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Wahre Fantasie


 

 
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Lemminem
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 21
Beiträge: 18
Wohnort: Oldenburg


BeitragVerfasst am: 25.01.2019 16:45    Titel: Wahre Fantasie eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

(Wenn die unendliche Geschichte unendlich oft erzählt wird, ist sie dann Geschichte?)

Der Junge, der bald kein Junge mehr war, stand mit zittrigen Knien über einem Abgrund, der eigentlich kein Abgrund war. Das Tal unter ihm war hell erleuchtet, begleitet von tosendem Lärm tollten tausend verspielte Geister umher. Mächtige Drachen, stolze Elfen, hämische Gnome, dämliche Trolle und zornige Magier jagten sich in einem farbenfroh donnernden Urgewitter über die Landstriche des unendlichen Landes, sie verwüsteten Städte, ließen Felder erblühen, schufen zauberhafte Gewässer und gewaltige Burgen. Beinahe hätte er den Überblick verloren und sich nicht mehr zurechtgefunden in dem chaotischen, lebendigen Zusammenspiel der vielen hundert Bücher, die er gelesen hatte, als sein Hunger noch größer war.

Und so blickte er zum ersten Mal hinab auf seine Fantasie, seine Vorstellungskraft, seine eigene Magie - und seufzte.

„Das kenne ich schon. Das hat es alles längst gegeben“, sagte er und schloss das elegant eingebundene Buch in seiner linken Hand, bevor er es mit einer beinahe abfälligen Geste in die Tiefen unter sich fallen ließ. Das Buch explodierte in einer Sturmflut aus Funken, ein kreischender Lindwurm platzte daraus hervor, gefolgt von mutigen Helden, die das Biest zu zähmen versuchten. Sie entfesselten hoch lodernde Feuerstürme und setzten ganze Berge in Bewegung bei dem Versuch, dem Monster beizukommen, aber der Wurm ließ sich nicht beeindrucken. Im Fall setzten sie ihren Kampf fort und ihre Schreie verstummten, als sie sich nach einem kurzen Flug in das Gesamtbild einfügten wie ein roter Pinselstrich auf einer hellroten Leinwand. Für einen Moment waren sie sichtbar und schienen gar zu strahlen in schimmernder Eleganz. Aber bald würden sie eintrocknen, verblassen und nicht mehr zu unterscheiden sein von den Geschichten um sich herum.

„Warum gebt ihr mir nichts mehr?“, fragte der Junge traurig. „Seid ihr es, oder liegt es an mir?“
Für einen Moment verharrten die Fabelwesen, unterbrachen ihr freudiges und verzweifeltes Spiel, sahen zu ihm hoch und schenkten ihm einen stummen Blick. Aber die Geschichten waren zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass sie ihm hätten antworten können – und selbst, wenn sie ihm etwas hätten sagen wollen, er hätte es nicht mehr verstanden. Der Junge erinnerte sich an Zeiten, an denen er noch mit ihnen zusammen im unendlichen Land gewandelt war. Er hatte seine Welt nicht unterscheiden können von den vielen Welten, die er durchwandert hatte, die ihn geprägt und die ihn verändert hatten. Nun stand er über ihnen, als würde er nicht mehr dazugehören.

„Habe ich mich abgegrenzt?“, wollte er wissen. „Oder habt ihr mich ausgegrenzt?“
Zu seiner Trauer gesellte sich Frust, und zu seinem Frust gesellte sich Wut. Dieses Tal, diese Welten waren sein Zufluchtsort gewesen, sein Ruhehort, sein Kinderzimmer. Nun ließen sie ihn nicht mehr hinein, und selbst wenn doch – er konnte sich nicht länger darin verirren, denn sein Geist blieb zu nah am Ausgang und sein Körper stand fest verankert auf dem Plateau.

