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Die Tücke des Objekts


 
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DLurie
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 102
Wohnort: Düsseldorf


BeitragVerfasst am: 22.08.2019 10:39    Titel: Die Tücke des Objekts eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe dsfo’ler,
im Folgenden der (überarbeitete) Einstieg in eine Kurzgeschichte, die seit zehn Jahren in der Schublade liegt. Mit der Frage, ob das Lust auf mehr macht.

David ließ sich erschöpft in den Fernsehsessel fallen. Es hatte Ärger im Büro gegeben, ein zäher Streit, er hatte nachgegeben, war wider besseres Wissen eingeknickt.
Zu allem Überfluss erschien seine Frau Hannah freudestrahlend mit einem großen Paket unter dem Arm und erklärte unternehmenslustig:
»Sieh mal, Schatz. Ich habe uns heute einen Hängeschrank für unsere Küche gekauft. Hilfst du mir beim Zusammenbauen und Aufhängen? Alleine schaffe ich das nicht.«
Ich habe uns ..., dachte er. Als ob er jemals, auch nur andeutungsweise, Interesse an einem Hängeschrank für die Küche bekundet hätte.
Mit ihrem Appell an seine Hilfsbereitschaft, gepaart mit dieser völlig aus Luft gegriffenen Unterstellung eines gemeinsamen Interesses verfolgte sie natürlich nur ein Ziel: Die Überwindung seiner (ihr sehr wohl bekannten!) heftigen Abneigung gegen jede Form des Heimwerkens. Diese Abneigung saß so tief, dass er bezweifelte, dass sie ihre Ursache nur in den wiederholten Misserfolgen vergangener Tage hatte. Es musste etwas Grundsätzlicheres dahinter stecken: Sein Widerwille verbarg eine tiefere Botschaft, die er bislang nicht zu entschlüsseln vermocht hatte.
»Muss das jetzt sein? Ich bin müde«, sagte er gereizt.
»Komm David, so ein kleiner Schrank. Das haben wir doch im Nu geschafft.«
Er wusste beim besten Willen nicht, woher sie ihre Zuversicht nahm. Erfahrungsgemäß gelang ihnen noch weniger, wenn sie gemeinsam Hand anlegten. Andererseits liebte er Hannah für ihren unverwüstlichen Optimismus, ein Wesenszug, der ihm völlig abging. Und früher oder später würde er sich der Herausforderung ohnehin stellen müssen. Vielleicht klappt es ja, dachte er. Es ist tatsächlich nur ein vergleichsweise kleiner Schrank.
»Ok. Dann lass uns ans Werk gehen«, willigte er schließlich ein, wofür er von ihr mit einem strahlenden Lächeln belohnt wurde.


LG
DLurie

123Wie es weitergeht »




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Aus Hitler und Stalin lassen sich keine Wallensteine mehr machen.
(F. Dürrenmatt, Theaterprobleme)
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Pickman
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 52
Beiträge: 533
Wohnort: Diaspora


BeitragVerfasst am: 22.08.2019 14:01    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber DLurie,

ob das Lust auf mehr macht? Offen gestanden: nein. Ich sehe keine offene Frage und keinen anderen Konflikt, nicht einmal Sex oder Gewalt. Der Text endet mit einem strahlenden (nicht etwa: hinterhältigen, drohenden, verzweifelten, höhnischen oder sonst wie aufgeladenen) Lächeln.

Liebe Grüße

Pickman


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"Damit sich alles erfüllt, damit ich mich weniger allein fühle, brauche ich nur noch eines zu wünschen: am Tag meiner Hinrichtung viele Zuschauer, die mich mit Schreien des Hasses empfangen." (Albert Camus: Der Fremde)
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DLurie
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 102
Wohnort: Düsseldorf


BeitragVerfasst am: 22.08.2019 15:51    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Lieber Pickman,

danke für deine Rückmeldung. Mir Sex und Gewalt kann die Story leider nicht dienen. weshalb ich im Einstieg auch nichts dergleichen andeuten kann.
Und wenn für dich auch kein anderer Konflikt in Sicht ist, dann ist das schade.  
Mehr wollte ich erst mal nicht wissen.  

LG
DLurie


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Pia
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 65
Beiträge: 42



BeitragVerfasst am: 22.08.2019 17:56    Titel: Re: Die Tücke des Objekts Antworten mit Zitat

DLurie hat Folgendes geschrieben:


Ich habe uns ..., dachte er. Als ob er jemals, auch nur andeutungsweise, Interesse an einem Hängeschrank für die Küche bekundet hätte.
 


