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Schwesternschuhe


 

 
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d.frank
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BeitragVerfasst am: 20.07.2019 12:45    Titel: Schwesternschuhe eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Und jeden Tag die Tragödien. Ich brauche Ruhe für einen schnell gestürzten Kaffee und ein, zwei Spritzer von dem Eau de Toilette auf den knittrigen Kragen meines Kittels. Diese zweite Haut, die ich mir jeden Morgen neu um die Schulter lege, obwohl sie durchgerieben scheint und ich das Gefühl nicht loswerde, nur noch eine Verkleidung zu tragen. Ich habe den gebogenen Rücken des Alters und ich habe jetzt zu oft keine Antworten. Wenn ich Luise in den späten Abendstunden in der Küche treffe und sie sich höflich nach meinem Tag erkundigt, ertappe ich mich dabei, wie ich ihre Befindlichkeiten nicht mehr nur für eine Ausrede halte. Dann stelle ich mir vor, dass sie nicht kommen würde. Man könnte es kommen sehen, wenn man nur genügend hinhörte. Vielleicht ist das alles nur eine Frage fehlender Aufmerksamkeit. Von draußen quillt  Lärm zu mir herein. Betriebsamkeit gibt sich gern den Anschein von Leben, aber eigentlich funktioniert es nur. Solange es noch funktioniert, lässt es sich auch reparieren. Agnes ist auch kein Lichtblick zur Zeit, sie tapert müde über die Flure und wenn eines der Kinder, aufgeweckt und redebedürftig, ihren blauen Ärmel greift, scheint ihr das Lächeln Mühe zu machen. Es ist nicht für jeden Platz hier und ich habe auch schon darüber nachgedacht, Benedikts schlaksig, jugendlicher Gang könnte von etwas Anderem, als seinem plötzlichen Wachstum herrühren, aber das ist es nicht. Daran gewöhnt man sich als Erstes. Für diese Dinge gibt es die Wissenschaft und erst, wenn mittels ihrer Daten alle Zweifel ausgeräumt sind, bleibt uns nichts als der Glauben. Wir haben große Fortschritte gemacht, aber manchmal, wenn ich Blut aus einer Vene ziehe, denke ich, dass es wenigstens nicht umsonst gewesen is. Dass ich dieses Blut herausholen und ins Labor schicken kann und der Arm des Jungen, dem das Blut gehört, kein Hämatom entwickeln wird, weil ich, weiß, wie man Blut zieht, ohne die empfindliche Wand zu irritieren. Agnes macht ihre mütterlichen Scherze. Sie trägt die gleichfarbig weißen Schwesternschuhe und sagt, sie wäre es leid, von Besuchern und neuen Kollegen immer wieder nach dem Fehler gefragt zu werden. Die Leute mögen keine Fehler. Manche haben es schwer zu akzeptieren, dass mit ihren Kindern etwas nicht richtig sein könnte.
Vielleicht nur versetzen lassen? Für die Chirurgie hätte es Geduld gebraucht und seit Monaten verstecke ich das Zittern meiner Hände. Gerald sagt, auf der Neonatologie gäbe es einen Grund für die Schmerzen. Das Blut, der Schweiß und die Übelkeit wären nur ein Wegepfand für die Hoffnung. Aber hier? Zu oft schmücken wir nur das Ende aus, hängen fröhliche, bunte Lampen an die Decke und lassen die Clowns hereinspazieren, aber am Ende können auch die Pastellbilder uns nicht mehr darüber hinweg täuschen, dass wir zu oft nur Theater spielen.
Von der Hoffnung geht es direkt zum Scheitern. Ronin hat einen guten Tag heute. Agnes hat ihm den Kopf gewaschen, im sprichwörtlichen Sinne. Auf der Kugel über seiner hohen Stirn gibt es kaum noch Haare. Ich habe das jetzt so oft schon gesehen und sehe es trotzdem immer wieder. Wie das alles sie zeichnet und einschrumpft und wie irgendwann nichts von ihnen übrig zu bleiben scheint, als die nackte Anatomie eines Alten. Mit dem Sterben muss man zurechtkommen. Mit dem Sterben kommt man zurecht, wenn das Scheitern nur noch die Schmerzen begleitet. Ich komme auch zurecht mit den Fragen, auch mit den Tränen. Ich spiele ihnen einfach den Helden, bis es wirklich nichts mehr zu Kämpfen gibt und wir verlieren. Und wenn ich dabei einen Teil von mir selbst verliere, habe ich ihn immer wieder gefunden, im nächsten Kampf, weil ich wusste, wer mein Feind ist. Zu wissen, wen man bekämpft, ist die Hoffnung auf einem Weg ohne klare Aussicht.
Ich frage Ronin: “Wie geht es dir heute?“, und Agnes werkelt am Tropf.
“Er hat es mir heilig versprochen“, sagt sie bestimmend und tätschelt den imaginären Schopf. Aber wie ich mich zu ihm herunterbeuge, sehe ich, dass Ronin an sich halten muss, weil die Therapeutika seinen Geruchssinn verzerrt haben, und ich weiß, wie man Blut zieht, ohne die empfindliche Wand zu irritieren. Aber auf die Frage: “Wann kommt sie?“, weiß ich nichts. Und weiß auch nichts zu erwidern.

