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"Zeitraffer" in Kapitel 1 - Wie elegant lösen?

 
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silke-k-weiler
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 44
Beiträge: 130



BeitragVerfasst am: 01.09.2019 19:38    Titel: "Zeitraffer" in Kapitel 1 - Wie elegant lösen? eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo allerseits,

in meinem zweiten Projekt stehe ich gerade vor der Frage, wie ich in einem Abschnitt von Kapitel eins möglichst elegant 4 oder 5 Jahre auf möglichst wenig Text raffe. Die Handlung beginnt bei meiner Prota im Kindesalter, bei der sich eine besondere Fähigkeit zeigt. Da Fähigkeiten wie diese sozusagen verpönt sind, sind ihre Eltern entsetzt und setzen sie aus. Sie landet in einem Waisenhaus. Dort nimmt sich ein älterer Junge ihrer an und wird wie ein Bruder für sie. Da das Waisenhaus voll ist, werden ältere Kinder immer wieder als Arbeitskräfte verscherbelt. Das passiert auch dem Ersatz-Bruder der Prota. Sie folgt ihm heimlich und damit ist Kapitel eins zu Ende.

Jedem Kapitel ist Ort und Zeit der Handlung vorangestellt. Kapitel zwei beginnt gut zehn Jahre nach Kapitel eins. Insofern ist dieser Zeitsprung gut kenntlich zu machen. Allerdings würde ich gerne gegen Ende von Kapitel eins den Zeitraum von der Ankunft im Waisenhaus und dem Abtransport des Ersatzbruders nur knapp umreißen und raffen. Ich dachte in etwa an Folgendes (grob skizziert):

Der Schlafsaal im Waisenhaus war zugiger als ihre Dachkammer. Wer Pech hatte, kam noch nicht einmal in einem Bett unter, sondern musste sich auf dem Holzboden auf einer der zerschlissenen Decken zusammenrollen wie ein Hund. (Wenig Essen ... noch bisserl andere Beschreibung) Sie war sich sicher, keine zwei Tage zwischen diesen Wänden zu überleben. Doch ehe sie sichs versah, stand der Winter vor der Tür. Drei ganze Monate waren vergangen, Monate angefüllt mit dem Kampf um Essen, Decken und halbwegs sauberes Wasser. Ein Kampf, den sie ohne Stennis’ Hilfe verloren hätte.

So in der Art, eingebettet in kurze Beschreibungen, würde ich durch eine Zeitspanne von fünf Jahren im Waisenhaus hüpfen wollen. Als nächstes stellt sie z.B. fest, dass die Hosen immer kürzer werden, trotz des kargen Essens wächst sie also ... schwupps, ein Jahr rum, halber Kopf größer, Ersatz-Bruder Stennis bemerkt, dass sie ihm jetzt bis zum Ellbogen reicht.

Was meint ihr?

Oder kennt jemand ein Beispiel, wo dies gut gelöst wurde? Mir will dazu partout nichts einfallen. Ist mal wieder typisch, wenn man's braucht, isses weg.

Danke schonmal für eure Hilfe! smile Und sorry, falls das nach Luxus-Problem klingen sollte, aber ich hab grad echt Brett vorm Kopf und weiß nicht, ob das so gut wird.

VG
Silke
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BrianG
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 42
Beiträge: 113



BeitragVerfasst am: 01.09.2019 20:21    Titel: Antworten mit Zitat

Stell dir die Frage, ob die die Sachen nicht vielleicht streichen kannst. (Andreas Eschbach hat davon berichtet, dass er für "Eine Billion Dollar" am Beginn der Story knapp hundert Seiten gestrichen hat)

Sind die Eltern für die spätere Geschichte relevant?
Ist der lange Zeitraum im Waisenhaus relevant? Könntest du die Geschichte nicht kurz vor dem Zeitpunkt beginnen lassen, den du eigentlich für Kapitel 2 planst?

Die Gegebenheiten des Waisenhauses kannst du dem Leser auch zu diesem Zeitpunkt nahebringen, indem der Prota exemplarisch etwas zustößt und/oder sie mit Neuankömmlingen ("so klein war ich doch nie, oder?") interagieren lässt. Das Gleiche würde auch für die verpönten Fähigkeiten gelten.