Dieser Satz macht mir Lust auf mehr.

LG
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DLurie
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 102
Wohnort: Düsseldorf


BeitragVerfasst am: 22.08.2019 20:28    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi Pia,

danke für das Feedback.  
Du erwartest wahrscheinlich einen innerehelichen Konflikt, ausgelöst durch
eine Banalität, wie die Schwierigkeiten beim gemeinsamen Zusammenbau eines Hängeschranks. Könnte man machen.
Die aktuelle Version der Story schildert aber (nur) einen innerpsychologischen Konflikt, der z.T. autobiographischen Hintergrund hat. Der Junge hat zwei linke Hände, wurde mir als Kind ständig gesagt, so dass ich mich tatsächlich in allem Handwerk absolut dämlich anstellte und immer noch anstelle. Wahrscheinlich kann man daraus keine Story fürs breitere Publikum machen. Das interessiert niemanden - außer die wenigen Betroffenen.
Also vielleicht doch besser der Ehekonflikt. Der könnte dann sogar gewaltsam eskalieren...  Muss nochmal in mich gehen.

LG
DLurie


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joe0722
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber


Beiträge: 17
Wohnort: Wiesbaden


BeitragVerfasst am: 23.08.2019 13:12    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Sein Widerwille verbarg eine tiefere Botschaft, die er bislang nicht zu entschlüsseln vermocht hatte.


Das würde mich interessieren.
Sein Widerwille könnte z.B. daher rühren, daß sein Vater ihn als heranwachsenden zwang, ein Mann zu werden. Und dazu gehört nunmal u.a. Heimwerken.

Der letzte Satz würde für mich dann so aussehen:

»Wenn es unbedingt sein muss«. Widerwillig stand er auf und ging in die Küche und griff sich provokativ den Hammer.
"Dann los!", grummelte er sie mit dem Hammer in der Faust an und erntete dafür verwirrte Blicke......"

Da kann ja alles draus entstehen......
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Jenny
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 34
Beiträge: 325
Wohnort: Ein Dorf nahe Mariazell, Niederösterreich


BeitragVerfasst am: 23.08.2019 14:31    Titel: Antworten mit Zitat

Für mich persönlich muss in einer guten Geschichte nicht in den ersten drei Sätzen schon ein Hauptkonflikt oder gar Sex und Gewalt sein - mir gefällt dein Ansatz gut und ich habe ihn gespannt bis zum Ende gelesen.

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Grenzen machen mich erst richtig kreativ.
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Pia
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 65
Beiträge: 42



BeitragVerfasst am: 23.08.2019 17:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo DLurie,

vielleicht  setzt du bei dem "Grundsätzlichen" an, und der Protagonist findet  in der Geschichte den wahren Sinn der Talentlosigkeit.
 Z.B. die Dinge einfach so anzunehmen, wie sie ihm gegeben wurden. Oder was immer dir nahe liegt.

Frohes  Schaffen
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DLurie
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 102
Wohnort: Düsseldorf


BeitragVerfasst am: 24.08.2019 10:31    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo joe0722, hallo Jenny, hallo Pia,

danke fürs Lesen und die Kommentare.
Da scheint der Einstieg in seiner jetzigen Form doch eine gewisses Interesse zu wecken. Ich werde die  Fortsetzung jetzt nochmal überarbeiten und poste dann Teil 2..

LG
DLurie


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Christof Lais Sperl
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 58
Beiträge: 426
Wohnort: Hangover
Der silberne Roboter


BeitragVerfasst am: 24.08.2019 12:20    Titel: Lust? Antworten mit Zitat

Das macht Lust auf mehr, wenn irgendwann auch noch die IKEA-Aufbauanleitung ihren Part bekommt Smile

_________________
Lais
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DLurie
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 102
Wohnort: Düsseldorf


BeitragVerfasst am: 24.08.2019 15:47    Titel: Re: Lust? pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Christof

Christof Lais Sperl hat Folgendes geschrieben:
Das macht Lust auf mehr, wenn irgendwann auch noch die IKEA-Aufbauanleitung ihren Part bekommt Smile


Neuer Titel: Knirsbi, der tödliche Hängeschrank

LG
DLurie


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Pia
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 65
Beiträge: 42