„ÖFFNET EUCH!“, schrie er mit Zorn in der Stimme. Er katalysierte seinen letzten Funken Kraft und beschwor mit roher Gewalt einen Strom aus Büchern, der aus den Tiefen schoss und ihn umflatterte wie ein Schwarm angriffslustiger Vögel. Das Geräusch von blätternden Seiten füllte den Raum, als die Geschichten ein letztes Mal Wirklichkeit wurden. Der Junge öffnete längst gelesene und halb vergessene Werke, er erweckte all ihre Figuren zum Leben und versammelte sie um sich. Und so leerte sich für einen Augenblick das Tal, und um ihn herum nahmen seine Erinnerungen Gestalt an. Er sah Gandalf den Grauen, den Wildhüter Hagrid, Oromis den Weisen, den mächtigen Herkules, Die Drachenreiterin Nihal, König Artus, Onkel Iro, Beppo den Straßenfeger, die Kindliche Kaiserin und hunderte andere, die ihn erwartungsvoll und mitleidig anblickten.
Es wurde ganz still, und die Wut des Jungen verflog.

„Was erwartest du?“, fragte ihn Tungdil, der Zwerg. „Auch für uns geht das Leben weiter.“
„Er hat Recht.“, sagte Goofy, der Ritter seiner Majestät. „Du darfst den Kopf nicht hängen lassen.“
Auch Luke, Asterix und Tigger nickten ihm aufmunternd zu. Aber der Junge sträubte sich gegen die warmen Worte. Er war wie ein bockiges Kind, er wollte das Offensichtliche nicht wahrhaben – stattdessen verschränkte er die Arme und funkelte die Helden seiner Kindheit böse an.

„Warum gibt es niemanden mehr wie euch? Warum klingt für mich alles neue gleich, warum wird alles neu erzählt? Und warum seid auch ihr nicht mehr die, die ihr einmal wart?“
„Wir sind, wer wir sind.“, sagte Temeraire und legte die Stirn in Falten. Er legte seine Halskrause an und brachte seinen gewaltigen Kopf sehr nah an den des Jungen, als würde er ihn umarmen wollen. Der Junge berührte die warme Stirn des Drachen und fühlte seine Wärme, die Kälte in seinem Herzen verzog sich für einen Moment. „Vielleicht ist es für dich an der Zeit, neue Wege zu gehen.“, murmelte er.
„Vielleicht musst du dich umorientieren.“, sagte Geralt, der Hexer. „Dir ein neues Genre suchen.“
„Das möchte ich nicht.“, sagte der Junge leise und schaute in die Runde. „Ich möchte bei euch bleiben, und ich möchte, dass ihr auch bei mir bleibt.“

Erneut wurde es still. Alle Blicke waren auf den Jungen gerichtet, als würden die Umstehenden eine Entscheidung erwarten. Aber war nicht bereit, sich zu entscheiden. Er wollte die Zeit zurückdrehen, sich an den Geschichten festklammern und nicht noch einmal zulassen, dass er sich von ihnen distanzierte – aber der Schaden war angerichtet, und es gab keinen Weg zurück. Seine Emotionen kehrten zurück, die leere in ihm füllte sich erneut mit verzweifelter Wut.

„Geht.“, befahl er. „Geht mir aus den Augen.“

In seiner Stimme bebte trotziger Zorn, aber die Figuren verstanden ihn. Sie wussten, dass es nichts mit ihnen zu tun hatte, denn die Krise lag bei dem Jungen selbst. Dennoch leisteten sie dem Befehl Folge und glitten langsam wieder hinab in das unendliche Land, in dem sie ihr ewiges Spiel fortsetzten. Nach einer Weile stand der Junge wieder alleine auf dem Plateau, und er sah den Geschichten zu, wie sie sich immer wieder selbst erzählten.

„Was, wenn ich aufhöre zu lesen? Wenn ich von den Erinnerungen zehre, die ich habe, anstatt sie zu verunreinigen mit den neuen Werken, die allesamt nicht an den Glanz des Alten heranzutreten wagen? Die, die längst erzählte Geschichten erzählen, die alles wiederholen, neu verpacken und es dem Leser als etwas Neues verkaufen, als etwas nie Dagewesenes?“
Gähnende Stille war die Antwort, die der Junge erhielt. Für einen Moment schwiegen sogar seine Gedanken. Tiefe Ruhe kehrte ein in sein Herz, und der Schmerz des Abschiedes wich. Er wusste nun, was er zu tun hatte.