Der Ersatz-Bruder wird zehn Jahre vor Kapitel zwei verschachert. Du schreibst, die Prota folgt ihm, gehst aber nicht näher darauf ein, was sie sieht. Trotzdem auch hier die Frage: ist der Zeitpunkt relevant. Kann das nicht eine Woche, ein Monat vor Kapitel zwei sein?

Ich kann mir vorstellen, dass das Herz bei dem Gedanken blutet, Dinge aus der Geschichte zu entfernen. Aber wenn sie trotzdem noch funktioniert, solltest du es in Betracht ziehen.


_________________
Aus dem Chaos sprach die Stimme: "Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen."
Und ich lächelte und war froh.
Und es kam schlimmer.
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Care
Schreiber-Lehrling


Beiträge: 111
Wohnort: Österreich


BeitragVerfasst am: 01.09.2019 20:33    Titel: Antworten mit Zitat

Ich gebe BrianG recht. Zusammenfassungen dieser Art am Beginn eines Buches nehmen einfach zuviel vorweg. Vor allem wird der Leser damit in keine echte Handlung gezogen, sondern erhält eine Art Bericht von ihrem Leben als Kind.

Viel besser wäre es, die Geschichte richtig beginnen zu lassen. Und später ihre Erlebnisse als Kind an passenden Stellen einzufügen. Damit erhöht sich für den Leser die Spannung deutlich.
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Rainer Prem
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 62
Beiträge: 1085
Wohnort: Wiesbaden


BeitragVerfasst am: 01.09.2019 21:58    Titel: Re: "Zeitraffer" in Kapitel 1 - Wie elegant lösen? Antworten mit Zitat

silke-k-weiler hat Folgendes geschrieben:
Hallo allerseits,

in meinem zweiten Projekt stehe ich gerade vor der Frage, wie ich in einem Abschnitt von Kapitel eins möglichst elegant 4 oder 5 Jahre auf möglichst wenig Text raffe. ...

VG
Silke


Einfach ganz weglassen. Ausschneiden, in einer anderen Datei speichern und häppchenweise genau dann einfügen, wenn der Leser es zum Verständnis der Handlung oder einer Motivation des Handelnden unbedingt braucht.
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silke-k-weiler
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 44
Beiträge: 130



BeitragVerfasst am: 01.09.2019 22:13    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Verdammt ... ihr habt recht! Laughing

Die Eltern sind für den weiteren Handlungsverlauf nicht mehr relevant, außer dass es die Prota ihnen zu verdanken hat, dass sie im Waisenhaus gelandet ist. Auch der Ersatzbruder ist später nicht mehr wichtig. Das Entdeckungen ihrer Fähigkeit im Elternhaus und deren Reaktion darauf hat mir nur so gut gefallen. Egal. Ich habe das Kapitel in den "Recycling-Ordner" gepackt und gehe die Geschichte anders an.

Danke!
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Stefanie
Dichter und Denker


Beiträge: 1081



BeitragVerfasst am: 01.09.2019 22:27    Titel: Antworten mit Zitat

Ich würde es anders angehen. Die Ankunft im Waisenhaus und die erste Zeit dort nicht knapp abhandeln, sondern die Ereignisse normal schildern, um die Personen zu charakterisieren. Wenn man weiß, woran man mit ihnen ist, kann der Sprung von 10 Jahren erfolgen, einfach durch die Jahreszahl in der Überschrift.
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Rübenach
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2387



BeitragVerfasst am: 02.09.2019 08:27    Titel: Antworten mit Zitat

Zur Theorie der (Zeit)raffung siehe zum Beispiel hier: http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_gat/d_epik/strukt/zeit/zeit_5_4_2.htm