BeitragVerfasst am: 24.08.2019 16:38    Titel: Antworten mit Zitat

Laughing
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DLurie
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 102
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BeitragVerfasst am: 26.08.2019 11:26    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wie angedroht, Teil 2:

Eine knappe Stunde später betrachteten sie das Resultat ihrer Anstrengungen. Wie üblich hatte es etlicher Diskussionen bedurft, um sich zu einem gemeinsamen Verständnis der Bauanleitung durchzuringen.
»Sieht gut aus. Und wirklich praktisch«, kommentierte David voller Stolz ihr Werk.
Hannah küsste ihn auf die Wange und begann die Verpackungskartons zusammen zu falten, wobei ein längliches Kantholz auf den Boden fiel. Sie hielt es in die Höhe:
»Und was machen wir damit? Irgendwie gehört es wohl dazu.«
»Der Schrank sieht doch perfekt aus«, sagte er.
Gemeinsam studierten sie ein weiteres Mal aufmerksam die Bauanleitung.
»Ich hab’s, Schatz. Schau, hier hinten. Das dient wohl zur Stabilisation.«
»Aber das bedeutet ja, dass wir das Ding nochmal fast vollständig auseinander bauen müssen! Ich glaube, das hält auch ohne«, sagte er.
Sie sah ihn mit ernster Miene an.
»Der Schrank wird sich verziehen.«
»Wahrscheinlich hast du recht«, gab er nach und nach einer weiteren halben Stunde hatten sie den Schrank unter Einschluss des Kantholzes erneut zusammen gezimmert.
»Lass ihn uns schnell aufhängen. Ich bin gespannt, wie er sich macht.«
»Ist schon ein wenig spät zum Bohren, wegen des Lärms«, warf er ein.
»Es ist gerade mal halb neun, Schatz. Das geht doch ruckzuck.«

Widerstandslos fraß sich der Bohrer in die Wand, bis er in Gänze in einem Hohlraum verschwand. Um das viel zu breite Bohrloch war weiträumig der Putz abgeblättert.
»Diese verdammten Altbauwände«, fluchte er vor sich hin und klopfte mit der Faust die nähere Umgebung ab, auf der Suche nach einer geeigneteren Stelle. Etwas versetzt unternahm er einen zweiten Versuch und spürte diesmal nach kurzem Bohren Widerstand.
Beton, dachte er und stemmte sich mit ganzer Kraft gegen die Bohrmaschine, die ächzend heiß lief. Plötzlich brach er in einen Hohlraum durch und ein schmaler Strahl Wasser spritzte mit einigem Druck aus dem Loch, genau in sein linkes Auge. In Panik zog er den Bohrer zurück, und der Strahl schoss nun ungehindert aus der Wand. Er griff einen auf der Spüle liegenden Lappen und presste ihn kräftig gegen die Öffnung.
»Hannah«, schrie er verzweifelt. Sie kam angelaufen.
»Um Gottes willen, David! Was ist passiert?«
»Ich habe eine Wasserleitung erwischt!«
»Und was machen wir jetzt?«
»Wir müssen versuchen, den Haupthahn im Keller zu finden.«
»Geh du«, sagte Hannah. »Ich übernehme hier.«

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Selanna
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 542
Wohnort: Süddeutschland


BeitragVerfasst am: 26.08.2019 23:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo DLurie,

ich habe mir Deine Kurzgeschichte auch gerade einmal vorgenommen und hinterlasse Dir ein paar Eindrücke und Gedanken. Smile

Zitat:
wider besseres Wissen eingeknickt.
Zu allem Überfluss

Hier fand ich den Übergang nicht schön. Wenn Du den Übergang schön findest, dann lass wenigstens den Absatz weg. Ich finde, „zu allem Überfluss“ kann nicht ohne Vorgeschichte am Absatzanfang stehen. Aber wie gesagt, das ist nur mein Eindruck Wink

Zitat:
Ich habe uns ..., dachte er. Als ob er jemals,

Ich fände es schöner, wenn Du mich nicht so mit der Nase darauf stößt und nichts fett schreibst. Ich bin mir fast sicher, dass ich es auch ohne verstanden hätte, Du verstehst? Wink
Der folgende Absatz gefällt mir übrigens gut!

Zitat:
»Komm David, so ein kleiner Schrank. Das haben wir doch im Nu geschafft.«
Er wusste beim besten Willen nicht, woher sie ihre Zuversicht nahm.