Dann mach es doch selbst, hatte seine Mutter gesagt. Die Worte hallten in seinem Kopf nach, gewannen an Bedeutung und hielten Einzug in seinen Verstand, sie brannten sich wie ein Bügeleisen auf die Innenseite seiner Schädeldecke – er würde es selbst machen. Und so wandte er den Blick ab von dem Tal des unendlichen Landes, er kehrte den tausend Geschichten den Rücken zu und verstaute sie als sanfte Erinnerung in seinem Arbeitsgedächtnis. Dort würden sie ihm gute Dienste leisten.

Einen letzten Blick schenkte er seinen alten Freunden, dann drehte der Junge sich um. Er blickte auf eine leere, rissige Salzwüste, und auf den dunklen Horizont, der sich dahinter bis in die Unendlichkeit erhob. Seine Mundwinkel verzogen sich zu einem schelmischen Lächeln.

Dann zückte er einen Stift, und er schrieb das erste Wort.

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Lichtfuchs
Geschlecht:weiblichVorschüler


Beiträge: 1



BeitragVerfasst am: 26.01.2019 17:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallöchen. Dann will ich doch einfach mal meine Meinung hierzu abgeben. Ich muss dazu sagen, dass ich selbst auch noch neu hier bin und das hier daher einfach nur die Meinung einer Laie ist. Ist also nur meine Meinung.

Ich finde deinen Text wirklich richtig schön geschrieben und interessant zu lesen. Am Anfang weiß man tatsächlich nicht direkt wo man sich nun befindet, ob der Junge ließt und das seine Fantasie ist oder nicht. Allerdings macht das - zumindest mich - auch sehr neugierig weiterzulesen und mehr über ihn zu erfahren.
Es hört sich für mich im ersten Moment an wie eine Junge, der schon so viel gelesen hat, dass ihn nichts mehr beeindrucken kann, das er nicht mehr mit den Geschichten fühlt.
Ich finde die Art wie du die Dinge umschreibst, beispielsweise am Anfang der erste Absatz, unglaublich lebendig und wunderschön. Allerdings solltest du aufpassen, dass die Sätze dadurch nicht zu lang werden. Wie es jetzt ist finde ich es sogar passend, allerdings kenne ich das von mir, dass man dann manchmal dazu neigt mit der Satzlänge ein wenig zu übertreiben. Geht zumindest mir so, obwohl ich wohl bei Weitem nicht so weit bin wie du.
Also wie schon angedeutet gefällt mir der Text sehr gut und ich würde wirklich gerne mehr lesen. Hier unten nur zwei Kleinigkeiten, die mich ein wenig gestört hat. Ist nur ein Wort und kaum der Rede wert, aber ich wollte es hier einfach mal anmerken.

Zitat:
Der Junge, der bald kein Junge mehr war, stand mit zittrigen Knien über einem Abgrund, der eigentlich kein Abgrund war.


Ich weiß nicht, für mich klingt das seltsam. Er stand über einem Abgrund hört sich für mich so an, als würde er darüber fliegen. Also in der Luft und das geht ja nicht ohne Flügel und das er welche hat wird nicht erwähnt. Evtl. hätte hier besser gepasst, dass er am Abgrund stand? Oder es hört sich nur für mich so seltsam an.

Zitat:
Aber war nicht bereit, sich zu entscheiden.

Kann es sein, dass hier ein er fehlt?


Zitat:
Er sah Gandalf den Grauen, den Wildhüter Hagrid, Oromis den Weisen, den mächtigen Herkules, Die Drachenreiterin Nihal, König Artus, Onkel Iro, Beppo den Straßenfeger, die Kindliche Kaiserin und hunderte andere, die ihn erwartungsvoll und mitleidig anblickten.


Dieser Moment, wenn du alle Figuren kennst und du weißt, dass du die Geschichten kennst. Ich weiß nicht wieso, aber ich finde die Stelle richtig schön. Allein von der Symbolik, die sich für mich dahinter versteckt.