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holg
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Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 22.07.2019 22:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko.
Da haben wir einen schönen Stream of Consciousness. Erinnert mich an den 2017er 10.000. Deshalb bin ich dran hängen geblieben. Mit ein bisschen Fantasie könnte sich der Text sogar an der damaligen Aufgabenstellung orientiert haben (Ausgelöst durch Abwesenheit von etwas oder jemand -Luise?, und dieses Zitat mit der heranwagenden Stille, die sich am Ohr bricht). Aber, wer weiß und wirklich wichtig ist das auch nicht.

Denn, ganz grob, finde ich den Text insgesamt ganz gut.
Zunächst scheint er mir beinahe über die volle Länge direkt aus den Gedanken des LI gesaugt und ungefiltert aufgeschrieben zu sein. Da finden sich Bruchstücke und Gedankensprünge, Abkürzungen und Schnipsel.
Das Gesamtbild entwickelt sich langsam am Text. Tragödien, Kittel, Flure, Kinder, Blutabnehmen (dieses repetitive Bild des sorgsamen Blutabnehmens, ohne die empfindliche Wand zu irritieren finde ich ganz großartig), Chemoglatze, Sterben. Da skizziert sich das Bild einer Kinderkrebsstation oder Palliativstation behutsam und mit schmalem Strich und auch nur so ungefähr, dass es wie nebenbei hingekritzelt wirkt.

Personen treten auf (werden be-dacht), verschwinden zum Teil wieder einfach so im Gedankenstrom, manche tauchen wieder auf, spielen eine Rolle, andere nicht.

Dazwischen tauchen Perlen auf, wie die Blutabnahme und „wie das alles sie einschrumpft und … nichts zu bleiben scheint, als die nackte Anatomie des Alten“, aber auch ungelenkes wie „Mit dem Sterben kommt man zurecht, wenn das Scheitern nur noch die Schmerzen begleitet.“ Das verstehe ich nicht. Wie auch, weiter vorne der Fehler, nach dem gefragt wird. Krankheit als Fehler? Oder geht  es doch um etwas ganz anderes?

Auch der letzte Abschnitt lässt mich etwas ratlos zurück.
„Ich frage Ronin: “Wie geht es dir heute?“, und Agnes werkelt am Tropf.
“Er hat es mir heilig versprochen“, sagt sie bestimmend und tätschelt den imaginären Schopf. Aber wie ich mich zu ihm herunterbeuge, sehe ich, dass Ronin an sich halten muss, weil die Therapeutika seinen Geruchssinn verzerrt haben,“
Da antwortet Agnes auf die Frage, wie es Ronin geht, damit, dass er etwas versprochen habe?
Die Formulierung „er muss an sich halten“ kann in verschiedenen Kontexten alles mögliche bedeuten. Hier fehlt mir der Kontext und ich habe keine Ahnung, was gemeint sein könnte. Erst recht nicht in Verbindung mit dem Geruchsinn.
Wer da kommen soll („Wann kommt sie“) bleibt ebenso unklar. Ich vermute Luise, weiss aber weder wer das ist, außer die, bei der ganz am Anfang unklar war, ob sie kommen würde und ihre Befindlichkeiten echt und nicht nur Ausrede sind. Ist sie eine Kollegin, Patientin, Angehörige? Ist mir völlig schleierhaft. Und genau da wüsste ich es doch gerne genau.
Und auch hier im letzten Abschnitt tritt der Text am deutlichsten aus dem Kopf des LI hinaus.
„Aber wie ich das tu, sehe ich, dass“ - das klingt beobachtet, im Nachhinein ausgedacht. „Weiß ich nichts zu erwidern“ Auch das für einen SoC sehr bewusst formuliert.