Ich an Davids Stelle wäre sofort beleidigt, weil ich mich bei der Anrede auf das Niveau eines bockigen Kleinkind herabgesetzt vorkäme. Ach komm, David, die drei Gäbelchen noch. Das haben wir doch im Nu geschafft und dann ist der Teller leer Wink
Zitat:
»Ok. Dann lass uns ans Werk gehen«, willigte er schließlich ein, wofür er von ihr mit einem strahlenden Lächeln belohnt wurde.

Da ist er wie sie aber sehr bilderbuchmäßig unterwegs.

Zitat:
Hannah küsste ihn auf die Wange

Hm. Das verlief ja alles doch recht einfach und jetzt auch noch das Küsschen. Sehr harmonisch. Ich komme mir jetzt vor wie ein Monster, aber das ist ... nicht so aufregend zu lesen.

Zitat:
nach einer weiteren halben Stunde hatten sie den Schrank unter Einschluss des Kantholzes erneut zusammen gezimmert.

Ich habe verstanden, Du willst mich ködern, dass jetzt die Katastrophe käme: das vergessene Kantholz. Eine Finte, denn es klappt doch. Das ist gut gedacht! Aber im Endeffekt erzählst Du mir, dass es auch das zweite Mal recht gut geklappt hat. Diesen zweiten „Erfolg“ solltest Du mindestens kürzen, denke ich. Es ist wirklich nicht soo spannend. Vielleicht sparst Du ihn Dir auch ganz und baust dafür das folgende Desaster aus, was meinst Du?

Zitat:
Beton, dachte er und stemmte sich mit ganzer Kraft gegen die Bohrmaschine, die ächzend heiß lief. Plötzlich brach er in einen Hohlraum durch und ein schmaler Strahl Wasser spritzte mit einigem Druck aus dem Loch, genau in sein linkes Auge. In Panik zog er den Bohrer zurück, und der Strahl schoss nun ungehindert aus der Wand. Er griff einen auf der Spüle liegenden Lappen und presste ihn kräftig gegen die Öffnung.

Jetzt kommt Drama auf. Oder Witz, je nach Perspektive! Smile

Zitat:
»Und was machen wir jetzt?«
»Wir müssen versuchen, den Haupthahn im Keller zu finden.«
»Geh du«, sagte Hannah. »Ich übernehme hier.«

Das ist doch noch nicht das Ende? Das wäre ja sehr fad.

Und dann noch ein kleines bisschen Erbsenzählen am Schluss: Da sind noch ein paar Kommafehler drin.

Ich würde das gelungene Zusammenbauen viel stärker kürzen und danach seinen Moment der Freude herausheben, um ihn danach um so tiefer ins Unglück stürzen zu lassen.
Du schreibst gut und in vielem triffst Du auch Dialoge und Momente. Nur habe ich den Eindruck, dass Du noch nicht Deine Geschichte gefunden hast. Dein Schreibstil hätte etwas Pfiffigeres, Spannenderes verdient Wink
Aber: Das ist alles nur meine Meinung.
Ich hoffe, ein paar hilfreiche Anmerkungen waren dabei.

Liebe Grüße
Selanna


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Nur ein mittelmäßiger Mensch ist immer in Hochform. - William Somerset Maugham
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DLurie
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 102
Wohnort: Düsseldorf


BeitragVerfasst am: 27.08.2019 06:52    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Moin Selanna,

danke für die Anmerkungen. Da ist vieles dabei, was ich berücksichtigen werde.

Selanna hat Folgendes geschrieben:


Zitat:
wider besseres Wissen eingeknickt.
Zu allem Überfluss

Hier fand ich den Übergang nicht schön. Wenn Du den Übergang schön findest, dann lass wenigstens den Absatz weg. Ich finde, „zu allem Überfluss“ kann nicht ohne Vorgeschichte am Absatzanfang stehen. Aber wie gesagt, das ist nur mein Eindruck Wink


Stimmt. Ich werde den Absatz weglassen.

Selanna hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
  Ich habe uns ..., dachte er. Als ob er jemals,

Ich fände es schöner, wenn Du mich nicht so mit der Nase darauf stößt und nichts fett schreibst. Ich bin mir fast sicher, dass ich es auch ohne verstanden hätte, Du verstehst? Wink


Stimmt auch. Die Hervorhebung braucht es nicht unbedingt.  

Selanna hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
»Komm David, so ein kleiner Schrank. Das haben wir doch im Nu geschafft.«
Er wusste beim besten Willen nicht, woher sie ihre Zuversicht nahm.