Ich nehme jetzt einfach mal, dass das hier etwas abgeschlossenes in sich ist. Einfach weil es sich für mich so anhört und ich finde es in sich abgeschlossen auch schön so. Da muss gar nicht mehr sein. Man merkt genau was der Junge fühlt und will und kann mit ihm fühlen. Sehr schöne Idee und Thematik. So, das alles musste ich hier einfach einmal loswerden.[/quote]
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markbannstorm
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber


Beiträge: 22
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 26.01.2019 21:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich kann mich da im Wesentlichen Lichtfuchs anschließen. Sehr schön geschrieben und ich fühle mit dem Jungen mit, da es mir so ähnlich geht.
Normalerweise wären es mir zu viele Adjektive, aber irgendwie passt es hier.
Und nur um noch irgendetwas Kritisches anzumerken:  der Punkt in der wörtlichen Rede wird weggelassen, wenn der Satz weitergeht: "Wir sind, wer wir sind", sagte Temeraire… (das kommt öfter vor, deshalb erwähne ich das überhaupt).


_________________
Es geht im Leben nicht darum zu warten, dass das Unwetter vorbeizieht.
Es geht darum zu lernen im Regen zu tanzen. (Zig Ziglar)

Wenn ich loslasse, was ich bin, werde ich, was ich sein könnte (Laotse)
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silke-k-weiler
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 44
Beiträge: 183



BeitragVerfasst am: 28.01.2019 13:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich habe den Text mehrmals gelesen und denke echt seit gestern drüber nach. Zunächst: Was Zeichensetzung und Grammatik betrifft, dazu wurde ja schon etwas gesagt. Ich finde auch, das manche Sätze zu lang sind. Ich selbst mag bisweilen lange Sätze, versuche aber trotzdem, den Leser mit möglichst wenigen Nebensätzen zu quälen.

Kurz im Einzelnen, was mir "aufstieß":

- Der Junge, der bald kein Junge mehr war -> würde ich schreiben: der bald kein Junge mehr sein würde
- tausend verspielte Geister  -> soll das ein Sinnbild dafür sein, dass die Figuren für ihn tot sind? Ich stolpere über das Wort "Geister".
- unterbrachen ihr freudiges und verzweifeltes Spiel -> wieso verzweifelt? Leider verstehe ich das an der Stelle nicht.
- katalysierte -> das ist mir zu wissenschaftlich.
- umorientieren -> klingt nach Personalführung oder Jobcenter

Zum Gesamteindruck: Für mich als Leser erzeugst du ein atmosphärisches Bild mit teilweise etwas zu gewaltigen Metaphern. Da ich meinen Kindern gerade Eragon vorlese, fühlte ich mich gelegentlich daran erinnert. Wink Es wird ja auch Oromis erwähnt.

Aber ich weiß nicht, in welche Richtung der Text geht.

Haben wir es hier mit einem Jungen zu tun, der erwachsen wird und nicht weiß, wie er seine Liebe zur Fantasie in die neue Welt, an deren Schwelle er steht, übertragen soll? Ist der Junge satt von Büchern, weil sich alles immer und immer wiederholt und er hat die Nase voll davon? Was hat ihn entfremdet? Warum "kehrt er den tausend Geschichten den Rücken zu und verstaut sie als sanfte Erinnerung in seinem Arbeitsgedächtnis"? Wo sie ihm gute Dienste leisten? Um dann selbst etwas, was es schon gibt, wiederzukäuen? Warum Arbeitsgedächtnis? Warum nicht Erinnerung an die Heimat von einst, wenn er sich zu etwas Neuem aufmacht. Und ist die Arroganz, die ich aus den Zeilen heraus höre, da oder bilde ich sie mir nur ein? Und was ist "Wahre Fantasie"?

Hm, so zerfahren, wie meine Eindrücke sind, so fühle ich mich beim Lesen des Textes. Gefühlsmäßig mag ich den Jungen irgendwie nicht. Ich kann es aber leider nicht so recht greifen. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich seinem Gefühl nicht anschließen kann. Ich entdecke in Büchern immer wieder etwas Neues. Selbst wenn die Motive sich ähneln, so sind die Protagonisten so bunt und unterschiedlich wie es Menschen gibt.

Mir fehlt das Versöhnliche. Ich habe den Eindruck, dass etwas ausgedient hat und nun durch etwas Neues ersetzt werden soll, das der Junge selbst und möglicherweise besser erschaffen will.