Vorher die kleinen Ausbrüche, der Spruch mit dem Sterben, dem Scheitern und den Schmerzen, oder „Das Blut, der Schweiß und die Übelkeit wären nur ein Wegepfand für die Hoffnung.“ oder „Betriebsamkeit gibt sich gern den Anschein von Leben, aber eigentlich funktioniert es nur.“ würden noch als Mantra oder erinnerte Zitate durchgehen.


Jetzt haben meine Bedenken mehr Platz kommen als meine Zustimmung, obwohl die Gewichtung ganz anders ist. Mir gefällt viel mehr, als nicht.

Bin gespannt wer das geschrieben hat.

Holg
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d.frank
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BeitragVerfasst am: 23.07.2019 12:38    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo holg,

ja, was soll ich sagen, das ist in der Tat ein Text, der aus einer Disqualifizierung eines anderen Textes für den Zehntausender hervorgegangen ist. Ich bekomme jetzt nicht mehr zusammen, ob es der 2017er Stream of Consciousness war, rein rechnerisch könnte das hinkommen. Ich hatte mir letztens so gedacht: Hey, den hast du fürs dsfo geschrieben, warum soll das dsfo ihn also nicht auch zu lesen bekommen? Wink
So positiv wie du den Text bedacht hast, wäre ich damit vielleicht wenigstens durch die Qualifizierung gekommen, aber leider ist der Text erst nach Abgabetermin entstanden. Macht nichts, jetzt bekommt er ja doch noch ein bisschen Aufmerksamkeit und Wohlwollen smile
Leider zeigt sich auch hier wieder meine unnötige Marotte des Auslassens, denn die Schwesternschuhe, das sind ganz real ein verschieden farbiges Paar, das mir in der Realität auf einer Krankenstation begegnet ist, mit dazugehöriger Schwester, die auf meine Frage nach der tieferen Bedeutung müde lächelnd entgegnete, sie wolle dem trüben Tag eben etwas Farbe verleihen, wäre es aber tatsächlich über, immer wieder aufs Neue auf diesen vermeintlichen "Fehler" hingewiesen zu werden. Es ging mir tatsächlich um die Krankheit als Fehler. Bei der abwesenden Person, von der am Ende die Rede ist, handelt es sich um Ronins Mutter. Ob du es glaubst oder nicht, es gibt Eltern, die mit der Krankheit ihrer Kinder oder auch dem plötzlich auftretenden Fehler in einer beflissentlich gelenkten Zukunft nicht umgehen können und sich von ihrer "Verantwortung" freimachen, ebenfalls und erschreckenderweise aus dem realen Leben adaptiert. Diese Tatsache bringt den Erzähler dazu, sich mit den eigenen Verstrickungen innerhalb seiner Beziehungen und Bindungen zu befassen, Luise ist die entfremdete Ehefrau, Benedikt der gemeinsame Sohn. In der Geschichte hängt alles irgendwie zusammen und bündelt sich an einem Ausgangspunkt:
Zitat:
Vielleicht ist das alles nur eine Frage fehlender Aufmerksamkeit
, einen Krebs frühzeitig zu entdecken, Risse in einer Beziehung, eine Berufung, die einen langsam auffrisst, der krebskranke Junge, der nicht essen will, weil seine Mutter ihn im Stich lässt, so halt in meinem Gefühl für den Text.

Nochmal direkt zu deinen Fragen:

Zitat:
aber auch ungelenkes wie „Mit dem Sterben kommt man zurecht, wenn das Scheitern nur noch die Schmerzen begleitet.“ Das verstehe ich nicht.


Kein Wunder, das ist auch irgendwie Bullshit wink

Zitat:
“Er hat es mir heilig versprochen“, sagt sie bestimmend und tätschelt den imaginären Schopf. Aber wie ich mich zu ihm herunterbeuge, sehe ich, dass Ronin an sich halten muss, weil die Therapeutika seinen Geruchssinn verzerrt haben,“
Da antwortet Agnes auf die Frage, wie es Ronin geht, damit, dass er etwas versprochen habe?
Die Formulierung „er muss an sich halten“ kann in verschiedenen Kontexten alles mögliche bedeuten. Hier fehlt mir der Kontext und ich habe keine Ahnung, was gemeint sein könnte. Erst recht nicht in Verbindung mit dem Geruchsinn.