Ich an Davids Stelle wäre sofort beleidigt, weil ich mich bei der Anrede auf das Niveau eines bockigen Kleinkind herabgesetzt vorkäme. Ach komm, David, die drei Gäbelchen noch. Das haben wir doch im Nu geschafft und dann ist der Teller leer Wink

 
Stimmt auch. Komm David,das haben wir doch im Nu geschafft reicht.

Selanna hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
»Ok. Dann lass uns ans Werk gehen«, willigte er schließlich ein, wofür er von ihr mit einem strahlenden Lächeln belohnt wurde.

Da ist er wie sie aber sehr bilderbuchmäßig unterwegs.


Das stört mich hier nicht. Sie ist happy, dass er mitmacht...

Selanna hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
Hannah küsste ihn auf die Wange

Hm. Das verlief ja alles doch recht einfach und jetzt auch noch das Küsschen. Sehr harmonisch. Ich komme mir jetzt vor wie ein Monster, aber das ist ... nicht so aufregend zu lesen.


Das stört mich hier auch nicht. Aber es ginge auch ohne das Küsschen.

Selanna hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
nach einer weiteren halben Stunde hatten sie den Schrank unter Einschluss des Kantholzes erneut zusammen gezimmert.

Ich habe verstanden, Du willst mich ködern, dass jetzt die Katastrophe käme: das vergessene Kantholz. Eine Finte, denn es klappt doch. Das ist gut gedacht! Aber im Endeffekt erzählst Du mir, dass es auch das zweite Mal recht gut geklappt hat. Diesen zweiten „Erfolg“ solltest Du mindestens kürzen, denke ich. Es ist wirklich nicht soo spannend. Vielleicht sparst Du ihn Dir auch ganz und baust dafür das folgende Desaster aus, was meinst Du?

Ich finde den zweiten Versuch schon recht kurz. Möchte ihn gerne so drin lassen.

Selanna hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
»Und was machen wir jetzt?«
»Wir müssen versuchen, den Haupthahn im Keller zu finden.«
»Geh du«, sagte Hannah. »Ich übernehme hier.«

Das ist doch noch nicht das Ende? Das wäre ja sehr fad.


Das ist natürlich nicht das Ende. Folgt in den nächsten Tagen.

LG
DLurie


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Anoa
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 62
Beiträge: 139
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 27.08.2019 08:26    Titel: Antworten mit Zitat

Gute Geschichte! Hat mich von etwas Unangenehmen abgelenkt. Und genau das sollte Kunst können.

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Mona Ullrich, Berlin
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Klemens_Fitte
Geschlecht:männlichSpreu

Alter: 37
Beiträge: 2060
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BeitragVerfasst am: 27.08.2019 10:31    Titel: Antworten mit Zitat

Anoa hat Folgendes geschrieben:
Gute Geschichte! Hat mich von etwas Unangenehmen abgelenkt. Und genau das sollte Kunst können.


Das ist Dazu braucht es aber keine Kunst. Da reicht auch ein Flummi oder ein Wassereis. Cool

Zum Text: Ich glaube, ich kann mich den meisten meiner Vorkommentatoren anschließen. Das ist recht ansprechend geschrieben und sicher in der Anlage, aber es ist ein wenig, als würde mir jemand ein Butterbrot anbieten – klar, gegen ein Butterbrot ist wenig einzuwenden, aber wenn ich nicht zufällig Hunger hätte, würde ich's nicht essen, und vor allem wäre ich wohl nicht gespannt, wie es schmecken wird.

Ich glaube, wenn man die Humor-Kategorie in der Prosa durchklickt, dreht sich ein nicht geringer Teil der Texte ums heimische Handwerken oder den Aufbau von (IKEA)Möbeln, und das ist durchaus nachvollziehbar, bietet es doch die Möglichkeit, Situationskomik und/oder Paardynamik/Geschlechterrollen in einem dem Leser vertrauten Rahmen durchzuspielen.

Nachteil ist, dass es meist wie schon mal gelesen wirkt.

Dieser Satz
Zitat:
Es musste etwas Grundsätzlicheres dahinter stecken: Sein Widerwille verbarg eine tiefere Botschaft, die er bislang nicht zu entschlüsseln vermocht hatte.

wurde hier schon zitiert, und auch bei mir weckte er die Hoffnung, etwas abseits vom Vertrauten lesen zu werden, aber auch die Fortsetzung löst das nicht ein. Es passiert das Erwartbare, und es wird auf erwartbare Weise geschildert.