Das klassische Beispiel aus der deutschen Literaturgeschichte:
Unterdessen wurde die Stadt Lissabon
in Portugal durch ein Erdbeben zerstört, und der Siebenjährige
Krieg ging vorüber, und Kaiser Franz der Erste
starb, und der Jesuitenorden wurde aufgehoben und
Polen geteilt, und die Kaiserin Maria Theresia starb, und der
Struensee wurde hingerichtet, Amerika wurde frei, und
die vereinigte französische und spanische Macht konnte
Gibraltar nicht erobern. Die Türken schlossen den General
Stein in der Veteraner Höhle in Ungarn ein, und der
Kaiser Joseph starb auch. Der König Gustav von Schweden
eroberte russisch Finnland, und die Französische Revolution
und der lange Krieg fing an, und der Kaiser Leopold
der Zweite ging auch ins Grab. Napoleon eroberte
Preußen, und die Engländer bombardierten Kopenhagen,
und die Ackerleute säeten und schnitten. Der Müller
mahlte, und die Schmiede hämmerten, und die Bergleute
gruben nach den Metalladern in ihrer unterirdischen
Werkstatt.  

aus: Johann Peter Hebel. Unverhofftes Wiedersehen.


_________________
"Nothing bad can happen to a writer. Everything is material." (Philip Roth)
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silke-k-weiler
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 44
Beiträge: 130



BeitragVerfasst am: 02.09.2019 12:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Stefanie hat Folgendes geschrieben:
Ich würde es anders angehen. Die Ankunft im Waisenhaus und die erste Zeit dort nicht knapp abhandeln, sondern die Ereignisse normal schildern, um die Personen zu charakterisieren. Wenn man weiß, woran man mit ihnen ist, kann der Sprung von 10 Jahren erfolgen, einfach durch die Jahreszahl in der Überschrift.


Hm, nach Deinem Hinweis denke ich gerade über folgende Lösung nach, die mir immer sympathischer wird: Prolog -> wir lernen die Prota als Kind kennen, ihre Fähigkeit tritt zum ersten Mal offen zutage, ihre Eltern bemerken es, sind entsetzt, es kommt zur Sprache, dass das Kind weg muss, da es eine Gefahr für die ganze Familie darstellt. Prota hört das Gespräch mit, versteht nur Bahnhof, da noch zu klein, glaubt fest daran, dass alles gut wird, geht mit diesem Glauben ins Bett und schläft ein. (Handlung umfasst nicht mal eine Stunde. Vorteil: wir erfahren, was die Prota kann.)

Kapitel 1 -> Zeitsprung von 14 Jahren (über das Waisenhaus hinweg). Neuer Schauplatz, Prota liegt im Bett, wird von jemandem wach gemacht, der ihr mitteilt, ihr "Bruder" liege im Sterben. Prota begibt sich zum "Bruder", in kurzen Rückblenden erfahren wir grob, dass sie damals tatsächlich weggegeben wurde, in einem Waisenhaus gelandet ist und in diesem Jungen eine Ersatzfamilie gefunden hat usw. Handlung geht normal wie von mir vorgesehen weiter. (Vorteil: die Rückblenden, welche die Lücke schließen, sind schlanker. Ich muss mir keine konkrete Handlung im Waisenhaus ausdenken)

Weiterer Vorteil: Ich habe nur einen Zeitsprung. Mein ursprünglicher Plan sah vor: die Entdeckung durch die Eltern, am kommenden Tag ausgesetzt, aufgegriffen, ab ins Waisenhaus, Sprung über 4 Jahre, "Bruder" kommt weg, sie folgt ihm heimlich, Sprung über 10 Jahre.

@Rübenach: Vielen Dank für den Link. Den werde ich mir auf jeden Fall zu Gemüte führen.
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nothingisreal
Geschlecht:weiblichBestseller-Autor


Beiträge: 4337
Wohnort: unter einer Brücke


BeitragVerfasst am: 02.09.2019 12:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo silke-k-weiler,

ohne deine Geschichte zu kennen, behaupte ich, der Prolog ist nicht notwendig. Der Leser muss nicht von erster Sekunde an alles verstehen und wissen, du kannst das elegant in die Geschichte einflechten, vielleicht sogar den ersten spannenden Moment dadurch erzielen. Aber es spricht nichts gegen einen Prolog.

