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Wenn der Protagonist nur Beobachter ist...

 

 
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Pollux
Schreiberassi


Beiträge: 66



BeitragVerfasst am: 16.05.2019 12:45    Titel: Wenn der Protagonist nur Beobachter ist... eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Mir passiert das regelmäßig, weil sich ein Charakter im Laufe des Romans immer introvertierter verhält. Das ist prinzipiell gut, denn der besagte Charakter sollte auch schüchtern und zurückhaltend sein (damit er sich später besser entwickeln kann). Allerdings schreibe ich in einigen Kapiteln aus dessen Perspektive und Gespräche finden oft gänzlich ohne dessen Einmischung statt. Die Gedankengänge habe ich zwar drin, aber es fehlt an jeglicher aktiver Handlung, so dass es zeitweise nicht mehr wirklich ersichtlich ist, aus wessen Sichtweise grade geschrieben wird.

Wie löst ihr sowas? Kapitel komplett raus nehmen oder in eine andere Perspektive wechseln? Oder gar nur für die Dialoge in eine andere Perspektive wechseln?
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Ruby Smith
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 28
Beiträge: 1108
Wohnort: Königsdorf


BeitragVerfasst am: 16.05.2019 14:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Pollux,

allgemein gibt es beim Schreiben den Ratschlag, dass ein Protagonist nicht passiv sein soll, weil man ansonsten einen langweiligen Charakter hat, der nichts tut und den Plot damit nicht voranbringt.
Natürlich kann eine Entwicklung auch so verlaufen, dass ein zuvor vorlauter Charakter immer stiller wird, aber meistens ist das doch eher andersherum.

Meine Frage an dich wäre jetzt (um das alles ein bisschen besser beurteilen zu können), ob es sich bei diesem Charakter um einen Hauptcharakter handelt, der für den Plot von Relevanz ist.
Falls ja, hast du eventuell ein Problem oder wirst später eines mit der Spannung bekommen, denn ein Charakter, der irgendwann nur noch beobachtet (und kein außenstehender Erzähler außerhalb der Geschichte ist und nicht aktiv am Geschehen teilnimmt), wirkt, blöd gesagt, einfach nur langweilig und uninspiriert.

Lösungsvorschläge für diese Problem wären:

1) Den Charakter streichen.

2) Den Charakter umschreiben und ihn aktiver machen.

3) Ihn zu einem Randcharakter machen, der keine eigene Erzählperspektive mehr hat.

4) Die Kapitel streichen, in denen er passiv ist.

5) Diese Kapitel aus der Perspektive des aktiven Charakters zu schreiben.


Es gibt bestimmt noch ein paar andere Lösungsmöglichkeiten. Mir fallen nur gerade keine mehr ein.

Liebe Grüße

Ruby


_________________
I'd like to add some beauty to life. I don't exactly want to make people know more... though I know that is the noblest ambition, but I'd love to make them have a pleasanter time because of me... to have some little joy or happy thought that would never have existed if I hadn't been born.

(Anne Shirley - Anne of Green Gables, Lucy Maud Montgomery)
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Pollux
Schreiberassi


Beiträge: 66



BeitragVerfasst am: 16.05.2019 15:06    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Es ist ja nicht der einzige Hauptprotagonist.
Insgesamt gibt es in dem Roman vier handlungstragende Charaktere.

Frau A, sehr selbstbewusst, eher auf eigenen Vorteil aus.
Mann B, bodenständig, ruhig, rechtschaffend gut.
Mann C, kriegerisch, Einzelgänger aber Teamfähig.
Frau D, introvertiert, schüchtern.