Wie gesagt, handwerklich (höhö) passt das – natürlich kann man einzelne Stellen anmerken, ändern, aber für mich liegt hier der Hase im Pfeffer der Textanlage. Da müsste eine Fortsetzung schon was bieten, ansonsten – wenn ich nicht zufällig denke: Ich will jetzt unbedingt was lesen – frage ich mich nach dem Lesen schon, warum ich das gelesen habe.

Zitat:
Es musste etwas Grundsätzlicheres dahinter stecken: Sein Widerwille verbarg eine tiefere Botschaft, die er bislang nicht zu entschlüsseln vermocht hatte.


David muss jetzt nicht den Hammer als Mordwerkzeug in die Hand kriegen, aber irgendwas, das den Text vom Wurf her auszeichnen könnte, darf schon noch kommen.


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100% Fitte

»Es ist illusionär, Schreiben als etwas anderes zu sehen als den Versuch zur extremen Individualisierung.« (Karl Heinz Bohrer)
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Pia
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 65
Beiträge: 42



BeitragVerfasst am: 27.08.2019 10:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,
 da muss ich erstmal den Rest lesen. Im Moment ist es mir noch zu trocken. Smile

LG
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DLurie
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 102
Wohnort: Düsseldorf


BeitragVerfasst am: 27.08.2019 12:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Anoa, Klemens_Fitte, Pia,

danke für eure Kommentare. Ich poste jetzt einfach mal das Ende.
Dann lässt sich die Geschichte als Ganzes beurteilen.

Er rannte die zwei Etagen ins Erdgeschoss, öffnete die Kellertüre und stieg die Holztreppe des spärlich beleuchteten Vorkriegskellers hinunter. Es roch modrig, links und rechts des verzweigten Hauptgangs lagen die Keller der Mieter, nicht viel mehr als notdürftig zusammen gezimmerte Holzlattenverschläge. Sie hatten ein Rattenproblem, doch der Vermieter, dieser Halsabschneider, zögerte die notwendige Sanierung immer wieder hinaus. In einer Nische waren auf Augenhöhe dicke Kabel über bröckelndem Putz verlegt, ein paar Zentimeter über dem Boden verliefen zwei rostige Rohre, eines davon mit einem metallenen Ring mit Einbuchtungen in Fingerstärke. Das muss der Haupthahn für das Wasser sein, dachte er.
Mit aller Kraft drehte er daran, doch das verflixte Teil bewegte sich keinen Millimeter. Nach mehreren erfolglosen Versuchen hielt er erschöpft inne, wischte sich den Schweiß von der Stirn, setzte sich auf die unterste Stufe der Kellertreppe und atmete tief durch.
Ein altbekanntes Gefühl ergriff ihn: Das Gefühl, Opfer eines speziell gegen ihn gerichteten Komplotts zu sein. Es schien ihm, als strahlten die Dinge eine höhnische Boshaftigkeit aus, als hätten sich das Kantholz, der Bohrer, die Küchenwand und jetzt auch noch dieser störrische Metallring gegen ihn verschworen. Eigentlich lag es seinem aufgeklärten Verstand völlig fern, Dingen irgendwelche Intentionen zu unterstellen. Dennoch empfand er das, was ihm gerade widerfuhr als gemein und ungerecht, empörend ungerecht. Warum zog er das Pech schon seit Kindertagen geradezu magisch an, sobald es darum ging, etwas zu reparieren, aufzubauen, anzustreichen?
»Der Junge hat zwei linke Hände, der muss studieren«, hatte sein Vater gesagt. Heute, vierzig Jahre später, genau das gleiche Gefühl wie damals. Eine Mischung aus Frustration über das eigene Versagen und der Empörung darüber, dass gerade ihm diese Missgeschicke widerfuhren. Er hatte das einfach nicht verdient! War er nicht stets bemüht um Harmonie und Ausgleich, durch und durch gutmütig und ohne jede Arglist?
Vielleicht, so spekulierte er, vielleicht sind diese Pannen nichts als der ätzende Kommentar der Dingwelt zu deinem beständigen Bemühen, Widerständen aus dem Weg zu gehen. Vielleicht steckt hinter der Weigerung dieses Haupthahns, sich zu bewegen, nur die eine Botschaft: Bilde dir bloß nicht ein, verschont zu werden, weil du stets nachgibst. Blödsinn!, verwarf er den Gedanken sogleich und starrte auf den im Halbdunkel liegenden Haupthahn. Seine Empörung steigerte sich immer mehr zur Wut, ja zu blankem Hass. Langsam erhob er sich, schlich auf den Metallring zu, als handle es sich um eine in der Ecke kauernde Ratte. Und dann trat er mit einer Wucht, die er sich niemals zugetraut hätte mit dem Schuhabsatz dagegen.
Der Hahn gab nach und ließ sich schließen.
Er eilte nach oben, wo Hanna den Küchenboden wischte.
»Wo bleibst du denn bloß?«
»Kein Wasser mehr?«, fragte er.
»Nein, hat aufgehört. Morgen besorge ich uns im Baumarkt so ein Gerät, mit dem man feststellen kann, wo die Leitungen verlegt sind«, sagte sie.
»Das übernehme ich«, erwiderte er. Sie sah ihn verwundert an.
»Du? Aber du hasst Baumärkte.«
»Hassen? Du übertreibst, Hannah. Ich mag sie nicht besonders.«


