doch einen anderen Begriff.

Zitat:
lege die Tasse sorgsam zurück und folge ihm ins Wohnzimmer.
in Trance? aber die Tasse sorgsam zurückstellen? Und Wohnzimmer? Vorher war die Rede von einem Unterschlupf; hörte sich nach Wildnis an.

Zitat:
Doch immer, wenn ich denke die Tür verschlossen zu haben, springt sie wieder auf. Nach dem vierten Versuch erhebt Brian sich und kommt mir zu Hilfe.

hmm, das passt nun, wie ich finde, überhaupt nicht mit der Türe.


_________________
... diese gläserne Gegenwart ...
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