Allerdings würde ich das erste Kapitel nicht mit Aufwachen anfangen. Es ist ein schon sehr abgelutsches Klischee. Zeig doch deine Prota bei einer Tätigkeit, die sie sonst immer macht. Das erzählt viel mehr über sie. Dann kann sie aus dieser Arbeit herausgerissen werden, weil der Bruder im Sterben liegt.


_________________
"Es gibt drei Regeln, wie man einen Roman schreibt. Unglücklicherweise weiß niemand, wie sie lauten." - William Somerset Maugham
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silke-k-weiler
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 44
Beiträge: 130



BeitragVerfasst am: 02.09.2019 14:42    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

nothingisreal hat Folgendes geschrieben:
Allerdings würde ich das erste Kapitel nicht mit Aufwachen anfangen. Es ist ein schon sehr abgelutsches Klischee. Zeig doch deine Prota bei einer Tätigkeit, die sie sonst immer macht. Das erzählt viel mehr über sie. Dann kann sie aus dieser Arbeit herausgerissen werden, weil der Bruder im Sterben liegt.


Guter Einwand, danke! Embarassed Ok, Aufwachen ist gestrichen.

Deinen ersten Hinweis notier ich mir. Mal sehen, ob sich eine zündende Idee ergibt, wie ich die Hintergründe peu à peu serviere. Im Moment kommt mir die aktuelle Richtung ganz gut vor. Da geh ich erst mal weiter.
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joe0722
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber


Beiträge: 17
Wohnort: Wiesbaden


BeitragVerfasst am: 02.09.2019 18:35    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe das "Problem" bei meiner Geschichte auch gehabt: Wieviel erzähle ich vorweg, um den Leser in die Geschichte einzuführen?

Mittlerweile bin ich komplett davon weg und beginne die Geschichte weit in der Zukunft. Hier gibt es dann an taktischen Stellen Rückblenden, in denen ich die Vorgeschichte erzähle (die wichtig für das "große Ganze" ist).

Im Moment lese ich einen SF-Roman, wo ebenfalls große Zeitsprünge gemacht werden. Auch hier wird mit Rückblenden gearbeitet...
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Rodge
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 356
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 03.09.2019 07:26    Titel: Antworten mit Zitat

Warum wollen alle immer Prologe schreiben? Es gibt Agenten/Lektoren, die legen ein Manuskript sofort zur Seite, wenn sie auf einen Prolog stoßen! Wenn die entsprechenden Informationen wirklich relevant sind, lass sie einflechten, z. B. in einem Dialog, wo man erfährt, dass Prota im Weisenhaus war etc.

Es kann ein spannungsgebendes Element sein, den Text zu beginnen, ohne dass der Leser gleich alles zur Person weiß. Erst nach und nach entdeckt man, was warum wie ist.

Grüße
Rodge
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Thomas74
Geschlecht:männlichSchreiberling

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Beiträge: 261
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BeitragVerfasst am: 03.09.2019 08:36    Titel: Antworten mit Zitat

@Rodge: Hast du eine Prologphobie? Das ist schon der zweite Thread, wo du fast wortwörtlich deine Abneigung kundtust. Müssen aber nicht alle so sehen, oder?

_________________
Optimismus ist, bei Gewitter in einer Kupferrüstung auf dem höchsten Berg zu stehen und "Scheiß Götter!!" zu rufen.
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Rodge
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 356
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 03.09.2019 08:39    Titel: Antworten mit Zitat

Na klar kann ich nur meine eigene Meinung widergeben, was denn sonst?

Die Gefahr, die ich bei Prologen sehe ist, dass man den Leser mit allerlei Wissen ausstatten will, dass der gar nicht braucht. Ich finde es gerade spannend, wenn man erst nach und nach erfährt, um was es eigentlich geht.

Ist natürlich nur meine Meinung!
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Thomas74
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 45
Beiträge: 261
Wohnort: Annaburg


BeitragVerfasst am: 03.09.2019 08:42    Titel: Antworten mit Zitat

Und meine persönliche Meinung ist, dass ein gut geschriebener Prolog durchaus passen kann. Mag sein, dass ich damit nicht dem Massengeschmack folge, aber, muss ich das denn?