Viele Grüße
Silke
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Lemminem
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 21
Beiträge: 18
Wohnort: Oldenburg


BeitragVerfasst am: 29.01.2019 09:59    Titel: Antwort pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Silke,

Vielen Dank für dein Feedback! Der Vergleich mit Eragon freut mich. Ich bin damals so sehr in diesen Büchern versunken, dass meine Mutter dachte, Paolini hätte auf Treibsand gedruckt und nicht auf Papier. Ich hoffe, deinen Kindern geht es genauso Smile

Die Dinge, die dir aufgestoßen sind, würde ich so unterschreiben. Mit "Geistern" habe ich einfach nur versucht, die Figuren (in Abgrenzungen zu dem nur allzu realen Jungen) als fiktiv zu brandmarken. Ihr Spiel ist freudig, es wirkt nur auf den Jungen verzweifelt. Vielleicht, weil er es selber ist.

Auch ich mag den Jungen gefühlsmäßig nicht. Rolling Eyes Und meistens würde ich mich auch von seinen Ansichten distanzieren. Ja, was du da herausliest, ist definitiv Arroganz. Wie du weiß der  Junge nicht, was ihn letztendlich von den Geschichten entfremdet hat. Er kommt zu dem Schluss, dass er einen neuen Weg einschlagen möchte. Deswegen greift er selber zum Stift und baut sich seinen eigenen Spielplatz. Er will nicht länger die Ideen anderer rezipieren, er möchte selbst etwas erschaffen. Das ist für ihn dann die "Wahre Fantasie".


Liebe Grüße,
Kiano
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Lemminem
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 21
Beiträge: 18
Wohnort: Oldenburg


BeitragVerfasst am: 29.01.2019 10:07    Titel: Danke! pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Hallöchen. Dann will ich doch einfach mal meine Meinung hierzu abgeben.


Hallo Lichtfuchs,
Danke für dein Feedback und deine konstruktiven Anmerkungen! Das Problem mit den beinahe zu langen Sätzen hatte ich schon immer. Rolling Eyes Es freut mich riesig, dass dir der Text gefällt. Ich bin froh, dass meine Beschreibungen noch nicht zu übertrieben waren, davor hatte ich Angst. Und in der Tat ist der Text ein abgeschlossenes Ding. Etwas, das ich geschrieben habe, als ich irgendwie wütend war und dann einfach mal loswerden wollte.

Liebe Grüße,
Kiano
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Lemminem
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 21
Beiträge: 18
Wohnort: Oldenburg


BeitragVerfasst am: 29.01.2019 10:12    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Markbannstorm,

Auch dir vielen Dank für dein Feedback!
Mit den Adjektiven schmeiße ich zu gerne um mich, als dass ich mich bremsen könnte. Schön, dass es noch nicht zu viel ist. Und auch danke für den hilfreichen Hinweis mit der wörtlichen Rede, da scheint was an mir vorbeigegangen zu sein. Besonders freut mich, dass man sich mit dem Jungen gewissermaßen ein wenig identifizieren kann, obwohl seine Ansichten vielleicht etwas radikal und naiv sind.

Liebe Grüße,
Kiano
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DonKorneo
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 36
Beiträge: 80
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 29.01.2019 14:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lemminem,

ich kann mich zu großen Teilen meinen Vorrednern anschließen.
In einer Sache allerdings nicht, ich mag den Jungen nämlich. Ich bin zwar nicht seiner Meinung aber habe das Gefühl seine Situation und seine Beweggründe zu verstehen. Ich spüre bei ihm keine Arroganz oder dergleichen. Ich glaube seine Verzweiflung kommt von einem guten Ort, von seiner Liebe zu diesen Figuren und den Erinnerungen an einfachere und kindliche Zeiten. Kurzgesagt: er wird gerade erwachsen und lernt etwas über das Leben und sich selbst.
Ich mag es, wenn mir Geschichten die Möglichkeit geben zu interpretieren und zu "philosophieren". Der Mensch ist die Summer seiner Erfahrungen und der Kleine fragt sich, warum ihm seine alte Freunden nichts mehr geben, ohne zu verstehen, dass sie zu einem guten Teil definieren wer er ist, weil sie ihn mitgeformt haben.
Sollte daraus eine größere Geschichte werden, hätte ich jedenfalls viel Spaß dabei, den Jungen auf seiner Reise der "Selbstfindung" zu begleiten.