Der Junge hat versprochen zu essen, aber das geht völlig unter, da habe ich wieder zu viel vom Leser verlangt. sad
An sich halten im Sinne von: Er riecht die Fahne des Arztes und unterdrückt Übelkeit.

Vielen Dank für deine Worte hier, ich werd mich mal öffentlich machen Wink
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hobbes
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BeitragVerfasst am: 23.07.2019 18:38    Titel: Antworten mit Zitat

Oh, du bist das. Ich mochte den Text auch. Was zu bemängeln hätte ich natürlich auch noch gefunden, aber so ganz spontan habe ich ihn zu Ende gelesen (passiert momentan nicht sonderlich oft bei mir) und gedacht, dass ich noch mal wiederkommen will.
Nur wird das wohl in absehbarer Zeit nix, aber bevor mein "ich mag den" ganz ungesagt bleibt, wollte ich es schnell hier lassen.
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d.frank
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BeitragVerfasst am: 24.07.2019 00:09    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo hobbes, wie gehts dir denn? smile

ich nehm, was du geschrieben hast, ganz unbefangen als Kompliment. Taste mich grade wieder so ran, ans Lesen und ans Schreiben, viele nur angefangene, aber dabei gute Bücher auf meinem Reader, in die ich mich langsam wieder eingelesen kriege, fragmentarischer Kram, den ich wieder selbst zu Papier bringe. Ich würd jetzt gern irgendwohin damit, deshalb pappe ichs jetzt hier mal an. Keine Ahnung, ob das dann irgendeinen produktiven Zweck erfüllt... Laughing, ist wahrscheinlich auch ziemlich gewagt, vielleicht eine Entwicklung nach Monaten der Abstinenz oder doch nur Augenwischerei?
Feedback willkommen, soweit man so ein herausgerissenes Stück Text überhaupt beurteilen kann und soweit jemand Lust hat, von oben stehendem Text nach unten durchzulesen.

Passiert momentan nicht sonderlich oft bei Dir? Dass du hier was zu Lesen findest oder dass dich allgemein was vom Hocker haut?

Lieben Dank, tut gut, sich hier wieder auseinanderzusetzen smile


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Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
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d.frank
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BeitragVerfasst am: 24.07.2019 00:13    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Und wenn neben dir eine Patientin mit trockenen Lippen vor sich hin schmatzt und du kannst den Pelz so heraushören, dass du dich augenblicklich an einen Trip erinnert fühlst, wie du tief gebeugt,  mit verschwommenen Blick und durchlässigen Gedanken vor dir auf einem Papier gekritzelt hast, konzentriert, aber vergeblich die Mundhöhle wässernd, als wäre die dereinst herrschende Wüste in deinem Mund unwiderlegbares  Zeugnis für die angenommene Genialität deiner fahrigen Hände Arbeit, fällt dir auf, dass du hier bei einem Orthopäden sitzt, eine Unternehmung wie sie in deinem Alter wahrscheinlich 60 Prozent der arbeitenden Gesellschaft nachmittäglich auf sich nimmt, um auch weiterhin arbeiten zu können, und du bist immer noch nicht angekommen, denn du bemerkst einen absurden Neid auf diesen trockenen Mundpelz der schwer atmenden Frau, als möchtest du mit ihr tauschen, als würdest du ihre schweren Arme und Schenkel  tragen wollen und die von der Hitze nässenden Hautfalten aneinander reiben spüren, weil es das ist, was du ausmachen möchtest, warum du dich immer noch nach dieser Verwandlung sehnst, die einen Menschen an das temporären Ende seiner bloßen Existenz zwingt, nebenher um etwas so selbstverständliches wie das Atmen ringend - eine Schippe weit weg vom Tot und doch endlich lebendig.

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holg
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Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 24.07.2019 12:14    Titel: Antworten mit Zitat

Auch das sehr lebendig, gut gedacht und vernetzt. Paar Rechtschreibfehlerchen (Tod) und über ein paar Ausdrücke würd ich, wenn’s ernst würde, diskutieren wollen. Aber ich kann das auch so stehen lassen und gut finden.