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Rodge
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Beiträge: 356
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 03.09.2019 09:02    Titel: Antworten mit Zitat

Wer sollte dich zwingen, etwas anderes zu tun, als du das möchtest?
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silke-k-weiler
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

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Beiträge: 130



BeitragVerfasst am: 03.09.2019 11:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Rodge hat Folgendes geschrieben:
Warum wollen alle immer Prologe schreiben?


Ich musste gerade so lachen. Hatte eben erst eine Antwort von Dir zu einem Werk im Einstand gelesen. wo Du Dein Verhältnis zum Prolog in einem Wort klar umschreibst, und da dachte ich mir: "Ups, da kam bestimmt auch Rückmeldung zu diesem Thema hier." Und so war's auch. Laughing

Aber ich weiß, was Du meinst, und kann den Standpunkt einerseits nachvollziehen, andererseits finde ich es gerade so "praktisch", wenn der Prolog gut geschrieben ist, Informationen loszuwerden, die ich im Nachhinein durch Rückblenden einflechten müsste. Das Problem habe ich bei Projekt 1, wo ich auf den Prolog verzichte (das Althain-Ding, zu dem Du ebenfalls ein Feedback gegeben hast), und dem noch immer nicht gelösten Problem des Plusquamperfekts. (Oder der ausstehenden Entscheidung. Es sind ja beide Lösungen möglich. Nur welche ist gut oder für mich passend?)

Ich mag Prologe als Einstiegshilfe in die Geschichte, in die Welt, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was mich erwartet.

Nehme ich allerdings die eigentliche Bedeutung des Prologs als "Vorwort", so muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich bisher jedes deutlich erkennbare Vorwort dezent überblättert habe.

Aber unterschiedliche Ansichten sind gut. Wenn man rosabebrillt wie eine frisch Verliebte in einem Projekt rumtaumelt, ist eine klare Ansage manchmal hilfreich, in die eine oder in die andere Richtung. Und da sich für mich aus den Antworten auch die Tendenz ergibt, frühere Ereignisse eben nach und nach zu enthüllen, halte ich Ausschau nach geeigneten Stellen. Das Projekt ist ja noch frisch und formbar. Ich muss jetzt nur weiterkommen, sonst verliere ich die Lust. Kenne mich ja....

Habt Euch trotzdem lieb! smile

VG
Silke
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silke-k-weiler
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 44
Beiträge: 130



BeitragVerfasst am: 03.09.2019 11:59    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ach, wisst ihr was ... jetzt hab ich noch das Thema "Prologe - Wann/Wie/Ob?" gelesen und hab auch keinen Bock mehr drauf. Sich kaputt lachen  Mann, bin ich ein rückgratloses Fähnchen ...

Ich betrachte es nun als sportliche Herausforderung mitten einzusteigen und die Vorgeschichte meiner Prota nach und nach einzustricken. Den bereits fertigen Prolog verpacke ich liebevoll in einer Datei und sollte es mich als mal gelüsten, kann ich ihn ja nachts heimlich in der Besenkammer lesen.
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Phantom
Geschlecht:weiblichVorschüler

Alter: 25
Beiträge: 1
Wohnort: Schwabenländle


BeitragVerfasst am: 01.10.2019 10:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo smile

Wie bereits von den anderen geschrieben, liegt es näher die Geschichte später beginnen zu lassen. Ist es überhaupt notwendig, dass man erfährt, wie sie ihre Fähigkeiten bekommt?

Was bezweckst du mit den Rückblenden über den "Bruder"? Meiner Meinung nach sind Rückblenden am Anfang eines Buches alles andere als spannend. Aus Lesersicht interessiert mich die Biografie eines Protagonisten nicht, solange ich ihn noch nicht kenne. Wenn es dir darum geht Emotionen aufzubauen, so schaffst du das ohne Rückblenden sicherlich besser, wenn du sie über die Gefühle und Handlungen deiner Protagonistin schilderst. Bevor ich im ersten Kapitel auf Rückblenden zurückgreifen würde, wäre ein spannender Prolog wesentlich besser geeignet. (Ich mag Prologe, wenn sie Sinn ergeben.)
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Herdis
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 135
Wohnort: Westfalin in Nordhessen