Ich versuche von Kapitel zu Kapitel den Protagonisten zu wechseln. B und D sind anfänglich viel zusammen unterwegs und ich denke mir da auch, dass ich ja nicht nur aus B seiner Sicht schreiben kann. Daher ist auch mal D dran... und die sitzt anfänglich meist nur dabei... später bekommt sie eine tragende Rolle und macht dabei eine entsprechende Entwicklung durch.
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crisihasi
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 36
Beiträge: 105



BeitragVerfasst am: 16.05.2019 15:22    Titel: Antworten mit Zitat

Pollux hat Folgendes geschrieben:
und ich denke mir da auch, dass ich ja nicht nur aus B seiner Sicht schreiben kann. Daher ist auch mal D dran... und die sitzt anfänglich meist nur dabei... später bekommt sie eine tragende Rolle und macht dabei eine entsprechende Entwicklung durch.


Du kannst alles, was du willst! smile
Ich würde mir noch einmal überlegen, ob es die richtige Entscheidung ist, aus ihrer Sicht zu erzählen, weil sie "auch mal dran ist". Meiner Empfindung nach sollte die Perspektive immer passend zum Text gewählt werden. Wenn Person D also nichts beisteuert, dann ist sie eben nicht dran. lol2 Du kannst es doch auch so handhaben, dass du ihre Perspektive erst später einbringst, wenn sie aktiv am Geschehen beteiligt ist.
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Ruby Smith
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 28
Beiträge: 1108
Wohnort: Königsdorf


BeitragVerfasst am: 16.05.2019 16:05    Titel: Antworten mit Zitat

Pollux hat Folgendes geschrieben:
Es ist ja nicht der einzige Hauptprotagonist.


Bevor es Murmel tut: Es gibt nur einen Protagonisten. Sie ist also eine von vier Hauptcharakteren. wink

Crisihasi hat recht, wenn sie nichts beiträgt, musst du auch nicht aus ihrer Perspektive schreiben. Lass sie erst erzählen, wenn sie aktiver wird. wink


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(Anne Shirley - Anne of Green Gables, Lucy Maud Montgomery)
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Bea H2O
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 108



BeitragVerfasst am: 16.05.2019 21:00    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn deine Leitfigur nichts zu den Gesprächen beisteuert, kann es mMn trotzdem sinnvoll sein, in diesen Situationen aus ihrer Perspektive zu schreiben, wenn die Figur sich z.B. einen bedeutenden Teil dabei denkt und die Gespräche innerlich wertet. Es kann ja sein, dass dies für die spätere Entwicklung der Person eine Rolle spielt und es gut ist, wenn der Leser bei dieser Entwicklung dabei war.
Vielleicht kannst du uns ja ein Beispiel geben, damit wir das besser beurteilen können?
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Murmel
Geschlecht:weiblichSchlichter und Stänker

Alter: 63
Beiträge: 7563
Wohnort: USA
DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 16.05.2019 23:43    Titel: Antworten mit Zitat

Ruby Smith hat Folgendes geschrieben:
Pollux hat Folgendes geschrieben:
Es ist ja nicht der einzige Hauptprotagonist.


Bevor es Murmel tut: Es gibt nur einen Protagonisten. Sie ist also eine von vier Hauptcharakteren. wink


lol

Der Ratschlag geht so: Die Szene sollte aus der Perspektive geschrieben werden, die am meisten zu verlieren hat. So kann ein stiller Beobachter durchaus eine packende Perspektive haben, wenn er zuhören muss, wie über sein Leben entschieden wird.

Erleidet dein Protagonist nur die Handlung über 400 Seiten, dann ist dein Roman kaum zu lesen, denn wer will sich schon durch 400 Seiten quälen?

Auch hier wirst du fündig:
https://www.dsfo.de/dsfopedia/index.php/Figur


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*Koppelmord - Carlsen Instantbooks 2013
*Flauschangriff - Piper/Weltbild 2014, Piper Fahrenheit 2017
*Katertage zum Verlieben - Thienemann 2014
*Bocktot - Gmeiner-Verlag 2017
*Brunnenleich - Gmeiner-Verlag Juli 2018
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*Schwarze Küste - Gmeiner Verlag Februar 2019
*Marias Geheimnis - Weltbild/Edel Elements 01.03.2019
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