LG
DLurie

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Selanna
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 542
Wohnort: Süddeutschland


BeitragVerfasst am: 28.08.2019 09:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo DLurie,

danke für den Schluss, jetzt hat man den Überblick und Durchblick! Wink

Zitat:
»Der Junge hat zwei linke Hände, der muss studieren«, hatte sein Vater gesagt.

Offtopic: Meine Mutter sagt bis heute zu mir: Zwei linke Händ‘ und zehn Daumen. - Fiel mir spontan dazu ein. Ich handwerke auch nicht gern, aber seit sich mein Vater in meiner Jugend in zwei Finger gehobelt hat und ich dann unter seiner missmutigen Aufsicht (er saß mit verbundener Hand daneben) die ganze Lattung des Garagendachs nageln musste, weiß ich, dass ich ab dem dreißigsten Nagel alle weiteren einwandfrei einschlagen kann lol2

Zitat:
und dann trat er mit einer Wucht, die er sich niemals zugetraut hätte mit dem Schuhabsatz dagegen.
Der Hahn gab nach und ließ sich schließen.

Das ist dann mMn der Höhepunkt/Wendepunkt.

Zitat:
»Das übernehme ich«, erwiderte er. Sie sah ihn verwundert an.
»Du? Aber du hasst Baumärkte.«
»Hassen? Du übertreibst, Hannah. Ich mag sie nicht besonders.«

Und die Geschichte endet mit einem gewandelten Mann.

Es geht also um die Überwindung seiner Ablehnung gegen Handwerkerarbeiten und auch den psychischen „Durchbruch“, er traut es sich am Ende auch zu, erfolgreich zu handwerken. Davor hast Du eine kleine Rückblende mit Innenschau geschoben, die den Durchbruch einleitet, erklärt und umso triumphaler gestaltet.
Du hast Deine Geschichte gedacht durchkomponiert und die Geschichte hat eine klare Aussage. Du schreibst wirklich schön, einen einfachen (das ist nicht negativ gemeint!), realistischen Stil und auch am Aufbau kann man nicht rummäckern.
Leider finde ich die Ausgestaltung der Thematik zu fein, zu leise oder ... wenn ich es etwas heftiger ausdrücke: zu belanglos. Zwischen der rigorosen Ablehnung von Handwerkerarbeiten und der Bereitschaft, sich damit zu beschäftigen, liegt ein Fußtritt. Punkt. Dein Höhepunkt sind zwei Sätze. Und die große Verwandlung sind zwei wörtliche Reden, in der eine abgeschwächte Nuancierung von Hass zum Ausdruck gebracht wird.
Ich bin mir sicher, das ist nicht nach Deinem Geschmack, aber nur, um zu zeigen, was auch möglich gewesen wäre: Er rastet aus, drischt mit Händen, Schuhen und irgendetwas, das rumliegt, auf das Rädchen ein, beschädigt heftig den Putz dahinter und merkt erst, als er sich erschöpft am Rädchen festhält, dass es sich bewegen lässt, dreht es zu und prahlt mit seiner Stärke und Fähigkeit nach dieser vollbrachten Herkulestat vor seiner Frau. Oder er merkt nach seiner Verausgabung, dass sich das Rädchen bewegen lässt, dreht es zu und bekommt dann einen Herzinfarkt, weil der Ausbruch zu viel für ihn war. Ich fände es schöner, wenn Du die Emotionen mehr aufkochen lässt, wenn einfach mehr passiert.
Oder Du bringst eine Pointe, etwas Unerwartetes. ZB könnte er dort unten einen Nachbarn treffen, der beiläufig erklärt, dass man sich da gar nicht anstrengen bräuchte, nur WD 40 drauftröpfeln und dann mit einem Finger zudrehen könne. Der tröpfelt für ihn was drauf und David steht nach einer Minute als verschwiegener Held vor seiner Frau.
Oder er erweist sich als Denker, der sich zu helfen weiß, fernab von handwerklicher Begabung: ihm fällt selbst WD 40 in die Hände, ihm fällt es spontan ein, davon gelesen zu haben o.Ä./ er nutzt die Hebelwirkung und fädelt eine Metallstange in ein Loch des Rädchens etc. und er steht tatsächlich als gewitzter Held eine Minute später vor seiner Frau. Aber das sind nur spontane Beispiele und entsprechen natürlich nicht 1 zu 1 Deinem Stil, das sollen nur Veranschaulichungen sein. Ist auch nicht übergriffig gemeint.
Wie gesagt, Stil gefällt mir, Textaufbau ist routiniert, aber die Geschichte ist mir für das Thema (und das hat viel Gewalt- und Ausflipppotential) zu wenig zugespitzt, zu wenig Emotion, zu beiläufig.
Ich freue mich schon auf Deine nächste Geschichte Smile