BeitragVerfasst am: 05.10.2019 15:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

wenn Dir der Ersatzbruder so wichtig ist, dann könntest Du Deine Prota auch dem Fahrzeug, mit dem er weggekarrt wird- zur Not auch im Traum oder an einer Straße durch ein ähnliches Fahrzeug, das Erinnerungen triggert, aus dem Konzept reißen- nachblicken lassen. Oder dass sie sich im Lauf der Geschichte an Fetzen erinnert oder Sätze/Worte Erinnerungen triggern. Wie gesagt, wenn der Ersatzbruder und ihr Aufwachsen bzw diese Episode für die weitere Story oder Charakterisierung von Belang ist und Du sie sinnvoll einfließen lassen kannst.

PS: Ich finde Diskussionen über Prolog oder Ich- Erzähler ja/nein = hmm Schlafen  Alles hat seine Liebhaber oder Feinde und für beides gibt es tausende gute wie schlechte Beispiele... who cares?!?


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"Wenn ich nicht schreibe, fühle ich, wie meine Welt schrumpft. Ich empfinde, wie ich mein Feuer und meine Farben verliere." Anais Nin
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Ralphie
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Alter: 66
Beiträge: 4370
Wohnort: 50189 Elsdorf
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BeitragVerfasst am: 05.10.2019 16:25    Titel: Antworten mit Zitat

Schreib einfach: Zehn Jahre später ...

_________________
LG
Ralphie
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TheRabbit95
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Beiträge: 20
Wohnort: Zürich


BeitragVerfasst am: 08.10.2019 11:56    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Hm, nach Deinem Hinweis denke ich gerade über folgende Lösung nach, die mir immer sympathischer wird: Prolog -> wir lernen die Prota als Kind kennen, ihre Fähigkeit tritt zum ersten Mal offen zutage, ihre Eltern bemerken es, sind entsetzt, es kommt zur Sprache, dass das Kind weg muss, da es eine Gefahr für die ganze Familie darstellt. Prota hört das Gespräch mit, versteht nur Bahnhof, da noch zu klein, glaubt fest daran, dass alles gut wird, geht mit diesem Glauben ins Bett und schläft ein. (Handlung umfasst nicht mal eine Stunde. Vorteil: wir erfahren, was die Prota kann.)

Kapitel 1 -> Zeitsprung von 14 Jahren (über das Waisenhaus hinweg). Neuer Schauplatz, Prota liegt im Bett, wird von jemandem wach gemacht, der ihr mitteilt, ihr "Bruder" liege im Sterben. Prota begibt sich zum "Bruder", in kurzen Rückblenden erfahren wir grob, dass sie damals tatsächlich weggegeben wurde, in einem Waisenhaus gelandet ist und in diesem Jungen eine Ersatzfamilie gefunden hat usw. Handlung geht normal wie von mir vorgesehen weiter. (Vorteil: die Rückblenden, welche die Lücke schließen, sind schlanker. Ich muss mir keine konkrete Handlung im Waisenhaus ausdenken)


Ich persönlich finde diese Version sehr gut. Abgesehen von den von dir genannten Vorteilen wirft er auch Fragen auf wie, warum hat sie diese Fähigkeiten, gibt es noch andere und was passiert jetzt wirklich (also muss sie weg oder darf sie bleiben)? In meinen Augen ist dies ein guter Einstieg in den Roman.
Da ich vor allem Thriller lese bin ich mir halt Prologe gewohnt, da sehr viele inzwischen solche haben.

Aber natürlich kannst du es auch in Rückblenden erzählen und direkt in die Handlung einspringen.

Die Frage ist auch woraus willst du am Anfang Spannung ziehen. Mit dem Prolog legst du die Spannung eher auf das Warum und wie gehts weiter. Ohne Prolog könntest du (falls gewünscht) natürlich Spannung daraus ziehen, dass der Leser erst nach und nach entdeckt, dass sie Fähigkeiten hat bzw. du kannst das als Twist einbauen.
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