Gerne gelesen.


_________________
Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die normalen gebracht haben.
George Bernard Shaw
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Lemminem
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 21
Beiträge: 18
Wohnort: Oldenburg


BeitragVerfasst am: 29.01.2019 16:31    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo DonKorneo,
Ich bin richtig begeistert von deiner Interpretation Very Happy
Ein Stück weit hast du mich mit meinem Jungen versöhnt. Ich freue mich sehr, dass mein Text zum philosophieren anregt und verschiedene Deutungen zulässt. Auch solche, die ich gar nicht bewusst eingebettet habe.

Ich werde mal darüber nachdenken, weiterzumachen und ein Konzept zu erstellen.

Liebe Grüße,
Kiano
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kioto
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 67
Beiträge: 337
Wohnort: Rendsburg


BeitragVerfasst am: 29.01.2019 18:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lemminem,

Eine wirklich schöne Geschichte.  Nennt man wohl Allegorie?

Ich habe mich selber in der Geschichte wiedergefunden. Seit meiner Kindheit habe ich alles gelesen, was mir unter die Finger kam. Aber die letzen Jahre habe ich immer mehr Probleme, etwas zu finden. Ich habe das Gefühl, alles schon mal gelesen oder gesehen. Dies war der Auslöser für meine Schreibversuche. Jetzt kämpfe ich mit "alles schon mal geschrieben" Sad

Gruß Werner


_________________
Stanislav Lem: Literatur versucht, gewöhnliche Dinge ungewöhnlich zu beschreiben, man erfährt fast alles über fast nichts.
Phantastik beschreibt ungewöhnliche Dinge (leider m.M.) meist gewöhnlich, man erfährt fast nicht über fast alles.

Gruß, Werner am NO-Kanal
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Lemminem
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 21
Beiträge: 18
Wohnort: Oldenburg


BeitragVerfasst am: 29.01.2019 19:02    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Werner,

Danke sehr für die lieben Worte! Ich musste gerade erstmal recherchieren, was Allegorie bedeutet. Könnte wohl irgendwie passen, schätze ich.

Vielleicht wäre der nächste Schritt, alles einmal zu verfilmen! Very Happy

Liebe Grüße,
Kiano
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John Paul
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 34
Beiträge: 44
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 30.01.2019 15:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Lemminem,

ganz hübsch und ich habe die Story gern gelesen!

Wobei die Erzählung zum Ende ein wenig abschmiert, aus meiner Sicht und die Kernaussagen verwirren mich, am Anfang, hab ich den Eindruck, ein Erwachsener blickt zurück und will nicht akzeptieren, dass er Erwachsen ist und zum Ende ist der Junge, wieder ein Junge.

Gut gemacht, aber ich würde das nochmal überarbeiten.

Gruß

John
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Kaiserin
Geschlecht:weiblichVorschüler

Alter: 22
Beiträge: 1
Wohnort: Seoul


BeitragVerfasst am: 30.01.2019 20:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kiano,

hier auch mein Senf:
Ich habe dir ja schon persönlich ein wirklich kurzes Feedback zu dem Text gegeben. Ich möchte mich hier etwas länger fassen. Erstmal: großes Lob. Ich habe nichts an deinen Satzlängen auszusetzen! Und deine Punkte hast du perfekt im Griff.
Spaß beiseite, ich mag diesen Text wirklich. Ich hatte auch zwischendurch eine Phase, wo ich nichts gefunden habe, was ich lesen wollte. Weil mich alles irgendwie doch an ein anderes Werk erinnert hat.

Zitat:
Der Junge, der bald kein Junge mehr war, stand mit zittrigen Knien über einem Abgrund, der eigentlich kein Abgrund war.


Ich stolpere beim (Wieder-)Lesen die ganze Zeit über diesen Satz. Er passt nicht zum Rest des Textes. Wie würde dein Charakter diesen Satz schreiben? Der Sinn des Satzes sollte erhalten bleiben, der gefällt mir ganz gut und ist auch logisch mit dem Text. Ich versuche seit 5 Minuten den Satz umzuoperieren, komme aber selbst zu keinem sinnvollen Ergebnis.