@hobbes: bin meistens nach den ersten zwei, drei Sätzen raus. Ob’s an mir liegt, oder an den Texten weiß ich nicht.

@d.frank: Aber hier bin ich hängen geblieben.
Und dieses letzte angehängte Fragment finde ich richtig gut. Wenn du mehr davon hast, zeig her.


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hobbes
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BeitragVerfasst am: 25.07.2019 19:04    Titel: Antworten mit Zitat

d.frank hat Folgendes geschrieben:
Hallo hobbes, wie gehts dir denn? smile

Oh, das ist momentan eine threadfüllende Frage bzw. Antwort. Die Kurzfassung lautet in meinem Fall natürlich: kommt drauf an
 Cool  lol

d.frank hat Folgendes geschrieben:
ich nehm, was du geschrieben hast, ganz unbefangen als Kompliment.

Ja, so war das auch gedacht. Mir geht es ja bisher fast immer so mit deinen Texten, dass ich da durchaus das eine oder andere zu bemängeln habe, aber dennoch etwas darin finde, was mich berührt. Geht mir mit dem "Anhang" auch so.
Und eigentlich sollte ich das jetzt natürlich genauer aufdröseln, am besten beides, Mangel und Berührung, aber mei. Es ist zu warm. [weitere fadenscheinige Gründe hier einfügen]


d.frank hat Folgendes geschrieben:
Passiert momentan nicht sonderlich oft bei Dir? Dass du hier was zu Lesen findest oder dass dich allgemein was vom Hocker haut?

Beides. Mir ist in letzter Zeit ein bisschen die Lust aufs Lesen abhanden gekommen und wenn ich dann doch damit anfange (hier oder mit "echten" Büchern), dann bleibe ich meist nicht lange hängen.
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d.frank
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BeitragVerfasst am: 27.07.2019 12:16    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wir können das gerne per PN vertiefen! Schreibst du denn noch?

Zitat:
Mir geht es ja bisher fast immer so mit deinen Texten, dass ich da durchaus das eine oder andere zu bemängeln habe, aber dennoch etwas darin finde, was mich berührt.


Tja, heißt wohl ohne Lektor komme ich nicht aus.


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d.frank
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BeitragVerfasst am: 27.07.2019 18:21    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Selbstfindung 1

Warum eigentlich keine Nadeln?  Das Jahrzehnt der Drogentoten haben wir hinter uns gelassen, Christiane F und Kurt Cobain, der schmutzige Schick des Aussätzigen wird nur noch in der Mode propagiert, abgerissen wirkt authentisch in einer Welt der spiegelnden Bildschirme, cleaner Ernährung und stets greifbarer Anonymität. Halbtot oder lebendig? Ich glaube nicht daran, dass die siffende Nadel ein Comeback erlebt. Am Ende ist sie zu fleischgeworden, durchdringt eine letzte Schutzbarriere auf dem Weg zur wie auch immer gearteten Menschlichkeit, ein spitzer, fremdartiger Gegenstand, instrumentell behaftet , während wir mit unseren Tastaturen verschmelzen und die verlängerte Wirklichkeit als neues Selbst ausersehen.
Vor Nadeln habe ich immer Angst gehabt.  Tabletten, Pulver, konsistenter Rauch, der die Lungen flutet. Allem, was rauskommt,  kannst du dich auch entledigen.  Eine Nadel ist etwas anderes, sie dringt in dich ein und bleibt vielleicht in deiner Armbeuge stecken,  ein Besteck, nichts für jemanden, der gern mit den Fingern isst. Ich erinnere mich an eines meiner Kindheitsspiele: Man durfte nach Herzenslust grob den Teig auseinander reißen und mit ihm die Schüsseln auswischen, ein mittelalterliches Gelage, an dessen Ende man sich hingebungsvoll die Finger leckte.  Rückwirkend betrachtet mochte ich die Unmittelbarkeit dieser Sinneseindrücke,  als würde man eins mit dem, was einen für den Augenblick eigentlich füllen sollte. Denn wenn es etwas gibt, dass den tief verwurzelten Hang zur  Sucht mit nur einem Wort erklären könnte, dann wäre es  der Hunger nach Unmittelbarkeit, die Sehnsucht nach Intensität  im Schwarz einer verleugneten  Leere.

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hobbes
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Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
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BeitragVerfasst am: 30.07.2019 08:04    Titel: Antworten mit Zitat

deleted, weil falsche Stelle
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