Liebe Grüße
Selanna


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Nur ein mittelmäßiger Mensch ist immer in Hochform. - William Somerset Maugham
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DLurie
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 102
Wohnort: Düsseldorf


BeitragVerfasst am: 28.08.2019 10:28    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Selena,

danke fürs Lesen und Kommentieren. Und für die Blumen, die du auch verteilst. Hat mich gefreut. Smile

Nun zu deiner Kritik:

Selanna hat Folgendes geschrieben:
Hallo DLurie,

Leider finde ich die Ausgestaltung der Thematik zu fein, zu leise oder ... wenn ich es etwas heftiger ausdrücke: zu belanglos. Zwischen der rigorosen Ablehnung von Handwerkerarbeiten und der Bereitschaft, sich damit zu beschäftigen, liegt ein Fußtritt. Punkt. Dein Höhepunkt sind zwei Sätze. Und die große Verwandlung sind zwei wörtliche Reden, in der eine abgeschwächte Nuancierung von Hass zum Ausdruck gebracht wird. (..)

Wie gesagt, Stil gefällt mir, Textaufbau ist routiniert, aber die Geschichte ist mir für das Thema (und das hat viel Gewalt- und Ausflipppotential) zu wenig zugespitzt, zu wenig Emotion, zu beiläufig.


Ich muss dem (leider) zustimmen.
Die Geschichte ist Teil einer ganzen Reihe von Stories, die vor mehr als zehn Jahren (in der Midlife-Krise) entstanden, und die einen sehr starken autobiographischen Hintergrund haben. Das Problem damit: Erstens hat man die Tendenz, vieles, was einem selbst so oder so ähnlich widerfahren ist, für interessant zu halten -selbst bei einem absolut unspannenden Lebenslauf wie dem meinen.
Zweitens kann -zumindest ich - mich immer noch schlecht von den (erinnerten) Fakten lösen,  um dann ganz unbeschwert los zu fabulieren.
Stellt sich also die generelle Frage, ob man die Stories nicht besser in der Versenkung verschwinden lasse sollte...

LG
Dlurie


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Aus Hitler und Stalin lassen sich keine Wallensteine mehr machen.
(F. Dürrenmatt, Theaterprobleme)
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Kiara
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 39
Beiträge: 740
Wohnort: bayerisch-Schwaben


BeitragVerfasst am: 28.08.2019 10:44    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für die Geschichte.
Finde sie auch etwas flach.
Spontaner Einfall aus den irren Irrungen: Er geht in den Keller, trifft auf einen Toten / einen Zombie / ein Zeitreisetor oder wasweißich, erlebt eine krasse Geschichte und viele Abenteuer...
Wenn er dann aus dem Keller wieder zurückkehrt, sind real nur wenige Minuten vergangen, doch er ist komplett verändert. Lustig, wenn er dann etwas sagt wie "Hey Baby, mein Baumarkt. Ich geh da hin. Allein. Es gibt immer was zu tun." Kannst sogar Hornbach-Werbegeld einstreichen Cool

Sorry für den Wirrwarr. Bin grade im wirren Modus.
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