Über den Charakter des Jungen: du solltest dir im Klaren sein, wie du ihn darstellen möchtest. Am Anfang hat er fast Mitleid in mir erregt. Dann habe ich ihn plötzlich nicht wirklich ausstehen können. Wenn das deine Intention ist, dann kannst du das ruhig so schreiben, allerdings würde ich den Zorn, den er eigentlich hat schon früher deutlicher darstellen.

Zitat:
„Warum gebt ihr mir nichts mehr?“, fragte der Junge traurig. „Seid ihr es, oder liegt es an mir?“

Hier hatte ich kurz Mitleid. Aber der Charakter des Jungen könnte stärker (und weniger chaotisch) werden, wenn du ihn traurig vor Wut wirken lässt und es hier auch darstellst.

Das Ende des Textes ist genial. "Dann mach es doch selbst" oder "Das schreibt sich nicht von allein", wie oft hat man sich das als Autor/Schreibender schon gedacht? Der Text motiviert zum selber schreiben. Klasse gemacht.

Grüße,
Sissi
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Lemminem
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 21
Beiträge: 18
Wohnort: Oldenburg


BeitragVerfasst am: 30.01.2019 20:26    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey Sissi Very Happy

Jetzt, wo du es sagst, stolpere ich auch über den ersten Satz. Vielleicht editiere ich den Text morgen nochmal, auch der Kommentar von John über dir hat mir zu denken gegeben. Es wäre vielleicht auch besser, den Jungen wirklich klarer zu bezeichnen, andererseits gefällt mir das Chaos auch ganz gut. Immerhin ist meine Sichtweise auf dieses Thema mindestens genauso durcheinander. Very Happy

Liebe Grüße,
Kiano


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Mary-and-Jocasta
Geschlecht:weiblichAbc-Schütze


Beiträge: 5



BeitragVerfasst am: 05.02.2019 12:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Kiano,

Ich finde den Text superschön. Der Schreibstil hat mich zu Anfang etwas an Der letzte Ork von Silvana de Mari erinnert und da ich dieses Buch sehr gern mochte, hat es mir natürlich auch dein Text angetan smile Ein schöner Einstand auf jeden Fall Wink

Liebe Grüße,
Hermine


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Pickman
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 52
Beiträge: 591
Wohnort: Diaspora


BeitragVerfasst am: 21.02.2019 04:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Lemminem,

originell, Deine Geschichte, aber die vielen Adjektive und Adverbien ermüden, teilweise sind sie sogar redundant. Hier ein Beispiel: "Der Junge berührte die warme Stirn des Drachen und fühlte seine Wärme."

Cheers

Pickman


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"Damit sich alles erfüllt, damit ich mich weniger allein fühle, brauche ich nur noch eines zu wünschen: am Tag meiner Hinrichtung viele Zuschauer, die mich mit Schreien des Hasses empfangen." (Albert Camus: Der Fremde)
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Bunt Speck
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 383
Wohnort: Port Baris


BeitragVerfasst am: 19.06.2019 12:16    Titel: Antworten mit Zitat

Tach Lemminem / Kiano,

ich habe gerade deinen neuen Text gelesen und wollte aufgrund der Adjektive-Kritik jetzt diesen zweiten Text lesen und das dort prüfen. Ich habe diesen Text also erst jetzt entdeckt, auch wenn mir der erste Satz und der Titel bekannt vorkommen. Ich habe wohl schon einmal draufgeschaut und es aus irgendwelchen Gründen nicht gleich gelesen.

Mal grundsätzlich finde ich, dass bei Dir Adjektive kein wirkliches Problem sind, sondern vielmehr Geschmackssache. Mich hat hier nichts gestört.

Was ich dagegen viel spannender finde, das ist dein angegebenes Alter und dieser Text. Bastian Balthasar Bux beginnt sich zu langweilen ... wohl ein wenig autobiographisch. Der Junge wird erwachsen und kann seinen alten Welten nichts mehr abgewinnen. Am Ende scheint ja eine Lösung in Aussicht ... umso mehr bin ich gespannt, was noch für Texte von Dir folgen ...

Grüße
Bunt


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